DE68702C - Verfahren zur Säuerung von Hefenmaische - Google Patents
Verfahren zur Säuerung von HefenmaischeInfo
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- C12N—MICROORGANISMS OR ENZYMES; COMPOSITIONS THEREOF; PROPAGATING, PRESERVING, OR MAINTAINING MICROORGANISMS; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING; CULTURE MEDIA
- C12N1/00—Microorganisms; Compositions thereof; Processes of propagating, maintaining or preserving microorganisms or compositions thereof; Processes of preparing or isolating a composition containing a microorganism; Culture media therefor
- C12N1/14—Fungi; Culture media therefor
- C12N1/16—Yeasts; Culture media therefor
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Das bisher in der Brennerei übliche Verfahren zur Säuerung der Hefenmaische besteht
darin, dafs man diese letztere eine Milchsäuregährung durchmachen läfst. Die Säuerung
wird also durch die Entwickelung der Milchsäurebacterien, deren Keime aus der Luft stammen
und auch in der Maische präexistiren, hervorgerufen. Dafs man hierdurch das in allen anderen Umständen schädliche Milchsäureferment
als nothwendigen Factor in den Betrieb einführt, ist einleuchtend. Vom Standpunkt
der gröfstmöglichen Reinlichkeit der Alkoholgährung aus sollten aber nur Alkoholhefen
{Saccharomyces) mit Ausschlufs aller anderen Bacterienkeime in den Maischen sich
entwickeln dürfen, und es wäre daher die Säuerung auf rein chemischem Wege, etwa
durch Zusatz von Schwefelsäure, Salzsäure oder fertiger organischer Säuren, vorzuziehen, besonders
wenn diese Säuerung mit einer Sterilisirung der Hefenmaische bei Kochtemperatur
verbunden wird.
In dieser Richtung angestellte Versuche haben bis jetzt keine günstigen Resultate ergeben.
Die Mineralsäuren beeinträchtigen oder verhindern das Hefenwachsthum je nach der
kleineren oder gröfseren Menge, in der sie angewendet werden. Was den Zusatz fertiger
organischer Säuren anbelangt, so ist eine gewisse Klasse derselben, wie z. B. Milchsäure
und Weinsäure, allerdings der Entwickelung der Hefe günstig, aber .ihres hohen Preises
wegen nicht anwendbar.
Das in folgendem beschriebene Verfahren hat nur den Zweck, eine organisch-saure Hefenmaische
darzustellen, indem man durch einen rein chemischen Procefs, nämlich durch die Einwirkung alkalischer Substanzen auf einen
Theil des in den süfsen Hefenmaischen enthaltenen Zuckers zunächst die Bildung organischer
Salze veranlafst, deren Säuren man nachher durch Zusatz von Mineralsäuren in Freiheit setzt.
Die auf dem bekannten Wege hergestellte süfse Hefenmaische wird sofort nach der Verzuckerung
mit einer alkalischen Substanz, vorzugsweise Aetznatron, versetzt. Die Menge der
letzteren hängt von deren acidimetrischen Titer ab und ist so zu reguliren, das die auf rhi
Maische kommende Gesämmtalkalität 100 bis 200 g Schwefelsäure äquivalent ist. Eine ganz
feststehende, bestimmte Dosis kann hier nicht angegeben werden, da die nöthige Alkalimenge
sich nach dem zur Hefenmaische verwendeten Rohmaterial richtet und für ein gegebenes
Arbeitssystem speciell durch den Versuch im Kleinen bestimmt werden mufs.
Für reine Grünmalzmaische empfiehlt sich ein Alkalizusatz, entsprechend dem Aequivalent
von 125 bis 150 g H2 SO4 für 1 hl.
Nach Zusatz des Alkalis wird die ganze Masse tüchtig durchgerührt, bis zum Sieden
erhitzt und ungefähr Y2 Stunde lang im Kochen
erhalten. Die anfänglich alkalische Reaction ist nach dieser Zeit gänzlich verschwunden,
oder bis ungefähr auf 1J10 des ursprünglichen
Betrages herabgesunken, eine Erscheinung, welche sich durch die Bildung· organischer
Salze (sogenannter glucinsaurer, auch milchsaurer Salze) auf Kosten eines Theiles der in
der Maische enthaltenen kupferreducirenden Zuckerarten erklärt. Ist man zu dem genannten
Punkt der Neutralität gelangt, so unterbricht
man das Kochen und fügt die Mineralsäure (Schwefel- oder Salzsäure) hinzu, von welcher
also wenigstens das Aequivalent des angewendeten Alkalis nöthig ist, um die gebildeten
organischen Säuren freizumachen. Da aber in der Hefenmaische auch vor der Einwirkung
des Alkalis organische und phosphorsaure Salze präexistirten, so kann man mit dem Mineralsäurezusatz
das Aequivalent des angewendeten Alkalis überschreiten. Im besonderen Falle einer reinen Grünmalzmaische wird dem vorher
angegebenen Beispiel entsprechend 250 bis 300 g H^ SO4 für ι hl zugegeben. Nach gehörigem
Umrühren, um die Säure gleichmäfsig in der Masse zu vertheilen, läfst man noch 1J2 bis
ι Stunde stehen und kühlt dann rasch auf die gewöhnliche Anstelltemperatur des Hefengütes,
20 bis 22° C, ab. Man fügt nun die Mutterhefe hinzu (oder womöglich reingezüchtete
Hefe) und führt die Gä'hrung des Hefengutes wie gewöhnlich. .
Anstatt mit dem Alkali auf die gesammte Hefenmaische einzuwirken, kann man auch nur
einen Theil derselben der Wirkung des Gesammtalkalis unterwerfen oder mit süfser, gewöhnlicher
Maische operiren, hierauf die organische Säure durch Mineralsäure freimachen und sich dann der erhaltenen sauren Flüssigkeit
zum Ansäuern bedienen. Letzteres ist indefs weniger zu empfehlen.
Claims (1)
- Patent-Ansprüch:Verfahren zur Säuerung von Hefenmaische, dadurch gekennzeichnet, dafs durch Einwirkung von Alkalien auf die in der Maische enthaltenen Zuckerarten bei einer dem Siedepunkt der Maische nahe liegenden Temperatur organische Salze gebildet werden, und darauf die Gesammtmenge der in der Maische enthaltenen organischen Säuren durch Zusatz von Mineralsäure frei gemacht wird.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE68702C true DE68702C (de) |
Family
ID=342227
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT68702D Expired - Lifetime DE68702C (de) | Verfahren zur Säuerung von Hefenmaische |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE68702C (de) |
-
0
- DE DENDAT68702D patent/DE68702C/de not_active Expired - Lifetime
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