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Herstellung eines hochrieselfähigen, nicht klumpenden Natriumbicarbönats
als Löschpulver DieErfindung betrifft dieHerstellung eines hochrieselfähigen, nicht
klumpenden Natr iumbicarbonats zur Verwendung als Löschpulver.
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Bei den bekannten Löschpulvern, die Natriumbicarbonät enthalten, dient
dieses Salz einerseits dazu, die brennenden Flächen abzudecken und damit die Sauerstoffzufuhr
abzusperren. Andererseits kommt eine weitere Löschwirkung aber dadurch zustande,
daß das Natriumbicarbonat sich in der Hitze unter Abspaltung von flammenerstickender
Kohlensäure zersetzt. Gerade diesem Vorgang kommt für die schlagartige Beseitigung
starker Flammen eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu.
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Es ist gefunden worden, daß die Abspaltung von Kohlensäure durch das
'NTatriumbicarbonat um so leichter und um so intensiver vor sich geht,.je feiner
das Pulver ist. Gerade die feinen Natriumbicarbonatsorten neigen jedoch dazu, im
Laufe der Zeit zu verklumpen. Damit ist ihre Verwendbarkeit in Frage gestellt, weil
eine von jedem Trockenlösch-Pulver zu erfüllende grundlegende I3edingun&. darin
besteht, daß das Pulver rieselfähig ist, d. h. daß auch noch nach jahrelanger Lagerung
das Pulver durch das Druckmittel ohne weiteres aus dem Löschmittelbehälter herausgetrieben
werden kann, ohne daß Widerstände infolge von Verklumpungen auftreten. Bei der Verklumpung
handelt es sich nicht lediglich um eine Verklumpung durch Wasseraufnahme. Eine solche
kann nur in ganz seltenen Fällen auftreten, weil das Pulver im allgemeinen in völlig
verschlossenen Löschmittelbehältern vor der Aufnahme von Feuchtigkeit ausreichend
geschützt ist. Es handelt sich vielmehr um Zusammenballungen, wie sie auch bei trockenem
Weizenmehl im Laufe längerer Lagerung auftreten können.
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Es sind schon verschiedene Vorschläge gemacht worden, um die Rieselfähigkeit
von Trockenlöschpulvern zu verbessern. Hierbei ging man jedoch immer von dem Gedanken
aus, daß es darauf ankäme, die Wasseraufnahme möglichst zu unterbinden, so daß alle
diese Vorschläge im Hinblick auf die obengeschilderten,bei feinkörnigemNatriumbicarbonat
aus anderen Gründen auftretenden Zu= sammenballungen unbeachtlich sind.
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Z. B. ist es bekannt, dem Löschpulver Kupfersulfat in Mengen von etwa
10 ,/o zuzusetzen. Ein solcher Zusatz vermag aber die Rieselfähigkeit von
mehligem Natriumbicarbonat nicht zu verbessern.
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Man hat auch bereits vorgeschlagen, die Zusammenballung von Trockenlöschpulver
dadurch zu verhindern, daß man ihm Magnesium- und Calciumstearat hinzufügt. Auch
hierdurch kann nur diejenige Zusammenbal-
Jung abgeschwächt werden,
die durch Wasseraufnahme bei an sich rieselfähigen Trockenlöschpulvern die Verklumpung
hervorruft. Eine Verbesserung an sich nicht rieselfähiger, feinmehliger Bicarbonatsorten
wird aber auch hierdurch nicht erzielt. Ebenso sind auch die bekannten Vorschläge
zu bewerten;: Kieselgur oder auch Eisenocker dem Löschpulver zuzusetzen.
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Auch die bereits bekannten Vorschläge. Kaolin, Fullererde oder Pfeifenton
als Zusatz zu verwenden, geben keine günstigen Resultate hinsichtlich der Rieselfähigkeit
von Löschpulver, das überwiegend möglichst feines Natriumbicarbonat enthält. Eine
Erhöhung der Rieselfähigkeit eines an sich noch nicht verklumpten feinmehligen Pulvers
wird hierdurch nur unvollkommen erzielt.
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Es ist ferner bereits bekanntgeworden, Natriumbiearbonat dadurch vor
Verklumpung zu schützen, das man es mit 0,50.ö Alkaliseife in wässeriger Lösung
in Menge von etwa 2 bis 3 1 übersprüht und durchschaufelt und dieses feuchte Gemisch
dann hernach wieder trocknet und pulverisiert. Ganz abgesehen davon, das durch die
Seife ein an sich in der Hitze unter Abgabe brennbarer Gase zersetzlicher Stoff
in die Trockenlöschpulver hineingebracht wird, wodurch besonders die flammenersticltende
Wirkung des Löschmittels beeinträchtigt wird, ist das letztgenannte Verfahren umständlich,
zeitraubend und kostspielig.
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Gemäß der Erfindung wird ein hochrieselfähiges und vor Klümpenbildung
geschütztes Natriumbicarbonat dadurch hergestellt, das (las vorwiegend aus besonders
feinem Natriumbicarbonat bestehende Löschpulver eine Beiinengung von Bolus erhält.
Hierbei wird die erhöhte Löschkraft durch die Feinheit des N atriumbicarbonats erzielt.
Andererseits ergibt sich der überraschende Effekt, das feinpulveriger Bolus, obwohl
dieser an sich keineswegs gut rieselfähig ist, sondern sich für sich auch unter
leichtem Druck nach Art von Weizenmehl zusammenballt, in verhältnismäßig geringerZumischung
zu Natriumbicarbonat außerordentlich günstige Eigenschaften entfaltet. Mischt man
z. B. 5 °;o Bolus mit einem an sich nicht rieselfähigen, höchst feinkörnigen Natriumbicarbonat,
so wird die ganze Masse außerordentlich fließfähig, was man z. B. ohne weiteres
durch Bestimmung der Zeiten für den Durchfluß des Pulvers durch enghalsige Trichter
nachweisen kann. Auf diese Weise lassen sich auch feinmehlige Bicarbonatsorten als
Trockenlöschpulver verwenden.
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Es wird auch noch ein Vorteil insofern erzielt, als Bolus, ohne zu
verklumpen, Feuchtigkeit zu binden vermag. Es wird hierdurch eine hohe Lagerungsbeständigkeit
auch bei gelegentlichem Offenstehen des Pulvers an der Luft herbeigeführt.
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Eingehende Untersuchungen haben erwiesen, das die dem Bolus chemisch
nahestehenden, bereits vorgeschlagenen Zusätze von Kaolin, Pfeifenerde oder Töpferton
an die Wirkung des Bolus längst nicht herankommen. Dies hängt zweifellos mit den
besonderen physikalischen Eigenschaften des Bolus zusammen. Im Gegensatz zu Kaolin
u. dgl., die kryptokristallinisch sind, ist nämlich der Bolus amorph. Ferner besteht
ein charakteristischer Unterschied insofern, als im Gegensatz zu Kaolin, Pfeifenerde,
Töpferton, bei denen hohe Plastizität nicht allein vorhanden, sondern überdies aus
technischen Gründen erwünscht ist, Bolus im feuchten Zustande sehr wenig plastisch
ist.
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Die Unterschiede zwischen Bolus einerseits, Kaolin, Pfeifenerde usw.
andererseits, machen sich bei gleicher Zusatzmenge zu ein und derselben Natriumbicarbonatmischung
bezüglich der Rieselfähigkeit bereits bei gewöhnlicher Temperatur sofort sehr sinnfällig
bemerkbar.
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Veisezt man z. B. drei gleiche Mischungen, die je zu zwei Drittel
aus Natriumbicarbonat feinster im Handel noch üblicher Mahlung und einem Drittel
der feinsten im Handel noch üblichen körnigen Ware besteht, für sich mit je 5 °/o
Bolus, Kaolin und Pfeifenerde und läßt diese drei Gemische in bestimmter Menge unter
möglichst gleichen Bedingungen durch ein und denselben Trichter rieseln, so sind
hierzu bei Boluszusatz wesentlich kürzere Zeiten erforderlich. Auch kommt es nicht
zu Überbrückungen des Pulvers im Trichter, die das Durchrieseln völlig verhindern.
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Benötigen z. B. Zoo g Pulver mit Boluszusatz zum Durchrieseln eines
Trichters von 97 mm oberem Durchmesser, 86 mm Seitenlänge des Kegels,
103 min Länge des Trichterrohres von 5,z mm lichtem Durchmesser in'i Mittel
46 Sekunden, ohne das irgendwie ein Nachrütteln des Trichters erforderlich war,
so benötigen aoo g der mit KaoUn, Pfeifenerde oder Töpferton hergestellten Pulver
beziehentlich Mittelwerte von 67, 75 und, 7 3 Sekunden. Hierbei mußte dann schon
der Trichter während des Durchrieselns bis zu elfmal nachgerüttelt werden, um nach
eingetretener Überbrückung und damit Abreißen der abrieselnden Pulversäule im Trichterrohr
das Weiterrieseln herbeizuführen.
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Bei einem Trichter mit engerem Durchlas machen sich die Unterschiede
noch stärker bemerkbar. Wendet man Sog bei einem Trichter von 41 mm oberen Durchmesser,
33 mm Seitenlänge des Kegels, 43 min Länge des
Ablaufrohres von
2,5 mm lichten Durchmesser an, so benötigt Boluspulver im Mittel .44. Sekunden,
Kaolinpulver 75 Sekunden, die übrigen Gemische 88 bzw. 82 Sekunden.
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Abgesehen von der erhöhten Rieselfähigkeit bei gewöhnlicher Temperatur
macht sich auch noch der Zusatz des Bolus auf die Haltbarkeit des Pulvers bei höherer
Temperatur überdies vorteilhaft bemerkbar. Erhitzt man derartige Pulver in gleichartigen
geschlossenen Gefäßen im Wasserbad längere Zeit auf 55 bis 6o°, so wird das Natriumbicarbonatgemisch
allein infolge Verdampfung und Wiederkondensation von Wasser sofort, sehr rasch
ballig und klumpig. Diese Erscheinung ist bei Zusatz von Kaolin, Pfeifenerde, Töpferton
bereits weniger ausgeprägt, genügt aber doch schon, uni die Rieselfähigkeit lotternd
u ngiinstig zu beeinflussen. Bei Boluszusatz bleibt das Pulver völlig rieselfähig
und ist von einem solchen, welches nicht erhitzt worden ist, nicht zu unterscheiden.
Hier macht sich die besonders niedrige Plastizität des Bolus vorteilhaft bemerkbar.
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Die erhöhte Rieselfähigkeit des Boluspulvers gegenüber den anderen
läßt sich sinnfällig daran erkennen, daß das Boluspulver wesentlich flachere Schüttwinkel
als die später zusammengeballten anderen Pulver ergibt.
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Man kann die Rieselfähigkeit des Löschpulvers auch noch durch bestimmte
Auswahl der Körnung des Bicarbonats beeinflussen. Man braucht nicht ausschließlich
'mehliges Natriumbicarbonat zu verwenden, sondern kann auch körnigere Sorten mitverwenden.
Gegebenenfalls kann eine weitere Beeinflussung der Rieselfähigkeit auch noch durchBeigabe
von Bimssteinpulver o. dgl. erfolgen. Es soll aber ein möglichst feinkörniges Natriumbicarbonatvorwiegend
im Löschpulvergemisch zur Verwendung gelangen.
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Ausführungsbeispiel 6o °j, Natriumbicarbonat feinster im Handel noch
üblicher Mahlung, 30 % feinsten im Handel noch üblichen körnigen Natriumbicarbonats,
511, Bolus, 5111, Bimssteinpulver.
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Je nach den angewandten Mengen weißer oder roter Boltts lassen sich
beliebige Farbtöne des Pulvers erzielen.