DE69220862T2 - Matratze - Google Patents
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Description
- Die vorliegende Erfindung betrifft Matratzen und im besonderen, aber nicht ausschließlich, Matratzen zum Vermeiden von und zur Abhilfe bei Dekubitalgeschwüren.
- Dekubitalgeschwüre entstehen, wenn die Durchblutung der Hautkapillaren aufgrund der Tatsache eingeschränkt ist, daß Gewebe längere Zeit von dem Gewicht der Person und einer tragenden Fläche zusammengedrückt wird. Eine gesunde Person reagiert auf Nervensignale aus dem betreffenden Gewebebereich, wenn das Gewebe eine Zeitlang zusammengedrückt wurde, und ändert automatisch ihre Haltung bzw. Lage, um den zusammengedrückten Bereich zu entlasten, so daß die Durchblutung wieder möglich ist. Dieser Vorgang wiederholt sich unendlich.
- Personen, die nicht in der Lage sind, sich zu bewegen, z.B. komatöse, sedierte oder schwerbehinderte Personen, können den Druck auf diese Weise nicht entlasten. Wenn sie in derselben Stellung bleiben, sterben Teile des Gewebes ab und werden geschwürig, wodurch allgemein mit "wundgelegen" bezeichnete Stellen hervorgerufen werden. Das Problem entsteht auch bei Senioren, deren Bewegungsfähigkeit eingeschränkt ist. Das Problem wird durch Ernährung, Bewegungsunfähigkeit, möglichen niedrigen Blutdruck/Mangeldurchblutung und schlechte Perfusion der Haut noch verstärkt.
- Traditionelle Maßnahmen zum Vermeiden von oder zur Abhilfe bei wundgelegenen Stellen sind das häufige Umdrehen des Patienten, so daß von Zeit zu Zeit ein anderer Bereich des Patienten zusammengedrückt wird. Dies ist jedoch nicht immer praktisch oder möglich.
- Eine andere Möglichkeit ist es, den Patienten auf eine Unterlage zu legen mit dem Ziel, mehr Körperstellen zu berühren, um das Gewicht des Patienten zu verteilen. Eine derartige Unterlage ist zwar bequem, häufig verhindert sie aber wundgelegene Stellen nicht bzw. schafft keine Abhilfe bei diesen, da die Druckentlastung in den Bereichen mit größtem Risiko (z.B. vorstehende Knochen) sehr oft nicht ausreicht, um die Wiederherstellung der Durchblutung zu ermöglichen.
- Eine Anzahl von Vorrichtungen vom Stand der Technik haben versucht, die obengenannten Probleme zu lösen. Die Vorrichtungen von Stand der Technik beziehen sich jedoch auf das abwechselnde Aufpumpen und Entleeren einer Anzahl aufblasbarer Zellen. Wenn sich Zellen entleeren dürfen, verursacht dies Probleme, da eine entleerte Zelle überhaupt keine Unterstützung vorsieht, mit dem Ergebnis, daß eine Person, besonders eine schwere Person, auf einer unter der Vorrichtung im Bereich einer entleerten Zelle befindlichen tragenden Fläche aufliegen kann, wodurch keine Druckentlastung vorgesehen wird. Andererseits kann es vorkommen, daß sehr leichte Personen in den Spalt zwischen zwei aufgepumpten Zellen im Bereich einer entleerten Zelle gleiten können, was sehr unbequem und beunruhigend sein kann.
- US-A-5029939 beschreibt einen Fahrzeugsitz, der einen Insassen alternativ an anderen Körperteilen abstützt. Der Sitz hat eine Anzahl von Gruppen aufblasbarer Zellen, an welche abwechselnd ein Überdruck und ein Unterdruck angelegt werden.
- Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Matratze vorzusehen, die beim Vermeiden von und bei der Abhilfe bei wundgelegenen Stellen hilft, aber die Probleme bekannter Matratzen löst.
- Nach dem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung umfaßt eine Matratze eine Mehrzahl aufblasbarer Abschnitte und eine Aufblaseinrichtung, die angepaßt ist, um einen stützenden Überdruck an mindestens einen der aufblasbaren Abschnitte anzulegen, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufblaseinrichtung auch angepaßt ist, um gleichzeitig einen zweiten, niedrigeren stützenden Überdruck an mindestens einen anderen der aufblasbaren Abschnitte anzulegen.
- Vorzugsweise ist die Aufblaseinrichtung angepaßt, um den höheren Druck und den niedrigeren Druck zu verschiedenen Zeiten an jeden der Abschnitte anzulegen. In einer Ausgestaltung umfassen die Abschnitte eine Mehrzahl von Gruppen (z.B. drei) miteinander verbundener Abschnitte und die Aufblaseinrichtung ist angepaßt, um alle der Gruppen bis auf eine mit dem höheren Druck zu versorgen und gleichzeitig eine der Gruppen mit dem niedrigeren Druck zu versorgen. Die Aufblaseinrichtung wechselt auch die Gruppe, an welche der niedrigere Druck angelegt wird, sequentiell, so daß der niedrigere Druck nacheinander an jede der Gruppen angelegt wird.
- Auf diese Weise wird die Fläche eines Patienten im Bereich eines Abschnitts, der mit dem niedrigeren Druck aufgeblasen ist, stärker druckentlastet als im Bereich der Abschnitte mit dem höheren Druck, während immer noch eine stützende Fläche vorgesehen wird.
- Es kann auch Einrichtungen zum Verändern der Zeit, die der niedrigere Druck an jede Position oder Gruppe von Abschnitten angelegt wird, geben. Darüber hinaus kann es druckempfindliche Einrichtungen geben, die angepaßt sind, um einen Druckabfall festzustellen, und eine akustische und/oder visuelle Warneinrichtung, die ansprechend auf ein Signal von der druckempfindlichen Einrichtung betätigt wird. Diese Anordnung zeigt z.B. an, wenn ein Patient von der Matratze gefallen ist bzw. die Matratze verlassen hat.
- Nach einem zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung umfaßt ein Verfahren zum Aufblasen einer aufblasbaren Matratze umfassend eine Mehrzahl aufblasbarer Abschnitte das Anlegen eines stützenden Überdrucks an einen oder mehrere der Abschnitte, gekennzeichnet durch gleichzeitiges Anlegen eines zweiten niedrigeren stützenden Überdrucks an einen oder mehrere der anderen Abschnitte und sequentielles Wechseln des Abschnitts oder der Abschnitte, an die der höhere und der niedrigere Druck angelegt werden.
- Das Verfahren kann das Aufblasen aller bis auf eine einer Anzahl von Gruppen von Abschnitten mit dem höheren Druck und Aufblasen der restlichen Gruppe von Abschnitten mit dem niedrigeren Druck und sequentielles Wechseln der Gruppe aufweisen, an die der niedrigere Druck angelegt wird.
- Im folgenden wird eine spezifische Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung unter Bezugnahme auf die Begleitzeichnungen nur beispielhaft erläutert. Dabei zeigt:
- Fig. 1 eine Perspektivansicht einer erfindungsgemäßen Ausgestaltung der Matratze;
- Fig. 2 einen auseinandergezogenen Perspektivschnitt der Matratze von Fig. 1 bei abgenommenem Überzug;
- Fig. 3 eine Querschnittsansicht in der Richtung der Pfeile III-III von Fig. 1;
- Fig. 4 eine schematische Darstellung der Einrichtungen zum Aufblasen der Matratze von Fig. 1 und
- Fig. 5 und 6 einen Querschnittsseitenriß beziehungsweise eine Draufsicht eines ersten Druckbegrenzungsventils der Ausgestaltung in Fig. 1;
- Fig. 7 und 8 einen Querschnittsseitenriß beziehungsweise eine Draufsicht eines zweiten Druckbegrenzungsventils der Ausgestaltung in Fig. 1;
- Fig. 9 einen Querschnittsseitenriß eines magnetbetätigten Ventils der Ausgestaltung in Fig. 1 und
- Fig. 10 und 11 graphische Darstellungen von Druck im Verhältnis zu Zeit in zwei alternativen Betriebsarten der Ausgestaltung in Fig. 1.
- Die Matratze umfaßt eine Mehrzahl länglicher aufblasbarer hohler röhrenförmiger Abschnitte 10, die jeweils aus biegsamer Polyurethanfolie geformt sind, welche mit HF-Schweißen in die gewünschte Form und Konfiguration gebracht wurden. Die Enden der Bodenwand von jedem der Abschnitte 10 erstrecken sich über die jeweiligen Endwände hinaus und formen dadurch einen Ansatz 11. An jeden Ansatz 11 ist eine Komponente 12 eines Druckverschlusses vorgesehen, wobei die anderen Komponenten an vorbestimmten Stellen an der Bodenwand eines Matratzenüberzugs 14 befestigt sind, welcher nachstehend noch ausführlicher beschrieben wird. Die Abschnitte werden damit so in einer Position so gehalten, daß sie parallel zueinander liegen, um die Matratze wie abgebildet zu formen, wobei die Abschnitte 10 quer zur Längsrichtung des Betts verlaufen.
- Wie in den Figuren gezeigt, haben die Abschnitte 10 im allgemeinen einen rechteckigen Querschnitt, weshalb aneinandergrenzende einander gegenüberliegende Seiten benachbarter Abschnitte in engem Kontakt aneinandergedrückt werden, wenn die Abschnitte der Matratze aufgeblasen sind. Im Gebrauch befindet sich die Matratze innerhalb des abnehmbaren flexiblen Überzugs 14, dessen obere Wand und Seitenwände aus mikroporösem dampfdurchlässigem Material sind. Der Überzug 14 ist aus oberen und unteren Teilen gefertigt, die durch entlang entgegengesetzter Ränder des Überzugs verlaufende längliche Reißverschlüsse 15 (von denen einer sichtbar ist) und Haken-Ösen-Verschlüsse (nicht sichtbar) in der Nähe der Verbindungsstelle zwischen den oberen und unteren Teilen entlang der Endränder lösbar miteinander verbunden sind. Wie oben erklärt, kann die Matratze mit Hilfe von sich ergänzenden Druckverschlußkomponenten, die sich an den Ansätzen, welche sich von den Endwänden der Abschnitte erstrecken, und an der Bodenwand des Matratzenüberzugs 14 befinden, lösbar in der richtigen Position innerhalb des Bezugs gehalten werden. Auf diese Weise wird verhindert, daß die Matratze im Verhältnis zum Überzug verrutscht, sie kann auf Wunsch aber immer noch leicht entfernt werden. Wie in Fig. 3 gezeigt, kann zwischen den Abschnitten 10 und der unteren Wand des Überzugs auch eine Schaumstoffschicht 16 eingefügt sein.
- An einem Ende jedes der röhrenförmigen Abschnitte 10 ist ein T-Verbinder 18 vorgesehen, der mit dem Inneren des Abschnitts kommuniziert. Gruppen sind so aus sequentiell angeordneten Abschnitten 10a, 10b, 10c zusammengesetzt, daß jeder dritte Abschnitt Teil derselben Gruppe ist und mit Hilfe von Schläuchen 20a, 20b, 20c, die sich jeweils zwischen den relevanten T-Verbindern 18 erstrecken, mit angrenzenden Abschnitten dieser Gruppe verbunden ist. Die an ein Ende der Matratze angrenzenden drei Abschnitte 10 werden mit Hilfe von Schläuchen 24a, 24b, 24c, welche durch Öffnungen 25 in der Seite des Überzugs 14 laufen, von einer Pumpeneinheit 32 mit Druckluft versorgt. Wie nachstehend erläutert wird, ist die Pumpeneinheit zum Regeln des Drucks in den drei Gruppen aufblasbarer Abschnitte 10 ausgeführt, so daß der Druck entweder ein erster, höherer Druck oder ein zweiter, niedrigerer Druck ist.
- Die Pumpeneinheit ist in Fig. 4 schematisch dargestellt und umfaßt eine elektrisch angetriebene Pumpe 26, die Luft über ein erstes Filter 28 ansaugt und Druckluft über ein zweites Filter 30 fördert. Die Druckluft wird an ein erstes konventionelles Druckbegrenzungsventil V&sub1; gelegt, welches seine Druckleistung auf einen ersten, höheren Druck P&sub1; von z.B. 20 bis 30 mm Quecksilbersäule, typisch 28 mm, begrenzt. Dieser feste Druck wird dann an eine Einlaßbohrung jedes von drei magnetbetätigten 3/2- Ventilen (Dreiwege-, Zweistellungsventile) S&sub1;, S&sub2;, S&sub3; gelegt. Die Eingänge eines zweiten konventionellen Druckbegrenzungsventils V&sub2;, das seine Druckleistung auf einen zweiten niedrigeren Druck P&sub2; von z.B. 10 bis 15 mm Quecksilbersäule, typisch 14 mm, begrenzt, sind jeweils an die andere Einlaßbohrung jedes der drei Magnetventile S&sub1;, S&sub2;, S&sub3; angeschlossen.
- Das Druckbegrenzungsventil V&sub1; ist in Fig. 5 und Fig. 6 abgebildet. Das Ventil weist ein zylindrisches Ventilgehäuse mit einer zylindrischen Seitenwand 44 und scheibenförmiger oberer und unterer Endwand 46, 48 auf. Die Seitenwand 44 besteht aus zwei Teilen 44a, 44b, zwischen denen eine kreisförmige Membran 50 aus gewebeverstärkter Gummibahn zwischengelegt ist. Zwischen der Membran 50 und der unteren Endwand 48 befindet sich ein Schaumgummistück 52. Die Ventilgehäusekomponenten werden von sechs gleichmäßig beabstandeten Schrauben 49, die durch aufeinander ausgerichtete Öffnungen in der oberen Endwand 46, dem oberen Seitenwandteil 44a, der Membran 50, dem unteren Seitenwandteil 44b und der unteren Endwand 48 hindurch verlaufen, zusammengehalten.
- Die obere Endwand ist mit einem Metallzapfen 54 versehen, der an der oberen Endwand 46 angeklebt ist und senkrecht zur Ebene der Wand durch die Wand hindurch verläuft. Der der Endwand 46 am nächsten liegende Teil des Zapfens ist zylindrisch und ein Ventilschließelement 56 ist gleitfähig daran angeordnet. Das Ventilschließelement 56 weist einen scheibenförmigen Teil 58 und einen Ring 60 auf. Das Ventilschließelement 56 wird von einer Druckfeder 62, die zwischen der oberen Stirnseite des Ventilschließelements 56 und der unteren Stirnseite eines Einstellelements 64 verläuft, welches auf einen Endteil mit Gewinde 66 des Zapfens 54 aufgeschraubt ist, zur Endwand 46 hin vorgespannt. Durch geeignete Drehung des Einstellelements kann die Vorspannkraft geändert werden. Mit Hilfe einer Blattfeder 68, die auf die obere Oberfläche des Ventilschließelements wirkt und von einer der Schrauben 49 in Position gehalten wird, wird eine weitere, nicht einstellbare Vorspannkraft vorgesehen.
- Die obere Endwand 46 ist mit sechs gleichmäßig winklig beabstandeten Überlaufbohrungen 70 versehen, die in einem kreisförmigen Muster um den Zapfen 54 herum angeordnet sind. Wenn das Ventilschließelement 56 mit der oberen Stirnseite der oberen Endwand 46 in Berührung gehalten wird, sind die Überlaufbohrungen 70 durch die O-Ringe 72, 74 geschlossen, die zu den Überlaufbohrungen 70 radial nach innen bzw. außen am Ventilschließelement 56 angeordnet sind. Wenn der Druck in den Überlaufbohrungen 70 groß genug ist, um das Ventilschließelement 56 gegen die Vorspannkraft der beiden Federn 62, 68 zu verschieben, werden die Bohrungen nach außen entleert.
- Das Ventilgehäuse ist auch mit einer Einlaßbohrung 76 von der Pumpe 26 und drei Auslaßbohrungen 78 versehen, wobei jede der Auslaßbohrungen zu einem betreffenden der Magnetventile S&sub1;, S&sub2;, S&sub3; führt. Es versteht sich, daß das Ventil V&sub1; es somit möglich macht, eine Obergrenze für den an die Magnetventile S&sub1;, S&sub2;, S&sub3; angelegten Druck vorzusehen.
- Das in Fig. 7 und Fig. 8 abgebildete Druckbegrenzungsventil V&sub2; ist dem Ventil V&sub1; sehr ähnlich, und zur Kennzeichnung gleicher oder identischer Merkmale wurden dieselben Bezugsnummern verwendet. Der Hauptunterschied besteht darin, daß der untere Seitenwandteil 44b, die Membran 50 und das Schaumstoffstück 52 für Ventil V&sub2; weggelassen wurden. Das Ventil V&sub2; hat zudem drei Einlaßbohrungen 80, eine von jedem der Magnetventile S&sub1;, S&sub2;, S&sub3;. Man kann somit erkennen, daß der Höchstwert des Drucks in den betreffenden aufblasbaren röhrenförmigen Abschnitten begrenzt werden kann, wenn die Magnetventile S&sub1;, S&sub2;, S&sub3; in der Stellung des Ventils V&sub1; in Fig. 4 sind.
- Eines der drei identischen Magnetventile S&sub1;, S&sub2;, S&sub3; ist in Fig. 9 abgebildet. Das Ventil weist ein längliches Ventilgehäuse 82 auf, das einen sechseckigen Querschnitt hat. Das Ventilgehäuse 82 ist mit zwei longitudinal verlaufenden Bohrungen 84, 86 in seinen entgegengesetzten Stirnseiten versehen. Jede der Bohrungen 84, 86 ist abgestuft, so daß sie in dem an ihre betreffende Stirnseiten angrenzenden Bereich breiter sind, und die zwei Bohrungen kommunizieren über eine Verbindungsbohrung 88 miteinander.
- Die Stellstange 90 eines Magnetstellglieds 92 ist in einer PTFE-Buchse 94, welche mit Hilfe von Klebstoff in der Bohrung 86 befestigt ist, gleitfähig und dichtend verschiebbar. Eine Ausgangsdüse 96 ist mit Hilfe eines Klebstoffs in der Bohrung 98 befestigt. Am Ende der Magnetstange 90 befindet sich eine röhrenförmige Gummidichtung 100. In einer in Fig. 9 dargestellten Endstellung der Stange liegt die Dichtung 100 an einer röhrenförmigen Verlängerung 102 der Düse an und in einer zweiten Endstellung verschließt die Dichtung 100 die Verbindungsbohrung 88.
- Außerdem ist zu beachten, daß am Ventilgehäuse zwei weitere Düsen 104, 106 vorgesehen sind, wobei jede Düse mit einer betreffenden der zwei Bohrungen 84, 86 kommuniziert. Die Düse 104 ist im Gebrauch mit einem der Abschnitte 10a, 10b, 10c verbunden; die Düse 106 ist mit dem Ausgang von Ventil V&sub1; verbunden, und die Düse 96 ist mit dem Ventil V&sub2; verbunden.
- In der in Fig. 9 dargestellten ersten Endstellung wird die Ausgangsleistung von Ventil V&sub1; somit über die Düse 104 an einen der Abschnitte 10a, 10b, 10c gelegt, wobei die Verbindung des Ventils V&sub2; mit Hilfe der röhrenförmigen Ventildichtung 100 isoliert ist. In der zweiten Endstellung liegt die Dichtung 100 am Umfang der Verbindungsbohrung 88 an, sie isoliert so den Druck in der Düse 106 von der Düse 104 und verbindet die Düse 104 mit dem Ventil V&sub2; und begrenzt so den Druck im Abschnitt 10a, 10b, 10c auf den von Ventil V&sub2; gesetzten Druck.
- Die Auslaßbohrungen der drei Magnetventile S&sub1;, S&sub2;, S&sub3; sind mit den jeweiligen Schläuchen 24a, 24b, 24c der drei Gruppen hohler röhrenförmiger Abschnitte 10a, 10b, 10c verbunden. Wie in den Figuren dargestellt, wird in einer Stellung der Ventile der höhere Druck von Ventil V&sub1; an die Auslaßbohrung geliefert, aber in der anderen Stellung, der von Magnet S&sub1; gezeigten Stellung, ist die Auslaßbohrung stattdessen mit Ventil V&sub2; verbunden, wodurch der Druck im Auslaß auf den von V&sub2; gesetzten begrenzt wird. Die Stellung der magnetbetätigten Ventile S&sub1;, S&sub2;, S&sub3; wird durch eine elektronische Steuerung 32 geregelt, die angeordnet ist, um die Magnete der Ventile S&sub1;, S&sub2;, S&sub3; für ein gewünschtes Zeitintervall, wie von der Steuerung 32 bestimmt, sequentiell auf ihre alternative Stellung zu stellen, wobei der Ausgang mit dem niedrigeren Druck beaufschlagt wird.
- In dieser Ausgestaltung kann die Steuerung die Füllung der Abschnitte 10 in zwei alternativen Betriebsarten in Abhängigkeit von den Umständen regeln. Die erste Betriebsart ist in Fig. 10 abgebildet, welche die zeitliche Veränderung der an die drei Gruppen von Abschnitten 10 angelegten Drücke darstellt. Es ist zu beachten, daß der Wechsel von höherem Druck (P&sub1;) auf niedrigeren Druck (P&sub2;) angesichts des großen Luftvolumens in jeder der Gruppen von Abschnitten 10 nicht sofortig ist. In der ersten Betriebsart ist zu beachten, daß der Wechsel von hohem auf niedrigen Druck in einer Gruppe beginnt, bevor der Wechsel von niedrigem auf hohen Druck in der Gruppe, die zuvor auf den niedrigeren Druck aufgeblasen war, abgeschlossen ist. Es ist zu beachten, daß auf diese Weise für einen Teil des Zyklus (z.B. bei Zeit t&sub1; 6 Minuten) nur eine Gruppe auf den vollen höheren Druck aufgeblasen ist, während der Druck in einer anderen Gruppe vom höheren Druck auf den niedrigeren Druck fällt und der Druck in der dritten Gruppe vom niedrigeren Druck auf den höheren Druck ansteigt.
- In der in Fig. 11 dargestellten alternativen Betriebsart beginnt der Wechsel von hohem auf niedrigen Druck erst, wenn der Wechsel von niedrigem auf hohen Druck in der Gruppe, die zuvor auf den niedrigeren Druck aufgeblasen war, abgeschlossen ist. Auf diese Weise ist zu jedem beliebigen Zeitpunkt immer nur eine Gruppe von Abschnitten auf den niedrigeren Druck aufgeblasen, und für ein sehr kurzes Zeitintervall (z.B. bei Zeit t&sub2; 6,7 Minuten) sind alle drei Gruppen auf den höheren Druck aufgeblasen.
- Die zwei alternativen Betriebsarten hängen nicht von Drucksensoren ab, sondern nur von geeigneter zeitlicher Abstimmung in der Steuerung, um die Magnetventile S&sub1;, S&sub2;, S&sub3; zu den geeigneten Zeiten zu betätigen. Für die erste Betriebsart wird nacheinander jedes Magnetventil S&sub1;, S&sub2;, S&sub3; 5 Minuten lang auf seine alternative Stellung (in welcher der Ausgang mit dem Ventil V&sub2; verbunden ist) gestellt. In der alternativen zweiten Betriebsart, wenn sich ein Magnetventil wieder auf seine Stellung für höheren Druck bewegt, um Ventil V&sub1; mit dem Ausgang zu verbinden, verzögert die Steuerung das Schalten des nächsten Magnetventils auf seine Stellung für niedrigeren Druck um zwei Minuten und gewährleistet dadurch, daß alle der Gruppen vorübergehend auf dem höheren Druck aufgeblasen sind, bevor das nächste Magnetventil betätigt wird, um eine der Gruppen mit dem niedrigeren Druck zu beaufschlagen.
- Die Betriebsartwahl wird mit Hilfe eines Wippenschalters 34 durchgeführt, der die eine oder andere der Betriebsarten auswählt. Es kann auch ein Bedienelement zum Einstellen der Zeit geben, für die jedes Magnetventil in seiner Stellung für niedrigen Druck ist, obwohl dieses Merkmal auf Wunsch weggelassen werden kann. Die erste Betriebsart wird für die meisten Patienten verwendet, wenn sie liegen. Die zweite Betriebsart wird für schwere Patienten und für sitzende Patienten verwendet, da es manchmal möglich ist, daß ein Patient unter solchen Umständen, wenn zwei aneinander angrenzende Abschnitte nur teilweise aufgeblasen sind, "durchsitzt" bzw. "durchliegt" und durch die Matratze hindurch auf dem Bett selbst aufliegt.
- Auf diese Weise werden die Gruppen der Abschnitte 10a, 10b, 10c mit dem niedrigeren Druck anstatt den höheren Druck beaufschlagt, wenn das betreffende Ventil S&sub1;, S&sub2;, S&sub3; in seiner alternativen Stellung ist. Der Bereich einer Person auf dem Abschnitt, der auf den niedrigeren Druck aufgeblasen ist, wird also nicht so sehr unter Druck gesetzt und ermöglicht die leichte Durchblutung dieser Stelle, während sie immer noch gestützt wird. Der Großteil des Gewichts wird von den auf den höheren Druck aufgeblasenen Abschnitten getragen. Da dies nacheinander mit jeder der drei Gruppen der Fall ist, wird jeder Bereich des Patienten nacheinander von Druck entlastet und die Durchblutung ist somit an diesen Stellen regelmäßig leichter, wodurch die Entstehung von Dekubitus verhindert wird und vorhandene Geschwüre abheilen können.
- Es ist auch zu beachten, daß jeder der Ausgangsschläuche 24a, 24b, 24c mit einen Drucksensor 36 versehen ist, der angepaßt ist, um einen Schalter zu schließen, wenn der Druck im entsprechenden Schlauch unter einen voreingestellten Druck abfällt, gewöhnlich einige mm unter dem unteren der zwei Drücke. Auf diese Weise werden, wenn ein Patient die Matratze verläßt, was in den Abschnitten 10 einen wesentlichen Druckabfall verursacht, ein oder mehrere der Drucksensoren aktiviert, wodurch ein Signal zur Steuerung 32 gesendet wird, welches angepaßt ist, um eine Leuchte 38 und/oder einen Lautsprecher 40 mit einen Warnton zu betätigen. Wenn ein Patient also z.B. aus dem Bett fällt oder das Bett entgegen den ihm erteilten Anweisungen verläßt, ist dies sofort offensichtlich. Die Sensoren erlauben jedoch eine Druckvariation, bevor sie betätigt werden, so daß normale Bewegungen eines Patienten auf einer Matratze den visuellen oder akustischen Alarm nicht auslösen.
- Die vorliegende Erfindung hat auch den wesentlichen Vorteil, daß, wenn Luft aus einem der anderen Abschnitte verdrängt wird (z.B. dadurch, daß eine Person sitzt und dadurch das meiste ihres Körpergewichts auf eine kleine Fläche konzentriert ist), die Luft in dem Abschnitten dieser Gruppe einen Druck, der höher ist als der von Ventil V&sub1; oder V&sub2;, mit dem sie zu diesem Zeitpunkt verbunden ist, festgelegte, nicht erreichen kann. Da V&sub1; und V&sub2; Druckbegrenzungsventile sind, dienen sie zum Reduzieren des Luftdrucks auf den maximalen vorbestimmten Druck und sehen gleichzeitig noch Unterstützung vor. Wenn dies nicht der Fall wäre, dann könnte die Verdrängung von Luft aus einem der Abschnitte einen Druckanstieg in allen der Abschnitte dieser Gruppe bewirken, was wiederum zu einer Blockierung der Durchblutung zu den Kapillaren führen könnte mit der Gefahr von Dekubitus.
Claims (17)
1. Matratze umfassend eine Mehrzahl aufblasbarer
Abschnitte (10) und eine Aufblaseinrichtung (26, V&sub1;, V&sub2;),
die angepaßt ist, um einen Überdruck (P&sub1;) an mindestens
einen der aufblasbaren Abschnitte anzulegen, dadurch
gekennzeichnet, daß die Aufblaseinrichtung (26, V&sub1;, V&sub2;) auch
angepaßt ist, um gleichzeitig einen zweiten, niedrigeren
Überdruck (P&sub2;) an mindestens einen anderen der aufblasbaren
Abschnitte anzulegen.
2. Matratze nach Anspruch 1, wobei die Aufblaseinrichtung
(26, V&sub1;, V&sub2;) angepaßt ist, um den höheren Druck (P&sub1;) und den
niedrigeren Druck (P&sub2;) zu verschiedenen Zeiten an jeden
Abschnitt (10) anzulegen.
3. Matratze nach Anspruch 2, wobei die Aufblaseinrichtung
((26, V&sub1;, V&sub2;) die Abschnitte, an welche der höhere Druck (P&sub1;)
und der niedrigere Druck (P&sub2;) angelegt werden, sequentiell
wechselt.
4. Matratze nach Anspruch 3, wobei sich ein Wechsel von
Aufblasen mit höherem Druck zu Aufblasen mit niedrigerem
Druck für einen Abschnitt (10) mit einem Wechsel von
Aufblasen mit niedrigerem Druck zu Aufblasen mit höherem
Druck für einen anderen Abschnitt (10) überschneidet.
5. Matratze nach Anspruch 3, wobei sich ein Wechsel von
Aufblasen mit höherem Druck zu Aufblasen mit niedrigerem
Druck für einen Abschnitt (10) nicht mit einem Wechsel von
niedrigerem Druck zu höherem Druck für einen anderen
Abschnitt (10) überschneidet.
6. Matratze nach einem der vorangehenden Ansprüche ferner
umfassend Einrichtungen (35) zum Verändern der Zeit, die
jeder Abschnitt mit dem zweiten niedrigeren Druck (P&sub2;)
aufgeblasen wird.
7. Matratze nach einem der vorangehenden Ansprüche,
umfassend eine Mehrzahl von Gruppen miteinander verbundener
Abschnitte, wobei der Druck in den Abschnitten jeder Gruppe
im wesentlichen gleich ist.
8. Matratze nach Anspruch 7, umfassend mindestens drei
Gruppen von Abschnitten.
9. Matratze nach Anspruch 7 oder Anspruch 8, wobei die
Aufblaseinrichtung (26, V&sub1;, V&sub2;) angepaßt ist, um eine der
Gruppen von Abschnitten mit dem zweiten niedrigeren Druck
(P&sub2;) aufzublasen und die anderen Gruppen von Abschnitten mit
dem ersten höheren Druck (P&sub1;) aufzublasen.
10. Matratze nach einem der vorangehenden Ansprüche,
ferner umfassend einen Druckdetektor (35) zum Erfassen
eines Druckabfalls in der Matratze auf einen vorbestimmten
Pegel und Anzeigeeinrichtungen zum Vorsehen einer
akustischen und/oder visuellen Niedrigdruckwarnung.
11. Matratze nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei
die Aufblaseinrichtung eine Pumpe (26), ein erstes
Druckbegrenzungsventil (V&sub1;), das zum Begrenzen von Druck zum
ersten höheren Druck (P&sub1;) an die Pumpe angeschlossen ist,
ein zweites Druckbegrenzungsventil (V&sub2;) zum Begrenzen von
Druck zum zweiten niedrigeren Druck und eine Vielzahl von
Umschaltventilen (S&sub1;, S&sub2;, S&sub3;) umfaßt, wobei jedes
Umschaltventil an mindestens einen der aufblasbaren
Abschnitte (10) angeschlossen ist und betriebsfähig ist, um
entweder das erste (V&sub1;) oder das zweite (V&sub2;)
Druckbegrenzungsventil mit dem oder jedem Abschnitt, an den
das Umschaltventil angeschlossen ist, zu verbinden.
12. Matratze nach Anspruch 11, wobei die Umschaltventile
magnetbetätigte Ventile (S&sub1;, S&sub2;, S&sub3;) umfassen.
13. Matratze nach einem der vorangehenden Ansprüche ferner
umfassend eine Steuereinrichtung (32) zum Steuern des
Betriebs der Aufblaseinrichtung (26, V&sub1;, V&sub2;).
14. Verfahren zum Aufblasen einer aufblasbaren Matratze
der eine Mehrzahl aufblasbarer Abschnitte (10) aufweisenden
Art, umfassend das Anlegen eines Überdrucks (P&sub1;) an einen
oder mehrere der Abschnitte, gekennzeichnet durch
gleichzeitiges Anlegen eines zweiten niedrigeren Überdrucks
(P&sub2;) an einen oder mehrere der anderen Abschnitte und
sequentielles Wechseln des Abschnitts oder der Abschnitte,
an die der höhere (P&sub1;) und der niedrigere (P&sub2;) Druck
angelegt werden.
15. Verfahren nach Anspruch 14, wobei sich ein Wechsel von
Aufblasen mit höherem Druck zu Aufblasen mit niedrigerem
Druck für einen Abschnitt (10) mit einem Wechsel von
Aufblasen mit niedrigerem Druck zu Aufblasen mit höherem
Druck für einen anderen Abschnitt überschneidet.
16. Verfahren nach Anspruch 14, wobei sich ein Wechsel von
Aufblasen mit höherem Druck zu Aufblasen mit niedrigerem
Druck für einen Abschnitt (10) nicht mit einem Wechsel von
Aufblasen mit niedrigeren Druck zu Aufblasen mit höherem
Druck für einen anderen Abschnitt überschneidet.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 16, wobei
die Abschnitte (10) verbunden sind, um eine Mehrzahl von
Gruppen oder Abschnitten zu formen, wobei der Druck in den
Abschnitten jeder Gruppe im wesentlichen gleich ist.
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