DE69201419T2 - Entfärbung von Abwässern der Zellstoffabriken. - Google Patents

Entfärbung von Abwässern der Zellstoffabriken.

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Description

  • Diese Erfindung betrifft Verfahren zur Verringerung der Gesamtfärbung in Abwässern aus Zellstoffabriken, die in den verschiedenen Produktionsschritten von Zellstoff- und Papier-Materialien angewandt werden.
  • In den verschiedenen Schritten des Papierherstellungs-Verfahrens werden große Wassermengen eingesetzt. Das Papierherstellungs-Verfahren umfaßt mehrere Schritte, z.B. Entrindung, Zerfasern, Bleichen, etc. Jeder dieser Schritte verwendet eine große Menge an Wasser. Obwohl bei der Konservierung und Wiederverwendung von Wasser im Papierherstellungs-Verfahren beträchtliche Fortschritte erzielt wurden, ist es weiterhin notwendig, eine gewisse Menge Abwasser aus dem System abzulassen.
  • Das Abwasser aus einer Zellstoffabrik ist mit Ligninen, Abbauprodukten von Lignin und Huminsäuren verunreinigt. Diese Verunreinigungen färben das Abwasser dunkel und werden oft als Farbkörper bezeichnet. Da Zellstoffabriken große Mengen dieses stark gefärbten Abwassers erzeugen, kann das Ablassen dieses Abwassers in benachbarte Flüsse und Gewässer eine unangenehme Verfärbung des Wassers verursachen.
  • Fig. 1 ist eine schematische Darstellung eines typischen Abwasserbehandlungssystems einer Zellstoffabrik. Das aus der Zellstoffabrik austretende Abwasser 1 entleert sich in ein Absetzbecken 3. Der pH des in das Becken 3 eintretenden Abwassers liegt im allgemeinen zwischen pH 9 und 10. Es wurden verschiedene Verfahren zur Entfärbung des Abwassers in dieser Stufe vorgeschlagen. Herkömmliche, nicht-biologische Verfahren zur Behandlung des Abwassers, wie z.B. Fällung der suspendierten Feststoffe mit Kalk, Polyelektrolyt-Polymeren oder anorganischen Metallsalzen erzielen eine wirksame Entfernung eines Teils der Färbung aus einem derartigen Abwasser. Polyelektrolyt-Polymere sind jedoch für die Behandlung der durch Zellstoff- und Papierfabriken herkömmlicher Größe erzeugten Mengen an Abwasser unerschwinglich teuer. Bei Verwendung in zur Behandlung dieser Wassermenge geeigneten Mengen erzeugen anorganische Metallsalze weiters große Mengen Schlamm. Dieser Schlamm muß kosten intensiv entfernt und entsorgt werden, was diese Metallsalze unanwendbar macht. Weiters fällen mehrere anorganische Metallsalze die suspendierten Feststoffe bei einem pH von 9 - 10 nicht aus. Deshalb wäre ein zusätzlicher Schritt zur Erniedrigung des Abwasser-pHs vonnöten.
  • Nachdem die suspendierten Feststoffe in Becken 3 ausgefällt wurden, fließt das Abwasser durch Kanal 5 zum biologischen Abbau in die Becken 7 und 9. Der pH des in die Becken 7 und 9 eintretenden Stroms muß zwischen 7 und 8 liegen, um Schädigungen der Mikroorganismen in den Becken zu vermeiden. Im allgemeinen wird der pH des in die Becken 7 und 9 eintretenden Stroms auf pH 7 - 8 verringert, indem beim Durchfließen von Kanal 5 CO&sub2;-Gas in den Strom eingeleitet wird. Die Kosten für das eingeleitete CO&sub2; können in einer großen Zellstoffabrik bis zu mehreren 100.000 $ jährlich betragen. Andererseits jedoch, falls der pH des Abwassers in Becken 3 auf unter pH 7 verringert wurde, damit Metallsalze, wie z.B. Eisen-(III)-salze, als Fällungsmittel verwendet werden können, müßte der pH wieder auf 7 oder 8 erhöht werden. Falls außerdem Metallsalze, wie z.B. Eisen-(III)-salze, eingesetzt werden, um die suspendierten Feststoffe in Becken 3 zu fällen, müssen diese Metallsalze entfernt werden, bevor das Abwasser die Becken 7 und 9 zum biologischen Abbau erreichen, da hohe Metallionen-Konzentrationen für die Mikroorganismen in den Becken 7 und 9 toxisch sind. Danach verläßt das Abwasser die Becken 7 - 9 zum biologischen Abbau über Kanal 11 in die Absetzbecken 13 und 15 und wird in der Folge in einen See, Fluß oder in ein kommunales Abwassersystem abgelassen.
  • In Anbetracht der Schwächen der bisherigen Verfahren zur Entfärbung von Abwässern aus Zellstoffabriken ist es ein Ziel dieser Erfindung, ein wirksames und praktisches Verfahren zur Entfärbung von Abwässern bereitzustellen.
  • Es ist ein weiteres Ziel der Erfindung, ein wirksames Verfahren zur Entfärbung von Abwässern aus Zellstoffabriken bereitzustellen, worin der abgelassene Strom geeignete Qualität aufweist, um ohne weitere Behandlung in natürliche Gewässer geleitet zu werden.
  • Die Erfindung erreicht die obigen Ziele und andere Vorteile, indem ein Verfahren zur Entfärbung von Abwässern aus Zellstoffabriken bereitgestellt wird. Das Verfahren umfaßt den Schritt der Zugabe einer wirksamen Menge einer entfärbenden Zusammensetzung, die ein Eisen-(II)-sulfat und ein kationisches Aminpolymer in einem Molverhältnis von 30 : 1 bis 1 : 1 enthält. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird das wasserlösliche kationische Aminpolymer durch die Reaktion von Epichlorhydrin mit Dimethylamin gebildet. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das wasserlösliche kationische Aminpolymer ein Polydiallyl-dimethylammoniumchlorid-Polymer mit einem Molekulargewicht von etwa 10.000 - 150.000. Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das wasserlösliche kationische Polymer ein Copolymer aus Polydiallyldimethylammoniumchlorid und Acrylamid.
  • Ein weiterer Aspekt der Erfindung stellt ein Verfahren zur Entfärbung von Abwasser aus einer Zellstoffabrik bereit. Das Verfahren umfaßt die Schritte der Zugabe einer wirksamen Menge eines wasserlöslichen kationischen Aminpolymers zum Abwasser, sowie der Zugabe einer wirksamen Menge Eisen-(II)-sulfat zum selben Abwasserstrom. Das Molverhältnis des Eisen-(II)-sulfats und des wasserlöslichen kationischen Aminpolymers, die dem Abwasserstrom zugegeben werden, liegt bei 30 : 1 bis 1 : 1. Die wirksame Menge des wasserlöslichen kationischen Aminpolymers und die wirksame Menge Eisen-(II)-sulfat ergänzen einander synergistisch und verringern die wahre Färbung des Abwassers um zumindest 90%.
  • Noch ein weiterer Aspekt der Erfindung stellt ein Verfahren zur Entfärbung von Abwasser aus einer Zellstoffabrik bereit. Das Verfahren umfaßt den Schritt der gemeinsamen Zugabe eines Eisen-(II)-sulfats und eines wasserlöslichen kationischen Aminpolymers zum Abwasser, sodaß die Konzentration des zugegebenen Eisen-(II)-ions im Abwasser zwischen 60 und 200 ppm und die Konzentration des zugegebenen aktiven, wasserlöslichen kationischen Aminpolymers im Abwasserstrom zwischen 20 und 80 ppm beträgt, worin die Gesamtfärbung des Abwassers um zumindest 90% verringert wird.
  • Kurze Beschreibung der Abbildungen
  • Fig. 1 ist eine schematische Darstellung eines repräsentativen Wasserbehandlungssystems einer Zellstoffabrik.
  • Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen
  • Im herkömmlichen Papierherstellungs-Verfahren enthält das Abwasser des Verfahrens eine große Menge an Farbkörpern. Diese Farbkörper sind im allgemeinen Lignine, Abbauprodukte von Lignin oder Huminsäuren. Diese Farbkörper verleihen dem Abwasser eine dunkle Färbung. Diese Färbung wird in Pt-Co-Einheiten ausgedrückt und als "wahre Färbung" bezeichnet. Das Meßverfahren für die wahre Färbung wurde vom "National Council of Air and Stream Improvement" (NCASI) der Zellstoff- und Papierindustrie genormt. Dieses Verfahren zur Bestimmung der wahren Färbung wird hierin angewandt, um die Wirksamkeit der vorliegenden Erfindung zu zeigen. Das Verfahren wird vollständig beschrieben in: "An Inverstigation of Improved Procedure for Measurement of Mill Effluent and Water Color", NCASI Technical Bulletin Nr. 2538, Dezember 1971, hierin durch Verweis aufgenommen. Im allgemeinen wird das NCASI- Meßverfahren der wahren Färbung wie folgt durchgeführt. Es wird eine Probe des Abwassers gezogen und der pH des Stroms auf 7,6 eingestellt. Die Probe wird danach durch eine 0,8 u Membran filtriert, um ausgeflockte oder suspendierte Feststoffe zu entfernen. Anschließend wird in einem Spektralphotometer die Absorption dieser Probe bei 465 nm bestimmt. Diese Absorption wird mit einer Eichkurve in Pt-Co-Einheiten verglichen. Die wahre Färbung dieser Probe wird aus dieser Absorptionskurve in Form von Pt-Co-Einheiten abgelesen.
  • Die Färbung des Abwassers kann auch als "scheinbare Färbung" ausgedrückt werden. Die scheinbare Färbung wird im allgemeinen ohne Behandlung der Probe, wie bei der Bestimmung der wahren Färbung notwendig, bestimmt. Für die Zwecke der Erfindung ist die scheinbare Färbung eine Funktion der Trübung des Abwassers bei nicht-eingestelltem pH. Die Trübung wird typischerweise in FTU ("Formazin Turbidity Units", Formazin-Trübungs-Einheiten) nach dem absorptometrischen Verfahren nach Hach gemessen. Dieses Verfahren mißt die Extinktion von Licht bei 450 nm in einem Spektralphotometer.
  • Ein typisches Verfahren zur Behandlung von Zellstoffabrik-Abwässern ist in Fig. 1 dargestellt. Wie zuvor beschrieben, muß der pH des Abwassers auf zwischen 7 und 8 eingestellt werden, bevor das Abwasser die Becken 7 und 9 zum biologischen Abbau erreicht. Dies geschieht oft durch Einleiten von teurem CO&sub2; in das Abwasser in Kanal 5. Ein beträchtlicher Vorteil der vorliegenden Erfindung liegt darin, daß die Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung die scheinbare und wahre Färbung des Abwassers wesentlich verringern, während gleichzeitig der pH des Abwassers von 9 - 10 auf etwa 7 - 8 verringert wird, wie für die Becken für biologischen Abbau notwendig. Dieser Vorteil der Erfindung vermeidet es, teures CO&sub2; in Kanal 5 einleiten zu müssen, um den pH zu senken.
  • Die vorliegende Erfindung stellt ein Verfahren zum Entfärben des Abwassers durch Zugabe einer entfärbenden Zusammensetzung bereit, die eine wirksame Menge eines Eisen-(II)-sulfats und eines wasserlöslichen kationischen Aminpolymers umfaßt. Diese Bestandteile können als vorgepackte Zusammensetzung vorgemischt oder einzeln dem Abwasser zugegeben werden. Es ist jedoch ein wichtiger Aspekt der vorliegenden Erfindung, daß diese Bestandteile gleichzeitig im Abwasser zugegen sind, damit sie synergistisch reagieren können, um die gesamte und die scheinbare Färbung des Abwassers zu verringern.
  • Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung werden die wirksame Menge des Eisen-(II)-sulfats und die wirksame Menge des wasserlöslichen kationischen Aminpolymers als vorgepacktes Präparat hergestellt werden, das das Eisen-(II)-sulfat und das wasserlösliche kationische Aminpolymer in einem Molverhältnis von etwa 20 : 1 bis etwa 5 : 1 enthält. Für die Zwecke der vorliegenden Erfindung sollen diese Molverhältnisse das Molverhältnis von Fe&spplus;&spplus; zum aktiven, wasserlöslichen kationischen Aminpolymer ausdrücken.
  • Gemäß einer anderen Ausführungsform der Erfindung werden das Eisen-(II)-sulfat und das wasserlösliche kationische Aminpolymer dem Abwasser als getrennte Präparate zugegeben. Gemäß dieser Ausführungsform der Erfindung werden diese Bestandteile so zugegeben, daß sie gleichzeitig mit den im Abwasser enthaltenen Farbstoffen reagieren. Bevorzugterweise ist das zugegebene Eisen-(II)-sulfat in einer Konzentration von 60 - 200 ppm Fe&spplus;&spplus; und das zugegebene, wasserlösliche kationische Aminpolymer in einer Konzentration von 20 - 80 ppm aktives Polymer im Abwasser enthalten.
  • Nach den Tests der vorliegenden Erfindung verringerten die Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung, falls in den obigen Molverhältnissen oder Konzentrationen zugegeben, die wahre Färbung des Abwassers überraschenderweise und unerwarteterweise sogar um 95%. Das stellt eine beträchtliche Verbesserung gegenüber den Zusammensetzungen nach dem Stand der Technik zur Verringerung der gesamten Färbung von Abwässern dar.
  • Die Eisen-(II)-sulfat-Komponente wird vorzugsweise als Eisen-(II)-sulfat- heptahydrat zugegeben. Eisen-(II)-sulfat-heptahydrat liefert 20% Fe&spplus;&spplus; und wird als trockenes Pulver mit handelsüblicher Qualität von Van Waters & Rogers Chemical Company bereitgestellt. Im hierin beschriebenen Beispiel wurde Eisen-(II)-sulfat in dieser Form verwendet. Für die vorliegende Erfindung auch als brauchbar erachtete Eisen-(II)-sulfat-Präparate sind Eisen-(II)-sulfat-Lösungen, die 5% Fe&spplus;&spplus; liefern, und Eisen- (II)-sulfat-heptahydrat als feuchter Kuchen, der 17,5% Fe&spplus;&spplus; liefert.
  • Das Miteinbeziehen von Eisen-(II)-sulfat in die Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung sorgt für mehrere Vorteile. Der erste und drastischste Vorteil ist, daß das Eisen-(II)-sulfat synergistisch mit dem wasserlöslichen kationischen Aminpolymer reagiert, um die wahre und scheinbare Färbung des Abwassers auf überraschend niedrige Werte zu verringern. Dieser drastische und unerwartete Effekt wird durch das hierin beschriebene Beispiel verdeutlicht. Eisen-(II)-sulfat bringt weiters den Vorteil mit sich, seine entfärbende Aktivität bei pH 9 - 10 beizubehalten. Andere Metallsalze, wie z.B. Eisen-(III)-salze, fällen Farbkörper bei diesem pH nicht aus und wären in dem in Fig. 1 beschriebenen Abwasserbehandlungssystem nicht wirksam oder aktiv. Damit ein Eisen-(III)-salz aktiv ist, müßte der pH des Abwassers auf etwa 4 - 5 gesenkt werden. Weiters müßte der pH, wie zuvor beschrieben, anschließend wieder erhöht werden, damit das Abwasser in die Becken zum biologischen Abbau eintreten kann.
  • Die wasserlöslichen kationischen Aminpolymere der Erfindung werden als Koagulantien oder Flockmittel bezeichnet. Eine bevorzugte Klasse der wasserlöslichen kationischen Aminpolymere sind die Polydiallyl-dimethylammoniumchlorid-Polymere, die für die Zwecke der vorliegenden Erfindung vorzugsweise ein Molekulargewicht von zumindest 3.000 bis zu einem durchschnittlichen Molekulargewicht von nicht über 1.000.000 besitzen. Ein noch bevorzugterer durchschnittlicher Molekulargewichtsbereich ist 10.000 - 150.000. Diese Molekulargewichte sind durchschnittliche Molekulargewichte. Die Polydiallyl-dimethylammoniumchlorid- Polymere und deren Herstellungsverfahren werden in US-A-3.288.770 beschrieben. Gemäß einer anderen bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird das Polydiallyldimethylammoniumchlorid-Polymer mit Acrylamid copolymerisiert. Copolymere dieser Art und deren Herstellungsverfahren werden in US-A-3.920.599 beschrieben. Vorzugsweise besitzen diese Copolymere ein Molekulargewicht von zumindest 3.000 bis zu einem durchschnittlichen Molekulargewicht von nicht über 1.000.000. Ein noch bevorzugterer durchschnittlicher Molekulargewichtsbereich ist 10.000 - 150.000. Diese Molekulargewichte sind durchschnittliche Molekulargewichte.
  • Eine weitere bevorzugte Klasse von wasserlöslichen kationischen Aminpolymeren sind jene Polymere, die durch die Reaktion von Halohydrinen, wie z.B. Epichlorhydrin, mit Niederalkyldiaminen gebildet werden. Produkte dieses Typs werden in US-A-3.738.945 beschrieben. Die bevorzugteste Gruppe von in diesem Patent beschriebenen Polymeren wird durch die Reaktion von Epichlorhydrin mit Dimethylamin gebildet (Epi-DMA).
  • Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung werden die färbungsverringernden Zusammensetzungen der Erfindung vorzugsweise dem die Farbkörper enthaltenden Abwasser der Papierfabrik zugegeben, bevor es in Kanal 5 eintritt. Die Dosierung basiert auf den insgesamt im Abwasser enthaltenen suspendierten Feststoffen und auf der Menge an verwendetem Eisen-(II)-sulfat. Daher kann die Dosis des aktiven, wasserlöslichen kationischen Aminpolymers sogar nur 1 - 2 ppm bis zu 200 ppm betragen. Die bevorzugte Dosis liegt bei etwa 50 ppm. Im nachfolgenden Beispiel wurde die Dosierung durch Routineversuche mit Epi/DMA bestimmt.
  • Die folgenden Beispiele dienen zur Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen und Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung und sollen die Erfindung, falls in den nachstehenden Ansprüchen nicht anders angegeben, nicht einschränken.
  • Beispiel 1
  • Jede Abwasserprobe wurde durch einige oder alle der folgenden Analysen charakterisiert: pH - gemessen mit einer Kombination Glas/Bezugselektrode; wahre Färbung - gemessen nach dem NCASI-Verfahren unter Verwendung eines Hach DR2000-Spektrophotometers; spezifische Leitfähigkeit oder Leitfähigkeit - gemessen mit einem Leitfähigkeitszellen-Meßgerät (in uΩ/cm); insgesamt suspendierte Feststoffe ("Total Suspended Solids", TSS) - gemessen als Gesamtrückstand auf einer Standard- Glasfaser-Filterscheibe nach der Filtration einer gut vermischten Abwasserprobe nach dem in "Standard Methods for the Examination of Water and Wastewater", Verfahren 208 D, APHA-AWWA-WPCF, 14. Ausg., 1975, S. 94, beschriebenen Verfahren; gesamter organischer Kohlenstoff - gemessen nach der Vorbehandlung der Abwasserprobe zur Entfernung von Carbonaten und CO&sub2;, gefolgt von Oxidation von organischem Material zu CO&sub2; und Detektion mittels geeigneter Instrumente; gesamtes lösliches Eisen - gemessen nach dem Hach Chemical TPTZ-Verfahren; Trübung (scheinbare Färbung) - gemessen in FTU (Formazin-Trübungseinheiten) unter Anwendung des absorptiometrischen Verfahrens nach Hach bei einer Lichtextinktionswellenlänge von 450 nm. Die verwendete Epi-DMA-Polymerlösung wurde von Nalco Chemical Company, Naperville, Illinois, erhalten, die Polymerlösung enthielt 50% lineares, aktives Polymer mit einer Eigenviskosität von 0,08 - 0,12 dl/g. Eisen-(II)-sulfat-heptahydrat, FeSO&sub4; 7H&sub2;O, 20% Fe, trockenes Pulver, wurde von Van Waters und Rogers Chemical Company erhalten. Gelöschter Kalk, Ca(OH)&sub2;, wurde von Nalco Chemical Company erhalten.
  • Die in nachstehender Tabelle 1 aufgelisteten Versuche 1 - 30 wurden allesamt wie folgt durchgeführt. Es wurde eine 1.200 ml Abwasserprobe eines Zellstoffabrik- Abwassers wurde in ein 1.500 ml Becherglas gefüllt. Ein 2 Zoll großes, teflonbeschichtetes Rührstäbchen wurde ebenfalls in das Becherglas gelegt. Die Probe wurde mittels Magnetrührer gerührt. Der pH der Proben lösung wurde kontinuierlich überwacht. Das trockene Eisen-(II)-sulfat wurde auf einem tarierten Wägeschiffchen gewogen. Das Eisen-(II)-sulfat wurde in den Wirbel des gerührten Abwassers geleert. Das Auflösen erfolgte rasch. Eine typische pH-Verringerung durch 600 ppm FeSO&sub4; 7H&sub2;O ist 1,5 - 2 Einheiten. Es wurde eine geeignete Menge an gelöschtem Kalk als 2%- ige Aufschlämmung dem Abwasser zugegeben, um den pH auf 9 - 10 einzustellen. Für pH 10,2 werden typischerweise 120 ppm Kalk als Ca(OH)&sub2; dem Abwasser zugegeben, das mit 600 ppm FeSO&sub4; 7H&sub2;O behandelt wurde. Anschließend wurde das Epi-DMA dem Abwasser zugegeben. Die Rührgeschwindigkeit wurde 15 s lang auf schnelles Rühren erhöht und danach 5 min lang auflangsames Rühren abgesenkt. Am Ende des langsamen Rührens wurde die Rührgeschwindigkeit erhöht, um das ausgeflockte Material gut zu vermischen. Mit einer großen Spritze wurden 60 ml Flüssigkeit entnommen; diese Probe wurde zur Messung der insgesamt suspendierten Feststoffe verwendet. Weitere 140 ml wurden entnommen und in ein kleines Becherglas übergeführt. Nach 10 min Absetzen wurden pH, Trübung, Leitfähigkeit und wahre Färbung des Überstands gemessen. Die übrigen 1.000 ml des behandelten Abwassers wurden in zu Absetz-Untersuchungen ein Sedimentierglas nach Imhoff geleert. Dieses Glas wurde zum Absetzen 24 h lang stehengelassen. Danach wurde das Volumen an Schlamm im Imhoff-Konus aufgezeichnet. 60 ml des Überstands wurden für anschließende Tests der insgesamt suspendierten Feststoffe entnommen. Weitere 50 ml des Überstands wurden entnommen und pH, Trübung, wahre Färbung, Leitfähigkeit, lösliches Eisen und Gesamtgehalt an organischem Material gemessen. Der pH des Überstands fiel typischerweise um 0,5 Einheiten, die Trübung beträchtlich, die Ablesungen der wahren Färbung entsprach en jedoch jener der Probe vom Vortag. Tabelle 1 Abwasser-Reihenversuchsdaten Charakterisierung des unbehandelten Abwassers Behandlung Überstandsparameter Versuch Ausgangsfarb Ausgangszustand Konzentration (PPM) Entfärbung Endtrübung Endzustand Pt-Co-Einheiten FTU-Trübung

Claims (6)

1. Verfahren zur Entfärbung von Abwasser aus einer Zellstoffabrik, wobei das Verfahren den Schritt des Zugebens einer wirksamen Menge einer Entfärbungszusammensetzung umfaßt, die Eisen-(II)-sulfat und ein wasserlösliches kationisches Aminpolymer in einem Molverhältnis des Eisen-(II)-Ions zum aktiven Polymer von 30 : 1 bis 1 : 1 umfaßt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, worin das wasserlösliche kationische Aminpolymer durch die Reaktion von Epichlorhydrin mit Dimethylamin gebildet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, worin das wasserlösliche kationische Aminpolymer ein Polydiallyldimethylammoniumchlorid-Polymer mit einem Molekulargewicht von 10.000 - 150.000 ist.
4. Verfahren nach Anspruch 1, worin das Molverhältnis 20:1 bis 5 :1 beträgt.
5. Verfahren zur Entfärbung von Abwasser aus einer Zellstoffabrik, wobei das Verfahren die Schritte umfaßt:
a) Zugeben einer wirksamen Menge eines wasserlöslichen kationischen Aminpolymers zum Abwasser; und
b) Zugeben einer wirksamen Menge von Eisen-(II)-sulfat zum Abwasser, wobei das Molverhältnis des dem Abwasser zugegebenen Eisen-(II)-Ions zum dem Abwasser zugegebenen, aktiven, wasserlöslichen kationischen Aminpolymer 30 : 1 bis 1 : 1 beträgt, und worin die wirksame Menge dieses wasserlöslichen kationischen Aminpolymers und die wirksame Menge von Eisen-(II)-sulfat gemeinsam die wahre Färbung des Abwassers um zumindest 90% verringern.
6. Verfahren zur Entfärbung von Abwasser aus einer Zellstoffabrik, wobei das Verfahren den Schritt des gemeinsamen Zugebens von Eisen-(II)-Ion und einem wasserlöslichen kationischen Aminpolymer zum Abwasser, sodaß die Konzentration des zugegebenen Eisen-(II)-Ions im Abwasser 60 bis 200 ppm und die Konzentration des zugegebenen wasserlöslichen kationischen Aminpolymers im Abwasser 20 bis 80 ppm beträgt, umfaßt, wobei die Gesamtfärbung des Abwassers um zumindest 80% verringert wird.
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