DE65953C - Verschlufs-Einrichtung für Schnellfeuergeschütze, bei welchen das Oeffnen des Verschlusses durch den Druck der Pulvergase auf einen mit demselben in Verbindung stehenden Kolben erfolgt - Google Patents

Verschlufs-Einrichtung für Schnellfeuergeschütze, bei welchen das Oeffnen des Verschlusses durch den Druck der Pulvergase auf einen mit demselben in Verbindung stehenden Kolben erfolgt

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DE65953C
DE65953C DENDAT65953D DE65953DA DE65953C DE 65953 C DE65953 C DE 65953C DE NDAT65953 D DENDAT65953 D DE NDAT65953D DE 65953D A DE65953D A DE 65953DA DE 65953 C DE65953 C DE 65953C
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A. ODKOLEK Freiherr VON AVGBZD, K. u. K. Rittmeister in Wien
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
erfolgt.
Die Erfindung betrifft Neuerungen an dem durch das Patent No. 57505 geschützten Schnellfeuergeschütz, welche den Zweck haben, eine tadellose Wirkungsweise des Mechanismus zu sichern und zu ermöglichen, dafs die Waffe im Schulteranschlag gehandhabt und leicht befördert werden kann.
Der Verschlufs wird anstatt durch das im Patent No. 57505 beschriebene drehbare sectorartige Verschlufsstück D1 durch ein am Verschlufskolben drehbares Gelenk (ähnlich wie bei dem seit dem Jahre 1883 bekannten Elliot-Colt-Gewehr) bewirkt, welches durch die durch den Druck der Pulvergase veranlafste Verschiebung der Kolbenstange entriegelt und bei dem durch Federkraft bewirkten Vorschieben der Kolbenstange und Schliefsen des Verschlusses in dem Verschlufsgehäuse verriegelt wird.
Der Schlagbolzen ist mit der Kolbenstange derart gekuppelt, dafs der Abfeuerungsmechanismus blos aus dem Schlagbolzen besteht und dieser im Verschlufskolben ohne Anwendung einer Feder bis zum Augenblick des Abfeuerns in zurückgezogener Stellung erhalten wird.
Statt des im Haupt - Patent beschriebenen Patronenzuführungsmechanismus wird ein unter Federdruck stehendes Rückersystem angewendet, welches das Patronenband quer durch das Verschlufsgehäiise ruckweise nach abwärts weiterbewegt und durch den Hebel bethätigt wird, der bei der Verschiebung der Kolbenstange nach rückwärts die den Verschlufs schliefsende Feder spannt.
Das Verschlufsgehäuse ist mit Ausnahme der Patroneneintritts- und Auswurföffhung vollkommen abgeschlossen, und Verschlufs und Kolbenstange sind durch eine Rückstofsachse, welche zugleich zur Befestigung des Kolbenschuhes dient, gesichert.
Der Abzug und der Handgriff zum Oeffnen des Verschlusses sind der bequemen Handhabung wegen nach vorn verlegt.
In den beiliegenden Zeichnungen sind die den Gegenstand der Erfindung bildenden Neuerungen dargestellt.
Fig. 1 ist eine Seitenansicht,
Fig. 2 eine Oberansicht und
Fig. 3 eine Rückansicht des Schnellfeuergeschützes.
Fig. 4 ist eine linke Seitenansicht des Verschlufs- und Hebelgehäuses.
Die Fig. 5 und 6 zeigen den gesammten Mechanismus des Schnellfeuergeschützes ohne Lauf und Cylinder bei geschlossenem und bei offenem Verschlufs.
Fig. 7 zeigt das Verschlufsgehäuse in waagrechtem Längenschnitt.
Die Fig. 8 und 9 sind Querschnitte nach den Linien x-x und χι-χλ in Fig. 5.
Fig. ι ο ist ein Querschnitt bei mittlerer Stellung des Hebels nach der Linie x2-x'2 in Fig. 6.
Die Fig. 11 und 12 sind Sonderdarstellungen des Zubringers (Rückers).
Die Fig. 13 bis 16 veranschaulichen Längen- und Querschnitte des Laufes sammt Cylinder und Kolbenstange, und zwar mit feststehendem und abnehmbarem Cylinder.
Fig. 17 zeigt das Vorderende einer Kolbenstange besonderer Art.
i Die Fig. 18 und 19 zeigen die Vorderenden von Kolbenstangen (Kolbenkopf) in gröfserem Mafsstabe.
Fig. 20 stellt einen Theil des Verschlufsgehäuses in waagrechtem Schnitt dar, welcher für den Durchlafs des Patronenbandes eingerichtet ist, auf dem die Patronen mittelst fester Ringe oder Klammern befestigt sind.
Die Fig. 21 bis 23 zeigen andere Befestigungsarten der Patronen auf dem Patronenbande.
Wie aus Fig. 5 und 6 ersichtlich, wird der Verschlufs durch ein am Hinterende des Verschlufskolbens A drehbares Verschlufsgelenk B (ähnlich wie' am Elliot-CoIt-Gewehr) bewirkt, welches sich auf im Verschlufsgehäuse C eingesetzte gehärtete Stahfbacken c, Fig. 7 und 8, stützt, die durch seitlich eingeschobene Schieber c1 festgehalten werden.
Die Verriegelung des Verschlufsgelenkes B erfolgt bei geschlossenem Verschlufs durch eine an der im Verschlufsgehäuse C geführten Kolbenstange D angebrachte Nase d, welche mit seitlichen Führungsleisten rf1 versehen ist, die in die Führungsnuthen c2 eingreifen, in welchen der Verschlufskolben A mit seinen seitlichen Führungsleisten a, Fig. 9, geführt wird.
Die Verriegelung wird dadurch bewirkt, dafs die untere waagrechte Fläche der Kolbenstangennase d sich über eine Fläche des Verschlufsgelenkes B hinwegschiebt, und die Warze d2 am oberen Ende der Nase d in eine Ausnehmung des Verschlufskolbenendes eindringt, welch letzteres durch das Verschlufsgehäuse gehindert wird, nach oben auszuweichen. Wird die Kolbenstange D durch die beim Abfeuern aus dem Lauf E durch den Kanal e, Fig. 1, in den Cylinder F eintretenden Gase nach rückwärts geschleudert, so giebt die Nase d das Verschlufsgelenk B frei; dieses bleibt jedoch so lange in der Stützlage, bis der Ansatz dB der Kolbenstange sich unter die Nase b des Verschlufsgelenkes schiebt, wodurch letzteres ausgehoben wird.
Bei der Verschiebung der Kolbenstange D nach rückwärts wird der Schlagbolzen G, da er mit einer Nase an seinem ,Hinterende zwischen den Kolbenstangenansatz d* und einen Ansatz i5 desselben hineinragt und dadurch mit der Kolbenstange gekuppelt ist, von dieser letzteren mitgenommen und zurückgezogen, worauf nach Entriegelung des Verschlufsgelenkes B der in den Verschlufskolben hineinreichende Ansatz rf4 an diesen anstöfst und ihn in dem Augenblick zurückzuziehen beginnt, in welchem das Gelenk B mit der Warze b1 vor die Warze d% der Kolbenstangennase d gehoben ist. Die Theile d B d* und G bilden dann mit dem Verschlufskolben und der Kolbenstange ein starres Ganze, demzufolge der erstere der Bewegung der Kolbenstange folgen mufs.
Mit dem Oeffnen des] Verschlusses erfolgt auch das Spannen einer Feder K, welche, wie im Haupt-Patent beschrieben, in einem vom Verschlufsgehäuse abnehmbaren Hebelgehäuse L auf einen in die Kolbenstange eingreifenden Hebel / wirkt. Als Feder eignet sich eine Winkelfeder, welche lose zwischen dem Hebelzapfen Z1 und dem Hebelgehäuse eingesetzt ist.
Um den Hebel / stets in günstigem Eingriff mit der Kolbenstange D zu erhalten, ist das obere Ende des Hebels bogenförmig gestaltet und in den Schlitz der Kolbenstange eine besondere Backe d8, . Fig. 5 , eingesetzt, deren Höhe gröfser ist als der Durchmesser der Kolbenstange, so dafs dem Hebelende stets eine genügende Angriffsfläche dargeboten wird.
Der Verschlufs wird in geöffneter Stellung durch den im vorderen Theil des Verschlufsgehäuses angeordneten Abzugstollen m erhalten, welcher in die Rast d9, Fig. 6, der Kolbenstange eingreift. Zur Abgabe eines Schusses wird der Abzughebel M kurz ausgelöst, während er, wenn mehrere Schüsse hinter einander oder Schnellfeuer abgegeben werden sollen, dauernd ausgelöst erhalten wird. Das Schliefsen des Verschlusses erfolgt durch die Kraft der Feder K. Hierbei wird der Verschlufskolben A durch die auf das Verschlufsgelenk B drückende Kolbenstangennase d und deren Warze d'2 vorgeschoben, und die waagrechten Führungsflächen c10, Fig. 7, des Verschlufsgehäuses verhindern so lange ein Ausweichen des Gelenkes, bis der Verschlufs vollkommen geschlossen ist.
Dadurch, dafs hierauf die Warze d2 der Kolbenstangennase d an der Verschlufsgelenkwarze b' abgleitet, wird das Verschlufsgelenk B gegen die Verschlufsbacken c gesenkt, worauf durch Einschieben der Nase d in das Verschlufsgelenk in der früher angegebenen Weise die Verriegelung des Verschlusses erfolgt.
Bei Beginn des Verriegeins wird auch der Schlagbolzen G, welcher bis dahin in der zurückgezogenen Lage (Fig. 6) durch den Ansatz ds der Kolbenstange gehalten wird, vorbewegt, indem der Kolbenstangenansatz d* auf den Schlagbolzen drückt und diesen auf das Zündhütchen der Patrone schlägt. Hieraus ergiebt sich auch, dafs die Zündung einer Patrone beim Einführen in den Laderaum gänzlich ausgeschlossen ist und ein Schufs erst dann abgegeben werden kann, wenn der Verschlufs-
kolben vollkommen an den Laderaum anschliefst.
Das Oeffnen des Verschlusses von Hand aus wird anstatt durch den im Patent No. 57505 beschriebenen Drücker ei durch einen im vorderen Theil der Kolbenstange vor dem Abzug eingeschobenen Griff de bewirkt, der durch einen Stift if7 gesichert ist und zur Verschiebung der Kolbenstange dient. Das Ausziehen und Auswerfen der Hülse beim Oeffnen des Verschlusses erfolgt durch eine rechtsseitig am Gehäuse angebrachte Auswurföffnung c11, Fig. ι und ι ο, mittelst eines Patronenziehers. und Auswerfers bekannter Art.
In der Bewegungsrichtung der Kolbenstange D und des Verschlusses nach rückwärts ist das Verschlufsgehäuse durch eine Querachse H (Rückstofsachse) abgeschlossen, welche zugleich zur Befestigung des Kolbenschuhes / dient. Dieser Kolbenschuh kann vorteilhaft mit einem gekrümmten Arm i, Fig. 1, versehen sein, welcher das Halten der Waffe im Schulteranschlag erleichtert. Zur Begrenzung des Rücklaufes und Abschwächung des Stofses der Kolbenstange D ist zwischen dieser unter der Querachse H ein elastischer oder federnder Buffer J in die Kolbenstangenführung c3 eingesetzt.
Die selbsttätige Zuführung der Patronen erfolgt mittelst eines zwischen dem Verschlufskolben A und der Kolbenstange (Fig. 10) quer durch das Verschlufsgehäuse hindurchgeführten Patronenbandes N, und zwar durch eine Rückervorrichtung, welche das Band nach jedesmaligem Oeffnen des Verschlusses um eine Patrone ruckweise weiterbewegt.
Diese Rückervorrichtung besteht aus einer an der rechten Seite des Hebel- und Verschlufsgehäuses mittelst der in einer prismatischen Führung geführten Stange P auf- und abschiebbaren Platte O und aus einer am Verschlufsgehäuse um ein Scharnier r drehbaren Klappe R, welch letztere den Schlitz ce des Verschlufsgehäuses, durch welchen das eingeführte Patronenband hindurchgeschoben wird,· sowie die zur Führung desselben dienende Walze q und die Platte O sammt ihrer Führung derart überdeckt (Fig. 1, 7 und 10), dafs das aus dem Verschlufsgehäuse herausgezogene Bandende zwischen die Platte O und die Klappe R zu liegen kommt.
In die Klappe R und die Platte O sind eine Anzahl mit gekrümmten Zähnen s versehener Schienen S, Fig. 10, 11 und 12, eingesetzt, welche federn, so dafs die Zähne s in das zwischenliegende Patronenband sich einpressen (Fig. 11), wenn die Klappe R durch den am Verschlufsgehäuse drehbaren Hebel r1. Fig. 1 und 7, geschlossen wird.
Die Verschiebung der Platte O nach aufwärts wird durch den von der Kolbenstange D beim Oeffnen des Verschlusses zurückgedrehten Hebel / und deren Abwärtsverschiebung durch eine Feder p1 bewirkt; zu diesem Zwecke ist der Hebel / mit einem Arm /e versehen, über welchem bei geschlossenem Verschlufs ein in die Stange P eingesetzter, durch eine Feder herausgedrückter Zahn pe zu stehen kommt. Die Feder p1 ist in eine cylindrische Hülse I* des Hebelgehäuses eingelegt und stützt sich einerseits auf den am unteren Ende der Stange P angebrachten, in die Hülse /4 hineinreichenden Ansatz ρ und andererseits gegen eine Mutter p2, die auf dem Ende eines durch den Ansatz ρ hindurchgehenden Bolzens p3 aufgeschraubt und in dem Schlitz /5 der Hülse Z4 derart geführt ist, dafs eine Drehung der Mutter nicht stattfinden kann.
Der Kopf p* des Schraubenbolzens p3 findet aufsen am Hebelgehäuse L eine Stützung, und eine in den Kopf eintretende Warze oder ein Stift ph verhindert eine Drehung des Bolzens. Die Feder pl ist bestrebt, die Stange P sammt der Platte O in der in Fig. 5 dargestellten Lage zu erhalten, wobei die Spannung der Feder durch Einschrauben des Bolzens p3 in die Mutter p'2 beliebig geregelt werden kann. Zu diesem Zwecke kann der Bolzen so weit aus dem Hebelgehäuse herausgedrückt werden, dafs der Stift ps aufser Eingriff mit dem Bolzenkopf kommt, worauf die Drehung des Bolzens vorgenommen werden kann.
Wird durch die Kolbenstange D der Hebel I aus der Lage Fig. 5 in die Lage Fig. 6 gedreht, so schiebt der Arm Z6 desselben dadurch, dafs er auf den Zahn p6 der Stange P drückt, letztere sammt der Platte O nach aufwärts, wobei die Feder pl gespannt wird und die Zähne s in der (geschlossenen) Klappe R verhindern, dafs das Band von der Platte nach aufwärts mitgenommen wird.
Ist der Verschlufs geöffnet (Fig. 6), so gelangt der Arm /6 des Hebels mit dem Zahn p6 der Stange P aufser Eingriff und letztere wird sammt der Platte O durch die Feder pl nach abwärts geschnellt; hierbei erfassen die Zähne 5 das Band und ziehen dasselbe nach abwärts.
Beim Schliefsen des Verschlusses drückt der Arm /e des Hebels / den Zahn pe der Schiene zurück, welcher sodann wieder über den Arm Is herausschnellt.
Das Zuführen der Patronen erfolgt, wie bereits erwähnt, zwischen dem Verschlufskolben A und der Kolbenstange D, Fig. 10, quer durch das Verschlufsgehäuse C, wodurch ein vollständiges Abschliefsen des Verschlufsgehäuses nach oben ermöglicht wird.
Das Band N, an welchem die Patronen neben einander je an zwei Stellen befestigt sind, wird von links durch die Oefmung c5 im Verschlufsgehäuse eingeführt, durch den nur den Durchgang des Bandes gestattenden Schlitz c6
auf der rechten Seite desselben gezogen und neben dem Hebelgehäuse L zwischen der Platte O und der Klappe R nach abwärts geführt (Fig. ι, 3 und ι o). Die Fortsetzung des Schlitzes c6 wird durch ein im Verschlufsgehäuse eingesetztes Messer c7 gebildet, welches an dem das Widerlager für die Patrone bildenden Steg c8 des Verschlufsgehäuses festgenietet ist (Fig. 7 und io).
Das Messer c7 reicht rückwärts nicht bis an das Verschlufsgehäuse. heran und ist im vorderen Theil mit einem Spalte9, Fig. 7, .versehen, so dafs es sich ungehindert zwischen der Patrone und dem Band innerhalb der beiden Befestigungsstellen einschieben kann.
Die Befestigung der zu dem Ende vortheilhaft mit eingefräster Wulstnuth hergestellten Patronen (Sickenpatronen) erfolgt entweder, wie Fig. 21 zeigt, durch Annähen mittelst Bindfadens n, indem der Faden η in die Wulstnuth und um den eingezogenen Vordertheil gelegt und am Band festgenäht wird, oder, wie in Fig. 22, durch angenähte, in der Mitte durchschnittene Drahtringe n1 oder aber, wie in Fig. 23, durch angenähte oder angenietete Klammern n2, von welchen die rückwärtige Klammer einen aufgebogenen Lappen n3 besitzt, welcher das Herausschieben der Patrone nach rückwärts verhindert. Für den Durchlafs der Ringe nl oder Klammern «2 müssen, wie aus Fig. 20 zu ersehen ist, in der Klappe R Nuthen r2 angebracht werden, und der Steg c8, sowie das Messer c7 für die Anlehnung der Patrone werden yortheilhaft mit der Klappe vereinigt.
Durch die früher beschriebene Rückervorrichtung wird bei geöffnetem Verschlufs immer eine Patrone vor den Verschlufskolben und Laderaum gebracht. Schnellt nun. der Verschlufskolben durch die Kraft der Feder K vor, so werden die in das Messer c7 eingreifenden Patronenbefestigungsfäden n, Fig. 21, abgesprengt und die Patrone in den Laderaum eingeschoben; bei der in Fig. 22 und 23 dargestellten Befestigungsart wird die Patrone aus den Ringen n1 oder Klammern n2 heraus und in den Laderaum geschoben. Ein seitliches Ausweichen der Patrone wird durch den Steg c8 des Verschlufsgehäuses und die nächstfolgende, am Band befestigte Patrone verhindert.
Falls ein ungenügendes Zuführen der Patronen eintreten bezw. eine vollkommene Verschiebung der Platte O seitens der Feder pl nicht stattfinden sollte, ist die Einrichtung getroffen, dafs das Herabbewegen der Stange P sammt Platte zwangsweise durch den Hebel Z bewirkt wird. Zu diesem Zwecke ist am Hebelgehäuse L ein Hebel T drehbar, welcher durch eine Feder t, Fig. 5, über einem Ansatz p1 der Stange P erhalten wird. Gelangt der Hebel Z in seine äufserste Stellung nach rückwärts, so schlägt er auf eine Warze i1 des Hebels T, wodurch das Vorderende desselben nach abwärts geschwenkt und, wenn die Stange P zurückgeblieben sein sollte, diese mit herabgedrückt wird.
Zum Transport der PatrOnenbänder N dienen cylindrische Trommeln U, Fig. 2 und 3, in deren geschlitzte Achse u das Ende des Patronenbandes eingeschoben wird, worauf durch Drehen der Achse mittelst der Kurbel u\ welche federnd gegen die äufsere Trommelwand drückt und zugleich als Bremse dient, das Aufwickeln des Bandes um die Trommelachse bewerkstelligt wird. Die Oeffhung im Umfang der Trommel für den Ein- und Austritt des Patronenbandes wird durch eine um ein Scharnier w2 drehbare Klappe w3, Fig. 3, geschlossen. Beim Schiefsen wird die Trommel U mit einer seitlichen Lasche M4 auf einem seitlich an der Deckplatte /7 des Hebelgehäuses L, Fig. 3 und 4, befindlichen Zapfen /8 aufgehängt, wobei die geöffnete und gegen das Verschlufsgehäuse zu umgelegte Klappe u% das in das Verschlufsgehäuse eingezogene Patronenband führt (Fig. 2 und 3).
Wie in Fig. 3 durch punktirte Linien dargestellt ist, kann die Patronenband-Trommel, statt seitlich, auch unterhalb am Hebelgehäuse angehakt werden.
Weitere Neuerungen betreffen den Cylinder F und den Kolben bezw. die Kolbenstange jD.
Der Cylinder wird vortheilhaft mit dem Lauf aus einem Stück hergestellt (Fig. 13 und 14); bei dieser Anordnung wird das für das Einbohren des Kanales e nothwendige Loch durch einen eingeschliffenen oder aus Kupfer hergestellten Kegel f verschlossen, welcher durch einen eingeschobenen Keil/1 festgehalten wird.
Der Cylinder kann auch, wie aus Fig. 15 und 16 zu ersehen ist, abnehmbar sein, in welchem Falle er mit einer kegelförmigen, auf den Lauf eingeschliffenen Hülse f'1 versehen ist, wobei zum Festhalten des Cylinders eine auf das Laufvorderende aufgeschraubte Mutter e1 benutzt wird, während ein zwischen Lauf und Hülse eingesteckter Keil/3 den Cylinder gegen seitliche Verdrehung sichert.
Dadurch, dafs das Loch/4 für die Kanalbohrung e im Cylinder in die Hülse /2 von oben eingebohrt ist, werden besondere Mittel zum Verschliefsen der Anbohrung entbehrlich, indem die Bohrung /4 durch den Lauf selbst abgeschlossen wird. Vortheilhaft kann das Korn f° an der Hülse /2 angebracht werden.
Um die freie Beweglichkeit der Kolbenstange D im Cylinder F trotz der in den Cylinder eintretenden Gase selbst bei länger fortgesetztem Schnellfeuer in keiner Weise zu behindern, ist das Vorderende der Kolbenstange (Fig. 18 und 19) mit einer ogivalen Ausbohrung d10 versehen', wodurch das Vorderende einen scharfen Rand erhält. Hinter diesem '

Claims (3)

Rand sind eine oder mehrere Ringnuthen d11 eingeschnitten, deren Ränder mit schräg gegen einander stehenden zahnartigen Einfräsungen d15 versehen sind. Um die Reibung der Kolbenstange zu vermindern und einen Raum für die Ablagerung der Gasrückstände zu schaffen, ist das Kolbenstangenvorderende mit Längseinfräsungen d12, Fig. 13 und 14, versehen. Derselbe Zweck wird auch erreicht, wenn man der Kolbenstange hinter dem Vorderende einen geringeren Durchmesser di3 giebt (Fig. 15) oder in dasselbe steilgängige Schraubennuthen dli, Fig. 17, einschneidet. Um ein schnelles Zerlegen der Waffe zu ermöglichen, sind die beiden Bolzen Z3 und Z9 zum Festhalten des Hebelgehäuses L und die Querachse H nur eingeschoben und werden durch federnde, in das Verschlufsgehäuse einschnappende Nasen verhindert, herauszufallen. Damit der Abzughebel M beim Herausnehmen des Bolzens /3 sich vom Hebelgehäuse L nicht trennen kann, ist derselbe zunächst seines Drehpunktes über die Lasche P des Hebelgehäuses, welche sich zwischen die Backen c4, Fig. 8, des Verschlufsgehäuses einschiebt, gabelförmig aufgesteckt und mittelst eines hohlen Bolzens m1 festgehalten, durch welchen der Bolzen Z3 hindurchgeht. Das Einschnappen des Abzugstollens m in die Kolbenstange wird durch eine im Hebelgehäuse eingesetzte, auf den Abzughebel drückende Feder m2 bewirkt, über welche eine Hülse m3 gesteckt ist. Die Verschlufsgehäusedeckkappe V wird vortheilhaft mit dem Kolbenschuh / vereinigt und greift mit seitlichen Lappen v, Fig. 1, in Ausschnitte c1'2, Fig. 4, des Verschlufsgehäuses ein, wobei diese Kappe die Verschlufsbackenschieber cl überdeckt, so dafs ein Herausschieben der letzteren nicht stattfinden kann. Nach dem Herausschieben der Querachse H kann die Kappe V sammt dem Kolbenschuh abgenommen werden. Sind die Bolzen Z3/9 des Hebelgehäuses herausgenommen, so kann nach dem Abheben des Hebelgehäuses L und Entfernen des Griffes d6 die Kolbenstange sammt dem Verschlufskolben aus dem Verschlufsgehäuse gezogen werden. Das Innere des Hebelgehäuses L wird nach dem Herausschieben der durch seitliche Lappen Z10, Fig. 4, gehaltenen Deckplatte Z7, welche auch durch theilweises Ueberdecken des Hebelbolzenkopfes das Herausfallen des Hebelbolzens Z11 sichert, zugänglich. Der Lauf E wird durch einen senkrecht zur Laufachse in einen Ansatz c13, Fig. 5, des Verschlufsgehäusekopfes eingeschobenen Keil e2 gegen Verdrehungen gesichert. Zum bequemen Halten der Waffe im Schulteranschlag bei knieender Stellung dient ein zusammenlegbarer Ständer, welcher vortheilhaft am Hebelgehäuse L drehbar ist. Der Ständer besteht aus zwei um ein Scharnier #>, Fig. 3, aus einander klappbaren Stützen W, welche zusammengelegt und gegen den Lauf umgeklappt werden, wenn die Waffe aufser Gebrauch ist (Fig. 1). Beim Gebrauch werden die beiden Stützen, welche mit ihrem oberen gemeinschaftlichen Ende wl um einen Bolzen n>'2, Fig. 5, in einem im Hebelgehäuseansatz Z12 drehbaren Kopf n>% schwenkbar gelagert sind, nach abwärts geschwenkt; hierbei tritt das flache Ende»"1 der Stützen aus dem Spalt Z13 des Hebelgehäuseansatzes heraus und legt sich in den Kopf w% ein, worauf der Ständer um 900 herumgedreht wird, so dafs die aus einander geklappten Stützen die in Fig. 3 gezeigte Stellung einnehmen, in welcher sie durch einen Splint w^ gehalten werden, der von der einen Stütze in die andere eingeschoben wird. Infolge der drehbaren Lagerung des Kopfes w% im Hebelgehäuse kann die Waffe zur Beschiefsung langer Fronten für jede, erforderliche Längenstreuung gedreht werden, während die gewünschte Elevation durch Vor- und Zurückneigen der Waffe um die Ständerstützpunkte gegeben werden kann. Selbstverständlich könnte der Ständer mit seinem drehbaren Kopf auch am Laufvorderende angebracht werden. Pateντ-Ansprüche:
1. Eine Ausführungsform des durch Patent No. 5 7 5 ο 5 geschützten Schnellfeuergeschützes, dadurch gekennzeichnet, dafs:
a) an Stelle des Sperrstückes D1 ein am Verschlufskolben drehbares Gelenk B zur Verwendung kommt, welches beim Schliefsen des Verschlusses durch eine an der Nase d der Kolbenstange an-
■ gebrachte Warze d2 gegen Backen c des Verschlufsgehäuses herabgedreht und durch Ueberschieben der Nase d verriegelt wird, während das Ausheben des Gelenkes beim Zurückbewegen der Kolbenstange mittelst eines auf eine Nase b des Gelenkes B wirkenden Ansatzes d& erfolgt, worauf ein Ansatz di der Kolbenstange den Verschlufskolben erfafst und zurückschiebt; .
b) der Ansatz c2 der Kolbenstange durch zwei Ansätze d* und db ersetzt wird, von welchen der erstere das Vorschnellen und der letztere das Zurückziehen des Schlagbolzens in dem Verschlufskolben bewirkt.
2. An dem unter 1. gekennzeichneten Schnellfeuergeschütz :
a) eine auf- und abgehende Transportplatte O und eine Klappe JR, welche Theile mittelst federnder Zähne 5 in das die Patronen tragende Band ein-
greifen, wobei ein über der Austrittsöffnung des Bandes aus dem Verschlufsgehäuse angebrachtes, den Durchgang des Bandes gestattendes Messer c1 die Patronen von dem Band loslöst;
b) eine die Platte O herabziehende Feder p\ welche durch einen Arm Z6 des beim Zurückschieben der Kolbenstange auf einen beweglichen Zahn ^?6 des Plattenträgers P wirkenden Hebels I gespannt und bei geöffnetem Verschlufs ausgelöst wird;
c) ein zum zwangläufigen Herabbewegen der Platte O bestimmter Hebel T, der auf den Plattenträger P wirkt, wenn der Hebel / in seiner äufsersten Stellung auf einen Ansatz des Hebels T trifft und letzteren herabschwenkt;
d) eine Kolbenstange D mit ogival ausgehöhltem Vorderende und einer mit schräg stehenden Zahneinschnitten versehenen Ringnuth, sowie Längseinfräsungen d1'2 oder einer cylindrischen Abdrehung d 13 oder schraubenartigen Einfräsungen dli;
e) eine am Hinterende des Verschlufsgehäuses hindurchgehende Querachse H mit dem Buffer J und dem Kolbenschuh /, an welch letzterem die in Ausschnitte c12 des Gehäuses eingreifende Deckkappe V befestigt ist.
3. In Verbindung mit dem unter 1. gekennzeichneten Schnellfeuergeschütz:
a) Patronenbandtransporttrommeln U, um deren Achse das Band gewickelt wird und welche mittelst einer Lasche w4 ,seitlich oder unterhalb des Hebelgehäuses angehängt werden;
b) ein zusammenlegbarer, aus zwei drehbaren Stützen W bestehender Ständer, der in einen im Ansatz /I2 des Hebelgehäuses drehbaren Kopf wz drehbar eingesetzt ist, wobei Kopf w^ und Ansatz /12 geschlitzt sind, so dafs die zusammengelegten Stützen seitlich gegen den Lauf geklappt werden können.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
DENDAT65953D 1892-04-13 Verschlufs-Einrichtung für Schnellfeuergeschütze, bei welchen das Oeffnen des Verschlusses durch den Druck der Pulvergase auf einen mit demselben in Verbindung stehenden Kolben erfolgt Expired - Lifetime DE65953C (de)

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