DE69122995T2 - Verfahren zur Verarbeitung von Zugriffsdienstanforderungen in Datenverarbeitungssystemen, zum Beispiel in Fernsprechvermittlungsanlagen, und ein dieses Verfahren verwendendes verteiltes System - Google Patents
Verfahren zur Verarbeitung von Zugriffsdienstanforderungen in Datenverarbeitungssystemen, zum Beispiel in Fernsprechvermittlungsanlagen, und ein dieses Verfahren verwendendes verteiltes SystemInfo
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Description
- Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Verarbeitung von Zugriffsanforderungen in Datenverarbeitungssystemen, wie z.B. Telefonvermittlungsstellen, wobei in dem Verfahren nur eine begrenzte Anzahl von Zugriffsanforderungen für einen Zugriff gleichzeitig erlaubt sind und die verbleibenden Zugriffsanforderungen in einer ankommenden Reihenfolge in einer Zugriffswarteschleife abgelegt werden.
- Die Erfindung bezieht sich allgemein auf eine Steuerung bei einer Überlastung von Prozessoren, Programmen oder anderen Verarbeitungseinheiten, die Dienstleistungsanforderungen bearbeiten, durch Begrenzung der Anzahl der Zugriffsanforderungen, die dort eintreffen. Die Erfindung bezieht sich insbesondere auf die Beschränkung von Anruf-Versuchen in Überlastungssituationen in digitalen Telefonvermittlungen. In Telefonvermittlungen wird angestrebt, einen möglichst hohen Durchsatz auf dem Niveau des gesamten Systems und kurze Verzögerungen in verschiedenen Teilen des Systems (z.B. in Signaleinheiten) aufrechtzuerhalten. Die Aufrechterhaltung einer hohen Durchsatzrate bedeutet, daß Anruf-Versuche nur, wenn nötig, fehlschlagen. Lange Wartezeiten auf den Wählton sind unangenehm für den Kunden und können dazu führen, daß der Kunde den Anruf storniert (auflegt) oder eine andere Maßnahme ergreift, die zu einer Störung eines späteren Dienstes und dadurch zu einer reduzierten Durchsatzrate und einem reduzierten Leistungsvermögen führt. Bestimmte empfohlene Werte für die Wartezeit auf das Freizeichen sind in den CCITT-Empfehlungen festgelegt. Deshalb wird ein Steuerungssystem (Anrufannahmesteuerung) benötigt, um den ankommenden Verkehr zu der Telefonvermittlung und die Antwortzeit der Telefonvermittlung zu beschränken. Heutzutage muß ein derartiger Überlastungssteuerungsmechanismus auf plötzliche Überlastungsspitzen schneller reagieren als früher, da die neuen Systeme schnellere Prozessoren und eine größere Kapazität haben als sie die früheren Systeme hatten.
- In einem bekannten Verfahren werden die Zugriffsanforderungen (Anruf-Versuche) in einer Warteschleife nach dem FIFO-Prinzip (first in - first out) in ankommender Reihenfolge untergebracht, um auf die Dienstleistung zu warten. Wenn in einer Überlastungssituation die Warteschleife voll ist, werden keine weiteren Zugriffsanforderungen in die Warteschleife aufgenommen. Da in diesem Verfahren versucht wird, diejenigen zu bedienen, die am längsten gewartet haben, führt dies zu langen Wartezeiten und einer langen durchschnittlichen Freizeichenverzögerung in einer Überlastungssituation. Ebenso werden einige der Zugriffsanforderungen in der Warteschleife verloren, da der Teilnehmer, überdrüssig des langen Wartens, die Leitung bereits schließt (auflegt).
- In einem anderen Verfahren wird eine Warteschleife nach dem LIFO-Prinzip (last in - first out) gebildet, wobei der letzte, der zu der Warteschleife hinzugekommen ist, zuerst bedient wird. In einem System von dieser Art müssen einige der Zugriffsanforderungen möglicherweise auch eine sehr lange Zeit in der Warteschleife warten, ohne zurückgewiesen oder bedient zu werden, und dann kann, zum Beispiel in dem Fall einer Telefonvermittlung, der Kunde möglicherweise selbst die Zugriffsanforderung stornieren. Dies vermindert ebenfalls die Durchsatzrate des gesamten Systems.
- Die Veröffentlichung IBM Technical Disclosure Bulletin, Band 31, Nr. 12, Mai 1989, Armonk, NY, US, Seiten 271 bis 272, offenbart einen Prioritätsablaufssteuerungs-Algorithmus, in dem Anforderungen höherer Priorität vor Anforderungen niedrigerer Priorität, die weniger als eine vorbestimmte Zeit gewartet haben, bedient werden. Anforderungen niedriger Priorität, die über die vorbestimmte Zeit hinaus gewartet haben, werden vor neuen Anforderungen höherer Priorität bedient. Das angegebene Verfahren weist keine der ankommenden Anforderungen zurück, auch nicht in einer Überlastunqssituation. Dies bewirkt eine sehr lange durchschnittliche Warte- und Verarbeitungszeit für die meisten Anforderungen in Überlastungssituationen. Anforderungen hoher Priorität müssen möglicherweise auch eine lange Zeit warten, und zwar wegen der Bevorzugung von hinreichend alten Anforderungen niedrigerer Priorität.
- Die Veröffentlichung AT&T Technical Journal, Nr. 2, Teil 2, Februar 1985, NY, US, Seiten 622 bis 660; B.T. Doshi: "Analysis of Clocked Schedules - High Priority Tasks" beschreibt ein Modell einer getakteten Ablaufsteuerung, die Aufgaben, die bei externen Warteschleifen eingetroffen sind, zu weiteren internen Warteschleifen übermittelt. Ein Prozessor bedient die internen Warteschleifen gemäß einem Prioritätsschema. Die eintreffenden Aufgaben werden zu den internen Warteschleifen über einen Durchschaltmechanismus übermittelt, der entscheidet, wann diese Übermittlungen erfolgen. Es sind drei verschiedene Durchschaltmechanismen verfügbar. Der erste übermittelt nur die Aufgaben, die in einem gegebenen Intervall geplant sind. In dem zweiten Mechanismus beginnt der Prozessor mit einer ersten Warteschleife und geht dann zu einer zweiten Warteschleife weiter, wenn die entsprechende Übermittlung an der Reihe ist. Wenn in dem dritten Durchschaltmechanismus der Prozessor eine interne Warteschleife bedient, dann kommen die Neuankömmlinge in der entsprechenden externen Warteschleife sofort in die interne Warteschleife. Falls ein Zeitintervall endet, wenn der Prozessor eine Warteschleife hoher Priorität bearbeitet und ein Überlauf auftritt, dann muß die verbleibende Arbeit hoher Priorität dann zerstört, neu geplant oder übertragen werden. Die Ausführung von unvollständiger Arbeit vermindert die Zeit, die in dem nächsten Intervall verfügbar ist, und da Aufgaben hoher Priorität zeitlich sehr kritisch sind, verursachen lange Verzögerungen oftmals eine erfolglose Bedienung.
- Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und ein System zur Verfügung zu stellen, mit denen eine möglichst hohe Durchsatzrate erreicht wird und gleichzeitig Zugriffsantwortzeiten erzielt werden, die die gesetzten Erfordernisse nicht überschreiten.
- Dies wird mit einem Verfahren gemäß dem ersten Abschnitt erreicht, das gemäß der Erfindung dadurch gekennzeichnet ist, daß dann, wenn eine neue Zugriffsanforderung in der Zugriffswarteschleife eintrifft, eine oder mehrere Zugriffsanforderungen, welche am längsten in der Zugriffswarteschleife gewartet haben, aus der Warteschleife zurückgewiesen werden, falls ihre abgeschätzten Gesamt-Warte- und Verarbeitungszeiten, veranschlagt gemäß der berechneten durchschnittlichen Verarbeitungszeit von Zugriffsanforderungen, einen vorbestimmten Grenzwert überschreiten.
- Bei der Erfindung wird eine Verarbeitungszeit für jede Zugriffsanforderung gemessen, wobei die Verarbeitungszeit die Zeit von der Übermittllung der Zugriffsanforderung von der Zugriffswarteschleife der Zugriffsanforderungen zur Verarbeitung in der zentralen Verarbeitungseinheit bis zu der Vollendung der Verarbeitung der Zugriffsanforderung ist. Die durchschnittliche Verarbeitungszeit, die aus den Verarbeitungszeiten berechnet wird, wird zusammen mit der Wartezeit bei der Zurückweisung von Zugriffsanforderungen verwendet. Dies geschieht in einer derartigen Weise, daß dann, wenn eine neue Zugriffsanforderung in der Zugriffswarteschleife eintrifft, diejenigen Zugriffsanforderungen unter den Zugriffsanforderungen, die am längsten in der Zugriffswarteschleife gewartet haben, deren kombinierte Wartezeit und durchschnittliche Verarbeitungszeit einen vorbestimmten Grenzwert überschreitet, wie z.B. eine maximal zulässige Antwortzeit für das System, zurückgewiesen werden, und zwar jeweils eine zu einer Zeit. Auf diese Weise kann man eine lastgesteuerte Länge der Zugriffswarteschleife erreichen, d.h. ein Zugriffsfenster mit einstellbarer Länge für die zentrale Verarbeitungseinheit. Deshalb kann das Verfahren der Erfindung auch als Fensterzugriffsmethode bezeichnet werden.
- Mit dem Verfahren gemäß der Erfindung wird eine Zurückweisungsregel, die auf einer Zeitüberschreitung basiert und die unvoreingenommen gegenüber den zugriffsanforderungen ist, automatisch erreicht, und aufgrund dieser Zurückweisungsregel werden, zum Beispiel in Telefonvermittlungen, keine Freizeichenverzögerungen für Anruf-Versuche hervorgerufen, die länger sind als von der CCITT (Consultative Committee of International Telephone and Telegraph) erlaubt. Wenn der angebotene Verkehr (Anzahl der Anruf-Versuche pro Zeiteinheit) die Verarbeitungskapazität der Telefonvermittlung übersteigt, dann werden die weiteren Anruf-Versuche automatisch zurückgewiesen, ohne eine signifikante Abnahme der Quantität des geschalteten Verkehrs. Mit anderen Worten, die zentrale Verarbeitungseinheit kann mit 100% der Kapazität, sogar während einer anhaltenden Überlastung, genutzt werden.
- Gemäß einem anderen Aspekt der Erfindung wird eine Kommunikationsvorrichtung angegeben, die eine Vielzahl von verteilten peripheren Verarbeitungseinheiten und mindestens eine zentrale Verarbeitungseinheit aufweist, die diese gemeinsam bedient, wobei jede periphere Verarbeitungseinheit einen Zugriffsanforderungs-Pufferspeicher zur Abspeicherung von Zugriffsanforderungen aufweist, die für die zentrale Verarbeitungseinheit vorgesehen sind und die auf eine Übertragung zu der zentralen Verarbeitungseinheit warten, und ist dadurch gekennzeichnet, daß jede periphere Verarbeitungseinheit so ausgebildet ist, daß sie bei einem Eintreffen einer neuen Zugriffsanforderung diese im Zugriffsanforderungs-Pufferspeicher ablegt und aus dem Zugriffsanforderungs-Pufferspeicher eine oder mehrere Zugriffsanforderungen zurückweist, welche am längsten im Pufferspeicher gewartet haben, falls die Summe der verstrichenen Wartezeit und einer abgeschätzten Verarbeitungszeit, veranschlagt gemäß der berechneten durchschnittlichen Verarbeitungszeit der Zugriffsanforderungen, einen vorbestimmten Grenzwert überschreitet.
- Die Erfindung wird nun in weiteren Einzelheiten anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen erläutert, wobei Fig. 1 in Form eines Blockdiagramms ein verteiltes Verarbeitungssystem gemäß der Erfindung darstellt und Fig. 2 und 3 den Zustand der Zugriffswarteschleifen gemäß der Erfindung zeigen, die in dem System von Fig. 1 an zwei zeitlich aufeinanderfolgenden Zeitpunkten angewendet werden.
- Das Verfahren gemäß der Erfindung kann in jeder Verbindung angewendet werden, bei der eine Steuerung der Überlastung bei Zugriffsanforderungsverarbeitungen gewünscht wird. In dieser Situation können die Zugriffsanforderungen für einen Prozessor, ein Programm oder eine andere äquivalente daten- oder signalverarbeitende Einheit bestimmt sein. Das Hauptanwendungsgebiet der Erfindung findet sich jedoch in Telefonvermittlungen, und in Verbindung mit diesen wird die Erfindung im folgenden anhand eines Beispieles erläutert.
- Eine digitale Telefonvermittlung kann in ihrer Hardware- oder Schaltungsanordnung entweder zentralisiert oder hierarchisch verteilt (dezentralisiert) sein. Fig. 1 zeigt eine verteilte digitale Telefonvermittlung, die mindestens eine zentrale Einheit 1 (CP = zentraler Prozessor) zur Bedienung von Funktionen, die eine zentralisierte Intelligenz erfordern, und einen dezentralisierten Bereich besitzt, der Signalsteuereinheiten, d.h. Signaleinheiten 2, 3 und 4 (PC = periphere Steuerungsprozessoren), aufweist. In einer Telefonvermittlung mit einer zentralisierten Hardware-Konfiguration sind die Einheiten 1, 2, 3 und 4 typischerweise als verschiedene Programme in demselben Rechner realisiert. In einer sternförmig verteilten Telefonvermittlung kommunizieren die Signaleinheiten 2, 3 und 4 und die zentrale Verarbeitungseinheit 1 miteinander über einen Nachrichtenbus 5. Der Nachrichtenbus wird manchmal auch als Nachrichtenschalter (MS) bezeichnet.
- Die Erfindung bezieht sich auf die Steuerung der Überlastung in der zentralen Verarbeitungseinheit 1. Der Zweck des Steuerungsverfahrens ist es, den ankommenden Verkehr zu der zentralen Einheit 1 zu drosseln. Charakteristische Leistungsparameter des Systems sind die Durchsatzrate der zentralen Einheit 1, die durchschnittliche Verarbeitungszeit in der zentralen Einheit 1 und die durchschnittliche Antwortzeit auf einen Anruf-Versuch (zum Beispiel Freizeichenverzögerung).
- In dem Fall von Fig. 1 sind die Teilnehmerleitungen und die Amtsverbindungsleitungen mit den Signaleinheiten 2, 3 und 4 verbunden. Wenn eine Teilnehmerleitung aktiviert ist (Hörer abgenommen), erkennt die Signaleinheit, mit der diese Leitung verbunden ist, die Aktivierung, erzeugt eine Anruf-Versuchs- Nachricht, zum Beispiel eine Zugriffsanforderung, und übermittelt sie über den Nachrichtenbus 5 zu der zentralen Einheit 1, und richtet einen Zustandsautomaten ein. Die zentrale Einheit bedient die Zugriffsanforderung (schaltet zum Beispiel einen DTMF-Empfänger ein) und sendet eine Bestätigungsnachricht zu derselben Signaleinheit zurück. Wie oben angegeben, ist ein Zustandsautomat für jeden neuen Anruf-Versuch in der Signaleinheit 2, 3, 4 reserviert, dessen Zustand im Laufe des Gesprächsaufbaus nacheinander von einem Schritt zum nächsten aktualisiert wird, und zwar abhängig von der Teilnehmerleitung oder der Amtsverbindungsleitung oder anderen entsprechenden Signalvorrichtungen. Mit einem neuen Anruf-Versuch ist in dieser Verbindung ein Signal oder eine Signalnachricht gemeint, die von einer Teilnehmerschnittstelle oder einer anderen Telefonvermittlung oder einem anderen Element des Telefonnetzes bei der Vermittlung eintrifft, die nachstehend erläutert wird.
- Gemäß der Erfindung hat jede Signaleinheit 2, 3 und 4 einen entsprechenden Pufferspeicher 21, 31 und 41, die eine Warteschleife für Zugriffsanforderungen repräsentieren, wobei die Signaleinheit den Identifizierungscode des Zustandsautomaten in den Pufferspeicher ablegt, sobald sie einen neuen Anruf- Versuch empfängt und einen Zustandsautomaten erzeugt, der ihm entspricht. Die Zugriffsanforderungs-Pufferspeicher 21, 31 und 41 sind sogenannte FIFOT-Register (first-in-first-out-time out), wobei die am frühesten ankommende Zugriffsanforderung auch als erste herausgenommen wird, um angenommen oder zurückgewiesen zu werden.
- Die zentrale Einheit 1 kann gleichzeitig zur Verarbeitung eine begrenzte Anzahl von Zugriffsanforderungen für jede Signaleinheit enthalten. Diese maximale Anzahl bildet eine Art Zugriffsfenster zu der zentralen Einheit, wobei das Zugriffsfenster, wenn gewünscht, durch eine Änderung dieser begrenzten Anzahl, beispielsweise in Abhängigkeit von der Belastung, angepaßt werden kann. Im folgenden wird zum Zweck der Vereinfachung der Beschreibung angenommen, daß ein Ticket jeder Zugriffsanforderung zugeteilt worden ist, die in der zentralen Einheit bearbeitet wird. Die Tickets entsprechen jedoch nicht Betriebsmitteleinheiten, die die Kapazität der zentralen Einheit repräsentieren. Jede Signaleinheit hat eine vorbestimmte, nicht notwendigerweise gleiche oder konstante, Anzahl von Tickets zur Verfügung. Dann wird eine neue Zugriffsanforderung von dem Zugriffsanforderungs-Pufferspeicher, der sich in der Signaleinheit 2, 3 oder 4 befindet, zu der zentralen Einheit 1 zur Verarbeitung ausgelöst, erst nachdem die Verarbeitung der einen Zugriffsanforderung, die sich bereits in der zentralen Verarbeitungseinheit befindet, vollendet worden ist und das ihr zugeordnete Ticket frei wird und zu der Signaleinheit, zu der es gehört, zurückgeschickt wird. Die Rückkehr eines Tickets kann in der Praxis durch ein Bestätigungssignal von der zentralen Einheit 1 zu der jeweiligen Signaleinheit realisiert werden. Aus diesem Grund werden die Zugriffsanforderungswarteschleifen 21, 31 und 41, die in den Signaleinheiten angeordnet sind, von jetzt an als Zugriffswarteschleifen bezeichnet.
- Mit anderen Worten, es ist das Hauptprinzip der Erfindung, neue Anruf-Versuche, die in der Zugriffswarteschleife warten, zu halten und ihnen Zugriffstickets für einen Zugriff mit derselben Rate zuzuteilen, mit der die Tickets freiwerden und als Ergebnis der Beendigung der Zugriffe zurückgeschickt werden. Die Anzahl der Tickets ist derart, daß die zentrale Einheit 1, die der Flaschenhals oder Engpaß in dem System ist, in einer Überlastungssituation keine Leerläufzeit hat und daß eine größere Anzahl von Tickets die Gesamtdurchsatzrate nicht weiter verbessern würde.
- Wenn eine neue Zugriffsanforderung in der Zugriffswarteschleife ankommt, wird gemäß der Erfindung die Summe der gemessenen Wartezeit von zumindest derjenigen Zugriffsanforderung, die am längsten in der Zugriffswarteschleife gewartet hat, und der berechneten Durchschnittsverarbeitungszeit überprüft, und die Zugriffsanforderung wird abgewiesen, wenn die Summe einen vorbestimmten Grenzwert überschreitet. Fig. 2 zeigt Kodierungen RQ9 bis RQN von Zustandsautomaten, die verschiedenen Zugriffsanforderungen in den Zugriffswarteschleifen 21, 31 und 41 entsprechen. Ein neuer Anruf-Versuch oder eine neue Zugriffsanforderung RQ(N+2) tritt in die Zugriffswarte schleife 41 ein. In dieser Situation erzeugt die Signaleinheit 4 einen neuen Zustandsautomaten für diesen Anruf-Versuch, und die ihm entsprechende Kodierung RQ(N+2) wird in die Zugriffswarteschleife hinter den Kodierungen der vorhergehenden Anforderungen eingesetzt, und gleichzeitig wird, aufgrund der Zeitüberschreitung gemäß dem oben genannten Zeitkriterium, die Kodierung RQ10 am Kopf der Warteschleife 41 entfernt, wie es in Fig. 3 gezeigt ist. Die Signaleinheit 4 weist den Anruf-Versuch, der dieser Kodierung zugeordnet ist, zurück. Die Zurückweisung des Anruf-Versuchs erfolgt in Übereinstimmung mit einem relevanten Signalprotokoll; zum Beispiel wird auf einen Anrufversuch eines Teilnehmers ein Besetztton bei der Zurückweisung übermittelt, und in dem Fall einer gemeinsamen Kanalsignalgabe wird eine passende Nachricht zu dem Anruf-Versuch zurück übermittelt, der auf der Verbindungsleitung ankommt, und die Teilnehmertrennung wird erwartet.
- So oft wie ein neuer Anruf-Versuch ankommt und in Verbindung mit der Erzeugung eines ihm entsprechenden Zustandsautomaten, wird die Berechnung der Wartezeit für diese Zugriffsanforderung eingeleitet, zum Beispiel indem man einen Zeitgeber startet oder ihr eine Zeitmarke hinzufügt. Das Aufzeichnen der Zeit wird für die gesamte Wartezeit fortgesetzt. Wenn einer Zugriffsanforderung in der Zugriffswarteschleife ein Ticket zugeteilt wird und sie die Zugriffswarteschleife verläßt, um in der zentralen Einheit verarbeitet zu werden, wird das Aufzeichnen der Verarbeitungszeit gestartet, und dieses Aufzeichnen wird erst beendet, nachdem die Verarbeitung des Zugriffs für den Anruf-Versuch vollendet worden ist und das zugeordnete Ticket von der zentralen Einheit zu der Signaleinheit zurückgekehrt ist. Eine durchschnittliche Verarbeitungszeit für die Zugriffsanforderungen wird dann aus diesen gemessenen Verarbeitungszeiten verschiedener Zugriffsanforderungen berechnet, wobei die durchschnittliche Verarbeitungszeit gemäß der Erfindung bei der Zurückweisung von Anruf-Versuchen oder Zugriffsanforderungen in der Warteschleife verwendet wird. Verschiedene Zugriffsanforderungen, die die Zurückweisungsbedingung erfüllen, können gleichzeitig aus der Zugriffswarteschleife entfernt werden, wobei sich in diesem Fall die Anzahl der Zugriffsanforderungen in der Zugriffsanforderungswarteschleife dynamisch in Abhängigkeit von der durchschnittlichen Verarbeitungszeit ändert. Zum Beispiel kommt in Fig. 2 ein neuer Anruf-Versuch RQ(N+1) in die Zugriffswarteschleife 21. In der Warteschleife 21 sind zwei Zugriffsanforderungen RQ7 und RQ8, für die die Zugriffsantwortzeit zu lang werden wird, die auf der Grundlage der durchschnittlichen Verarbeitungszeit bewertet wird. Aus diesem Grund werden beide Zugriffsanforderungen RQ7 und RQ8 gemäß Fig. 3 aus der Zugriffswarteschleife 21 entfernt. Dadurch wird die Zugriffswarteschleife 21 um einen Platz kürzer. Die Freigaberate von Tickets aus der zentralen Einheit 1 nimmt langsam ab, wenn die Belastung dieser Einheit zunimmt. Änderungen des Belastungszustandes, die von einer anderen Verkehrslast (z. B. Trennung von Anrufen) in der zentralen Einheit verursacht werden, spiegeln sich deshalb auch in den Signaleinheiten 1, 3 und 4 als Zunahme der Wartezeiten für neue Anruf-Versuche und Zurückweisung von übermäßig verzögerten Anruf-Versuchen wieder. Folglich ist gemäß der Erfindung eine Art von automatischer Rückkopplung erreicht worden. Auf der anderen Seite, je häufiger neue Anruf-Versuche ankommen, desto höher ist automatisch die Zurückweisungsrate, ohne die Notwendigkeit, die Zurückweisungsprozedur zu planen. Auf der anderen Seite begrenzt, in dem verteilten System von Fig. 1, das Warteschleifensystem gemäß der Erfindung, das in den Signaleinheiten realisiert worden ist, nicht den Grad der Benutzung des Prozessors in der zentralen Einheit 1. Folglich muß man den Grad der Benutzung der zentralen Einheit 1, welche den Engpaß in dem System bildet, aufgrund des Überlastungssteuerungssystems nicht unter 100% reduzieren.
- Wenn auch die Zugriffswarteschleifen 21, 31 und 41 im Prinzip keine maximale Länge gemäß der Erfindung haben müssen, haben sie doch in der Praxis eine endliche Länge. Wenn diese endliche Länge der Zugriffswarteschleifen 21, 31 oder 41 in einer extremen Überlastungssituation erreicht wird, d.h. alle Warteschlangenplätze besetzt sind, kann das Zeitüberschreitungskriterium der Erfindung nicht angewandt werden, sondern wenn eine neue Zugriffsanforderung ankommt, muß stets die älteste Zugriffsanforderung zurückgewiesen werden.
- Der Überlastungspegel der zentralen Einheit 1 kann in dem Verfahren gemäß der Erfindung überwacht werden durch Berechnung des relativen Verhältnisses von den zurückgewiesenen Zugriffsanforderungen zu allen Zugriffsanforderungen in bestimmten Intervallen. Auf der Grundlage dieser Information kann man z.B. einer benachbarten Telefonvermittlung eine Nachricht über eine niedrige oder hohe Überlastung der entsprechenden Telefonvermittlung übermitteln, falls es erforderlich ist.
- Auch die zentrale Einheit 1 kann eine Pufferspeicherleitung 11, entsprechend den Fig. 2 und 3, haben, in der die Zugriffsanforderungen noch auf Bedienung warten. Der Pufferspeicher 11 verwendet vorzugsweise keinen Zurückweisungsmechanismus.
- Die Dienstleistung, die mittels einer Zugriffsanforderung angefordert wird, kann aus mehreren Teildiensten bestehen, die von verschiedenen Einheiten ausgeführt werden. Zum Beispiel kann der erste Teildienst einer Zugriffsanforderung eines Anruf-Versuches in der Signaleinheit stattfinden, während die nachfolgenden Teildienste hintereinander in einer geeigneten Weise in beiden, in zentraliseirten Einheiten und in der entsprechenden Signaleinheit durchgeführt werden. Jedoch sind Dienste, die auf der Ausgangsseite (B-Seite) der Telefonvermittlung geleistet werden, von dem Anruf-Versuch aus betrachtet, nicht in den Zugriffsdienst eingeschlossen.
- Die beigefügten Figuren und die sich darauf beziehende Beschreibung sind nur dazu vorgesehen, die Erfindung zu erläutern. Das Verfahren und das verteilte System der Erfindung können in ihren Details innerhalb des Rahmens der beigefügten Ansprüche variieren.
- Die Merkmale, die in der vorstehenden Beschreibung, in den folgenden Ansprüchen und/oder in den beigefügten Zeichnungen offenbart werden, können - getrennt oder in jeder Kombination von diesen - Gegenstand der Realisierung der Erfindung in verschiedenen Formen von dieser sein.
Claims (8)
1. Verfahren zur Verarbeitung von Zugriffsanforderungen in
Datenverarbeitungssystemen, wie z.B.
Telefonvermittlungsstellen, wobei in dem Verfahren nur eine begrenzte Anzahl
von Zugriffsanforderungen für einen Zugriff gleichzeitig
erlaubt sind und die verbleibenden Zugriffsanforderungen
in einer ankommenden Reihenfolge in einer
Zugriffswarteschleife abgelegt werden,
dadurch gekennzeichnet,
daß dann, wenn eine neue Zugriffsanforderung in der
Zugriffswarteschleife eintrifft, eine oder mehrere
Zugriffsanforderungen, welche am längsten in der
Zugriffswarteschleife gewartet haben, zurückgewiesen werden, falls ihre
abgeschätzten Gesamt-Warte- und Verarbeitungszeiten,
veranschlagt gemäß der berechneten durchschnittlichen
Verarbeitungszeit von Zugriffsanforderungen, einen
vorbestimmten Grenzwert überschreiten.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verarbeitungszeit eines Zugriffs für jede
Zugriffsanforderung von dem Beginn der Verarbeitung der
Zugriffsanforderung bis zu der Beendigung der Verarbeitung
gemessen wird,
und daß die durchschnittliche Verarbeitungszeit der
Zugriffsanforderungen aus den Verarbeitungszeiten berechnet
wird, die für aufeinanderfolgende Zugriffe aufgezeichnet
worden sind.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Wartezeit in der Zugriffswarteschleife für jede
Zugriffsanforderung gemessen wird, die bei dem Eintreffen
der Zugriffsanforderung in der Zugriffswarteschleife
beginnt.
4. Kommunikationsvorrichtung mit einer Vielzahl von
verteilten peripheren Verarbeitungseinheiten (2, 3, 4) und mit
wenigstens einer zentralen Verarbeitungseinheit (1), die
diese gemeinsam bedient, wobei jede periphere
Verarbeitungseinheit (2, 3, 4) einen
Zugriffsanforderungs-Pufferspeicher (21, 31, 41) zur Abspeicherung von
Zugriffsanforderungen (RQ1 - RQN) aufweist, die für die zentrale
Verarbeitungseinheit (1) vorgesehen sind und die auf eine
Übertragung zu der zentralen Verarbeitungseinheit (1) warten,
dadurch gekennzeichnet,
daß jede periphere Verarbeitungseinheit so ausgebildet
ist, daß sie bei einem Eintreffen einer neuen
Zugriffsanforderung diese im Zugriffsanforderungs-Pufferspeicher
(21, 31, 41) ablegt und aus dem Zugriffsanforderungs-
Pufferspeicher eine oder mehrere Zugriffsanforderungen
zurückweist, welche am längsten im Pufferspeicher gewartet
haben, falls die Summe der verstrichenen Wartezeit und
einer abgeschätzten Verarbeitungszeit, veranschlagt gemäß
der berechneten durchschnittlichen Verarbeitungszeit der
Zugriffsanforderungen, einen vorbestimmten Grenzwert
überschreitet.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die periphere Verarbeitungseinheit (2, 3, 4) folgendes
aufweist:
eine Recheneinrichtung zur Berechnung der
durchschnittlichen Verarbeitungszeit der Zugriffsanforderungen, wobei
diese Verarbeitungszeit die Zeit von der Übertragung der
Zugriffsanforderung von dem
Zugriffsanforderungs-Pufferspeicher zur Verarbeitung zu der zentralen
Verarbeitungseinheit bis zu der Beendigung der Verarbeitung in der
Verarbeitungseinheit ist,
und eine Einrichtungen zur Aufzeichnung der Wartezeit für
jede Zugriffsanforderung.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die periphere Verarbeitungseinheit einen
Zustandsautomaten in einem Zugriffswartemodus für jede
Zugriffsanforderung in dem Zugriffsanforderungs-Pufferspeicher
aufweist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
die eine digitale Telefonvermittlungsstelle bildet.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zugriffsanforderung einen Anruf-Versuch an die
Telefonvermittlungsstelle darstellt.
Applications Claiming Priority (1)
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