DE695807C - Anordnung zum Erleichtern des Synchronisierens eledes oder der synchronen Schraubenantriebsmotoren mehrere Synchrongeneratoren dienen - Google Patents
Anordnung zum Erleichtern des Synchronisierens eledes oder der synchronen Schraubenantriebsmotoren mehrere Synchrongeneratoren dienenInfo
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Description
Bei Schiffen mit Diesel-bzw. turboelektrischem Antrieb, die bei den verschiedenen Geschwindigkeitsstufen
veränderliche Antriebsleistung benötigen, ist es meist zweckmäßig, die Maschinenanlage
so zu unterteilen, daß mehrere Generatorgruppen auf einen Schiffsschraubenmotor arbeiten,
um durch Abschalten oder Zuschalten einzelner solcher Generatoren eine wirtschaftliche
Regelung zu erhalten.
Bei derartig unterteilten elektrischen Schiffsantrieben für Wechselstrom schaltet man vorteilhaft
die einzelnen Wechselstromgeneratoren zu oder ab, indem man das ganze Sammelschienensystem
durch Wegnahme der Erregung spannungslos macht, dann die Schaltmanöver vornimmt und wieder erregt, wodurch die verschiedenen
Stromerzeuger und der Motor synchronisiert werden. Dasselbe ist der Fall, wenn je Motor nur ein Generator vorhanden ist. In
diesem Falle speist beispielsweise ein Generator beide Motoren, wobei dann der zweite Generator
leer läuft. Bei solchen Anlagen wird vorteilhaft die gleiche Schaltung vorgenommen.
Die Regelung der Stromerzeugerantriebsma-
«5 schinen (Dampfturbinen oder Dieselmotoren) ist
bei derartigen Schiffsantrieben zweckmäßigerweise zusammengefaßt, so daß entweder die
Regler der Stromerzeugerantriebsmaschinen jeder Schraubenwelle oder bei synchronisierten
Schraubenwellen, d. h. Wellen, die im spiegelbildlich winkelgleichen Gleichlauf erhalten werden,
die Regler der der Stromerzeugerantriebsmaschinen der ganzen Schiffsanlage gemeinsam
verstellt werden.
Bei derartigen Schiffsantrieben stellt sich nun folgender Nachteil heraus: Bei den einzelnen
Manövern, bei denen die Anlage immer spannungslos gemacht wird und die Stromerzeuger
dadurch entlastet werden, sinkt die Drehzahl des Schiffsschraubenmotors auf die Schleppdrehzahl
der Schraube, bei der vom Wasser kein wesentliches Moment auf die Schraube ausgeübt
wird. Die Drehzahl der Stromerzeugerantriebsmaschinen steigt bei der Entlastung um den
entsprechenden Ungleichförmigkeitsgrad der Steuerung. Dieses Auseinanderlaufen der Drehzahl
von Motor und Generatoren ist besonders bei Synchronmaschinen unangenehm, da mit
größerer Drehzahldifferenz die synchronisierenden Kräfte abnehmen und dadurch das Synchronisieren
nach Wiedererregung erschwert oder in Frage gestellt wird.
Man hat nun bereits zum Zweck der Beschleunigung des Synchronisierens von parallel zu
schaltenden Synchronmaschinen in Landanlagen die Aufgabe gelöst, die zunächst ohne elektrische
Kupplung laufenden Generatoren in ihrer Drehzahl
an eine durch die Frequenz des Netzes oder anderer Generatoren gegebene Drehzahl anzfipassen.
Beim Schiffsantrieb liegt aber ein Netz mit einer festen Frequenz nicht vor.
Ferner ist es bekanntgeworden, beim Umsteuern elektrischer Schiffsantriebe die Generatordrehzahl
möglichst weit herabzusetzen, um so durch Anpassen der Generatorfrequenz an die der
Schraubendrehzahl entsprechende Frequenz das Einlaufen der Motoren in den normalen Schlupf
bzw. das Intrittfallen zu erleichtern. Schließlich hatte man auch bereits herausgefunden, daß es
zweckmäßig ist, wenn die Abhängigkeit der Generatordrehzahl von der Motoren drehzahl bei einer
bestimmten, für das Anfahrmoment des Motors günstigsten niedrigen Drehzahl aufgehoben wird.
Demgegenüber wird gemäß der Erfindung nicht nur beim Umsteuern, sondern auch dann
die Drehzahl der Generatoren in Einklang mit der Schraubenmotorendrehzahl gebracht, wenn
zum Verändern der Fahrgeschwindigkeit in bekannter Weise durch Spannungslosmachen der
gesamten Anlage einzelne Generatoren oder Generatorengruppen zu- bzw. abgeschaltet werden.
Für diesen Betriebsfall hatte man bisher lediglich angegeben, die Regler sämtlicher Gene-0
ratorantriebsmaschinen auf gleiche Leerlauf drehzahl einzustellen. Nach der Erfindung wird nun
. in Anlagen mit Synchronmaschinen das Synchronisieren der Motoren und Generatoren dadurch
wesentlich erleichtert und beschleunigt, daß, abweichend vom Bekannten, die Generatordrehzahl
durch einen von der Schraubendrehzahl abhängigen Impuls an die jeweils vorhandene
Schraubendrehzahl angepaßt wird.
Die Erfindung stellt also eine Art elastischer Nebenkupplung zwischen den Generatoren einerseits
und den Schraubenmotoren andererseits dar, die eingreift, sobald die starre elektrische
Kupplung nicht wirksam ist. Wenn man nun die Drehzahl der Generatoren in abgeschaltetem
Ί5 Zustand der jeweiligen Drehzahl des. Motors anpaßt, so geht die Drehzahl des Schraubenmotors
nach dem Abschalten auf die Schleppdrehzahl, die der jeweiligen Schiffsgeschwindigkeit
entspricht, herunter. Entsprechend wird die Drehzahl der Generatoren bei genügender
Dauer der Trennung mit auf diese Schleppdrehzahl des Motors heruntergeregelt. Nach dem
Wiedereinschalten wird dann das gesamte Netz wieder auf die gewünschte Frequenz gebracht.
Fig. ι zeigt -schematisch eine beispielsweise Ausführung der Erfindung, und zwar für eine
Anlage mit zwei Synchrongeneratoren und einem Synchronmotor, der für asynchronen Anlauf
geeignet ist. α stellt den Motor dar, der die
Schiffsschraube b antreibt. Der Motor wird durch zwei Generatoren C1 und c2 gespeist, die
durch Turbinen äx und d2 angetrieben werden.
Die gesamte Steuerung wird hier beispielsweise mit Drucköl bewirkt; diese beruht im Prinzip
..darauf, daß das Steueröl über ein zum Anstellen
: ifes richtigen Öldruckes dienendes Drosselventil e
■•den Steuerorganen zugeführt und hinter diesem ■,.^Drosselventil durch eine von dem Regelimpuls
gesteuerte Ablauföffnung f in seinem Druck verändert wird. Durch ein Zentralölsystem I,
unter dessen Einfluß die Regelventile ^1 und g2
der Turbinen C1 und c2 stehen und dessen Druck
von einer Zentralstelle aus verstellt werden kann, wird die Belastung der Turbinen eingestellt. Die
Fliehkraftregler Ji1 und Ji2 sind als Leistungsregler
ausgeschaltet, sie wirken lediglich als Grenzdrehzahlregler. Damit die Drehzahl, bei
der die Fliehkraftregler eingreifen, immer um ein bestimmtes, einstellbares Maß über der veränderlichen,
jeweiligen Motorendrehzahl liegt, werden die Regelbüchsen I1 bzw. I2 der Fliehkraftregler
durch ein Besonderes Ölsystem II, das unter dem Einfluß eines Drehzahlreglers m
der Motorwelle steht, gesteuert. Hierdurch soll berücksichtigt werden, daß infolge der Ungleichförmigkeit
des Drehzahlreglers die Leerlauf drehzahl über derjenigen Drehzahl liegt, die sich bei
gleicher Stellung der Verstellorgane des Drehzahlreglers unter Belastung ergibt.
Die auf den Schraubenmotor geschalteten Generatoren haben durch die elektrische Kupplung immer eine relativ gleiche Drehzahl, d. h.
eine Drehzahl, die in festem Verhältnis steht zu derjenigen des Motors. Die Reglerbüchsen I1, I2
werden so eingestellt, daß bei gleicher Drehzahl von Motor und Generator der Fliehkraftregler
A1 bzw. Ji2 nicht zur Wirkung kommt. Wird die
elektrische Kupplung zwischen Motor und Generatoren aufgehoben, so sind die Turbinen bestrebt,
entsprechend der Stellung der Regelventile ^1 bzw. g2 ihre Drehzahl bis zur Leerlaufdrehzahl
zu erhöhen. Da jeder Motordrehzahl ein bestimmter Öldruck im Zentralölsystem II entspricht, entspricht auch jeder Motordrehzahl
eine bestimmte Stellung der Reglerbüchsen I1
bzw. I2 der Antriebsmaschinen. Die Leerlaufdrehzahl
kann sich demnach nur um ein bestimmtes einstellbares Maß über die Motordrehzahl
erheben.
In Fig. 2 ist beispielsweise eine Ausführung no
der Erfindung schematisch "dargestellt, bei der die Abhängigkeit der Regelung der Antriebsmaschinen
von der Motordrehzahl auf elektrischem Wege hergestellt wird, α ist wieder der
Motor, b die Schiffsschraube, und C1 und c2 sind
die Generatoren, die von den Turbinen dx und d2
angetrieben werden. Sowohl auf der Motorwelle als auch auf den Wellen der Generatoren sitzen
Tachometerdynamomaschinen n, die bei Drehsahlabweichungen zwischen Motor- und Generatordrehzahl
bzw. bei einer bestimmten Größe dieser Abweichung über Relais 0 die Motoren
der Drehzählverstellvorrichtungen der Generatorantriebsmaschinen
so beeinflussen, daß die Drehzahldifferenz zwischen Motor und Generator ausgeglichen bzw. auf ein bestimmtes Maß zurückgeführt
wird.
Es kann zweckmäßig sein, die Drehzahl der leer laufenden oder durch Abschalten der Erregung
entlasteten Generatoren auf eine um ein bestimmtes einstellbares Maß unter der der
to Motordrehzahl entsprechenden Leerlauf drehzahl
durch die erfmdungsgemäße Steuerung einstellen zu lassen, damit sie beim Wiederbelasten bereits
auf der niedrigeren Drehzahl sind, die der sich langsam erniedrigenden Drehzahl des Propeller-
ig motors entspricht.
Kommt Polumschaltung des Motors in Frage, so muß gleichzeitig mit der Polumschaltung auch
die Steuerungseinrichtung zur Beeinflussung der Generatordrehzahl entsprechend übersetzt werden.
Beim Umsteuern des Motors, das bei Drehstrombetrieb durch Vertauschen zweier Phasen
am Motor erfolgt, sollen die Generatoren nicht bis auf die Drehzahl Null im Augenblick der
Drehrichtungsumkehr der Schiffsschraube heruntergezogen, sondern auf einer bestimmten
Mindestdrehzahl festgehalten werden, um günstige Verhältnisse für das Anzugsmoment des
Motors zu schaffen. In weiterer Ausbildung der ο Erfindung wird daher die Abhängigkeit der Generatordrehzahl
von der Motordrehzahl bei einer bestimmten einstellbaren Drehzahl aufgehoben, ;bei der die Verhältnisse bezüglich des Anzugsimomentes
für den Schiffsschraubenmotor beim Umsteuern besonders günstig sind.
Claims (2)
1. Anordnung zum Erleichtern des Synchronisierens elektrischer Schiffsantriebe, bei
denen zur Speisung des oder der synchronen Schraubenantriebsmotoren mehrere Synchrongeneratoren
dienen, die entsprechend
• der jeweiligen Fahrstufe nach Entregen der . gesamten Anlage spannungslos zu- bzw. abgeschaltet
werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehzahl der Generatorgruppe oder -gruppen, die durch die Abschaltung oder
Fortnahme der Erregung nicht mehr elektrisch mit dem Schiffsschraubenmotor gekuppelt
sind, während dieser Zeit durch einen besonderen, von der jeweiligen Drehzahl des Schiffsschraubenmotors abhängigen
Impuls derart beeinflußt wird, daß sie innerhalb bestimmter Grenzen den Drehzahländerungen
des Schiffsschraubenmotors folgt.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abhängigkeit der
Drehzahl der Generatorgruppen von der Motordrehzahl bei einer bestimmten, für das
Anfahrmoment des Motors günstigen niedrigsten Drehzahl aufgehoben wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1933A0071768 DE695807C (de) | 1933-11-09 | 1933-11-09 | Anordnung zum Erleichtern des Synchronisierens eledes oder der synchronen Schraubenantriebsmotoren mehrere Synchrongeneratoren dienen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1933A0071768 DE695807C (de) | 1933-11-09 | 1933-11-09 | Anordnung zum Erleichtern des Synchronisierens eledes oder der synchronen Schraubenantriebsmotoren mehrere Synchrongeneratoren dienen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE695807C true DE695807C (de) | 1940-09-03 |
Family
ID=6945362
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1933A0071768 Expired DE695807C (de) | 1933-11-09 | 1933-11-09 | Anordnung zum Erleichtern des Synchronisierens eledes oder der synchronen Schraubenantriebsmotoren mehrere Synchrongeneratoren dienen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE695807C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1006060B (de) * | 1952-09-19 | 1957-04-11 | Siemens Ag | Elektrische Schiffsanlage |
-
1933
- 1933-11-09 DE DE1933A0071768 patent/DE695807C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1006060B (de) * | 1952-09-19 | 1957-04-11 | Siemens Ag | Elektrische Schiffsanlage |
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