DE69018172T2 - Natriumbicarbonat enthaltende Zusammensetzung zur Herstellung einer Dialyselösung. - Google Patents

Natriumbicarbonat enthaltende Zusammensetzung zur Herstellung einer Dialyselösung.

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Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft ein Natriumbicarbonat- Dialysat. Insbesondere betrifft sie ein granuläres Natriumbicarbonat-Dialysat, das leicht löslich ist, wenn es zum Zeitpunkt der Verwendung solubilisiert wird.
  • Ein Dialysat ist ein Reagens, das zur Herstellung einer Dialyselösung nützlich ist. Die Dialyselösung wird verwendet, um anstelle der Funktion, die normalerweise von der Niere ausgeübt wird, unter Verwendung eines Dialysators als künstlicher Niere oder einer Peritonealdialyse mittels einer Hämodialyse- oder Hämodiafiltrations-Therapie urämischen Abfall zu entfernen, und weiter, um notwendige Bestandteile im Blut zu ergänzen. Die Aufmerksamkeit ist auf eine Natriumbicarbonat- Dialyselösung gelenkt worden, in der Natriumbicarbonat als alkalisierendes Mittel verwendet wird, da man es physiologisch bevorzugt. Als derartige Natriumbicarbonat-Dialyselösung verwendet man in der Praxis die folgende Elektrolytionen- Zusammensetzung.
  • Na&spplus; 120 - 150 mÄq/l
  • K&spplus; 0,5 - 3,0 mÄq/l
  • Ca&spplus;&spplus; 1,5 - 4,5 mÄq/l
  • Mg&spplus;&spplus; 0 - 2,0 mÄq/l
  • Cl&supmin; 90 - 135 mÄq/l
  • CH&sub3;COO&supmin; 5 - 35 mÄq/l
  • HCO&sub3;&supmin; 20 - 35 mÄq/l
  • Glukose 0 - 250 g/l
  • Die Natriumbicarbonat-Dialyselösung wird normalerweise so hergestellt, daß Wasser zu etwa 2,5 kg oder mehr der notwendigen Elektrolyten, die von Natriumbicarbonat verschiedenen sind, gegeben wird, so daß man eine Konzentration A erhält, die im Hinblick auf die Löslichkeit ein Volumen von etwa 10 l aufweist, und daß eine wäßrige Natriumbicarbonat- Lösung als alkalisierendes Mittel gesondert hergestellt wird, die ebenfalls ein Volumen von etwa 10 l aufweist, so daß zum Zeitpunkt der Dialysebehandlung die beiden Lösungen zur klinischen Verwendung gemischt und zu einem Gesamtvolumen von 350 l verdünnt werden. Ansonsten kann Natriumbicarbonat in Form von Pulver gelagert oder transportiert und unmittelbar vor seiner Verwendung gelöst werden.
  • Jedoch sind in dem Fall, in dem die wäßrige Natriumbicarbonat- Lösung und die Lösung anderer Elektrolytbestandteile vorab hergestellt werden, wie vorstehend erwähnt, deren Volumina und Gewichte beträchtlich, selbst wenn sie als Konzentrate gefertigt sind, und ihr Transport oder ihre Lagerung ist unbequem.
  • Bei der Vermeidung eines derartigen Nachteils hat sich, wenn die Elektolytbestandteile in Form ihrer Pulver gelagert oder transportiert werden, wie in der EP-A-0 034 916 beschrieben, das Problem ergeben, daß sich unter den Elektrolytbestandteilen Natriumbicarbonat besonders langsam löst, wenn die Elektrolytbestandteile zur Verwendung in Wasser gelöst werden.
  • Es ist ein Ziel der vorliegenden Erfindung, ein granuläres Natriumbicarbonat-Dialysat bereitzustellen, das bei der Lagerung und beim Transport vorteilhaft ist und leicht eine Natriumbicarbonat-Dialyselösung bereitstellen kann und das bequem handhabbar ist und sich schnell löst.
  • Die vorliegende Erfindung stellt ein Natriumbicarbonat-Dialysat bereit, umfassend eine Elektrolyt-Zusammensetzung A, die hauptsächlich aus Natriumchlorid zusammengesetzt ist und kein Natriumbicarbonat enthält, und eine Elektrolyt-Zusammensetzung B, die Natriumbicarbonat enthält, das dadurch gekennzeichnet ist, daß das Natriumbicarbonat in Form von Primärteilchen mit einer Teilchengröße von höchstens 250 um bereitgestellt wird und die Teilchengröße der Granula der Zusammensetzung B nach Granulation 0,1 bis 10 mm beträgt.
  • Weiter stellt die vorliegende Erfindung ein Dialysat bereit, in dem die Zusammensetzung A in Form von Granula vorliegt und die Granula A und B nach der Granulation gemischt werden.
  • Es ist ein Merkmal der vorliegenden Erfindung, daß im Natriumbicarbonat-Dialysat der Natriumbicarbonat-Bestandteil als Granulat B granuliert ist. Dieses Granulat B muß in Form von Granula aus Natriumbicarbonat-Primärteilchen mit einer Teilchengröße von höchstens 250 um vorliegen. Wenn die Teilchengröße der Natriumbicarbonat-Primärteilchen 250 um überschreitet, neigt die Solubilisierungsgeschwindigkeit des Granulats B dazu, gering zu sein, was unerwünscht ist. Es wird bevorzugt, daß die Teilchengröße der Natriumbicarbonat-Primärteilchen höchstens 100 um beträgt, da die Solubilisierungsgeschwindigkeit dadurch groß wird. Es wird mehr bevorzugt, daß die Teilchengröße höchstens 50 um beträgt. Die Teilchengröße der Sekundärteilchen nach Granulation muß 0,1 bis 10 mm betragen. Wenn die Teilchengröße der Sekundärteilchen weniger als 0,1 mm beträgt, neigt die Fließfähigkeit des Granulats B dazu, schlecht zu sein. Andererseits neigt, wenn die Teilchengröße der Sekundärteilchen 10 mm überschreitet, die Solubilisierungsgeschwindigkeit des Granulats B dazu, gering zu sein, und die Festigkeit der Sekundärteilchen neigt dazu, gering zu sein, was unerwünscht ist.
  • Das Granulat B der vorliegenden Erfindung kann lediglich Natriumbicarbonat enthalten, oder es kann weiter andere Elektrolyte enthalten. Die Elektrolyte, die mit Natriumbicarbonat vereinigt werden, schließen Natriumchlorid, Kaliumchlorid, Natriumacetat und Magnesiumchlorid ein. Andere Bestandteile, wie z.B. Glukose, Essigsäure oder Harnstoff, können gegebenenfalls enthalten sein, wie es der Fall erfordert, solange ihr Vorhandensein das Ziel der vorliegenden Erfindung nicht beeinträchtigt.
  • Ein Calciumbestandteil unter den im Dialysat enthaltenen Elektrolyten wird vorzugsweise zum Granulat A zugesetzt, da er dazu neigt, sich mit Natriumbicarbonat umzusetzen, um einen schwerlöslichen Festkörper zu bilden. Der Calciumbestandteil wird normalerweise in Form eines Chlorids hergestellt und ist in Form von CaCl&sub2; 2H&sub2;O stabil. Der Magnesiumbestandteil kann in der für das Dialysat zu verwendenden Konzentration zum Granulat B zugesetzt werden. Jedoch wird es bevorzugt, daß der Magnesiumbestandteil zusammen mit dem Calciumbestandteil zum Granulat A zugesetzt wird, da er ebenso dazu neigt, sich mit Natriumbicarbonat umzusetzen, um einen schwerlöslichen Festkörper zu bilden. Der Magnesiumbestandteil wird gewöhnlich als Chlorid hergestellt und ist in Form von MgCl&sub2; 6H&sub2;O stabil.
  • In der vorliegenden Erfindung wird es bevorzugt, daß das Granulat B in Form von Granula einer Mischung vorliegt, die Natriumbicarbonat und 1 bis 75 Gew.-% Natriumchlorid, bezogen auf das Gewicht des gesamten Granulats B, und/oder 0,3 bis 30 Gew.-% Natriumacetat, bezogen auf das Gewicht des gesamten Granulats B, umfaßt, da sich Natriumchlorid oder Natriumacetat, die eine größere Solubilisierungsgeschwindigkeit aufweisen, vor Natriumbicarbonat löst, wenn diese in Wasser gelöst werden, wodurch die Primärteilchen von Natriumbicarbonat leicht in Wasser dispergiert werden und die Solubilisierung von Natriumbicarbonat erleichtert wird. Das hier zu verwendende Natriumacetat kann in Form eines Anhydrids oder eines Hydrats vorliegen.
  • Das Granulat B der vorliegenden Erfindung liegt in Form von Granula vor und weist somit eine ausgezeichnete Fließfähigkeit auf und zeigt im wesentlichen kein Stauben. Trotz der granulierten Form ist die Solubilisierungsgeschwindigkeit aus dem vorstehend erwähnten Grund nur etwas geringer als die der Primärteilchen allein. Wenn man sie bezüglich der Solubilisierungsdauer vergleicht, die die Dauer ist, bis eine Lösung durchsichtig wird, nachdem eine vorbestimmte Menge eines Festkörpers in eine vorbestimmte Menge Wasser gegeben und gerührt worden ist, ist die Solubilisierungsdauer des Granulats B der vorliegenden Erfindung höchstens doppelt so groß wie diejenige der Natriumbicarbonat-Primärteilchen.
  • In dem Fall, in dem das Granulat B eine Mischung aus Natriumbicarbonat und Natriumchlorid ist, beträgt der Natriumchlorid-Gehalt vorzugsweise 1 bis 30 Gew.-%. Wenn der Natriumchlorid-Gehalt unterhalb des vorstehenden Bereichs liegt, neigt die Solubilisierungsgeschwindigkeit in Wasser dazu, gering zu sein, was unerwünscht ist. Wenn er andererseits den vorstehenden Bereich überschreitet, nimmt die Solubilisierungsgeschwindigkeit in Wasser gleichfalls ab, was unerwünscht ist. Besonders bevorzugt ist der Fall, in dem der Natriumchlorid-Gehalt 1 bis 5 Gew.-% beträgt.
  • In dem Fall, in dem das Granulat B eine Mischung aus Natriumbicarbonat und Natriumacetat ist, beträgt der Natriumacetat-Gehalt vorzugsweise 0,3 bis 10 Gew.-%, berechnet als wasserfreies Natriumacetat. Wenn der Natriumacetat-Gehalt unterhalb des vorstehenden Bereichs liegt, neigt die Solubilisierungsgeschwindigkeit in Wasser dazu, abzunehmen, was unerwünscht ist. Wenn er andererseits den vorstehenden Bereich überschreitet, neigt die Solubilisierungsgeschwindigkeit in Wasser gleichfalls dazu, abzunehmen, was unerwünscht ist. Es wird besonders bevorzugt, daß der Natriumacetat-Gehalt 0,5 bis 8 Gew.-% beträgt, berechnet als wasserfreies Natriumacetat.
  • Wenn das Granulat B eine Mischung aus Natriumbicarbonat, Natriumchlorid und Natriumacetat ist, wird es bevorzugt, daß der Natriumchlorid-Gehalt 1 bis 5 Gew.-% und der Natriumacetat- Gehalt 0,5 bis 8 Gew.-% beträgt, berechnet als wasserfreies Natriumacetat. Wenn der jeweilige Gehalt von den vorstehenden Bereichen abweicht, neigt die Solubilisierungsgeschwindigkeit in Wasser dazu abzunehmen, was unerwünscht ist.
  • Bei dem mit Natriumbicarbonat zu mischenden Elektrolyten im Ganulat B der vorliegenden Erfindung handelt es sich unter dem Gesichtspunkt der Solubilisierungsgeschwindigkeit in Wasser vorzugsweise um Natriumacetat allein. Jedoch ist Natriumacetat äußerst hygroskopisch, und deshalb ist es notwendig, daß man bei der Lagerung des Granulats B eine angemessene Sorgfalt auf die Vermeidung von Feuchtigkeit verwendet. Unter dem Gesichtspunkt, daß keine besondere Berücksichtigung der Vermeidung von Feuchtigkeit erforderlich ist, handelt es sich bei dem mit Natriumbicarbonat zu vereinigenden Elektrolyten im Granulat B vorzugsweise um Natriumchlorid allein.
  • Weiter steigt, wenn in der vorliegenden Erfindung das Granulat B ein Granulat aus einer Mischung von Natriumbicarbonat und Glukose ist, die Solubilisierungsgeschwindigkeit des Granulats B an. Jedoch ist eine angemessene Sorgfalt erforderlich, da das glukosehaltige Granulat B für ein Bakterienwachstum anfällig ist.
  • Das Granulat A der vorliegenden Erfindung ist aus einer Mischung aller der für das Dialysat benötigten Bestandteile zusammengesetzt, die von den im vorstehenden Granulat B enthaltenen verschieden sind, und enthält Natriumchlorid als Hauptbestandteil. Unter den für das Dialysat erforderlichen Bestandteilen sind die von Natriumbicarbonat verschiedenen verhältnismäßig leicht in Wasser löslich. Deshalb ist die Form des Granulats A nicht besonders beschränkt. Jedoch liegt das Granulat A unter dem Gesichtspunkt einer effizienten Handhabung vorzugsweise in Form von Granula vor.
  • Das Granulat A umfaßt vorzugsweise Natriumchlorid, Kaliumchlorid, Calciumchlorid, Magnesiumchlorid und Glukose.
  • In der vorliegenden Erfindung weisen die Granula des Granulats B (oder des Granulats A) vorzugsweise einen Ruhewinkel von höchstens 55º auf, da dadurch die Fließfähigkeit ausgezeichnet ist und die Handhabung leicht wird. Es wird mehr bevorzugt, daß der Ruhewinkel höchstens 50º beträgt. Das Porenvolumen der Granula beträgt vorzugsweise 0,05 bis 1,0 cm³/g. Wenn das Porenvolumen weniger als 0,05 cm³/g beträgt, neigt die Solubilisierungsgeschwindigkeit dazu, gering zu sein, was unerwünscht ist. Wenn das Porenvolumen 1,0 cm³/g übersteigt, neigt die Festigkeit der Granula dazu, gering zu sein, und es besteht die Neigung zum Stauben, was unerwünscht ist. Es wird mehr bevorzugt, daß das Porenvolumen 0,05 bis 0,2 cm³/g beträgt. Die scheinbare relative Dichte der Granula beträgt als lufthaltige Raummasse vorzugsweise 0,5 bis 0,9 und als zusammengepreßte Raummasse 0,6 bis 1,1. Wenn die scheinbare relative Dichte unterhalb des vorstehenden Bereichs liegt, neigt die Festigkeit der Granula dazu, gering zu sein, und es besteht die Neigung zum Stauben, was unerwünscht ist. Wenn die scheinbare relative Dichte den vorstehenden Bereich überschreitet, neigt die Solubilisierungsgeschwindigkeit dazu, gering zu sein, was unerwünscht ist.
  • Wenn das Granulat A oder das Granulat B granuliert werden soll, werden Pulver der jeweiligen Bestandteile mit einer geeigneten Menge Wasser gemischt, und die Mischung wird mittels verschiedener Typen von Granuliermaschinen granuliert. Es wird vorgezogen, das folgende Verfahren zu verwenden, da es dadurch möglich wird, die Löslichkeit weiter zu verbessern, insbesondere die Löslichkeit von Natriumbicarbonat, und die Handhabung der Granula leicht wird und die Festigkeit angemessen wird, so daß ein Zerfall in Pulver kaum stattfindet, und es möglich wird, Granula zu erhalten, die eine gleichförmige Zusammensetzung und eine ausgezeichnete Stabilität aufweisen.
  • Es werden nämlich die Teilchengrößen der Pulver der jeweiligen Elektrolyte eingestellt, dann wird Wasser in einer solchen Menge dazugegeben, daß der Wassergehalt 0,5 bis 25 Gew.-% beträgt. Dann wird die Mischung beispielsweise mittels eines Extrusionsgranulators langsam gemischt und granuliert, gefolgt von Tröcknen, so daß man ein granuläres Produkt erhält. Die Teilchengrößen der Pulver der Elektrolyte, die als Ausgangsmaterialien verwendet werden, betragen gewöhnlich höchstens 250 um, vorzugsweise höchstens 100 um, bevorzugter höchstens 50 um. Wenn die Teilchengrößen 250 um überschreiten, neigt die mechanische Festigkeit der Granula, die als Endprodukt erhalten werden, dazu, ungenügend zu sein, und sie sind anfällig für einen Zerfall in Pulver, und die Solubilisierungsgeschwindigkeit neigt dazu, gering zu sein, was unerwünscht ist. Wenn der Wassergehalt während der Granulation geringer als 0,5 Gew.-% ist, neigt die Festigkeit der Teilchen dazu, gering zu sein, was zum Stauben führt. Wenn er andererseits 25 Gew.-% überschreitet, neigt die Granulation dazu, schwierig zu werden. Die Größe der durch die Granulation erhaltenen Granula bewegt sich vorzugsweise in einem Bereich von 0,1 bis 10 mm. Wenn die Teilchengröße der Granula unterhalb 20 dieses Bereichs liegt, neigt die Fließfähigkeit dazu, schlecht zu sein, oder es besteht die Tendenz zum Stauben, wodurch die Handhabung schwierig wird. Wenn sie andererseits den vorstehenden Bereich überschreitet, neigt die mechanische Festigkeit der Granula dazu, schlecht zu sein, und es besteht die Tendenz, daß eine lange Zeit für die Solubilisierung benötigt wird.
  • Während des Trocknens der Granula, insbesondere des Granulats B, wird es bevorzugt, zum Zweck einer Verhütung der Zersetzung von Natriumbicarbonat in einer Kohlenstoffdioxid-Gasatmosphäre zu arbeiten. Die Kohlenstoffdioxid-Gaskonzentration weist vorzugsweise einen Anteil von mindestens 5% auf. Das Trocknen wird normalerweise bei einer Temperatur von 30 bis 90ºC durchgeführt. Als spezielle Vorrichtung zum Trocknen kann beispielsweise ein Bandtrockner, ein Etagentrockner, ein Durchströmtrockner oder ein Rotationstrockner verwendet werden, so daß leicht lösliche, stabile Granula erhalten werden, die eine hohe Festigkeit und eine gleichförmige Zusammensetzung aufweisen.
  • Im erfindungsgemäßen Dialysat kann zum Zweck der Steuerung des pH nach der Solubilisierung dem Granulat A vorab ein pH- steuernder Bestandteil, wie z.B. Essigsäure, beigemengt werden. Der pH-steuernde Bestandteil kann auch nach der Solubilisierung zur Dialyselösung zugegeben werden.
  • Bei dem erfindungsgemäßen Dialysat werden die Granulate A und B jeweils granuliert, dann zur Lagerung oder zum Transport gemischt. In einem derartigen Fall sollten die Teilchengrößen während der Granulation so gesteuert werden, daß nach dem Mischen nicht leicht eine Trennung stattfinden kann. Die Teilchengrößen der Granulate A und B sind vorzugsweise im wesentlichen gleich, und das Verhältnis der durchschnittlichen Teilchengröße des kleineren Bestandteils zu der durchschnittlichen Teilchengröße des größeren Bestandteils beträgt vorzugweise mindestens 0,9. Wenn die Vermeidung von Feuchtigkeit ausreichend ist, reagiert Natriumbicarbonat während der Lagerung nicht mit Calcium oder Magnesium.
  • Nun wird die vorliegende Erfindung ausführlicher mit Bezug auf Beispiele beschrieben. Jedoch versteht es sich, daß die vorliegende Erfindung keineswegs auf derartige spezielle Beispiele beschränkt ist.
  • BEISPIEL 1
  • Natriumchlorid, Kaliumchlorid, Calciumchloriddihydrat, 30 Magnesiumchloridhexahydrat, wasserfreies Natriumacetat und Glukose, die jeweils zu einer durchschnittlichen Teilchengröße von etwa 50 um pulverisiert waren, wurden in den folgenden Verhältnissen gemischt, und weiter wurde Wasser in einer Menge von 1,5 Gew.-%, bezogen auf Trockenbestandteile, zugegeben.
  • NACl 74,7110 Gew.-%
  • KCl 1,7943 Gew.-%
  • CaCl&sub2; 2H&sub2;O 2,2839 Gew.-%
  • MgCl&sub2; 6H&sub2;O 1,2408 Gew.-%
  • CH&sub3;COONa 7,9296 Gew.-%
  • Glukose 12,0404 Gew.-%
  • Die obige Mischung wurde mittels eines Doppelschneckenextruders granuliert, wodurch man 100 kg zylindrische Granula mit einem Durchmesser von 0,5 mm und einer Länge von 1 bis 10 mm erhielt. Die Granula wurden 3 Stunden in einem Chargenkammertrockner getrocknet, der auf eine Temperatur von 50 ºC eingestellt war. Dann wurden weiter 1,5 Gew.-% Eisessig zusetzt, so daß man ein Granulat A erhielt.
  • Dieses Granulat A ist granulär und wies ein Porenvolumen von 0,08 cm³/g auf, wie mittels eines Quecksilberporosimeters gemessen. 100 cm³ Wasser von 15ºC wurden in einen 100 cm³- Becher eingefüllt, und 6 g Granulat A wurden in das Wasser eingebracht und mittels eines Magnetrührers bei 500 U/min gerührt, wobei die Solubilisierungsdauer (die Zeitdauer, bis kein fester Anteil zurückblieb) 2 Minuten und 10 Sekunden betrug. Der Ruhewinkel betrug 40º, wie mittels eines von Hosokawa Micron Corp. hergestellten Pulvertesters gemessen, und demgemäß wies das Granulat A eine ausgezeichnete Fließfähigkeit auf. Weiter betrug die relative Dichte als lufthaltige Raummasse 0,707 und als zusammengepreßte Raummasse 0,790.
  • Gesondert davon wurde ein Granulat B wie folgt hergestellt.
  • Zuerst wurden Natriumbicarbonat und Natriumchlorid, die jeweils zu einer durchschnittlichen Teilchengröße von etwa 50 um pulverisiert waren, in den folgenden Verhältnissen gemischt, und dann wurde Wasser in einer Menge von 14 Gew.-%, bezogen auf Trockenbestandteile, zugegeben, gefolgt von Mischen.
  • NaHCO&sub3; 97,60 Gew.-%
  • NaCl 2,40 Gew.-%
  • Die obige Mischung wurde mittels eines Doppelschneckenextruders granuliert, wodurch man 54 kg zylindrische Granula mit einem Durchmesser von 0,5 mm und einer Länge von 0,5 bis 5 mm erhielt. Dann wurden die Granula 3 Stunden in einem Chargenkammertrockner getrocknet, der so eingestellt war, daß er eine Kohlenstoffdioxid-Konzentration von 55% und eine Temperatur von 75ºC aufwies, wodurch man ein Granulat B erhielt.
  • Dieses Granulat B war granulär und wies ein Porenvolumen von 0,08 cm³/g auf, wie mittels eines Quecksilberporosimeters gemessen wurde. 100 cm³ Wasser von 15ºC wurden in einen 100 cm³-Becher eingefüllt, und 6,1 g Granulat B wurden in das Wasser eingebracht und mittels eines Magnetrührers bei 500 U/min gerührt, wobei die Solubilisierungsdauer (die Zeitdauer, bis kein fester Anteil mehr zurückblieb) 3 Minuten und 35 Sekunden betrug. Der Ruhewinkel betrug 42º, wie mittels eines von Hosokawa Micron Corp. hergestellten Pulvertesters gemessen, und man fand, daß das Granulat B eine ausgezeichnete Fließfähigkeit aufwies. Weiter betrug die scheinbare relative Dichte als lufthaltige Raummasse 0,742 und als zusammengepreßte Raummasse 0,997.
  • 25 g Granulat A und 6,387 g Granulat B wurden in Wasser von 25ºC gelöst und auf 2,967 l eingestellt, worauf die Konzentrationen der jeweiligen Bestandteile gemessen wurden. Natrium und Kalium wurden mittels eines Atomabsorptionsverfahrens bestimmt, Calcium und Magnesium wurden mittels eines chelatometrischen Titrationsverfahrens bestimmt, Chlor wurde durch Titration mittels des Mohrschen Verfahrens bestimmt, und die Gesamt-Essigsäure und Glukose 35 wurden mittels Flüssigkeitschromatographie bestimmt, und Hydrogencarbonat-Ionen wurden mittels eines Säure-Base- Titrationsverfahren bestimmt. Die Messungen wurden dreimal wiederholt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 1 gezeigt.
  • Dann wurden die Veränderungen über die Zeit der Granulate A und B während der Lagerung über einen langen Zeitraum untersucht. Die Granulate A und B waren nämlich jeweils in hermetisch abgeschlossenem Zustand verpackt worden, und man hatte sie bei Raumtemperatur stehen gelassen. Unmittelbar nach der Herstellung und ein Monat, drei Monate, 6 Monate und 12 Monate nach der Herstellung wurden 2654 g Granulat A und 678 g Granulat B in Wasser von 25ºC gelöst und auf 315 l eingestellt. Bezüglich der so erhaltenen Lösungen wurden der pH und die Abweichungen der jeweiligen Ionenkonzentrationen von denjenigen unmittelbar nach der Herstellung erhalten (wobei die jeweiligen Ionenkonzentrationen unmittelbar nach der Herstellung mit 100 bewertet wurden). Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 gezeigt. Tabelle 1 Glukose Theoretische Werte Durchschnitt Tabelle 2 Unmittelbar nach der Herstellung Monat später Glukose
  • Aus den Tabellen 1 und 2 ist ersichtlich, daß das erfindungsgemäße Dialysat, das die Granulate A und B umfaßt, mit einer guten Reproduzierbarkeit hergestellt werden kann und über die Zeit stabil ist, und daß selbst nach der Lagerung über einen langen Zeitraum eine Dialyselösung reproduziert werden kann, die im wesentlichen nicht von derjenigen unmittelbar nach der Herstellung verschieden ist. In Tabelle 2 nimmt der Gehalt der jeweiligen Bestandteile nach und nach ab. Man ist der Ansicht, daß dies auf den Einfluß von Feuchtigkeit, die durch das Verpackungsmaterial hindurchgedrungenen ist, zurückzuführen ist.
  • BEISPIELE 2 BIS 9 UND VERGLEICHSBEISPIEL 1
  • Natriumchlorid, Natriumacetat und Glukose, die jeweils zu einer durchschnittlichen Teilchengröße von 50 um pulverisiert waren, wurden verwendet, und ein Granulat B wurde auf die gleiche Weise wie in Beispiel 1 durch Mischen, Granulation und Trocknen unter den wie in Tabelle 3 angegebenen Bedingungen hergestellt. Die Eigenschaften des Granulats B wurden gemessen, und die Ergebnisse sind in Tabelle 3 gezeigt. Beispiel 9 stellt Granula von Natriumbicarbonat allein dar, und das Vergleichsbeispiel 1 stellt Natriumbicarbonat-Primärteilchen vor der Granulation dar. Tabelle 3 Anteile (Gew.-%) Scheinbare relative Dichten Natriumbicarbonat Zugemischtes Material Für die Granulation zugegebene Menge Wasser (Gew.-%) Lufthaltige Raummasse Zusammengepreßte Raummasse Ruhewinkel (Grad) Solubilisierungsdauer (min, sek) Beispiel Vergleichsbeispiel Natriumchlorid Natriumacetat Glukose
  • BEISPIEL 10
  • Natriumchlorid, Kaliumchloriddihydrat, Magnesiumchloridhexahydrat und Natriumacetattrihydrat, die jeweils zu einer durchschnittlichen Teilchengröße von etwa 50 um pulverisiert waren, wurden in den folgenden Verhältnissen gemischt, und es wurden weiter 5 Gew.-% Wasser zugefügt, gefolgt von Mischen.
  • NaCl 80,389 Gew.-%
  • KCl 2,580 Gew.-%
  • CaCl&sub2; 2H&sub2;O 3,573 Gew.-%
  • MgCl&sub2; 6H&sub2;O 2,104 Gew.-%
  • CH&sub3;COONa 3H&sub2;O 11,354 Gew.-%
  • Die vorstehende Mischung wurde mittels eines Doppelschraubenextruders granuliert, wodurch man 500 kg Granula mit einer durchschnittlichen Teilchengröße von 450 um erhielt. Dann wurden die obigen Granula drei Stunden in einem Chargenkammertrockner in einer Atmosphäre, die so eingestellt war, daß sie 0,5% Essigsäuregas enthielt, bei einer Temperatur von 50ºC getrocknet, wodurch man ein Granulat A erhielt. Das so erhaltene Granulat A war granulär mit einer durchschnittlichen Teilchengröße von 0,45 mm und einem Ruhewinkel von 40º und zeigte eine ausgezeichnete Fließfähigkeit.
  • Andererseits wurden 5 Gew.-% Wasser zu Natriumbicarbonat gegeben, das zu einer durchschnittlichen Teilchengröße von etwa 50 um pulverisiert war, gefolgt von Mischen. Die Mischung wurde mittels eines Doppelschraubenextruders granuliert, wodurch man 200 kg Granula mit einer durchschnittlichen Teilchengröße von 450 um erhielt. Dann wurden die Granula drei Stunden in einem Chargenkammertrockner bei einer Temperatur von 50ºC in einer Atmosphäre getrocknet, die so eingestellt war, daß sie eine Kohlenstoffdioxid-Gaskonzentration von 20% aufwies, wodurch man ein Granulat B erhielt. Das Granulat B war granulär mit einer durchschnittlichen Teilchengröße von 0,45 mm und zeigte eine ausgezeichnete Fließfähigkeit.
  • Dann wurden die Ganulate A und B in einem Gewichtsverhältnis von 2,856 : 1 gemischt, wodurch man 500 kg Pulvermischung erhielt. Die Mischung der so erhaltenen Granulate A und B (die im folgenden als Dialysat bezeichnet wird), wies einen Ruhewinkel von 40º auf und zeigte eine ausgezeichnete Fließfähigkeit, und die Solubilisierungsgeschwindigkeit betrug 3 Minuten, wenn sie in Wasser bei 15ºC gelöst wurde. Fünf Proben (9,7171 g) wurden dem vorstehenden Dialysat fakultativ entnommen und mit Wasser von 25ºC zu einem Gesamtvolumen von jeweils 1000 l gelöst. Die Ergebnisse sind in Tabelle 4 gezeigt. Tabelle 4 (Einheit: mÄq/l) Theoretische Werte Durchschnitt
  • Aus der vorstehenden Tabelle 4 ist ersichtlich, daß, wenn dieses Dialysat statistisch als Probe entnommen und gelöst wurde, alle fünf Proben als Dialyselösungen mit sehr gleichförmigen Zusammensetzungen reproduziert wurden. Dann wurde die Veränderung über die Zeit des erfindungsgemäßen Dialysats während der Lagerung über einen langen Zeitraum untersucht. Das erhaltene Dialysat wurde nämlich in hermetisch abgeschlossenem Zustand verpackt und bei Raumtemperatur stehen gelassen. Unmittelbar nach der Herstellung und nach Ablauf eines Monats, von drei Monaten, 6 Monaten und 12 Monaten wurde eine vorbestimmte Menge (9,7171 g) als Probe entnommen und mit Wasser von 25ºC zu einem Gesamtvolumen von 1000 ml gelöst. Bezüglich der so erhaltenen Lösungen wurden der pH und die Abweichung der jeweiligen Ionenkonzentrationen von denjenigen unmittelbar nach der Herstellung bestimmt (wobei die Konzentrationen der jeweiligen Ionen unmittelbar nach der Herstellung als 100 bewertet wurden). Die Ergebnisse sind in Tabelle 5 gezeigt. Tabelle 5 Unmittelbar nach der Herstellung Monat später
  • Aus Tabelle 5 ist ersichtlich, daß dieses Dialysat über die Zeit sehr stabil ist und als Dialyselösung reproduziert werden kann, die sich selbst nach Lagerung über einen langen Zeitraum im Vergleich zu derjenigen unmittelbar nach der Herstellung nicht wesentlich verändert.

Claims (10)

1. Natriumbicarbonat-Dialysat, umfassend eine Elektrolyt- Zusammensetzung A, die hauptsächlich aus Natriumchlorid zusammengesetzt ist und kein Natriumbicarbonat enthält, und eine Elektrolyt-Zusammensetzung B, die Natriumbicarbonat enthält, dadurch gekennzeichnet,
daß das Natriumbicarbonat in Form von Primärteilchen mit einer Teilchengröße von höchstens 250 um bereitgestellt wird und die Teilchengröße der Granula der Zusammensetzung B nach Granulation 0,1 bis 10 mm beträgt.
2. Dialysat nach Anspruch 1, in dem die Zusammensetzung B eine Mischung ist, die Natriumbicarbonat und 1 bis 75 Gew.-% Natriumchlorid, bezogen auf das Gewicht der gesamten Zusammensetzung B, umfaßt.
3. Dialysat nach Anspruch 1, in dem die Zusammensetzung B eine Mischung ist, die Natriumbicarbonat und 0,3 bis 30 Gew.-% Natriumacetat, bezogen auf das Gewicht der gesamten Zusammensetzung B, umfaßt.
4. Dialysat nach Anspruch 1, in dem die Solubilisierungszeit der Zusammensetzung B höchstens 2 mal diejenige der Natriumbicarbonat-Primärteilchen ist.
5. Dialysat nach Anspruch 1, in dem die Zusammensetzung A in Form von Granula vorliegt.
6. Dialysat nach Anspruch 5, in dem die Zusammensetzung A und die Zusammensetzung B nach Granulation gemischt werden.
7. Dialysat nach Anspruch 1, in dem die Zusammensetzung A Natriumchlorid, Kaliumchlorid, Calciumchlorid, Magnesiumchlorid und Glukose umfaßt.
8. Ein Verfahren zur Herstellung eines Natriumbicarbonatdialysats nach Anspruch 1, in dem die Granulation der Zusammensetzung B durch Zugabe von Wasser zu einem Pulver der Bestandteile der Zusammensetzung B durchgeführt wird, so daß der Wassergehalt 0,5 bis 25 Gew.-% wäre, gefolgt von Mischen, Granulation und Trocknen.
9. Verfahren nach Anspruch 8, in dem das Trocknen in einer Atmosphäre aus Kohlendioxidgas durchgeführt wird.
10. Natriumbicarbonat-Dialysat, umfassend eine Elektrolyt- Zusammensetzung A, die im wesentlichen aus Natriumchlorid zusammengesetzt ist und kein Natriumbicarbonat enthält, und eine Elektrolyt-Zusammensetzung B, die Natriumbicarbonat enthält, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusammensetzung A in Form von Granula vorliegt und weiter Kaliumchlorid, Calciumchlorid und Magnesiumchlorid umfaßt und die Granula der Zusammensetzung A einen pH-steuernden Bestandteil einschließen und die Zusammensetzung B in Form von Granula vorliegt.
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