DE68916152T2 - Überstromschutzeinrichtung für elektrische Netzwerke und Apparate. - Google Patents
Überstromschutzeinrichtung für elektrische Netzwerke und Apparate.Info
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Description
- 89 11 7991.3 (0 363 746) 10.06.1994
- Die Erfindung betrifft eine Überstromschutzeinrichtung für elektrische Netze und Geräte gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1. Eine solche Überstromschutzeinrichtung ist bekannt aus der DE-A-2 935 807.
- Die Einrichtung ist in erster Linie zur Verwendung in Niederspannungsnetzen und für Niederspannungsgeräte bestimmt, die mit einer Nennspannung von maximal 1.000 V arbeiten.
- Eine Einrichtung der oben genannten Art, die in erster Linie als Motorschutz ausgebildet ist, ist bereits aus dem Artikel "A New PTC Resistor for Power Applications" von R. S. Perkins et al bekannt, veröffentlicht in der Zeitschrift IEEE Transactions on Components, Hybrids and Manufacturing Technology, Band CHMT-5, Nr. 2, Juni 1982j Seite 225-230. Die in diesem Artikel beschriebene Einrichtung enthält einen keramischen Thermistor. Dieser Thermistor-Typ hat u.a. den Nachteil, daß eine relativ große Wärmemenge in dem Thermistor erzeugt werden muß, um ihn aus seinem niederohmigen Zustand in seinen hochohmigen Zustand zu überführen. Diese große thermische Trägheit macht die beschriebene Einrichtung für den Kurzschlußschutz weniger geeignet. Ein anderer ernster Nachteil besteht darin, daß dieser Thermistor einen negativen Temperatur-Koeffizient hat, wenn die Temperatur einen bestimmten Wert überschreitet. Außerdem reißt ein keramischer Thermistor leicht, wenn er von einem Kurzschlußstrom durchflossen wird, was an den thermischen und mechanischen Beanspruchungen liegt, denen er dann ausgesetzt ist. Außerdem ist ein keramischer Thermistor relativ teuer.
- Ein anderer für den Überstromschutz bestimmter Thermistor- Typ ist bekannt aus dem Artikel "Polyswitch PTC Devices - A New Low-Resistance Conductive Polymer-Based PTC Device for Overcurrent Protection" von F.A. Doljack, ebenfalls veröffentlicht in der Zeitschrift IEEE Transactions on Components, Hybrids and Manufacturing Technology, Band CHMT-4, Nr. 4, Dez. 1981, Seite 372-378. Thermistoren dieser Art sind ebenfalls kommerziell erhältlich. Sie sind aufgebaut aus einem Polymermaterial, beispielsweise Hochdruck- Polyäthylen, welches Partikel aus elektrisch leitendem Material, zum Beispiel Ruß, enthält.
- Ein anderes Beispiel von Thermistoren, die aus einer leitenden Polymerverbindung gefertigt sind und einen positiven Temperatur-Koeffizient haben, ist aus der EP-A-O 087 884 bekannt.
- Ein Vorteil des Thermistors auf Polymerbasis gegenüber dem keramischen Thermistor besteht darin, daß sein Widerstand gleichförmig mit der Temperatur verläuft. Außerdem ist er bedeutend billiger. Kommerziell erhältliche Thermistoren dieses Typs sind jedoch für relativ niedrige Nennspannungen bemessen und können daher nicht direkt in Verteilernetzen verwendet werden. Außerdem ist die Konfiguration der Elektrodenanschlüsse bei diesen Thermistoren normalerweise von solcher Art, daß bei einem Kurzschluß die Thermistoren infolge antiparalleler Strompfade großen sich abstoßenden Kräften ausgesetzt sind, durch welche die Elektroden auseinandergezerrt werden. Ferner ist die Übergangsenergie dieser Thermistoren relativ klein, wodurch sie im niedrigen Überstrombereich eine unzureichende Auslöseverzögerung haben, um direkt als Motorschutz verwendet werden zu können. Aus dem vorgenannten Grunde wurden Thermistoren bis heute in keinem nennenswerten Umfang in der elektrischen Leistungstechnik verwendet sondern wurden hauptsächlich zum Schutz elektronischer Ausrüstungen verwendet.
- Die US-A-3 914 727 beschreibt eine Einrichtung zur Unterstützung des Anlaufens einer einzelnen Motorphase. Die Einrichtung besteht aus einer Reihenschaltung eines Thermistors und einer speziellen Anlaufwicklung des Motors. Der Thermistor ist mit einer Wärmeaufnahmekapazität versehen, die groß genug ist, um zu verhindern, daß der Thermistor seine kritische Temperatur vor dem Ende der Anlaufphase des Motors erreicht. Danach ist jedoch beabsichtigt, die im Thermistor erzeugte Wärme relativ schnell abzuführen, um die Wiederherstellungszeit der Starthilfeeinrichtung zu verkürzen. Aus diesem Grunde steht der Thermistor in direktem Kontakt mit relativ dünnwandigen kappenförmigen Gliedern, deren Flansche in wärmeleitendem Kontakt mit dem Gehäuse stehen, welches den Thermistor aufnimmt und aus Kunststoff bestehen. An der Außenseite des Gehäuses ist ein Körper mit einer großen wärmeaufnehmenden Körper vorhanden. Dieser Körper ist mit großen dünnen Flanschen versehen, um die Wärme an die Umgebung abführen zu können. Der Gedanke besteht dabei darin, daß die Wärmekapazität dieses wärmeaufnehmenden Körpers so groß ist, daß seine Temperatur praktisch nicht von der Temperatur der Umgebung abweicht.
- Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Überstromschutzeinrichtung für elektrische Netze und Geräte zu entwickeln, die relativ einfach und preiswert ist und die es ermöglicht, daß ein- und dieselbe Ausführungsform der Einrichtung sowohl als Motorschutz als auch als Kurzschluß- Schutz verwendet werden kann.
- Zur Lösung dieser Aufgabe wird eine Überstromschutzeinrichtung für elektrische Netze und Geräte gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 vorgeschlagen, welche erfindungsgemäß die im kennzeichnenden Teil des Anspruches 1 genannten Merkmale hat.
- Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind in den weiteren Ansprüchen genannt.
- Durch die Ausrüstung des Thermistors der Schutzeinrichtung mit einer thermischen Verzögerungsvorrichtung, zu der mindestens ein wärmeaufnehmender Körper gehört, der in Kontakt mit dem Thermistor steht, erreicht man den Vorteil, daß einund dasselbe Bauteil sowohl als Motorschutz als auch als Kurzschlußschutz verwendet werden kann. Dies bringt beachtliche Vorteile unter Kosten- und Raumgesichtspunkten. Die Einrichtung kann sowohl konventionelle Sicherungen als auch sogenannte automatische Sicherungen (Miniatur-Leistungsschalter) ersetzen, und sie vereinigt die Vorteile dieser beiden Typen von Sicherungen, ohne unter deren Nachteilen zu leiden, wozu beispielsweise die begrenzte Lebensdauer der Sicherung und die begrenzte Abschaltleistung einer automatischen Sicherung bei einem Kurzschluß gehören.
- Beim Starten eines Motors soll der Motorschutz bei einem Strom, der das sechsfache des Nennstromes beträgt, nicht innerhalb von fünf Sekunden ansprechen gemäß dem derzeitigen Standard. Wenn angenommen wird, daß die gesamte Wärme, die während dieser Zeit im Thermistor entwickelt wird, auf die beiden Elektroden übertragen wird, so ist folgendes Elektrodenvolumen erforderlich.
- wobei
- Pmax = maximale Verlustleistung der Schutzeinrichtung
- n = 6
- tmax = 5 s
- pe = Dichte des Elektrodenmaterials
- ce = spezifische Wärme des Elektrodenmaterials
- Tt = Übergangstemperatur des Thermistors
- Ta = Umgebungstemperatur
- Wenn das Elektrodenmaterial Kupfer ist und Pmax = 2 W, Tt = 120ºC and Ta = 20ºC, so ist gemäß obiger Angabe ein Elektronenvolumen von etwa 10 cm³ erforderlich. Wie man sehen kann, ist dieses Volumen unabhängig vom Nennstrom der Schutzeinrichtung, wenn die Verlustleistung Pmax die gleiche ist. In der Praxis wird jedoch ein gewisser Teil der entwickelten Energie für die Aufheizung des vorhandenen Thermistor verwendet. Außerdem kann bei Schutzeinrichtungen für niedrige Nennströme die Verlustleistung bedeutend kleiner sein als der festgestellte Wert. In bestimmten Fällen ist es daher ausreichend, ein Elektrodenvolumen vorzusehen, welches bedeutend kleiner ist als das oben berechnete Volumen, beispielsweise nur 1/10 jenes Wertes beträgt.
- Wie oben erwähnt, sind Thermistoren auf Polymerbasis gewöhnlich für relativ kleine Nennspannungen bemessen, zum Beispiel 50 bis 100 V. Es hat sich jedoch gezeigt, daß diese Thermistoren für kurze Zeitabstände bedeutend höheren Spannungen, zum Beispiel 400 bis 500 V, widerstehen können. Dies macht es möglich, diesen Thermistor-Typ in Netzen mit einer Betriebsspannung von beispielsweise 230 V zu verwenden, wobei Spannungs spitzen der oben genannten Größenordnung am Thermistor bei der Abschaltung hoher Fehlerströme, zum Beispiel im Falle eines Kurzschlusses, auftreten können. Eine Voraussetzung hierfür ist jedoch, daß die Schutzeinrichtung mit Einrichtungen ausgerüstet ist, die in solchen Fällen für eine schnelle Spannungsentlastung des Thermistors sorgen. Dies kann beispielsweise durch einen parallel zum Thermistor geschalteten Varistor erreicht werden, beispielsweise einen ZnO-Varistor. Alternativ kann der in Reihe mit einem Thermistor geschaltete Kontaktvorrichtung gemäß einer Weiterentwicklung der Erfindung mit einer Hochgeschwindigkeits-Auslösevorrichtung (einem sogenannten Kicker) ausgerüstet sein, der die Kontaktvorrichtung zum Zwecke der Öffnung direkt beeinflussen kann, wenn der Thermistor seine Übergangstemperatur erreicht hat. Diese Auslösevorrichtung enthält die oben genannte Erregerspulen-Vorrichtung, die zweckmäßigerweise aus zwei zusammenwirkenden Spulen bestehen kann, von denen eine fixiert und die andere verschiebbar ist. Die beiden Spulen sind derart in Reihe geschaltet, daß der Strom in entgegengesetzter Richtung durch ihre Windungen fließt. Im Falle eines großen Stromes, beispielsweise eines Kurzschlußstromes, wird eine starke abstoßende Kraft entwickelt, die die bewegliche Spule, welche über ein Betätigungsglied die Öffnung der Kontaktvorrichtung bewirkt, sehr schnell verschiebt. Die Hauptspannung in dem Stromkreis erscheint somit nur für einen kurzen Augenblick am Thermistor und liegt nach der Unterbrechung an der Kontaktvorrichtung, welche die notwendige elektrische Festigkeit hat.
- Anhand der in den Figuren gezeigten Ausführungsbeispiele soll die Erfindung näher erläutert werden. Es zeigen
- Figur 1 die Schaltung einer Überstromschutzeinrichtung gemäß der Erfindung,
- Figur 2 eine Kurve des Widerstandes als Funktion der Temperatur für einen Thermistor, der zu der Schutzeinrichtung gemäß Figur 1 gehört,
- Figur 3 eine Seitenansicht eines Thermistors, der zu der Schutzeinrichtung gemäß Figur 1 gehört,
- Figur 4 eine Kurve der Auslösezeit als Funktion des Stromes für eine Schutzeinrichtung gemäß Figur 1,
- Figur 5 ein Ausführungsbeispiel einer Hochgeschwindigkeits- Auslösevorrichtung für eine Kontaktvorrichtung, die zu der Schutzeinrichtung gemäß Figur 1 gehört,
- Figur 6 den Verlauf des Stromes im Falle einer Kurzschlußunterbrechung mittels einer Schutzeinrichtung gemäß Figur 1.
- Die in Figur 1 gezeigte Überstromschutzeinrichtung enthält einen Thermistor 1 mit einem positiven Temperatur-Koeffizienten (PTC-Widerstand), der mit einer Kontaktvorrichtung in Reihe geschaltet ist. Parallel zum Thermistor 1 liegt eine Erregerspulenvorrichtung 3, die Teil einer Hochgeschwindigkeits-Auslösevorrichtung für die Kontaktvorrichtung 2 ist. Die Auslösevorrichtung ist so angepaßt, daß sie die Kontaktvorrichtung 2 im Falle eines Überstromes steuert. Ein Varistor 9 kann als Überspannungsschutz parallel zu dem Thermistor 1 angeordnet sein.
- Der Thermistor ist ein solcher auf Polymerbasis, wie er oben erwähnt wurde. Figur 2 zeigt den Widerstand R für einen solchen Thermistor 1 als Funktion seiner Temperatur T. Im normalen Temperatur-Arbeitsbereich des Thermistors 1, der sich beispielsweise bis 80ºC erstrecken kann, ist der Widerstand klein, beispielsweise 0,04 Ohm, und steigt geringfügig mit der Temperatur an. Wenn die Temperatur des Thermistors 1 über den genannten Wert hinaus ansteigt, zum Beispiel als Folge eines Überstromes, so steigt der Widerstand schneller an, und wenn eine bestimmte Temperatur T überschritten wird, die im weiteren als die Übergangstemperatur bezeichnet wird, die beispielsweise bei 120ºC liegen kann, so geht der Thermistor abrupt aus einem niederohmigen Zustand in einen hochohmigen Zustand über, in welchem sein Widerstand bis zu Kiloohm und mehr betragen kann.
- Der Thermistor 1 kann beispielsweise die Form einer rechtwinkeligen Plappe 4 haben und ist mit Elektroden 5 versehen, die in Kontakt mit den flachen Seiten der Platte 4 stehen, wie aus Figur 3 ersichtlich ist. Die Elektroden 5 haben zum Beispiel das gleiche Quermaß wie die Thermistor- Plappe 4, sind aber bedeutend dicker als diese. Sie bestehen aus einem Material mit guter elektrischer und thermischer Leitfähigkeit, wie zum Beispiel Kupfer. Dank dieses Materials wird eine thermische Verzögerung der Schutzeinrichtung erreicht, wenn sie Motoranlaufströmen ausgesetzt ist, die etwa das 6- bis 10-fache des Nennstromes betragen. Auf diese Weise kann man eine Schutzeinrichtung erhalten, die eine Ansprech-Charakteristik hat, welche die Anforderungen für Motorschutzschaltungen gemäß den gegenwärtigen nationalen und internationalen Standards, zum Beispiel IEC 159, erfüllt und welche zusätzlich einen wirksamen Kurzschlußschutz bietet.
- Figur 4 zeigt im Prinzip eine Auslösecharakteristik gemäß den obigen Ausführungen. In dem Bereich A, der etwa bis zum 10-fachen des Nennstromes reicht, ist eine thermische Verzögerung des Überganges des Thermistors vom niederohmigen Zustand in den hochohmigen Zustand erwünscht, damit die Schutzeinrichtung nicht beim normalen Start eines Motors auslöst. Dies wird durch die in Figur 3 gezeigte Konstruktion erreicht, in welcher die Wärmekapazität der Elektroden die "Wärmekapazität" des Thermistors vergrößert.
- Infolgedessen ist eine größere Wärmemenge und folglich eine längere Zeit zur Erreichung der Übergangstemperatur des Thermistor-Materials erforderlich.
- Beim Auftreten eines Kurzschlusses ist andererseits eine möglichst schnelle Auslösung erwünscht, was bedeutet, daß die erforderliche Wärmemenge für den Übergang des Thermistors 1 in diesem Falle so klein wie möglich sein soll. Auch dies wird durch die in Figur 3 gezeigte Konstruktion erreicht, da bei dem hohen Strom, der bei einem Kurzschluß auftritt (Bereich B), die im Thermistor 1 entwickelte Wärme nicht schnell genug auf die Elektroden 5 übertragen werden kann, um die Auslösung des Thermistors 1 zu verzögern. Beim Kurzschluß erfolgt der Übergang des Thermistors daher bei beträchtlich kleineren Wärmemengenwerten als in dem Anlaufstrombereich A. In bestimmten Fällen kann die erforderliche Übergangsenergie bei einem Kurzschluß nur 1/10 der Übergangsenergie beim Anfahren des Motors betragen.
- Durch die Ausrüstung des Thermistors 1 mit relativ dicken Elektroden aus einem Material mit guter elektrischer Leitfähigkeit und durch die Anbringung der Anschlußleiter 6 des Bausteils an den Mittelabschnitt der betreffenden Elektrode 5, wie dies in Figur 3 dargestellt ist, wird eine günstige Stromverteilung in dem Bausteil erreicht, u.a. unter einem mechanischen Gesichtspunkt. Bei einer solchen Ausführungsform ist die Gefahr, daß die Elektroden 5 durch abstoßende elektrodynamische Kräfte, die durch antiparallele Strompfade verursacht werden, auseinander gezerrt werden, minimiert.
- Figur 5 zeigt ein Beispiel, wie eine Auslösevorrichtung für die Kontaktvorrichtung 2 gemäß Figur 1 im Prinzip angeordnet sein kann. Die Auslösevorrichtung gemäß Figur 5 ist von schneller elektrodynamischer Art mit zwei Spulen 3a, 3b, die um einen fixierten Eisenkern 7 herum angeordnet sind, wobei eine Spule 3a fixiert ist, und die andere Spule 3b längs des Eisenkerns 3 verschiebbar ist. Die Spulen sind derart in Reihe geschaltet, daß die Ströme in ihren Windungen in entgegengesetzter Richtung um den Eisenkern fließen. Wenn ein Strom fließt, wird auf die Spulen eine abstoßende Kraft F ausgeübt, die proportional mit dem Quadrat des Stromes anwächst. Die Kraft bewirkt eine schnelle Verschiebung der beweglichen Spule 3b nach rechts, und über ein Tragstück 8 aus Isoliermaterial wird die Kraft direkt auf den beweglichen Kontakt der Kontaktvorrichtung 2 übertragen. Dieser Kontakt ist an seinem einen Ende drehbar gelagert und an dem Tragstück 8 in einem Punkt zwischen den beiden Enden des Kontaktes gelenkig befestigt. Hierdurch wird eine Vergrößerung in der Bewegungsübertragung erreicht, so daß ein ausreichend großer Kontaktabstand mit einer relativ kleinen Verschiebung der beweglichen SPule 3b erreicht werden kann. Dies bedeutet, daß die Abhängigkeit der elektrodynamischen Kräfte von der relativen Lage der Spulen minimiert ist.
- Die Aufgabe des Eisenkerns 7 besteht darin, die Auslösekraft bei kleinen Überströmen zu verstärken.
- Figur 6 zeigt den Verlauf des Stromes im Falle der Unterbrechung eines Kurzschlusses mit der Schutzeinrichtung gemäß Figur 1. Beim normalen Betrieb hat der Thermistor 1 einen niedrigen Widerstand, zum Beispiel 0,04 Ohm, und der gesamte Betriebsstrom durchfließt ihn. Wenn ein Kurzschluß auftritt, steigt der Strom sehr schnell an, und der Thermistor 1 wird aufgeheizt. Zum Zeitpunkt tt, der nur wenige Bruchteile einer Millisekunde hinter dem Beginn des Kurzschlusses liegt, wechselt der Thermistor 1 aus seinem niederohmigen Zustand in seinen hochohmigen Zustand (der Thermistor löst aus), wobei der Strom auf den parallelen Zweig kommutiert, wo er durch die lmpedanz der Spulenvorrichtung 3, die einen relativ hohen Widerstand von beispielsweise 0,4 Ohm hat, begrenzt wird. Die Spulvorrichtung 3 kann zweckmäßigerweise in der in Figur 5 gezeigten Weise ausgebildet sein. Unter der Wirkung einer elektrodynamischen Kraft erhält man im Zeitpunkt tk eine schnelle Öffnung der Kontaktvorrichtung, wobei der Strom unterbrochen wird. Da der Strom infolge der lmpedanz der Spulenvorrichtung 3 auf einen relativ kleinen Wert begrenzt bleibt und er außerdem überwiegend ein Wirkstrom ist, ist die Unterbrechung relativ einfach. Die Kontaktvorrichtung kann daher sehr einfach sein und braucht keine Funkenkammern zu haben. Außerdem bewirkt eine schnelle Kontaktöffnung eine schnelle Spannungsentlastung des Thermistors 1, der daher nicht für eine andauernde Belastung durch die Betriebsspannung ausgelegt zu sein braucht.
- Die Erfindung ist nicht auf die gezeigte Ausführungsform begrenzt, sondern verschiedene Varianten sind im Rahmen der Ansprüche möglich. Beispielsweise braucht die Hochgeschwindigkeits-Auslösevorrichtung nicht aus zwei Spulen, wie gezeigt wurde, zu bestehen, sondern kann stattdessen aus einer Spule bestehen, die zur Öffnung der Kontaktvorrichtung auf ein bewegliches Magnetteil wirkt. Das Betätigungsglied der Auslösevorrichtung braucht nicht mechanisch mit dem beweglichen Kontakt verbunden zu sein, sondern kann aus einer Isolierplatte bestehen, die zwischen den beweglichen und den festen Kontakt einschiebbar ist.
Claims (8)
1. Überstromschutzeinrichtung für elektrische Netze und
Geräte, zu welcher Einrichtung ein mit einer
Kontaktvorrichtung (2) in Reihe geschalteter Thermistor (1) gehört, sowie
eine Erregerspulenvorrichtung (3), die parallel zum
Thermistor geschaltet ist und imstande ist, die Kontaktvorrichtung
im Falle eines Überstromes zum Zwecke der Öffnung zu
beeinflussen, dadurch gekennzeichnet, daß
der Thermistor (1) aus einer leitenden Polymerverbindung mit
einem positiven Temperatur-Koeffizient hergestellt ist und
daß der Thermistor (1) in einem solchen unmittelbaren
wärmeleitenden Kontakt mit mindestens einem
wärmeaufnehmenden Körper (5) steht, daß der genannte
wärmeaufnehmende Körper (5) als eine thermische
Verzögerungsvorrichtung wirkt, welche verhindert, daß der
Thermistor (1) seine kritische Temperatur im Falle eines
begrenzten Überstromes erreicht, der nur für begrenzte Zeit
fließt, wie zum Beispiel im Falle des Anschlusses eines
elektrischen Motors an das Netz.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß der Thermistor (1)
plattenförmig ausgebildet ist und daß die thermische
Verzögerungsvorrichtung aus zwei wärmeaufnehmenden Körpern (5) aus
metallischem Material besteht, von denen jeder mit je einer
Seite des Thermistors (1) in Kontakt steht.
3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die wärmeaufnehmenden Körper
(5) so beschaffen sind, daß sie Anschlußelektroden für den
Thermistor (1) bilden.
4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das Volumen der
wärmeaufnehmenden Körper (5) größer als 0,9 cm³ ist.
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der Thermistor
(1) mit Anschlußleitern (6) versehen ist, die an die
Mittelabschnitte des zugehörigen Elektrodenkörpers (5)
angeschlossen sind, zur Minimierung der abstoßenden
elektrodynamischen Kräfte, die im Falle eines Kurzschlusses
zwischen den Elektrodenkörpern auftreten.
6. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die
genannte Erregerspulenvorrichtung (3) Teil einer
Hochgeschwindigkeits-Auslösevorrichtung (ein sogenannter
Kicker) ist, welche so beschaffen ist, daß sie direkt auf
die Kontaktvorrichtung (2) wirkt, um diese zu öffnen, wenn
der Thermistor (1) seine Übergangstemperatur erreicht hat.
7. Einrichtung nach Anspruch 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Auslösevorrichtung zwei
zusammenarbeitende in Reihe geschalteter Spulen (3a, 3b)
enthält, die so angeordnet sind, daß sie in entgegengesetzter
Richtung vom Strom durchflossen werden, wobei eine der
Spulen (3a) fixiert ist und die andere derart verschiebbar
angeordnet ist, daß sie eine Öffnung der Kontaktvorrichtung
(2) über ein Betatigungsglied (8) bewirkt.
8. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß ein
Varistor (9) parallel zum Thermistor (1) geschaltet ist.
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