DE66665C - Vorrichtung zur Regelung der Spannung j von elektrischen Stromerzeugermaschinen - Google Patents
Vorrichtung zur Regelung der Spannung j von elektrischen StromerzeugermaschinenInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die Erfindung betrifft diejenigen bei Stromerzeugermaschinen Anwendung findenden Regele)
, welche durch die Einwirkung des elektrischen Stromes in der Weise beeinflufst werden,
dafs sie die Spannung eines solchen Stromes bei jeder Aenderung im Zustande der durch
denselben betriebenen Leitung ändern.
Diese Vorrichtungen können bei Dynamomaschinen Anwendung finden, welche Leitungen
für die verschiedensten Zwecke speisen, sind aber besonders für Stromerzeugermaschinen
zum Betrieb von elektrischen Bogenlichtleitungen geeignet,- weshalb auch in vorliegender Beschreibung
diese Anwendungsweise als Beispiel angenommen ist.
Bekanntlich erfordert die Versorgung von einei oder zwei Bogenlichtlampen im Wesentlichen
die gleiche Anzahl Stromeinheiten (Ampere 1 wie die Versorgung von einem Dutzend
oder mehr solcher Lampen, während die erford;rliche Spannung im ersteren Fall eine
bei weitem geringere ist und, wenn sie nicht nach Mafsgabe der eintretenden Aenderungen
des Leitungswiderstandes u. dergl. jeweilig geändert
wird, grofsen Kraftverlust und eine Beschädigung der in die Leitung eingeschalteten
Vorrichtungen und der Maschine selbst, sowie auch Gefahren für Menschen und Eigenthum
2ur Folge haben kann.
D ;r Zweck dieser Vorrichtungen besteht nun darin, die Spannung des von der Dynamomaschine
erzeugten Stromes im Verhältnifs zu der von diesem verlangten Arbeitsleistung auf
selbstthätige Weise zu vermehren oder zu vermindern, so dafs jeder eine Aenderung der
Anzahl Stromeinheiten hervorrufende Wechsel im Widerstand oder in der Bewegungsgeschwindigkeit
des Ankers, sofern der Strom einmal für einen Stromkreis von gegebenem Widerstände eingerichtet ist, durch eine entsprechende
Aenderung der Spannungseinheiten durch den Regeler ausgeglichen und der Strom auf diese Weise selbstthätig den neuen Bedingungen
angepafst wird.
Diese Wirkung wird auf mehr oder minder wirksame Weise durch die verschiedensten Vorrichtungen
erzielt, von denen einige in der Weise wirken, dafs sie die Stellung der Stromwenderbürsten
verändern, während andere in den Stromkreis einen dem aufser Betrieb bleibenden Apparat entsprechenden Widerstand
einschalten, andere den Feldmagneten verändern, und wieder andere eine Aenderung
der Bewegungsgeschwindigkeit des Ankers bewirken.
Alle diese Vorrichtungen können aber nur mittelbar, d. h. durch die Thätigkeit derjenigen
Theile oder Anordnungen von Theilen zur Wirkung gelangen, mit denen sie zusammenzuarbeiten
bestimmt sind; aufserdem sind die bis jetzt gebräuchlichen derartigen Vorrichtungen
mehr oder minder verwickelt und dabei unzuverlässig in ihrer Wirkung, weil in allen Fällen die bewegende Kraft in mittelbarer
Weise durch von Federn beeinflufste Hebel durch Magnete und bewegliche Stromschlufstheile
übertragen wird, welche die Unsicherheit der Wirkung erhöhen.
Dagegen betrifft die vorliegende Erfindung einen für jede Dynamomaschine anwendbaren
Regeler, welcher den elektrischen Strom in jeder der bisher üblichen Arten zu beherrschen
und zu regeln im Stande ist und die Kraft ohne Anwendung von Hebeln oder gleichwerthigen
Mitteln unmittelbar auf die zu beeinflussenden oder zu bewegenden Theile zur
Wirkung bringt.
In den Zeichnungen stellt Fig. ι eine Vorderansicht
und Fig. 2 einen mittleren senkrechten Schnitt der Vorrichtung dar, während in Fig. 3
eine Dynamomaschine und ein mit dieser verbundener Regeler im Grundrifs gezeigt sind,
wobei die Regelung des Stromes dadurch bewirkt wird, dafs der Regeler die Stromwenderbürsten
beherrscht. Fig. 4 ist ein senkrechter Schnitt nach 4-4, Fig. 3. Fig. 5 verbildlicht
in schematischer Ansicht die Regelung des Stromes durch die Felder der Dynamomaschine,
während in der schematischen Ansicht (Fig. 6) der Strom durch Ein- oder Ausschalten von
Widerstand in den Leitungsstromkreis seitens des Regelers geregelt wird.
Der Regeler besteht aus einem Scheibenrad oder Ring A, welcher entweder mit einem besonderen
Zapfen oder mit einer Verlängerung der Muffe C, die vom Lager der Ankerwelle B
eingeschlossen wird, um das Rad nicht an der Drehung dieser Welle theilnehmen zu lassen,
und zwar concentrisch zu der Drehungsachse der Ankerwelle gelagert ist. :
An diesem Rad oder Ring sind mehrere nach innen zu strahlenförmig hervorstehende
Elektromagnete D angeordnet, welche in gleichen Entfernungen von der Radachse endigen,
und deren Wickelungen mit den Leitungsdrähten E1. des äufseren oder Leitungsstromkreises
so verbunden sind, dafs die Polaritäten der Magnete mit einander abwechseln.
Es hat demnach jeder der Magnete an jeder Seite einen Magnet entgegengesetzter Polarität,
derart, dafs, wenn der Pol des Magneten der Nordpol ist, die Pole der an jeder Seite desselben
befindlichen Magnete Südpole sind. Jeder Magnet wirkt mit den an jeder seiner Seiten
befindlichen Magneten so zusammen, dafs hinter einander ein gewöhnlicher zweipoliger
Elektromagnet gebildet und, wenn der Magnet vom Strom durchflossen wird, ein Anker angezogen
wird, und dafs, indem die sämmtlichen Spulen in den durch die Dynamomaschine gespeisten
Stromkreis eingeschaltet werden und einen Theil desselben bilden, der ganze durch
die Maschine erzeugte Strom durch die Spulen hindurchzufliefsen gezwungen wird und die
Elektromagnete erregt. Bei grofsen Maschinen, welche sehr starke Ströme erzeugen, kann auch
eine Nebenleitung angebracht und nur ein Theil des Stromes verwendet werden.
Im Innern der Elektromagnete sind eine Anzahl Anker E angeordnet, welche sich mit
dem Anker der Dynamomaschine drehen und in schneller Aufeinanderfolge an den Magneten
vorbeibewegen, wobei jeder Anker, einer nach dem anderen', der Einwirkung eines jeden
Magnetenpaares ausgesetzt wird.
Diese Anker bestehen zweckmäfsig aus kreisausschnittförmigen,
gewalzten Eisenstücken, welche ihrer Querschnittsform nach kammartig gestaltet sind, um der Luft Durchtritt zu gewähren
und dadurch kühl erhalten zu werden; dieselben sitzen auf einem auf der Ankerwelle
aufgekeilten und sich mit dieser zusammen drehenden Rad F, wobei der Durchmesser
dieses Rades so bemessen ist, dafs die von ihm getragenen Anker sich zwar dicht an den
Polen der sämmtlichen Magnete der Reihe nach vorbeibewegen, ohne indessen diese zu berühren.
Wenn demnach der Strom durchfielst, so werden die Elektromagnete erregt, wobei ihre
auf die sich schnell drehenden Anker ausgeübte Anziehung eine theilweise Drehung des
Elektrpmagnetenkranzes bewirkt, und zwar derart, dafs das Mafs dieser theilweisen Drehung
sich entsprechend der die Anziehungskraft der Magnete hinsichtlich der Anker erhöhenden
oder vermindernden Stromstärke verändert.
Diese theilweise Drehbewegung des Elektromagnetenkranzes A wird zur Einstellung der die
Spannung beherrschenden oder regelnden Vorrichtungen nutzbar gemacht, wobei zu dem
Zwecke, dem normalen Strom jede beliebige Spannung zu. geben, eine der theilweisen
Drehung des Ringes A entgegenwirkende Vorrichtung in Gestalt einer Feder oder des auf
dem an einer Seite des Elektromagnetkranzes A in strahlenförmiger Richtung herausragenden
Arm verschiebbaren Gewichtes G, Fig. 1, vorgesehen ist, wodurch die Anziehungskraft der
Magnete bei einem, beliebigen Anfangsstrom genau ausgeglichen und, soweit ihre Wirkung
auf das Rad hinsichtlich der dadurch beeinflufsten Vorrichtungen in Betracht kommt, aufgehoben
werden kann.
Nachdem das Gewicht so eingestellt worden ist, dafs die Anziehungskraft der Magnete aus7
geglichen ist, wird dieses Gleichgewicht, so lange der Widerstand im Leitungsstromkreise
und die Bewegungsgeschwindigkeit des Ankers dieselben bleiben, nicht gestört werden, da die
Stärke des von der Maschine erzeugten Stromes sich im wesentlichen gleich bleibt; sobald aber
eine Aenderung im Widerstände des Leitungsstromkreises eintritt, wobei die Bewegungsgeschwindigkeit des Ankers nicht verändert
wird, so wird, obgleich die Spannung des Stromes sich gleich bleibt, die Strommenge
eine Aenderung erfahren, wodurch eine entsprechende Zu- oder Abnahme in der Anziehung
der Elektromagnete des Regelers hervorgerufen wird, welche Zu- oder Abnahme genügt, um das Gleichgewicht zwischen dieser
Anziehung und dem Gegengewicht G zu stören, indem letzteres entweder überwunden und der
Elektrpmagnetkranz A nach einer Richtung
gedieht und die Regelungsvorrichtungen; im
Sinne einer Verminderung der Spannung des Stromes bewegt werden, oder indem die betreffende
Strommenge mit dem Gewicht zusani aienwirkt und den Elektromagnetkranz A in
entgegengesetzter Richtung: ,bewegen hilft, so
dafs sich die den Strom beherrschenden Vorrichtungen im Sinne einer Vermehrung der
Spa inung des Stromes bewegen. Es wird den nach jene Aenderung in der Stromstärke
ode- der Anzahl der Stromeinheiten, einerlei woc.urch diese Aenderung hervorgerufen wird,
fast in demselben Augenblick durch eine Aenderung der Spannung ausgeglichen, indem
der Ring A mit jeder Veränderung des Stromes eine neue Lage einnimmt und in jeder solchen
Lag2 durch das Gewicht G im Gleichgewicht erhalten wird, obgleich das Gewicht G dabei
so Lange aus seiner ursprünglichen Lage gehalten wird, bis der Widerstand wieder das
gewöhnliche Mafs des Anfangsstromes erreicht hat. Die Anzahl der Aenderungen in der Lage
des Elektromagnetkranzes ist eine unbegrenzte; diese Aenderungen können nach Mafsgabe der
fortgesetzt zu- oder abnehmenden Stromstärke infolge der wechselnden Bedingungen im Leitungsstromkreise
oder der wechselnden Bewegungsgeschwindigkeit des Ankers entweder hinler einander in derselben Richtung oder abwechselnd
in entgegengesetzten Richtungen auftreten, wobei der Regeler bei jeder Aenderung
der Stromstärke nachgiebt.
Wie bereits erwähnt, giebt es verschiedene Wege, um die Spannung des Stromes zu regeln
und zu verändern, zu welchem Zwecke die Bewegungen der vorliegenden Vorrichtung ausgenitzt
werden können.
So kann beispielsweise, wie in Fig. 3 und 4
gezeigt ist, der Elektromagnetrahmen A durch Stangen / mit dem die Stromwenderbürsten K
tragenden Joch J der Stromerzeugermaschine verbunden sein, so dafs die Bürsten an der
Dynamomaschine bei jeder Aenderung der Stromstärke nach dem neutralen Punkt zu
oder von demselben hinweg bewegt werden, je nachdem die Stromstärke zu- oder abnimmt,
wodurch dann eine entsprechende Aenderung in der Spannung des Stromes hervorgerufen
wird.
Soll die Regelung des Stromes durch Aenderunj der Stärke der Feldmagnete bewirkt werden,
so werden zwei Gruppen von Stromschlufsstücken L, Fig. 5, angeordnet, von denen
jede: durch Drähte M mit verschiedenen Theilen oder Wickelungen der Feldmagnetspulen verburden
sind, wobei die einzelnen Stücke jeder Grippe hinter einander von den auf dem Rahmen A sitzenden, von diesem aber isolirten,
beweglichen Stromschlufsstücken N berührt werden, die durch Drähte P mit den betreffenden Stromwenderbürsten O verbunden
sind.. Wenn sich der Rahmen A infolge einer Aenderung der Stromstärke bewegt, so bewegen
sich die an demselben befindlichen Stromschlufsstücke,
je nach der Drehungsrichtung des Rahmens, von einem Stromschlufsstück zum anderen und schalten dadurch eine
gröfsere oder geringere Anzahl Wickelungen oder Theile der Feldmagnete aus dem Stromkreis
aus oder in denselben ein, wodurch ebenso wie bei Aenderung der Lage der Stromwenderbürsten eine entsprechende Aenderung
in der Spannung des Stromes hervorgerufen wird.
: In Fig. 6 ist eine Anordnung verbildlicht, bei welcher durch ein auf dem Elektromagnetrahmen
sitzendes, von diesem aber isolirtes be-' wegliches Stromschlufsstück. Q, an welches der
Leitungsdraht angeschlossen ist, Widerstand in den Leitungsstromkreis eingeschaltet werden
kann, indem dieses Stück mit einer Reihe feststehender Stromschlufsstücke J? nach einander
in Berührung tritt, von denen jeder mit einer der unter einander verbundenen Widerstandsspulen α verbunden ist, wobei eine dieser
Widerstandsspulen mit dem Leitungsdraht T in Verbindung steht, ähnlich wie bei einem gewöhnlichen
Rheostat oder Widerstandskasten. - Wenn auch diese Anordnung nicht dazu dient, die Spannung nach Mafsgabe der Aenderungen
in der Stromstärke zu ändern, so erfüllt sie doch den gleichen Zweck, indem in den Leitungsstromkreis, entsprechend der Anzahl
der ausgeschalteten oder aufser Betrieb gesetzten Lampen oder anderen Apparate,
Widerstand eingeschaltet wird.
Es erhellt, dafs es ferner einem Sachverständigen leicht möglich sein wird, die Bewegungen
der beschriebenen Vorrichtungen in der Weise nutzbar zu machen, dafs durch dieselben
der Regeler der die Stromerzeugermaschine treibenden Maschine beeinflufst und
so durch Aenderung der Bewegungsgeschwindigkeit des Ankers die beabsichtigte Wirkung
erzielt wird, wie denn überhaupt diese mit jeder Aenderung in der Stromstärke eintretende
Bewegung des Rahmens A in jeder für eine solche Regelung des Stromes möglichen Weise
hierzu nutzbar gemacht werden kann.
Die Einzelheiten des die vorliegende Erfindung ausmachenden Gegenstandes lassen verschiedenerlei
Anordnungsweisen zu, welche innerhalb des Rahmens der Erfindung bleiben würden. So könnte die Anordnung in umgekehrter
Weise derart getroffen werden, dafs sich die Magnete drehen, während der Anker seinerseits unbeweglich ist. Eine andere naheliegende
Aenderung würde beispielsweise darin bestehen, dafs der Anker, statt auf der Innenseite
der Magnete, auf deren Aufsenseiten wirkt. Ferner brauchte weder der Anker noch der
Claims (1)
- Rahmen auf der Ankerwelle zu sitzen und von dieser ihren Antrieb zu erhalten, sondern die Theile könnten in irgend einer beliebigen anderen Weise gelagert und betrieben werden, so dafs sich der eine dieser Theile in der Nähe des anderen dreht.Patenτ-Anspruch:Vorrichtung zur Regelung der Spannung von elektrischen Stromerzeugermaschinen, dadurch gekennzeichnet, dafs zwischen einer Reihe in den Leitungsstromkreis oder einen Nebenschlufs desselben eingeschalteter Elektromagnete (D) von unter einander abwechselnder Polarität einerseits und einer Anzahl diesen gegenüber angeordneter, durch die Dynamomaschine zwangsläufig an den Elektromagneten vorbeibewegter Anker (E) andererseits eine nach Mafsgabe des wechselnden Widerstandes in der Leitung verschiedenartige Anziehung stattfindet, wodurch ein die Elektromagnete tragender Rahmen (A) die Wirkung einer dem normalen Leitungswiderstande entsprechend bemessenen Belastung mehr oder weniger überwindet, oder derselben nachgiebt und durch seine hierdurch hervorgerufene Bewegung den dem veränderten Widerstände entsprechenden Zustand wieder herstellt, wobei auch die Anordnung umgekehrt so getroffen sein kann, dafs der die Elektromagnete tragende Rahmen von der Dynamomaschine bewegt, dagegen das die Anker tragende Organ belastet und durch die Anziehung bethätigt wird.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| Country | Link |
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0
- DE DENDAT66665D patent/DE66665C/de not_active Expired - Lifetime
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