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Stromabnehmerkopf Durch das Patent 641 795 ist ein Doppelschleifstückstromabnehmer
bekanntgeworden, dessen Stromabnehmerkopf ung1eicharmig gelagert ist und somit bei
Benutzung in .ein und derselben Fahrtrichtung einen gleichmäßigen Druck mit beiden
Schleifstücken auf die Oberleitung ausübt. Nachteilig bei dieser Ausführung ist
der Umstand, daß bei Änderung der Fahrtrichtung nicht mehr derselbe Stromabnehmerkopf
benutzt werden kann, was zur Ausbildung eines doppelten Doppels.chleifstückstromabnehmers
geführt hat. Durch die vorliegende Zusatzerfindung wird es ermöglicht, einen einzigen
zu sich selbst symmetrisch angeordneten Stromabnehmerunterteil, also z. B. -einen
Scherenträger, mit einem Stromabnehmerkopf zu versehen, der mit zwei Schleifstücken
ausgerüstet ist und analog der im Patent 641 795 beschriebenen Anordnung die beiden
Schleifstücke an ungleichen Hebelarmen derart lagert, daß die Schleifstücke mit
gleichem Druck an die Oberleitung angepreßt werden, ganz gleich, in welcher Fahrtrichtung
der Stromabnehmer benutzt wird.
'Gemäß der Erfindung ist der eigentliche
Schleifstückhalter an dem Scherenträger über schwenkbare Zwischenteile angelenkt,
durch welche entsprechend der Fahrtrichtung jeweils der die ungleichen Hebelarmlängen
bestimmende Drehpunkt des Schleifstückhalters an den Zwischenteilen verlegt wird.
Vorteilhaft dienen als Drehpunkte des Schleifstückhalters Bolzen, welche in kreisförmigen
Kurvenbahnen der Zwischenteile sich bewegen, so daß der Mittelpunkt des Kreisbogens
der einen Kurve durch den zugeordneten Bolzen der anderen Kurve gebildet wird.
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In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform der Erfindung
dargestellt. Es zeigen Fig. i und z den Stromabnehmer in Seitenansicht, und zwar
Fig. i während der Bewegung des Fahrzeugs in Pfeilrichtung und Fig. z in der Ruhelage.
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Fig. 3 zeigt den Stromabnehmer im Grundriß und Fig.4 in Varderansicht.
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In den Zeichnungen sind i die Streben eines Stromabnehmers, und zwar
ist bei dem Ausführungsbeispiel der obere Teil eines gewöhnlichen Scherenstromabnehmers
dargestellt. Die oberen Enden der Streben i sind durch Bolzen z miteinander verbunden.
An dem Bolzen z sind laschenartig ausgebildete Zwischenteile 3 schwenkbar gelagert,
-welche zwei nierenartige Kurvenbahnen besitzen. Die vorderen und rückwärtigen Schleifstücke
9 und io des Stromabnehmers sind an den Enden an U-förmigen Bügeln 4 befestigt,
welche den Schleifstückhalter bilden. An dem mittleren Steg des Bügels 4 ist eine
U-förmige Längsstrebe 5 (Fig. 3) vorgesehen, deren Schenkel unter 9o° seitlich gegen
den Mittelsteg des Bügels 4 stoßen. Die Enden der Schleifstücke sind außerdem noch
durch einen geschweiften Abwehrbüge16 miteinander verbunden. Die Büge14 und 5 begrenzen
jeweils einen Zwischentei13 auf beiden Seiten und sind in den Kurvenhahnen des Teiles
3 mittels hindurchgeführter Bolzen 7 und 8 gelagert. Die Kurvenbahnen des Zwischenteiles
3 sind kreisförmig gestaltet, und zwar jeweils so, daß der Mittelpunkt des Kreisbogens
der einen Kurve durch den zugeordneten Bolzen 7 oder 8 der anderen Kurve gebildet
wird.
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Wenn sich das den Stromabnehmer tragende Fahrzeug in Bewegung setzt,
dann beginnt sich der Scherenträger i, wie z. B. in Fig. i .angedeutet, in der Pfeilrichtung
zu bewegen. Der Stromabnehmerkopf dagegen, welcher durch die Reibung unter dem Einfluß
der Aaspressung gegen die Oberleitung abgebremst wird, hat die Neigung zurückzubleiben.
Die genannten Umstände führen bei der erfindungsgemäßen Bauart zu einer Relativbewegung,
welche dadurch möglich wird, daß die obere Achse des Scherenträgers, dargestellt
durch den Bolzen z, um den Bolzen 8 einen Kreisbogen beschreiben kann, wobei sie
sich selbst parallel bleibt. Die Achse bzw. der Bolzen z eilt also einerseits gegenüber
dem Bolzen 8 vor, andererseits senkt sie auch ihm gegenüber ab. Der bewegliche Zwischentei13
wird dabei, wie aus Fig. i ersichtlich, gegen den Uhrzeigersinn um den Bolzen 8
geschwenkt. Während also der Bolzen 8 im untersten Teil der Kurve verbleibt, wandert
der Bolzen 7 in seiner Kurvenführung scheinbar nach oben, da sich der Zwischenteil
3 um den Bolzen 8 gedreht hat und die Kurvenbahn um Bolzen 7 ihren Mittelpunkt im
Bolzen 8 besitzt, in gleicher Weise, wie die Kurvenbahn 8 ihren Mittelpunkt in dem
Bolzen 7 besitzt. Der Scherenträger eilt seinem Stromabnehmerkopf etwas vor, und
letzterer ist dabei schwenkbar nur im Bolzen 8 gelagert, so daß also das vordere
Schleifstück auf dem längeren und das hintere Schleifstück auf dem kürzeren Hebelarm
sitzt, wie es für die Gewährleistung eines gleichen Anpressungsdruckes ,erforderlich
ist. Bei Stillstand des Fahrzeugs ergibt sich wieder die in Fig. z dargestellte
normale Lage, während beim Anfahren sowie bei Fahrt in der entgegengesetzten Fahrtrichtung
die Bolzen 7 und 8 ihre Rollen vertauschen.
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Der Stromabnehmer drückt also nicht nur in beiden Richtungen, gleichgültig,
in welcher Fahrtrichtung er benutzt wird, die beiden Schleifstücke seines Abnehmerkopfes
mit ungleich langen Hebelarmen bzw. mit gleichem Druck gegen die Fahrleitung, wodurch
das unangenehme Abschleißen der Schleifstücke in Dachform vermieden wird, sondern
er hat auch noch einen weiteren Vorteil: Bekanntlich haben sämtliche bisher bekannten
Stromabnehmer den Nachteil, infolge ihrer wenn auch geringen Massenträgheit gerade
beim Anfahren des Fahrzeugs, also im Augenblick, wo die größte Stromabnahme erfolgt,
im Anpressungsdruck nachzulassen. Umgekehrt erhöht sich beim plötzlichen Verzögern
des Fahrzeugs der Anpressungsdruck, was keinerlei Vorteil bietet, da in diesem Augenblick
sowieso keine Stromabnahme erfolgt.
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Bei dem Stromabnehmerkopf nach der Erfindung tritt der umgekehrte
Fall :ein. Im Augenblick des Anfahrens bat, wie vorher gezeigt, der Stromabnehmerkopf
die Bestrebung, relativ zum Stromabnehmer bzw. zum Fahrzeug zurückzubleiben. Das
kann er aber infolge seiner Aufhängung nur, wenn
er seine Unterstützungskonstruktion
zusammendrückt, wodurch selbsttätig bei jeder Beschleunigung des Fahrzeugs ein erhöhter
Anpressungsdruck entsteht.