DE677103C - Verfahren zur Umsetzung von Kohlenoxyd oder kohlenoxydhaltigen Gasgemischen mit Wasserdampf - Google Patents
Verfahren zur Umsetzung von Kohlenoxyd oder kohlenoxydhaltigen Gasgemischen mit WasserdampfInfo
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Description
r. Ind. Eigendom
13 JUL. 1939 ■
13 JUL. 1939 ■
AUSGEGEBEN AM
19. JUNI 1939
19. JUNI 1939
REICHSPATENTAMT .'
PATENTSCHRIFT
KLASSE 12 i GRUPPE loi
O 20531 IVb/12 i
mit Wasserdampf
Patenterteilung bekanntgemacht am 25. Mai 1939
Die Umsetzung des KoKLenoxyds bzw. kohlenoxydhaltiger Gase mit Wasserdampf
soll nach der Gleichung
CO 4-H2 O ==^ CO2 + H2 + 10 400 cal,
dem sog. Wassergasgleichgewicht, als Endprodukte Kohlensäure mind Wasserstoff liefern. Die
Werte der Gleichgewichtskonstanten sind für das Temperaturgebiet von 300 bis iooo0 bekannt.
Diese Werte lassen erkennen, daß bei tieferen Temperaturen Kohlensäure und Wasserstoff,
bei höheren Temperaturen Kohlenoxyd und Wasserdampf die beständigsten Teile
des Wassergasgleichgewichtes sind. DieTechnik war denn auch von jeher bestrebt, die Temperatur der Umsetzung so tief als möglich· zu
wählen, wenn die Gewinnung von Wasserstoff beabsichtigt war. Da jedoch mit sinkender
Temperatur die Einstellung des Gleichgewichtes sich immer mehr verlangsamt, bis sie
ganz ausbleibt, besteht die Notwendigkeit, die Reaktion mit Hilfe von Katalysatoren zu beschleunigen.
Als solche werden in der Technik Eisenoxydkatalysatoren mit aktivierenden Zusätzen
verwendet.
Ferner sind für die katalytische Oxydation von Wassergas Katalysatoren bekannt, die
aus einem Gemisch von Magnesiumoxyd und Kohle bestehen (vgl. die französische Patentschrift
697 489, in welcher ferner in Beispiel 2 ein Gemisch von Magnesiumoxyd, Alkalicarbonat
und Kohle beschrieben ist, wobei aber das ,zugesetzte Alkalicarbonat nur als
Bindemittel dient). Mit Hilfe dieser äußerst aktiven Katalysatoren kann eine vollständige
Einstellung des Gleichgewichtes mit praktisch erträglicher Geschwindigkeit unter Mitverwendung
wirtschaftlich tragbarer Wasserdampfüberschüsse bei Temperaturen erzielt werden, bei denen im Gleichgewicht nur
solche Mengen Kohlenoxyd vorhanden sind, die dem Verwendungszweck des Gases entsprechend
darin verbleiben können. Beim Arbeiten mit diesen Katalysatoren ist daher eine Herabsetzung der Kohlensäuretension durch
ständige Entfernung der Kohlensäure mit kohlensäurebindenden Stoffen überflüssig. Es
kann ausgeschlossen werden, daß die im Katalysator enthaltene Kohle eine solche Wirkung
ausübt, weil auch die kohlenhaltigen Kataly-
*) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden:
Dr. Fritz Hansgirg in Dairen, Chosen.
satoren ohne periodische Regenerierung oder Nachschub von Kohle im Dauerbetrieb verwendbar
sind.
In der genannten französischen Patentschrift
ist auch die Möglichkeit des Arbeitens unter Druck vorgesehen (vgl. auch die amerikanische
Patentschrift ι 866 246). Doch wird bei der verhältnismäßig noch hohen Temperatur
von 5000 gearbeitet.
Der Erfindung gemäß wird nun die Umsetzung
von Kohlenoxyd oder kohlenoxydhaltigen Gasgemischen mit Wasserdampf im
Temperaturgebiet von etwa 400 bis zu 3200C
hinab vorgenommen.
Als Katalysator dient ein. Gemisch1 von Kohle, kaustisch gebranntem Magnesit und
fein gemahlenem calciniertem Kaliumcarbonat. Beispielsweise ist das Verhältnis der letzteren
beiden 3 : 1 ,bis 5 :1, wobei auf je einen
Teil dieser Mischung 3 bis 5 Teile Holzbohle entfallen. Diese Mischung wird in fein,
gemahlenem Zustand mit wäßriger Asphaltemulsion körnig verformt und unter Luftabschluß
bei 600 bis 8oo° erhitzt.
Die Konversion des Kohlenoxyds zu Kohlensäure wird im angegebenen Temperaturgebiet
bei Drücken von. beispielsweise 6 bis 20 atü durchgeführt, wobei die angewendeten
Mengen. Wasserdampf 1,5 bis 2 Räumteile,
bezogen auf jeden Raumteil Kohlenoxyd des . Ausgangsgases, betragen können.
Da die Wassergasreaktion, nach! beiden
Richtungen hin ohne Änderung der Molzahl bzw. des Volumens erfolgt, ist das Gleichgewicht
unabhängig vom Druck. Dennoch ist im Schrifttum der Gedanke ausgesprochen,
die Umsetzung von Kohlenoxyd mit Wasserdampf unter erhöhtem Druck (4 bis 40 Atm.
und darüber) vorzunehmen, !um an Reaktionsraum zu sparen und den chemischen Umsatz
in der Zeiteinheit zu erhöhen. Diesen zu erwartenden Vorteilen der Anwendung erhöhten
Druckes ständen aber beim Arbeiten mit den bekannten Katalysatoren sehr erhebliehe
Nachteile gegenüber.
Zunächst wird die Rückkohlung nach der Gleichung 2 GO ^=^ C -j- CO2 durch Überdruck
gesteigert: Da 2 Volumina Ausgangsgas in ι Volumen Endgas übergehen,
ist diese Reaktion vom Druck in dem Sinne abhängig, daß die Bildung von Kohlenstoff
mit steigendem Druck zunimmt. Tatsächlich tritt, wenn man die Umsetzung des Kohlenoxyds
mit Wasserdampf mit Hilfe von Katalysatoren
der Eisengruppe bei tiefen Temperaturen unter Überdruck vornimmt, manchmal
eine starke Kohlenstoffausscheidung ein, die den Katalysator unbrauchbar macht. Führt
man beispielsweise die Konversion unter Anwendung von. Eisenoxydkatalysatoren mit
einem Ausgangsgemisch von. 4o<y0 Kohlenoxyd
und 60 0/0 Wasserstoff schon bei einer
Temperatur von 5000 und einem Druck von 20 atü durch, so beträgt, wie durch Versuche
festgestellt wurde, die abgeschiedene Kohlenstoffmenge 8 o/o des gesamten in die Reaktion
eingeführten. Kohlenstoffs.
Im Gegensatz hierzu tritt bei Verwendung eines aus kaustisch gebranntem Magnesit,
Kohle und Kaliumcarbonat bestehenden Katalysators selbst bei den für die Umsetzung des
C O zu C O2 und H2 günstigsten Temperaturen
von etwa 4000 und darunter eine Rückkohlung auch dann nicht ein, wenn unter Überdruck
gearbeitet wird.
Ferner werden auch Kondensreaktionen, z.B. die Methanbildung, durch Druckerhöhung
begünstigt. Sowohl bei der direkten Synthese aus Wasserstoff und Kohlenoxyd als
auch bei der Synthese aus Wasserstoff und Kohlensäure geht die Methatibildung unter
Volumverminderung vor sich. Von einer Druckerhöhung ist daher theoretisch eine Verschiebung
des Gleichgewichts zugunsten der Methanbildung zu erwarten. Die gleiche Wirkung
hat, zufolge der positiven Wärmetönung der Reaktion, die zur Methanbildung führt,
eine Erniedrigung der Arbeitstemperatur.
Überraschenderweise wird auch 'dieser Übelstand bei Verwendung des für das Verfahren
vorliegender Erfindung benutzten Katalysators praktisch vollkommen, vermieden.
Versuche, die zum Vergleich der Methanbildung bei Anwendung des Verfahrens gemäß der Erfindung und bei Eisenoxydkataly-
satoren unter Überdruck vorgenommen wurden, zeigten deutlich den Fortschritt, den die
Erfindung in dieser Hinsicht darstellt. Sie haben ergeben, daß einer Methanbildung von
2,3 0/0j die sich bei Anwendung 'dieser Eisenoxydkatalysatoren
einstellte, wenn ein. Ausgangsgemisch von 40 <y0 CO und 60 0/0 Wasserstoff
bei einer Temperatur von 500° C und einem Druck von 20 atü der Konvertierung
unterworfen wurde, eine Methanbildung von nur ο, ι o/o gegenübersteht, wenn unter annähernd
gleichen Bedingungen mit Magnesiumoxyd - Kohle - Kaliumcarbonat - Katalysator gearbeitet
wurde. Beidem Verfahren gemäßder Erfindung ist, selbst wenn man unter Beibehaltung
der übrigen Bedingungen mit der Arbeitstemperatur auf 3600 C herabgeht, nur
0,90/0 Methan im Endgemisch vorhanden.
Eisenoxydkatalysatoren sind bei 360° C nicht mehr wirksam, weshalb Vergleichsversuche mit
diesen Katalysatoren bei so niederer Temperatur entfallen.
Eine weitere Überlegenheit des neuen Verfahrens gegenüber dem Arbeiten mit Eisenoxydkatalysatoren
unter erhöhtem Druck besteht, wie weitere Versuche, die in technischem Maßstabe durchgeführt wurden, gezeigt haben,
darin, daß der Dreistoffkatalysator selbst nach monatelanger Verwendung unter erhöhtem
Druck keinerlei Änderung seines mechanischen Gefüges erleidet, wogegen die Eisen-5
oxydkatalysatoren nach einigen Stunden unter Änderung ihrer Farbe zum Teil zu Pulver zerfallen.
Dergestalt zeitigt das' Verfahren gemäß der Erfindung ein technisches Ergebnis von hervorragender
Bedeutung. Es ermöglicht erst die vollständige Ausnutzung der besonderen Eigenschaft des erwähnten Katalysators, daß
" die vollständige- Gleichgewichtseinstellung im Temperaturbereich unter 400 bis 320° C
herab noch erreichbar ist, indem die unvermeidlich, eintretende Verminderung der Geschwindigkeit
durch Druckerhöhung wettgemacht werden kann. Man kommt so mit höchster Wirtschaftlichkeit in bezug auf den Wasserdampfbedarf
zu optimalen Ergebnissen.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Umsetzung von Kohlenoxyd oder kohlenoxydhaltigen Gasgemischen mit Wasserdampf unter Verwendung eines Dreistoffkatalysators, der aus kaustisch gebranntem Magnesit, Kohle und Kaliumcarbonat besteht, unter Überdruck, dadurch gekennzeichnet, daß die Um-Setzung im Temperaturgebiet zwischen etwa 400 bis zu 320° C bewirkt wird.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT417829X | 1933-03-24 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE677103C true DE677103C (de) | 1939-06-19 |
Family
ID=3673884
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEO20531D Expired DE677103C (de) | 1933-03-24 | 1933-03-28 | Verfahren zur Umsetzung von Kohlenoxyd oder kohlenoxydhaltigen Gasgemischen mit Wasserdampf |
Country Status (3)
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|---|---|
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-
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-
1934
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| FR770608A (fr) | 1934-09-17 |
| GB417829A (en) | 1934-10-12 |
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