-
Einrichtung zum Entgasen des Absüßwassers für Filterpressen in Zuckerfabriken
Zum Absüßen des Saturationsschlammes der Zuckerfabriken in Filterpressen wird im
allgemeinen Kondenswasser verwendet, das bei der Konzentration und dem Verkochen
der Zuckersäfte entsteht. Dieses Kondenswasser enthält neben Ammoniak, insbesondere
bei neuzeitlicher Saftreinigung (optimaler Endsaturation), auch Kohlensäure. In
dem saturierten Saft befindet sich außer dem durch das Saturierlen erzeugten kohiensauren
Kalk auch eine bestimmte Menge gelösten Ätzkalkes. Sobald beim Absüßen das kohlensäurehaltige
Absüßwasser mit dem Ätzkalk in Berührung kommt, bildet sich in und auf den Filtertüchern
kohlensaurer Kalk. Dadurch werden die Filtertücher hart und undurchlässig. Die Gebrauchsdauer
der Tücher sinkt beträchtlich bei steigendem Saftdruck. Es ist zwar mög : lich,
die gewaschenen Filtertücher durch Einlagen in verdünnter Salzsäure wieder brauchbar
zu machen, so ist dies sehr zeitraubend und nur mit großem Kostenaufwand möglich.
-
Die schon einmal gebrauchten Tücher sind außerdem nicht als vollwertig
anzusehen.
-
Dieser überstand kann beseitigt werden, indem zum Absüßen entgastes,
d. h. von der Kohlensäure befreites W,asser verwendet wird.
-
Gegenstand der Erfindung ist eine Einrichtun, mit der die Entgasung
des als Absüßwasser benutzten Kondenswassers besonders weitgehend durchgeführt wird,
wobei ein an den Kondensator angeschlossener Entgasungsraum benutzt wird, der mit
dem das zu entgasende Kondenswasser enthaltenden Behälter durch ein Steigrohr und
mit dem das entgaste Kondenswasser aufnehmenden Behälter durch ein Fallrohr verbunden
ist. Das wesentliche Merkmal der Erfindung besteht darin, daß der Entgasungsraum
als liegender, langgestreckter Zylinder ausgeführt ist und der Anschluß des Steigrohres
und des Fallrohres, an entgegengesetzten Enden des Zylinders erfolgt, wobei der
letztere in der Durchflußrichtung des zu entgasenden Wassers geneigt angeordnet
ist.
-
Das Steigrohr zwischen Kondenswasserbehälter und Entgasungsraum soll
eine Länge besitzen welche die dem Druckgefälle zwischen den beiden Räumen entsprechende
Wassersäulenhöhe überschreitet, und am
oberen, in den entgasungsraum
einmündenden Ende erweitert sein. Auch das Fallrohr zwischen dem Entgasungsraum
und dem Behälter für das entgaste Wasser soll an seines an den Entgasungsraum anschließenden
Ende erweitert sein. Am unteren Ende des Steigrohres zwischen Kondenswasserbehälter
und Entgasungsraum soll ein absperrbarer Lufteinlaß angeordnet sein. Weitere Kennzeichen
der-Erfindung bestehen darin, daß der Zu-Ruß aus dem Aufnahmebehälter zur Druckpumpe
für die Filterpresse als Überlauf ausgebildet ist, dessen Überlaufkante höher liegt
als die Auslauföffnung des Fallrohres aus dem Entgasungsraum, und daß zwischen dem
Kondenswasserbehälter und dem Aufnahmebehälter für das entgaste Wasser eine absperrbar
Verbindungsleitung vorgesehen ist.
-
Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel der Einrichtung nach
der Erfindung in schematischer Darstellung.
-
Der Entgasungsraum 1 ist mit dem Kondenswasserbehälter 2, der das
Kondenswasser aus der Verdampfstation 3 aufnimmt, durch das Steigrohr 4 und mit
dem Aufnahmebehälter 5 für das entgaste Wasser durch das Fallrohr 6 verbunden. Erfindungsgemäß
ist der Entgasungsraum 1 als liegender, langgestreckter Zylinder ausgebildet, an
den das Steigrohr 4 und das Fallrohr 6 an entgegengesetzten Enden angeschlossen
sind. Vom oberen Teil des Entgasungsrauulles ist die Rohrleitung 7 zum Kondensator
8 abgeführt.
-
Der Entgasungsraum ist in der Durchflußrichtung des zu entgasenden
Wassers geneigt angeordnet.
-
Das Steigrohr 4 besitzt eine die dem Druckgefälle zwischen dem Entgasungsraum
I und dem Kondenswasserbehälter 2 entsprechende Wassersäulenhöhe überschreitende
Länge und ist an seinem oberen, an den Entgasungsraum anschließenden Ende erweitert.
Am unteren Ende des Steigrohres 4 ist ein absperrbarer Lufteinlaß 9 angeordnet.
Ferner ist in das untere Ende des Steigrohres 4 ein Regelventil 10 eingeschaltet.
Das Fallrohr 6 ist ebenfalls an seinem oberen, an den Entgasungsraum I angeschlossenen
Ende erweitert.
-
An den Behälter 5 ist die Saugleitung der Druckpumpe 1 1 angeschlossen,
deren Druckleitung zur Filterpresse 12 führt. Der Zufluß zu der Druckpumpe ist,
z. B. durch Aufwärtsbiegung des Saugrohres im Behälter 5, wie dargestellt, als Überlauf
ausgebildet, dessen Überlaufkante höher liegt als die Auslauföffnung des Fallrohres
6. Zwischen dem von denswasserbehälter 2 und dem Behälter 5 ist eine absperrbare
Verbindungsleitung 13 angeordnet.
-
Die Wirkungsweise der Einrichftlng ist folgende: Das Kondenswasser
aus der Verdampfstation 3 fließt nach dem Kondenswasserbehälter 2. Das Kondenswasser
besitzt eine Temperatur von etwa 90 bis 100°C. Das zum Absüßen der Filterpresse
12 benötigte Wasser wird durch das Steigrohr 4 dem Behälter 2 entnommen und die
erforderliche Menge durch das Ventil 10 geregelt. Das in dem Steigrohr 4 hochsteigende
Wasser wird in den Entgasungsraum I gesaugt, der, da er an den Kondensator angeschlossen
ist, unter etwa 80% Vakuum steht. Diesem Vakuum entspricht eine Temperatur von etwa
60°C.
-
Durch den Temperaturunterschied wird eine lebhafte Verdampfung bewirkt,
und damit werden auch die in dem Wasser enthaltenen Gase frei gemacht, wobei ein
verstärkter Auftrieb im Steigrohr 4 eintritt. Dieser Umstand ist benutzt, indem
die Länge des Steigrohres 4 zwischen Kondenswassersammler 2 und dem Entgasungsraum
I größer gemacht ist, als der normalen Betriebsluftleere entspricht. Durch die Maßnahme
und durch die Erweiterung des Steigrohres am oberen Ende wird die Aufstieggeschwindigkeit
des Wassers im Steigrohr verringert und der Durchtrittsquerschnitt für die Gase
vergrößert, wodurch die Entgasung sehr begünstigt wird. Nach Eintritt des Wassers
in den Entgasungsraum 1 durchfließt es diesen der Länge nach, wobei es weiter dem
Vakuum ausgesetzt ist, und läuft in das Abfallrohr 6 ab, das unten in den Wasserbehälter
5 eintaucht. In dem Fallrohr 6 stellt sich das Wasser entsprechend der Höhe des
Vakuums ein. Aus dem Behälter 5 wird das Wasser durch die Druckpumpe 1 1 abgesaugt
und in die Filterpressen 12 gedrückt. Da die Saugrohröffnung über der Auslaßöffnung
des Fallrohres 6 liegt, ist ein Auslaufen des letzteren und Einsaugen von Luft in
den Kondensator 8 verhindert.
-
Bei der Inbetriebsetzung mit kaltem Wasser aus dem Behälter 2 wird
durch das Ventil 9 etwas Luft in das Steigrohr 4 eingelassen, um den Auftrieb darin
zu erhöhen, bis die Verdampfung einsetzt. - Die Verbindungsleitung zwischen den
Behältern 2 und 5 dient dazu, um notfalls auch mit funentgastem Wasser absüßen zu
können.
-
Versuche im praktischen Betrieb haben ergeben, daß mit der Einrichtung
nach der Erfindung die in dem Kondenswasser enthalvene Kohlensäure fast restlos
entfernt wird.
-
Es wurde durch eine Reihe von Untersuchungen festgestellt, daß in
1 1 nichtentgasten Kondenswassers bis go mg Kohlensäure enthalten sind. Nach der
Entgasung durch die Einrichtung nach der Erfindung sank die Kohlensäuremenge auf
etwa 5 mg je 1 1 Wasser.
-
Beim Ab süßen mit dem soweit entgasten Wasser bleiben die Filtertücher
der Filterpressen
vollkommen frei von Ablagerungen, so daß die
eingangs erwähnten Übelstände vermieden werden.
-
PANTENTANSPRÜCHE: 1. Einrichtung zum Entgasen des zum Absüßen des
Saturationsschlammes in Filterpressen benutzten heißen Kondens wassers aus der Verdampfstation
in Zuckerfabriken, bestehend aus einem an den Kondensator angeschlossenen Entgasungsraum,
der mit einem das zu entgasende Kondenswasser enthaltenden Behälter durch ein Steigrohr
und mit einem das entgaste Kondenswasser aufnehmenden Be hälter durch ein Fallrohr
verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Entgasungsraum als liegender, langgestreckter
Zylinder ausgeführt ist und der Anschluß des Steigrohres und des Fallrohres an entgegengesetzten
Enden des Zylinders erfolgt, wobei der letztere in der Durchflußrichtung des zu
entgasenden Wassers geneigt angeordnet ist, daß das Steigrohr zwischen Kondenswasser
behälter und Entgasungsraum eine Länge besitzt, welche die dem Dzuckgefälle zwischen
denbeiden Räumen entsprechende Wassersäulenhöhe überschreitet, und daß sowohl das
Steigrohr als auch das Fallrohr zwischen dem Entgasungsraum lund dem Behälter für
das entgaste Wasser an ihren. an den Entgasungsraum anschließenden Enden erweitert
sind.