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Verschlußstöpsel für Weinflaschen Zweck der Erfindung ist, einen Flaschenverschluß
zu schaffen, der im wesentlichen die Vorzüge des Korkverschlusses aufweist, dabei
aber gleichzeitig die Mängel dieser Verschlußweise vermeidet.
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Es müssen zu diesem Zweck folgende Bedingungen erfüllt werden: Der
flüssige Flascheninhalt soll nicht mit einer Korkfläche in Berührung stehen, weil
der Kork infolge seiner Porigkeit und organischen Herkunft Träger von schädlichen
Keimen ist. Es muß also von dem neuen Verschluß vollständige Keimfreiheit verlangt
werden. Man hat zu diesem Zweck schon vorgeschlagen, Flaschenverschlußkörper mit
einem Höhlraum zu versehen und in diesen Stoffe mit keimtötender Wirkung einzuführen.
Der Verschlußkörper soll dabei aus einem undurchlässigen, neutralen Werkstoff von
der Art des Glases bestehen. Derartige Stoffe sind aber in sich starr, so daß sie
an sich einen starren Abschluß bilden, was einen Nachteil gegenüber dem elastischen
Korkverschluß darstellt; insbesondere gestattet ein solcher Verschluß nicht, die
durch Wärmeschwankungen verursachte Ausdehnung des Flascheninhalts auszugleichen.
Ein solcher Ausgleich könnte am besten durch die Anordnung eines mit Luft gefüllten
Hohlraumes in dem Verschlußkörper erreicht werden. Dieses würde aber an sich wieder
eine Quelle der Entwicklung von haltbarkeitsschädlichen Keimen bilden, so daß Maßnahmen
getroffen sein müssen, um den erwähnten Ausgleichsraum entweder mit einem keimtötenden
Gas oder mit einem Gemisch von. Luft mit einem solchen Gas gefüllt zu halten.
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Um dies zu erreichen, soll nach der Erfindung der zur Aufnahme der
mit einem Entkeimungsmittel (z. B. schwefliger Säure) angereicherten Luft bestimmte
Innenraum des Hohlkörpers mit dem Flascheninnern durch einen Kanal von solch geringer
Weite in Verbindung stehen, daß der Flascheninhalt nur unter Überdruck in den Innenraum
des Hohlkörpers eindringen kann, während gegenüber diesem Kanal eine nach der Außenluft
hin offene Ausnehmung angeschlossen ist, die ebenfalls durch einen engen Kanal mit
dem Innenraum in Verbindung steht und durch einen Pfropfen aus Kork, Kittmasse o.
dgl. abgeschlossen wird.
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Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist auf der Zeichnung
im Schnitt durch die Mittelachse dargestellt.
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Der neue Verschlußstöpsel b besteht aus einem in die Flaschenmündung
a lose passenden länglichen Glaskörper mit einem oben abgerundeten Flanscha', dermit
seinerunteren ebenen Fläche auf der Stirnfläche der Flaschenmündung unter Einfügung
eines Dichtungsringes h aufliegt. Der Verschlußstöpsel weist in seinem Innern einen
Hohlraum c auf, der durch einen engen Kanal d mit dem Flascheninnern in Verbindung
steht. Am oberen Ende weist dieser Hohlraum- einen gleichartigen Kanal g auf, der
in eine nach außen offene Ausnehmung e einmündet. In diese Ausnehmung soll ein Pfropfen
eingesetzt werden, der entweder aus einem einfachen
kleinen Kork
besteht, der in die Ausnehmung eingetrieben wird, oder auch durch eine Kittmasse
gebildet werden kann, die in die Ausnehmung eingedrückt wird und dort erhärtet.
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Der lose auf die gefüllte Flasche aufgesetzte Verschlußstöpsel kann
durch bekannte Mittel, wie Verdrahtung, Verkapselung o. dgl., auf der Flaschenmündung
festgehalten werden. Die Flasche kann vor Einsetzen des Verschlußstöpsels fast bis
obenhin gefüllt werden, so daß zwischen Verschlußstöpsel und Flascheninhalt im wesentlichen
kein Luftraum vorhanden ist. Bei Ausdehnung des Flascheninhalts kann Flüssigkeit
durch den engen Verbindungskanal nur langsam und allmählich in den Hohlraum eindringen.
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Die Verschlußstöpsel werden ohne Pfropfen f in einen Behälter mit
verdünnter schwefliger Säure getaucht, wodurch sich der Hohlraum c mit diesem Entkeimungsmittel
füllt und die äußeren und inneren Wände des Stöpsels entkeimt werden. Der Küfer
nimmt hierauf die Stöpsel einzeln aus dem mit schwefliger Säure gefüllten Behälter
heraus, um sie auf die gefüllte Flasche zu setzen, wobei der größere Teil der Entkeimungsflüssigkeit
abfließt, während in dem Hohlraum c ein kleiner Teil des Entkeimungsmittels beim
alsbaldigen Verschließen der oberen Öffnung der Ausnehmung verbleibt.
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Zum Öffnen der Flasche wird die Verdrahtung abgenommen und, wenn nötig,
der Pfropfen f aus der Aüsnehmung e entfern, worauf der nötige Druckausgleich zwischen
Außenluft und Flascheninnerm erzielt wird.
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Der erfindungsgemäße AbschluB hat den Vorzug, daß er bei den üblichen
Weinflaschen verwendet werden kann, ohne daß Änderungen an diesen Flaschen notwendig
wären; sowie daß die Kosten eines solchen Verschlusses nicht wesentlich höher kommen,
als die eines gewöhnlichen Korkverschlusses, zumal er immer wieder verwendet werden
kann.