DE68907954T2 - Sprühtrocknung von Mikroorganismen mit Eiskeime bildender Aktivität. - Google Patents

Sprühtrocknung von Mikroorganismen mit Eiskeime bildender Aktivität.

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Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Wiedergewinnung von Mikroorganismen, die eine Eiskristallbildungsaktivität aufweisen, aus einem Medium mit den Mikroorganismen, in getrockneter Form.
  • In der US-Patenschrift 4 200 228 wird ein Verfahren zur Herstellung von Schnee beschrieben, bei dem Mikroorganismen in Tröpfchen eingeschlossen sind, die in die Luft versprüht werden. Der Mikroorganismus, der verwendet wird, ist von dem Typ, von dem bekannt ist, daß er eine Eiskristallbildung fördert. Als Ergebnis hiervon kann Schnee bei Temperaturen erzeugt werden, die viel höher liegen als die Temperaturen, bei denen eine Schneebildung normalerweise möglich ist. Ein typischer Mikroorganismus, der in diesem Verfahren verwendet werden kann, ist ein Pseudomonad und insbesondere pseudomonas syringae.
  • Es ist offensichtlich, daß wenn dieses Verfahren in einem beliebigen Maßstabe durchgeführt wird, große Mengen an Mikroorganismen benötigt werden. Weiterhin ist es wünschenswert, daß die Mikroorganismen in einer trockenen Form erhalten werden, so daß die Aufbewahrung und der Transport des Materials erleichtert wird.
  • Die Wachstumsbedingungen für Mikroorganismen, die eine Eiskristallbildungsaktivität aufweisen, sind bekannt. Beispielsweise wird von Maki und Willoughby in einer Arbeit mit dem Titel "Bacteria as Biogenic Sources of Freezing Nuclei", J. Applied Meteorology 17 1049-1053 beschrieben, daß die Mikroorganismen, wie z.B. Pseudomonas syringae in einer Koser- Citratbrühe bei einer Temperatur unterhalb 20ºC, d.h. bei 5ºC gezüchtet werden. Es wird ferner angegeben, daß wenn die Kulturen bei Temperaturen oberhalb 20ºC gezüchtet werden, sehr wenig Gefrierkeime erzeugt werden.
  • Was den Wiedergewinnungsprozeß anbelangt, wird in dieser Literaturstelle beschrieben, daß konzentrierte Kulturen, die mit Formalin behandelt worden sind, gefriergetrocknet werden. Es werden keine Details angegeben.
  • Gemäß einer anderen Literaturstelle werden die Mikroorganismen in einem Trypton-Hefeextrakt-Glycerin-Medium mit einem pH-Wert von 7,0 gezüchtet. (Koxloff, Schofield und Lute, "Ice Nucleating Activity of Pseudomonas syringae and Erwinia herbicola", J. Bacter. 153 Seiten 222-231 (1983)). In dieser Literaturstelle werden die Mikroorganismen nicht in trockener Form wiedergewonnen und die Suspensionen werden direkt auf ihre Aktivität getestet. Es wird bemerkt, daß die Eiskristallbildungsaktivität in der Suspension nicht stabil ist und über Nacht abnimmt.
  • Werden die bekannten Verfahren zur Herstellung von großen Volumina der Mikroorganismen angewandt, so wird eine geringere als die gewünschte Eiskristallbildungsaktivität erreicht. Selbst dann, wenn bei der Fermentation eine hohe Aktivität in der Fermentationssuspension erzeugt wird, geht viel von der Aktivität während der Trocknung von großen Volumina des Materials verloren. Das Endergebnis ist ein Verfahren, daß nicht dazu geeignet ist, kommerzielle Mengen des Mikroorganismen zu vertretbaren Kosten zu erzeugen.
  • Im Hinblick auf dieses Bedürfnis wurde ein Verfahren zur Wiedergewinnung von Eiskristalle bildenden Mikroorganismen entwickelt, das auf die Aufrechterhaltung des größten Teiles der Eiskristallbildungsaktivität (INA) hinzielte. Dieses Verfahren wird in der US-Patentschrift 4 706 463 vom 17. November 1987 beschrieben und beansprucht. In diesem Verfahren wird das Medium zunächst abgekühlt und daraufhin konzentriert. Nach der Konzentrierung wird das Medium gefroren, indem das Konzentrat in eine cryogene Flüssigkeit eingebracht wird. Die dabei anfallenden Pellets werden dann gefriergetrocknet.
  • Das Verfahren, das in der oben erwähnten Patentschrift beschrieben wird, ist in seiner Durchführung sehr kostspielig. So werden große Vo1umina an kostspieliger cryogener Flüssigkeit benötigt. Weiterhin ist die Gefriertrockungsstufe kostspieliger als erwünscht. Infolgedessen besteht die Aufgabe, die durch die vorliegende Erfindung gelöst werden soll, darin, eine weniger kostspieligere Alternative zu dem bekannten mit einer cryogenen Flüssigkeit arbeitenden Gefriertrockungsprozeß bereitzustellen.
  • Die vorliegenden Erindung stellt ein Verfahren zur Wiedergewinnung eines Mikroorganismus, der eine Eiskristallbildungsaktivität aufweist, aus einem Fermentationsmedium bereit. Das Verfahren weist die gleichen Kühl und Konzentrierungsstufen des bekannten Verfahrens auf, jedoch wird das Konzentrat dann unter bestimmten Bedingungen sprühgetrocknet. Dies bedeutet, daß gemäß der vorliegenden Erfindung das Verfahren die folgenden Stufen aufweist:
  • a) Einstellen der Temperatur des Mediums auf 15ºC oder weniger,
  • b) Erzeugung eines Konzentrates des Mikroorganismus, vorzugsweise mit einem Wassergehalt von 15-27%, unter Aufrechterhaltung der Temperatur bei 15ºC oder weniger, und
  • c) Sprühtrocknung des Konzentrates unter Aufrechterhaltung der Produkttemperatur bei weniger als 50 C.
  • Das Verfahren der vorliegenden Erfindung eignet sich dazu, die Eiskristallbildungsaktivität (INA) nach der Trocknung einer beliebigen Suspension, die den Mikroorganismus enthält, aufrechtzuerhalten. Wie oben angegeben, sind Fermentationsverfahren für diese Mikroorganismen gut bekannt.
  • Ein besonders bevorzugtes Verfahren wird in der Europäischen Patentanmeldung Nr. 87113772.5-2105 mit dem Titel "Fermentation of Microorganisms Having Ice Nucleating Activity" beschrieben. Weitere Verbesserungen in dem Fermentationsverfahren für diesen Typ von Mikroorganismen werden in der Europäischen Patentanmeldung Nr. 87118942.9-2105 mit dem Titel "Fermentation of Microorganisms having Ice Nucleating Activity Using a Defined Medium" sowie in der Europäischen Patentanmeldung Nr. 88103346.8-2105 mit dem Titel "Fermentation of Microorganisms Having Ice Nucleating Acitivity using a Temperature Change" beschrieben.
  • Jeder Mikroorganismus, der eine Eiskristallbildungsaktivität aufweist, kann nach dem Verfahren der vorliegenden Erfindung wiedergewonnen werden. Zu geeigneten Mikroorganismen gehören Pseudomonads, z.B. P.svringae und p.fluorscens, P.coronafaciens und P.pisi. Zu anderen Mikroorganismen, die sich für das Vefahren der vorliegenden Erfindung eignen, gehören Erwinia herbicola. Der zum gegenwärtigen Zeitpunkt bevorzugte Mikroorganismus ist P.syringae, ATCC Nr. 53 543, niedergelegt am 23. September 1986 nach dem Budapester Abkommen bei der American Type Culture Collection in Rockville, Maryland, USA.
  • Das vorliegende Verfahren zur Wiedergewinnung der Mikroorganismen führt zu einem akzeptablen Verlust an INA beim Trocknen, unter Bereitstellung eines Verfahrens, das nicht kostspielig ist und leicht durchführbar. Beim Verfahren der vorliegenden Erfindung ist es wichtig, die Temperatur des Mikroorganismus während des Verfahrens so niedrig wie praktisch möglich zu halten. Das gegenwärtig bevorzugte Verfahren besteht darin, zunächst die Temperatur des Fermentationsmediums auf unterhalb 15ºC zu bringen. Das Medium wird dann konzentriert zu einem trockenem Feststoff mit einer Gewichtskonzentrations von vorzugsweise zwischen 15 und 27% und in besonders vorteilhafter Weise 22%, während die Temperatur unterhalb 15ºC gehalten wird.
  • Die Konzentrierung des Mediums vor der Sprühtrocknung kann nach jeder beliebigen Methode erfolgen, z.B. durch Filtration oder Zentrifugation. Eine Vollmantelzentrifuge oder eine kontinuierlich arbeitende Scheibenzentrifuge können verwendet werden.
  • Gemäß der vorliegenden Erfindung wird das konzentrierte Medium sprühgetrocknet, so daß die Produkttemperatur nicht über 50ºC ansteigt. Wird die Produkttemperatur bei höheren Temperaturen gehalten, so geht der größte Teil der Fermentor-INA verloren, wie es in dem später folgenden Vergleichsbeispiel 4 gezeigt wird. Wird die Temperatur, bei der das Produkt aufbewahrt wird, vermindert, so trocknet das Produkt langsamer, so daß der Durchsatz einer Sprühtrocknungsvorrichtung vermindert wird. Infolgedessen liegt der bevorzugte Temperaturbereich zwischen 30ºC und 50ºC.
  • Es war überraschend festzustellen, daß dieses Temperaturempfindliche Produkt erfolgreich einer Sprühtrocknung unterworfen werden kann. Bei Gefriertrocknungsversuchen mit dem vorhergehenden Verfahren wurde festgestellt, daß die Produkttemperatur unterhalb von etwa 25ºC gehalten werden muß und vorzugsweise unterhalb 15ºC. Wird die Produkttemperatur so niedrig in einer Sprühtrocknungsvorrichtung gehalten, so ist die Produktivität der Trocknung zu gering, um von größerem Interesse zu sein. Es war besonders überraschend festzustellen, daß dieses Produkt die INA beibehält, wenn es Trocknungstemperaturen im Bereich van 30ºC bis 50ºC unterworfen wird.
  • Jede übliche Sprühtrocknungsvorrichtung läßt sich zur Durchführung des Verfahrens der Erfindung verwenden. In einer typischen Sprühtrocknungsvorrichtung wird das zu trocknende Produkt in Form von kleinen Tröpfchen in eine Kammer versprüht, die ein großes Gasvolumen enthält. Die Gaseinlaßtemperatur und die Strömungsgeschwindigkeit des Produktes, das getrocknet werden soll, können gesteuert werden, um die gewünschte Produkttemperatur bereitzustellen, wozu bekannte Methoden angewandt werden können.
  • Das konzentrierte Medium kann in dem Sprühtrockner unter Anwendung üblicher Methoden atomisiert werden. Druckdüsen, zwei Flüssigkeitsdüsen und Zentrifugalscheibenkönnen beispielsweise verwendet werden. Das Gas in der Kammer kann in zweckmäßiger Weise Luft sein oder ein anderes Gas, z.B. Stickstoff. Das Produkt kann unter Anwendung bekannter Methoden, z.B. eines Zyklon-Abscheiders gewonnen werden. Bezüglich einer weiteren Diskussion der Einzelheiten der Sprühtrocknung wird verwiesen auf die Literaturstelle von Perry und Chilton, Herausgeber "Chemical Engineers Handbook", 5. Ausgabe, Seiten 20-58 und folgende, Verlag McGraw Hill Book Company, 1973.
  • In den unten folgenden Beispielen wurde die INA nach üblichen Methoden berechnet. Die INA wurde bestimmt durch Plazierung einer Vielzahl von Mikroorganismen enthaltenden Wassertröpfchen (10&supmin;¹) auf eine mit Paraffin beschichtete Aluminiumfolie. Die Folie wurde bei -5ºC aufbewahrt, indem sie auf ein konstantes Temperaturbad gebracht wurde. Details dieses Verfahrens finden sich in der Literatur, beispielsweise in einer Arbeit von Vali, " Quantitative Evaluation of Experimental Results on the Heterogenous Freezing of Sypercooled Liguids", J. Atoms Sci., 28, Seiten 402-409 (1971). Die INA, die in den Beispielen angegeben wird, ist die Anzahl von Eiskristallzentren pro Gramm trockenen Mikroorganismus. Im vorliegenden Falle wird die INA, die unter Verwendung einer Probe direkt aus dem Fermentor ohne Trocknung gemessen wurde, als "Fermentor INA" bezeichnet, und die INA des wiedergewonnenen getrockneten Produktes wird als " Wiedergewonnene INA" bezeichnet.
  • Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung weiter veranschaulichen.
  • Beipiel 1:
  • Pseudomonas syringae ATCC 53, 543 wurde auf eine Agar-Platte gestrichen, die ein Nährmedium mit Mannitol, Hefeextrakt und Magnesiumsulfat enthielt. Nach 48 h bei 26ºC wurden fünf Platten dazu verwendet, um ein 10 l fassenden Fermentor zu inokulieren, der ebenfalls ein ähnliches Medium enthielt.
  • Nach 12 h bei 26ºC wurden diese flüssigen Keime zur Inokulierung von 1001 eines Fermentationsmediums, wie in Tabelle I angegeben, verwendet. Tabelle I Komponente Anfangs Konzentration Mannitol Hefeextrakt Magnesiumsulfat
  • Die Fermentationstemperatur wurde auf 21ºC eingestellt. Während der Fermentations wurde der pH-Wert mit 4N Schwefelsäure und 2N Natriumhydroxid gesteuert. Die Säure wurde zugesetzt, wenn der pH-Wert sich einem Wert von 6,6 näherte und die Base wurde zugesetzt, wenn sich der pH-Wert einem Wert von 5,6 näherte. Der gelöste Sauerstoff wurde bei einer Sättigung von größer als 30% gehalten. Das Antischaummittel wurde bei Bedarf zur Steuerung des Schäumens zugesetzt.
  • Nach 24 h erreichte die Zellmasse 18 g trockene Zellen/Liter. Die Fermentor-INA betrug 1,51 x 10¹¹.
  • Die Fermentationsbrühe wurde auf eine Temperatur von 5ºC abgekühlt und zentrifugiert, wobei die Temperatur bei 5ºC gehalten wurde. Die Feststoffe wurden abgetrennt und bis zu einem Feststoffgehalt von 20% in einem Phosphatpuffer mit einem pH-Wert von 7, 0 aufgeschlämmt.
  • Die Aufschlämmung wurde in einen Sprühtrockner vom Laboratoriumsmaßstab, Hersteller Niro, Columbio, Maryland, unter Verwendung von Stickstoff bei 118ºC gepumpt. Die Pumpengeschwindigkeit betrug 30 ml/min und die Auslaßtemperatur und infolgedessen die Produkttemperatur betrug 50ºC. Die wiedergewonnene INA betrug 0,57 x 10¹¹.
  • Beispiel 2:
  • Beispiel 1 wurde wiederholt, mit der Ausnahme jedoch, daß die maximale Produkttemperatur während der Sprühtrocknung bei etwa 41ºC lag. Dies wurde erreicht durch Verwendung einer Gastemperatur von 80ºC und einer Pumpengeschwindigkeit von 20 ml/min. Die wiedergewonnene INA betrug 1,29 x 10¹¹.
  • Beispiel 3:
  • Beispiel 1 wurde wiederholt, mit der Ausnahme jedoch, daß die maximale Produkttemperatur während der Sprühtrocknung bei 36ºC lag. Erreicht wurde dies mit einer Gastemperatur von 80ºC und einer Pumpengeschwindigkeit von 25 ml/min. Die wiedergewonnene INA lag bei 1,51 x 10¹¹ und war somit gleich der Fermentor-INA.
  • Beispiel 4:
  • Dies Beispiel ist ein Vergleichsbeispiel.
  • Beipiel 1 wurde wiederholt, mit der Ausnahme jedoch, daß die maximale Produkttemperatur während der Sprühtrocknung bei 68ºC lag. Erreicht wurde dies bei einer Gastemperatur von 118ºC und einer Pumpengeschwindigkeit von 7 ml/min. Die wiedergewonnene INA betrug 0,13 x 10¹¹. Dies entspricht weniger als 10% der Fermentor-INA.

Claims (4)

1. Verfahren zur Wiedergewinnung eines Mikroorganismus mit Eiskristallbildungsaktivität aus einem Fermentationsmedium mit den Stufen:
a) Einstellen der Temperatur des Mediums auf 15ºC oder weniger,
b) Erzeugung eines Konzentrates des Mikroorganismus unter Aufrechterhaltung der Temperatur von 15ºC oder weniger, und
c) Sprühtrocknung des Konzentrates unter Aufrechterhaltung der Produkttemperatur bei weniger als 50ºC.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem der Mikroorganismus ein Pseudomonad ist.
3. Verfahren nach Anspruch 2, bei dem der Mikroorganismus P. syringae ist.
4. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Produkttemperatur während der Stufe c) zwischen 30ºC und 50ºC gehalten wird.
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