-
HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
-
Zytotoxische T-Lymphozyten ("CTLs") spielen eine wesentliche
Rolle bei der Bekämpfung
von Zellen, die mit Viren, intrazellulären Bakterien und Parasiten
infiziert sind, sowie von Tumorzellen. Sie tun das durch direkte
Zytotoxizität
und durch Bereitstellung spezifischer und nichtspezifischer Unterstützung an
andere Immunozyten, wie beispielsweise Makrophagen, B-Zellen und
andere T-Zellen. Infizierte Zellen oder Tumorzellen verarbeiten
ein Antigen durch intrazelluläre
Vorgänge,
die Proteasen involvieren. Das prozessierte Antigen wird auf der
Zelloberfläche
in Form von Peptiden dargeboten, die an Moleküle der HLA-Klasse I zu T-Zell-Rezeptoren
auf CTLs gebunden sind. Moleküle
der MHC-Klasse I können
auch exogene Peptide binden und bieten sie ohne intrazelluläre Prozessierung
an CTLs dar.
-
Derzeit ist es schwierig, aufgrund
der Sequenz eines antigenen Proteins genau vorauszusagen, wie das
Protein prozessiert wird und welche Peptidabschnitte Moleküle der HLA-Klasse
I binden und CTLs dargeboten werden. Für einige Moleküle der HLA-Klasse
I wurden jedoch, basierend auf Sequenzanalysen von Peptiden, die
aus diesen Molekülen
eluiert worden waren, Bindungsmotive vorausgesagt (Falk et al.,
Nature 351, 290 (1991)). Außerdem
ist derzeit noch nicht voraussagbar, welche der Peptide, die prozessiert
werden und sich an HLA-Klasse I binden, CTL-erkennbare Epitope enthalten
werden.
-
Das Hepatitis-B-Virus ("HBV") ist ein nichtlytisches
Virus, mit dem derzeit etwa 250 Millionen Menschen weltweit infiziert
sind. Bei Erwachsenen führt
eine HBV-Infektion in den meisten Fällen zu einer akuten Erkrankung,
in einigen wenigen Fällen
zu einem chronischen Krankheitszustand. Dieses Verhältnis zwischen akut
und chronisch wird umgekehrt, wenn die Infektion kurz nach der Geburt
stattfindet. Bei chronischer HBV-Infektion
steigt die Häufigkeit
von primären
Leberzellkarzinomen. Ein kleiner Prozentsatz von Personen, die als
Erwachsene mit HBV infiziert werden, entwickeln von einer starken
Immunantwort begleitete, fulminante Hepatitis mit hoher Letalität.
-
Obwohl es keine wirksame Behandlung
gegen HBV-Infektionen gibt, wurden in den letzten Jahren Vakzinen
zur Prävention
von HBV-Infektionen entwickelt. Die Vakzinen setzen entweder HBV-Oberflächenantigene
(BHsAg), die aus dem Plasma von chronischen HBV-Trägern gereinigt
wurden, oder HBsAg, das durch DNA-Rekombinationstechnik hergestellt
wird, ein. Vakzinen auf synthetischer HBsAg-Peptid-Basis wurden ebenfalls
vorgeschlagen. Siehe beispielsweise die US-Patente Nr. 4.599.230
und 4.599.231. Die Anti-HBsAg-Vakzinen bieten jedoch nur bei etwa
90% der immunisierten Personen Schutz. Nicht immunisierte oder immunisierte,
aber ungeschützte
Personen weisen ein bedeutendes Infektionspotential auf.
-
HBsAg-Peptide, die zur Stimulierung
von Reaktionen von T-Helferzellen in Mäusen fähig sind, wurden identifiziert
(Greenstein et al., J. Immunol. 148, 3970–3977 (1992)).
-
Der Beitrag von CTLs zur Immunität gegen
HBV-Antigene ist schwer abzuschätzen.
Chisari et al. (Microbial Pathogen. 6, 31 (1989)) haben vorgeschlagen,
dass eine Schädigung
von Leberzellen durch eine auf HLA-Klasse I beschränkte, zytotoxische
CD8+-T-Zellreaktion
auf von HBV kodierte Antigene ausgelöst werden kann. Für eine Reihe
von anderen Viren, wie beispielsweise Influenza, wurden auf Haupthistokompatibilität(MHC-)
Klasse I beschränkte,
zytotoxische T-Lymphozyten-Reaktionen identifiziert. Townsend et
al., Cell 44, 959 (1986) haben beispielsweise berichtet, dass Epitope
eines Influenzavirus-Nukleoproteins, das von zytotoxischen T-Lymphozyten
erkannt wurde, durch synthetische Peptide definiert werden könnte. Beim
Versuch, die Reaktion von zytotoxische T-Lymphozyten auf HBV zu
definieren, zeigte sich, dass Lymphozyten des peripheren Blutes
von Patienten mit akuten und chronischen HBV autologe Hepatozyten
in vitro abtöten
könnten,
aber die Spezifität
ihrer zytologischen Aktivität,
ihre HLA-Restriktionselemente
und der zelluläre
Phänotyp wurden
nicht bestimmt. Siehe Mondelli et al., ). Immunol. 129, 2773 (1982),
und Mondelli et al., Clin. Exp. Immunol. 6, 311 (1987). Moriyama
et al., Science 248, 361–364
(1990), haben berichtet, dass das HBV-Haupthüllen-Antigen an der Hepatozytenoberfläche in einer
Form exprimiert wird, die von hüllenspezifischen
Antikörpern
und von MCH-Klasse-I-restringierten, zytotoxischen CD8+-T-Lymphozyten
erkannt werden kann.
-
Da es eine große Anzahl an chronisch mit
HBV infizierten Personen gibt, wäre
es wünschenswert,
die Immunantwort dieser Personen zu stimulieren, so dass sie auf
geeignete HBV-Antigene ansprechen und dadurch ihre Infektion abtöten. Es
wäre auch
wünschenswert,
die Entwicklung einer chronischen HBV-Infektion bei Personen zu
verhindern, die an akuter Phaseninfektion leiden. Darüber hinaus
wäre es
wünschenswert, da
die derzeit genehmigten HBV-Vakzinen bei etwa 10% der immunisierten
Personen keine Schutzimmunität erzeugen,
wirksamere Immunität
bereitzustellen, beispielsweise durch Erhöhung oder Diversifizierung
der Immunogenität
der Vakzinen. Überraschenderweise
erfüllt
die vorliegende Erfindung diese und andere damit im Zusammenhang
stehende Bedürfnisse.
-
ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
-
Die vorliegende Erfindung stellt
Peptide bereit, die auf MCH-Klasse I beschränkte, zytotoxische T-Lymphozyten-Reaktionen
gegen HBV-Antigene induzieren. Die Peptide, die von Interesse sind,
stammen von der HBV-Hülle.
Demgemäß stellt
die vorliegende Erfindung das Peptid HBenv183-191 (Seq.-ID Nr. 1) Phe-Leu-Leu-Thr-Arg-Ile-Leu-Thr-Ile
oder ein Fragment davon bereit, worin sich das Peptid oder Fragment
an ein HLA-A2-Molekül bindet,
um einen Komplex zu bilden, der von zytotoxischen T-Zellen erkannt
wird, wobei die T-Zellen ein natives HBV-Antigen erkennen.
-
Das Peptid kann gegebenenfalls an
einem oder beiden der N- und C-Termini flankiert und/oder modifiziert
sein. An nicht entscheidenden Restpositionen innerhalb des gewählten Peptids
können
herkömmliche Substitutionen,
Deletionen und Additionen vorgenommen werden, ohne seine biologischen
Aktivität
beträchtlich
negativ zu beeinflussen.
-
In den verschiedenen Ausführungsform
des Peptids versteht sich, dass die Peptide poIymerisiert sein können, entweder
mit sich selbst, um größere Homopolymere
zu bilden, oder mit anderen Peptiden, um Heteropolymere zu bilden.
In manchen Fällen
werden Peptide in einer Zusammensetzung als Gemisch kombiniert und
nicht verbunden. Das Peptid kann auch an Lipide enthaltende Moleküle, die
zur Verstärkung
einer T-Lymphozyten-Reaktion fähig
sind, oder an ein anderes Peptid konjugiert werden, das eine T-Helferzellreaktion
induziert.
-
Zusammensetzungen werden bereitgestellt,
die ein Peptid gemäß vorliegender
Erfindung umfassen, das mit einem zusätzlichen Peptid, einem Liposom,
einem Adjuvans und/oder einem pharmazeutisch annehmbaren Träger formuliert
ist. So können
pharmazeutische Zusammensetzungen eingesetzt werden, um akute HBV-Infektionen
zu behandeln, vor allem, um das Fortschreiten der Infektion zu einem
chronischen oder Trägerzustand
zu verhindern. Demgemäß stellt
die vorliegende Erfindung in einem weiteren Aspekt die Verwendung
der oben genannten Peptide zur Herstellung eines Medikaments zur
Behandlung oder Prävention von
Hepatitis-B-Infektion in einem Wirt bereit, der einen HLA-A2-Haplotyp
aufweist. Diese Medikamente können
eingesetzt werden, um chronische HBV-Infektionen und HBV-Trägerzustände zu behandeln,
wobei die pharmazeutischen Zusammensetzungen in Mengen an infizierte
Personen verabreicht werden, die ausreichen, um immunogen wirksame
zytotoxische T-Zellreaktionen gegen HBc-Epitope zu stimulieren.
Zur Behandlung dieser Infektionen kann es besonders wünschenswert
sein, die Peptide, die MHC-Klasse-I-restringierte, zytotoxische
T-Lymphozyten-Reaktionen gegen HBV-Antigene induzieren, mit anderen
Peptiden oder Proteinen zu kombinieren, die Immunantworten gegen
andere HBV-Antigene, wie beispielsweise HBV-Kerne, induzieren. Um
Personen mit chronischen oder Trägerzustandsinfektionen
zu behandeln kann die Zusammensetzung je nach Notwendigkeit in wiederholten
Dosen über
einen längeren
Zeitraum verabreicht werden, um die Infektion und/oder die Abgabe
des Virus zu stoppen oder stark abzuschwächen.
-
Zusammensetzungen von Vakzinen zur
Prävention
von HBV-Infektionen, insbesondere chronischen HBV-Infektionen, werden
sind ebenfalls bereitgestellt. Die Vakzinen-Zusammensetzungen umfassen
eine immunogen wirksame Menge eines oben genannten HBV-Hüllenpeptids,
das eine MHC-Klasse-I-restringierte, zytotoxische T-Lymphozyten-Reaktion induziert,
wie beispielsweise HLA-A2, und typischerweise auch ein Adjuvans,
z.B. ein inkomplettes Freund-Adjuvans oder Aluminiumhydroxid. Um
höheren
Schutz gegen HBV zu erzielen, kann die Vakzine außerdem Komponenten
umfassen, die eine schützende
Antikörperreaktion
gegen das HBV-Hüllenantigen
induzieren.
-
KURZBESCHREIBUNG
DER ABBILDUNGEN
-
1 zeigt,
dass HBsAg335-343, WLSLLVPFV, das minimale optimale CTL-Epitop ist,
das von CTL stimuliertem HBsAg329-348 erkannt wird. Ein CTL-Klon
vom Patienten A-1 und eine CTL-klonierte Linie vom Patienten A-3,
die durch Stimulierung mit HBsAg329-348 gebildet wurde, wurden gegen JY-Zielzellen
getestet, die entweder mit Trunkierungen (oberes Diagramm) oder
mit überlappenden
9-Meren oder 10-Meren (unteres Diagramm), die HBsAg329-348 abdeckten,
vorgepulst waren.
-
2 bestätigt weiter,
dass ein optimales Epitop innerhalb von HBsAg329-348 zur Invitro-CTL-Induktion
HBsAg335-343 ist.
-
3 zeigt
die HBV-spezifische CTL-Reaktion bei Patienten mit akuter Hepatitis-B-Infektion,
solchen mit chronischer Hepatitis-B-Infektion und nicht infizierten
Personen. PBMC von akuten Patienten (A-1 bis A-12), chronischen
Patienten (C-1 bis C-6) und nicht infizierten Personen (N-1 bis
N-6) wurden mit den folgenden synthetischen Peptiden stimuliert:
1 = HBcAg18-27, 2 = HBsAg201-210, 3 = HBsAg251-259, 4 = HBsAg260-269, 5 = HBcAg335-343,
6 = HBsAg338-347, 7 = HBsAg348-357, 8 = HBsAg378-387.
-
4 zeigt
die Ergebnisse von kompetitiven Bindungshemmungsassays mit HLA-A2.1,
dargestellt als prozentuelle Hemmung von HBcAg18-27-spezifischer
Lyse in einem 4 Stunden dauernden 51Cr-Freisetzungsassay.
-
5 zeigt,
dass die CTL-Reaktion auf HBsAg335-343 und HBsAg348-357 gruppenspezifisch
bzw. subtypenspezifisch ist, und dass die synthetischen Peptide
Epitope enthalten, die auch durch die endogene Verarbeitung der
großen,
mittleren und wichtigsten HBV-Hüllen-Polypeptide
innerhalb von infizierten Zellen gebildet werden.
-
BESCHREIBUNG
DER SPEZIFISCHEN AUSFÜHRUNGSFORMEN
-
Die vorliegende Erfindung stellt
Peptide, wie sie in Anspruch 1 angeführt sind, bereit, die von HBV-Hüllenproteinen
stammen und zur Verwendung in Zusammensetzungen zur Behandlung,
Prävention
und Diagnose von HBV-Infektionen bestimmt sind. Die Peptide stimulieren
MHC-HLA-Klasse-I-restringierte, zytotoxische T-Lymphozytenreaktionen
gegen HBV-infizierte Zellen. Die stimulierten zytotoxischen T-Lymphozyten
sind fähig,
die infizierten Zellen abzutöten
oder ihre virale Replikation zu hemmen und so Infektionen, einschließlich chronischer
HBV-Infektionen, zu unterbrechen oder im Wesentlichen zu verhindern.
Ein Peptid, das wirksam zur Induktion einer zytotoxischen T-Zellreaktion eingesetzt
werden kann, kann auch mit einem Immunogen kombiniert werden, das
zur Induktion einer T-Helfer-Reaktion fähig ist.
-
Die in der Erfindung eingesetzten
Peptide stammen aus den Regionen HBenv183-191 (Seq.-ID Nr. 1), worin
die Numerierung nach Galibert et al., w.o. vorgenommen wurde.
-
Unter einem zytotoxischen, T-Lymphozyten
induzierenden HBV-"Peptid" oder -"Oligopeptid" gemäß vorliegender
Erfindung ist eine Kette aus zumindest vier HBV-Aminosäuresequenzresten,
vorzugsweise zumindest sechs, noch bevorzugter acht oder neun, manchmal
zehn bis zwölf
Resten, und üblicherweise
weniger als etwa fünfzig
Resten, noch häufiger
weniger als etwa fünfunddreißig, vorzugsweise
weniger als fünfundzwan zig,
z.B. acht bis siebzehn, Aminosäureresten
zu verstehen, die von einer HBc-Sequenz stammen. Manchmal ist es
wünschenswert,
die Peptide gemäß vorliegender
Erfindung auf eine Länge
von acht bis zwölf Aminosäurereste
zu optimieren, was der Größe von endogen
prozessierten viralen Peptiden entspricht, die an Moleküle der MHC-Klasse
I auf der Zeltoberfläche
gebunden sind. Für
allgemeine Informationen dazu siehe Schumacher et al., Nature 350,
703–706
(1991); Van Bleek et al., Nature 348, 213–216 (1990); Rotzschke et al.,
Nature 348, 252–254
(1990); und Falk et al., Nature 351, 290–296 (1991). Wie weiter unten
im Detail erläutert,
weisen die Peptide üblicherweise
zumindest eine Mehrheit an Aminosäuren auf, die homolog zu einem entsprechenden
Abschnitt von benachbarten Resten der hierin identifizierten HBV-Sequenzen
sind, und enthalten ein CTL-induzierendes Epitop.
-
Die Peptide können "synthetisch", wie hierin im Folgenden beschrieben
wird, oder durch DNA-Rekombinationstechnik hergestellt werden. Obwohl
die Peptide vorzugsweise im Wesentlichen frei von anderen natürlich vorkommenden
HBV-Proteinen und Fragmenten davon sind, können die Peptide in manchen
Ausführungsformen
synthetisch an native Fragmente oder Teilchen konjugiert werden.
Der Begriff Peptid wird in der vorliegenden Beschreibung austauschbar
mit Polypeptid verwendet, um eine Reihe von Aminosäuren zu
bezeichnen, die durch Peptidbindungen zwischen den α-Amino- und α-Carboxylgruppen
benachbarter Aminosäuren
miteinander verbunden sind. Die Polypeptide oder Peptide können entweder
in ihren natürlichen
(unveränderten)
Formen oder in Form von Salzen mit unterschiedliche Längen vorliegen
und entweder frei von Modifikationen, wie beispielsweise Glykosylierungen,
Seitenkettenoxidationen oder Phosphorylierungen, sein oder solche
Modifikationen enthalten, sofern die Modifikation nicht die hierin
beschriebene biologische Aktivität der
Polypeptide zerstört.
-
Wünschenswerterweise
ist das Peptid so klein wie möglich,
ohne jedoch viel von der biologischen Aktivität eines großen Peptids zu verlieren. Mit
biologischer Aktivität
ist seine Fähigkeit
gemeint, sich an geeignete MHC-Moleküle zu binden und eine zytotoxische
T-Lymphozytenreaktion gegen HBV-Antigene oder Antigenmimetika auszulösen.
-
Mit zytotoxischer T-Lymphozytenreaktion
ist eine CD8+-T-Lymphozytenreaktion gemeint,
die für
ein HBV-Antigen von Interesse spezifisch ist, worin MHC-Klasse-I-restringierte
CD8+-T-Lymphozyten aktiviert werden. Die
aktivierten T-Lymphozyten scheiden Lymphokine (z.B. Gamma-Interferon)
aus und setzen Produkte (z.B. Serinesterasen) frei, die virale Replikation
in infizierten autologen Zellen oder transfizierten Zellen mit oder
ohne Zellabtötung
hemmen.
-
Die Begriffe "homolog", "im
Wesentlichen homolog" und "wesentliche Homologie" bezeichnen hierin eine
Sequenz von Aminosäuren
mit zumindest 50% Identität,
worin eine Sequenz mit einer Referenzsequenz von Aminosäuren verglichen
wird. Der Prozentsatz der Identität oder Homologie wird berechnet,
indem zwei miteinander verglichen werden, wenn sie mit entsprechenden
Abschnitten der Referenzsequenz ausgerichtet sind.
-
Ein CTL-induziertes HBV-Peptid gemäß vorliegender
Erfindung aus der Nukleokapsid-Region
umfasst sechs bis fünfunddreißig Aminosäuren und
enthält
zumindest eine HLArestringierte CTL-Epitopstelle der Peptidregion
Bhenv183-191 (Seq.-ID Nr. 1). Der Großteil der Aminosäuren des
Peptids ist identisch mit oder im Wesentlichen homolog zu den Aminosäuren der
entsprechenden Abschnitte der natürlich vorkommenden HBenv-183-191-Region, worin
HBenv183-191 die folgenden Sequenz aufweist:
-
Die auf dieser HBenv183-191-Region
basierenden Peptide können,
je nach Wunsch, gegebenenfalls an einem oder beiden der N- und C-Termini
durch Aminosäuren,
um die Bindung zu erleichtern, andere N- und C-terminate Modifikationen,
die an Träger
gebunden sind, usw. flankiert und/oder modifiziert sein, wie hierin
im Folgenden beschrieben ist. Das Peptid HBenv183-191 löst eine
zytotoxische T-Lymphozytenreaktion aus, die durch zumindest das
Molekül
der MHC-Klasse I HLA-A2 vermittelt wird.
-
Andere HBenv-Peptide können als
zweite immunogene Peptide in Zusammensetzungen enthalten sein. Beispiele
dafür umfassen
Peptide, die aus der Region von HBenv248-260 hergestellt werden. Peptide aus
dieser Region enthalten zumindest eine CTL-induzierende HLA-Klasse-I-restringierte
Epitopstelle und umfassen typischerweise zumindest sieben Aminosäuren, noch
häufiger
neun, zehn, elf oder mehr Aminosäuren. Der
Großteil
der Aminosäuren
des Peptids sind identisch mit oder im Wesentlichen homolog zu den
Aminosäuren
der entsprechenden Abschnitte der natürlich vorkommenden HBenv-248-260-Sequenz,
worin HBenv248-260 die folgenden Sequenz aufweist (für HBV-Subtyp
ayw):
-
Das Peptid aus der HBenv248-260-Region
kann an einem oder beiden Termini flankiert und/oder modifiziert
sein, wie hierin beschrieben ist.
-
Repräsentative CTL-induzierende
Peptide, die aus der Region von HBenv248-260 hergestellt wurden, umfassen
die folgenden 9- und 10-Mer-Peptide:
-
Die oben genannten Peptide enthalten
ein HLA-restringiertes CTL-induzierendes Epitop, das typischerweise
zumindest HLA-A2-restringiert ist, und können an einem oder an beiden
Termini flankiert und/oder modifiziert sein, wie oben für Peptid
I erklärt
wurde.
-
Weitere zweite immunogene Peptide
umfassen Peptide, die das 10-Mer-Peptid HBenv-260-169 umfassen sowie Peptide von HBen260-269,
die eine oder mehrere CTL-induzierende HLA-Klasse-I-restringierte Epitopstellen
aus zumindest sieben benachbarten Aminosäuren enthalten. Der Großteil der
Aminosäuren
des Peptids ist identisch oder im Wesentlichen homolog zu den Aminosäuren der
entsprechenden Abschnitte der natürlich vorkommenden HBenv-260-269-Sequenz,
worin HBenv-260-269 die folgende Sequenz aufweist:
-
Ein Peptid, das aus dieser Region
hergestellt ist, kann an einem oder an beiden Termini flankiert
oder modifiziert sein, wie hierin beschrieben ist. Das Peptid HBenv260-269
(Seq.-ID Nr. 4) löst
eine zytotoxische T-Lymphozytenreaktion aus, die durch zumindest
das HLA-A2-Molekül
der MHC-Klasse I vermittelt ist.
-
Weitere CTL-induzierende zweite immunogene
Peptide stammen aus der Region von HBenv335-343 (Seq.-ID Nr. 10)
und umfassen Peptide, die von HBenv335-343 (Seq.-ID Nr. 10) stammen,
die eine oder mehrere CTL-induzierende HLA-Klasse-I-restringierte
Epitopstellen aus zumindest sieben benachbarten Aminosäuren enthalten.
Der Großteil
der Aminosäuren
des Peptids ist identisch oder im Wesentlichen homolog zu den Aminosäuren der
entsprechenden Abschnitte der natürlich vorkommenden HBenv335-343-Sequenz, worin
HBenv335-343 die folgende Sequenz aufweist:
worin das gewählte Peptid
an einer oder an beiden Termini flankiert oder modifiziert sein
kann, wie hierin beschrieben ist.
-
Weitere CTL-induzierende zweite immunogene
Peptide stammen aus der Region von HBenv152-161 (Seq.-ID Nr. 11)
und umfassen Peptide, die von HBenv152-161 (Seq.-ID Nr. 11) stammen,
die eine oder mehrere CTL-induzierende HLA-Klasse-I-restringierte
Epitopstellen aus zumindest sieben benachbarten Aminosäuren enthalten.
Der Großteil
der Aminosäuren
des Peptids ist identisch oder im Wesentlichen homolog zu den Aminosäuren der
entsprechenden Abschnitte der natürlich vorkommenden HBenv152-161-Sequenz, worin HBenv152-161
die folgende Sequenz aufweist (adw-Subtyp):
worin das gewählte Peptid
an einer oder an beiden Termini flankiert oder modifiziert sein
kann, wie hierin beschrieben ist.
-
Weitere CTL-induzierende, zweite
immunogene Peptide stammen aus der Region von HBenv177-185 (Seq.-ID
Nr. 12) und umfassen Peptide, die von HBenv177-185 (Seq.-ID Nr.
12) stammen, die eine oder mehrere CTL-induzierende HLA-Klasse-I-restringierte
Epitopstellen aus zumindest sieben benachbarten Aminosäuren enthalten.
Der Großteil
der Aminosäuren
des Peptids ist identisch oder im Wesentlichen homolog zu den Aminosäuren der
entsprechenden Abschnitte der natürlich vorkommenden HBenv177-185-Sequenz, worin HBenv177-185
die folgende Sequenz aufweist (adw-Subtyp):
worin das gewählte Peptid
an einer oder an beiden Termini flankiert oder modifiziert sein
kann, wie hierin beschrieben ist.
-
Weitere CTL-induzierende, zweite
immunogene Peptide stammen aus der Region von HBenv204-212 (Seq.-ID
Nr. 13) und umfassen Peptide, die von HBenv204-212 (Seq.-ID Nr.
13) stammen, die eine oder mehrere CTL-induzierende HLA-Klasse-I-restringierte
Epitopstellen aus zumindest sieben benachbarten Aminosäuren enthalten.
Der Großteil
der Aminosäuren
des Peptids ist identisch oder im Wesentlichen homolog zu den Aminosäuren der
entsprechenden Abschnitte der natürlich vorkommenden HBenv204-212-Sequenz, worin HBenv204-212
die folgende Sequenz aufweist (adw-Subtyp):
worin das gewählte Peptid
an einer oder an beiden Termini flankiert oder modifiziert sein
kann, wie hierin beschrieben ist.
-
Weitere CTL-induzierende zweite immunogene
Peptide stammen aus der Region von HBenv370-379 (Seq.-ID Nr. 14)
und umfassen Peptide, die von HBenv370-379 (Seq.-ID Nr. 14) stammen,
die eine oder mehrere CTL-induzierende HLA-Klasse-I-restringierte
Epitopstellen aus zumindest sieben benachbarten Aminosäuren enthalten.
Der Großteil
der Aminosäuren
des Peptids ist identisch oder im Wesentlichen homolog zu den Aminosäuren der
entsprechenden Abschnitte der natürlich vorkommenden HBenv370-379-Sequenz, worin HBenv370-379
die folgende Sequenz aufweist (adw-Subtyp):
worin das gewählte Peptid
an einer oder an beiden Termini flankiert oder modifiziert sein
kann, wie hierin beschrieben ist.
-
Wie oben erwähnt, können zusätzliche Aminosäuren an
den Termini eines Oligopeptids oder Peptids hinzugefügt werden,
um die Bindung von Peptiden untereinander, die Kopplung an einen
Träger
oder ein größeres Peptid – aus
hierin ausgeführten
Gründen – zu erleichtern,
oder um die physikalischen oder chemischen Eigenschaften des Peptids
oder Oligopeptids und dergleichen zu modifizieren. Aminosäuren, wie
beispielsweise Tyrosin, Cystein, Lysin, Glutamin- oder Aspartinsäure und
dergleichen, können
am C- oder N-Terminus
des Peptids oder Oligonukleotids hinzugefügt werden. Außerdem können sich
Peptid- oder Oligopeptidsequenzen insofern von der natürlichen
Sequenz unterscheiden, als sie durch terminale NH2-Acylierung,
z.B. Acetylierung oder Thioglykolsäure-Amidierung, terminate Carboxyl-Amidierung
z.B. mit Ammoniak, Methylamin usw., modifiziert sind. In manchen
Fällen
können
diese Modifikationen Stellen zur Bindung an einen Träger oder
ein anderes Molekül
bereitstellen.
-
Es versteht sich, dass die HBV-Peptide
gemäß vorliegender
Erfindung oder deren Analoge, die zytotoxische T-Lymphozyten-stimulierende
Aktivität
aufweisen, modifiziert werden können,
um andere gewünschte Merkmale
aufzuweisen, beispielsweise verbesserte pharmakologische Eigenschaften,
während
die biologische Aktivität
des unmodifizierten Peptids erhöht
oder zumindest beibehalten wird. Beispielsweise können die Peptide
durch das Verlängern,
Verkürzen
oder Substituieren von Aminosäuren
in der Peptidsequenz modifiziert werden, z.B. durch Addition oder
Deletion von Aminosäuren
entweder am aminoterminalen und/oder carboxyterminalen Ende von
Peptiden, die von den hierin geoffenbarten Sequenzen stammen. Die
Peptide können
so modifiziert werden, dass sie die CTL-induzierende Aktivität im Wesentlichen
verstärken,
so dass die modifizierten Peptidanaloge eine stärkere CTL-Aktivität aufweisen
als ein Peptid der Wildform-Sequenz. Beispielsweise kann es wünschenswert
sein, die Hydrophobie des N-Terminus eines Peptids zu erhöhen, vor
allem wenn der zweite Rest des N-Terminus hydrophob ist an der Bindung
an das HLA-Restriktionsmolekül
mitwirkt. Durch Erhöhung
der Hydrophobie am N-Terminus kann die Wirksamkeit der Präsentation
gegenüber T-Zellen
erhöht
werden. Peptide, die aus mit anderen Erkrankungen zusammenhängenden
Antigenen produziert werden, vor allem solche, die CTL-induzierende
Epitope enthalten, für
welche ein Wirt eventuell keine bedeutende CTL-Aktivität aufweist, kann
durch Substituieren von hydrophoben Resten am N-Terminus des Peptids,
wo der zweite Rest normalerweise hydrophob ist, CTL-induzierend
gemacht werden.
-
Die in der vorliegenden Erfindung
eingesetzten Peptide müssen
nicht mit den Peptiden HBenv183-191 (Seq.-ID Nr. 1), HBenv248-260
(Seq.-ID Nr. 2), HBenv248-257 (Seq.-ID Nr. 3), HBenv249-257 (Seq.-ID
Nr. 4), HBenv249-258 (Seq.-ID Nr. 5), HBenv250-258 (Seq.-ID Nr.
6), HBenv251-259 (Seq.-ID Nr. 7), HBenv251-260 (Seq.-ID Nr. 8),
HBenv260-269 (Seq.-ID Nr. 9), HBenv335-343 (Seq.-ID Nr. 10), HBenv152-161
(Seq.-ID Nr. 11),
HBenv177-185 (Seq.-ID Nr. 12), HBenv204-212 (Seq.-ID Nr. 13) oder
HBenv370-379 (Seq.-ID Nr. 14) ident sein, solange die betreffenden
Verbindungen zytotoxische T-Lymphozytenaktivität gegen zumindest eine der
vier Hauptsubtypen von HBV bereitstellen können. Obwohl unterschiedliche
Stämme
von HBV existieren, weisen alle zumindest eine gemeinsame Hüllendeterminante
auf, die als "a" bezeichnet wird.
Jeder Stamm weist außerdem
zwei andere Hüllendeterminanten
auf, von denen eine entweder "d" oder "y" und die andere entweder "w" oder "r" ist.
Somit gibt es vier mögliche
Subtypen des Virus: adw, ayw, adr und ayr. Das Klonieren, Sequenzieren
und Exprimieren von HBV sind in der GB 2034323, EP 13828, US 4.935.235,
und die gesamte Sequenz der HBV-Hüllenregion in Galibert et al.,
Nature 281, 646 (1979) beschrieben. Aminosäuresequenzen sind in der GenBank-72-Datenbank
für 20
verschiedene HBV-Stämme – 7 des
adw-Subtyps, 5 des ayw-Subtyps, 7 des adr-Subtyps und 1 Stamm des
ayr-Subtyps – beschrieben,
wobei die GenBank-Sequenzen durch Verweis hierin aufgenommen sind.
-
Daher können die Peptide verschiedene
Veränderungen,
wie beispielsweise Insertionen, Deletionen und Substitutionen konservativer
oder nichtkonservativer Art durchlaufen, wenn solche Veränderungen
bestimmte Vorteile für
ihre Verwendung mit sich bringen. Unter konservativen Substitutionen
ist die Ersetzung eines Aminosäurerests
durch einen anderen zu verstehen, der biologisch und/oder chemisch ähnlich ist,
beispielsweise die Ersetzung eines hydrophoben Rests durch einen
anderen. Zu Substitutionen zählen
Kombinationen wie beispielsweise Gly, Ala; Val, Ile, Leu; Asp, Glu;
Asn, Gln; Ser, Thr; Lys, Arg; und Phe, Tyr. Üblicherweise unterscheidet
sich der Abschnitt der Sequenz, der ein zytotoxisches HBV-T-Lymphozyten-stimulierendes
Epitop im Wesentlichen imitieren soll, nicht um mehr als etwa 20%
von der Sequenz zumindest eines Subtyps von HBV, außer wenn
zusätzliche
Aminosäuren
an beiden Termini hinzugefügt
werden können,
um die physikalischen oder chemischen Eigenschaften des Peptids
zu modifizieren, damit beispielsweise die Bindung oder Kopplung
und dergleichen vereinfacht wird. In Situationen, in denen sich
Regionen der Peptidsequenzen unter HBV-Subtypen als polymorph herausstellen,
kann es wünschenswert
sein, eine oder mehrere Aminosäuren
zu variieren, um unterschiedliche zytotoxische T-Lymphozyten-Epitope
unterschiedlicher HBV-Stämme oder
-Subtypen wirksamer zu imitieren.
-
Innerhalb der Peptidsequenzen, die
gemäß vorliegender
Erfindung identifiziert werden, einschließlich der oben angeführten repräsentativen
Peptide, gibt es Reste (oder solche, die im Wesentlichen funktionell gleichwertig
sind), die es dem Peptid ermöglichen,
seine biologische Aktivität
beizubehalten, d.h. die Fähigkeit, eine
Klasse-I-restringierte zytotoxische T-Lymphozytenreaktion auf HBV-infizierte
Zellen oder Zellen, die ein HBV-Antigen exprimieren, zu stimulieren.
Diese Reste können
durch einzelne Aminosäuresubstitutionen,
-deletionen oder -insertionen identifiziert werden. Außerdem können die
Beiträge
der Seitenketten der Reste mittels systematischen Scannens mit einer
spezifischen Aminosäure
(z.B. Ala) sondiert werden. Peptide, die mehrere Substitutionen
vertragen, umfassen im Allgemeinen solche Substitutionen wie kleine,
relativ neutrale Moleküle,
wie beispielsweise Ala, Gly, Pro oder ähnliche Reste. Die Anzahl und
Art der Reste, die substituiert, addiert oder subtrahiert werden
können,
hängt vom
notwendigen Abstand zwischen den wesentlichen Epitop-Punkten und
bestimmten wünschenswerten
Konformations- und Funktionseigenschaften ab (z.B. Hydrophobie im
Gegensatz zu Hydrophilie). Gegebenenfalls kann die Bindungsaffinität von Peptidanalogen
an ihr MHC-Molekül
zur Präsentation
gegenüber
einem zytotoxischen T-Lymphozyten auch durch solche Veränderungen
erzielt werden. Im Allgemeinen sollten alle Spacer-Substitutionen, -Additionen
oder -Deletionen zwischen Epitope betreffenden und/oder konformationell
wichtigen Resten Aminosäuren
oder Gruppierungen einsetzen, die aus gewählt sind, um sterische und
auf die Ladung bezogene Beeinträchtigungen
zu verhindern, welche die Bindung stören könnten.
-
Peptide, die multiple Substitutionen
unter Beibehaltung der gewünschten
biologischen Aktivität
vertragen, können
auch als D-Aminosäure
mit Peptiden synthetisiert werden. Ein derartiges Peptid kann als "Inverso"- oder "Retro-Inverso"-Form synthetisiert
werden, d.h. durch Ersetzen von L-Aminosäuren einer Sequenz durch D-Aminosäuren oder
durch Umkehrung der Sequenz der Aminosäuren und Ersetzen der L-Aminosäuren durch
D-Aminosäuren.
Da die D-Peptide wesentlich widerstandsfähiger gegenüber Peptidasen und daher in Serum
und Geweben stabiler sind als ihre L-Peptid-Gegenstücke, kann
die Stabilität
von D-Peptiden unter physiologischen Bedingungen den Affinitätsunterschied
gegenüber
dem entsprechenden L-Peptid mehr als kompensieren. Außerdem können L-Aminosäure enthaltende
Peptide mit oder ohne Substitutionen mit einer D-Aminosäure verkappt
werden, um eine Exopeptidase-Zerstörung des antigenen Peptids
zu hemmen.
-
Neben den hierin beschriebenen exemplarischen
Peptiden stellt die Erfindung auch Verfahren zur Identifikation
anderer Epitopregionen bereit, die mit den genannten Peptidregionen
zusammenhängen,
welche zur Induktion von MHC-restringierten zytotoxischen T-Lymphozytenreaktionen
gegen HBV fähig
sind. Die Verfahren umfassen das Gewinnen von peripheren Blutlymphozyten
(PBL) von infizierten oder nicht infizierten Personen und das Aussetzen
(Stimulieren) der Zellen synthetischen Peptid- oder Polypeptidfragmenten,
die von einer Peptidregion von HBenv183-191 (Seq.-ID Nr. 1), HBenv248-260 (Seq.-ID Nr.
2), HBenv260-269 (Seq.-ID Nr. 9), HBenv335-343 (Seq.-ID Nr. 10),
HBenv152-161 (Seq.-ID Nr. 11), HBenv177-185 (Seq.-ID Nr. 12), HBenv204-212
(Seq.-ID Nr. 13)
oder HBenv370-379 (Seq.-ID Nr. 14) stammen. Pools aus überlappenden synthetischen
Peptiden, von denen jedes typischerweise etwa 8 bis 20 Reste, vorzugsweise
9 bis 12 Reste, lang ist, können
verwendet werden, um die Zellen zu stimulieren. Aktive Peptide können aus
Pools ausgewählt werden,
die zytotoxische T-Lymphozytenaktivität induzieren. Die Fähigkeit
der Peptide, spezifische zytotoxische Aktivität zu in duzieren, wird durch
Inkubieren der stimulierten PBL mit autolog markierten (z.B. 51Cr) Zielzellen (beispielsweise HLA-angepasste
Makrophagen, T-Zellen, Fibroblasten oder B-Lyphoblastoidzellen), die mit den subgenomischen
HBV-Fragmenten davon infiziert oder transfiziert sind, so dass das
gewünschte
Antigen von der Zelle endogen synthetisiert wird (oder die Zelle
mit dem gewünschten
Peptid gepulst wird), und Messen der spezifischen Freisetzung der
Markierung bestimmt.
-
Sobald ein Peptid mit einer Epitopregion,
die eine zytotoxische Z-Lymphozytenreaktion stimuliert, identifiziert
ist, kann das MHC-Restriktionselement der Reaktion bestimmt werden.
Das umfasst das Inkubieren der stimulierten PBL oder kurzfristiger
Linien davon mit einer Reihe von (markierten) Zielzellen bekannter HLA-Typen,
die mit dem genannten Peptid gepulst wurden, oder geeigneter Kontrollen.
Das/die HLA-Allel(e) dieser Zellen, die durch CTL lysiert sind,
werden mit Zellen verglichen, die nicht lysiert sind, und das/die HLA-Restriktionselemente)
für die
zytotoxische T-Lymphozytenreaktion auf das Antigen von Interesse
wird identifiziert.
-
Carbone et al., J. Exp. Med. 167,
1767 (1988), haben berichtet, dass eine Stimulierung mit Peptiden zytotoxische
T-Lymphozyten mit geringer Affinität zu entsprechenden endogenen
Proteinen induzieren kann, so dass eine wiederholte Peptidstimulierung
zytotoxische T-Lymphozyten ergeben kann, die Peptide, nicht aber
native Antigene, erkennen. Da die Unfähigkeit stimulierter zytotoxischer
T-Lymphozyten, native HBV-Proteine zu erkennen, in der Entwicklung
von HBV-Peptid-Therapeutika und Vakzinen-Zusammensetzungen unerwünscht wäre, werden
Verfahren eingesetzt, um diese mögliche
Einschränkung
zu umgehen. Eine sequentielle Restimulierung von zytotoxischen T-Zellen
wird in der vorliegenden Erfindung eingesetzt, um T-Zellen mit höherer Affinität zu natürlich prozessierten
Antigenen als zu synthetischen Peptiden zu identifizieren und auszuwählen. Kurzfristige
zytotoxische T-Lymphozytenlinien werden durch Restimulieren aktivierter
PBL gebildet. Zellen, die mit Peptiden stimuliert wurden, werden
mit Peptiden und rekombinanten oder nativen HBV-Antigenen, wie beispielsweise
HBsAg, restimuliert. Zellen mit Aktivität werden ebenfalls mit einem
geeigneten T-Zellen-Mitogen, wie beispielsweise Phytohemagglutinin
(PHA), stimuliert. Die restimulierten Zellen werden mit bestrahlten
Allogen-PBLs als nichtspezifische Antigen-Quelle von T-Zellen-Unterstützung und
HBV-Antigenen versehen. Um die Population von zytotoxischen T-Lymphozyten,
die native HBV-Antigene erkennen, und langfristige Linien zu bilden,
werden PBL von einem Patienten zuerst mit Peptiden und rekombinanten
oder nativen HBV-Antigenen stimuliert und danach mit HLA-angepassten
B-Lymphoblastoidzellen, die das entsprechende HBV-Antigen-Polypeptid
stabil exprimieren, restimuliert. Die Fähigkeit der Zelllinien, endogen
synthetisierte Antigene unter Verwendung autologer und allogenischer
B-Lymphoblastoiden oder anderer Zellen, die mit geeigneten Antigenen
transfiziert oder infiziert sind, zu erkennen, wird erneut bestätigt.
-
Nach dem Identifizieren unterschiedlicher
Peptide gemäß vorliegender
Erfindung, die dazu beitragen, bei einem oder mehreren Patienten
oder HLA-Typen zytotoxische Anti-HBV-T-Lymphozytenreaktionen
zu stimulieren, kann es in bestimmten Fällen wünschenswert sein, zwei oder
mehr Peptide in einer Zusammensetzung zu verbinden. Die Peptide
in der Zusammensetzung können
identisch oder unterschiedlich sein, wobei sie gemeinsam für gleichwertige
oder höhere
biologische Aktivität
sorgen sollten als das/die Ausgangspeptid(e). Unter Einsatz der
hierin beschriebenen Verfahren können
beispielsweise zwei oder mehr Peptide unterschiedliche oder überlappende
zytotoxische T-Lymphozyten-Epitope aus einer bestimmten Region definieren, beispielsweise
die Peptide HBenv248-257 (Seq.-ID Nr. 3), HBenv249-257 (Seq.-ID
Nr. 4), HBenv249-258 (Seq.-ID Nr. 5), HBenv250-258 (Seq.-ID Nr.
6), HBenv251-259 (Seq.-ID Nr. 7), HBenv251-260 (Seq.-ID Nr. 8), wobei
diese Peptide in einem "Cocktail" kombiniert werden
können,
um verstärkte
Immunogenität
für zytotoxische
T-Lymphozytenreaktionen bereitzustellen. Außerdem können Peptide einer Region auch
mit Peptiden anderer HBV-Regionen auf demselben oder einem anderen
HBV-Protein kombiniert werden, vor allem wenn ein zweites oder darauffolgendes
Peptid ein MHC-Restriktionselement aufweist, das sich vom ersten
unterscheidet Andere CTL-induzierende HBV-Peptide sind in der Parallelanmeldung
USSN 07/935.898 beschrieben. Diese Zusammensetzung von Peptiden
kann wirksam dazu eingesetzt werden, immunologischen Schutz zu erhöhen, den
The rapie-, Vakzinen- oder Diagnoseverfahren und Zusammensetzungen
gemäß vorliegender Erfindung
innerhalb einer diversen Population bieten. Die unterschiedliche
Häufigkeit
von HLA-Allelen innerhalb der am weitesten verbreiteten ethnischer
Gruppen (Weißen,
Asiaten und schwarzen Afrikanern) sind beispielsweise in der folgenden
Tabelle I angeführt.
Therapeutische oder Vakzinenzusammensetzungen gemäß vorliegender
Erfindung können
formuliert werden, um einem möglichst
großen
Teil einer Population mögliche Therapien
bereitzustellen oder Immunität
zu verleihen.
Tabelle
I
Häufigkeit
von HLA-Allelen innerhalb der am weitesten verbreiteten ethnischen
Gruppen

-
Die Peptide gemäß vorliegender Erfindung können mittels
Verbindung zur Bildung von Polymeren (Multimeren) kombiniert oder
in einer Zusammensetzung ohne Verbindung formuliert sein. Wenn das
gleiche Peptid mit sich selbst verknüpft wird und dadurch ein Homopolymer
bildet, werden viele sich wiederholende Epitopeinheiten präsentiert.
Wenn sich die Peptide unterscheiden, beispielsweise in Form eines
Cocktails aus unterschiedlichen HBV-Subtypen, unterschiedlichen
Epitopen innerhalb eines Subtyps, unterschiedlichen HLA-Restriktionsspezifitäten, oder
Peptiden, die T-Helfer-Epitope enthalten, vorliegen, werden Heteropolymere
mit Grundeinheiten bereitgestellt. Neben kovalenten Bindungen sind
auch nichtkovalente Bindungen möglich,
die intermolekulare und intrastrukturelle Bindungen eingehen können.
-
Bindungen für Homo- oder Heteropolymere
oder zur Kopplung an Träger
können
auf unterschiedliche Weise bereitgestellt werden. Beispielsweise
können
Cysteinreste am Amino- und Carboxylterminus hinzugefügt werden,
wobei die Peptide mittels kontrollierter Oxidation der Cysteinreste
kovalent gebunden werden. Außerdem
eigenen sich eine Vielzahl an heterobifunktionellen Mitteln, die
eine Disulfidbindung an einem Ende mit funktioneller Gruppe und
eine Peptidbindung am anderen erzeugen, z.B. N-Succinimidyl-3-(2-pyridyldithio)proprionat
(SPDP). Dieses Reagens erzeugt in einem Protein eine Disulfidbindung
zwischen sich selbst und einem Cysteinrest und im anderen eine Amidbindung
durch das Amino auf einem Lysin oder einer anderen freien Aminogruppe.
Eine Reihe solcher Disulfid/Amid-bildenden Mittel ist bekannt. Siehe
beispielsweise Immun. Rev. 62, 105 (1982). Andere bifunktionelle
Kopplungsmittel bilden einen Thioether statt einer Disulfidbindung.
Viele dieser Thioether bildenden Mittel sind im Handel erhältlich und
enthalten reaktive Ester von 6-Maleimidocapronsäure, 2-Bromessigsäure, 2-Iodessigsäure, 4-(N-Maleimidomethyl)cyclohexan-1-carbonsäure und
dergleichen. Die Carboxylgruppen können aktiviert werden, indem
sie mit Succinimid oder 1-Hydroxy-2-nitro-4-sulfonsäure-natriumsalz
kombiniert werden. Ein besonders bevorzugter Koppler ist Succinimidyl-3-(N-maleimidomethyl)cyclohexan-1-carboxylat
(SMCC). Es versteht sich, dass die Bindung die beschriebene Funktion
der verbundenen Gruppen nicht nennenswert beeinträchtigen
soll, z.B. die Funktion als zytotoxische HBV-T-Zellen-Determinante,
Peptidanaloge oder T-Helferzellen-Determinante.
-
In einem weiteren Aspekt können die
Peptide gemäß vorliegender
Erfindung mit anderen Peptiden kombiniert oder gekoppelt werden,
die HBV-T-Helferzellen-Epitope präsentieren, d.h. Epitope, die
T-Zellen stimulieren, die an der Induktion zytotoxischer T-Zellen gegen HBV
mitwirken. Die T-Helferzellen können
beispielsweise entweder der T-Helfer-1- oder der T-Helfer-2-Phenoytp
sein. T-Helfer-Epitope von HBV-Sequenzen wurden an HBcl-20 identifiziert
und weisen die folgende Sequenz auf: Met-Asp-Ile-Asp-Pro-Tyr-Lys-Glu-Phe-GIy-Ala-Thr-Val-Glu-Leu-Leu-Ser-Phe-Leu-Pro
(Seq.-ID Nr. 17). Andere T-Helfer-Epitope werden durch Peptide der
Region HBc50-69 bereitgestellt und weisen die folgende Sequenz auf:
Pro-His-His-Tyr-Ala-Leu-Arg-Gln-Ala-Ile-Leu-Cys-Trp-Gly-Glu-Leu-Met-Tyr-Leu-Ala
(Seq.-ID Nr. 18), sowie von der Region HBc100-119 mit der Sequenz: Leu-Leu-Trp-Phe-His-Ile-Ser-Cys-Leu-Thr-Phe-Gly-Arg-Glu-Thr-Val-Ile-Glu-Tyr-Leu (Seq.-ID
Nr. 19) (worin Ile116 im HBV adw-Subtyp
Leu ist), HBc117-131 mit der Sequenz Glu-Tyr-Leu-Val-Ser-Phe-Gly-Val-Trp-Ile-Arg-Thr-Pro-Pro-Ala
(Seq.-ID Nr. 20) und Peptid HBc120-139 mit der Sequenz Val-Ser-Phe-Gly-Val-Trp-Ile-Arg-Thr-Pro-Pro- Ala-Tyr-Arg-Pro-Pro-Asn-Ala-Pro-Ile
(Seq.-ID Nr. 21). Siehe Ferrari et al., J. Clin. Invest. 88, 214–222 (1991),
und das US-Patent 4.882.145.
-
Die Peptide gemäß vorliegender Erfindung können auf
verschiedenste Weise hergestellt werden. Aufgrund ihrer relativ
geringen Größe können die
Peptide in einer Lösung
oder auf einem festen Träger
gemäß herkömmlicher
Verfahren synthetisiert werden. Verschiedene automatische Synthetisatoren
sind im Handel erhältlich
und können
unter Einhaltung bekannter Arbeitsvorschriften verwendet werden.
Siehe beispielsweise Stewart und Young, "Solid Phase Peptide Synthesis", 2. Ausgabe, Pierce
Chemical Co. (1984); Tam et al., ). Am. Chem. Soc. 105, 6442 (1983);
Merrifield, Science 232, 341–347
(1986); und Barany und Merrifield, "The Peptides", S. 1–284, Gross und Meienhofer
(Hrsg.), Academic Press, New York, (1979).
-
Alternativ dazu kann DNA-Rekombinationstechnik
eingesetzt werden, wobei eine Nukleotidsequenz, die für ein Peptid
von Interesse kodiert, in einen Expressionsvektor insertiert, transformiert
oder in eine geeignete Wirtszelle transfiziert und unter für die Expression
geeigneten Bedingungen kultiviert wird. Diese Verfahren sind auf
dem Gebiet der Erfindung allgemein bekannt und von Sambrook et al., "Molecular Cloning:
A Laboratory Manual",
Cold Spring Harbor Press, Cold Spring Harbor, New York (1982), und
von Ausubel et al. (Hrsg.), "Current
Protocols in Molecular Biology",
John Wiley and Sons, Inc., New York (1987), sowie in den US-Patenten
Nr. 4.237.224, 4.273.875, 4.431.739, 4.363.877 und 4.428.941 beschrieben,
wobei diese Veröffentlichungen
hierin durch Verweis aufgenommen sind. So können Fusionsproteine, die eine
oder mehrere Peptidsequenzen gemäß vorliegender
Erfindung umfassen, dazu verwendet werden, die zytotoxischen HBV-T-Zellen-Determinanten
zu präsentieren.
Beispielsweise wird ein rekombinantes Hüllenprotein gemäß vorliegender
Erfindung hergestellt, in dem die HBenv-Aminosäuresequenz so verändert ist,
dass Epitope von hierin beschriebenen Peptidregionen effizienter
präsentiert
werden, um eine zytotoxische T-Lymphozytenreaktion zu stimulieren.
Auf diese Weise wird ein Polypeptid verwendet, das mehrere T-Zellen-Epitope umfasst.
-
Da die Kodierungssequenz für Peptide
der hierin geoffenbarten Länge
durch chemische Techniken synthetisiert werden kann, beispielsweise
mittels des Phosphotriester-Verfahrens von Matteucci et al., J.
Am. Chem. Soc. 103, 3185 (1981), kann die Modifikation erfolgen,
indem einfach die geeignete(n) Base(n) durch jene ersetzt wird/werden,
die für
die native Peptidsequenz kodiert/kodieren. Die Kodierungssequenz
kann dann mit geeigneten Linkern versehen und in auf dem Gebiet
zur Verfügung
stehende Expressionsvektoren ligiert werden, wobei Vektoren dazu
dienen, geeignete Wirte zu transformieren, um das gewünschte Fusionsprotein
zu produzieren. Derzeit stehen einige solcher Vektoren und geeignete
Wirtsysteme zur Verfügung.
Zur Expression der Fusionsproteine wird die Kodierungssequenz mit
operabel verbundenen Start- und Stopcodons, Promotor- und Terminatorregionen
und üblicherweise
einem Replikationssystem versehen, um einen Expressionsvektor zur
Expression im gewünschten
Zellwirt bereitzustellen. Beispielsweise sind Promotorsequenzen,
die mit bakteriellen Wirten verträglich sind, in Plasmiden zu
finden, die geeignete Restriktionsstellen zur Insertion der gewünschten
Kodierungssequenz enthalten. Die resultierenden Expressionsvektoren
werden in geeignete bakterielle Wirte transformiert. Auch Hefe-
oder Säugetierzellenwirte
können
unter Einsatz geeigneter Vektoren und Kontrollsequenzen verwendet
werden.
-
Die Peptide gemäß vorliegender Erfindung und
deren pharmazeutische und Vakzinen-Zusammensetzungen eignen sich zur Verabreichung
an Säugetiere,
insbesondere Menschen, zur Behandlung und/oder Prävention
von HBV-Infektion. Da die Peptide dazu dienen, zytotoxische T-Lymphozyten-Reaktionen
auf HBV-infizierte Zellen zu stimulieren, kann man die Zusammensetzungen
zur Behandlung oder Prävention
akuter und/oder chronischer HBV-Infektionen heranziehen.
-
Für
pharmazeutische Zusammensetzungen werden die oben beschriebenen
Peptide gemäß vorliegender
Erfindung an eine bereits mit HBV infizierte Person verabreicht.
Personen in der Inkubationsphase oder in der akuten Infektionsphase
können
mit den immunogenen Peptiden je nach Bedarf separat oder in Kombination
mit anderen Therapien behandelt werden. Bei therapeutischen Anwendungen
werden Zusammensetzun gen in einer Menge an einen Patienten verabreicht,
die ausreicht, um eine wirksame zytotoxische T-Lymphozytenreaktion
auf HBV hervorzurufen und seine Symptome und/ oder Komplikationen
heilt oder zumindest teilweise stoppt. Eine Menge, mit der dies
erreicht wird, wird als "therapeutisch
wirksame Dosis" definiert.
Dafür geeignete
Mengen hängen
beispielsweise von der Peptidzusammensetzung, der Verabreichungsart,
dem Stadium und der Schwere der behandelten Krankheit, dem Gewicht
und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten sowie dem Urteil
des verschreibenden Arztes, liegt im Allgemeinen jedoch im Bereich
von etwa 1 μg
bis etwa 2.000 μg
Peptid für
einen 70 kg schweren Patienten, wobei Dosen im Bereich von etwa
10 μg bis
etwa 10 mg Peptid häufiger
eingesetzt werden, gefolgt von Auffrischungsdosen von etwa 1 μg bis etwa
1 mg Peptid über
Wochen bis Monate, je nach der CTL-Reaktion eines Patienten, die
durch Messung der HBV-spezifischen CTL-Aktivität in PBLs des Patienten bestimmt
wird. Man muss berücksichtigen,
dass die Peptide und Zusammensetzungen gemäß vorliegender Erfindung im
Allgemeinen in schweren Krankheitsfällen, d.h. in lebensbedrohlichen
oder möglicherweise
lebensbedrohlichen Situationen, eingesetzt werden können. In
diesen Fällen
ist es angesichts der minimal vorhandenen externen Substanzen und
der relativen nichttoxischen Beschaffenheit der Peptide möglich und
vom Standpunkt des behandelnden Arztes möglicherweise auch wünschenswert,
beträchtliche Überschüsse dieser
Peptidzusammensetzungen zu verabreichen.
-
Einzelne oder mehrfache Verabreichungen
der Zusammensetzungen können
mit vom behandelnden Arzt ausgewählten
Dosiswerten und Dosismustern durchgeführt werden. Auf jeden Fall
sollten die pharmazeutischen Formulierungen eine Menge an zytotoxischen,
T-Lymphozyten-stimulierenden Peptiden der Erfindung bereitstellen,
die zur wirksamen Behandlung des Patienten ausreicht.
-
Für
die therapeutische Verwendung sollte die Verabreichung beim ersten
Anzeichen einer HBV-Infektion oder kurz nach der Diagnose im Falle
akuter Infektionen einsetzen und solange fortgesetzt werden, bis zumindest
Symptome im Wesentlichen abgeklungen sind, und sogar noch länger. Bei
starken und chronischen Fällen
sind möglicherwei se
Erhaltungsdosen gefolgt von Auffrischungsdosen erforderlich. Die
Induktion einer wirksamen zytotoxischen T-Lymphozytenreaktion auf
HBV während
der Behandlung von akuter Hepatitis minimiert die Möglichkeit
einer anschließenden
Entwicklung chronischer Hepatitis, eines HBV-Trägerzustands und eines Leberzellkarzinoms.
-
Die Behandlung einer infizierten
Person mit den Zusammensetzungen gemäß vorliegender Erfindung kann
den Rückgang
der Infektion bei akut infizierten Personen beschleunigen, von denen
etwa 90 % zur natürlichen
Rückbildung
der Infektion fähig
sind. Für
jene Personen, die für
die Entwicklung chronischer Infektion anfällig (oder prädisponiert)
sind, eignen sich die Zusammensetzungen besonders in Verfahren zur
Verhinderung der Weiterentwicklung einer akuten Infektion zu einer
chronischen Infektion. Wenn anfällige
Personen vor oder während
der Infektion beispielsweise wie hierin beschrieben identifiziert
werden, können
die Zusammensetzungen auf sie abgezielt werden, wodurch die Notwendigkeit
der Verabreichung an eine größere Population minimiert
wird.
-
Die Peptidzusammensetzungen können auch
zur Behandlung chronischer Hepatitis und zur Stimulierung des Immunsystems
von Trägern
herangezogen werden, um virusinfizierte Zellen zu reduzieren oder
sogar zu eliminieren. Patienten mit chronischer Hepatitis können etwa
3 bis 6 Monate nach der Infektion als viruspositiv identifiziert
werden. Da Personen aufgrund einer inadäquaten (oder fehlenden) zytotoxischen T-Lymphozytenreaktion
während
der akuten Phase ihrer Infektion eine chronische HBV-Infektion entwickeln können, ist
es wichtig, eine Menge des immunpotenzierenden Peptids in einer
Formulierung und Verabreichungsweise bereitzustellen, die ausreicht,
um eine zytotoxische T-Zellen-Reaktion wirksam zu stimulieren. Bei
der Behandlung chronischer Hepatitis liegt daher eine repräsentative
Dosis für
einen 70 kg schweren Patienten im Bereich von 1 μg bis 1.000 mg, vorzugsweise
etwa 5 μg
bis 100 mg, pro Dosis. Die Verabreichung sollte fortgesetzt werden,
bis zumindest klinische Symptome oder Laborindikatoren anzeigen,
dass die HBV-Infektion eliminiert wurde oder deutlich abgeklungen
ist, und noch länger.
Möglicherweise
sind Immunisierungsdosen und anschließende Er haltungs- oder Auffrischungsdosen
in festgelegten Intervallen, z.B. 1 bis 4 Wochen, eventuell über einen
längeren
Zeitraum, notwendig, um die Infektion zu bekämpfen. Bei der Behandlung chronischer
und Träger-HBV-Infektionen
kann es wünschenswert
sein, die CTL-Peptide mit anderen Peptiden oder Proteinen zu kombinieren,
die Immunreaktionen auf andere HBV-Antigene induzieren.
-
Die pharmazeutischen Zusammensetzungen
für die
therapeutische Behandlung sind zur parenteralen, topischen, oralen
oder lokalen Verabreichung bestimmt. Vorzugsweise werden die. pharmazeutischen
Zusammensetzungen parenteral verabreicht, beispielsweise intravenös, subkutan,
intradermal oder intramuskulär.
Somit stellt die Erfindung Zusammensetzungen zur parenteralen Verabreichung
bereit, die eine Lösung
der zytotoxischen T-Lymphozyten-stimulierenden Peptide umfassen,
die in einem annehmbaren Träger,
vorzugsweise einem wässrigen
Träger,
gelöst
oder suspendiert sind. Eine Reihe verschiedener Träger kann
verwendet werden, beispielsweise Wasser, gepuffertes Wasser, 0,4%
Salzlösung,
0,3% Glycin, Hyaluronsäure
und dergleichen. Diese Zusammensetzungen können durch herkömmliche,
allgemein bekannte Sterilisationsverfahren sterilisiert oder sterilfiltriert
werden. Die resultierenden wässrigen
Lösungen
können
in diesem Zustand zur Verwendung verpackt oder lyophilisiert werden,
wobei das lyophilisierte Präparat
vor der Verabreichung mit einer sterilen Lösung kombiniert wird. Die Zusammensetzungen
können
pharmazeutisch annehmbare Zusatzsubstanzen enthalten, die notwendig
sind, um physiologische Bedingungen anzupassen, wie beispielsweise pH-Regler
und Puffer, Tonizitätsregler,
Netzmittel und dergleichen, z.B. Natriumacetat, Natriumlactat, Natriumchlorid,
Kaliumchlorid, Calciumchlorid, Sorbitanmonolaurat, Triethanolaminoleat
usw.
-
In einigen Ausführungsformen kann es wünschenswert
sein, in die pharmazeutische Zusammensetzung zumindest eine CTL
primende Komponente aufzunehmen. Lipide wurden als Mittel identifiziert,
die CTL in vivo gegen virale Antigene primen können, beispielsweise Tripalmitoyl-S-glycerylcysteinylserylserin (P3CSS), das virusspezifische zytotoxische
T-Lymphozyten effektiv primen kann, wenn es kovalent an ein geeignetes
Pep tid gebunden ist. Siehe Deres et al., Nature 342, 561–564 (1989).
Peptide gemäß vorliegender Erfindung
können
beispielsweise an P3CSS gebunden sein, und
das Lipopeptid kann an eine Person verabreicht werden, um spezifisch
eine zytotoxische T-Lymphozytenreaktion auf HBV zu primen. Da die
Induktion neutralisierender Antikörper auch mit P3CSS
geprimt werden kann, das an ein Peptid konjugiert ist, das ein geeignetes
Epitop, wie beispielsweise HBsAg-Epitope, aufweist, können die
zwei Zusammensetzungen kombiniert werden, um wirksamer sowohl humorale
als auch zellmediierte Reaktionen auf HBV-Infektion hervorzurufen.
-
Die Konzentration der zytotoxische
T-Lymphozyten-stimulierenden Peptide gemäß vorliegender Erfindung in
den pharmazeutischen Formulierungen kann stark variieren, d.h. von
weniger als etwa 1, üblicherweise
von (zumindest) etwa 10, bis 20 bis 50 oder mehr Gew.-%, und wird
vor allem in Hinblick auf die Flüssigkeitsvolumina,
Viskositäten
usw. entsprechend der jeweiligen Verabreichungsart ausgewählt.
-
Somit könnte eine typische pharmazeutische
Zusammensetzung zur die intravenösen
Infusion 250 ml sterile Ringer-Lösung
und 100 mg Peptid enthalten. Tatsächliche Verfahren zur Herstellung
parenteral verabreichbarer Verbindungen sind Fachleuten auf dem
Gebiet bekannt und ausführlich
in beispielsweise "Remington's Pharmaceutical
Sciences", 17. Ausg.,
Mack Publishing Company, Easton, PA, USA (1985), beschrieben.
-
Die Peptide der Erfindung können auch über Liposomen
verabreicht werden, die dazu dienen, die Peptide auf ein bestimmtes
Gewebe, wie z.B. Lymphgewebe, abzuzielen. Liposomen können auch
verwendet werden, um die Halbwertszeit der Peptidzusammensetzung
zu verlängern.
Die in der vorliegenden Erfindung verwendbaren Liposomen umfassen
Emulsionen, Schäume,
Mizellen, unlösliche
Monoschichten, Flüssigkristalle, Phospholipid-Dispersionen,
lamellare Schichten und dergleichen. In diesen Präparaten
ist das abzugebende Peptid als Teil eines Liposoms alleine oder
in Kombination mit einem Molekül,
das sich beispielsweise an einen Rezeptor bindet, der unter Lymphzellen
vorherrscht, beispielsweise monoklonale Antikörper, die sich an das CD45-Antigen binden,
oder zusammen mit anderen therapeutischen oder immunogenen Zusammensetzungen
enthalten. Liposomen, die mit einem gewünschten Peptid der Erfindung
gefüllt
sind, können
demnach zur Stelle der Lymph- oder Leberzellen geleitet werden,
an der die Liposomen dann die ausgewählten therapeutischen/immunogenen
Peptidzusammensetzungen abgeben. Liposomen, die sich zur Verwendung
gemäß vorliegender
Erfindung eignen, bestehen aus herkömmlichen Bläschen bildenden Lipiden, die
im Allgemeinen neutrale und negativ geladene Phospholipide und ein
Sterin wie etwa Cholesterin enthalten. Die Auswahl der Lipide wird
im Allgemeinen von Faktoren wie etwa Liposomengröße und Stabilität der Liposome
im Blutstrom bestimmt. Eine Vielzahl von Verfahren steht zur Erzeugung
von Liposomen zur Verfügung;
siehe beispielsweise Szoka et al., Ann. Rev. Biophys. Bioeng. 9,
467 (1980), die US-Patente Nr. 4.235.871, 4.501.728, 4.837.028 und
5.019.369. Zum Abzielen auf die Immunzellen kann ein im Liposom
enthaltener Ligand beispielsweise Antikörper oder Fragmente davon enthalten,
die für
Zelloberflächen-Determinanten
der gewünschten
Immunsystemzellen spezifisch sind. Eine Liposomen-Suspension mit
einem Peptid kann intravenös,
lokal, topisch usw. in einer Dosis verabreicht werden, die je nach
Verabreichungsart, dem abzugebenden Peptid und dem Stadium der behandelten
Krankheit variiert.
-
Für
feste Zusammensetzungen können
konventionelle, nichttoxische, feste Träger verwendet werden, die beispielsweise
pharmazeutisch reines) Mannit, Lactose, Stärke, Magnesiumstearat, Natriumsaccharin, Talk,
Cellulose, Glucose, Saccharose, Magnesiumcarbonat und dergleichen
aufweisen. Zur oralen Verabreichung wird eine pharmazeutisch annehmbare,
nichttoxische Zusammensetzung hergestellt, indem beliebige der normalerweise
verwendeten Exzipienten, wie beispielsweise die oben angeführten Träger, und
im Allgemeinen 10 bis 95% des Wirkstoffs, d.h. ein oder mehrere
Peptide gemäß vorliegender
Erfindung, noch bevorzugter in einer Konzentration von 25 bis 75%,
aufgenommen werden.
-
Zur Aerosol-Verabreichung werden
die zytotoxische T-Lymphozyten-stimulierenden Peptide vorzugsweise
in feinteiliger Form zusammen mit einem Tensid und einem Treibmittel
zugeführt.
Typische Prozentsätze der
Peptide reichen von 0,01 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 10 Gew.-%. Das
Tensid muss natürlich
nichttoxisch sein und ist vorzugsweise im Treibmittel löslich. Repräsentative
Beispiele für
solche Mittel sind die Ester oder partiellen Ester von Fettsäuren mit
6 bis 22 Kohlenstoffatomen, beispielsweise Capron-, Octan-, Laurin-,
Palmitin-, Sterin-, Linol-, Linolen-, Olesterin- und Ölsäure, mit
einem aliphatischen mehrwertigen Alkohol oder dessen zyklischem
Anhydrid. Gemischte Ester, wie beispielsweise gemischte oder natürliche Glyceride, kommen
ebenfalls in Frage. Das Tensid kann 0,1 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise
0,25 bis 5 Gew.-%, der Zusammensetzung ausmachen. Der Rest der Zusammensetzung
ist üblicherweise
Treibmittel. Ein Träger
kann gegebenenfalls auch enthalten sein, beispielsweise Lecithin
für die
intranasale Zufuhr.
-
In einem weiteren Aspekt betrifft
die Erfindung Vakzinen, die als Wirkstoff eine immunogen wirksame Menge
eines hierin beschriebenen zytotoxischen T-Lymphozyten-stimulierenden
Peptids enthalten. Das oder die Peptid(e) kann/können in einen Wirt, einschließlich Menschen,
eingeführt
werden, und zwar verbunden mit dem eigenen Träger oder als Homopolymer oder
Heteropolymer von aktiven Peptideinheiten. Solch ein Polymer besitzt
den Vorteil einer verstärkten
immunologischen Reaktion und, bei Verwendung unterschiedlicher Peptide
zur Bildung des Polymers, die zusätzliche Fähigkeit, Antikörper und/oder
zytotoxische T-Zellen zu induzieren, die mit verschiedenen antigenen
Determinanten von HBV reagieren. Geeignete Träger sind auf dem Gebiet allgemein
bekannt und umfassen beispielsweise Thyroglobulin, Albumine, wie
z.B. Humanserum-Albumin,
Tetanustoxoid, Polyaminosäuren,
wie z.B. Poly(D-Lysin:D-Glutaminsäure) und dergleichen. Die Vakzinen können auch
einen physiologisch verträglichen
(annehmbaren) Verdünnen,
wie beispielsweise Wasser, eine phosphatgepufferte Salzlösung oder
eine Salzlösung
enthalten und umfassen ferner typischerweise ein Adjuvans. Adjuvantien,
wie beispielsweise unvollständiges
Freund-Adjuvans, Aluminiumphosphat, Aluminiumhydroxid oder Alaun
sind auf dem Gebiet der Erfindung allgemein bekannt. Wie oben erwähnt können zytotoxische T-Lymphozytenreaktionen
durch Konjugieren von Peptiden gemäß vorliegender Erfindung an
Lipide, wie beispielsweise P3CSS, geprimt werden.
Nach Immunisierung mit einer hierin beschriebenen Peptidzusammensetzung
mittels Injektion, Aerosol, orale, transdermale oder eine andere
Art der Verabreichung reagiert das Immunsystem des Wirts auf die
Vakzine, indem große
Mengen an für
das HBV-Antigen spezifischen zytotoxischen T-Lymphozyten produziert
werden und der Wirt zumindest teilweise gegen die HBV-Infektion
immun oder gegen die Entwicklung chronischer HBV-Infektion resistent
wird.
-
Vakzinen-Zusammensetzungen, welche
die Peptide gemäß vorliegender
Erfindung enthalten, werden an einen Patienten verabreicht, der
für HBV-Infektionen
anfällig
ist oder sonst Gefahr läuft,
daran zu erkranken, um die patienteneigenen Immunreaktionsfähigkeiten
zu stärken.
Die verabreichte Menge wird als "immunologisch
wirksame Dosis" definiert.
Bei der Verwendung hängen
die genauen Mengen wieder vom Gesundheitszustand und dem Gewicht
des Patienten, von der Verabreichungsart, von der Beschaffenheit
der Formulierung usw. ab, doch im Allgemeinen reichen sie von etwa
1,0 μg bis
etwa 500 mg für
einen 70-kg-Patienten, noch häufiger
von etwa 50 μg
bis etwa 200 mg pro 70 kg Körpergewicht.
Die Peptide werden an Personen eines geeigneten HLA-Typs verabreicht,
beispielsweise werden diese für
Vakzinen-Zusammensetzungen von den Regionen von HBenv183-191 (Seq.-ID
Nr. 1), HBenv248-260 (Seq.-ID Nr. 2), HBenv-260-269 (Seq.-ID Nr. 9), HBenv335-343
(Seq.-ID Nr. 10), HBenv152-161 (Seq.-ID Nr. 11), HBenv177-185 (Seq.-ID
Nr. 12), HBenv204-212 (Seq.-ID Nr. 13) oder HBenv370-379 (Seq.-ID Nr.
14) an zumindest HLA-A2-Personen verabreicht.
-
In einigen Fällen kann es wünschenswert
sein, die Peptidvakzinen gemäß vorliegender
Erfindung mit Vakzinen zu kombinieren, die neutralisierende Antikörperreaktionen
auf HBV, insbesondere auf HBV-Hüllenantigene,
induzieren, wie beispielsweise rekombinante HBVenv-kodierte Antigene
oder Vakzinen aus gereinigten Plasmapräparaten, die von HBV-infizierten
Personen erhalten werden. Eine Vielzahl an HBV-Vakzinenpräparaten
wurde beschrieben, die vor allem auf HBsAg und Polypeptidfragmenten
davon beruhen. Beispiele für
Vakzinen, die mit den Peptiden gemäß vorliegender Erfindung formuliert
werden können,
finden sich in den EP 154.902 und EP 291.586 sowie in den US- Patenten Nr. 4.565.697,
4.624.918, 4.599.230, 4.599.231, 4.803.164, 4.882.145, 4.977.092,
5.017.558 und 5.019.386. Die Vakzinen können kombiniert und gleichzeitig oder
als getrennte Präparate
verabreicht werden.
-
Für
therapeutische oder Immunisierungszwecke können die Peptide gemäß vorliegender
Erfindung auch durch abgeschwächte
virale Wirte, wie beispielsweise Vaccinia, exprimiert werden. Diese
Vorgangsweise umfasst die Verwendung eines Vaccinia-Virus als Vektor
zum Exprimieren von Nukleotidsequenzen, die für die HBV-Peptide gemäß vorliegender
Erfindung kodieren. Nach Einsetzen in einen akut oder chronisch
HBV-infizierten Wirt oder in einen nicht-infizierten Wirt exprimiert
das rekombinante Vaccinia-Virus
das HBV-Peptid und ruft so eine zytotoxische T-Lymphozytenreaktion
auf HBV im Wirt hervor. Vaccinia-Vektoren und Verfahren für Immunisierungs-Arbeitsvorschriften
finden sich beispielsweise im US-Patent Nr. 4.722.848. Ein weiterer
Vektor ist BCG (Bacille Calmette Guerin). BCG-Vektoren wurden von
Stover et al., Nature 351, 456–460
(1991), beschrieben. Eine Vielzahl anderer Vektoren, die sich zur
therapeutischen Verabreichung oder Immunisierung der Peptide gemäß vorliegender
Erfindung eignen, z.B. Salmonella-typhi-Vektoren und dergleichen,
ergeben sich für
Fachleute auf dem Gebiet der vorliegenden Beschreibung.
-
Die Zusammensetzungen und Verfahren
gemäß vorliegender
Erfindung können
auch für
Ex-vivo-Therapien eingesetzt werden. Mit Ex-vivo-Therapien sind
therapeutische oder immunogene Manipulationen gemeint, die außerhalb
des Körpers
durchgeführt
werden. Beispielsweise können
Lymphozyten oder andere Zielzellen aus einem Patienten entfernt
und mit hohen Dosen des genannten Peptids behandelt werden, wodurch eine
stimulierende Konzentration von Peptiden im Zellmedium bereitgestellt
wird, die weit über
den Werten liegt, die vom Patienten erzielt oder toleriert werden
könnten.
Nach einer Behandlung zur Stimulierung der CTLs werden die Zellen
wieder in den Wirt zurückgeführt, um
die HBV-Infektion zu behandeln. Die Wirtszellen können auch
Vektoren ausgesetzt werden, die für die Peptide kodierende Gene
tragen, wie oben beschrieben ist. Sobald sie mit den Vektoren transfiziert
sind, können
die Zellen in vitro ver mehrt oder in den Patienten zurückgeführt werden.
Die Zellen, die in vitro vermehrt werden, können nach Erreichen einer vorbestimmten
Zellendichte wieder in den Patienten zurückgeführt werden.
-
Die Peptide können auch als diagnostische
Reagenzien verwendet werden. Beispielsweise kann ein Peptid gemäß vorliegender
Erfindung dazu dienen, die Anfälligkeit
einer bestimmten Person gegenüber
einem Behandlungsregime zu bestimmen, bei dem das Peptid oder ähnliche
Peptide zum Einsatz kommen, und kann somit dabei helfen, eine bestehende
Behandlungsarbeitsvorschrift zu modifizieren oder eine Prognose
für eine betroffene
Person zu erstellen. Darüber
hinaus können
die Peptide auch dazu dienen, vorherzusagen, welche Individuen ernsthaft
Gefahr laufen, eine chronische HBV-Infektion zu entwickeln.
-
Die folgenden Beispiele dienen der
Veranschaulichung und nicht der Einschränkung.
-
BEISPIEL 1
-
Identifizierung
CTL-spezifischer HBenv-Epitope
-
Dieses Beispiel beschreibt die Identifizierung
von HBenv-Peptiden, die für
HGV-Hüllenantigene
spezifische HLA-restringierte CTL-Reaktionen stimulieren.
-
Alle Patienten der Studie waren HLA-A2-positiv.
Dreizehn Patienten (A-1 bis A-13; Tabelle II) wurden während einer
Episode von akuter Hepatitis untersucht, wobei 6 (C-1 bis C-6) chronische
HBV-Infektion litten und 6 nicht infizierte, gesunde Freiwillige
(N-1 bis N-6) waren, die als nicht infizierte Kontrollpersonen dienten. Die
Patienten und ihre HLA-Haplotypen, die unter Einsatz von PBMC in
Mikrozytotoxizitätsprüfungen mit HLA-Typisierungsplatten
(One Lambda, Canoga Park, CA, USA) bestimmt wurden, sind in Tabelle
II angeführt.
-
Die Diagnose von akuter Hepatitis
basierte auf herkömmlichen
Diagnosekriterien. Diagnostische Parameter umfassten klinische (Ikterus)
und biochemische Beweise für
Leberschäden
(ALT-Aktivität
zumindest 20 Mal höher
als die normale Obergrenze), sowie serologische Beweise für eine akute
HBV-Infektion (Vorhandensein von HBV-Oberflächenantigenen (HBsAg) und IgG-Anti-HBc-Antikörpern),
in Ermangelung von serologischen Beweisen für Hepatitis-Delta- und Hepatitis-C-Virusinfektionen
(Abbott Laboratories, North Chicago, IL, USA). Alle Patienten wurden
während
der ersten 4 Wochen nach Beginn des Ikterus untersucht, und zu diesem
Zeitpunkt waren ihr Serum HBsAG-positiv
und ihre ALT-Werte deutlich anomal. Elf der 13 Patienten erholten
sich anschließend
von der Krankheit, wobei vier Monate nach der Erstdiagnose eine
Normalisierung der Serumtransaminase und Clearance von HBsAg beobachtet
wurde. Ein Patient (A-11, Tabelle II) entwickelte chronische aktive
Hepatitis und blieb bis zu 13 Monaten nach der Erstdiagnose HBsAg-positiv.
Patienten mit chronischer Hepatitis B waren über sechs Monate lang wiederholt
serologisch HBsAg-positiv und wiesen leicht bis mittelmäßig erhöhte Serum-ALT-Aktivität auf. Nicht
infizierte Kontrollpersonen hatten keine klinische Vorgeschichte
in Bezug auf HBV-Infektionen und waren serologisch negativ für HBV-Marken.
Alle Patienten und Kontrollpersonen waren serologisch negativ für Antikörper gegen
HIV. Tabelle
II
Merkmale der untersuchten Personen

-
PBMC von Patienten und normalen Spendern
wurden mithilfe von Ficoll-Hypaque-Dichtegradienten (Sigma, St. Louis,
MO, USA) getrennt, drei Mal in Hanks ausgeglichener Salzlösung (HBSS)
(Gibco, Grand Island, NY, USA) gewaschen, im Medium RPMI 1640 (Gibco,
Grand Island, NY, USA) mit L-Glutamin (2 mM), Gentamicin (10 μg/ml, Penicillin
(50 Einheiten/ml), Streptomycin (50 μg/ml) und HEPES (5 mM), das
10 Hitze-inaktiviertes Human-AB-Serum (Vollkultur) enthielt, ergänzt und
mit 4 × 106 Zellen/Napf in 24-Napf-Platten plattiert.
Die synthetischen Peptide wurden, falls nicht anders angegeben,
mit einer Endkonzentration von 10 μg/ml zu den Zellkulturen zugesetzt.
Während
der ersten Stimulierungswoche wurde 1 μg/ml rHBcAg zugesetzt. Am Tag
3 wurde zu jedem Napf 1 ml Vollkultur, die mit einer Endkonzentration
von 10 Einheiten/ml mit rIL2 (Hoffman-La Roche, Nutley, NY, USA)
ergänzt
war, zugesetzt. Am Tag 7 wurden die Kulturen mit dem Peptid rIL2
restimuliert und autolog bestrahlt (300 Rad) oder mit HLA-A2-identischen
Nährzellen
restimuliert, und am Tag 14 wurden die kultivierten PBMC auf ihre
CTL-Aktivität
getestet. Ausgewählte
Kulturen, die Peptid-spezifische zytolytische Aktivität aufwiesen,
wurden durch wöchentliche
Restimulation mit 1 × 106 bestrahlten (6.000 Rad) allogenischen PBMC
und 1 × 105 bestrahlten (18.000 Rad) JY-Zellen (allogenische
EBV-B-transformierte Zelllinie, HLA-A2.1, B7, Cw7) (14) in 1 ml
Vollkultur, die 1 μg/ml
Peptid, 20 Einheiten/ml IL2 und 1 μg/ml Phytohämagglutinin (PHA) (Sigma, St.
Louis, MO, USA) enthielt, expandiert.
-
Zielzellen für Zytotoxizitätstests
bestanden entweder aus a) autologen PHA-stimulierten Blasten oder allogenischen
HLA-identischen und -nichtidentische EBV-transformierten B-Lymphoblastoidzelllinien
(B-LCL), die über
Nacht mit 10 μg/ml
synthetischen Peptiden inkubiert wurden; b) oben beschriebenen stabilen B-LCL-Transfektanten;
oder c) mit rekombinanten Vaccinia-Viren infizierten B-LCL (Beschreibung
folgt). B-LCL wurden entweder von der American Society for Histocompatibility
and Immunogenetics (Boston, MA, USA) bezogen oder wie in der Parallelanmeldung
07/935.898 beschrieben aus dem Pool aus Patienten und normalen Spendern
der Erfinder gewonnen. Die Zellen wurden in mit L-Glutamin (2 mM),
Gentamicin (10 μg/ml),
Penicillin (50 Einheiten/ml), Streptomycin (50 μg/ml), HEPES (5 mM) und 10 Vol.-%
durch Hitze inaktivierte FCS (Gibco, Grand Island, NY, USA) ergänztem RPMI
1640 gehalten. Kurzfristige Linien von autologen PBMC-Blasten wurden
hergestellt, indem PBMC mit 1 μg/ml
PHA im RPMI 1640, das mit L-Glutamin (2 mM), Gentamicin (10 μg/ml, Penicillin
(50 Einheiten/ml), Streptomycin (50 μg/ml), HEPES (5 mM) und 10 Vol.-% durch
Hitze inaktivierte FCS (Gibco, Grand Island, NY, USA) ergänzt war,
und 10 Einheiten/ml rIL2 7 Tage lang stimuliert wurden, bevor sie
als Zielzellen eingesetzt wurden. Vaccinia-infizierte Zielzellen
wurde hergestellt, indem 1 × 106 Zellen auf 50 plaquebildenden Einheiten/Zelle
auf einer Schüttelplatte
eine Stunde lang bei Raumtemperatur infiziert wurden, gefolgt von
einem einmaligen Waschen und einer Inkubation bei 37°C über Nacht.
-
Zielzellen wurden eine Stunde lang
mit 100 μCi 51Cr (Amersham, Airlington Heights,
IL, USA) markiert und drei Mal mit HBSS gewaschen. Die zytolytische
Aktivität
wurde in einem herkömmlichen
4-stündigen 51Cr-Freisetzungstest unter Einsatz von U-förmigen 96-Napf-Platten
mit 5.000 Zielzellen pro Napf bestimmt. Alle Tests wurden doppelt
durchgeführt.
Die prozentuelle Zytotoxizität
wurde mithilfe der folgenden Formel bestimmt: 100 × [(experimentelle
Freisetzung – spontane
Freisetzung)/(maximale Freisetzung – spontane Freisetzung)]. Die
maximale Freisetzung wurde durch Lyse von Zielzellen durch ein Detergens
(1% Triton X-100, Sigma) bestimmt. Die spontane Freisetzung betrug
in allen Tests weniger als 25% der maximalen Freisetzung.
-
Zwei HLA-A2-positive Patienten mit
akuter Hepatitis (A-1 und A-3) wurden zuerst für eine Analyse der CTL-Reaktion
auf HBsAg329-348 (ASARFSWLSLLVPFVQWFVG (Seq.-ID Nr. 22)) ausgewählt, das 2 überlappende HLA-A2.1-Allel-spezifische
Bindungsmotive (WLSLLVPFV und LLVPFVQWFV)
enthält.
Von einem dieser Patienten (A-3-) war aus vorherigen Versuchen bekannt,
dass er eine HLA-A2-restringierte CTL-Reaktion auf ein 10 Reste
umfassendes HBV-Nukleokapsid-Epitop (HBcAg18-27) aufweist, das ebenfalls
ein HLA-A2.1-Allal-spezifisches Bindungsmotiv (FLPSDFFPSV)
darstellt. Dieser Patient wurde als potentieller
Reagent auf ein oder beide Motive) in HBsAg329-348 betrachtet. Ein
anderer Patient (A-1 ), von dem bekannt war, dass er nicht auf HBcAg18-27
reagiert, wurde zum Vergleich untersucht.
-
Aus PBMC beider Patienten wurden
HBsAg329-348-spezifische CTL-Linien erzeugt, indem sie mit dem oben
beschriebenen Peptid stimuliert wurden. Nach 2 bis 3 Stimulierungsvorgängen wiesen
beide Patienten eine starke zytotoxische Reaktion gegen eine homozygote
HLA-A2.1-positive EBV-Zelllinie JY) auf, die mit dem HBsAg329-348-Peptid
vorgepulst worden war. die HBsAg329-348-spezifische Zelllinie von
Patient A-1 wurde zum Klonieren ausgewählt.
-
CTL-Linien wurden in 96-Napf-Mikrotiterplatten
ursprünglich
bei 1, 10 und 100 Zellen pro Napf kloniert und dann bei 0,3 oder
1 Zellen pro Napf subkloniert. Die Zellen wurden in Gegenwart eines
Peptids (1 μg/ml), von
PHA (1 μg/ml),
rIL-2 (20 Einheiten/ml), bestrahlten (6.000 Rad) allogenischen PBMC
(105 Zellen/Napf) und bestrahlten (18.000
Rad) JY-Zellen (104 Zellen/Napf) plattiert.
Ein HBV-spezifische Klone wurde in einer 24-Napf-Platte wie oben beschrieben kloniert,
mit der Ausnahme, dass das Peptide ausgelassen und 105 Zellen
pro Napf bestrahlte JY-Zellen, die mit einem Plasmid transfiziert
waren, das eine stabile Expression des großen HBV-Hüllenantigens (EBO-preS1, Referenz
10), zugesetzt wurden.
-
Unter Verwendung der HBsAg329-348-spezifischen
Zelllinie von Patient A-1 wurden vier Klone von Zellen abgeleitet,
die bei 1 Zelle pro Napf (Klon B13, B16, B17) oder 0,3 Zellen pro
Napf (Klon B3) plattiert wurden. Der Klon B3 wurde gegen eine Reihe
von allogenischen Zielzellen getestet, die teilweise mit den Effektoren
auf der Ebene von HLA-Klasse-I-Allelen identisch waren. Unter Verwendung
allogenischen Zielzellen, die in Bezug auf HLA-Klase I teilweise
mit jenen von Patient A-1 identisch waren, zeigte sich, dass die
zytolytische Aktivität
des Klons B3 HLA-A2-restringiert war, weil 2-HLA-A2.1-Bindungsmotive im Peptid vorhanden waren.
Auch eine HBsAg329-348-spezifische polyklonale CTL-Linie, die vom
Patienten A-2 stammte, wurde auf dieselbe Weise als HLA-A2-restringiert
ausgewiesen. Da die HLA-A2-Subtypen der Patienten nicht bestimmt
wurden, ist nicht bekannt, ob die CTL-Reaktion auf die Peptide nur
durch das HLA-A2.1-Allel restringiert ist oder sich auch auf andere
HLA-A2-Subtypen erstreckt.
-
Um ein minimales, optimales HLA-A2-restringiertes
CTL-Epitop in HBsAg329-348 zu bestimmen, wurde eine Reihe von aminoterminalen
Verkürzungen
und überlappenden
9-Meren und 10-Meren, die von der HBsAg329-348-Sequenz stammten,
hergestellt, um das/die in diesem 20 Reste umfassenden Peptid, das
2 überlappende
ideale HLA-A2.1-Bindungsmotive
enthielt, vorhandenen HLA-A2-restringierten CTL-Epitop(e) zu kartieren.
Der HLA-A2-restringierte CTL-Klon B17 vom Patienten A-1 und eine
polyklonale CTL-Linie 1B9 vom Patienten B-3, die durch wiederholte
Stimulierung von der oben beschriebenen anfänglichen Zelllinie und von
HBsAg329-348 abgeleitet waren, wurden als Effektorzellen verwendet,
um die Feinspezifität
der CTL-Reaktion auf BHsAg329-348 herzustellen. Zielzellen wurden
hergestellt, indem eine HLA-A2.1-positive B-Zelllinie (JY) entweder
mit dem ursprünglichen
20-Mer oder mit den verkürzten
Peptiden inkubiert wurden.
-
Die Ergebnisse, die in 1 angeführt sind, zeigen, dass nur
das erste der beiden 2-HLA-A2.1-Bindungsmotive
(HBsAg335-343) vom CTL erkannt wird. Außerdem zeigen die Daten, dass
dieses Peptid (WLSLLVPFV) das minimale, optimale HLA-A2-restringierte
Epitop ist, das vom durch HBsAg329-348 stimulierten CTL erkannt
wird, da die Auslassung des äußersten
aminoterminalen oder des äußersten
carboxyterminalen Rests von HBsAg335-343 die Erkennung durch das
CTL aufhebt.
-
Die Überlegenheit von HBsAg335-343
auf der Effektor-Ebene wurde erneut belegt, als Peptide verwendet
wurden, um eine CTL-Reaktion in PBMC vom Patienten A-1 zu stimulieren.
10 μM synthetische
Peptide, die ausgewählte
HBsAg329-348-Untereinheiten darstellten, wurden verwendet, um PBMC
vom Patienten A-1 zu stimulieren. Nach zweiwöchiger Stimulierung wurde die
Zytotoxizität
dieser Linien bei E : T 60 : 1 gegen JY-Zielzellen, die mit 10 μM desselben
Peptids vorgepulst waren, und gegen JY-Zielzellen, die mit 10 μM HBsAg335-343
vorgepulst waren, getestet. Die in 2 angeführten Ergebnisse
zeigen die prozentuelle Lyse in einem 4-stündigen 51CR-Freisetzungsassay.
Wie aus 2 ersichtlich
ist, führt
die Auslassung der äußersten
amino- und carboxyterminalen Aminosäuren, obwohl die Fähigkeit
von HBsAg335-343 und ihre verlängerten Varianten,
eine CTL-Reaktion auszulösen
bestätigt
wurde, zur vollkommenen Aufhebung der Fähigkeit der Peptide, eine CTL-Reaktion
zu stimulieren, wodurch die Schlussfolgerung nahe gelegt wird, dass HBsAg335-343
das minimale, optimale HLA-A2-restringierte Epitop zwischen den
Resten 329-348 von HBsAg ist.
-
BEISPIEL II
-
CTL-Reaktion auf sieben
HLA-A2.1-Bindungsmotive in HBVenv
-
Sieben ideale HLA-A2.1-Allel-spezifische
Bindungsmotive, die als Peptide mit einer Länge von 9 bis 10 Resten definiert
sind, die an der zweiten Position ein Leucin und als carboxyterminalen
Rest ein Valin enthalten, sind in der HBsAg-Region des HBV-Hüllenproteins
vorhanden (Tabelle III). Basierend auf den in Beispiel 1 erhaltenen
Ergebnissen, wurde die Fähigkeit
dieser sieben Hüllenpeptide
sowie des bekannten HLA-A2-restringierten HBV-Nukleokapsid-Epitops
(HBcAg18-27) untersucht, in 12 HLA-A2-positiven Patienten mit akuter
Hepatitis B eine CTL-Reaktion zu stimulieren. Zum Vergleich wurden
sechs HLA-A2-positive Patienten mit chronischer Hepatitis und sechs
nicht infizierte, normale Personen auf ihr Ansprechvermögen auf dieselben
Peptide getestet. Tabelle
III
Von HBV stammende HLA-A2.1-Bindungsmotive und Peptide
-
PBMC von akuten Patienten (A-1 bis
A-12), chronischen Patienten (C-1 bis C-6) und normalen Personen
(N-1 bis N-6) wurden mit den folgenden synthetischen Peptiden stimuliert:
1 = HBcAg18-27, 2 = HBsAg201-210, 3 = HBsAg251-259, 4 = HBsAg260-269,
5 = HBsAg335-343, 6 = HBsAg338-347,7 = HBsAg348-357, 8 = HBsAg378-387,
und zwar zwei Wochen lang, wie in Beispiel 1 beschrieben, und in
einem vierstündigen 51Cr-Freisetzungassay gegen JY-Zielzellen
getestet, die über
Nacht mit demselben Peptid vorgepulst waren. Die peptidspezifische
Zytotoxizität
wurde gemessen, indem die 51Cr-Freisetzung durch
JY-Zielzellen, die nicht mit einem Peptid vorgepulst waren, von
der 51Cr-Freisetzung durch JY-Zielzellen,
die mit dem Peptid vorgepulst waren, abgezogen wurde. Die Ergebnisse
(3) zeigen die prozentuelle
spezifische Lyse in einem 4-stündigen 51Cr-Freisetzungsassay.
-
Wie aus 3 ersichtlich ist, reagierten neun der
zwölf HLA-A2-positiven
Patienten mit akuter Hepatitis auf zumindest eines der Peptide.
Im Gegensatz dazu reagierte unter Einsatz derselben In-vitro-Stimulierungsstrategie
keine der sechs HLA-A2-positiven, nicht infizierten normalen Kontrollpersonen
auf ein Peptide, was zu der Schlussfolgerung führt, dass das Ansprechvermögen der
Patienten auf diese Peptide das In-vivo-Priming durch die entsprechenden
von HBV stammenden Epitope widerspiegelt.
-
Wichtig ist, dass acht der neun reagierenden
Personen multiple Epitope aus der Reihe erkannten, was darauf hinweist,
dass die CTL-Reaktion auf HBV während
einer akuten Hepatitis sowohl polyklonal als auch multispezifisch
ist. Außerdem
gab es eine wesentliche Variation im Epitop-Spektrum, das von den
neun reagierenden Personen erkannt wurde, so dass bestimmte Epitope
häufiger
erkannt wurden als andere. HBcAg18-27 und HBsAg335-343 wurden beispielsweise
von sieben bzw. acht der reagierenden Personen erkannt, und in Kombination
wurden sie von allen neun reagierenden Personen erkannt. Im Gegensatz
dazu wurden HBsAg348-357, HBsAg251-259 und HBsAg260-269 von nur 3/9,
2/5 und 3/6 der reagierenden Personen, in denen sie getestet wurden,
erkannt.
-
Eine Nukleotidsequenzanalyse der
zirkulierenden Virion-DNA von Patienten mit akuter Infektion zeigte,
dass alle Patienten, einschließlich
jener ohne CTL-Reaktion, durch Viren infiziert wurden, welche die
exakte Aminosäuresequenz,
die im Prototyp HBsAg-335-343-Peptid,
das zur Stimulierung einer Expansion von CTL in vitro verwendet
wird, vorhanden ist, exprimierte. Da bekannt ist, dass Reste 335-343
in allen veröffentlichten HBV-Sequenzen
von allen 4 HBV-Subtypen erhalten bleiben, wie in der GenBank-72-Datenbank veröffentlicht ist,
und auch in den hierin untersuchten 10 Patienten erhalten bleiben,
kann die Schlussfolgerung folgen, dass HBsAg335-343 ein HBV-Gruppen-spezifisches
CTL-Epitop ist. Das gilt jedoch nicht für HBsAg348-357, da nur sieben
der zehn Patienten durch Viren infiziert waren, die für die Prototyp-Sequenz
kodieren, die zur In-vitro-Stimulierung eingesetzt wird (GLSPTVWLSV).
Die restlichen drei Patienten (A-9, A-10, A-13) wiesen eine variierte
Sequenz auf, in der das carboxyterminale Valin an Position 357 mit
einem Alanin substituiert war. Unter den Patienten, die durch den
Prototyp-Virus infiziert waren, gab es solche, die CTL-Reaktion
auf HBsAg348-357 aufwiesen, und solche, die keine Reaktion aufwiesen,
wie auch in Bezug auf die Reaktion auf HBsAg335-343. Auf der anderen
Seite wies keiner der 3 Patienten, die durch den variierten Virus
infiziert waren, eine CTL-Reaktion auf das Prototyp-Peptid auf.
-
Beachtenswert ist, dass alle neun
reagierenden Personen danach HBsAg-negativ wurden und ihre Lebererkrankung
völlig
heilte. Im Gegensatz dazu waren alle sechs Patienten mit chronischer
Hepatitis, die zu keiner Clearance des Virus fähig waren, auch zu keiner CTL-Reaktion
im peripheren Blut auf eines dieser Epitope fähig. Drei der Patienten mit
akuter Infektion (A-10, A-11, A-12) waren außerdem zu keiner Reaktion auf eines
dieser Peptide fähig.
Darüber
hinaus entwickelte eine der Personen, die keine Reaktion aufwies
(A-10), chronische aktive Hepatitis und war 13 Monate nach seiner
akuten Erkrankung immer noch HBsAg-positiv. Diese zusammengefassten
Daten lassen vermuten, dass eine Verbindung zwischen der CTL-Reaktion
und der viralen Clearance besteht. Patient A-12, der keine Reaktion
zeigte, serokonvertierte jedoch zwischen 1 bis 4 Monaten nach Beginn
der Krankheit zu HBsAg-Negativität.
-
Wie aus Tabelle II und 3 ersichtlich, hatten vier
der neun reagierenden Personen nur das HLA-A2-Allel mit der JY-Zelllinie,
die in dieser Untersuchung verwendet wurde (HLA-A2, B7, Cw7), gemein, was
darauf hinweist, dass die Reaktion auf all diese Peptide bei dieser
Personen HLA-A2-restringiert war. Da die restlichen reagierenden
Personen neben A2 auch das HLA-B7- und/oder Cw7-Allel in den JY-Zelllinien
gemein hatten, ist es möglich – wenn auch
unwahrscheinlich -, dass in diesen Patienten all diese Allele als
Restriktionselemente für
diese Epitope dienen können.
-
Die molekulare Basis für die unterschiedliche
Immunogenität
der sieben HBV-Hüllenpeptide
war aus einem Vergleich ihrer Sequenzen nicht sofort erkennbar.
Mögliche
Unterschiede in der relativen Bindungsaffinität der Peptide an HLA-A2.1 würden untersucht,
indem die Fähigkeit
der sieben Hüllenpeptide,
mit der Bindung eines nicht verwandten HLA-A2-restringierten Nukleokapsid-Epitops
(HBcAg18-27) an eine homozygote HLA-A2.-positive B-Zelllinie (JY)
zu konkurrieren, bestimmt wurde.
-
Beim kompetitiven Bindungshemmungstest
wurde ein HBcAg18-27-spezifischer CTL-Klon vom Patienten A-4 als Effektorzellen-Quelle
verwendet. Blockerpeptide (1, 10, 100 μM) wurden über einen Zeitraum von 40 Minuten
zu einem Gemisch von 51Cr-markierten, HLA-A2.1-positiven
JY-Zielzellen und Effektorzellen (E : T = 40 : 1, 3.000 Zielzellen/Napf)
zugesetzt, bevor eine Untersättigungskonzentration
(0,03 μM)
des Zielpeptids, HBcAg18-27, zugesetzt wurde.
Die Bindungsfähigkeit
der einzelnen Peptide wurde bewertet, indem der Grad, in dem sie
die Lyse von Zielzellen in einem 4-stündigen 51Cr-Freisetzungsassay
blockierten, berechnet wurde.
-
Wie in 4 dargestellt,
banden sich alle vier immunogenen Peptide und zwei der drei nicht
immunogenen Peptide an das HLA-A2.1-Molekül, jedoch mit äußerst (mehr
als 100fach) variablen Wirkungsgraden, die nicht mit ihrer relativen
Immunogenität
korrelierten. Wichtig ist, dass nur ein Peptid, das sich in diesem
Assay nicht an HLA-A2.1 band (HBsAg337-348), nicht immunogen war.
Bei den anderen beiden nicht immunogenen Peptiden war jedoch die
HLA-A2.1-Bindungsaffinität
genauso stark oder stärker als
bei einigen der immunogenen Peptide. Somit ist, obwohl die Fähigkeit
eines Peptids, an dieses Klasse-I-Molekül zu binden, für die Immunogenität erforderlich,
jedoch nicht garantiert. Das führt
zu der Annahme, dass die zusätzlichen
Faktoren auf der Ebene des Antigen-Processing und des T-Zellen-Repertoirs
eine Rolle bei der Bestimmung der HLA-A2.1-Bindungspeptide in einem
viralen Protein spielen könnten,
die zur Induktion einer CTL-Reaktion fähig sind.
-
BEISPIEL III
-
Peptid-spezifische
CTL erkennen endogenes HBenv-Antigen
-
Die Fähigkeit von HBsAg335-343-
und HBsAg348-357-spezifischen CTL, ein endogen
synthetisiertes Antigen zu erkennen, wurde untersucht, indem ihre
Fähigkeit
gemessen wurde, Zielzellen zu lysieren, die mit zwei Gruppen von
rekombinanten Vaccinia-Viren infiziert waren, die für große, mittlere
und Haupt-Hüllenpolypeptide
von klonierten HBV-Genomen
des ayw- oder des adw-Subtyps von HBV kodierten.
-
Rekombinante Vaccinia-Viren, welche
die großen,
mittleren und Haupt-Hüllenpolypeptide
exprimieren (adw-Subtyp), und eine entsprechende Vaccinia der Wildform
zur Kontrolle wurden erhalten (Smith, et al., Nature 302, 490 (1983);
Cheng et al., J. Virol. 60, 337 (1986); und Cheng und Moss, ). Virol.
61, 1286 (1987)). Eine unabhängige
Reihe von rekombinanten Vaccinia-Viren, die dieselben drei HBV-Hüllenpolypeptide
von HBV-Subtyp ayw exprimieren, wurde wie folgt erhalten. Zur Expression
des HBsAg wurde ein Xhol/Sphl-Restriktionsfragment, das die Nukleotide
1409–2514
der HBV-Sequenz enthielt, stromab vom frühen/späten 7,5-K-Promotor in einen
Vaccinia-Virus-Expressionsvektor kloniert. Für den preS1-exprimierenden
Vaccinia-Virus wurde ein Bgl-II/Sph-I-Fragment, das die Nukleotide 937-2514
enthielt, verwendet. Um die preS2-Kodierungssequenz zu klonieren,
wurde zuerst ein kurzes Adapter-Oligonukleotid, das am Nukleotid
1267 begann (z.B. sechs Basenpaare stromauf vom preS2-Startcodon)
synthetisiert und die Eco-RI-Stelle an Position 1280
umfasste. Nach Klonierung dieses Oligo nukleotids in den Vaccinia-Virus-Expressionsvektor
wurde die Kodierungssequenz durch erneutes Klonieren des Eco-RI/Sphl-HBV-Fragments
in dieses Zwischenkonstrukt vervollständigt (Nukleotide 1280-2514).
Die Bildung von rekombinanten Vaccinia-Viren basierte auf Standardverfahren,
wie sie in Smith et al., w.o. beschrieben sind. Stabile Transfektanten,
welche die HBV-Hüllenproteine
(ayw-Subtyp) exprimierten, wurden durch Transfektion von B-LCL mit
einer Reihe von auf EBV basierenden Expressionsvektoren, welche
die entsprechenden HBV-Kodierungssregionen (ayw-Subtyp) enthielten, hergestellt,
was durch Verweis hierin aufgenommen ist.
-
Eine HBsAg335-343-spezifische
CTL-Linie (Patient A-1) und eine HBsAg348-357-spezifische
CTL-Linie (Patient A-4) wurden durch Stimulierung mit den Peptidsequenzen
WLSLLVPFV bzw. GLSPTVWLSV gebildet. CTL wurden mit 51Cr-markierten
JY-Zielzellen inkubiert, die vorher entweder mit einem Medium, mit
dem induzierenden Peptid oder (im Falle von HBsAg348-357)
mit einem Variationspeptid (GLSPTVWLSA) inkubiert worden waren.
CTL wurden auch mit 51Cr-markierten JY-Zielzellen
inkubiert, die mit einer Reihe von 6 rekombinanten Vaccinia-Viren
infiziert worden waren, welche die Haupt- (V-HBs), mittleren (V-preS2) und großen (V-preS2) HBV-Hüllenpolypeptide,
die von ayw- und
adw-HBV-Genomen, stammen, exprimierten. Vaccinia-Viren der Wildform
(V-wt) wurden als Kontrolle verwendet. Die HBsAg335-343-spezifische
CTL-Linie (rechte Reihe) wurde in einem Verhältnis von E : T = 40 : 1 verwendet.
Die HBsAg348-3573-spezifische CTL-Linie
(linke Reihe) wurde in einem Verhältnis von E : T = 3 : 1 verwendet.
Die Ergebnisse zeigen die prozentuelle Lyse in einem 4-stündigen 51Cr-Freisetzungsassay.
-
Sowohl die HBsAg335-343-spezifische
als auch die HBsAg348-357-spezifische CTL-Linie
von den Patienten A-1 und A-4 waren zur Lyse von mit rekombinanten
Vaccinia-Viren infizierten Zielzellen fähig, die alle drei der HBV-Hüllenproteine
synthetisieren (5).
Das zeigt, dass beide synthetischen Peptide Epitope darstellen, die
durch endogene Prozessierung der großen, mittleren und Haupt-HBV-Hüllenpolypeptide
in infizierten Zellen gebildet werden.
-
Wichtig ist, dass HBsAg335-343-spezifische
CTL Ziele, die durch beide Reihen von rekombinanten Vaccinia-Viren
gleich wirksam infiziert waren, lysieren konnten, wobei mit ayw-infizierten
Zielzellen lysierte HBsAg348-357-spezifische
CTL viel wirksamer sind als die adw-Ziele.
-
Die in den oben angeführten Beispielen
beschriebenen Ergebnisse zeigen, dass die CTL-Reaktion auf HBV beim Menschen sehr
polyvalent zu sein scheint, wahrscheinlich um einen effizienteren
Schutz gegen diese ernste Virusinfektion bereitzustellen. Darüber hinaus
weisen die Daten darauf hin, dass die hierin eingesetzte Peptid-Stimulierungsstrategie,
so wie sie durch den polymorphen HLA-Klasse-I-Locus beschränkt ist,
sowohl effizient als auch wirksam zur Identifizierung und Analyse
der polyvalenten Reaktion verwendet werden kann. Da zusätzliche
HLA-Allel-spezifischen Bindungsmotive identifiziert werden, können von
HBV stammende Peptide, die diese Motive enthalten, zur In-vitro-Stimulierung
von CTL-Vorläufern
eingesetzt werden.
-
Alle in dieser Beschreibung erwähnten Veröffentlichungen,
Patente und Patentanmeldung sind durch Verweis in die Beschreibung
aufgenommen, und zwar so, als ob jede einzelne Publikation, jedes
Patent oder jede Patentanmeldung speziell und einzeln durch Verweis
hierin aufgenommen wäre.
-
Aus den oben gegebenen Erläuterungen
ist ersichtlich, dass, obwohl hierin zum Zwecke der Veranschaulichung
spezifische Ausführungsformen
der Erfindung beschrieben wurden, verschiedenen Modifikationen vorgenommen
werden können,
ohne vom Geist und Schutzumfang der Erfindung abzuweichen. Demgemäß ist die
Erfindung nur durch die beiliegenden Ansprüche eingeschränkt. SEQUENZPROTOKOLL