DE679855C - Distanzzeitrelais zum Schutze elektrischer Anlagen - Google Patents

Distanzzeitrelais zum Schutze elektrischer Anlagen

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DE679855C
DE679855C DEW92179D DEW0092179D DE679855C DE 679855 C DE679855 C DE 679855C DE W92179 D DEW92179 D DE W92179D DE W0092179 D DEW0092179 D DE W0092179D DE 679855 C DE679855 C DE 679855C
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    • H—ELECTRICITY
    • H02—GENERATION; CONVERSION OR DISTRIBUTION OF ELECTRIC POWER
    • H02H—EMERGENCY PROTECTIVE CIRCUIT ARRANGEMENTS
    • H02H3/00—Emergency protective circuit arrangements for automatic disconnection directly responsive to an undesired change from normal electric working condition with or without subsequent reconnection ; integrated protection
    • H02H3/40—Emergency protective circuit arrangements for automatic disconnection directly responsive to an undesired change from normal electric working condition with or without subsequent reconnection ; integrated protection responsive to ratio of voltage and current

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Description

  • Distanzzeitrelais zum Schutze elektrischer Anlagen Es ist bekannt, zum Schutz elektrischer Kraftverteilungsnetze gegen die Wirkung von Kurzschlüssen Relais zu verwenden, deren Auslösez-eit proportional reit der Impedanz, Reaktanz oder Resistanz der zwischen der Kurzschlußstelle und dem Ort des Relais liegenden Leitungsstrecke ansteigt.
  • Man hat derartige Distanzrelais als sogenannte Wegzeitsysteme gebaut. Bei dieser Ausführungsform von Distanzzeitrelais wird eine von der Kurzschlußspannung am Ort des Relais abhängige Strecke mit einer vom Kurzschlußstrom abhängigen Geschwindigkeit durchlaufen und dann der Ölschalter ausgelöst. Bei Relais, welche diesen Bedingungen gehorchen, lösen bekanntlich die beiden der Kurzschlußstrecke am nächsten, benachbarten Relais zuerst aus, so daß dann die fehlerhafte Leitungsstrecke stillgelegt ist. Es ist bekannt, derartige auf dem Wegzeitrelaisprinzip beruhende Relais mit einem Bimetallstreifen als Stromsystem zu bauen und als Spannungssystem entweder ebenfalls einen Bimetallstreifen zu verwenden oder @ einen Elektromagneten. In beiden Fällen tritt jedoch der Nachteil auf, daß der bzw. die Bimetallstreifen während der Ablaufzeit des Relais durch Erschütterungen zum Schwingen gebracht werden und daher falsch auslösen können. Man kann ein auf dem Wegzeitprinzip beruhendes Distanzrelais auch derart ausführen, daß man die beiden Bimetallstreifen oder den Strombimetallstreifen mit ,dem Anker des Spannungsmagneten gelenkig verbindet, so daß die Strecke von der Ruhelage des beweglichen Systems bis zum Auslösekontakt unter stetem einander Entgegenwirken des Strom-und des Spannungssystems durchlaufen wird. Wenn bei dieser Ausführungsform auch innerhalb der Ablaufzeit des Relais die beiden gelenkig miteinander - verbundenen Systeme sich in jedem Augenblick so einstellen, daß Kräftegleichgewicht herrscht, so handelt es sich doch nach wie vor um ein Wegzeitsystem, und es tritt auch der obenerwähnte Nachteil auf, daß während der Ablaufzeit durch Erschütterungen einer oder beide Bimetallstreifen in Schwingungen versetzt werden können, so daß das Relais falsch auslösen kann.
  • Es ist ferner bekannt, ein Distanzrelais als sogenanntes Kippsystem zu bauen. Dabei wirkt eine Kraft, die von der Kurzschlußspannung abhängig ist, einer anderen Kraft, die mit einer vom Kurzschlußstrom abhängigen Geschwindigkeit ansteigt, entgegen. Wenn diese zweite vom Kurzschlußstrom abhängige Kraft der von der Kurzschlußspannung abhängi. gen gleich geworden ist, wird ein Kipphebel umgelegt und der Auslösekontakt des Relais geschlossen. Man kann dieses Prinzip eines Distanzrelais daher auch als Kraftvergleichssystem bezeichnen.
  • Wenn man bei einem Relais dieser letzteren Art die vom Kurzschlußstrom abhängige, zeitlich ansteigende Kraft mittels einer Spiralfeder erzeugt, die mit einer vorm Kurzschlüß-Strom angetriebenen Wirbelströmscheibe allinählich gespannt wird, gibt man von vornherein einen Hauptvorteil des Kraftviergleichssystems preis, der darin besteht, daßr die Bewegungsvorgänge bei einem Kraftviergleichssystem gegenüber einem Wegzeitsystem weitgehend reduziert werden können.
  • Man kann ein Kraftvergleichssystem auch in der Weise ausführen, daß man der Kurzschlußspannung und dem Kurzschlußstrom je einen Elektromagneten zuordnet, die auf den obenerwähnten Kipphebel entgegengesetzt gerichtete Kräfte ausüben. Es ist dann noch eine Vorrichtung notwendig, welche den Erregerstrom des Strommagneten mit einer vom Kurzschlußstrom abhängigen Geschwindigkeit zeitlich ansteigen läßt. 1.n diesem Fall müssen jedoch bei der Umlegung des Kipphebels die Eisenanker beider Elektromagneten beschleunigt werden, was dazu zwingt, die Ablaufzeiten der Relais verhältnismäßig lang zu wählen und also eine schnelle Auslösung der Ölschalter nach dem Eintreten des Kurzschlusses verhindert.
  • Gemäß der Erfindung soll ein Bimetallstreifen oder ein anderes vom Kurzschlußstrom erwärmtes thermisches Element, welches unmittelbar, eine im Sinn der Auslösung des Relais wirkende und mit der Zeit anwachsende Kraft erzeugt, in einem Kippsystem, d. h. in .einem Kraftvergleichssystern, verwendet werden, derart, daß ein von der Kurzschlußspannung abhängiger Elektromagnet vorhanden ist, dessen ohne Zeitverzögerung wirksame magnetische Kraft einen Anker so lange gegen den festen Anschlag drückt, bis das thermische Element den Anker von. dem Anschlag abhebt und dabei ohne Zeitverzögerung die Auslösung des Ölschalters herbeiführt. .
  • Ein derartigesRelais ist gegenüber einem Kr aftvergleichssystem mit zwei Elektromagneten insofern im Vorteil, als zur Auslösung des Relais nur ein Anker gegenüber zweien beschleunigt werden muß. Gleichzeitig wird der Nachteil des Bimetallstreifens bei den bekannten Wegzeitsystemen vermieden, da der Bimetallstreifen während der ganzen Ablaufzeit des Relais vom Spannungsmagneten festgehalten wird und deshalb nicht schwingen kann. Ferner kann man den Volt-Ampere-Verbrauch des Spannungsmagneten sehr viel kleiner halten, da nur ein sehr viel kleinerer Luftspalt im Spannungsmagneten vorhanden zu sein braucht, was wegen der Möglichkeit, das Spannungssystem am einen kapazitiven Spannungswandler anzuschließen, außerordentlich wichtig ist. Gegenüber den obenerwähnten bekannten Kraftvergleichssys#emen wird ferner eine bedeutende konstruktive Vereinfachung, die der Störungsanfälligkeit des Relais zugute kommt und im praktischen Betrieb oft eine entscheidende Rolle spielt, insofern erzielt, als die thermische Trägheit des Bimetalistreifens den zeitlichen Anstieg der auf den Anker auszuübenden # Kraft mit einer vom Kurzschlußstrom abhängigen Geschwindigkeit besorgt, so daß die obenerwähnte Wirbelstroinscheibe oder entsprechende Schaltelemente erspart werden können.
  • Fig. i zeigt ein Ausführungsbeispiel, in dem auch die Arbeitsweise erläutert wird. Fig. 2 und 3 zeigen verschiedene Abänderungen, während Fig. q. einen Zeitmesser für die Auslösezeit darstellt.
  • In Fig. i sind a und b die zu überwachenden Leitungen. Der Stromwandler 26 erzeugt in seiner Sekundärwicklung einen dem Kurzschlußstrom proportionalen Strom, der über den Überstrommägneten i und die beiden geschlossenen Kontakte 2 fließt.
  • Bei einem Kurzschluß wird der Magnet i erregt, der Anker 3 wird angezogen, und die Kontakte 2 werden geöffnet. Der Strom fließt dann zurück über die Primärwicklung des Stromwandlers q.. Die Sekundärwicklung 5 dieses Stromwandlers ist über einen Bimetallstreifen 6 geschlossen, welcher sich bei :Stromdurchgang erwärmt. An dem Biinetallstreifen ist ein Sperrhaken 7 befestigt, der einen Arm 8 mit den Auslösekontakten 23 in der geöffneten Stellung hält.
  • Wenn der Bimetallstreifen erwärmt wird, wird er sich nach oben krümmen und .den Auslöserarm 8 freigeben. Diese Bewegung wird aber von einem Spannungsmagneten 9 verhindert, welcher einen mit dem Bimetallstreifen fest verbundenen Anker io anzieht. Dieser Magnet 9 ist über einen Spannungswandler 27 an die Spannung U des kurzgeschlossenen Kreises a b oder an einen Teil dieser Spannung angeschlossen und verhindert,die Bewegung des Bimetallstreifens und somit des Sperrhakens 7, solange die Kraft, mit welcher die Spannung U den Anker anzieht; größer ist 'als die Kraft, die der Bimetallstreifen 6 hervorbringt. Der Strom-Wandler q. ist so gesättigt und sein Eisenquerschnitt ist so bemessen, daß die Stromstärke im Bimetallstreifen proportional mit 17J ansteigt. Der Eisenkreis des Spannungsmagneten g ist ebenfalls gesättigt, insbesondere Kern und Anker, und besitzt einen Luftspalt, so daß die Anziehungskraft proportional mit U wird (T und U sind Effektivwerte von Strom und Spannung im Kurzschlußkreis a b). Der Bimetallstreifen 6 wird deswegen eine Kraft erzeugen, die anfänglich proportional mit- der Zeit und mit der Stromstärke ansteigt: k1 = Cl # t # J.
  • Das Relais wird auslösen, wenn diese Kraft größer wird als die vom Spannun@gsmagneten9 hervorgebrachte Kraft: k, = c2# U. Die Auslösezeit ergibt sich deswegen aus: Die Auslösezeit wird also direkt proportional mit d. h. mit der Impedanz des Kurzschlußkreises a b.
  • Damfit die Auslösezeit unabhängig, von der Temperatur der Umgebung wird, ist ein zweiter Birnetallstreifen 12 außerhalb des Stromkreises der Sekundärwicklung 5 angebracht, welcher sich entgegengesetzt dem Bimetallstreifen 6 krümmt und mit diesem über ein Gelenk 13 verbunden ist. Falls die Bimetallstreifen gleiche und entgegengesetzt wirkende Kräfte erzeugen, wird ein Temperatureinfiuß der Umgebung ganz vermieden. Damit die Spannungsspule 33 nicht zu warm wird und dabei den Streifen 6 erwärmt und ferner, um den ständigen Volt-Ampere-Verbrauch herabzusetzen, wird zweckmäßig dievolleSpannung erst bei Überstrom oder Kurzschluß auf der Anlage eingeschaltet. Oft will man aber auch die Spannungsspule und den Spannungskreis im normalen Betriebe kontrollieren können. Man kann beides erreichen, wenn die Spannungsspule im normalen Betriebe in Reihe mit einem Vorwiderstand 20 liegt, der bei Kurzschluß auf der Anlage a, b vom Überstrommagneten i mittels der beiden Köntakte 24 kurzgeschlossen wird. Zur Kontrolle kann der Vorwiderstand ganz oder teilweise aus einem Miniamperemeter 21 oder einem anderen Strommesser bestehen, so. daß man im normalen Betriebe leicht einen Fehler im Spannungskreis feststellen kann.
  • Damit der -Bimetallstreifen nicht unnötig stark erwärmt wird, kann der Auslösearm 8 auch ein zweites Kontaktpaar 25 betätigen, welches die Stromkreise des Distanzrelais ganz oder teilweise kurzschließt. Dies ist von besonderer Bedeutung für Anlagen, wo die Ölschalter lange Ansprechzeiten besitzen, oder zur Schonung des Relais beim Versagen der Ölschalter. Der Luftgpalt 2z des Spannungsrnägneten kann mittels einer unmagnetischen Stellschraube 14 eingestellt werden und in dieser Weise die, Steilheit der Auslösekennlinäe geändert werden. Eine weitere Änderung kann man durch verschiedene Anzapfungen 36 der Spannungsspule 33 erreichen (Fig. 2). Damit die Stromspulen i und 4 des Relais einem günstigen Strombereich angepaßt werden können, kann man dieselben in mehrere Teile auftrennen, die man `bei der Einstellung ,des Relais in Serie oder parallel schalten kann (43 und 44 Fig. 2).
  • Das beschriebene Relais besitzt keine besondere Kontrolle der Energierichtung. Man kann dies noch dadurch erreichen; daß man, wie in Fig. i gezeigt, die Auslösekontakte 23 in Reihe mit den Kontakten 28 eines besonderen Richtungsrelais schaltet. Der Strom von der Batterie 30 wird dann- die Auslösespule 29 des Ölschalters erst erregen können, wenn die beiden Kontaktpaare 23 und 28 geschlossen sind.' Zur Kontrolle -der Energierichtung kann man auch ein besonderes. Wattfneter 32 von bekannter Konstruktion einbauen, derart, daß es mechanisch mittels eines Sperrarmes 31 die Bewegung des Auslösearmes 8 entweder freigeben oder verhindern kann, unabhängig von :der Stellung des Sperrhakens 7.
  • Falls man eine @dreiphasigeAnlage schützen will, können die Bimetallstreifen 38, 39 und 40 von den drei Phasen gespeist werden und eine gemeinsame Auslöseordnung betätigen, wiedies in Fig. 3 gezeigt ist. In diesem Falle kann man auch zweckmäßig ein gemeinsames Wattmeter 37, z. B. in der Zweiwattmeterschaltung, verwenden, welches durch eine mechanische Verriegelung 41 des Auslösearmes die Energierichtung kontrolliert.
  • Damit das Relais mechanischen Beeinflussungen (Schlägen. und Stößen) gegenüber unempfindlich wird, kann man, zweckmäßig,den Überstrommagneten i so ausbilden, daß er mechanisch den Auslösearm 8 verriegelt, z. B. mittels eines Armes 42 (Fig. i). Das Relais wird dann nur auslösen können, wenn der Anker 3 des Überstrommagneten angezogen ist. Wenn der Anker 3 in seine Ruhelage wieder zurückgeht, wird -der Arm 42 die Auslösekontakte 23 wieder öffnen.
  • Das bisher gezeigte Relais arbeitet ganz unabhängig von dem Phasenwinkel zwischen Strom und Spannung im Kreise a b. Falls aber eine gewisse Winkelabhängigkeit erwünscht sein. sollte, z. B. über gewisse Winkelbereiche eine angenäherte Reaktanzabhängigkeit, kann dies dadurch erreicht werden, daß ein Teil 34 der Wicklung des Spannungsmagneten 9 vorn Kurzschlußstrom erregt wird (Fdg. 2). Mittels eines einstellbaren Nebenwiderstandes 35 kann man eine geeignete Phasenverschiebung der beiden Magnetisierunigsströme einstellen.
  • Um den Abstand der Fehlerstelle vom Orte des Distanzzeitrelais angeben zu können, muß man die Auslösezeit des Distanzzeitrelais kennen. Dies kann dadurch erreicht werden, daß der Überstrommagnet i mittels eines besonderen Kontaktes eine Stoppuhr in Gang setzt, die stehenbleibt, wenn der Auslöseköntakt z3 geschlossen wird öder wenn der Überatrommagnet i zurückgeht. In Fig. q. ist eine einfache Ausführung eines derartigen Zeitmessers gezeigt. Ein Bimetallstreifen 15 wird von einer Heizwicklung 16 erwärmt, welche über einen Kontakt 17, der vom überstrommagneten i betätigt wird, an eine konstante Spannung u angeschlossen wird. Der Bimetallstreifen 15 bewegt einen Schleppzeiger 18, solange der Kontakt 17 geschlossen' bleibt. Wenn das Distanzzeitrelais ausgelöst hat, fällt der Überstrommagnet i zurück, das Bimetall 15 wird nicht länger erwärmt und kehrt nach einer Weile in seine Anfangslage zurück. Die Skala des Schleppzeigers 18 kann unmittelbar in Sekunden geeicht werden. Für eine bestimmte Charakteristik der Anlage kann man die Skala auch direkt in Kilometern eichen. Sollte die Spannungsquelle u für den Zeitmesser nicht genügend konstant sein, kann man eines der bekannten Hilfsmittel i9 anwenden, z. B. E.isenwasserstoffwiderstände, damit die Spannung am Zeitmesser konstant wird.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Distanzzeitrelais (Impedanzzeitrelais) zum Schutze .elektrischer Anlagen; bei welchem der Kurzschlueström ein thermisches Element erwärmt, welches unmittelbar eine im Sinne der Auslösung des Relais wirkende und mit der Zeit anwachsende Kraft erzeugt, dadurch gekennzeichnet, daß ein von der Spannung abhängiger Elektromagnet vorhanden ist, dessen ohne Zeitverzögerung wirksame magnetische Kraft einen Anker so lange gegen einen festen Anschlag drückt, bis ,das thermische Element den Anker von dem Anschlag abhebt und dabei .die Auslösung des Ölschalters herbeiführt.
  2. 2. Distanzzeitrelais (Impedanzzeitrelais) nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, .daß nach Überschreiten des Kräftegleichgewichtes ein Hebel (8) freigegeben wird, der mittels einer an ihm befestigten Feder die Kontakte des Ölschalterbetätigungskreises schließt.
DEW92179D 1933-07-08 1933-07-08 Distanzzeitrelais zum Schutze elektrischer Anlagen Expired DE679855C (de)

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