DE68924006T2 - Pharmazeutische Zusammensetzungen mit Eierschalenbestandteilen und ihre Herstellung und Verwendung. - Google Patents
Pharmazeutische Zusammensetzungen mit Eierschalenbestandteilen und ihre Herstellung und Verwendung.Info
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Description
- Die Erfindung bezieht sich auf pharmazeutische Zusammensetzungen auf der Basis von Eierschalen, insbesondere Hühnereierschalen, auf Verfahren zu deren Herstellung sowie auf ihre medizinische und pharmazeutische Verwendung.
- Die in den Verbindungen von Eierschalen enthaltenen Hauptelemente sind Calcium, Phosphor, Magnesium sowie eine Anzahl von Spurenelementen in biogenen Bindungen. Außerdem enthalten Eierschalen Bestandteile, die nicht in den derzeitigen pharmazeutischen Zusammensetzungen für die Behandlung von Mineralmangel-Krankheiten enthalten sind.
- Derzeit werden in diesem Zusammenhang in der pharmazeutischen Industrie meistens anorganische Rohstoffe für die Vorbereitung verschiedener Medikamente verwendet. Medikamente, die aus anorganischen Rohstoffen geschaffen werden, enthalten jedoch entweder bestimmte Elemente nicht oder enthalten diese Elemente nur in einer Form, die ihre volle physiologische Nutzbarkeit nicht ermöglicht. Gegenwärtig steht kein wirklich effektives Medikament zur Verfügung, das für die Behandlung bestimmter Krankheiten, insbesondere Osteoporose und Koxarthrose angewandt werden könnte und das auf der Basis von organisch/biologisch transformierten und synthetisierten Mineralverbindungen von Spurelementen mit Eiweißbindungen vorbereitet worden ist.
- Die JP-A-59-137 415 offenbart ein Verfahren für die Gewinnung eines Calciumwirkstoffes aus Eierschalen, das die Schritte enthält: Trennen der Schalen von Eiern, Entfernen von Resten durch Waschen mit Wasser, Trocknen der Eierschalen mit heißer Luft mit einer Temperatur von < 80ºC sowie Zerkleinern und Sieben mit einem 300-Maschen- Sieb, um eine Partikelgröße von ungefähr 40 um zu erhalten. Gemäß diesem Dokument muß das Eierschalenmaterial nicht auf eine Temperatur über 80ºC erwärmt werden, um eine thermische Verschlechterung der Mineralverbindungen zu verhindern und um lebenden aktiven Mikroorganismen zu ermöglichen, pathogene Bakterien anzugreifen und die Wirkung der Zellen zu fördern. Ferner wird die Eierschalenmembran in diesem Prozeß des Standes der Technik nicht entfernt.
- Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, neue pharmazeutische Zusammensetzungen auf der Basis von Eierschalen, insbesondere Hühnereierschalen, die wirksam für medizinische Zwecke zur Behandlung bestimmter Krankheiten, insbesondere Mineralmangel-Krankheiten, vor allem im Hinblick auflebende Gewebe verwendet werden können, vom behandelten Organismus vollständig genutzt werden können und außerdem bestimmte Elemente in einer eiweißartigen Bindung enthalten, sowie ein Verfahren für deren Herstellung und deren pharmazeutische Verwendung zu schaffen.
- Die obige Aufgabe wird gemäß den unabhängigen Ansprüchen 1, 6 und 10 gelöst. Die abhängigen Ansprüche beziehen sich auf bevorzugte Ausführungsformen.
- Die pharmazeutischen Zusammensetzungen gemäß der vorliegenden Erfindung können durch den folgenden Prozeß erhalten werden:
- (A) Leeren der Eier, vorzugsweise Hühnereier,
- (B) Beseitigen von Resten von Eigelb und Eiklar, Ballastbestandteilen, Verunreinigungen und der Membran, die an der inneren Eierschalenoberfläche anhaften, und Reinigen der Eierschalen,
- (C) Trocknen der Eierschalen mit heißer Luft,
- (D) Zerkleinern und Mahlen der Eierschalen zu einem Pulver mit einer Partikelgröße von ≤ 150 um und vorzugsweise 10 bis 80 um,
- und
- (E) Sterilisieren des Eierschalenpulvers bei einer Temperatur von 120ºC, um pathogene und bedingt pathogene Mikroorganismen abzutöten.
- Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird die Beseitigung von Resten von Eigelb und Eiklar und anderer Bestandteile und Verunreinigungen einschließlich der Membranen, die an der inneren Oberfläche der Eierschalen anhaften, durch eine mechanische Behandlung und vorzugsweise durch Zentrifugieren ausgeführt; die nachfolgende Reinigung wird vorzugsweise durch Waschen mit reinem Wasser und durch Entfernen des Wassers im Schritt B vorzugsweise durch Zentrifugieren ausgeführt.
- Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird das Trocknen des Eierschalenmaterials im Schritt C mit heißer Luft mit einer Temperatur von ≤ 150ºC und vorzugsweise 60 bis 120ºC ausgeführt.
- Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird das zerkleinerte und gemahlene Eierschalenmaterial gesiebt, um Partikel mit einem Durchmesser innerhalb eines vorgegebenen Partikelgrößenbereichs zu erhalten.
- Die pharmazeutischen Zusammensetzungen gemäß der vorliegenden Erfindung können bei der Behandlung einer Anzahl von Krankheiten, insbesondere Mangelkrankheiten wie etwa Osteopathie und Chondropathie, und anderer Knochen- und Gelenkkrankheiten, bei denen die Zufuhr von Mineralien erforderlich ist, etwa Osteoporose und Koxarthrose, und bei denen eine erhöhte Geschwindigkeit der Kallusbildung erforderlich ist, einen vollständigen Ausgleich defizienter biogener Mineralverbindungen und Spurenelemente schaffen. Derzeit verwendete Präparate für die Behandlung ähnlicher Krankheiten basieren lediglich auf anorganischen Verbindungen und sind daher im allgemeinen nur wenig effektiv und haben insbesondere im geriatrischen Bereich eine erhebliche Gefahr von letalen Wirkungen in gerontologischen Anwendungen zur Folge.
- Bisher sind Eierschalen bereits für die Heilung bestimmter Krankheiten verwendet worden, wobei ihre Anwendung eher auf der Intuition basierte, ohne daß ein Zusammenhang mit stabilen, genormten Eigenschaften vorhanden war und ohne daß deren spezifische Wirksamkeit und Aktivität auf der Grundlage objektiven biologischen Wissens und pharmazeutischer Verfahren bestimmt worden wäre.
- Die Geschwindigkeit und die Wirksamkeit der Metabolisierung der pharmazeutischen Zusammensetzungen gemäß der vorliegenden Erfindung können durch pharmakokinetische sowie durch Röntgenstrahlung und insbesondere densitometrische Untersuchungen der Bedingungen des gesamten Skeletts oder lokaler Bereiche, z.B. von Brüchen, sowie der Änderungen der Zustände von Gelenken, der Wirbelsäule und/oder verschiedener Knochengewebe zusätzlich zur Bestimmung der subjektiven Verbesserung des Gesundheitszustands der Patienten geprüft werden.
- Die pharmazeutischen Zusammensetzungen gemäß der vorliegenden Erfindung haben besondere Wirksamkeit für die Geriatrie bewiesen, wo derzeit verwendete Medikamente nicht wirksam gewesen sind oder ungünstige Nebenwirkungen zeigten oder vom Körper nicht richtig aufgenommen worden sind.
- Die pharmazeutischen Zusammensetzungen gemäß der Erfindung können in Form des Pulvers, wie es gemäß dem obenerwähnten Herstellungsverfahren erhalten wird, verwendet werden, wobei die Anwendung des Produkts in Form eines Pulvers am wirksamsten ist.
- Alternativ können die pharmazeutischen Zusammensetzungen in andere galenische Formen transformiert werden, indem z.B. andere Wirkstoffe und/oder übliche Träger, Additive und/oder Arzneistoffträger eingeführt werden.
- Das Verfahren für die Herstellung der Zusammensetzungen gemäß der Erfindung aus Eierschalen wird im folgenden genauer beschrieben.
- Nach der Entfernung des Eigelbs und des Eiklars von den Eiern werden die Eierschalen zunächst mechanisch behandelt, vorzugsweise in einem Zentrifugentrenner, um irgendwelches zurückbleibendes Eigelb oder Eiklar zu entfernen; die zentrifugierten Schalen werden dann in Wasser gewaschen, um Reste und den Membranfilm, die an der inneren Oberfläche der Eierschalen anhaften, zu entfernen und um andere Verunreinigungen zu beseitigen; das Material wird anschließend mit reinem Wasser gespült, woraufhin das Wasser entfernt wird, vorteilhaft durch einen Zentrifugentrenner. Das erhaltene Produkt wird anschließend mit heißer Luft mit einer Temperatur von bis zu 150ºC, vorteilhaft mit einer Temperatur von 60 bis 120ºC getrocknet, gefolgt vom Zerkleinern und Mahlen zu einem feinen Pulver mit einer Partikelgröße bis zu 150 um und vorteilhaft zwischen 10 und 80 um. Das Produkt kann dann gesiebt werden und wird anschließend sterilisiert, um pathogene und bedingt pathogene Mikroorganismen abzutöten. Diese Sterilisation sollte für ungefähr 1h bei 120ºC ausgeführt werden. Das erhaltene Endprodukt kann dann auf mögliche Spuren von Mikroorganismen überprüft werden.
- Das auf diese Weise erhaltene Pulver enthält im wesentlichen die folgenden biologisch gebundenen Elemente:
- Calcium 30,0 bis 40,0 g/100 g des Pulvers
- Magnesium 0,35 bis 0,5 g/100 g,
- Phosphor 0,08 g/100 g,
- Carbonate 46,0 bis 60,0 g/100 g, und
- Stickstoff 0,5 bis 0,6 g/100 g,
- und andere biogene Elemente, sämtlich in einer biologischen Bindung.
- Die pharmazeutischen Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung können vorteilhaft oral verabreicht werden. Dennoch können auch andere gebräuchliche galenische Formen für die Verabreichung verwendet werden.
- Die pharmazeutischen Zusammensetzungen gemäß der Erfindung können vorteilhaft in der medizinischen Therapie, besonders in der Pediatrie, der Traumatologie, der Geriatrie, der Orthopädie, der Stomatologie, des Puerperiums, der Onkologie und der Pneumopathie verwendet werden.
Claims (10)
- Pharmazeutische Zusammensetzungen auf der Basis von Eierschalen, die erhalten werden können durch(A) Leeren von Eiern, vorzugsweise Hühnereiern,(B) Entfernen der Reste von Eigelb und von Eiklar, von Ballastbestandteilen, Verunreinigungen und der Membran, die an der inneren Eierschalenoberfläche anhaften, und Reinigen der Eierschalen,(C) Trocknen der Eierschalen mit heißer Luft,(D) Zerkleinern und Mahlen der Eierschalen zu einem Pulver mit einer Partikelgröße von ≤ 150 um und vorzugsweise von 10 bis 80 um,und(E) Sterilisieren des Eierschalenpulvers bei einer Temperatur von 120ºC, um pathogene und bedingt pathogene Mikroorganismen abzutöten.
- 2. Pharmazeutische Zusammensetzungen nach Anspruch 1, die im Schritt B durch mechanische Behandlung, vorzugsweise durch Zentrifugieren, anschließendes Waschen mit reinem Wasser und Entfernen des Wassers, vorzugsweise durch Zentrifugieren erhalten werden können.
- 3. Pharmazeutische Zusammensetzungen nach Anspruch 1 oder 2, die im Schritt C durch Trocknen der Eierschalen mit heißer Luft mit einer Temperatur von ≤ 150ºC und vorzugsweise von 60 bis 120ºC erhalten werden können.
- 4. Pharmazeutische Zusammensetzungen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, die im Schritt D durch Sieben des gemahlenen Eierschalenmaterials erhalten werden können.
- 5. Pharmazeutische Zusammensetzungen nach einem der Ansprüche 1 bis 6, die zusätzlich zu den Spurenelementen und anderen biogenen Elementen enthalten:Calcium 30,0 bis 40,0 g/100 g des PulversMagnesium 0,35 bis 0,5 g/100 g,Phosphor 0,08 g/100 g,Carbonate 46,0 bis 60,0 g/100 g, undStickstoff 0,5 bis 0,6 g/100 g,in biologischer Bindung.
- 6. Verfahren zum Herstellen der pharmazeutischen Zusammensetzungen nach einem der Ansprüche 1-5, mit den folgenden Schritten:(A) Leeren von Eiern, vorzugsweise Hühnereiern,(B) Entfernen der Reste von Eigelb und von Eiklar, von Ballastbestandteilen, von Verunreinigungen und der Membran, die an der inneren Eierschalenoberfläche anhaften, und Reinigen der Eierschalen,(C) Trocknen der Eierschalen mit heißer Luft,(D) Zerkleinern und Mahlen der Eierschalen zu einem Pulver mit einer Partikelgröße von ≤ 150 um und vorzugsweise 10 bis 80 um, und(E) Sterilisieren des Eierschalenpulvers bei einer Temperatur von 120ºC, um pathogene und bedingt pathogene Mikroorganismen abzutöten.
- 7. Verfahren nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch mechanische Behandlung, vorzugsweise durch Zentrifugieren, anschließendes Waschen mit reinem Wasser und Entfernen des Wassers, vorzugsweise durch Zentrifugieren, im Schritt B.
- 8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, gekennzeichnet durch Trocknen der Eierschalen im Schritt C mit heißer Luft mit einer Temperatur von ≤ 150ºC und vorzugsweise 60 bis 120ºC.
- 9. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8, gekennzeichnet durch Sieben des gemahlenen Eierschalenmaterials im Schritt D.
- 10. Verwendung der pharmazeutischen Zusammensetzungen nach einem der Ansprüche 1 bis 5 für die Herstellung von pharmazeutischen Zusammensetzungen für die Behandlung von Mineralmangel, insbesondere in Gelenk- oder Knochengeweben und insbesondere der Osteoporose und der Koxarthrose.
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