DE69231737T2 - Wurzelkanalfüllmittel und klebmittelzusammensetzung - Google Patents
Wurzelkanalfüllmittel und klebmittelzusammensetzungInfo
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Description
- Die Erfindung betrifft eine Zusammensetzung zur endodontischen Behandlung eines Wurzelkanals und insbesondere eine Zusammensetzung, die nach herkömmlicher endodontischer Behandlung zum Füllen des Kanalinneren verwendet werden kann.
- Bei der endodontischen Behandlung (Wurzelkanalbehandlung) behandelt ein Zahnarzt häufig eine erkrankte Pulpa durch Füllen des Wurzelkanals. Genauer gesagt, der Zahnarzt öffnet zunächst den Wurzelkanal. Dann frischt er den Kanal an, indem er alles darin enthaltene Weichgewebe (die Pulpa) entfernt. Sobald dies abgeschlossen ist, spült der Zahnarzt typischerweise den Kanal, um Pulpareste zu entfernen. Schließlich vergrößert der Zahnarzt dann den Kanal, um Unregelmäßigkeiten oder rauhe Oberflächen entlang dem Kanal zu entfernen, so daß der Zahnarzt ein Füllmittel in den Kanal einbringen kann, das in der Zahnheilkunde als "Kegel" oder "Spitze" bezeichnet wird.
- Die meisten Füllmittel weisen eine als Guttapercha bekannte Substanz auf, die ein thermoplastisches Material ist. Guttapercha ist sehr opak, da es einen beträchtlichen Anteil Zinkoxid enthält (etwa 70%). Guttapercha wird gewöhnlich in Form eines Kegels oder einer Spitze von etwa 38 mm (1,5 Zoll) Länge und mit einem von 0,254 mm (0,010 Zoll) bis 2,29 mm (0,090 Zoll) variierenden Durchmesser eingesetzt.
- Bei Verwendung eines Kegels aus Guttapercha bei einer Wurzelkanalbehandlung ist es wünschenswert, daß die Spitze des Kegels an der Wurzelspitze im Kanal endet. Bei bekannten Verfahrensweisen waren wiederholte Röntgenaufnahmen des Mundes des Patienten erforderlich, um 1) die Kegelspitze genau an der Wurzelspitze zu plazieren und 2) zu verhindern, daß das Material beim Einpassen und Verdichten über die Wurzelspitze hinausging. Darüberhinaus war diese Röntgentechnik nicht immer genau, weil die Wurzelspitze des Zahns gekrümmt ist - wenn es auf dem Röntgenbild so aussieht, als ob das Guttapercha die Wurzelspitze nicht erreicht, kann es in Wirklichkeit sehr wohl bis zur Wurzelspitze oder darüber hinaus reichen. Wenn das Guttapercha dann über die Wurzelspitze hinaus gedrückt wird, kann eine Pulpaauswaschung entstehen.
- Wegen des Nachteils der Verwendung von Röntgenaufnahmen ist früher die Verwendung eines Guttaperchakegels offenbart worden, der mit elektrisch leitenden Kohlefasern versetzt ist. Der Kegel wird in den Wurzelkanal eingesetzt. Wegen des Vorhandenseins der elektrisch leitenden Kohlefasern ist der Zahnarzt dann in der Lage, die Nähe des Guttaperchakegels zur Spitze des Kanals zu messen. Als Ergebnis läßt sich durch Anwendung dieses Systems theoretisch genauer bestimmen, wo sich die Zahnwurzelspitze befindet.
- Das obige Verfahren der Verwendung von Guttapercha, das mit leitfähigen Kohlefasern versetzt ist, ist jedoch alles andere als wünschenswert. Guttapercha ist ein thermoplastisches Material, das erhitzt werden muß, um das Material bis zur Wurzelspitze zu drücken. Beim Abkühlen des Materials bildet sich ein Spalt an der Wurzelspitze und entlang den Wurzelkanalwänden. Dies erfolgt trotz einer Zementzwischenschicht zwischen dem Guttapercha und den Wurzelkanalwänden.
- Außerdem kann die Verwendung von Kohlefasern nachteilig sein. Die Kohlefasern können im Lauf der Zeit bis zu einem gewissen Grade austreten, da sie in ein thermoplastisches Material eingelagert worden sind. Ein thermoplastisches Material, wie z. B. Guttapercha, ist sehr schwach und hält die leitfähigen Kohlefasern ungenügend darin fest.
- Da ferner, wie beschrieben wurde, ein thermoplastisches Material wie z. B. Guttapercha verwendet wird, muß das Guttapercha beim Einsetzen erhitzt werden. Wenn das Guttapercha erhitzt wird, neigen die leitfähigen Materialien dazu, aus der Mitte des Guttaperchas fortzuwandern, wodurch der Halt des Guttaperchas an den Kohlefasern weiter geschwächt wird.
- Dementsprechend wäre eine Zusammensetzung wünschenswert, die viele von den Nachteilen bei der Verwendung eines thermoplastischen Polymers, wie z. B. von Guttapercha, überwindet und die elektrisch leitfähiges Material einlagern kann, so daß die Nähe des eingesetzten Kegels zur Wurzelspitze im Kanal genau gemessen werden kann.
- Erfindungsgemäß wird eine Ausrüstung zur Verwendung in einem Verfahren zur endodontischen Behandlung eines Wurzelkanals bereitgestellt, die zwei verschiedene Komponenten aufweist, nämlich:
- ein hitzehärtbares Material auf Harzbasis, das zu einem hitzehärtbaren Harzkegel formbar ist, der sich zum Einsetzen in den Wurzelkanal eines Patienten eignet, wobei das Material einen Weichmacher in einem Anteil zwischen 0,1 und 30 Gew.-% enthält, wobei die Gewichtsprozentangaben auf das Gesamtgewicht des hitzehärtbaren Materials auf Harzbasis bezogen sind; und
- einen Klebstoff, der geeignet ist, den hitzehärtbaren Harzkegel im Wurzelkanal zu halten;
- wobei von dem Material auf Harzbasis und dem Klebstoff mindestens ein Material elektrisch leitend ist.
- Die Zusammensetzung verwendet ein hitzehärtbares Material auf Harzbasis, das zum Einsetzen in den Wurzelkanal eines Zahnpatienten angepaßt ist, und einen Klebstoff, der geeignet ist, das Material auf Polymerbasis im Wurzelkanal zu halten. Hierin werden die Begriffe "thermoset" und "thermosetting" verwendet. Der erstere Begriff wird herkömmlicherweise kontextabhängig in der Bedeutung "hitzehärtbar" oder "bereits gehärtet" benutzt. Der letztere wird (z. B. in den Patentansprüchen) benutzt, wo absolute Klarheit erforderlich ist, und bedeutet "hitzehärtbar". Von dem hitzehärtbaren Material auf Harzbasis und dem Klebstoff ist mindestens ein Material elektrisch leitend. Als Ergebnis kann der Zahnarzt durch Messung des Leitwerts zwischen dem hitzehärtbaren Material auf Harzbasis und der Mundschleimhaut sowie der Zahnwurzelhaut bestimmen, wo sich die Spitze des Wurzelkanals befindet. Dies erleichtert die Füllung des Wurzelkanals mit dem Material auf Polymerbasis.
- In einer bevorzugten Ausführungsform weist das hitzehärtbare Material auf Harzbasis ein hitzehärtbares Harz in einem Anteil zwischen 10 und 65 Gew.-%, einen Initiator in einem Anteil zwischen 2 und 40 Gew.-%, einen Weichmacher in einem Anteil zwischen 0,1 und 30 Gew.-% und ein leitfähiges Material in einem Anteil zwischen 30 und 85 Gew.-% auf. Das leitfähige Material ist homogen in dem hitzehärtbaren Harz verteilt, um das Material leitfähig zu machen.
- In einer zweiten Ausführungsform wird eine leitfähige Beschichtung auf das hitzehärtbare Material auf Harzbasis aufgebracht, um das Material leitfähig zu machen. Die leitfähige Beschichtung ist entweder ein hitzehärtbarer Überzug auf Harzbasis oder ein Material auf Polyurethanbasis. Wenn die Beschichtung ein hitzehärtbarer Überzug auf Harzbasis ist, weist sie ein hitzehärtbares Harz wie z. B. Epoxidharz, einen Initiator und ein leitfähiges Material auf. Ist die leitfähige Beschichtung ein Material auf Polyurethanbasis, dann weist sie entweder ein aromatisches oder ein aliphatisches Polyurethan, ein Lösungsmittel, ein Pyrrolidon zur Beschleunigung der Verdampfung und ein leitfähiges Material auf Bei dem einen wie dem anderen leitfähigen Material wird die Beschichtung durch Streichen, Sprühen oder Tauchen auf das hitzehärtbare Material auf Harzbasis aufgebracht.
- Unabhängig davon, ob das hitzehärtbare Material auf Harzbasis homogen mit einem leitfähigen Material versetzt oder statt dessen mit einer leitfähigen Beschichtung überzogen wird, weist die erfindungsgemäße Wurzelkanalzusammensetzung auch einen Klebstoff auf. Der Klebstoff enthält ein hitzehärtbares Material auf Harzbasis, wie z. B. Epoxidharz, und einen Initiator zur Polymerisation des Harzes. Je nachdem, wann der Zahnarzt die Wurzelkanalspitze lokalisieren möchte, kann dem Klebstoff auch ein leitfähiges Material zugesetzt werden.
- Zur Behandlung des Wurzelkanals eines Patienten wird das hitzehärtbare Material auf Harzbasis in den Kanal so eingebracht, daß die Spitze lokalisiert werden kann. Danach wird der Klebstoff aufgebracht, um den Kegel mit dem Wurzelkanal zu verkitten.
- Das Wurzelkanalbehandlungssystem ist vorteilhaft, da es ein hitzehärtbares Material auf Harzbasis zum Einbringen in den Wurzelkanal des Patienten nutzt. Erstens dehnt sich ein hitzehärtbares Material auf Harzbasis beim Aushärten im Wurzelkanal weder aus, noch zieht es sich zusammen. Folglich wird eine genaue Lokalisierung der Zahnwurzelspitze erreicht.
- Außerdem bleibt eine Einlagerung von leitfähigem Material, wie z. B. von Silber, im Harzmaterial des Kegels erhalten. Ein hitzehärtbares Harz weist eine viel festere Matrix auf als ein Thermoplast, wie z. B. Guttapercha, und hemmt das Entweichen des leitfähigen Materials.
- Dementsprechend besteht eine Aufgabe der Erfindung darin, eine verbesserte Zusammensetzung zur endodontischen Behandlung eines Zahnwurzelkanals bereitzustellen.
- Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine verbesserte Wurzelkanal- Zusammensetzung bereitzustellen, die den Zahnarzt in die Lage versetzt, mühelos die Zahnwurzelspitze zu lokalisieren.
- Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine verbesserte Wurzelkanal- Zusammensetzung bereitzustellen, die sich bei Wärmeanwendung weder ausdehnt noch zusammenzieht.
- Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine verbesserte Wurzelkanal- Zusammensetzung bereitzustellen, die eine feste Polymermatrix aufweist.
- Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine verbesserte Wurzelkanal- Zusammensetzung bereitzustellen, in die ein Material mit hoher elektrischer Leitfähigkeit eingelagert werden kann.
- Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine verbesserte Zusammensetzung zur Wurzelkanalbehandlung bereitzustellen, die zahnärztliche Fehler reduziert und die Effizienz des Zahnarztes erhöht.
- Die erfindungsgemäße Zusammensetzung zur endodontischen Behandlung des Wurzelkanals weist stets ein hitzehärtbares Material auf Harzbasis auf, das sich zum Einbringen in den Wurzelkanal eines Patienten eignet. Das hitzehärtbare Material auf Harzbasis enthält ein hitzehärtbares Harz in einem Anteil zwischen 10 und 65 Gew.-%, einen Initiator in einem Anteil zwischen 2 und 40 Gew.-% und einen Weichmacher in einem Anteil zwischen 0,1 und 30 Gew.-%.
- Das hitzehärtbare Harz kann unter Epoxidharzen, ungesättigten Polyestern und Phenolformaldehydharzen ausgewählt werden. Das bevorzugte Harz ist ein Epoxidharz in einem Anteil zwischen 15 und 65 Gew.-%. Das Epoxidharz wird unter Diglycidylether von Bisphenol A, Diglycidylether von Bisphenol F und Triglycidyl-p-aminophenol ausgewählt. Das bevorzugte Epoxidharz ist Diglycidylether von Bisphenol A und ist in dem Material auf Harzbasis in einem Anteil zwischen 20 und 65 Gew.-% enthalten.
- Die Funktion des hitzehärtbaren Harzes (d. h. des Epoxidharzes) in dem hitzehärtbaren Material auf Harzbasis nach dem erfindungsgemäßen System besteht darin, Volumen und Konsistenz für die Kegelzusammensetzung bereitzustellen und ein leitfähiges Material einzulagern (wenn dieses in dem hitzehärtbaren Material auf Harzbasis verwendet wird).
- Das hitzehärtbare Material auf Harzbasis enthält außerdem einen Initiator in einem Anteil zwischen 2 und 40 Gew.-%. Der Initiator dient zur Polymerisation des hitzehärtbaren Harzes. Der Initiator wird unter Amininitiatoren, Anhydridinitiatoren, Amidinitiatoren und Initiatoren auf Basis organischer Säuren ausgewählt.
- Amininitiatoren werden unter aliphatischen Aminen, aromatischen Aminen und tertiären Aminen in einem Anteil zwischen 2 bis 40 Gew.-% ausgewählt.
- Geeignete tertiäre Amine sind unter anderem Hexamethylentetramin, 2,4,6- Tris(dimethylaminoethyl)phenol und Triethanolamin. Das bevorzugte tertiäre Amin ist Hexamethylentetramin in einem Anteil zwischen 3 und 20 Gew.-%.
- Geeignete aliphatische Amine werden unter Ethylentriamin, Triethylentetramin und Tetraethylenpentamin ausgewählt. Geeignete aromatische Amine sind unter anderem Methylendianilin, Metaphenylendiamin und Diaminodiphenylsulfon.
- Außer Amininitiatoren sind weitere Initiatoren unter anderem Anhydride, Amide und organische Säuren. Anhydridinitiatoren werden unter Bernsteinsäureanhydrid, Itaconsäureanhydrid, Phthalsäureanhydrid, Maleinsäureanhydrid und Alkenylsäureanhydrid ausgewählt.
- Auf organischen Säuren basierende Initiatoren, die sich für die Erfindung eignen, sind unter anderem Addukte von Diphenolsäure und Chloressigsäure, Maleinsäure, Aconitsäure und Oxalsäure.
- Amidinitiatoren können unter Dicyandiamid und Acrylamiden ausgewählt werden.
- Zusätzlich zu einem hitzehärtbaren Harz und einem Initiator enthält das hitzehärtbare Material auf Harzbasis der erfindungsgemäßen Wurzelkanal-Zusammensetzung einen Weichmacher in einem Anteil zwischen 0,1 und 30 Gew.-%. Der Zweck des Weichmachers besteht darin, das gewählte hitzehärtbare Harz zu erweichen bzw. plastisch zu machen, so daß sich das Material auf Harzbasis leicht in einen Wurzelkanal einbringen läßt. Geeignete Weichmacher sind unter anderem Dibutoxyethoxyethyladipat, Dioctylphthalat, Dibutylphthalat, Butylbenzylphthalat, Alkylbenzylphthalat, Dialkyladipat, 2-Ethylhexyldiphenylphosphat, Isodecyldiphenylphosphat, Triphenylphosphat sowie weitere Ester.
- Der bevorzugte Weichmacher ist Dibutoxyethoxyethyladipat und ist in einem Anteil zwischen 0,1 und 20 Gew.-% enthalten.
- Zusätzlich zu dem hitzehärtbaren Material auf Harzbasis des erfindungsgemäßen Wurzelkanalsystems, das ein Material mit Polymermatrix, einen Initiator und einen Weichmacher enthält, kann das Material auch Färbemittel enthalten, wie z. B. anorganische Pigmente. Anorganische Pigmente können Titandioxid und rote Pigmente oder andersfarbige Pigmente in einem Anteil zwischen 0,3 und 20 Gew.-% einschließen.
- Zusätzlich kann dem hitzehärtbaren Material auf Harzbasis eine Titanspezies zugesetzt werden, um die Strahlenundurchlässigkeit der Materialien zu erhöhen. Die Titanspezies kann entweder als Pulver oder mit einer mit Silan chemisch behandelten Oberfläche in einem Anteil zwischen 0,3 und 15 Gew.-% zugesetzt werden. Insbesondere kann der Titanoberfläche ein Silan auf Epoxidbasis zugesetzt werden, wie z. B. γ-Glycidoxypropyltrimethoxysilan, um ein Titan-Epoxid-Oberflächenmaterial auszubilden. Das Oberflächenmaterial kann dem hitzehärtbaren Material auf Harzbasis in einem Anteil zwischen 0,3 und 10 Gew.-% zugesetzt werden. Weitere geeignete Silane sind unter anderem γ- Methacryloxypropyltrimethoxysilan, triaminofunktionelles Silan, aminofunktionelles Silan und β-(3,4- Epoxycyclohexyl)ethyltrimethoxysilan.
- Zur besseren Beschreibung des bei der Erfindung verwendbaren hitzehärtbaren Materials auf Harzbasis werden die folgenden Beispiele angeführt.
- Beispiel 1 Hitzehärtbares Material auf Harzbasis Gew.-%
- Hexamethylentetramin 15,0
- Diglycidylether von Bisphenol "A" 70,0
- Weichmacher (Dibutoxyethoxyethyladipat) 15,0
- Zur Herstellung des hitzehärtbaren Materials auf Harzbasis (Spitze oder Kegel) von Beispiel 1 werden 15 g Hexamethylentetramin mit 70 g Diglycidylether von Bisphenol A und 15 g Dibutoxyethoxyethyladipat vereinigt und 20 Minuten gründlich gemischt, bis eine weißlich-klare Lösung entsteht. Das Gemisch wird dann etwa 25 bis 35 Minuten auf 80ºC erhitzt. Danach läßt man das Gemisch auf Raumtemperatur abkühlen und rollt es dann mit Hilfe von Glasplatten mit Abmessungen von 76 mm x 76 mm (3" · 3") und 305 mm · 305 mm (12" · 12") zu einem Kegel oder einer Spitze (die Glasplatten sind vorher sandgestrahlt worden, um die wirksame Oberfläche beim Rollen des Gemischs zu einer Spitze oder einem Kegel zu erhöhen). Nach dem Aufbau der gerollten Spitze oder des Kegels werden die Spitze oder der Kegel 40 bis 55 Minuten auf 120ºC erwärmt, um eine endgültige Aushärtung zu erzielen. Außerdem kann auch Spritzgießen mit Hilfe normaler Spritzgußverfahren angewandt werden.
- Beispiel 2 Hitzehärtbares Material auf Harzbasis, das einen verhaltenssteuernden Bestandteil enthält Gew.-%
- Hexamethylentetramin 20,0
- Diglycidylether von Bisphenol "A" 68,0
- Titanpulver 2,0
- Weichmacher (Dibutylphthalat) 10,0
- Zur Herstellung des hitzehärtbaren Materials auf Harzbasis (Spitze oder Kegel) von Beispiel 2 werden die Komponenten auf ähnliche Weise vereinigt, wie in Bezug auf Beispiel 1 beschrieben, wobei aber zur Bildung des Gemischs Titanpulver zugesetzt wird.
- Beispiel 3(a) Hitzehärtbares Material auf Harzbasis Gew.-%
- Hexamethylentetramin 27,0
- Diglycidylether von Bisphenol "A" 62,0
- Weichmacher (Dibutoxyethoxyethyladipat) 4,0
- Titandioxid 7,0
- Zur Herstellung des hitzehärtbaren Materials auf Harzbasis (Spitze oder Kegel) von Beispiel 3 werden die Komponenten auf ähnliche Weise vereinigt, wie in Bezug auf Beispiel 1 beschrieben, außer daß dem Gemisch Titandioxid zugesetzt wird.
- Um das Material auf Harzbasis leitfähig zu machen, kann das hitzehärtbare Material auf Harzbasis ein leitfähiges Material in einem Anteil zwischen 30 und 85 Gew.-% enthalten. Das leitfähige Material wird typischerweise homogen in dem hitzehärtbaren Material auf Harzbasis verteilt, um das Material leitfähig zu machen.
- Geeignete leitfähige Materialien sind unter anderem Silber, Kupfer, Nickel und Graphit. Das bevorzugte leitfähige Material ist Silber in einem Anteil zwischen 40 und 85 Gew.-%.
- Wenn das hitzehärtbare Material auf Harzbasis ein leitfähiges Material enthält, dann ist das hitzehärtbare Harz (d. h. Epoxidharz) vorzugsweise in einem Anteil zwischen 5 und 65 Gew.-% vorhanden. Das bevorzugte Harz ist Glycidylether von Bisphenol A in einem Anteil zwischen 5 und 45 Gew.-%. Zur weiteren Beschreibung des leitfähigen hitzehärtbaren Materials auf Harzbasis der erfindungsgemäßen Zusammensetzung werden die folgenden Beispiele angeführt:
- Beispiel 4 Gew.-%
- Silberpulver 54,0
- Hexamethylentetramin 6,0
- Diglycidylether von Bisphenol "A" 30,0
- Weichmacher (Dibutoxyethoxyethyladipat) 10,0
- Zur Herstellung des hitzehärtbaren Materials auf Harzbasis (Spitze oder Kegel) von Beispiel 4 werden 6 g Hexamethylentetramin mit 30 g Diglycidylether von Bisphenol A und 10 g Dibutoxyethyladipat vereinigt. Dann werden 54 g Silberpulver zugesetzt, bis man ein homogenes Gemisch von dunkelbrauner Farbe erhält. Das Gemisch wird dann erhitzt und auf ähnliche Weise gerollt, wie in Bezug auf Beispiel 1 beschrieben, um eine Spitze oder einen Kegel zu erhalten.
- Beispiel 5 Gew.-%
- Silberpulver 45,0
- Hexamethylentetramin 10,0
- Diglycidylether von Bisphenol "A" 38,0
- Titanpulver 2,0
- Weichmacher (Dibutylphthalat) 5,0
- Zur Herstellung des hitzehärtbaren Materials auf Harzbasis (Spitze oder Kegel) von Beispiel 5 werden die Komponenten auf ähnliche Weise vereinigt, wie in Bezug auf Beispiel 4 beschrieben, außer daß zur Bildung des Gemischs Titanpulver zugesetzt wird.
- Beispiel 6 Gew.-%
- Silberpulver 45,0
- Hexamethylentetramin 7,0
- Diglycidylether von Bisphenol "A" 31,0
- Weichmacher (Dibutoxyethoxyethyladipat) 4,0
- silanisiertes Titan 2,0
- Zinkoxid 4,0
- Titandioxid 6,0
- rotes Pigment 1,0
- Zur Herstellung des hitzehärtbaren Materials auf Harzbasis (Spitze oder Kegel) von Beispiel 6 werden die Komponenten auf ähnliche Weise vereinigt, wie in Bezug auf Beispiel 4 beschrieben, wobei aber zur Bildung des Gemischs silanisiertes Titan, Zinkoxid, Titandioxid und rotes Pigment zugesetzt werden.
- In jedem der Beispiele 4-6 weist das hitzehärtbare Material auf Harzbasis ein. Silberpulver als leitfähiges Material auf, mit dem das Material auf Harzbasis versetzt worden ist.
- In einer alternativen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Wurzelkanal-Zusammensetzung wird das hitzehärtbare Material auf Harzbasis mit einer leitfähigen Beschichtung behandelt, um das Material leitfähig zu machen. Geeignete leitfähige Beschichtungen werden unter einem hitzehärtbaren Material auf Harzbasis und einem Material auf Polyurethanbasis ausgewählt.
- Erfindungsgemäß weist ein hitzehärtbares Beschichtungsmaterial auf Harzbasis ein hitzehärtbares Harz in einem Anteil zwischen 10 und 65 Gew.-%, einen Initiator in einem Anteil zwischen 2 und 40 Gew.- % und ein leitfähiges Material in einem Anteil zwischen 30 und 85 Gew.-% auf.
- Geeignete hitzehärtbare Harze sind unter anderem ungesättigte Polyester, Phenolformaldehydharze und Epoxidharze. Das bevorzugte Harz ist ein Epoxidharz, ausgewählt unter Diglycidylether von Bisphenol A, Diglycidylether von Bisphenol F und Triglycidyl-p-aminophenol in einem Anteil zwischen 10 und 55 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der Beschichtung. Das bevorzugte Epoxidharz ist Diglycidylether von Bisphenol A und ist in der hitzehärtbaren Beschichtung auf Harzbasis in einem Anteil zwischen 10 und 45 Gew.-% enthalten.
- Die Initiatorkomponente der hitzehärtbaren Beschichtung auf Harzbasis wird vorzugsweise unter Amininitiatoren ausgewählt. Dazu gehören tertiäre Amine, aliphatische Amine und aromatische Amine. Konkrete Beispiele dieser Amine werden weiter oben in Verbindung mit den Amininitiatoren des hitzehärtbaren Materials auf Harzbasis beschrieben.
- Weitere geeignete Initiatoren für die hitzehärtbare Beschichtung auf Harzbasis können unter Anhydridinitiatoren, Amidinitiatoren und Initiatoren auf Basis organischer Säuren aus gewählt werden. Geeignete Beispiele für diese Initiatortypen werden gleichfalls weiter oben diskutiert.
- Im allgemeinen ist der bevorzugte Initiator in Verbindung mit der hitzehärtbaren Beschichtung auf Harzbasis das tertiäre Amin Hexamethylentetramin, das in der Beschichtung in einem Anteil zwischen 2 und 20 Gew.-% enthalten ist.
- Der andere Typ der leitfähigen Beschichtung ist eine Beschichtung auf Polyurethanbasis. Die erfindungsgemäße Beschichtung auf Polyurethanbasis enthält ein Polyurethan, ein Lösungsmittel, einen Verdampfungsbeschleuniger sowie ein leitfähiges Material.
- Geeignete Polyurethane für die erfindungsgemäße Beschichtung auf Polyurethanbasis sind unter anderem aromatische oder aliphatische Polyurethane. Die Polyurethankomponente der Beschichtung sollte in einem Anteil zwischen 10 und 55 Gew.-% enthalten sein. Aromatische Polyurethane sind nicht wasserlöslich, während aliphatische Polyurethane wasserlöslich sind.
- Beispiele für aromatische (nicht wasserlösliche) Polyurethane sind Addukte von 2,4- Toluoldiisocyanat (2,4-TDI), 2,3-Toluoldiisocyanat (2,3-TDI), Methylenbis(p-phenylisocyanat) (MDI) und 1,5-Naphthalindiisocyanat (NDI) mit einem der folgenden Polyole: Polyethylenoxid (PEO), Polypropylenoxid (PPO), Polyisobutylen (KB) oder Polytetramethylenoxid (PTMO). Daher könnte ein nicht wasserlösliches Polyurethan sein: 2,4-TDI/PPO; 2,4-TDI/PTMO; MDI/PPO; MDI/PEO; DNI/PEO oder irgendeine andere Kombination mit einem aromatischen Diisocyanat und einer Polyolgruppe.
- Beispiele für aliphatische wasserlösliche Polyurethane sind: Addukte von 1,6-Hexandiisocyanat (HDI) und Isophorondiisocyanat (IPDI) mit einem der folgenden Polyole: Polyethylenoxid (PEO), Polypropylenoxid (PPO), Polyisobutylen (PIB) oder Polytetramethylenoxid (PTMO). Daher könnte ein wasserlösliches Polyurethan sein: HDI/PPO; IPDI/PTMO oder irgendeine andere Kombination mit einem aliphatischen Diisocyanat und einer Polyolgruppe.
- Außerdem könnten die Polyurethane auch eine Kettenverlängerergruppe aufweisen, wie z. B. Ethylenglycol (EG), Hexandiol (HD), 4,4-Methylenbis(2-chloranilin) (MOCA) oder Ethylendiamin (ED). Daher könnten die Polyurethane sein: HDI/ED/PPO; IPDI/EG/PTMO (wasserlösliches Polyurethan) oder 2,4-TDI/ED/PPO; 2,4-TDI/MOCA/PTMO; MDI/EG/PBI; MDI/ED/PEO; NDI/ED/PEO (nicht wasserlösliche Polyurethane).
- Die leitfähige Beschichtung auf Polyurethanbasis enthält außerdem ein Lösungsmittel in einem Anteil zwischen 10 und 50 Gew.-%. Das bevorzugte Lösungsmittel ist Wasser. Als Lösungsmittel kann auch ein Alkohol mit oder ohne Wasserzusatz verwendet werden. Geeignete Alkohole sind Ethanol, Methanol, Isopropylalkohol, 3-Pentanol, 2-Pentanol, 1-Pentanol und Isobutylalkohol. Der bevorzugte Alkohol ist Ethanol.
- Ein Keton kann als Lösungsmittel verwendet werden. Geeignete Ketone sind unter anderem Methylethylketon, Aceton, Methylpropylketon, Allylaceton, 3-Hexanon und 2-Hexanon. Das bevorzugte Keton ist Methylethylketon.
- Um einen schnellen Trocknungsmechanismus aufzuweisen, enthält die leitfähige Beschichtung auf Polyurethanbasis außerdem einen Verdampfungsbeschleuniger, wie z. B. ein Material auf Pyrrolidonbasis oder auf Etherbasis, in einem Anteil zwischen 1 und 20 Gew.-%. Der bevorzugte Verdampfüngsbeschleuniger ist ein Material auf Pyrrolidonbasis, und dieses Material kann unter N- Methylpyrrolidon (NMP), 2-Pyrrolidon, 2-Pyrrolidonacetamin, 1-Ethyl-2-Pyrrolidinon und 5-Methyl-2- Pyrrolidinon ausgewählt werden. N-Methylpyrrolidon ist das bevorzugte Pyrrolidon-Material und ist vorzugsweise in einem Anteil zwischen etwa 1 und 15 Gew.-% enthalten.
- Wenn als Verdampfungsbeschleuniger ein Ether eingesetzt wird, kann der Ether unter Diethylether, Isopropylether und Pentylether ausgewählt werden.
- Sowohl die hitzehärtbare Beschichtung auf Harzbasis als auch die Beschichtung auf Polyurethanbasis enthalten außerdem ein leitfähiges Material, wie z. B. Silber, Kupfer, Nickel oder Graphit. Das leitfähige Material in der Beschichtung ist gewöhnlich in einem Anteil zwischen 30 und 85 Gew.-% enthalten. Das bevorzugte leitfähige Material ist Silber, das vorzugsweise in einem Anteil zwischen 60 und 85 Gew.-% enthalten ist.
- Zur weiteren Beschreibung der leitfähigen Beschichtungen, die in dem erfindungsgemäßen Wurzelkanalsystem verwendet werden können, werden die folgenden Beispiele angeführt:
- Beispiel 7 Gew.-%
- Silber 70,0
- Hexamethylentetramin 15,0
- Diglycidylether von Bisphenol "A" 15,0
- Zur Herstellung der leitfähigen hitzehärtbaren Beschichtung auf Harzbasis von Beispiel 7 werden 70 g Silber mit 15 g Hexamethylentetramin und 15 g Diglycidylether von Bisphenol A vereinigt. Die Komponenten werden vermischt, um ein dunkelbraunes kittartiges Gemisch zu bilden. Das Gemisch wird auf eine hitzehärtbare Spitze oder einen hitzehärtbaren Kegel auf Harzbasis aufgetragen, und dann läßt man es bei Raumtemperatur aushärten. Als Alternative kann die Spitze mit der aufgebrachten hitzehärtbaren Beschichtung 30 bis 60 Minuten auf eine Temperatur von 80ºC erhitzt werden, um die Aushärtung der Beschichtung zu beschleunigen.
- Beispiel 8 Gew.-%
- Silber 75,0
- Hexamethylentetramin 9,0
- Diglycidylether von Bisphenol "A" 14,0
- Titanpulver 2,0
- Zur Herstellung der leitfähigen hitzehärtbaren Beschichtung auf Harzbasis von Beispiel 8 werden die Komponenten auf ähnliche Weise vereinigt, wie in Bezug auf Beispiel 7 beschrieben, wobei aber dem Gemisch Titanpulver zugesetzt wird.
- Beispiel 9 Gew.-%
- Aceton 20,0
- 5-Methyl-2-pyrrolidinon 5,0
- Silber 60,0
- 2,4-TDI/ED/PPO 15,0
- Zur Herstellung der leitfähigen Beschichtung auf Polyurethanbasis von Beispiel 9 werden 5 g 5- Methyl-2-pyrrolidinon mit 15 g 2,4-TDI/ED/PPO vermischt. Außerdem werden 20 g Aceton mit 60 g Silber vermischt, um eine Acetonaufschlämmung von Silber zu bilden. Die Acetonaufschlämmung von Silber wird dem Gemisch aus 5-Methyl-2-pyrrolidinon und 2,4-TDI/ED/PPO zugesetzt. Das entstehende Gemisch wird dann auf einen hitzehärtbaren Kegel auf Harzbasis aufgetragen. Dann läßt man die leitfähige Beschichtung auf Polyurethanbasis entweder an der Luft trocknen oder trocknet sie durch Anblasen mit Kaltluft, um die Verdampfung zu beschleunigen.
- Beispiel 10 Gew.-%
- Wasser 10,0
- N-Methylpyrrolidon (NMP) 12,0
- HDI/ED/PPO 10,0
- Silber 68,0
- Zur Herstellung der leitfähigen Beschichtung auf Polyurethanbasis von Beispiel 10 werden die Komponenten auf ähnliche Weise vereinigt, wie in Bezug auf Beispiel 9 beschrieben.
- Eine leitfähige Beschichtung aus hitzehärtbarem Harz oder eine leitfähige Polyurethan- Beschichtung wird auf das hitzehärtbare Material auf Harzbasis nach herkömmlichen Verfahren aufgebracht, wie z. B. durch Streichen, Sprühen oder Tauchen. Nach dem Aufbringen läßt man das Material auf Harzbasis mit der aufgebrachten Beschichtung trocknen.
- Die andere Komponente der erfindungsgemäßen Wurzelkanal-Zusammensetzung ist ein Klebstoff, der in dem System eingesetzt wird, um das hitzehärtbare Material auf Harzbasis im Wurzelkanal zu halten. Der Klebstoff weist ein hitzehärtbares Harz in einem Anteil zwischen 10 und 75 Gew.-% und einen Initiator in einem Anteil zwischen 2 und 40 Gew.-% zur Polymerisation des Harzes auf.
- Das hitzehärtbare Harz in dem Klebstoff kann unter Epoxidharzen, ungesättigten Polyestern und Phenolformaldehydharzen ausgewählt werden. Das bevorzugte hitzehärtbare Harz ist ein Epoxidharz, das in dem Klebstoff in einem Anteil zwischen 15 und 75 Gew.-% enthalten ist. Das Epoxidharz kann unter Diglycidylether von Bisphenol A, Diglycidylether von Bisphenol F und Triglycidyi-p-aminophenol ausgewählt werden. Das bevorzugte Epoxidharz ist Diglycidylether von Bisphenol A in einem Anteil zwischen 25 und 75 Gew.-%.
- Der bevorzugte Initiator für den Klebstoff ist ein Amininitiator in einem Anteil zwischen 2 und 40 Gew.-%. Der Amininitiator wird unter tertiären Aminen, aliphatischen Aminen und aromatischen Aminen ausgewählt - geeignete Amine dieses Typs sind in Verbindung mit der Initiatorkomponente des hitzehärtbaren Materials auf Harzbasis beschrieben worden. Der bevorzugte Amininitiator ist das tertiäre Amin Hexamethylentetramin und ist vorzugsweise in einem Anteil zwischen etwa 2 und 20 Gew.-% enthalten.
- Weitere geeignete Initiatoren für die Polymerisation des Epoxidharzes sind Anhydridinitiatoren, Amidinitiatoren und Initiatoren auf Basis organischer Säuren. Geeignete Vertreter sind weiter oben in Verbindung mit der Initiatorkomponente des hitzehärtbaren Materials auf Harzbasis beschrieben worden, das in der erfindungsgemäßen Wurzelkanal-Zusammensetzung verwendet wird.
- Je nachdem, wie die erfindungsgemäße Wurzelkanal-Zusammensetzung verwendet wird, kann die Zugabe eines leitfähigen Materials zu der Klebstoffkomponente wünschenswert sein. Geeignete leitfähige Materialien sind Silber, Kupfer, Nickel und Graphit, die in einem Anteil zwischen 10 und 85 Gew.-% enthalten sind. Das bevorzugte leitfähige Material ist Silber in einem Anteil zwischen 40 und 85 Gew.-%.
- Wenn der Klebstoff ein leitfähiges Material enthält, dann ist die hitzehärtbare Harzkomponente (d. h. Epoxidharz) im Klebstoff vorzugsweise in einem Anteil zwischen 10 und 55 Gew.-% enthalten. Das bevorzugte Harz ist Diglycidylether von Bisphenol A in einem Anteil zwischen 15 und 45 Gew.-%.
- Außerdem kann die Zugabe einer Titanspezies zu dem Klebstoff der erfindungsgemäßen Zusammensetzung wünschenswert sein, entweder als gewöhnliches Pulver oder chemisch behandelt, um die Strahlenundurchlässigkeit im Klebstoff zu erhöhen. Insbesondere kann Titan entweder als gewöhnliches Pulver oder mit durch Silan chemisch behandelten Oberflächen in einem Anteil zwischen 0,3 und 15 Gew.- % zugesetzt werden. Zum Beispiel kann es gemäß der Erfindung wünschenswert sein, der Titanoberfläche ein Silan auf Epoxidbasis zuzusetzen, wie z. B. γ-Glycidoxypropyltrimethoxysilan, um ein Titan-Epoxid- Oberflächenmaterial zu bilden. Dieses Material kann dem Klebstoff in einem Anteil zwischen 0,3 und 10 Gew.-% zugesetzt werden. Weitere geeignete Silane sind unter anderem γ- Methacryloxypropyltrimethoxysilan, triaminofunktionelles Silan, aminofunktionelles Silan und β-(3,4- Epoxycyclohexyl)ethyltrimethoxysilan.
- Außerdem können der Klebstoffkomponente Pigmente in einem Anteil zwischen 0,3 und 20 Gew.- % zugesetzt werden.
- Zur weiteren Beschreibung der Klebstoffkomponente der erfindungsgemäßen Zusammensetzung werden die folgenden Beispiele angeführt:
- Beispiel 11 Gew.-%
- Hexamethylentetramin 10,0
- Diglycidylether von Bisphenol A 50,0
- Bismutoxid 15,0
- Zinkoxid 17,5
- Titanoxid 7,5
- Zur Herstellung des nichtleitenden Klebstoffs von Beispiel 11 wird zunächst durch Vereinigen von 10 g Hexamethylentetramin, 15 g Bismutoxid, 17,5 g Zinkoxid und 7,5 g Titandioxid ein Pulver hergestellt. Dann werden 50 g flüssiger Diglycidylether von Bisphenol A dem Pulvergemisch zugesetzt, um eine Klebstoffpaste zu bilden.
- Beispiel 12 Gew.-%
- Hexamethylentetramin 15,0
- Diglycidylether von Bisphenol A 45,0
- Bismutoxid 10,0
- Magnesiumoxid 28,0
- Titanpulver 2,0
- Zur Herstellung des nichtleitenden Klebstoffs von Beispiel 12 werden die Komponenten auf ähnliche Weise vereinigt, wie in Bezug auf Beispiel 11 beschrieben.
- Beispiel 13 Gew.-%
- Silberpulver 64,0
- Hexamethylentetramin 6,0
- Diglycidylether von Bisphenol "A" 30,0
- Zur Herstellung des leitfähigen Klebstoffs von Beispiel 13 wird zunächst durch Vereinigen von 6 g Hexamethylentetramin und 64 g Silberpulver ein Pulver hergestellt. Dann werden 30 g flüssiger Diglycidylether von Bisphenol A dem Pulver zugesetzt, um eine leitfähige Klebstoffpaste zu bilden.
- Beispiel 14 Gew.-%
- Silberpulver 70,0
- Hexamethylentetramin 7,0
- Diglycidylether von Bisphenol "A" 10,0
- silanisiertes Titan 2,0
- Zinkoxid 4,0
- Titandioxid 6,0
- rotes Pigment 1,0
- Zur Herstellung des leitfähigen Klebstoffs von Beispiel 14 werden die Komponenten auf ähnliche Weise vereinigt, wie in Bezug auf Beispiel 13 beschrieben, wobei aber silanisiertes Titan, Zinkoxid, Titandioxid und rotes Pigment zugesetzt werden, um das Pulver zu bilden.
- Die erfindungsgemäße Wurzelkanal-Zusammensetzung wird wie folgt eingebracht. Nachdem ein Zahnarzt die erkrankte Pulpa aus dem Zahn eines Patienten entfernt hat, wird ein geeignet bemessener, hitzehärtbarer Kegel auf Harzbasis, der gemäß der Erfindung hergestellt wurde, in den Wurzelkanal eingebracht. Der hitzehärtbare Kegel auf Harzbasis kann ein leitfähiges Material enthalten, das im wesentlichen gleichmäßig darin verteilt ist, oder kann statt dessen mit einer leitfähigen hitzehärtbaren Beschichtung auf Harzbasis oder einer leitfähigen Beschichtung auf Polyurethanbasis behandelt werden, wie hierin beschrieben.
- Um den elektrischen Leitwert im Wurzelkanal mit dem bekannten festen Betrag des Leitwerts zwischen der Mundschleimhaut und der Zahnwurzelschleimhaut zu vergleichen (der Wert ist der gleiche wie an der Zahnwurzelkanalöffnung), wird ein Spitzenlokalisator verwendet (ein Neosono-MC, hergestellt von Amadent/American Medical Dental Corp., Cherry Hill, New Jersey). Ein Spitzenlokalisator ist eine elektronische Wurzelkanalmeßvorrichtung zum Lokalisieren der Wurzelkanalspitze, und seine Verwendung ist dem Durchschnittsfachmann in der konservierenden Zahnheilkunde bekannt. Sobald die Spitze lokalisiert ist, werden die Position und die Länge des hitzehärtbaren Kegels auf Harzbasis im Wurzelkanal aufgezeichnet, und der Kegel ist dann fertig zum Einkitten in den Wurzelkanal unter Verwendung eines erfindungsgemäß hergestellten Klebstoffs.
- Wenn ein erfindungsgemäßer nichtleitender Klebstoff verwendet wird, dann wird nach dem Einbringen des leitfähigen Kegels in den Wurzelkanal die Kegellänge des Wurzelkanals aufgezeichnet und der nichtleitende Klebstoff auf den Kegel aufgebracht. Insbesondere wird der Klebstoff zunächst mit Hilfe einer Feile oder eines anderen Instruments in den Kanal eingebracht. Dann wird der beschichtete Kegel mit dem nichtleitenden Klebstoff in den Wurzelkanal eingesetzt und darin so plaziert, daß er sich nicht weiter als bis zu der Länge erstreckt, die beim Lokalisieren der Kanalspitze mit dem Spitzenlokalisator registriert wurde. Sobald dies getan ist, wird der überschüssige Kegel (der aus dem koronalen Zahnende hervorsteht) und der überschüssige Klebstoff auf herkömmliche Weise entfernt, und der Wurzelkanal wird verschlossen.
- Wenn statt dessen ein leitfähiger Klebstoff verwendet wird, dann wird zunächst der leitfähige Klebstoff mit Hilfe einer Feile oder eines anderen Zahninstruments in den Wurzelkanal eingebracht. Der leitfähige Kegel wird dann mit dem leitfähigen Klebstoff beschichtet und in den Kanal eingebracht. Unter Verwendung eines Spitzenlokalisators wird die Kanalspitze ermittelt, und der Zahnarzt zieht den Kegel zurück und schneidet die Länge am spitzen Ende ab, die über die Spitzenöffnung der Wurzel hinausreichte. Danach werden der überschüssige Kegel und überschüssiger Klebstoff auf herkömmliche Weise entfernt, und der Wurzelkanal wird verschlossen.
- In einer alternativen Ausführungsform kann ein nichtleitender Kegel zusammen mit einem leitfähigen Klebstoff verwendet werden. Zunächst wird der leitfähige Klebstoff mit Hilfe einer Feile oder eines anderen Zahninstruments in den Wurzelkanal eingebracht. Dann wird der nichtleitende Kegel mit dem leitfähigen Klebstoff beschichtet und in den Wurzelkanal eingebracht. Mit Hilfe eines Spitzenlokalisators wird die Wurzelkanalspitze bestimmt, und der Zahnarzt drückt dann den Kegel nicht weiter in den Wurzelkanal hinein. Wie zuvor werden der überschüssige Kegel und überschüssiger Klebstoff dann auf herkömmliche Weise entfernt, und der Wurzelkanal wird verschlossen.
- Um die Effektivität der erfindungsgemäßen Wurzelkanal-Zusammensetzung weiter zu veranschaulichen, wird die folgende Farbstoffuntersuchung zur in-vitro-Prüfung der apikalen Abdichtungsfähigkeit bzw. Verschließbarkeit für ein leitfähiges hitzehärtbares Material auf Harzbasis (Kegel) und einen nichtleitenden Klebstoffbeschrieben.
- Gew.-%
- Silberpulver 74,0
- Hexamethylentetramin 3,3
- Diglycidylether von Bisphenol "A" 17,0
- Dibutoxyethoxyethyladipat 5,0
- silanisiertes Titan 0,3
- rotes Pigment 0,4
- Gew.-%
- Hexamethylentetramin 10,0
- Diglycidylether von Bisphenol "A" 50,0
- Bismutoxid 15,0
- Zinkoxid 17,5
- Titandioxid 7,5
- Insgesamt zehn Zähne mit Einzelwurzel wurden extrahiert und 24 Stunden in physiologischer Kochsalzlösung gelagert. Die Kronen für diese Zähne wurden dann mit einer Diamantscheibe entfernt, und ihre Wurzelkanäle wurden mit einer # 50 K-Feile (Kerr/Sybron, Rommulus, Mich.) vergrößert. Die vergrößerten Kanäle wurden dann mit einer # 3 Flexi-Post-Reibahle (Essential Dental. Systems, Inc., S. Hackensack, N. J.) trichterförmig aufgebohrt. Fünf Zähne dienten als Kontrollgruppe, und fünf Zähne wurden für den Test verwendet.
- Nach der Vergrößerung der Kanäle für diese fünf Kontrollzähne wurden dann die Koronalabschnitte dieser Zähne (etwa 3-4 mm) mit einem endodontischen Füllmittel (Cavit, ESPE-Premier, Nornstown, PA) gefüllt. Die fünf Proben wurden dann eine Woche lang in 100% Luftfeuchtigkeit aufbewahrt.
- Nach der Vergrößerung mit der # 3 Flexi-Post-Reibahle wurden die Testzähne dann mit dem leitfähigen hitzehärtbaren Material auf Harzbasis (den Kegeln) unter Verwendung des nichtleitenden Klebstoffs verkittet. Zunächst wurde der Klebstoff mit Hilfe einer # 40 K-Feile (Kerr/Sybron, Rommulus, Mich.) in die Kanäle eingebracht. Dann wurden die Kegel mit Klebstoff beschichtet und in die Kanäle eingebracht. Die fünf Proben wurden dann eine Woche in 100% Luftfeuchtigkeit aufbewahrt.
- Nach einer Woche bei 100% Luftfeuchtigkeit würden die Proben getrocknet, und auf jeden Zahn, mit Ausnahme des apikalen Endes von einem Millimeter, wurden zwei Schichten roter Nagellack (Ultratouch, Avon Products, N. Y.) aufgebracht (die erste Schicht ließ man mindestens sechs Stunden lang trocknen, bevor die zweite Schicht aufgebracht wurde). Nach dem Aufbringen der zweiten Schicht ließ man die Zähne über Nacht trocknen. Dann wurde Zahnseide um jeden Zahn herumgebunden (sowohl am apikalen als auch am koronalen Abschnitt). Dann wurde an jedem Ende der Zahnseide ein Haken angebracht. Diese Zähne wurden dann (mit einem Haken verankert) eine Woche lang in einem Becherglas in 1%ige Methylenblaulösung (Aldrich Chemical Company, Milwaukee, Wis.) eingelegt (1 g Methylenblau/99 g Wasser). Nur die ersten 1 oder 2 mm des apikalen Abschnitts der Zähne wurden der Methylenblaulösung ausgesetzt.
- Nach einer Woche wurden die Zähne eine Stunde lang in fließendes Wasser gelegt und dann getrocknet. Dann wurden Schnitte von jedem Zahn angefertigt, und die Eindringtiefe des Farbstoffs in jedem Kanal wurde mit Hilfe eines Mikroskops (Einstellung auf 10% Leistung) beobachtet.
- Die Ergebnisse zeigten, daß bei den Kontrollzähnen die Eindringtiefe des blauen Farbstoffs jeweils etwa 90-95% der Kanallänge betrug (z. B. drang der Farbstoff insgesamt bis zu 13 mm von 14 mm ein). Die Testzähne zeigten andererseits eine Eindringtiefe des Farbstoffs von weniger als 1-5% (z. B. drang der Farbstoff insgesamt bis zu 0,5 mm von 14 mm ein).
- Der Test zeigt, daß die Kombination aus dem leitfähigen hitzehärtbaren Material auf Harzbasis (Kegel) und dem nichtleitenden Klebstoff zu einem minimalen Eindringen des Farbstoffs am Apex führt. Mit anderen Worten, die erfindungsgemäße Kombination ergibt eine ausgezeichnete Dichtungsfähigkeit als Füllmaterial für einen Wurzelkanal.
Claims (12)
1. Ausrüstung zur Verwendung in einem Verfahren zur endodontischen Behandlung eines
Wurzelkanals, die zwei verschiedene Komponenten aufweist, nämlich:
ein hitzehärtbares Material auf Harzbasis, das zu einem hitzehärtbaren Harzkegel formbar ist, der
sich zum Einsetzen in den Wurzelkanal eines Patienten eignet, wobei das Material einen Weichmacher in
einem Anteil zwischen 0,1 und 30 Gew.-% enthält, wobei die Gewichtsprozentangaben auf das
Gesamtgewicht des hitzehärtbaren Materials auf Harzbasis bezogen sind; und
einen Klebstoff, der geeignet ist, den hitzehärtbaren Harzkegel im Wurzelkanal zu halten;
wobei von dem Material auf Harzbasis und dem Klebstoff mindestens ein Material elektrisch
leitend ist.
2. Ausrüstung nach Anspruch 1, wobei das hitzehärtbare Material auf Harzbasis aufweist:
ein hitzehärtbares Harz in einem Anteil zwischen 10 und 65 Gew.-%; und
einen Initiator in einem Anteil zwischen 2 und 40 Gew.-%, wobei die Gewichtsprozentangaben auf
das Gesamtgewicht des hitzehärtbaren Materials auf Harzbasis bezogen sind.
3. Ausrüstung nach Anspruch 1, die ferner ein elektrisch leitendes Beschichtungsmaterial aufweist,
das auf den hitzehärtbaren Harzkegel aufgebracht werden soll, um diesen leitfähig zu machen.
4. Ausrüstung nach Anspruch 3, wobei das leitfähige Beschichtungsmaterial ein hitzehärtbares
Beschichtungsmaterial auf Harzbasis ist, das aufweist:
ein hitzehärtbares Harz in einem Anteil zwischen 10 und 55 Gew.-%;
einen Initiator in einem Anteil zwischen 2 und 40 Gew.-%; und
ein leitfähiges Material in einem Anteil zwischen 30 und 85 Gew.-%, wobei die
Gewichtsprozentangaben auf das Gesamtgewicht der hitzehärtbaren Beschichtung auf Harzbasis bezogen
sind.
5. Ausrüstung nach Anspruch 3, wobei das leitfähige Beschichtungsmaterial ein
Beschichtungsmaterial auf Polyurethanbasis ist, das aufweist:
ein Polyurethan in einem Anteil zwischen 10 und 55 Gew.-%;
ein Lösungsmittel in einem Anteil zwischen 10 und 50 Gew.-%;
einen Verdampfungsaktivator in einem Anteil zwischen 1 und 20 Gew.-%; und
ein leitfähiges Material in einem Anteil zwischen 30 und 68 Gew.-%, wobei die
Gewichtsprozentangaben auf das Gesamtgewicht der Beschichtung auf Polyurethanbasis bezogen sind.
6. Ausrüstung nach Anspruch 1, wobei der Klebstoff aufweist:
ein hitzehärtbares Harz in einem Anteil zwischen 10 und 75 Gew.-% und einen Initiator in einem
Anteil zwischen 2 und 40 Gew.-%, wobei die Gewichtsprozentangaben auf das Gesamtgewicht des
Klebstoffs bezogen sind.
7. Ausrüstung nach Anspruch 6, wobei der Klebstoff ferner ein leitfähiges Material in einem Anteil
zwischen 10 und 85 Gew.-% enthält.
8. Ausrüstung nach einem der Ansprüche 2, 4 oder 6, wobei das dort erwähnte hitzehärtbare Harz ein
Epoxidharz ist.
9. Ausrüstung nach einem der Ansprüche 1, 2, 6, und 7, wobei das hitzehärtbare Material auf
Harzbasis oder der Klebstoff ferner 0,3 bis 15 Gew.-% einer Titanspezies aufweist.
10. Verwendung eines hitzehärtbaren Materials auf Harzbasis, das zu einem hitzehärtbaren Harzkegel
formbar ist, der sich zum Einsetzen in den Wurzelkanal eines Patienten eignet, wobei das Material einen
Weichmacher in einem Anteil zwischen 0,1 und 30 Gew.-% enthält, wobei die Gewichtsprozentangaben auf
das Gesamtgewicht des hitzehärtbaren Materials auf Harzbasis bezogen sind, bei der Herstellung einer
Ausrüstung zur endodontischen Behandlung eines Wurzelkanals gemäß Anspruch 1.
11. Verwendung eines leitfähigen Beschichtungsmaterials bei der Herstellung einer Ausrüstung zur
endodontischen Behandlung eines Wurzelkanals gemäß Anspruch 3.
12. Verwendung eines leitfähigen Klebstoffs bei der Herstellung einer Ausrüstung zur endodontischen
Behandlung eines Wurzelkanals gemäß Anspruch 1.
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| EP2623086A2 (de) | 2012-02-02 | 2013-08-07 | VOCO GmbH | Härtbares Gemisch umfassend Weichmacher mit einem polyalicyclischen Strukturelement zur Anwendung bei der Herstellung dentaler Werkstoffe. |
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