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Die Erfindung betrifft allgemein fotografische Kameras, und
insbesondere eine Kompaktkamera mit einer eingebauten Blitzeinheit.
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Bei der Gestaltung von Kameras geht der Trend heute dahin, die
elektronische Blitzeinheit in das Kameragehäuse zu integrieren,
dabei aber das Gehäuse relativ kompakt auszubilden, damit sich
die Kamera platzsparend aufbewahren und bequem tragen und
bedienen läßt. Als Beispiele solcher kleinen Kameras mit eingebauter
Blitzeinheit seien die von der Eastman Kodak Company angebotenen
Disk Kameras oder die von Nikon Inc. angebotenen kompakten
Kleinbildkameras genannt. Gestaltet man das Kameragehäuse relativ
klein, so wird dadurch der Abstand zwischen der eingebauten
Blitzeinheit und dem Aufnahmeobjektiv verringert, was zum
Auftreten des unerwünschten "Rotaugeneffekts" führen kann. Bei
Blitzlichtaufnahmen auf Farbnegativfilm zeigt sich dieser Effekt
typischerweise daran, daß die Pupillen von aufgenommenen Personen auf
dem Farbprint rot erscheinen. Dieses Phänomen läßt sich darauf
zurückführen, daß das rote Licht, das von der Retina des von dem
Blitzlicht beleuchteten Auges reflektiert wird, in das
Aufnahmeobjektiv fällt.
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Der Rotaugeneffekt ist im wesentlichen dadurch vermeidbar, daß
man den Abstand zwischen Blitzeinheit und Aufnahmeobjektiv
vergrößert, da dann das von der Blitzeinheit abgegebene Licht auf
die Augen der aufgenommenen Person in einem Winkel fällt, der zu
groß ist, als daß er von der Retina in das Aufnahmeobjektiv
reflektiert werden könnte.
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Gemäß den US-Patenten 2,688,071 vom 31. 8. 1954 und 4,557,571 vom
10. 12. 1985 läßt sich der Rotaugeneffekt ohne nennenswerte
Vergrößerung des Kameragehäuses im wesentlichen dadurch ausschalten,
daß eine eingebaute Blitzeinheit verwendet wird, die gegenüber
dem Kameragehäuse schwenkbar ist. Die Blitzeinheit ist dabei
zwischen einer nicht betriebsbereiten eingeschwenkten Stellung, in
der sie in einer Ausnehmung der Vorder- oder Rückwand des
Kameragehäuses liegt und in das Kameragehäuse integriert ist, und einer
ausgeschwenkten betriebsbereiten Stellung bewegbar, in der sie
aus der Ausnehmung herausgeschwenkt und in eine Stellung gebracht
ist, in der sie so hoch über dem Aufnahmeobjektiv angeordnet ist,
daß beim Fotografieren in der Regel kein Rotaugeneffekt auftritt.
Bei beiden Patenten muß jedoch die Blitzeinheit bogenförmig von
dem Kameragehäuse weg geschwenkt werden, um in ihre aufgerichtete
Stellung zu gelangen. Dies ist unbequem und vermittelt zudem den
Eindruck der Unhandlichkeit.
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Eine weitere Lösung, bei der im Gegensatz zu den beiden ersten
Beispielen nicht der Eindruck der Unhandlichkeit vermittelt wird,
ist dem US-Patent 4,666,275 vom 19. 5. 1987 zu entnehmen. Hier
ist die Blitzeinheit allgemein in einer im wesentlichen parallel
zu einer Vorderwand des Kameragehäuses verlaufenden Ebene derart
um das Aufnahmeobjektiv drehbar, daß Aufnahmen im Quer- oder
Hochformat möglich sind. Da jedoch die Blitzeinheit um das
Aufnahmeobjektiv drehbar ist, ist der Abstand zwischen Blitzeinheit
und Objektiv geringer als bei den ersten beiden Beispielen, so
daß die Gefahr, daß der Rotaugeneffekt auftritt, größer ist.
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In GB-A-2 106 261 ist eine verbesserte Kameraanordnung
beschrieben, bei der die Blitzeinheit in eine aufgerichtete
betriebsbereite Stellung und in eine nicht betriebsbereite Stellung
bringbar ist, ohne daß sie das Aufnahmeobjektiv oder den Sucher
verdeckt. Die Blitzeinheit ist dabei um eine senkrecht zur
Sucherachse verlaufende Achse schwenkbar. Wenn sich die Blitzeinheit in
ihrer aufgerichteten, betriebsbereiten Stellung befindet, ist der
Abstand zwischen Objektiv und Blitzeinheit nicht groß genug, um
den Rotaugeneffekt wesentlich zu reduzieren.
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In JP-A-53-17325 ist eine Selbstentwicklerkamera mit eingebauter
Blitzeinheit beschrieben. Hier ist die Blitzeinheit um den Sucher
drehbar, dessen Achse koaxial zur Drehachse verläuft. Die
Blitzeinheit wird in ihre Bereitschaftsstellung gebracht, indem sie
aus einer Stellung innerhalb des Kameragehäuses um einen Winkel
von 180º in ihre betriebsbereite Stellung geschwenkt wird. Bei
dieser Vorrichtung ist der Rotaugeneffekt geringer.
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Gegenüber den vorstehenden dem Stand der Technik entnommenen
Beispielen bietet die Erfindung den Vorteil, daß eine fotografische
Kamera mit eingebauter Blitzeinheit erhalten wird, die sich durch
eine kompaktere Form auszeichnet, während gleichzeitig der
Rotaugeneffekt im wesentlichen ausschaltbar ist.
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Die Erfindung ist in Anspruch 1 beschrieben und wird in
Verbindung mit einer Kompaktkamera erläutert, deren eingebaute
elektronische Blitzeinheit relativ zum Kameragehäuse schwenkbar ist. Wie
bei den vorstehend erwähnten, dem Stand der Technik entnommenen
Beispielen ist die Blitzeinheit dabei bewegbar zwischen einer
eingeschwenkten, nicht betriebsbereiten Stellung, in der sie an
dem Kameragehäuse anliegt, und einer aufgerichteten,
betriebsbereiten Stellung, in der sie höher als das Aufnahmeobjektiv
angeordnet ist. Im Gegensatz zum Stand der Technik wird jedoch die
Blitzeinheit um eine Schwenkachse gedreht, die durch ein hinteres
Sucherfenster im Kameragehäuse verläuft. Diese Anordnung
ermöglicht eine kompaktere Gestaltung der Kamera, da die Blitzeinheit
nicht, wie in den US-Patenten 2,688,071 und 4,557,571
beschrieben, bogenförmig vom Kameragehäuse weg geschwenkt werden muß, und
sie vermindert im Vergleich zu der in US-Patent 4,666, 275
vorgeschlagenen Lösung die Gefahr, daß der Rotaugeneffekt auftritt.
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Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigen:
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Fig. 1 eine perspektivische Frontansicht einer Kompaktkamera mit
eingebauter elektronischer Blitzeinheit gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform der Erfindung,
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Fig. 2 eine Rückansicht der Kompaktkamera, bei der die
Blitzeinheit in einer nicht betriebsbereiten, eingeschwenkten Lage
dargestellt ist,
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Fig. 3 eine Seitenansicht der Kompaktkamera, bei der die
Blitzeinheit in ihrer nicht betriebsbereiten, eingeschwenkten
Lage dargestellt ist,
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Fig. 4 eine Rückansicht der die Blitzeinheit auf der
Kompaktkamera lagernden Mittel,
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Fig. 5 eine perspektivische Frontansicht der Kompaktkamera, bei
der die Blitzeinheit in einer aufgerichteten,
betriebsbereiten Lage dargestellt ist, und
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Fig. 6 eine Rückansicht der Kompaktkamera, in der die
Blitzeinheit in ihrer aufgerichteten, betriebsbereiten Lage
dargestellt ist.
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Die Erfindung wird im folgenden in Verbindung mit einer kompakten
Kleinbildkamera mit eingebauter elektronischer Blitzeinheit
beschrieben. Da solche fotografischen Kameras heute allgemein
bekannt sind, werden vor allem die Kameraelemente beschrieben, die
Teil der bevorzugten Ausführungsform sind oder unmittelbar mit
dieser zusammenwirken. Kameraelemente, die nicht im einzelnen
dargestellt oder beschrieben sind, können dabei in einer dem
Fachmann bekannten Weise beliebig dem Stand der Technik entnommen
werden.
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Die Fig. 1, 2 und 3 zeigen Front-, Rück- und Seitenansichten
einer kompakten Kleinbildkamera 1 mit einer eingebauten
elektronischen Blitzeinheit 3. Das Kameragehäuse 5 enthält ein
Aufnahmeobjektiv 7 mit einer optischen Achse 0 sowie miteinander fluchtende
vordere und hintere Sucherfenster 9 und 11 mit einer gemeinsamen
Sucherachse V. Die Sucherachse V verläuft, wie aus Fig. 1
ersichtlich,
direkt oberhalb und im wesentlichen parallel zur
optischen Achse 0. Eine Augenmuschel 13, die vorzugsweise aus einem
gummiartigen Material besteht, umgibt das hintere Sucherfenster
11.
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Die Blitzeinheit 3 ist relativ zu dem Kameragehäuse 5 um das
hintere Sucherfenster 11 in einer im wesentlichen zu einer Rückwand
15 des Kameragehäuses parallelen Ebene schwenkbar. Dabei verläuft
die Schwenkachse P der Blitzeinheit 3 koaxial mit der sich durch
das hintere Sucherfenster 11 erstreckenden Sucherachse V, s. Fig.
2 und 6. Wie aus der Zeichnung ersichtlich, ist die Blitzeinheit
3 um einen Winkel von 180º schwenkbar zwischen einer
eingeschwenkten, nicht betriebsbereiten Stellung, in der sie in einer
Ausnehmung 17 der Rückwand 15 des Kameragehäuses 5 liegt und in
dieses integriert ist, und einer aufgerichteten, betriebsbereiten
Stellung, in der sie aus der Ausnehmung herausgeschwenkt und in
eine Stellung bewegt worden ist, in der sie sich über dem
Aufnahmeobjektiv 7 und dem hinteren Sucherfenster 11 befindet. Die
Ausnehmung 17 wird von einer konkav geformten Kante 19 begrenzt, die
kreisförmig gebogen ist und deren Mittelpunkt auf der
Schwenkachse P liegt, und die Blitzeinheit 3 besitzt eine konvexe Kante 21,
die an der konkaven Kante anliegt, wenn die Blitzeinheit in der
Ausnehmung aus ihrer eingeschwenkten und in ihre ausgeschwenkte
Stellung bewegt wird. Befindet sich die Blitzeinheit 3 in ihrer
ausgeschwenkten, aufgerichteten Stellung gemäß Fig. 5, so ist
eine Reflektoröffnung 23 der Blitzeinheit soweit oberhalb des
Aufnahmeobjektivs 5 angeordnet, daß bei einer Blitzbelichtung im
wesentlichen kein Rotaugeneffekt auftreten kann.
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Eine Einrichtung zum Lagern der Blitzeinheit 3 bei ihrer Bewegung
zwischen ihrer eingeschwenkten und ihrer ausgeschwenkten Stellung
ist in Fig. 4 dargestellt. Wie ersichtlich, enthält die
Blitzeinheit 3 eine Bohrung 25, in der ein langgestrecktes Lagerelement
27 für das hintere Sucherfenster 11 angeordnet ist. Die Bohrung
25 und das Lagerelement 27 sind komplementär ausgebildet, so daß
sich die Blitzeinheit 3 um das hintere Sucherfenster 11 drehen
kann. Die Blitzeinheit 3 weist zwei in entgegengesetzte
Richtungen weisende halbkugelförmige Ausnehmungen 29 und 31 auf, in
denen
jeweils eine federnd vorgespannte Stahlkugel 33 bzw. 35
sitzt, wobei die Kugeln teilweise in entsprechenden Vertiefungen
37 und 39 des Lagerelements angeordnet sind und die Blitzeinheit
lösbar in ihrer eingeschwenkten oder ausgeschwenkten Stellung
halten.
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Wenn eine Blitzaufnahme gemacht werden soll, wird die
Blitzeinheit 3 aus ihrer eingeschwenkten Stellung gemäß Fig. 2 und 3 in
ihre ausgeschwenkte obere Stellung gemäß Fig. 5 und 6 geschwenkt.
Durch die erfindungsgemäße Anordnung wird eine kompaktere
Bauweise erreicht, da die Blitzeinheit 3, anders als im Falle des US-
Patents 2,688,071, nicht über eine bogenförmige Bahn von der
Rückwand 15 des Kameragehäuses 5 weg geschwenkt werden muß. Da
außerdem die Blitzeinheit 3 nicht wie bei dem zum Stand der
Technik gehörenden US-Patent 4,666,275 um das Aufnahmeobjektiv 7,
sondern um das hintere Sucherfenster 11 geschwenkt wird, ist es
einfacher, die Blitzeinheit in eine Stellung zu bewegen, in der
sie sich so weit über dem Aufnahmeobjektiv befindet, daß ein
Rotaugeneffekt im wesentlichen nicht auftreten kann.
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Die Erfindung wurde vorstehend anhand einer bevorzugten
Ausführungsform beschrieben, wobei jedoch im Rahmen der Erfindung
weitere dem Durchschnittsfachmann ersichtliche Abwandlungen und
Modifikationen möglich sind.