DE688672C - Schleifmaschine fuer Hohlraeume - Google Patents
Schleifmaschine fuer HohlraeumeInfo
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Description
B169234
Die Erfindung betrifft eine Schleifmaschine für Hohlräume, die die Form von Rotationskörpern
mit einer kreisbogenförmigen Erzeugenden haben, mit einem um einen ortsfesten, während des Schleifens hin und her
geschwenkten, d'as Werkstück aufnehmenden Spindelstock und einem zwecks Arbeitsbeistellung
verschiebbaren Schleifscheibenspindelstock, dessen Schleifscheibe ein dem Profil
des zu schleifenden Hohlraumes kongruentes Kreisbogenprofil hat. Ziel der Erfindung ist,
eine Schleifmaschine zu schaffen, die derart eingerichtet ist, daß bei einfacher, auch von
wenig geschulten Arbeitskräften schnell erlernbarer Bedienung hohe Leistung an Menge
und Güte erzielt werden kann. Dieses Ziel wird gemäß der Erfindung erreicht mit einer
Schleifmaschine, die dadurch gekennzeichnet ist, daß der Drehzapfen des den Abrichtdiamanten
tragenden Schwenkarmes an dem den Schleifscheibenspindelstock tragenden Längsschlitten sitzt und die Beistellung beim
Abrichten durch axiales Verschieben der Schleifscheibe im Schleifscheibenspindelstock
erfolgt.
Schleifmaschinen für die Höhlungen von Werkstücken, deren Wandungen von Umdrehungsflächen
mit kreisbogenförmigen Erzeugenden gebildet werden, wobei der das Werkstück aufnehmende Spindelstock zwecks
einer an sich bekannten Hinundherbewegung der entsprechend geformten Schleifscheibe
längs der Erzeugenden mit dauernder Linienberührung um eine feststehende Achse schwenkbar ist, sind bekannt. Es ist
ferner bei Schleifmaschinen bekannt, die Abrichtvorrichtung auf dem Schleifmaschinengestell
zu befestigen, z. B. dieselbe schwenkbar zum Abrichten eines kreisbagenförmigen
Scheibenprofils anzubringen. Nicht bekannt dagegen ist, in Verbindung mit solcher Anordnung
der Abrichtvorrichtung den Drehzapfen des den Abrichtdiamanten tragenden Schwenkarmes an dem den Schleifscheibenspindelstock
tragenden Längsschlitten anzuordnen und die Beistellung beim Abrichten durch axiales Verschieben der Schleifscheibe
im Schleifscheibenspindelstock zu vollziehen. Durch diese Anordnung wird einerseits ein
schnelles Abrichten der Schleifscheibe erreicht und anderseits ein Abrichten ohne Veränderung
des Kreisbogenprofils, weil die Beistellung beim Abrichten nicht durch Veränderung
des Radius des den Abrichtdiamanten tragenden Schwenkarmes, sondern durch axiales
Verschieben der Schleifscheibe erfolgt. Das Abrichten einer Schleifscheibe, die ein kreisbogenförmiges
Profil hat, ohne daß der Radius des kreisbogenförmigen Profils durch die Beistellung
verändert wird, ist an sich zwar be-
kannt. Dieser Vorschlag wurde jedoch für
eine Schleifmaschine gemacht, bei der entgegen der Vorschrift der vorliegenden Erfindung
die Abrichtvorrichtung nicht mit dem Schleifspindelschlitten auf gemeinsamer
Grundplatte sitzt, der gegenüber die Schleifspindel zwecks Abrichtens verschoben werden
könnte. Beim Abrichten .wird folglich die Einstellung des Schleifzeuges verändert.
ίο Die Schleifmaschine gemäß der Erfindung ist hauptsächlich zur Herstellung der sogenannten
Mantelstöckchen für die Geschoßfertigung bestimmt. Diese Hohlwerkzeuge
wurden bisher allgemein durch Nachreiben von vorgebohrten Stücken hergestellt; diese
wurden gehärtet und von Hand geschliffen. Infolge des durch das Härten sich ergebenden
Werkstoffverzuges ergaben sich derartig große Spielräume, daß dadurch die Herstellung austauschbarer
Werkstücke wegen Mangels an der erforderlichen Maßhaltigkeit hinfällig wurde. Weitere Merkmale der Erfindung ergeben
sich aus den Ansprüchen, wobei die Unteransprüche nur in Verbindung mit dem Hauptansprach
zu bewerten sind.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel einer Schleifvorrichtung gemäß der Erfindung dargestellt. Es zeigt
Abb. ι die Gesamtanordnung in Draufsicht, Abb. 2 die Schleifvorrichtung in Seitenansicht,
wobei der Maschinenfuß und die in diesem untergebrachte Antriebsvorrichtung sowie die Abrichtvorrichtung weggelassen ist.
Abb. 3 stellt in Seitenansicht, in Richtung der Schleifspindelachse gesehen, die gegenseitige
Lage der Schlittenführungen für den Schleifspindelstock, der Abrichtvorrichtung und deren gemeinsame Grundplatte dar.
Abb. 4 zeigt den Kopf der Werks tückspindel, in größerem Maßstabe gezeichnet, in
Vorder- und Seitenansicht.
Abb. 5 stellt im Längsschnitt drei verschiedene Ziehmatrizen dar, wovon α eine
spitz zulaufende kegelförmige Höhlung aüfweist, b eine Höhlung mit abgerundeter Spitze
und c eine Höhlung, die in der Stufe der Spitze in eine zylindrische Bohrung übergeht.
Aufbau der Schleifvorrichtung
Auf dem Masehinenfuß r ruht der Tisch 2, auf dem sich die Platten 3, 4 und 5 aufbauen,
deren oberste, 5, den Sockel 6 des Werkstückspindelstockes
7 trägt. Der Spindelstock 7 ist um den Mittelpunkt seiner Sockelscheibe 6 gegenüber der Platte 5 drehbar eingerichtet
und diese ihrerseits längs verschieb-Iich in Richtung der Spindelachse gegenüber
der Platte 4. Der Antrieb der Werkstückspindel ist aus Abb. 2, soweit hier notwendig,
zu erkennen. Die Platte 4 ist um eine in einer Schlittenführung 11 nach einer Maßteilung 12
einstellbare feste Achse 8 auf der Traglatte 3 drehbar, um so das Werkstück längs der
Kreisbahn der Erzeugenden der zu schleifenden Höhlung bewegen zu können. Die Platte 3
und der Tisch 2 bleiben bei solchem Gebrauch der Maschine in Ruhe.
Auf der Platte 4 ist noch eine kleinere Platte 9 einstellbar befestigt, an welche die
Antriebsstange 10 bei ioa angelenkt ist, die
zur Hinundherschwenkung der Platte 4 um ihre Achse 8 dient. Die zur Steuerung der
Antriebsstange dienenden Teile sind hier nicht weiter zu beschreiben und darzustellen, da
sich die Erfindung nicht auf sie bezieht. Die Begrenzung der Schwenkbewegung der Platte4
und der Antriebsstange erfolgt an der mit Maßteilung versehenen Stellscheibe 63.
Der Kopf 13 der Werkstückspindel ist mit einem unten näher zu beschreibenden Futter
ausgerüstet, das eine solche Einstellung des Werkstückes 15 ermöglicht, daß sich die Erzeugende
16 der im Werkstück beispielsweise vorgearbeiteten Höhlung, von einem festen
Raumpunkt aus gesehen, in sich selbst längs der Kreisbahn i6a verschieben kann.
Die zur Bearbeitung des Werkstückes dienende Schleifscheibe 17 ist mit ihrer Schleifspindel
1.8 im Spindelstock 19 gelagert und
wird an ihrem rückwärtigen Ende bei 20 mittels Riemen 21 o. dgl. angetrieben. Der
Spindelstock 19 ist in einer Prismenführung
22 in Achsenrichtung auf seiner Grundplatte
23 mittels Feingewindespindel 24 verstellbar. Zur Ablesung der Verschiebung ist auf der
Gewindespindel die mit Feinteilung versehene Trommel 25 und an der Grundplatte der Zeiger 261 vorgesehen. Auf der Grundplatte 23
sitzt außer dem Schleifspindelstock noch die Abrichtvorrichtung. Zu deren Befestigung ist
auf die Grundplatte eine kleine Platte 26 aufgeschraubt, die einen Tragarm 27 mit Prismenführung
zur Befestigung der Drehachse 28 für den Abrichtarm 29 besitzt. Die Achse
28 ist längs des Tragarmes 27 nach einer 10S
Maßteilung 301 einstellbar, ebenso der Abrichtarm
29 ' in seiner Schlittenführung 30 gegenüber der Achse 28 nach der Maßteilung
31. Im vorderen Ende des Abrichtarmes 29 ist das Abrichtwerkzeug 32 angebracht, das »10
bei der Schwenkung des Abrichtarmes die Schleifscheibe 17 nach dem Erzeugungsprofil
ιό der herzustellenden kegelförmigen Höhlung
abrichtet. Zur Begrenzung der Schwenkbewegung des Abrichtarmes sind verstellbare An- i»5
schlage 33 und 34 in den Seitenarmen eines an der Grundplatte 23 befestigten Bügels 35
vorgesehen, dessen waagerechte Grundfläche 36 außerdem zur Unterstützung und Führung
des Abrichtarmes dient. Der vordere Teil 37 des Abrichtarmes 29 ist um das mit seiner
Achse in der Schwenkebene liegende Gelenk
38 hochklappbar (vgl. Abb. 3) eingerichtet,
um beim Abrichten zwischendurch die Schleifscheibe 17 und das Abrichtwerkzeug 32 nachsehen
zu können. Der in Arbeitsstellung gesenkte Vorderarm 37 der Abrichtvorrichtung kommt bei Erreichung der waagerechten, gestreckten
Lage mit der Stellschraube 39 auf der dreieckigen Fortsatzplatte 40 des rückwärtigen
Armteiles 29 zum Anschlag. Mittels der Stellschraube 39 wird die Höhenlage des vom Abrichtwerkzeug beschriebenen Kreisbogens
in bezug auf die Schleifspindelachse eingestellt, so daß diese in die Ebene des Kreisbogens fällt.
Das Abrichtwerkzeug 32 ist seinerseits noch in einen besonderen Halter 41 eingesetzt,
der um die zur Schwenkebene des Vorderarmes senkrechte Achse 42 einen Kreisbogen
von verhältnismäßig kleinem Halbmesser r2 zur Erzeugung des Spitzenabrundungsprofüs
an der Schleifscheibe drehbar ist. Zur Führung des Halters 41 ist im Vorderarm ein
kreisbogenförmiger Schlitz 43 angebracht, in dessen Führung der Halter zwischen verstellbaren
Anschlägen 44, 45 hin und her geschwenkt werden kann.
Die eben beschriebene Abrichtvorrichtung und der Schleifspindelstock sind auf einer gemeinsamen
Grundplatte 23 angeordnet, die ihrerseits in Prismenführung 46 in Richtung der Schleifspindelachse gegenüber dem Tisch
47 verstellt werden kann. Der Tisch 47 ist seinerseits in der Prismenführung 48 senkrecht
zur Schleifspindelachse gegenüber dem Tisch 49 verschiebbar; letztgenannter ist fest
mit dem Maschinenfuß verbunden. Der Tisch 47 bleibt bei der Ausführung des Verfahrens
in Ruhe, und nur die gemeinsame Grundplatte 23 des Schleifspindelstockes und der Abrichtvorrichtung
wird in noch zu beschreibender Weise in der Längsrichtung verstellt. Hierfür ist die Feingewindespindel So mit einem
an der Grundplatte befestigten Lager 51 und
einem mit Maßteilung versehenen Handrad 52 vorgesehen. Auf der Gewindespindel 50
sitzt noch ein Stellzeiger 53, der nach der Maßteilung des Handrades 52 einem einer bestimmten
Endlage der Grundplatte 23 entsprechenden, beim Schleifvorgang immer wieder einzustellenden Wert entspricht. Außerdem
ist noch der mit der Grundplatte fest verbundene Zeiger 54 vorgesehen.
Zur Überwachung der Länge des vom Werkstück beschriebenen Bogens sowie des
Zusammenfallens der Achsen der erzeugten Höhlung und der Schleifspindel bei fertiger
Schleif tiefe ist an der Bewegungsstange 10 für die Schwenkplatte 4 des Werkstückspindelstockes
7 eine Meßuhr 5 S (Abb. 1) angebracht,
deren IVteßstift 56 mit einem am Maschinenfuß
o. dgl. festen Anschlag 57 zusammenwirkt.
Ausführung des Schleifverfahrens
i. Schleifen. Das Schleifen der kegelförmigen Drehfläche soll dadurch erfolgen, daß das
Werkstück und die das Erzeugungsprofil tragende Schleifscheibe neben den Drehbewegungen
um ihre Achsen längs einer Erzeugenden der herzustellenden Drehfläche hin und her gehende Schleifbewegungen ausführen.
Es sei angenommen, daß hier die abgenutzte Form eines Mantel stöckchens wiederhergestellt
werden soll. Ein solches Mantelstöckchen kann, wie Abb. 5 bei a, b und c zeigt,
verschiedenartige Ausbildungen seiner Ziehform aufweisen. Diese kann z. B. nach α eine
spitz zulaufende sein, oder, da entsprechend spitz zulaufende Schleifscheiben sich besonders
rasch abnutzen, es kann nach b eine Höhlung mit abgerundeter Spitze geschliffen werden
oder schließlich nach c das Mantelstöckchen eine Längsbohrung besitzen, in welche
die Spitze der Schleifscheibe ausläuft, ohne daß bei einer Abnutzung derselben Schleiffehler
entstehen könnten. Zunächst ist nach Abb. ι der Halbmesser r1 der Erzeugenden
der fertiggeschliffenen Höhlung an der Achse 8 einzustellen. An gegebenen Orten für
die Endpunkte eines Erzeugungshalbmessers r1 sind bei einer bestimmten Maschine
vorhanden: einerseits die Richtungslinie der Schlittenführung 11, längs der der Drehzapfen
8 der Platte 4 eingestellt werden kann, und andererseits die Werkstückspindelachse
als geometrischer Ort für die Kegelspitze der zu erzeugenden Höhlung. Für ein im Kopf
13 der Werkstückspindel fest eingespanntes und fertiggeschliffenes Mantelstöckchen bestimmt
sich nun die geometrisch richtige Lage der Schwenkachse 8 der Platte 4 als der Schnittpunkt der Normalen r1 zur Tangente
an die Erzeugende in der Kegelspitze mit der Geraden, längs der der Schwenkzapfen 8 der
Platte 4 in der Schlittenführung 11 verschoben werden kann. Für den Fall, daß lauter
gleiche Werkstücke geschliffen werden,' kann die Maßteilung 12 zur Vereinfachung gleich
zur Ablesung der unmittelbaren Erzeugungshalbmesser eingerichtet werden. Um nun vorgearbeitete Rohlinge oder abgenutzte uo
und wiederherzustellende Mantelstöckchen mit ihrer Höhlung in stets richtige Lage zur
Schwenkachse bringen zu können, d. h. in eine solche Lage, daß bei einer Verschwenkung
des Werkstückes gegenüber der Schleifscheibe um eine bestimmte Bogenlänge und bei einem
für jedes Werkstück gleichbleibenden Vorschub der Schleifscheibe an allen Werkstücken
Höhlungen von gleicher Tiefe und Weite entstehen, ist der Spindelkopf 13 folgendermaßen
eingerichtet: In der genau zentrischen Bohrung 58 des vorderen Endes der
Werkstückspindel 14 gleitet längs verschiebbar
ein Halter 59 zur Aufnahme des Werkstückes 15, d. i. auf der Zeichnung das Mantelstöckchen
15. Durch die Feder 60 wird das Werkstück 15 mit seiner Stirnfläche gegen
die Anschlagscheibe 61 gedrückt; an dieser ist ein Durchlaß 62 für- die Schleifscheibe 17 vorgesehen.
Die Scheibe 61 ist mittels Feingewinde und nach einer entsprechenden Teilung
in der Muffe 13 in Achsenrichtung vor- und zurückstellbar. Da nun bei jedem Werkstück
vor dem Einspannen in das Futter mittels Tiefenmaßes die Formtiefe, d. h. der Abstand
der Kegelspitze von der Stirnfläche gemessen wird, gibt die \rerstellbarkeit der Anschlagscheibe
61 die Möglichkeit, etwaige Abweichungen von der normalen Formtiefe berücksichtigen
zu können und so jedes Werkstück in der richtigen Lage seiner Höhlung
zur Schwenkachse 8 und schließlich zum Profil der Schleifscheibe bringen zu können, d. h.
in eine solche Lage, bei der sich die Erzeugende der Höhlung, die von der parallel zur
Tischebene durch die Kegelachse gelegte Ebene ausgeschnitten wird, bei der Schwenkbewegung
des Tisches in sich selbst verschiebt. Dieser Ausgleich etwaiger Verschiedenheiten
der Werkstücke an Ort und Stelle ihrer Einspannung ist bei der Vorrichtung
zur Ausführung des Verfahrens gemäß der Erfindung überaus vorteilhaft, denn er bietet
die Möglichkeit, die Einstellung der Schwenkweite des Werkstückes gegen die Schleifspindel
und deren Vorschub gegenüber dem Werkstück stets unverändert zu halten und dabei
stets gleiche Schleiftiefe ohne etwaige Überbelastung der Schleifscheibe bei Abweichung
des Werkstückes' vom Normalmaß zu erhalten. Nachdem nun vermittels der besonderen
Einrichtung des Werkstückspindelkopfes das Werkstück in die richtige Lage zur Schwenkachse
8 des Tisches 4 gebracht ist, ist die Zustellung der Schleifscheibe 17 an das Werkstück
vorzunehmen. Zu diesem Zweck wird ' die für den Schleif spindelstock 19 und die
Abrichtvorrichtung 28, 29, 32 gemeinsame Grundplatte 23 mittels des Handrades 52 so
weit gegen das Werkstück vorgeschoben, bis der Krümmungsmittelpunkt der von einer
parallel zur Tischebene durch die Schleifscheibenachse gelegten Ebene ausgeschnittenen
Erzeugenden in die Achse des Schwenkzapfens 8 des Tisches 4 fällt. Diese Endstellung,
bei der die von der durch die Kegelspitze parallel zur Schwenkebene gelegten Ebene
ausgeschnittene Erzeugende der' angeschliffenen Höhlung sich in sich selbst und zugleich
entlang dem Schleifscheibenprofil verschiebt, wird unter allmählichem Vorschub der Grundplatte
23 erreicht. Da, wie oben auseinandergesetzt, die Werkstücke mit ihrer Höhlung I
und entsprechend dem abzunehmenden Span in stets gleichbleibender Stellung· zur Schwenkachse
8 des Tisches 4 eingespannt werden, wird ein der Spantiefe entsprechender Vorschub
am Einstellorgan 52 des Werkzeugschlittens 23 eingestellt und ein für allemal und ohne Rücksicht auf etwaige Abweichungen
der Werkstückmaße belassen. Desgleichen bleibt auch die Einstellung der Bogenweite,
um die die Tragplatte 4 des Werkstückspindelstockes geschwenkt wird, stets unverändert.
Der Schleifvorgang ist dadurch außerordentlich vereinfacht. Zweckmäßigerweise wird der auf der Antriebsspindel 50 des
Schlittens 23 beliebig einstellbare Stellzeiger 53 vor Beginn des Schleifens nach der Maßteilung
der Stellscheibe 52 auf die ganze Vorschubtiefe eingestellt und während des ■Schleifvorganges
allmählich dem feststehenden Zeiger 54 genähert, bis er sich mit diesem bei
fertiggeschliffener Form deckt.
Die genaue Nachprüfung der Länge des vom Werkstück ausgeführten Schwenkbogens
wie des Zusammenfallens der Achsen der fertiggeschliffenen Höhlung mit der Achse der
voll in diese eingetauchten Schleifscheibe erfolgt von Zeit zu Zeit mittels der abschaltbaren
Meßuhr 55.
Zugleich mit dem Schleifen der Höhlung unter gegenseitiger Verschiebung von Werkstück
und Schleifscheibe längs der Erzeugenden kann eine Spitzenabrundung an die erzeugte
Kegelform angeschliffen werden. Die entsprechende Abrundungskurve an der Schleifscheibe wird, wie weiter unten zu beschreiben
ist, vermittels zwangsläufig geführten Abrichtwerkzeuges als kreisbogenförmige
Kurve an der Schleifscheibe erzeugt. Die Schleifbewegung zwischen dem Werkstück
und der genannten Abrundungskurve findet nun im Gegensatz zu dem Schleifvorgang bei
der Herstellung des größten Teiles des Kegelmantels nicht unter ständiger Berührung
zwischen Schleifscheibe und Werkstück und gegenseitiger Verschiebung längs der Erzeugenden
statt, es nähert sich vielmehr das Abrundungsprofil immer nur beim Hingang des Werkstückes dem Grund der Kegelform,
nimmt beim Anlaufen einen Span ab und tritt wieder zurück. Dieses an sich im Vergleich
zur Schleifbewegung längs der Erzeugenden unvollkommenere Verfahren bringt1-im vorliegenden
Fall bei den geringen Spitzenabrundungen keinerlei Nachteile mit sich, ermöglicht
vielmehr dank der außerordentlich schnell ausführbaren Wiederherstellung des
Scheibenprofils durch Abrichten die Erzeugung der Kegelform mit Spitzenabrundung
mit jeder wünschenswerten Genauigkeit. Größere Abrundungen könnten durch Wiederholung
des zur Herstellung des Kegelmantels
angewendeten Schleifverfahrens ausgeführt werden.
2. Abrichten der Schleifscheibe. Zum Abrichten wird die Grundplatte 23, auf der der
Schleifspindelstock 19 und die Abrichtvorrichtung 27, 28, 29, 32 gemeinsam angeordnet
sind, aus ihrer Arbeitsstellung zurückgenommen. Nach Maßgabe des an der Schleifscheibe
abzunehmenden Spans wird nun die Schleifspindel samt dem Spindelstock mittels Feineinstellung 24, 25, 26 in Achsenrichtung
gegenüber der Grundplatte 23 vorgeschoben. Mit dem Abrichtarm 29, 37, dessen Schwenkachse
28 in bezug auf die Schleifscheibe 17 in genau entsprechender Lage wie die Schwenkachse
8 des Tisches 4 in bezug auf das Werkstück 2 5 angeordnet ist, werden nun hin und
her gehende Schwenkbewegungen ausgeführt und dadurch das Kreisbogenprofil der Erzeugenden
der kegelförmigen Höhlung im Werkstück zwangsläufig und theoretisch rieh-,
tig hergestellt. Da die Schleifscheibe beim Abrichten zwar gegen die Grundplatte 23 verschoben
wird, die Abrichtvorrichtung aber ortsfest auf der Grundplatte 23 verbleibt, entsteht
beim Abrichten das Profil stets an derselben Stelle in bezug auf die Grundplatte^
d.h. daß die Einstellung der Grundplatte selbst in bezug auf das Werkstück trotz des
Abrichtens der Schleifscheibe eine stets unveränderte bleiben kann.
Soll an der Schleifscheibe ein Abrundungsprofil erzeugt bzw. wiederhergestellt werden,
so wird zunächst der Schwenkarm 29, 37 in die dem Ansatzpunkt des Abrundungsprofils
am Kegelprofil entsprechende Stellung unter Anlage an der Anschlagschraube 34 gebracht
und dort festgehalten. Nunmehr wird der Abrichtdiamant 32 mit seinem Halter 41 um
dessen Achse 41 zur Erzeugung des kreisbogenförmigen Abrundungsprofils an der
Schleifscheibe längs der Schlitzführung 43 hin und her geschwenkt. Die Schwenkweite
wird mittels der Anschlagschrauben 44, 45 eingestellt. Auch für diesen Abrichtvorgang
gilt, daß eine Lageänderung des Schleifprofils in bezug auf die Grundplatte 23 nicht eintritt
und deren Einstellung demnach von der Abrichtung unberührt bleibt.
Die gemäß der Erfindung hergestellten kegelförmigen Höhlungen zeichnen sich durch
sehr hohe Genauigkeit aus und sind darin den nach bekannten Verfahren erzeugten wesentlich
überlegen. Die Vorrichtung gemäß der Erfindung ermöglicht durch die Einfachheit ihres Aufbaues, insbesondere der zweckmäßigen
Anordnung der Abrichtvorrichtung, die ein häufiges Abrichten ohne wesentliche Maschinenverstellung gestattet, eine wirtschaftliche
Massenfertigung bei stets gewährleisteter hoher Genauigkeit.
Claims (8)
- Patentansprüche:i.' Schleifmaschine für Hohlräume, die die Form von Rotationskörpern mit einer kreisbogenförmigen Erzeugenden haben, mit einem um einen ortsfesten, während des Schleif ens hin und her geschwenkten, das Werkstück aufnehmenden Spindelstock und einem zwecks Arbeitsbeistellung verschieblichen Schleifscheibenspindelstock, dessen Schleifscheibe ein dem Profil des zu schleifenden Hohlraumes kongruentes Kreisbogenprofil hat, dadurch gekennzeichnet, daß der Drehzapfen des den Abrichtdiamanten tragenden Schwenkarmes an dem den Schleifscheibenspindelstock tragenden Längsschlitten sitzt und die Beistellung beim Abrichten durch axiales Verschieben der Schleifscheibe im Schleifscheibenspindelstock erfolgt.
- 2. Schleifmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Achse (28) des Schwenkarmes (29) der Abrichtvorrichtung auf der Grundplatte einstellbar ist und daß die Abrichtvorrichtung nach der Schwenkweite wie auch nach der Höhenlage der Ebene des beschriebenen Kreisbogens in bezug auf die Höhenlage der Schleifspindelachse einstellbar ist.
- 3. Schleifmaschine nach den Ansprüchen ι und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Abrichtarm (29, 37) in seinem Vorderende (37) das Abrichtwerkzeug (32) in einem besonderen Halter (41) trägt, welcher seinerseits um einen kleineren Halbmesser (rs) schwenkbar ist zur Abrundung des Schleifprofils zwecks Erzeugung einer Abrundung (r2) bei in entsprechender Lage festgehaltenem Abrichtarm.
- 4. Schleifmaschine nach den Ansprüchen ι bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Abrichtarm (29, 37) in seinem vorderen Teil (37) umlegbar, vorzugsweise aus seiner Schwenkebene hochklappbar eingerichtet ist.
- 5. Schleifmaschine nach den Ansprüchen ι bis 4, dadurch gekennzeichnet, no daß zur Ermittlung der Nullage und der der fertigen Schleiftiefe entsprechenden Vorschubstellung des Schleifspindelschlittens (23), dessen Einstellvorrichtung (52) mit Stellzeigern (53) versehen ist, die mit 1 >5 einem gegenüber dem Schlitten festliegenden Zeiger (54) am Maschinengestell (i) zusammenwirken.
- 6. Schleifmaschine nach den Ansprüchen ι bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Schleifscheibe längs ihrer Achse (18) durch Feineinstellung (24, 25, 26)gegenüber dem Abrichtwerkzeug (32) verschiebbar ist.
- 7. Schleifvorrichtung nach den Ansprüchen ι bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß an der die Schwenkplatte (4) des Werkstückspindelstockes (7) antreibenden Bewegungsstange (10) eine mit einem feststehenden Maschinenteil zusammenwirkende Meßuhr (55) angebracht ist zur Überwachung der Länge des vom Werkstück (15) längs der Erzeugenden (i6a) beschriebenen Bogens sowohl wie des Zusammenfallens der Achsen der erzeugten Höhlung mit der Schleifspindelachse bei endgültig erreichter Schleiftiefe.
- 8. Schleifvorrichtung nach den Ansprüchen ι bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das im Aufnahmefutter (13, 59, 61) der Werkstückspindel (14) in der Längsrichtung geführte Werkstück (15) kraftschlüssig, vorzugsweise durch Federkraft mit seiner der Schleifscheibe (17) zugekehrten Stirnfläche an eine mit entsprechender Maßteilung versehene, im Feingewinde verstellbare Anschlagscheibe (61) angedrückt wird.Hierzu ι Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1935B0169234 DE688672C (de) | 1935-03-31 | 1935-03-31 | Schleifmaschine fuer Hohlraeume |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1935B0169234 DE688672C (de) | 1935-03-31 | 1935-03-31 | Schleifmaschine fuer Hohlraeume |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE688672C true DE688672C (de) | 1940-02-28 |
Family
ID=7006265
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1935B0169234 Expired DE688672C (de) | 1935-03-31 | 1935-03-31 | Schleifmaschine fuer Hohlraeume |
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|---|---|
| DE (1) | DE688672C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN103358198A (zh) * | 2013-07-12 | 2013-10-23 | 上海赛慧机械有限公司 | 一种利用车床导轨结构的简易内孔磨削机构 |
-
1935
- 1935-03-31 DE DE1935B0169234 patent/DE688672C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN103358198A (zh) * | 2013-07-12 | 2013-10-23 | 上海赛慧机械有限公司 | 一种利用车床导轨结构的简易内孔磨削机构 |
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