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Tiefbohranlage für alle gebräuchlichen Bohrverfahren Sogenannte Kombinationskräne
sind schon seit vielen Jahren bekannt. Meistens stellt ein solcher Kran eine Vereinigung
von Stoß-und Drehbohreinrichtungen dar, wo man bei Spülbohrkombinationen sehr oft
mit Stoßbohren beginnt und, wenn dieses seine wirtschaftliche Grenze erreicht hat,
zum anderen System übergehen muß. Bis dorthin kann aber der Systemwechsel jederzeit
erfolgen und jedes System im Dauerverfahren angewendet werden. Hierauf beruhen ganz
beson: ders die Einrichtungen für Aufschlußbohrungen, wo es auf Kernbohren ankommt.
In der Tiefe ist aber eine solche Einrichtung keine Kombination mehr, da die Anwendung
des einen Verfahrens (Stoßspülbohreri) nicht mehr möglich ist.
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Man muß demnach die echte und die unechte Kombination unterscheiden.
Die echte Kombination von Stoß- und Drehbohren muß die wahlweise Anwendung der in
der Kombination angegebenen Verfahren beliebig oft, im Dauerverfahren bis zu den
jeweiligen Reichweiten, gestatten, ohne daß jedesmal größere Umbauten der Einrichtung
nötig werden.
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Eine unechte Kombination liegt daher dann vor, wenn in größeren Tiefen,
wo die Anwendung des Spülstoßbohrens nicht mehr mÖglich ist, lediglich drehend gearbeitet
oder wenn ein Verfahren gar nicht im Dauerbetrieb angewendet werden kann, oder die
Anwendung mehrerer Verfahren jeweils einen größeren Umbau der Einrichtung erforderlich
macht. Diese unechten Kombinationen findet man daher sehr häufig, wenn das Trockenbohren
zu einer Spülbohrkombination hinzukommt. Da in vielen Ländern auf Grund gesetzlicher
Bestimmungen das 01 trocken angebohrt werden muß, wobei eine Vertiefung des Bohrloches
von höchstens a bis 3 m in Frage kommt, so ist die Ausbildung der Zusatzeinrichtung
bei diesen Geräten derart, daß die Fortsetzung des Trockenbohrens im Dauerbetrieb
wegen der fehlenden Schlämmeinrichtung unmöglich ist.
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Eine Trockenbohrung im Dauerbetrieb setzt immer eine Schlämmtrommel
voraus, weil man in einem Zuge höchstens z bis 3 m trocken bohren kann. Dann ist
der Bohrschmand so steif, daß das Bohrzeug seine Schlagkraft verliert. Man muß daher
den Schmand fördern. Hierzu hat man eine Schlämmeinrichtung nötig; wie man sie denn
auch bei allen wirklichen Trockenbohrapparaten vorfindet. Wird der Schmand nicht
entfernt,
so kann nicht weitergebohrt werden. Eine Trockenbohrung im Dauerbetrieb setzt aber
auch das Bohren in einem Bohrloch voraus, wo der Wasserspiegel nicht mehr ;,e:Is
. io m über Sohle stehen soll, da sons ede; Zweck und der Vorteil des Trockenbo@n$r
verlorengehen.
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Wenn man daher Anlagen findet, wo eine typische Spülbohranlage mit
einer Nachlaßschraube für Trockenbohren ausgerüstet ist, so ist das kein Trockenbohrapparat
im bohrtechnischen Sinne.
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Wenn nun auch Kombinationen von Drehbohren und Trockenbohren, z. B.
Rotory-Pennsylvanisch, bekannt sind, so fehlt aber noch eine Kombination, die außerdem
auch das Stoßspülbohren erlaubt, weil sehr oft der Fall eintritt, gerade Stoßspülbohrung
obenan mit großem Vorteil anzuwenden, etwa beim Durchbohren starker Findlinge im
Sandgebirge usw.
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Die bisherigen Mängel sollen nun durch die neue Anlage, die insbesondere
auch für wasserarme Gebiete geeignet ist, beseitigt werden. Dieselbe enthält alle
die Bestandteile, welche zur Daueranwendung der weiter unten aufgeführten Bohrverfahren
und Kombinationen nötig sind.
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Für das Trockenbohren in großen Teufen sind 3 Trommeln nötig; nämlich
für das Bohrseil, das Schlammseil und das Flaschen- -zugseil; für das Trockenbohren
nach pennsylvanischem und-kalifornischem System ist ein langer, in bestimmter Höhe
über dem Borflur gelagerter Schwengel erforderlich, während für untiefe Bohrungen
auch schwengellos trocken gebohrt werden kann. Für das Drehbohren ist eine Dreheinrichtung
vorgesehen, etwa ein Normaldrehtisch mit Vierkantstange und Einsätzen im Drehtisch,
sowie ein Schnellhebewerk. Für Seilschlag dient eine Wippe und eine Präzisionsnachlaßvorrichtung,
die das Abbohren einer Turmhöhe in einem Zuge ermöglichen. Für Schnellschlag muß
eine Einrichtung vorhanden sein, die etwa ioo bis 130 Schläge minutlich bei 7 bis
io cm Hub gestattet. Hierbei ist noch zu unterscheiden, ob man eine ganze Stange
abbohren kann, indem deren Befestigung oberhalb des Schwengels geschieht oder unterhalb
desselben.
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Für Brunnenbohren, trocken oder indisch Seilschlagbohren ist kein
Schwengel ..nötig, doch muß eine Verbindung zwischen Bohrseil und Kurbel vorhanden
sein. Bei der neuen Anlage sind alle Elemente vorhanden, um diesen Anforderungen
zu entsprechen.
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Der Erfindungsgedanke erstreckt sich also auf eine Tiefbohranlage
für alle gebräuchlichen Bohrverfahren bis zu deren jeweiligen Rei.chweiten, bei
der ein. beliebiger unmittelbarer übergang von dem einen auf ein anderes Bohrverfahren
ohne bauliche Veränderungen ermöglicht ist, insbesondere unter Erzielung einer hohen
reinen Bohrzeit in großen Tiefen bei den Trockenbohrverfaliren. Erfindungsgemäß
besteht das als - Trockenbohreinrichtung ausgebildete Gerät, welches aber auch spülend
mit nur einem Gestänge bis zu den jeweils größten Teufen sowohl drehend als auch
stoßend im Dauerbetrieb arbeitet, aus einem Drehtisch, einer Bohrseiltrommel, einer
Schlammtrommel, einem Hebewerk und einer auf einen Bohrschwetigel wirkenden, aus
einem durch eine Kurbel angetriebenen Nicker gebildeten Schlageinrichtung; welche
durch Kupplungen mit einem auf ein Vorgelege wirkenden, unter dein Bohrflur angeordneten
Antrieb in jeder für die einzelnen Bohrverfahren notwendigen Weise verbunden werden
können: Durch jeweiliges unterschiedliches Zusammenwirken dieser Einzelelemente
sind alle gebräuchlichen Dreh- und Spülschlagbohrverfahren in beliebiger Kombination.
insbesondere derart, daß zunächst Drehbohren und alsdann Stoßbohren möglich ist
sowie ein verschiedenartiges Fördern durchführbar. Der vorzugsweise unter dem Bohrflur
angeordnete Antrieb der Anlage wirkt auf ein aus mittels Kupplungen, schaltbaren
Treibrädern und einem Wendegetriebe bestehendes, ebenfalls unter dem Bohrflur liegendes
Vorgelege, welches eine wahlweise und unabhängige Bedienung der mit Fr eilauf v
ersehenen Bohrseiltrommel oder der ebenfalls mit Freilauf versehenen Schlammtrommel
ermöglicht, die beide auf dem Bohrflur liegen. Auf der Welle der Bohrseiltrommel
ist eine Hilfstrommel fest angeordnet, welche allein oder mit dieser Trommel angetrieben
wird. Das Vorgelege besitzt weiterhin küppelbare Treibräder für den Drehtisch; für
das Hebewerk und für die den Schwengel bedienende Schlageinrichtung. Auf dem einen
Teil. der durch eine Reibungskupplung verbundenen zweiteiligen Welle des Hebwerkes
ist ein aus Zahnrädern bestehendes, über das bereits erwähnte Vorgelege durch Ketten
angetriebenes weiteres Vorgelege angeordnet; und auf dem anderen Teil der Welle
ist eine mit einem Freilauf versehene Abbremsflaschenzugtrommel vorgesehen. Diese
Welle treibt durch eine Kupplung die Schlageinrichtung an. Diese Kupplung ist insbesondere
als Doppelklauenkupp-Jung ausgebildet und treibt über Kettenräder eine Kurbelstange,
einen Nicker und die mittels Scharnier faltbar ausgebildete Pleuelstange den in
seinem vorderen Teil zusammenschiebbar und feststellbar, teleskopartig ausgebildeten
Schwengel an. Die Führungsscheibe des Schwengels ist lose gelagert und
leitet
das vorzugsweise als Flachseil ausgebildete Bohr- oder Nachlaßseil zu der Schlagrolle,
welche zur Führung des Seiles nach oben oder unten dient. Am Fuße des Schwengels
ist die vom Bohrflur aus bedienbare Nachlaßwinde angeordnet.
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Die Abbildungen zeigen ein Ausführungsbeispiel nach dem Erfindungsgedanken,
und zwar stellt die Abb. 1 eine Seitenansicht und Abb. 2 einen Grundriß dar.
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Unter dein Bohrflur ist der Antrieb 35, beispielsweise ein Dampfmaschinenantrieb,
sowie ein Vorgelege 9o angeordnet. Das eigentliche Gerät besteht aus einem an sich
bekannten Drehtisch 6-1., eine Bohrseiltromnie155 und eine Schlämmtromme156, die
beide auf dem Bohrflur liegen. Weiterhin ist ein Hebewerk 2o und eine auf den Bohrschwengel
68, 69 wirkende, aus einem durch die Kurbel 12 angetriebenen Nicker 1 gebildete
Schlageinrichtung angeordnet, und diese einzelnen Teile können durch Kupplungen
.43, 4.6, 51, 52, 30, 25 und 16 mit dem Antrieb in der Weise verbunden werden, daß,
wie weiter unten ausgeführt, durch jeweiliges unterschiedliches Zusammenwirken alle
bekannten Dreh- und Schlagbohrverfahren in beliebiger Kombination im Dauerbetrieb
durchgeführt werden können.
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Der Antrieb 35 wirkt auf das mittels Kupplungen 43 und 46 schaltbaren
Treibrädern 42 bzw. 33 und 29 und einem Wendegetriebe q.5 bestehende Vorgelege 9o.
Dieses Vorgelege ermöglicht eine wahlweise und unabhängige Bedienung der mit Freilauf
versehenen Bohrseiltromme155 oder der ebenfalls mit Freilauf versehenen Schlämmtromme156.
Auf der Bohrseiltrommel55 ist fernerhin eine Hilfstrommel 59 fest angeordnet, welche
allein oder mit der Trommel 55 angetrieben wird. Das Vorgelege 9o besitzt weiterhin
wahlweise kuppelbare Treibräder 33 und 66 bzw. 29 für den Drehtisch 6q., für .das
Hebewerk 2o und für die den Schwengel 68, 69 bedienende Schlageinrichtung i1 und
12.
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Auf dem einen Teil der durch eine Reibungskupplung 25 verbundenen
zweiteiligen Welle 17 des Hebewerkes 20 ist ein aus Zahnrädern bestehendes, über
das Vorgelege 9o durch Ketten 28 bzw. 32 angetriebenes Vorgelege 27, 3o und 31 angeordnet.
Auf dem anderen Teil der Welle 17 ist eine mit einem Freilauf versehene abbremsbare
Flaschenzugtrommel 20 vorgesehen. Diese Welle 17 treibt durch eine Kupplung 16 die
Schlageinrichtung an. Die Kupplung 16 ist als Doppelklauenkupplung ausgebildet und
wirkt über die Kettenräder 15, 13, die Kurbelstange 12, den Nicker 1 und über die
mittels Scharnier 4. faltbar ausgebildete Pleuelstange 3 auf den in seinem vorderen
Teil 69 zusammenschiebbar und mittels der Schraube 73 feststellbar, teleskopartig
ausgebildeten Schwengel 68, 69. I)ie Führungsscheibe 72 des Schwengels 68,
69 -ist lose gelagert, und dieselbe leitet das als Flächseil ausgebildete Bohr-
oder Nachlaßseil 75 zu der Schlagrolle 7.4, welche zur Führung des Seiles 75 nach
oben oder unten dient. Am Fuß des Schwenge;lpfostens 70 ist die vom Bohrflur
aus bedienbare 2\Tachlaßwinde 81 angeordnet.
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In den Zeichnungen sind die Trommeln für vier Seile vorhanden, nämlich
Trommel 20 für den Flaschenzug, Trommel 55 für das Bohrseil, Trommel 56 für
das Schlämmseil und Trommel 59 für das Brunnenbohren und den indischen Spülseilschlag;
die hierfür nötige Kurbel ist mit 18 bezeichnet.
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Für das Bohren wird die Wippe 68 durch Verlängerung mittels Vorstückes
69 zum Bohrschwengel 68, 69, so daß die Forderung für Seilschlag- und für Schwengelstoßspülbohren
erfüllt ist. Der Schwengel 68, 69 gestattet aber auch die Anwendung von kanadisch
Bohren, da die Nachlaßvorrichtung hier für beide Verfahren verwendbar ist. Für Seilschlag
dient die Wippe 68 und die Schlagrolle 74. sowie die Leitrolle 72, nachdem das Vorstück
69 in die Wippe zurückgeschoben ist und mittels der Feststellschraube 73 in der
neuen Stellung befestigt ist. Man braucht nur das von der Nachlaßtrommel81 kommende
Seil 75 unter die Schlagrolle 74 hindurchzuziehen und über die Turmkrone zu Leiben
und weiter wie bei jedem anderen Verfahren anzubringen. Für Schnellschlag, etwa
nach Fauck-Art, wird das Seil 75 über die Leitrolle 72 und über die Schlagrolle
74 nach untern geführt '.und die Verbindung mit denn Gestänge unterhalb des Schwengels
hergestellt.
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Soll Schnellschlag mit über .dein Schwengel befestigten Gestänge ausgeführt
werden, so wird die Schlagrolle 74 durch den Schlagteller oder eine hohle Nachlaßschraube
ersetzt (nicht gezeichnet).
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Für das Drehbohren genügt der Drehtisch 64 mit seiner weiteren Einrichtung.
Für Schwengellosbohren wird die Zupfleine (nicht gezeichnet) an 18 einerseits und
an dem Seil 63 andererseits in bekannter Weise befestigt. Selbstversändlich kann
die Schlagrolle 74 auch durch eine Nachlaßschraube ersetzt werden. Diese ist aber
in manchen Staaten verboten und hat auch den Nachteil der geringen Abbohrhöhe in
bezug auf die Höhe des Schwengelpfostens.
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Die Ausführung der einzelnen Verfahren und Arbeitsvorgänge wird durch
weitgehenden Gebrauch von Kupplungen und Schaltungsmöglichkeiten sowie in der Verwendung
verschiedener
Teile zu verschiedenen Zwekken erreicht.
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Im einzelnen wird nun dargelegt, daß folgende Kombinationen im Dauerbetrieb
mit der neuen Anlage möglich sind: Seilschlag-und Drehbohren (Rotary oder Rotationsbohren
oder Semirotary), Schnellschlag- und Drehbohren, kanadisch und Drehbohren, pennsylvanisch
und Drehbohren, Seilschlag-und Schnellschlag- und Drehbohren, Seilschlag- und Trockenbohren
und Dreh-bohren, kanadisch-pemsylvamisch und Drehbohren, Seilschlag- und Schnellschlag-
und Trockenbohren, indisch Seilschlag- und Drehbohren oder Trockenbohren mit dem
Schwengel, indisch Seilschlag-, Schnellschlag- und Brunnenbohren mit den anderen
Verfahren.
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Alle diese Verfahren werden von einer Stelle aus bedient und sind
in einer Anlage anzuwenden.
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Die Mittel, die dieses ermöglichen, sind zum Teil schon genannt: Einmal
die notwendigen Einrichtungen, das andere Mal die Aufstellung der einzelnen Elemente
und schließlich der weitgehende Gebrauch von Schaltungen und Kupplungen. Hierbei
ist besonders darauf Rücksicht genommen, daß die Verfahren, die mit zunehmender
Teufe an reiner Bohrzeit so viel einbüßen, däß man gern auf die möglichen Vorteile
verzichtet, einen hohen Gewinn an reiner Bohrzeit erzielen, so daß dieselbe bedeutend
wächst. Im folgenden wird gezeigt, wie geschaltet werden muß, um die einzelnen Arbeitsvorgänge
auszuführen, wobei auch Rücksicht auf Sicherheitsmaßnahmen zum Schutze der, Arbeiter
berücksichtigt sind.
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In den Fig. i und s bedeutet 35 den Antrieb- (Motor oder Maschine),
36 ist das Antriebskettenrad desselben oder die Scheibe zum Antrieb der Vorgelegeriemenwelle
39 mittels Kette 37 und Gegenrad oder Scheibe 38. Angenommen, es soll drehend gebohrt
werden: wie für jeden Arbeitsvorgang läuft die Welle 39 mit. Die Welle 39 hat das
lose Kettenrad 33, welches mit Kette 67 .das Drehtischantriebsrad 66 treibt. Damit
ist die Dreharbeit angezeigt. Es sei hinzugefügt, daß das lose Kettenrad 33 durch
die Kupplung 46 geschaltet wird. Es läuft von dem Bohrapparat nur eine Welle.
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Zum Fördern des Gestänges hat man mehrere Möglichkeiten.
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Wird Rotary mit schwerem Gestänge gebohrt, so kann man mit dem Flaschenzug
fahren wie folgt: Man schaltet Kupplung 46 mit dem losen Kettenrad ä9, welches dann
durch Kette 28 das Kettenrad ä7 antreibt, nachdem dieses durch Kupplung 3o eingeschaltet
ist. So läuft nun zunächst einmal der hintere Teil der zweiteiligen Welle 17. Die
Verbindungskupplung 25 verbindet mit ,dem vorderen Wellemteil 17. Nachdem
sich diese Teile drehen, braucht nur noch die Kupplung 16 für die Flaschenzugtrommel
geschaltet zu werden. Dann arbeitet die Trommel 20.
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Eine andere Möglichkeit besteht darin, daß man auf der Welle 39 .die
Kupplung 43 einrückt und das Kettenrad 44 durch Kette 48 mit dem Kettenrad q.9 verbindet,
welches fest auf der Welle 79 sitzt. Ist die Kupplung 5 i ausgekuppelt; so dreht
sich die festaufgekeilte Hilfstrommel 59, auf welcher das Förderseil 63 liegt.
Dieses dient für leichteren Zug.
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Eine dritte Möglichkeit besteht darin, daß man sowohl nach der Flaschenzugtrömmel
2o als auch nach -der Hilfsseiltrommel 59 gleichzeitig kuppelt. Durch diese Einrichtung
erhält man für den Flaschenzug drei Fördergeschwindigkeiten, wenn das tote Seilende
von dem Flaschenzugseil 76 auf die Hilfstrommel 59 aufgelegt wird.
Für die Förderung von Gestänge sind demnach zwei oder drei Stränge in Umlauf.
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Es soll geschlämmt werden: Man kuppelt auf zier Welle 39 die Kupplung
43 mit dem Kettenrad 42 und über die Kette 47 mit dem Kettenrad So. Dann läuft die
Welle 8o. Die Trommel 56 wird mit der Friktionskupplung 52 eingeschaltet. Es laufen
zwei Wellenstränge, nämlich 39 und 8o.
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Es soll das Trockenböhrseil gefördert werden: Man kuppelt 43 mit dem
Rad 44 und dadurch über die Kette 48 das Rad 49. Jetzt läuft die Welle 79 mit der
leeren Trommel 59. Man kuppelt die Friktionskupplung 51 und bewegt nun die
Trommel 55 aufwärts gerichtet: Für alle Hilfsförderungen oder solche, wo
man Gestänge zieht, kann die Trommel 59 verwendet werden, die, wie vorerwähnt, bedient
wird. Damit wären die Förderungen gezeigt.
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Es soll stoßend gebohrt werden: Hierzu ist immer die Einschaltung
der Welle 17 mit dem vorderen Teil, wie schon beschrieben, notwendig.
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Soll die Wippe 68 oder der Bohrschwengel 68; 69 bedient werden, so
wird die Kupplung 16 mit dem Kettenrad 15 verbunden. Dieses geschieht bei hinterem.
stillstehendem Wellen.-teil 17, der durch die Flaschenzugtrommel 2o hindurchgeht.
Das Kettenrad 15 treibt durch die Kette 14 das Kettenrad 13, und hierdurch wird
die Kurbel 12 gedreht, nachdem man die Friktionskupplung 25 eingerückt hat. Die
Kurbel i2 bewegt -den Nicker i; der diese Bewegung über die Pleuelstange 3 auf die
Wippe 68 oder den Bohrschwengel 68, 69 überträgt. Es sind mit Ausnahme des schwengellosen
Bohrens drei Wellenstränge
im Umlauf. Der Schwenge168, 69 dient
zu jeder Art von Stoßbohren.
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Es soll pennsylvanisch Seilbohren gebohrt werden: Das Vorstück 69
wird aus 68 herausgezogen und mittels Stellschraube 73 so befestigt, daß die Schlagrolle
74 über die Mitte des Bohrloches zu stehen kommt bei waagerecht gestelltem Schwengel.
Das Nachlaßseil 75 .geht über eine Leitrolle 72 und über die Schlagrolle
7q. nach unten. Das Bohrseil wird in bekannter Weise mittels Seilklemme am Seil
75 festgemacht.
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Dieselbe Einrichtung wird für Schwengelschlag mit Aufhängung unter
dem Schwengel hergestellt. Beim Bohren über dem Schwengel wird die Schlagrolle 7q.
durch einen nicht gezeichneten Schlagteller oder eine hohle Nachlaßschraube im Vorstück
69 ersetzt.
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Für canadisch Bohren arbeitet die Einrichtung genau wie für pennsylvanisch
Bohren, nur daß statt der Seilklemme ein Drehwirbel eingeschaltet wird, an dem das
Gestänge hängt.
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Selbstverständlich kann man aber für das Seilbohren auch die Nachlaßschraube
anwenden, welche aber infolge ihrer Nachteile, mehr noch wegen der Schlingergefahr,
irr vielen Ländern verboten ist. Diese kann aber nicht zum canadischen Böhren verwendet
werden.
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Beim Seilschlagbohren wird das Vorstück 69 in die Wippe 68 zurückgeschoben
und befestigt. Dann zieht man das Seil 75 unter die Schlagrolle 74. hindurch und
führt sie von dort in bekannter Weise über die Turmkrone. Die Nachlaßvorrichtung
ist immer dieselbe.
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Nun ist noch zu beweisen, daß man sowohl Schnellschlag- wie auch mit
großem Hub bohren kann. Hierzu dienen die Einrichtungen der Pleuelstange. Der Nicker
z hat Hubverstelllöcher. Der Pleue13 ist längsveränderlich durch die Einrichtung
5, und das Druckfederkissen 7 kann in der Schwengellängsrichtung sowohl nach rückwärts
als auch nach vorwärts verschoben werden.
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Angenommen, es soll Schnellschlag gebohrt werden: Man stellt den Pleuel3
auf kleinstein Hub am Nicker z ein und schiebt, nachdem man Teil 5 gelöst hat, das
Federkissen 7 so weit nach rückwärts, wie man kann, und befestigt wieder Teils.
Dann erhält man kleinsten Hub und kann viele Schläge machen. Will man umgekehrt
größten Schlag ausüben, so verstellt man den Pleuel 3 umgekehrt und verschiebt das
Federkissen 7 so weit nach vorn, nachdem Teils gelöst ist, bis man die gewünschte
Hubhöhe hat. Dann werden alle Teile befestigt, und man hat langen Hub für eine geringe
Anzahl Schläge. Für den mittleren Hub stellt man den Pleuel entsprechend ein, und
die Stange 3, 6 wird senkrecht zum Schwengel befestigt.
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Es ergeben sich noch weiter folgende Vorteile: Die Schwengeleinrichtung
bzw. die Herstellung des Schwengels 68, 69 aus der Wippe 68 ist einfach und geht
schnell vor sich.
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Die Abbohrhöhe für Trockenbohrung ist mindestens doppelt so hoch wie
bei Verwendung der Nachlaßschraube, die man manchmal doch umstecken muß, wenn das
Bohren noch gut geht. Es kommt hinzu, daß die Abbohrhöhe verhältnismäßig noch dadurch
wächst, daß sich das Seil beim Bohren wieder zusammendreht und ,dadurch ein Teil
der Abbohrlänge der Schraube verlorengeht, der oft sehr bedeutend ist. Müßte aber
hier doch einmal umgesteckt werden, so wäre dieses viel leichter auszuführen, indem
man die Seilklemme etwas löst und die Nachlaßvorrichtung mit der Handkurbel (nicht
gezeichnet) aufwindet.
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Ein weiterer Vorteil besteht noch darin, mit einem Griff vom Bohren
zum Fördern übergehen zu können. Man braucht nur die Seilklemme zu lösen und kann
sofort fördern. Der Schwengel 68, 69 kann hinterher entweder zurückgeschoben
oder einfach durch den knickbaren Pleuel3 hochgekippt werden. Man kann auch den
Schwengel einfach in Bohrstellung belassen, indem man das Vorstück 69 etwa. 2o bis
30 cm zurückschiebt.
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Im Falle man nun aber die Flaschenzugtrommel ao benutzen wollte, so
wäre nur die Feststellschraube 73 zu lösenund der Schwengel hochzukippen. Das Vorstück
69 rutscht von selbst in die Wippe 68, und das Flaschenzugseil 76 wird nicht behindert.
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Es wird überall Freilauf verwendet und mit großen Fördergeschwindigkeiten
gearbeitet. Der Vorteil geht aber noch weiter, da überall dort, wo unter Fahrt gekuppelt
werden soll, Reibungskupplungen verwendet werden selbst zum Verbinden der Wellenstränge
17. Diese dienen gleichzeitig als Dämpfung, so daß bei Klemmungen aber die
Welle stillsteht, als daß etwas abgerissen wird.
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Diese Einrichtungen ermöglichen eine bedeutende Erhöhung der reinen
Bohrzeit. Andererseits ist von einer übergroßen Gangzahl abgesehen worden. Man kann
aber die Gangzahl für den Flaschenzug verdoppeln, wenn man vom Kettenrad 31 mit
der Kette 32 nach dem Kettenrad 33 verbindet. Man erhält also sechs Gänge.
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Ausgleichvorrichtungen sind vermieden, da sie ja beim Fall bremsend
wirken, könnten aber leicht am Nicker r in bekannter Weise mit Ausgleichszylinder
geschaffen werden.
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Besonders muß hervorgehoben werden, daß
man auch .gleichzeitig
drehen und bohren kann: Angenommen, es sollen die Rohre einmal bewegt werden, so
kann dieses dadurch geschehen, daß sie im Drehtisch angefaßt werden, während man
durch die Rohre hindurch bohrt. Die Rohre brauchen nur auf dem Drehtisch abgefangen
zu werden, etwa mit Schellen oder in anderer Weise, etwa durch einziehbare Pressen
oder Schrauben.
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Besondere Vorteile-ergeben sich auch noch aus folgendem: Alle Seiltrommeln
stehen auf dem Bohrflur.
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Der Antrieb und die treibenden Teile liegen unter dem Bohrflur. Durch
den Bohrflur laufen keine sich bewegenden Teile in horizontaler Richtung.
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Der Umlauf der Trommeln, welche beiderseits des Antriebs liegen, wird
durch ein Wendegetriebe so reguliert, daß die Seilauflage aller Trommeln gleichsinnig
ist.
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Man kann das Stoßspülbohren mit dem Schwengel 68-6g oder mit der Wippe
68 oder auch schwengellos ausführen.
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Man kann die Verfahren mit über dem Schwengel hinausragender Spülstange
und unter dem Schwengel hängender Spülstange anwenden. Für das indisch Seilschlagbohren
ist eine besondere Trommel 59 vorgesehen, welche, ganz besondere Bedeutung
auch bei der Förderung schwerer Lasten gewinnt und als Gangwerk dient.
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Es ist eine selbsthemmende Präzisionsnachlaßeinrichtung angeordnet,
die für alle Stoßbohrverfahren mit Ausnahme des indischen Seilschlages verwendbar
ist.
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Der Umsatz kann unter dem Bohrflur ausgeführt werden, da der Drehtisch
nicht hindert.
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Der Antrieb der Schlageinrichtung erfolgt durch die Welle der Flaschenzügtrommel.
Es können Dreh- und Schlagbewegungen gleichzeitig ausgeübt werden; was bei Fangarbeiten
oder anderen Spezialfällen von großer Wichtigkeit ist. Es ist also beispielsweise
möglich, die Rohre mitzunehmen und in Bewegung zu halten, während gleichzeitig gebohrt
wird.