DE68907169T2 - Verfahren und Vorrichtung zum Handhaben von blattförmigem Material. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum Handhaben von blattförmigem Material.

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DE68907169T2 DE1989607169 DE68907169T DE68907169T2 DE 68907169 T2 DE68907169 T2 DE 68907169T2 DE 1989607169 DE1989607169 DE 1989607169 DE 68907169 T DE68907169 T DE 68907169T DE 68907169 T2 DE68907169 T2 DE 68907169T2
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Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Handhaben von biegsamen blattförmigen Materialien oder biegsamen Flächengebilden und insbesondere zum Bewegen von Teilen oder Stücken eines Stoffes über einen Werktisch in einem Bekleidungsherstellungssystein, wobei unter Stoff ganz allgemein eine geeignete Ware zum Herstellen von Kleidungsstücken und ähnlichen Produkten verstanden werden soll, beispielsweise Textilware.
  • Kleidungsstücke, wie Unterwäsche und Blusen, sind bisher dadurch hergestellt worden, daß geeignet geformte Stücke Stoff ("geschnittene Teile") zur maschinellen Verarbeitung einer Bearbeiterin zugeführt werden, die dann die Stoffstücke aufeinanderlegt und/oder faltet, wie es gerade erforderlich ist, und sie dann von Hand durch eine Nähmaschine führt. Die Bearbeiterin bildet Nähte und Säume aus, verbindet die Kanten der geschnittenen Teile und fügt Spitzen, Besätze und elastisch gemachte Gürtelbänder hinzu, wie es erforderlich ist. Die Genauigkeit der Positionierung der Nähte hängt von der Fertigkeit der Bearbeiterin ab, und Kleidungsstücke gleicher Nenngröße können deshalb unterschiedlich nach Umfang und Form ausfallen.
  • Es wurden Systeme vorgeschlagen, die wenigstens einen Teil des Herstellungsverfahrens unter Verwendung eines Roboters automatisieren sollen, wobei ein geschnittenes Teil zu einer Arbeitsstation, beispielsweise einer Nähmaschine, bewegt wird. Die Bewegung des geschnittenen Teils wird von einem "Greifer" bewirkt, der an der Ausgangswelle des Roboters befestigt ist und der mit der Oberseite des geschnittenen Teils in Berührung gebracht wird.
  • Infolge der flexiblen Natur des Stoffes oder der Textilware sind die Abmessungen von geschnittenen Teilen, die gleichzeitig von einem dicken Stapel ausgeschnitten werden, der viele Stofflagen enthält, nicht akkurat. Weiterhin sind bekannte Automaten zum Trennen der Lagen und zum aufeinanderfolgenden Zuführen der geschnittenen Teile zum Arbeitstisch nicht in der Lage, die geschnittenen Teile auf dem Arbeitstisch genau zu positionieren. Diese Umstände wirken der Möglichkeit einer genauen Lokalisierung des Greifers auf dem geschnittenen Stück durch den Roboter entgegen und wirken damit auch der Möglichkeit der Herstellung von Kleidungsstücken mit genauen Abmessungen und Formen entgegen.
  • In der GB-A-2 106 272 ist ein Programmiergerät für einen Nähautomaten offenbart, in welchem Nähanweisungen gespeichert sind, die einer erforderlichen gekrümmten Stichlinie entsprechen. Die Ware oder der Stoff wird zwischen zwei Rahmen geklemmt, die als eine Baugruppe in bezug auf die Nähnadel bewegt werden. Maßnahmen zum genauen Positionieren eines Greifers auf einem Stoffstück sind nicht vorgesehen.
  • Ein Ziel der Erfindung ist es, ein verbessertes Verfahren und eine verbesserte Vorrichtung zum Positionieren eines Greifers auf einem geschnittenen Stück vorzusehen, wobei die tatsächliche Größe des geschnittenen Teils und die erforderlichen Positionen von allen Nähten bei der Positionierung in Betracht gezogen werden.
  • Nach einem Aspekt der Erfindung ist vorgesehen ein Verfahren zum Positionieren eines Greifers auf einem Stück Stoff, das anschließend einer oder mehreren Nähmaschinen zum Nähen einer Vielzahl Nähte bei verschiedenen Positionen auf dem Stück Stoff zuzuführen ist, welches Verfahren enthält: Abspeichern von Daten, die ein Muster von Koordinaten darstellen, das die erforderlichen Positionen von all den Nähten genau definiert; Betrachten des Umrisses des Stückes Stoff, auf dem der Greifer zu lokalisieren ist, und Erzeugen von Daten, die auf den Umriß bezogen sind; Bestimmen aus den Umrißdaten und den Musterdaten eines gedachten annehmbaren Ortes für das Muster von Koordinaten in bezug auf den Umriß, so daß ein genaues Nähen all der Nähte erreicht werden kann; und Lokalisieren des Greifers auf dem Stück Stoff bei einer Position, die in Abhängigkeit von dem gedachten Ort festgelegt ist.
  • Das Stück Stoff wird verworfen, wenn ein hinreichender gedachter Ort in bezug auf den Umriß nicht festgelegt werden kann.
  • Nach einem anderen Aspekt der Erfindung ist vorgesehen ein Gerät zum Positionieren eines Greifers auf einem Stück Stoff, das anschließend einer oder mehreren Nähmaschinen zum Nähen einer Vielzahl Nähte bei verschiedenen Positionen auf dem Stück Stoff zuzuführen ist, welches Gerät enthält: eine Einrichtung zum Speichern von Daten, die ein Muster von Koordinaten darstellen, das die erforderlichen Positionen von all den Nähten genau definiert; eine Einrichtung zum Betrachten des Umrisses des Stückes Stoff, auf dem der Greifer zu positionieren ist, und zum Erzeugen von Daten, die auf den Umriß bezogen sind; eine auf die Umrißdaten und die Musterdaten ansprechende Einrichtung zum Bestimmen eines gedachten annehmbaren Ortes für das Muster von Koordinaten in bezug auf den Umriß, so daß ein genaues Nähen von all den Nähten anschließend durchgeführt werden kann; und eine Robotereinrichtung zum Lokalisieren des Greifers auf dem Stück Stoff bei einer Position, die in Abhängigkeit von dem gedachten Ort festgelegt ist.
  • Ausführungsformen der Erfindung werden nachstehend beispielshalber unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
  • FIG. 1 und 2 eine schematische Ansicht von oben bzw. von der Seite auf einen Abschnitt eines Bekleidungsherstellungssystems mit einem Greiferpositioniergerät nach der Erfindung,
  • FIG. 3 eine Ansicht von oben auf ein geschnittenes Teil zum Herstellen eines Kleidungsstücks, wobei ein Nahttoleranzband aufgezeigt ist,
  • FIG. 4 eine gedachte Schablone für ideale Nahtpositionen eines aus dem geschnittenen Teil herzustellenden Kleidungsstücks,
  • FIG. 5 kritische Bereiche des Toleranzbandes nach FIG. 3 mit der darauf angeordneten gedachten Schablone,
  • FIG. 6 eine Darstellung zur Berechnung des Abstands vom Rand des geschnittenen Teils zu der gedachten Schablonenlinie, und
  • FIG. 7 ein Diagramm zur Darstellung erlaubter Nahtpositionstoleranzen zur Verwendung bei der Bestimmung einer gedachten Schablonenposition bei einer alternativen Ausführungsform der Erfindung.
  • Bezugnehmend auf FIG. 1, enthält ein Kleidungsstück - oder Bekleidungsherstellungssystem einen glatten flachen Arbeitstisch 1, uber den geschnittene Teile zwischen Arbeitsstationen, beispielsweise einem Manipulator 2 und einer Nähmaschine 3, mit Hilfe eines Roboters 4 bewegt werden. Bei dem Roboter handelt es sich um eine Ausführung nach Portal- oder Brückenbauart, d.h. der Roboter hängt getragen von Schienen 5, 6, längs derer er sich in der x- und y-Richtung bewegen kann, über dem Tisch 1. Eine Ausgangswelle 7 des Roboters kann nach oben und unten verschoben werden (z-Bewegung), und die Ausgangswelle kann sich um ihre vertikale Achse (θ-Bewegung) drehen.
  • Geschnittene Teile fallen in Bündeln oder Stapeln an, und ein solcher Stapel 8 ist längsseits des Tisches in der dargestellten Weise an einer solchen Stelle positioniert, daß ein Lagenseparator und -zubringer 9 das jeweils oberste geschnittene Teil vom Stapel abnehmen und auf den Tisch bringen kann. Ein von der Vorrichtung 9 auf den Tisch gebrachtes geschnittenes Teil 10 ist in der Figur dargestellt.
  • Das auf dem Tisch 1 befindliche geschnittene Teil wird von einer Videokamera 11 betrachtet, die oberhalb des Tisches montiert oder in die Oberfläche des Tisches eingebaut sein kann. Bei der Ausführung nach den FIG. 1 und 2 befindet sich die Kamera in der letztgenannten Position, was auch zur Klarheit bei der figürlichen Darstellung beiträgt. Die Kamera kann eine Anordnung Bildpunkte oder Pixel (beispielsweise 512 x 512) enthalten, ist jedoch vorzugsweise eine Zeilenabtastkamera, wobei eine relative Bewegung zwischen der Kamera und dem geschnittenen Teil notwendig ist, damit das geschnittene Teil in seiner Gesamtheit abgetastet werden kann. Eine Zeilenabtastkameraanordnung ergibt eine bessere Auflösung als eine Matrixkamera und nimmt weniger Raum in Anspruch, jedoch müssen Maßnahmen zum Erzeugen der Relativbewegung vorhanden sein. Der Ausgang der Kamera wird einem Bildverarbeitungssystem 12 zugeführt.
  • Ein Greifer 13 ist an der Unterseite der Roboterwelle befestigt und dient zum Bewegen des geschnittenen Teils zu dem Manipulator 2, wo das geschnittene Teil gefaltet wird, oder zu der Nähmaschine 3. Der Greifer ist eine flache Platte geeigneter Form oder Gestalt, die sich nach unten auf das geschnittene Teil senkt, so daß das geschnittene Teil mit einer Geschwindigkeit, Orientierung und Richtung über den Tisch geschoben werden kann, die fortwährend von einer Robotersteuerung 14 bestimmt werden, die die Bewegungen des Roboters 4 steuert.
  • Das Bildverarbeitungssystem 12 enthält einen Datenspeicher, in den eine ideale theoretische "Schablone" von Koordinaten eingegeben wird, die sämtliche Nahtlinien für das Kleidungsstück definieren, das aus dem in FIG. 3 dargestellten geschnittenen Teil 10 hergestellt werden soll. Die Schablone 15 ist in FIG. 4 gezeigt. Aus der von der Kamera gelieferten Information bestimmt das Bildverarbeitungssystem eine annehmbare oder taugliche Position für die Schablone, die in einer erforderlichen Weise orientiert wird, damit sie auf das geschnittene Teil so paßt, daß die notwendige Materialmenge für jede Naht an der jeweiligen Seite über die Schablone hinausragt. Für manche Nähte, wo eine Verbindung erforderlich ist, muß die Schablone auf das geschnittene Teil 10 fiktiv so lokalisiert werden, daß die Materialmenge, die sich an diesem Rand oder dieser Kante über die Schablone erstreckt, zwischen einem vorbestimmten genauen Maximalwert und einem vorbestimmten genauen Minimalwert liegt. Bei anderen Nähten, beispielsweise solchen, wo überschüssiges Material beim Nähen automatisch abgeschnitten wird, muß die Materialmenge zwischen einem genauen Minimum und einem Maximum liegen, das jedoch nicht so genau sein muß.
  • Wenn das Bildverarbeitungssystem feststellt, daß es nicht möglich ist, die Schablone auf ein besonderes geschnittenes Teil, das abgetastet worden ist, zu passen, kann das geschnittene Teil in einer hinreichenden Weise nicht verwendet werden und wird verworfen. Andernfalls wird die Schablone in der erforderlichen Position fiktiv oder gedanklich aufgepaßt, und der Roboter wird in Übereinstimmung mit dieser Schablonenposition von der Robotersteuerung so bewegt, daß der Greifer in bezug auf die Schablone in seiner richtigen Position auf das geschnittene Teil abgesenkt wird, damit der erste Herstellungsvorgang ausgeführt werden kann. Wenn beispielsweise der erste Vorgang die Bindung oder Einfassung eines Randes oder einer Kante umfaßt, wird der Greifer mit dem erforderlichen Abstand von dieser Kante plaziert, damit die Nähmaschine 3, der der Roboter 4 die Kante zuführt, die Bindung oder Einfassung in der korrekten Position näht. Nachdem die Schablone anfänglich auf das geschnittene Teil gepaßt worden ist, kann die Steuerung alle zukünftigen Operationen steuern, und zwar unter der Voraussetzung oder Annahme, daß das geschnittene Teil keine Gelegenheit hatte, eine Relativverschiebung gegenüber dem Greifer 13 oder einem nachfolgenden Greifer oder Manipulator auszuführen, so daß jede Falte und Naht in Übereinstimmung mit dem ursprünglichen oder anfänglichen Nahtmuster genau bei der richtigen Position ausgeführt wird. Die Folge davon ist, daß ein genau bemessenes Kleidungsstück bei jedem Arbeitszyklus des Systems hervorgebracht wird.
  • Die Schablonenlokalisierungsroutine verwendet ein Schwellenwertbild, um die Kanten- oder Randaußenlinie des geschnittenen Teils zu erzeugen. Die Außenlinie wird als Anordnung oder Gruppe von Koordinaten gespeichert, die der Randposition des geschnittenen Teils für jede Bildlinie entsprechen.
  • Bezugnehmend auf FIG. 5, werden die Ecken 16 bis 21 des geschnittenen Teils dadurch lokalisiert, daß das Differential zweiter Ordnung berechnet wird, d.h. die Änderungsgeschwindigkeit des Gradienten für jeden Punkt an der Außenlinie. Bei einer Ecke geht der Gradient durch eine Diskontinuität, und jede Ecke kann daher erkannt werden. Diese Technik liefert nachgeahmte Eckendaten, die durch Anpassung der gefundenen Ecken mit zuvor definierten erwarteten Eckenpositionen eliminiert werden können.
  • Die Nahttoleranzbänder 22 bis 27 werden für die jeweiligen Ränder des geschnittenen Teils zwischen Paaren von Ecken dadurch gefunden, daß zuvor definierte Grenzen verwendet werden. Wenn die geforderte Naht zwischen benachbarten Ecken eine Gerade ist, wird für den Rand des geschnittenen Teils unter Verwendung einer am besten durch einige Außenlinienpunkte passende Linie eine Gleichung berechnet. Diese wird verschoben durch den maximalen und minimalen Nahtabstand von dem Rand des geschnittenen Teils, um Gleichungen zu bilden, die die Grenzen des Nahttoleranzbandes definieren. Für gekrümmte Ränder wird unter Verwendung von einigen Punkten in der Nachbarschaft der Ecken eine am besten passende Linie berechnet. Bei jeder Ecke überschneiden sich Paare von Nahttoleranzbänder und bilden kritische Bereiche 28 bis 33. Wenn die Ecken 34 bis 39 der idealen Nahtschablone 15 allesamt innerhalb der kritischen Bereiche lokalisiert werden können, folgt daraus, daß die Nähte des geschnittenen Teils innerhalb der Toleranzabstände von den Rändern des geschnittenen Teils genäht werden können und daß sich die Schablone in einer annehmbaren Position befindet.
  • Um zu versuchen, die Nahtschablone innerhalb der kritischen Bereiche zu plazieren, wird die Schablonenecke (beispielsweise die Ecke 35), die dem kleinsten kritischen Bereich (beispielsweise dem Bereich 29) entspricht, in die Mitte dieses Bereiches plaziert. Die minimalen und maximalen Abstände zwischen der Mitte des kleinsten kritischen Bereiches und den anderen kritischen Bereichsgrenzen werden berechnet. Die festen Abstände zwischen den Nahtschablonenecken müssen innerhalb dieser berechneten minimalen und maximalen Abstände liegen, damit die Mitte des kleinsten kritischet Bereiches für die entsprechende Schablonenecke eine gültige Position ist. Wenn die Mitte des kleinsten kritischen Bereiches nicht annehmbar ist, dann wird die Gültigkeit der Grenzecken des kleinsten kritischen Bereiches in Betracht gezogene Falls von diesen keine gültig ist, dann ist es nicht möglich, die Nahtschablone auf das geschnittene Teil aufzupassen, und das geschnittene Teil wird verworfen.
  • Wenn die Schablonenecke des kleinsten kritischen Bereiches als hinreichend lokalisiert worden ist, werden die minimalen und maximalen Drehungen, die um die Schablonenecke des kleinsten kritischen Bereiches erforderlich sind, um die anderen Schablonenecken in ihre entsprechenden kritischen Bereiche zu drehen, berechnet. Ist die größte minimale Drehung größer als die kleinste maximale Drehung, dann ist es nicht möglich, die Nahtschablone auf das geschnittene Teil zu passen, und es wird verworfen. Andernfalls wird die Nahtschablone um einen Mittenwert zwischen der größten minimalen Drehung und der kleinsten maximalen Drehung gedreht.
  • Alle Ecken der Schablone sind jetzt hinreichend plaziert. Es wird eine Überprüfung ausgeführt, um sicherzustellen, daß die Ränder der Schablone auch in die jeweiligen Toleranzbänder fallen. Falls ein Rand nicht hineinpaßt, wird die Schablonenposition nachgestellt, und die Überprüfungen und Repositionierungen werden wiederholt.
  • Der Abstand L eines Randes der Schablone 15 von dem entsprechenden Rand des geschnittenen Teils 10 wird in Übereinstimmung mit FIG. 6 nach der folgenden Gleichung bestimmt:
  • Diese Schablonenlokalisierungsroutine gestattet eine leichte Lokalisierung bezüglich gekrümmter Ränder eines geschnittenen Teils.
  • Eine alternative Schablonenlokalisierungsroutine wird jetzt beschrieben. Die Routine lokalisiert eine Anzahl von Punkten auf dem geschnittenen Teil. Diese Punkte können sein entweder Ecken oder spezifische Punkte, wie der Mittenpunkt zwischen zwei Ecken, der Schwerpunkt, oder die Schnittstelle von zwei Mittenlinien. Jedem Rand (oder jeder Naht) wird eine Gewichtsfunktion zugeordnet, die von der für diesen Rand erforderlichen Genauigkeit abhängt, und der zugeordnete Punkt hat somit einen Bewertungs- oder Gewichtungsfaktor, der durch die benachbarten Ränder bestimmt ist. Einem Punkt oder einem Rand, der eine kleine Toleranz hat, wird bei den nachfolgenden Operationen eine hohe Gewichtsfunktion zugeordnet.
  • Bezugnehmend auf FIG. 7, werden ein Winkel θ und eine Distanz S1 von den Nähtoleranzen für jeden Rand oder jede Mittenlinie abgeleitet. Jeder Rand, wie die Ränder 40 und 41 in FIG. 7, hat für Nähoperationen eine minimale und eine maximale Toleranz, und eine mittlere Toleranz wird für jeden Rand berechnet (inmitten zwischen der minimalen und maximalen Toleranz). Für eine Ecke, wie die Ecke 42, beziehen sich die Werte S1 und θ auf die Schnittstelle 43 der mittleren Toleranzen für die beiden benachbarten Ränder 40, 41. (Diese wird definiert als mittlere Toleranzschnittstelle). S1 ist die Verschiebung von der Ecke zu der Schnittstelle, und θ ist der Winkel einer Linie 44, die die Ecke mit der Schnittstelle 43 verbindet, bezogen auf den Schwerpunkt des geschnittenen Teils.
  • Für jeden Punkt werden die x- und y-Verschiebung und Drehung gegenüber dem Schwerpunkt, um eine Bewegung von der theoretischen Position der mittleren Schnittstelle auf der Schablone (x'ave,y'ave) nach (xave, yave) auszuführen, berechnet. Dies hängt ab von der tatsächlichen Orientierung und Gestalt des geschnittenen Teils und ist der erforderlichen Schwerpunkt-Verschiebung/Drehung äquivalent, um die Schablone mit diesem Punkt auf dem geschnittenen Teil in Übereinstimmung zu bringen. Das für jeden Punkt gefundene gewichtete Mittel der Schwerpunkt-Verschiebung/ Rotation wird dann berechnet, um die gewünschte Greiferschwerpunktlokalisierung zu erhalten. Von diesen Werten kann die Verschiebung/Drehung des Greiferangriffspunktes berechnet werden.
  • Die Lokalisierung einer Ecke kann in Abhängigkeit von der Art der Ecke mit einer Vielzahl von Methoden vorgenommen werden. Eine Methode ist es, die Schnittstelle von einigen Linien mit dem Rand des Stoffes nahe der Ecke zu finden, und dann die Eckenposition zu extrapolieren. Mittenlinien kann man durch Interpolation von den beiden Rändern finden.
  • Es gibt eine Reihe möglicher Routinen, um besondere interessierende Merkmale innerhalb eines geschnittenen Teils zu finden.
  • Beispielsweise eine Ecke kann man unmittelbar unter Anwendung einer Faltung finden. Ecken Bann man finden durch Faltung des Bildes des geschnittenen Teils mit bestimmten Eckenformen und durch Aufsuchen der besten Übereinstimmungen. Für ein ideal geschnittenes Teil ist diese Methode nicht unfehlbar, und typischerweise können lediglich eine oder zwei Ecken gefunden werden. Der Greiferlokalisierungsalgorithmus liefert aber immer noch eine annehmbare Übereinstimmung zwischen der Schablone und dem geschnittenen Teil. In der Praxis sind die Ecken des geschnittenen Teils nicht perfekt, so daß bei der Übereinstimmungsanpassung Fehler auftreten können.
  • Für Komponenten mit geraden Rändern, kann man die Ecken durch Lokalisierung einer Reihe von Punktem auf jedem Rand und durch Legen einer Linie durch die Punkte auffinden. Die Eckenlokation oder der Eckenort kann dann unter Verwendung der Schnittstelle von zwei aneinandergrenzenden Rändern berechnet werden.
  • Für Teile oder Komponenten mit gekrümmten Rändern kann man eine Reihe von Punkten auf dem Rand lokalisieren und eine vordefinierte Kurve durch die Punkte legen. Die Eckenlokation kann dann unter Verwendung der Schnittstelle von zwei aneinandergrenzenden Rändern berechnet werden.
  • Mittenlinien kann man von den Gleichungen für zwei Ränder auffinden.
  • Der Ort oder die Lokation jedes Punktes, der vom Greiferlokationsalgorithmus verwendet wird, wird im Bildverarbeitungssystem identifiziert und gespeichert. Die erforderliche Verschiebung des Greiferschwerpunkts, um jeden Punkt separat zu seiner idealen Position zu bewegen, wird dann unter Verwendung von S1 und θ berechnet. Das Bildverarbeitungssystem berechnet gewichtete Mittel oder Durchschnitte dieser Werte, um die gewünschte Greiferschwerpunktverschiebung zu erzeugen. Die Robotersteuerung 14 (FIG. 2) erfordert eine Verschiebung/Drehung für den Greiferangriffspunkt, der eine von dem Greiferschwerpunkt verschiedene Position haben kann. Das Bildverarbeitungssystem 12 berechnet daher die erforderliche Verschiebung/Drehung für den Greiferangriffspunkt von den Werten für den Schwerpunkt und den Versetzungen für den Greiferangriffspunkt.
  • Ein geeigneter Algorithmus ist unten aufgeführt. Die entsprechenden Abstände und Winkel sind in FIG. 7 dargestellt.
  • 1) Für Ecken - Einsetzen eines Fensters um die Ecke herum.
  • 2) Finde Ecke und Speichere Lokation in der Matrix im Sichtverarbeitungssystem.
  • 3) Wiederhole 1 und 2 für alle definierten Merkmale.
  • 4) Berechne für jeden Punkt die erforderliche Schwerpunkt- Verschiebung/Drehung unter Verwendung der folgenden Gleichungen:
  • Die optimale Schwerpunktlokation ist (x'ave- xave), (y'ave-yave).
  • Die optimale Schwerpunktlokation für den Punkt wird sein:
  • 5) Nimm von der gemittelten Schwerpunkt-Verschiebung/Drehung den gewichteten Durchschnitt, um die erforderliche Greiferlokation zu berechnen.
  • 6) Berechne Verschiebung/Drehung für Greiferangriffspunkt aus Schwerpunktversetzung und Einrichtdaten.
  • 7) Übermittle Greiferangriffspuflktversetzung und Achsendrehung zur Robotersteuerung.
  • Das Sichtverarbeitungssystem ist genötigt, den Versatz der tatsächlichen Greiferschwerpunktposition von der theoretischen Schablonenschwerpunktposition zu finden. Die Routine berechnet anfangs die Versetzung der tatsächlichen mittleren Toleranzschnittstelle (xave, yave) von dem Punkt (xact, yact) des geschnittenen Teils unter Verwendung der unten abgeleiteten Gleichungen: Daraus folgt:
  • Die optimale Lokation für den Greiferschwerpunkt bei diesem Punkt ist der Versatz von der theoretischen Schnittstellenposition (x'ave, y'ave) zur tatsächlichen Schnittstellenposition (xave, yave). Der tatsächliche Versatz der Greiferschwerpunktposition von der Schablonenschwerpunktposition wird berechnet unter Verwendung des gewichteten Mittels der optimalen Greiferschwerpunktversätze,
  • d.h. optimaler Schwerpunktversatz = (x'ave-xave), (y'ave-yave)
  • Der Rotations- oder Drehwinkel (∅) für den Schwerpunkt bei diesem Punkt muß dann aus den folgenden Gleichungen berechnet werden:
  • Die Änderung in der Drehung zwischen der theoretischen Greiferschwerpunktorientierung und der tatsächlichen Orientierung des Greiferschwerptinktes kann man finden unter Verwendung des gewichteten Mittels von ∅ für Jeden Punkt. Von der Greiferschwerpunktverschiebung und den Drehungsversätzen kann man die Versätze des Greiferangriffspunktes berechnen.
  • Unter Verwendung der Erfindung werden alle Nähte der Kleidungsstücke bei den richtigen Positionen genau genäht, und zwar trotz Unterschieden in den Größen und Formen der geschnittenen Teile und trotz des Umstandes, daß der Lagenseparator und -zubringer die geschnittenen Teile nicht genau auf dem Tisch positioniert. Somit wird eine hohe verbesserte Übereinstimmung zwischen den Bekleidungsnenngrößen erreicht.

Claims (6)

1. Verfahren zum Positionieren eines Greifers (13) auf einem Stück Stoff (10), das anschließend einer oder mehreren Nähmaschinen (3) zum Nähen einer Vielzahl Nähte (22 bis 27) bei verschiedenen Positionen auf dem Stück Stoff zuzuführen ist, gekennzeichnet durch: Abspeichern von Daten, die ein Muster von Koordinaten darstellen, das die erforderlichen Positionen von all den Nähten genau definiert; Betrachten des Umrisses des Stückes Stoff, auf dem der Greifer zu lokalisieren ist, und Erzeugen von Daten, die auf den Umriß bezogen sind; Bestimmen aus den Umrißdaten und den Musterdaten eines gedachten annehmbaren Ortes (15) für das Muster von Koordinaten in bezug auf den Umriß, so daß ein genaues Nähen all der Nähte erreicht werden kann; und Lokalisieren des Greifers auf dem Stück Stoff bei einer Position, die in Abhängigkeit von dem gedachten Ort festgelegt ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß, falls ein solcher annehmbarer Ort (15) nicht bestimmt werden kann, das Lokalisieren des Greifers unterbunden wird und das Stück Stoff (10) verworfen wird.
3. Gerät zum Positionieren eines Greifers (13) auf einem Stück Stoff (10), das anschließend einer oder mehreren Nähmaschinen (3) zum Nähen einer Vielzahl Nähte (22 bis 27) bei verschiedenen Positionen auf dem Stück Stoff zuzuführen ist, gekennzeichnet durch: eine Einrichtung (12) zum Speichern von Daten, die ein Muster von Koordinaten darstellen, das die erforderlichen Positionen von all den Nähten genau definiert; eine Einrichtung (11) zum Betrachten des Umrisses des Stückes Stoff, auf dem der Greifer zu positionieren ist, und zum Erzeugen von Daten, die auf den Umriß bezogen sind; eine auf die Umrißdaten und die Musterdaten ansprechende Einrichtung zum Bestimmen eines gedachten annehmbaren Ortes (15) für das Muster von Koordinaten in bezug auf den Umriß, so daß ein genaues Nähen von all den Nähten anschließend durchgeführt werden kann; und eine Robotereinrichtung (4) zum Lokalisieren des Greifers auf dem Stück Stoff bei einer Position, die in Abhängigkeit von dem gedachten Ort festgelegt ist.
4. Gerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zum Betrachten des Umrisses eine Videokamera (11) enthält.
5. Gerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zum Betrachten des Umrisses eine Zeilenabtastkamera (11) enthält und daß eine Einrichtung vorgesehen ist, die eine Relativbewegung zwischen der Zeilenabtastkamera und dem Stück Stoff (10) veranlaßt, so daß das gesamte Stück Stoff betrachtet werden kann.
6. Gerät nach irgendeinem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Robotereinrichtung (4) einen Portalroboter mit einer im wesentlichen senkrechten Ausgangswelle (7) enthält, an der der Greifer (13) angebracht ist.
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