DE68572C - Gewinnung von Kaliumsulfat oder Kalium-Natriumsulfat aus Salzlösungen - Google Patents
Gewinnung von Kaliumsulfat oder Kalium-Natriumsulfat aus SalzlösungenInfo
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- DE68572C DE68572C DENDAT68572D DE68572DA DE68572C DE 68572 C DE68572 C DE 68572C DE NDAT68572 D DENDAT68572 D DE NDAT68572D DE 68572D A DE68572D A DE 68572DA DE 68572 C DE68572 C DE 68572C
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
- C01D—COMPOUNDS OF ALKALI METALS, i.e. LITHIUM, SODIUM, POTASSIUM, RUBIDIUM, CAESIUM, OR FRANCIUM
- C01D5/00—Sulfates or sulfites of sodium, potassium or alkali metals in general
- C01D5/06—Preparation of sulfates by double decomposition
- C01D5/10—Preparation of sulfates by double decomposition with sulfates of magnesium, calcium, strontium, or barium
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
/J
Leitet man in eine Kainitlösung Ammoniakgas in Quantität gut äquivalent der Hälfte der
in der angewendeten Menge Kainit enthaltenen Magnesiumsalze, trennt die Flüssigkeit von dem
ausgeschiedenen Niederschlag (Mg(OH)2J und
leitet nun weiter Ammoniak in die Lösung, so scheidet sich jetzt, wenn der angewendete
Kainit reiner Kainit war, der ganze Kaliumgehalt der Lösung als Kaliumsulfat (leicht vermischt
mit einigen Procenten Ammomumsulfat), wenn der angewendete Kainit mit Steinsalz verunreinigt
war, der ganze Kaliumgehalt der Lösung als reines Kaliumnatriumsulfat — K9Na(SO^)2 —, frei von jeder Beimischung
von Ammoniumsulfat, aus.
Die Anwesenheit der durch das erste Einleiten von Ammoniak gebildeten Ammoniumsalze
(K2 SO4, Mg SO4, Mg Cl2 + 2 NH3
+ H2O = K1 SO11 + Mg SO4 + 2 NH4 Cl
-f- Mg O) verhindert jede weitere Ausscheidung
von Mg (O H)2 bei dem zweiten Einleiten von
Ammoniak.
Vermengt man die von dem Kaliumsulfat bezw. Kaliumnatriumsulfat getrennte Flüssigkeit
nun mit dem bei dem ersten Einleiten von Ammoniak erhaltenen Niederschlag, so erhält
man durch Erhitzen den gesammten Ammoniakgehalt der Lösung — freies sowohl als gebundenes
— wieder zurück.
Statt Kainit können auch andere Salze, z. B. Kaliummagnesiumsulfat, oder Salzmischungen,
z. B. Carnallit und Magnesium- oder Natriumsulfat, Salzmischungen also, welche Kaliumverbindungen
und Schwefelsäure enthalten, zur Darstellung von K2 SO4 oder Ks Na(SO4J2
benutzt werden.
Durch Zusatz eines Kaliumsalzes, z. B. K Cl, zu einer Lösung von Kainit u. s. w. läfst sich
der gesammte Schwefelsa'uregehalt der Lösung als K2SO4 oder K3 Na(SO4)^1 gewinnen.
Bei Abwesenheit von Magnesiumsalzen, z. B. einer Lösung von K Cl oder Sylvinit und
Glaubersalz, fällt die erste Fällung einfach fort.
Dieses Ammoniakverfahren eignet sich besonders zur Verarbeitung des Rohkainits. Rohkainit
enthält stets beträchtliche Mengen, Steinsalz (30 bis 35 pCt.) beigemengt.
Löst man Rohkainit in ungefähr seinem doppelten Gewicht Wasser und leitet in diese
Lösung Ammoniak, so wird dasselbe vollständig gebunden, bis die Lösung ungefähr einer 2 bis 3proc. Ammoniaklösung entsprechen
würde. Nach ca. 6 bis 12 Stunden —· die Ausscheidung des Mg(OH)2 erfordert diesen
Zeitraum —· trennt man die kaum nach Ammoniak riechende Flüssigkeit von dem Niederschlag.
Voluminös wie dieser Niederschlag in der Flüssigkeit suspendirt erscheint, beträgt derselbe
bei Kainit doch nur ca. 10 pCt., bei Sylvinit und Magnesiumsulfat ca. 5 pCt. des
Gesammtvolumens der Flüssigkeit. In einer Filterpresse verringert sich dieses Volumen
noch erheblich.
Das Waschwasser dieses Niederschlages dient zur Herstellung neuer Mengen Kainitlösung
u. s. w.
Leitet man nun weiter Ammoniak in die von dem Niederschlag getrennte Flüssigkeit, so
geht dies als freies Ammoniak in Lösung und bewirkt die Ausscheidung des Kaliumnatriumsulfats.
Ein Gehalt der Lösung von ca. 10 pCt.
Ammoniak genügt zur Ausscheidung von go bis g5 pCt. des Kaliumgehalts des angewendeten
Kainits.
Die Wiedergewinnung des Ammoniaks erfolgt z. B. genau wie bei dem Ammoniaksodaverfahren,
nur tritt eventuell das erhaltene Magnesiumhydroxyd an Stelle des Kalks, und hat
man 6/e des insgesammt verbrauchten Ammoniaks
schon als freies Ammoniak in Lösung.
Regulirt man den Steinsalzgehalt des Rohkainits, so dafs derselbe dem Magnesiumsulfatgehalt
äquivalent ist, und kühlt die Lösung eines solchen Kainits unter 00C. ab, so
scheidet sich Glaubersalz aus und giebt die vom Glaubersalz getrennte Lösung, nun mit
Ammoniak, wie angegeben, behandelt, reines Kaliumsulfat.
Entweder durch Decken mit wenig Wasser oder durch entsprechenden Zusatz von Magnesiumsulfat
(Kieserit) läfst sich z. B. diese Regulirung des Steinsalzgehalts des Rohkainits
leicht ausführen. Der ganze Kalium-, Natrium- und Schwefelsä'uregehalt des Rohkainits wird
so in der Form von Kaliumsulfat und Glaubersalz gewonnen.
Auch zur Darstellung von Kaliumsulfat oder Kaliumnatriumsulfat aus Sylvinit eignet sich dies
Ammoniakverfahren.
Man behandelt Sylvinit entweder mit einer verdünnten Magnesiumsulfatlösung (Kieseritlösung)
■— auf 2 Molecule K Cl des Sylvinits ι Molecül Mg 5O4 ■— und verfährt genau
wie bei Kainit angegeben, oder man behandelt den Sylvinit mit einer verdünnten Glaubersalzlösung
— auf 2 Molecule K Cl 1 Molecül Na2
5O4-— und kann nun den Kaliumgehalt des
Sylvinits durch Einleiten von Ammoniak direct ausfällen. Enthält der Sylvinit Magnesiumsalze
beigemengt, z. B. Carnallit, so wird eventuell fractionirte Behandlung mit Ammoniak nothwendig.
Der Kaliumgehalt des Carnallits wird dabei auch als Kaliumsulfat gewonnen.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Gewinnung von Kaliumsulfat oder Kaliumnatriumsulfat aus Salzlösungen, welche Kaliumsulfat, oder andere Kaliumverbindungen und Sulfate anderer Metalle, sowie eventuell noch andere Magnesium- oder Natriumverbindungen enthalten, durch Behandeln mit Ammoniak.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE68572C true DE68572C (de) |
Family
ID=342105
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT68572D Expired - Lifetime DE68572C (de) | Gewinnung von Kaliumsulfat oder Kalium-Natriumsulfat aus Salzlösungen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE68572C (de) |
-
0
- DE DENDAT68572D patent/DE68572C/de not_active Expired - Lifetime
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