DE69209656T2 - Verfahren und vorrichtung zur herstellung von stahlstraengen oder-knueppeln durch stranggiessen mit hoher bzw. exzelenter qualitaet - Google Patents

Verfahren und vorrichtung zur herstellung von stahlstraengen oder-knueppeln durch stranggiessen mit hoher bzw. exzelenter qualitaet

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    • B22CASTING; POWDER METALLURGY
    • B22DCASTING OF METALS; CASTING OF OTHER SUBSTANCES BY THE SAME PROCESSES OR DEVICES
    • B22D11/00Continuous casting of metals, i.e. casting in indefinite lengths
    • B22D11/12Accessories for subsequent treating or working cast stock in situ
    • B22D11/1206Accessories for subsequent treating or working cast stock in situ for plastic shaping of strands

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  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Metal Rolling (AREA)
  • Continuous Casting (AREA)
  • Heat Treatment Of Steel (AREA)

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Direktherstellung von Knüppeln und Blöcken hoher oder ausgezeichneter Güte aus einem stranggegossenen Stahl gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie eine Vorrichtung zur Realisierung eines solchen Verfahrens gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 5.
  • Es ist bekannt, daß das Stranggießen für die Herstellung von Stahl immer stärker angewandt wird, und zwar wegen der deutlichen und wohlbekannten Vorteile, die damit gegenüber anderen Gießverfahren verbunden sind.
  • Es sind auch Verfahren bekannt, nach denen das Gießereierzeugnis im Zustand des noch flüssigen Kerns dickenreduziert oder auf andere Weise einer Formänderung unterworfen wird, bevor es vollständig erstarrt; siehe z. B. US-A-3 478 809, JP-A-63 171 255, EP-A-0 391 824, WO-A-8912517.
  • Es ist jedoch ersichtlich, daß das so erhaltene Erzeugnis, wie es an der Austragvorrichtung am Ende der bogenförmigen Gießroute erscheint, die Merkmale eines typischen Gußstücks mit allen qualitativen Nachteilen zeigt, die für diese Halbzeuge charakteristisch sind. Tatsächlich kann man mittels metallographischer Analyse sehen, daß die Korngröße und die Isotropie der Struktur unbefriedigend sind und der Kohlenstoffanteil nicht homogen, sondern hauptsächlich in der Mittelzone des Erzeugnisses konzentriert ist, woraus eine Entmischung folgt, die das vom Stranggießen kommende Erzeugnis nicht direkt zum Walzen brauchbar macht, wenn Endprodukte erhalten werden sollen, die aus Stahl hoher und ausgezeichneter Güte bestehen.
  • Im Fall eines Stahls hoher Güte kann das Stranggießen zum Erhalt von Vorblöcken angewandt werden, die einen Ofen durchlaufen und zu einem Reduzierwalzwerk gefördert werden, um zu Knüppeln umgeformt zu werden, die wiederum unter fakultativem Erwärmen in einem weiteren Ofen schließlich einem Fertigwalzwerk zugeführt werden. Im Fall eines Stahls ausgezeichneter Güte erfolgt das Gießen sogar in Form eines Blocks, und zwar nicht fortlaufend, und für jeden Block wird die Abkühlung unter Anwendung eines vorbestimmten Zyklus eingestellt; daher werden die Blöcke oder die großen Vorblöcke der Größenreduzierung und anschließend dem Vorwalzen und dem Fertigwalzen zugeführt, wobei gewöhnlich zwischen jeweils zwei aufeinanderfolgenden Bearbeitungsgängen Zwischenwärmen in einem Ofen vorgesehen ist, so daß ein extrem langer und teurer Arbeitszyklus durchgeführt wird.
  • Es ist daher ein Zweck der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren anzugeben, das mit Hilfe von Stranggießen die Direkterzeugung von Knüppeln oder Blöcken erlaubt, die solche Eigenschaften aufweisen, daß sie zu einem späteren Zeitpunkt und ohne zusätzliche Schritte ohne weiteres dem Fertigwalzen zugeführt werden können. Eine andere Aufgabe der Erfindung ist die Bereitstellung einer Vorrichtung zur Realisierung des Verfahrens.
  • Ein Vorteil, der sich bei dem nachstehend beschriebenen Verfahren gemäß der Erfindung einstellt, besteht darin, daß das resultierende Korn des Gießereierzeugnisses diejenigen Merkmale der Feinheit, Homogenität und Isotropie sowie der absoluten Abwesenheit von Entmischung zeigt, die gewöhnlich bei einem zum Fertigwalzen bereiten Erzeugnis beobachtet werden, so daß die Schritte betreffend die Größenreduzierung und das Vorwalzen einschließlich des jeweiligen Zwischenwärmens entfallen und dadurch eine beträchtliche Energieeinsparung erzielt wird.
  • Das Verfahren gemäß der Erfindung umfaßt einen Schritt, bei dem in der Bahn zwischen dem untersten Punkt auf der Gießachse, an dem noch überhitzte Flüssigkeit vorhanden ist, und dem Endpunkt der metallurgischen Länge, wo das Produkt vollständig erstarrt ist, der flüssige Kern des in einem Stranggießverfahren erhaltenen Gießereierzeugnisses verformt wird, was zu einer Querschnittsabnahme des Erzeugnisses führt, wobei der Perimeter bzw. die Mantelfläche dieses Querschnitts unverändert bleibt, und wobei der Verformungsschritt in einer Zone durchgeführt wird, in der die Konzentration der festen Körner zwischen 10 und 80 % liegt, gemäß dem Kennzeichenteil des Anspruchs 1.
  • Die oben erwähnte Verformung kann in der Praxis die Umwandlung der Gestalt von rund zu quadratisch (Knüppel) oder rechteckig (Block) umfassen, oder auch von Knüppel zu Block oder, ausgehend von letzterem, zu einem flacheren Querschnitt.
  • Stranggießmaschinen sind z. B. aus "Handbook on Continuous Casting", 1980, S. 506, Ref. 2357, bekannt und umfassen äußere feststehende Rollensegmente und innere bewegliche Segmente einer bogenförmigen Rollgangstrecke, wobei die inneren Segmente durch geeignete Einrichtungen zu den gegenüberliegenden feststehenden Segmenten hin bewegt werden.
  • Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung weist im wesentlichen diese Maschinenbauart auf, wobei das mobile Segment aus wenigstens dem ersten Segment nach der Kokille abstromseitig von den Fußrollen in einer Zone gemäß der obigen Definition unter Bezugnahme auf das Verfahren gebildet ist, wobei das bewegliche Segment insbesondere an seinem obersten Ende schwenkbar und an seinem untersten Ende mit dem Arbeitskolben eines Hydraulikzylinders verbunden ist, und wobei außerdem in Querrichtung angeordnete Rollenkäfige vorgesehen sind, die zwischen sich die erstgenannte Rollgangstrecke definieren und beweglich sind, gemäß dem Kennzeichenteil von Anspruch 5.
  • Die Ziele, Vorteile und Merkmale des Verfahrens und der Vorrichtung gemäß der Erfindung ergeben sich aus der nachstehenden genauen Beschreibung und den Zeichnungen, die nur dem Zweck der Veranschaulichung dienen und den Umfang der Erfindung in keiner Weise einschränken.
  • Die Zeichnungen zeigen in:
  • Fig. 1 eine sehr schematische Darstellung des einzigen Gießereiprodukts entlang der bogenförmigen Strekke, zur Verdeutlichung der Grundparameter des Verfahrens nach der Erfindung;
  • Fig. 2 eine ebenso schematische Darstellung einer Stranggießvorrichtung, die modifiziert ist, um das Verfahren nach der Erfindung zu realisieren; und
  • Fig. 3 einen Schnitt entlang der Linie III-III von Fig. 2, wobei die Formänderung einer Stange gezeigt ist.
  • Fig. 1 zeigt sehr schematisch und in einem Schnitt, der die Gießachse X-X enthält, ein Stahlerzeugnis während des Stranggießens. Dabei ist lo die freie Oberfläche der Flüssigkeit in der Kokille, und 5 ist der unterste geometrische Punkt auf der Gießachse, an dem es noch möglich ist, überhitzte Flüssigkeit vorzufinden. Das heißt also, unterhalb von 5 erreicht die Temperatur die für jeden einzelnen Stahl typische Liquidustemperatur, wohingegen oberhalb der beiden Linien sl und 52 der Temperaturwert höher ist und die Flüssigkeit in dieser Zone überhitzt ist und keine festen Körner aufweist.
  • Die Position des Punkts 5 kann für jede Gießanlage in Abhängigkeit von dem Temperaturwert oberhalb der Liquidustemperatur des in der Kokille befindlichen Stahls entsprechend der Art des Stahls bestimmt werden und kann mit Hilfe von Zeitgliedern (t) ausgedrückt werden, die einer gegebenen Geschwindigkeit entsprechen. Aus der Bestimmung der Zeit t kann dann die Position von 5 in Abhängigkeit von den verschiedenen möglichen Gießgeschwindigkeiten extrapoliert werden.
  • Gewöhnlich wird angenommen, daß der Punkt 5 unterhalb der Kokille liegt, und zwar exakt in dem ersten Abschnitt der Rollgangstrecke, der gewöhnlich als "Segment Null" (entnehm barer Querschnitt) definiert wird. L bezeichnet den Punkt, an dem das Gießereierzeugnis vollständig erstarrt ist, und die Distanz im, die zwischen einem solchen Punkt und dem Punkt 5 eingehalten wird, wird gewöhnlich als die "metallurgische Länge" definiert.
  • Man glaubt, daß die Flüssigkeit, die unter den beiden Linien s1 und s2 liegt und zwischen diesen Linien und den Innenwandungen des bereits erstarrten Bereichs P (der "Haut") enthalten ist, bereits feste Körner enthält, deren Konzentration in Richtung zu der unteren Zone bis zur vollständigen Erstarrung in L zunimmt. Tatsächlich sind in dieser viskosen oder halbviskosen Masse (M) entweder die eigentliche Flüssigkeit oder die festen suspendierten Körner im Gleichgewicht. Auf der X-X-Achse ist die Konzentration der festen Körner in der Masse (M) gleich Null in 5 und gleich 100 % in L, wobei sie über die metallurgische Länge linear ansteigt.
  • Die Vorschubgeschwindigkeit des festen Bereichs P ist selbstverständlich in jedem Punkt die gleiche, wohingegen die Geschwindigkeit der Masse (M) einer anderen Bedingung genügen muß, und zwar muß sie den Erstarrungsprozeß speisen, um die Ausbildung von Leerzonen vor dem Punkt L zu vermeiden, was zu der Anwesenheit von Rissen im Endprodukt führen würde. Ferner ist zu beachten, daß die metallurgische Länge im derart sein muß, daß der Punkt L an der Aufstromseite der Austrageinrichtung 20 liegen kann, die sich am Ende der bogenförmigen Stranggießstrecke befindet (siehe Fig. 2).
  • Überraschend wurde nunmehr gefunden, daß durch Aufbringen von Druck gemäß der Erfindung auf die Wandungen P des Gießereierzeugnisses mit "flüssigem Kern", d. h. vor dem Punkt L, wodurch das Volumen dieses Erzeugnisses durch Verformen seines Querschnitts vermindert wird, ein Vorblock oder Knüppel erhalten wird, der sämtliche vorgenannten erwünschten Merkmale zeigt, so daß er zum Erhalt eines Stahlerzeugnisses hoher oder ausgezeichneter Güte geeignet ist.
  • Der Mechanismus, der eine solche Umwandlung ermöglicht, ist nicht vollständig klar, man glaubt aber, daß dadurch, daß die festen Wände P näher zueinander gebracht werden, im Inneren der fluiden Masse M, die bereits erstarrte Körner enthält und als halbfest oder "viskos" bezeichnet werden kann, ein Geschwindigkeitsgradient oder eine Beschleunigung auftritt, was zum Aufbrechen der Dendritenverzweigungen führt, die die Tendenz haben, sich im Inneren dieser Masse zu bilden. Die derart zerdrückten Körner werden größenvermindert und auf eine Weise orientiert, die möglichst ungeordnet (regellos) ist, wodurch bestimmte Isotropie- und Homogenitäts-Eigenschaften erhalten werden, während gleichzeitig Entmischungsvorgänge, d. h. steigende Konzentrationen von Kohlenstoff (Primärgraphit) in Richtung zum inneren Bereich des Erzeugnisses, vermieden werden.
  • Eine wichtige Bedingung zum Erreichen solcher Ergebnisse besteht aber darin, daß die Formänderung des flüssigen Kerns, die zwischen den Punkten S und L ausgeführt wird, das Volumen des Gießereierzeugnisses verringert, wobei die Länge des Perimeters gleich (unverändert) bleibt, wohingegen seine Seitenfläche konstantgehalten wird. In diesem Fall gibt es tatsächlich weder eine Reck- noch eine Walzwirkung im eigentlichen Sinn, die mit Kriechen (Gleiten) von festem Material einhergeht, bis wir in Gegenwart einer viskosen Masse M im Inneren des Produkts selbst sind, und zwar entlang der Gesamtlänge lm.
  • Bezogen auf den Querschnitt (die Länge spielt tatsächlich keine Rolle, da sie konstantgehalten wird) muß die Querschnittsfläche verkleinert werden, wohingegen der Perimeter ungefähr konstantgehalten wird.
  • Die folgenden Formänderungen sind daher möglich:
  • - vom Runderzeugnis zum quadratischen Erzeugnis (Knüppel) oder zum rechteckigen Erzeugnis (Blöcke); oder
  • - von quadratischen Knüppeln zu rechteckigen Blöcken; oder schließlich
  • - von einem bestimmten Block zu einem flacheren Produkt (Block oder Bramme), also einem Produkt, das ein größeres Verhältnis zwischen den verschiedenen Seiten hat.
  • Theoretisch gesehen wäre auch eine Formänderung möglich, die die Umwandlung eines Gießquerschnitts mit n Seiten zu einem verformten Querschnitt betrifft, der am Ende der metallurgischen Länge n-1 Seiten hat, auch wenn eine solche Hypothese kaum Chancen hat, in der Praxis angewandt zu werden.
  • Es soll betont werden, daß dann, wenn die Formänderung erfolgt, ohne daß eine solche Bedingung erfüllt ist, das Volumen zunehmen oder zumindest auf einem konstanten Wert bleiben würde; damit wäre die Voraussetzung zum Erhalt der gewünschten Merkmale nicht gegeben, die es ermöglichen, daß das Produkt ohne einen Zwischenbehandlungsschritt dem Fertigwalzen direkt zugeführt wird, da es bereits sämtliche Merkmale des gewünschten Halbzeugs hat.
  • Wie bereits gesagt wurde, kann die Formänderung gemäß der Erfindung entlang der gesamten metallurgischen Länge erfolgen, und zwar ausgehend vom Punkt S, aber bevorzugt innerhalb einer begrenzten Zone dieser Länge; letztere kann als die Zone definiert werden, die 10 bis 80 % der Konzentration x von festen Körnern in der Masse M entspricht und die leicht zu bestimmen ist, wenn man berücksichtigt, daß xS= und xL=100. Wenn also lS die Distanz zwischen S und lo ist, ist die Konzentration xl in jedem Punkt, der von lo um l entfernt ist:
  • x = l - lS/lm
  • Tatsächlich kann es nutzlos sein, die Formänderung mit Volumenverminderung in einer zu hohen Zone des Gießereiprodukts durchzuführen, in der die Konzentration der festen Körner am niedrigsten ist und die Körner selbst wegen ihrer Verteilung in der flüssigen Masse durch die von den erstarrten Wänden P aufgebrachte mechanische Wirkung nicht beeinflußt werden können. Von der anderen Seite ausgehend kann es sogar ein Nachteil sein, die Formänderung in der untersten Zone in der Nähe des Punkts L durchzuführen, wo die Wände P bereits so nahe sind, daß ohne weiteres ein paar Schweißstellen und infolgedessen einige Taschen ausgebildet werden könnten, die flüssiges Material enthalten, das durch Erstarrung und damit einhergehende Volumenabnahme zu Hohlräumen in dem Erzeugnis führen würde, die bevorzugt vermieden werden sollen.
  • Fig. 2 zeigt sehr schematisch eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung, wie nachstehend kurz erläutert wird. Das Produkt 1, das in der Kokille 10 enthalten ist, bewegt sich durch die sogenannten "Fußrollen" 11 entlang der Rollgangsstrecke 13, die durch Paare von gegenüberstehenden Sektoren von Rollenkäfigen 12, 14, 12', 14' usw. gebildet ist. Der erste Sektor unmittelbar nach den Fußrollen 11, wo es in bestimmten Fällen als ausreichend angesehen wird, die volumenverringernde Formänderung gemäß der Erfindung zu begrenzen, wird gewöhnlich als "Segment Null" bezeichnet. Die Segmente 12, 12', 12" usw. liegen sämtlich an dem äußeren Bereich der bogenförmigen Rollgangstrecke, d. h. sie haben einen größeren Biegeradius, wohingegen die Segmente 14, 14' usw. als innere Segmente definiert sind. Die Rollen des Segments 12 sind mit 12a bezeichnet, und diejenigen des Segments 14 sind mit 14a bezeichnet usw.
  • Gemäß der vorliegenden Erfindung und der obigen Hypothese, nach der die Formänderung gemäß der Erfindung durch das erste Segment bestimmt ist, ist der innere Bereich 14 in bezug auf den äußeren Rollgang 12 auf irgendeine bekannte Weise beweglich ausgebildet, wobei eine Einrichtung 16 vorgesehen ist, um den Käfig 14 in die Nähe des gegenüberstehenden Käfigs 12 zu ziehen, der ortsfest bleibt. Wie Fig. 2 zeigt, ist der Käfig oder die Lagerkonstruktion 14, die Rollen 14a aufweist, bei 15 an einem ihrer Enden, und zwar bevorzugt dem oberen, schwenkbar, und ein Hydraulikkolben 16 schiebt das entgegengesetzte Ende der inneren Konstruktion in Richtung zu dem ortsfesten äußeren Rollgang 12. Selbstverständlich kann jede dem Fachmann bekannte andere Lösung der Probleme vorgesehen sein; es ist beispielsweise möglich, das innere Segment 14 entlang einer Kufeneinrichtung gleiten zu lassen und ein oder mehr Hydraulikkolben für den Schub entlang derselben Kufeneinrichtung vorzusehen. In jedem Fall kann eine Vorrichtung dieser Art verwendet werden, wenn ein quadratisches Erzeugnis oder ein Knüppel zu einem Block umgeformt werden soll oder wenn ein bereits rechteckiges Erzeugnis wie etwa ein Block zu einer immer noch rechteckigen, jedoch flacheren Gestalt, z. B. zu einer (dicken) Bramme, umgeformt werden soll.
  • Wenn dagegen ein Runderzeugnis mittels Formänderung zu einem Produkt mit quadratischem oder rechteckigem Querschnitt umgewandelt werden soll, genügt es nicht mehr, in der Ebene von Fig. 2 zu arbeiten, sondern eine entsprechende Wirkung muß gleichzeitig in einer zu dieser Ebene, die immer die Gießachse X-X enthält, senkrechten Ebene ausgeübt werden, wie das in der Schnittdarstellung von Fig. 3 gezeigt ist. In diesem Fall erfolgt die Formänderung eines Runderzeugnisses gleichzeitig durch zwei Paare von Rollen, die in diametral entgegengesetzten Positionen des Perimeters dieses Runderzeugnisses liegen, und zwar die Rollen 12a und 14a der entgegengesetzten äußeren und inneren Käfige 12 und 14, die in Fig. 2 gezeigt sind, sowie Rollen 22a und 24a, die zu Rollenkäfigen gehören, die in Fig. 2 nicht gezeigt sind und deren gegenüberliegende Rollen zu den Rollen 12a und 14a der Käfige 12 und 14 normal orientiert sind.
  • Bevorzugt sind die anschließenden Rollen abstromseitig von denjenigen, die in dem die Formänderung erfahrenden Sektor angeordnet sind, mit Kolben ausgerüstet, die einen Druck zur Innenseite des Gießereierzeugnisses aufbringen können, und zwar nicht mehr zum Zweck der Formänderung, sondern um dem ferrostatischen Druck und dem möglichen daraus resultierenden Auswölben entgegenzuwirken, das zwischen dem Kontakt mit einer Rolle und der nächstfolgenden auftreten kann, so daß eine Anpassung an die in der vorhergehenden Formänderungsstufe erreichte Größe erhalten wird.
  • BEISPIEL
  • Aus einer Stranggießkokille mit rundem Querschnitt wurde mit einer Vorschubgeschwindigkeit V=2 m/min ein Runderzeugnis (eine Stange) gegossen, die einen Durchmesser von 130 mm hatte. In einer Zone zwischen 28 % und 76 % der Konzentration der festen Körner und um eine metallurgische Länge (in diesem Fall) gleich 8 m wurde eine Formänderung bewirkt, die zu einem im wesentlichen quadratischen Knüppel mit einer Seite von 100 mm führte.
  • Anschließend wurde die gleiche Stange zu einem anderen Knüppel einer ähnlichen Größe umgeformt, wobei jedoch die Vorschubgeschwindigkeit bis auf 3 m/min erhöht wurde und die Formänderung gemäß der obigen Beschreibung in einer Zone ausgeführt wurde, die zwischen den Konzentrationswerten x gleich 14 % und 46 % lag, während die metallurgische Länge 12 m betrug.
  • In beiden Fällen wurden nach Beendigung der Erstarrung Proben des Gießereierzeugnisses genommen, und die makrographische Analyse ergab folgendes:
  • a) feine Struktur, keine Dendriten erkennbar;
  • b) Struktur-Isotropie ohne irgendeine Hauptorientierung der Körner;
  • c) Abwesenheit von (Primärgraphit) Entmischungen sowie, be zogen auf die chemische Analyse, Homogenität über den gesamten Querschnitt;
  • d) Isotropie der mechanischen Merkmale (Zugfestigkeit, Streckgrenze, Bruchdehnung, Schlagfestigkeit);
  • e) bessere mechanische Eigenschaften gegenüber einem Erzeugnis aus einem traditionellen Gießvorgang, so daß die gleichen Eigenschaften des Endprodukts mit geringeren Prozentsätzen der Querschnittsabnahme beim Walzschritt erreicht wurden.
  • Aus dem Vorstehenden ist ersichtlich, daß die Vorrichtung gemäß der Erfindung es ermöglicht, daß das aus dem Stranggießverfahren kommende Erzeugnis, das nach dem obigen Verfahren hergestellt wurde, einem Fertigwalzwerk direkt zugeführt werden kann, indem nur ein Wärmofen, fakultativ ein Induktionsofen, zwischengeschaltet wird, um die Temperatur entsprechend den Walzwerten einzustellen.

Claims (7)

1. Verfahren zum Herstellen von Knüppeln und Blöcken aus stranggegossenen Stahlerzeugnissen (1) hoher oder ausgezeichneter Güte, wobei das Verfahren einen Schritt des Verformens des flüssigen Kerns des Gießereierzeugnisses (1) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß dieser Schritt eine Querschnittsabnahme des Erzeugnisses (1) bewirkt, wobei der Perimeter dieses Querschnitts unverändert gehalten wird, und daß der Schritt in der Stranggießbahn zwischen dem untersten Punkt (S) auf der Gießachse (X-X), wo noch überhitzte Flüssigkeit vorhanden ist, und dem Ende (L) der metallurgischen Länge (1) wo das Erzeugnis (1) vollständig erstarrt ist, in einer Zone der Stranggießbahn durchgeführt wird, die zwischen Punkten liegt, die einer Konzentration der festen Körner im Inneren des flüssigen Kerns (M) von 10 % bzw. 80 % entsprechen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, das folgendes aufweist: das Querschnittsverformen eines runden Gießereierzeugnisses (Stange) zu einem quadratischen oder rechteckigen Erzeugnis.
3. Verfahren nach Anspruch 1, das folgendes aufweist: das Querschnittsverformen eines quadratischen Gießereierzeugnisses zu einem rechteckigen Erzeugnis.
4. Verfahren nach Anspruch 1, das folgendes aufweist: das Querschnittsverformen eines viereckigen Gießereierzeugnisses zu einem anderen viereckigen Querschnitt, der ein von 1 weiter entferntes Verhältnis zwischen den verschiedenen Seiten hat.
15. Vorrichtung zum Stranggießen von Stahl zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, wobei die Vorrichtung folgendes aufweist: eine Kokille (10), Fußrollen (11) und gegenüberliegende äußere (12, 12' ...) und innere (14, 14' ...) Segmente einer bogenförmigen Rollgangstrecke (13) mit einer Gießachse (X-X), wobei wenigstens das erste (14) der inneren Segmente (14, 14' ...) nach der Kokille abstromseitig von den Fußrollen (11) in einer Zone zwischen dem untersten Punkt (5) auf der Gießachse (X-X), an dem noch überhitzte Flüssigkeit vorhanden ist, und dem Ende (L) der metallurgischen Länge (lm), wo das Stahlerzeugnis (1) vollständig erstarrt ist, beweglich ist, wobei Einrichtungen (16) vorgesehen sind, um das wenigstens erste Segment (14) in Richtung zu dem gegenüberliegenden feststehenden Segment (12) zu bringen und so eine Querschnittsabnahme des Gießereierzeugnisses durchzuführen, dadurch gekennzeichnet, daß das wenigstens erste innere Segment (14) bei (15) an seinem obersten Ende schwenkbar gelagert und an seinem untersten Ende mit dem Arbeitskolben eines Hydraulikzylinders (16) verbunden ist, und daß Rollenkäfige (22, 24) vorgesehen sind, die zwischen sich die genannte Rollgangstrecke (13) mit Rollen (22a, 24a), die zu den Rollen (12a, 14a) der Segmente (12, 12', 14, 14') senkrecht sind, definieren, wobei die dem beweglichen, wenigstens ersten inneren Segment (14) entsprechenden Rollenkäfige ebenfalls beweglich angeordnet sind, wobei Mittel vorgesehen sind, um die Rollenkäfige (22, 24) in Richtung zu der Gießachse (X-X) zu drücken und diese Rollenkäfige einander zu nähern, und zwar senkrecht zu der Bewegungsrichtung des beweglichen Segments (14).
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, wobei die Rollen (12'a, 12"a,...; 14'a, 14"a ...) der Segmente der Rollgangstrecke abstromseitig von dem beweglichen Segment jeweils mit Kolben versehen sind, um in Richtung zu der Innenseite des Gießereierzeugnisses (1) einen Axialdruck entgegengesetzt zu dem ferrostatischen Druck dieses Gießereierzeugnisses aufzubringen und damit eine Anpassung an die in dem vorhergehenden Verformungsschritt erreichte Größe zu bewirken.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, die mit einem Fertigwalzwerk direkt verbunden ist, wobei nur ein Ofen, fakultativ ein Induktionsofen, zwischengeschaltet ist, um die Temperatur auf die für den Walzschritt geeigneten Werte zurückzubringen.
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