DE679063C - Herstellung von Schwefelkohlenstoff aus in der Hitze Schwefel abspaltenden Metallsulfiden und Kohle unter Anwendung elektrischer Widerstandsheizung - Google Patents

Herstellung von Schwefelkohlenstoff aus in der Hitze Schwefel abspaltenden Metallsulfiden und Kohle unter Anwendung elektrischer Widerstandsheizung

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DE679063C
DE679063C DEC53573D DEC0053573D DE679063C DE 679063 C DE679063 C DE 679063C DE C53573 D DEC53573 D DE C53573D DE C0053573 D DEC0053573 D DE C0053573D DE 679063 C DE679063 C DE 679063C
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reaction
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carbon
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DEC53573D
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Dr Hermann Oehme
Dr Martin Schmidt
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MARTIN SCHMIDT DR
Chemische Fabrik Kalk GmbH
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MARTIN SCHMIDT DR
Chemische Fabrik Kalk GmbH
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    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C01—INORGANIC CHEMISTRY
    • C01B—NON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B32/00—Carbon; Compounds thereof
    • C01B32/70—Compounds containing carbon and sulfur, e.g. thiophosgene

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Carbon And Carbon Compounds (AREA)

Description

  • Herstellung von Schwefelkohlenstoff aus in der Hitze Schwefel albspaltenden 1Vletallsulfiden und Kohle unter Anwendung elektrischer Widerstandsheizung -Es ist bekannt, Schwefelkohlenstoff aus Schwefel- und Kupferkiesen zu erzeugen durch Erhitzung eines Gemisches von Pyrit und Holzkohle in einer feuerfesten Retorte auf die erforderliche Reaktionstemperatur. Hat der Pyrit ungefähr 15'/, seines Gewichtes verloren, so wird die Retorte entleert und wieder mit frischem Material beschickt, wobei Entleerung und Beschickung auch in fortlaufendem Arbeitsgang vorgenommen werden können.
  • Bei der praktischen Durchführung dieses Verfahrens sind jedoch apparative Schwierigkeiten zu überwinden, da die Erhitzung des Reaktionsgemisches auf indirektem Wege durch Beheizung der Ofenwand von außen erfolgt. Die Reaktionsapparatur muß deshalb aus gut wärmeleitendem und gegen Schwefel in der Hitze widerstandsfähigem Stoff hergestellt werden. Diese Aufgabe wird noch dadurch erschwert, daß der scharfkantige, bei Entleerung und Beschickung der Retorte in Bewegung kommende Schwefelkies Schutzschichten, .die die Apparateoberfläche gegen weitere Schwefelangriffe an sich zu schützen vermögen, wieder abreibt.
  • Es wurde gefunden, daß man diese Schwierigkeiten teilweise vermeiden kann, wenn die Gemische von in der Hitze Schwefel abspaltenden Metallsulfiden und Kohle direkt erhitzt werden, indem man dieselben als Widerstand in einen elektrischen Stromkreis einschaltet und dadurch auf die erforderliche Reaktionstemperatur erhitzt. Dieses Arbeitsverfahren gibt die Möglichkeit, ausgemauerte oder aus keramischen, gegen Schwefel widerstandsfähigen, wärmeisolierenden Baustoffen hergestellte Ofen zu verwenden. Man hat schon die Herstellung von Schwefelkohlenstoff mittels elektrischer Erhitzung der Reaktionsbestandteile vorgeschlagen, jedoch soll bei all diesen Verfahren, die Lichtbogenbeheizung oder auch Widerstandsbeheizung mittels Kohle, Carbiden oder Silicaten als Heizwiderstände vorsehen, der Schwefel in metallischer Form angewendet werden.
  • Bei der Übertragung der elektrischen Widerstandsheizung auf Gemische von Metallsulfiden und Kohle traten jedoch unerwartet bisher unbekannte Schwierigkeiten auf.
  • Es zeigte sich nämlich, daß der elektrische Widerstand von Gemischen von in der Hitze Schwefel abspaltenden Metallsulfiden und Kohle, in denen naturgemäß der Anteil an Metallsulfiden überwiegt, in kaltem Zustand so groß ist, daß er nur mit Stromquellen von sehr hoher Spannung überwunden werden kann, um eine genügend hohe Temperatur zu erhalten.
  • Für die praktische Ausführung des Verfahrens ist jedoch dieAnwendungvonStromquellen niedriger Spannung, wie sie in der Technik verwendet werden, z. B. von roo bis 4.oo Volt, vorteilhaft. Es zeigte sich überraschenderweise, daß die Ausführung des Verfahrens in einem für die praktische Ausführung günstigen Spannungsbereich möglich ist, wenn man das Metallsulfid-Kohle-Gemisch vor der Einschaltung in den Stromkreis erhitzt. Durch die Erhitzung vermindert sich der Widerstand des Reaktionsgemisches soweit, daß das Reaktionsgemisch auch mit Stromquellen von niedrigerer Spannung auf die erforderlichen Temperaturen erhitzt werden kann. Für die praktische Durchführung des Verfahrens ist die Vorerhitzung auf wenigstens 300.', zweckmäßig auf d.oo bis 5oo °, notwendig.
  • Die erforderliche Leitfähigkeit des Metallsulfid-Kohle-Gemisches kann durch Erhitzen auf verschiedenen Wegen erreicht werden. Am einfachsten ist es, wenn das Gemisch durch direkte oder indirekte Beheizung mit heißen Abgasen oder Verbrennungsgasen oder auch durch Verbrennung eines Teils des Reaktionskohlenstoffs auf eine Temperatur von wenigstens 300', besser jedoch auf 4oo bis 5oo °, gebracht wird. Vorteilhaft vermeidet man aber dabei Temperaturen, bei denen bereits Schwefel merklich abgespalten wird, was oberhalb 550 ° der Fall ist. Hält man sich in diesen Temperaturgrenzen, so kann die Vorerhitzung in eisernen Apparaten geschehen, weil in diesem Temperaturbereich eine schädliche Einwirkung der Metallsulfid-Kohle-Gemische auf Eisenapparate noch nicht stattfindet. Der Reaktionsofen wird naturgemäß vor Inbetriebnahme ebenfalls vorerhitzt. Eine andere praktische Ausführungsform der Vorerhitzung besteht darin, daß man den Reaktionsofen zunächst mit einem hitzebeständigen Stoff, der auch in der Kälte gute elektrische Leitfähigkeit besitzt, beschickt und durch Einschaltung in den Stromkreis auf die gewünschte Vorheiztemperatur erhitzt. Sehr geeignet hierfür sind z. B. zerkleinerte Elektrodenkohleabfälle. Wenn der Ofen genügend vorerhitzt ist, entfernt man fortlaufend das vorerhitzte Material und füllt entsprechend an der Füllseite des Reaktionsofens das gleiche Volumen des Metallsulfid-Kohle-Gemisches nach. Das Gemisch kommt hierbei in unmittelbare Berührung mit dem Vorheizmaterial, heizt sich dadurch an demselben an, wodurch es genügende elektrische Leitfähigkeit erhält. Im Verlauf weiterer Zugabe kalten Gemisches heizt sich dieses an der Barunterliegenden, inzwischen genügend heiß gewordenen Schicht des gleichen Gemenges an. Aus wirtschaftlichen Gründen wird es trotzdem oft vorteilhaft sein, das Reaktionsgemisch mittels billigerer Wärmequellen, wie Heizgase usw., ganz oder teilweise vorzuheizen. Überdies ist eine Vorerhitzung des Reaktionsgemisches vor Einfüllung in den Reaktionsofen hinsichtlich der Erzielung einer guten Schwefelkohlenstoffäusbeute von Bedeutung. Durch die Vorerhitzung außerhalb des Reaktionsofens wird die im Schwefelkies und in der Reaktionskohle enthaltene Feuchtigkeit beseitigt, so daß diese nicht mehr mit dem im Reaktionsofen durch Erhitzung des Reaktionsgemisches auf etwa 85o bis c95o ° erzeugten Schwefelkohlenstoff in Umsetzung treten und damit die Ausbeute herabsetzen kann.
  • Was die im Reaktionsgemisch enthaltene Kohlemenge anbetrifft, so bat es sich als vorteilhaft erwiesen, die zugegebene Kohlemenge über diejenige Menge zu erhöhen, die für die Umsetzung mit der aus dem Schwefelkies abgespaltenen Schwefelmenge benötigt wird. Bei der Erhitzung des Metallsulfid-Kohle-Gemisches durchläuft dieses einen Zwischenzustand, in dem es zum Zusammenbacken neigt. Der störende Einfiuß dieses Zustandes kann durch Erhöhung der Kohlemenge bis auf wenigstens 151/0, besser bis auf 20 bis 30",j" des Metallsulfidgewichtes vermieden werden. Da die Wirkung dieser Maßnahme hauptsächlich auf einer Auflockerung des Reaktionsgetnisches durch die erhöhte Kohlemenge beruht, so ist das Schüttgewicht der Kohle für deren Menge von Bedeutung. Man bedarf um so weniger Kohle, je voluminöser sie ist. Es ist jedoch überraschend, daß bei dem Verfahren dervErfindung die zur Umsetzung des aus den Metallsulfiden abgespaltenen Schwefels verfügbare Kohlenstoffmenge viel geringer ist als bei den bekannten Schwefelkohlenstoffverfahren, bei denen Schwefeldampf in mit glühender Kohle erfüllte Retorten eingeleitet wird. Die gute Umsetzung des beim Verfahren der Erfindung abgespaltenen Schwefels mit geringen Kohlenstoffmengen ist vielleicht dadurch zu erklären, daß er in atomarer Form mit besonders hoher Reaktionsfähigkeit entsteht.
  • Die Herstellung von Schwefelkohlenstoff aus Gemischen von Metallsulfiden und Kohle unter Anwendung elektrischer Widerstandsheizung kann ladungsweise, jedoch besonders vorteilhaft unter Verwendung eines Schachtofens im fortlaufenden Arbeitsgang erfolgen, besonders auch dann, wenn man beabsichtigt, das den Reaktionsofen verlassende Metallsulfid-Kohle-Gemenge durch Verbrennung mit Luft zur Schwefelsäuregewinnung zu verwenden. Durch Abspaltung eines Teils des Schwefels, der z. B. 'bei Verwendung von Tharsiskies 4.o bis 45 °/o der im Kies enthaltenen Schwefelmenge beträgt, tritt eine Verminderung der Reaktionswärme bei der Oxydation des Metallsulfids in den Kiesröstöfen ein. Diese Verminderung kann sowohl durch die im Metallsulfid-Kohle-Gemisch beim Verlassen des Schachtofens enthaltene Wärmemenge wie auch durch Verbrennung des in dem abgezogenen Gemisch enthaltenen Restkohlenstoffs ausgeglichen werden. Ist die Kohlemenge so groß, daß die weitere Verarbeitung des Gemisches auf-Schwefelkies gestört wird, so kann sie durch zweckentsprech(#nde Maßnahmen, wie Absieben oder Windsichtung, ganz oder teilweise entfernt werden. Ausführungsbeispiel Es wurde ein mit feuerfesten Steinen ausgemauerter Schachtofen verwendet, der eine Länge von i m und eine lichte Weite von 8o mm hatte. Ein im oberen Ende des Ofens eingeführter Graphitstab bildete die obere. der eiserne Boden des Reaktionsofens die untere Elektrode. Der Ofen war durch eine ioo min dicke Isolierschicht gegen Wärmeverluste geschützt.
  • Zur Anwendung gelangte ein Reaktions-. gemisch, das 82,5 % Tharsiskies (4.9,5 °/o S) und 17,5 °/o ausgeglühte Holzkohle enthielt. Das Gemisch hatte eine erbsen- bis bohnengroße Körnung.
  • Der Reaktionsofen erhielt zunächst eine Füllung, bestehend aus etwa erbsengroßen Stücken von Elektrodekohle. Die Ofenfüllung wurde als Widerstand in einen elektrischen Stromkreis eingeschaltet und dadurch auf eine Temperatur von etwa 7oo° vorgeheizt. Es wurde nun mit der Einfüllung des durch indirekte Beheizung auf etwa 35o' vorgeheizten Reaktionsgemisches begonnen und in demselben Maße, wie jeweilig neue Reaktionsmischung hinzukam, heißes Vorheizmaterial am Boden des Ofens abgezogen. Es wurden pro Stunde 3,3 kg Schwefellzies und o,7 kg Holzkohle aufgegeben, so daß nach Verlauf von etwa i1/4 Stunden das Vorheizmaterial durch das Reaktionsgemisch ersetzt worden war. Das Einfüllen von Reaktionsgemisch wurde weiter fortgesetzt, so daß nach Verlauf von 6 Stunden insgesamt 19,8 kg Tharsiskies, gemischt mit 4.,3 kg Holzkohle, durchgesetzt worden waren. Das Entleeren und Auffüllen des Ofens erfolgte etwa alle 5 Minuten.
  • Während der Versuchsdauer wurde die Temperatur des Reaktionsgemisches in der unteren Hälfte der Ofenfüllung ständig auf 9oo bis 94o° gehalten. Zur Erzielung dieser Temperatur wurden durchschnittlich a,05 kW benötigt bei durchschnittlich 16o Volt und 12,8 Amp. Die aus dem Ofen im Gleichstrom zum Reaktionsgemisch abziehenden Reaktionsgase wurden auf etwa - 5° abgekühlt und dadurch etwa 88 % des gebildeten Schwefelkohlenstoffs kondensiert, während die restlichen 12 °/o durch aktive Kohle adsorbiert wurden.
  • Außer dem Schwefelkohlenstoff bildeten sich stündlich etwa 751 Reaktionsgase, die hauptsächlich aus Schwefelwasserstoff und Kohlenoxysulfid bestanden.
  • Es wurden insgesamt erhalten 3,92 kg Schwefelkohlenstoff, d. h. auf i kg angewandten Kies z98 g CS,. Von der in der angewandten Kiesmenge enthaltenen Schwefelmenge (9,81cg) wurden im Kiesrückstand wiedererhalten 6,okg, .so -daß 38,8% der angewandten Schwefelmenge abgespalten worden sind. Hierauf bezogen beträgt die Ausbeute an Schwefelkohlenstoff 87 °%o.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur gegebenenfalls fortlaufenden Herstellung von Schwefelkohlenstoff aus Schwefel in der Hitze abspaltenden Metallsulfiden und Kohle durch Erhitzung dieser in Reaktionsöfen, z. B. Retorten- oder Schachtöfen, dadurch gekennzeichnet, daß man das Gemisch der Bestandteile als elektrischen Heizwiderstand verwendet.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das Reaktionsgemisch vor der Einschaltung in den elektrischen Stromkreis vorerhitzt wird, vorteilhaft auf 300 bis 500°.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i und dadurch gekennzeichnet, daß das Vorerhitzen derartig erfolgt, daß der Reaktionsofen vor der Beschickung mit dem Reaktionsgemisch eine Füllung mit einem den elektrischen Strom gut leitenden Material, z. B. Elektrodekohle oder Gemische dieser mit Reaktionskohle, erhält, die durch Einschaltung als Widerstand in den Stromkreis vorteilhaft auf 5oo bis fioo° erhitzt und in dem Maße, als Reaktionsgemisch hinzugefügt wird, aus dem Ofen entfernt wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die im Reaktionsgemisch enthaltene Menge Reaktionskohle vorteilhaft 15 °1o des Schwefelkiesgewichtes nicht unterschreitet.
DEC53573D 1938-01-13 1938-01-13 Herstellung von Schwefelkohlenstoff aus in der Hitze Schwefel abspaltenden Metallsulfiden und Kohle unter Anwendung elektrischer Widerstandsheizung Expired DE679063C (de)

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