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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein digitales Kommunikationssystem
mit einer ersten Station mit einer ersten digitalen Funkeinheit
und mit einer zweiten Station mit einer zweiten digitalen Funkeinheit
zur drahtlosen Kommunikation mit der ersten Station, wobei das System
für Sprach-
und Nicht-Sprach-Kommunikation vorgesehen ist. Ein derartiges System
kann ein schnurloses Telefonsystem sein, wie ein sog. DECT-System ("Digital European
Cordless Telecommunications")
ein zellulares Mobilfunksystem, ein eigenständiges örtliches schnurloses System
oder ein schnurloses LAN, wobei ähnliche
Techniken angewandt werden, eine Kombination derartiger Systeme,
oder ein Multimediasystem.
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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich weiterhin auf eine Funkstation
zur Verwendung in einem derartigen System und auf ein Verfahren
zur Anwendung in der Station.
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Ein
digitales Kommunikationssystem dieser Art ist aus der Europäischen Patentanmeldung
EP 0 615 393 bekannt. In
EP 0 615 393 werden Nicht-Sprachdatenpakete
mit Hilfe sog. "Dataphones" in einem zellularen
Sprachnetzwerk übertragen, während Sprachkommunikation über "Voicephone" erfolgt. Bei dem
bekannten System ist eine Sammlung freier Sprachkanäle für die Datenphone
reserviert, die versuchen einen freien Kanal aus der Sammlung zu
belegen, wenn eine digitale Datenübertragung erforderlich ist.
Sollte dies nicht erfolgreich sein, so versucht das Datenphon es
abermals innerhalb weniger Sekunden. Ein derartiges System ist nicht
sehr geeignet für
eine gemischte Sprach- und Nicht-Sprach-Kommunikation über eine
einzige Station, wenn es ein Bedürfnis
nach schnell variierenden Betriebsarten zwischen Sprach- und/oder Nicht-Sprachdatenkommunikation
gibt. Insbesondere sollte bei Multimediakommunikation die Station
imstande sein, bei schnell variierenden Kommunikationsbedürfnissen
sehr schnell Betriebsarten zu ändern.
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Weiterhin
ist ein DECT-Schnurlos-Telefonsystem bekannt, wie dies von "ETSI" ("European Telecommunications
Standards Institute")
genormt worden ist. In einem derartigen DECT-System, einem TDMA
("Time Division
Multiple Access")
TDD ("Time Division
Duplex") System,
sind Sprach- und Nicht-Sprachkommunikation in einzelnen Normen genormt.
Für eine
Sprachkommunikation oder jede andere beliebige Echtzeit-Kommunikation soll
ein kontinuierlicher Datenstrom gewährleistet sein, während für eine Nicht-Sprachdatenkommunikation
gewährleistet
sein soll, dass die Funkverbindung sehr zuverlässig ist. Dazu schreibt die
DECT-Datennorm mehrere Datenformate und Protokolle vor, damit eine Datenkommunikationsverbindung
zuverlässig
ist. Es wird aber nicht beschrieben, dies das System ausgebildet
sein soll um es für
schnell variierende Kommunikation, insbesondere für Multimediaapplikationen, geeignet
zu machen.
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Es
ist nun u. a. eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein digitales
Kommunikationssystem der oben genannten Art zu schaffen, das geeignet
ist für
gemischte Sprach- und Nicht-Sprachkommunikation, wobei Kommunikationsbedürfnisse
schnell variieren.
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Dazu
weist das digitale Kommunikationssystem nach der vorliegenden Erfindung
das Kennzeichnen auf, dass das System vorgesehen ist um bei einem
Aufbauantrag von der ersten Station wenigstens einen Funkkanal aufzubauen,
um bei einem Verbindungsantrag von der ersten Station die erste
Station und die zweite Station in einer Sprach- und/oder Nicht-Sprach-Mode über den
wenigstens einen Aufbaufunkkanal zu verbinden, und um bei einem
weiteren Verbindungsantrag von der ersten Station die Sprach- und/oder
Nicht-Sprach-Mode in wenigstens einem des wenigstens einen Aufbau-Funkkanals
zu ändern
ohne dass der wenigstens eine Aufbaufunkkanal freigegeben wird,
wobei die Kommunikationsstationen dazu vorgesehen sind, ein zuverlässiges Datenprotokoll
zum Austauschen zuverlässiger
Daten zwischen den Kommunikationsstationen in der Nicht-Sprach-Mode anzuwenden.
Nach der vorliegenden Erfindung ist in Anspruch 9 eine Kommunikationsstation
zur Verwendung in diesem System definiert und ein Verfahren zur
Verwendung in dieser Kommunikationsstation ist in Anspruch 10 definiert. Der
vorliegenden Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass wesentlich
viel Zeit gespart wird, wenn von der Sprach- zu der Nicht-Sprachkommunikationsmode
und umgekehrt umgeschaltet wird, wenn die Verbindung nicht zuerst
freigegeben wird. Ein Antrag von einer Applikation um die Moden
zu ändern, kann
auf diese Weise schnell erfüllt
werden. Wenn beispielsweise zunächst
für eine
Station zwei Kanäle für Nicht-Sprachdatenkommunikation
aufgebaut wurden, wird ein Sprachübertragungsantrag sofort dazu führen, dass
ein Kanal der Datenübertragung
dynamisch zugeordnet wird, während
die Nicht-Sprachübertragung
nicht unterbrochen wird und nur mit einer niedrigeren Übertragungsrate
arbeitet. Für
drei Ausgangs-Aufbaukanäle
ist die Situation sogar besser, weil die Datenrate der Nicht-Sprachkommunikation allmählicher
angepasst wird. Wenn DECT-Techniken angewandt werden, bietet die
vorliegende Erfin dung den großen
Vorteil, dass andere DECT-Anordnungen, die sich in der Nähe der betreffenden
Station befinden, sich keineswegs von der Modenänderung bewusst sind, und dass
auf diese Weise das System nach der vorliegenden Erfindung der DECT CTR06-Koexistenznorm völlig entspricht,
die Zustimmungen vom DECT-Typ entsprechen sollen.
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In
einer Ausführungsform
des digitalen Kommunikationssystems nach der vorliegenden Erfindung
umfasst das zuverlässige
Datenprotokoll wenigstens einen Addierfehler-Korrekturcode für die Nicht-Sprachdaten,
wodurch das Austauschen von Daten bestätigt wird, oder falsche Daten
zurück übertragen
werden. Dadurch kann eine zuverlässige Übertragung
von Nicht-Sprachdaten gewährleistet werden.
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Eine
spezielle und vorteilhafte Verwendung der vorliegenden Erfindung
ist die Kombination eines schnurlosen Telefongeräts und einer interaktiven Graphiktafel
in der einen Station und die Kombination einer Funkeinheit und eines
PCs in einer anderen Station. Auf diese Weise kann die interaktive
Graphiktafel als Fernbedienung verwendet werden zum Emulieren von
Eingaben und Ausgaben zu bzw. von dem PC. Auf diese Weise kann man
den PC fernsteuern um beispielsweise Applikationen unter WINDOWSTM laufen zu lassen. Aus Sicherheitsgründen kann
man zunächst
das örtliche
PC-Tastenfeld sperren, bevor man den Raum, in dem sich der PC befindet,
verlässt.
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In
anderen Ausführungsformen
eines digitalen Kommunikationssystems nach der vorliegenden Erfindung
können
die Stationen in einer örtlichen
eigenständigen
Umgebung ähnlich
wie die genannte Fern-WINDOWSTM-Applikation
oder dergleichen miteinander kommunizieren, oder in einer schnurlosen Telefonumgebung
mit Kopplung zu Netzwerken wie, falls erwünscht, Ethernet-Netzwerken,
oder in einer zellularen Telefonumgebung oder dergleichen. Die vorliegende
Erfindung kann auch in einzelnen Modulen verkörpert sein, die mit anderen
Systemelementen verwendet werden können. Eines derartiger Module
kann ein PCMCIA-Modul sein, das an einem Steckplatz eines PC vorgesehen
werden kann, und ein anderes Modul kann ein Modul zur Kopplung zwischen
einem DECT-Radio und beispielsweise einer interaktiven Graphiktafel
sein.
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Ausführungsbeispiele
der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden im vorliegenden
Fall näher
beschrieben. Es zeigen:
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1 eine
schematische Darstellung eines digitalen Kommunikationssystems nach
der vorliegenden Erfindung,
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2 eine
erste und eine zweite Station nach der vorliegenden Erfindung,
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3 einen
Verbindungsaufbau und eine Modifikation in einem System nach der
vorliegenden Erfindung,
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4 Nachrichtenformate
von Sprach- und Nicht-Sprachdaten in einem System nach der vorliegenden
Erfindung, und
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5 eine
schematische Darstellung eines Schiebefensterprotokolls für zuverlässige Nicht-Sprachdatenübertragung
zwischen zwei Stationen in einem System nach der vorliegenden Erfindung.
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In
den Figuren werden für
entsprechende Elemente dieselben Bezugszeichen verwendet.
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1 zeigt
schematisch ein digitales Kommunikationssystem 1 nach der
vorliegenden Erfindung mit einer ersten Station 2 und einer
zweiten Station 3. Die erste Station 2 eine erste
digitale Funkeinheit 4 und die zweite Station 3 hat
eine zweite digitale Funkeinheit 5, wobei die Funkeinheiten 4 und 5 zur schnurlosen
Kommunikation miteinander in der Sprach- und in der Nicht-Sprach-Kommunikationsmode
um beispielsweise eine Multimediakommunikation zu ermöglichen.
Die Funkeinheiten 4 und 5 können Funkeinheiten sein, welche
die sog. DECT-Norm ("Digital
European Cordless Telecommunications") implementieren, eine Luftschnittstelle wie
von ETSI ("European
Telecommunications Standard Institute") genormt, kann aber auch wenigstens die
Luftschnittstelle anderer Funknormen wie GSM ("Global Systems for Mobile Communications") implementieren.
In den gegebenen Beispielen arbeiten die digitalen Funkeinheiten 4 und 5 entsprechend
der DECT-Norm. Für
eine detaillierte Beschreibung von DECT, insbesondere Sprachkommunikation,
sei verwiesen auf das Handbuch "Cordless
Telecommunications in Europe" von
H. W. Tuttlebee, Springer Verlag, 1990, Appendix 3, Seiten 273–284. Auf
Seite 278 dieses Handbuchs wird die DECT physikalische Schicht kurz
beschrieben und es ist eine Mehrfachträger TDMA ("Time Division Multiple Access") TDD ("Time Division Duplex") DECT-Framestruktur
von zweimal zwölf
Zeitschlitzen in Abwärtsverbindung und
Aufwärtsverbindung,
und ein DECT-Nachrichtenformat für
Sprache dargestellt, wobei eine derartige Struktur durchaus bekannt
ist. Auf den Seiten 279 und 280 dieses Handbuchs wird das Verriegeln
der Handgeräte
an einer Basisstation in der freien Mode und der Aufbau eines Anrufs
kurz beschrieben. Für zuverlässige Nicht-Sprachkommunikation
sei verwiesen auf "DRAFT
DECT Standard pr ETS 300 435, September 1994" Seiten 1–13, worin eine sog. Typ A Datenübertragung
mit einem maximalen Einrichtungs-Durchsatz von beispielsweise 34 kbits/s
netto beschrieben wird und auf die ETSI DECT Standard ETS 300 175-3,
1992, Seite 1 und Seiten 43–52,
wobei das Multiplexing in der sog. DECT MAC-Schicht ("Medium Access Control") dargestellt wird
und nicht geschützte
und geschützte
Datenformate. Die erste Station 2 umfasst eine interaktive
Graphiktafel 6, die mit der digitalen Funkeinheit 4 gekoppelt
ist. Die Tafel 6 ist mit einem Mikrocontroller 6A zur
Steuerung der Wiedergabefunktionen und der Datenübertragungsfunktionen zu und
von der Tafel versehen, wobei der Mikrocontroller einen Prozessor,
einem ROM und RAM Speicher und I/O-Porte aufweist. Ein derartiger Mikrocontroller
ist an sich durchaus bekannt. Eine interaktive Graphiktafel an sich
ist beispielsweise in dem US Patent Nr. 5.231.381 beschrieben worden. Die
zweite Station 3 umfasst einen PC 7, der mit der digitalen
Funkeinheit 5 gekoppelt ist. In einer Ausführungsform
kann die Kombination der Stationen 2 und 3 als
ein ferngesteuerter Computer verwendet werden, wahrend gleichzeitig
zwischen der Fernstation und anderen Stationen Sprachkommunikation
möglich
ist. Bei dieser Ausführungsform
ist ein Handgerät 8 mit
der Station 2 gekoppelt und die Station 3 ist
mit einem lokalen Netz (LAN) gekoppelt, oder mit einem öffentlichen
Netz, oder Netzwerken für
Sprachübertragung.
In dem PC kann ein Programm laufen, das von der interaktiven Graphiktafel 6 ferngesteuert wird.
So kann beispielsweise im PC 7 eine WINDOWSTM Applikation
laufen, wodurch die interaktive Graphiktafel 6 den Wiedergabeschirm
und das Tastenfeld des Pcs simuliert. Das System 1 kann
entweder ein eigenständiges
System, ein Schnurlostelefonsystem oder sogar ein zellulares Telefonsystem sein. 1 zeigt
weiterhin andere Endkonfigurationen. Eine Station 9 mit
einer digitalen Funkeinheit 10, einer interaktiven Graphiktafel 11 und
einem Handgerät 12 ist
vorgesehen um mit einer DECT Basisstation 13 zu kommunizieren,
die mit einem öffentlichen Telekommunikationsnetzwerk 14 gekoppelt
ist. Die Station 9 ist vorgesehen zur gemischten Sprach-
und Nicht-Sprachdatenkommunikation. Das Handgerät 12 kann ein normaler
Telefonempfänger,
ein Freisprechtelefon oder dergleichen sein. Derartige Handgeräte sind
an sich bekannt. Es ist eine Station 15 dargestellt mit
einer digitalen Funkeinheit 16 und einem PC 17,
wobei die Station 15 vorgesehen ist zur drahtlosen Kommunikation
mit einer DECT Basisstation 18, die mit dem Netzwerk 14 gekoppelt
ist. Die Station 9 kann als eine Fern-Eingabe/Ausgabeeinrichtung
für den
PC 17 verwendet werden, während gleichzeitig Sprachkommunikation
möglich
ist. Ein PC 19 ist dargestellt, der über ein Ethernet 20 mit dem öffentlichen
Netz gekoppelt ist. Die Station 9 kann ebenfalls vorgesehen
sein um Datenkommunikation mit dem Computer 19 zu ermög lichen.
Weiterhin ist eine Station 22 nach der vorliegenden Erfindung
dargestellt, die mit den Basisstationen 23, 24 und 25 kommunizieren
kann, die mit einer PABX ("private
automatic branch exchange") 26 gekoppelt ist,
die ein sog. Rückgrat
hat, damit die Station 22 in einem durch die Basisstationen 23, 24 und 25 gebildeten
mikrozellularen Netzwerk umhergehen kann. Eine derartige PABX ist
in dem US Patent Nr. 5.418.838 beschrieben worden. Mit der PEBX 26 ist über ein
Ethernet 28 ein PC 27 gekoppelt. In einer anderen
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung kann eine interaktive drahtlose Station
nach der vorliegenden Erfindung verwendet werden um die jüngste Information
von der Börse
zu erhalten, während
gleichzeitig telephonisch Aktien gekauft werden können, oder
in einer Sicherheitsumgebung bei Flughäfen verwendet werden können, wo
ein Passfoto und Daten auf dem Pass mit Hilfe einer zentralen Datenbank überprüft werden
können,
während
gleichzeitig Sprachkommunikation möglich ist, oder in ähnlichen
Applikationen, die eine gemischte Sprach- und Nicht-Sprachkommunikation
mit ununterbrochenem Verkehr erfordern. Auf diese Weise schafft
die vorliegende Erfindung die Umschaltung zugeordneter drahtloser
Hilfsmittel zwischen Echtzeit-Sprachverkehr und zuverlässigem Nicht-Sprachdatenverkehr ohne
dass zuerst alle Hilfsmittel freigegeben werden.
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2 zeigt
detailliert die erste und die zweite Station 2 und 3 nach
der vorliegenden Erfindung. Die erste Station 2 umfasst
eine HF-Einheit 30, die mit einer Antenne 31 und
mit einer Steuereinheit 32 gekoppelt ist. Die Steuereinheit 32 umfasst
einen DECT-Controller 33 zur
Steuerung von Datenströmen
zu und von der HF-Einheit 30. Wenn Kanäle aufgebaut worden sind, belegen
derartige Kanäle
bestimmte Zeitschlitzkombinationen. Der DECT-Controller 33 ist
mit einem Sprach-Codec 34 gekoppelt, der digitale Sprachdaten
von und zu dem Handgerät 8 zu
und von dem DECT-Controller 33 codiert und decodiert. Im
Falle von DECT ist der Codec 34 ein sog. ADPCM-Codec ("Adaptive Differential
Pulse Code Modulation")
mit einer Bitrate von 32 kbits/s. Der DECT-Controller 33 ist
weiterhin mit einem Puffer 35 gekoppelt, um eine Benutzerdaten-
und eine Steuerdatenstrecke 36 zu einer externen Anordnung,
wie der interaktiven Graphiktafel 6, zu schaffen. Die Steuereinheit 32 umfasst
weiterhin einen Prozessor 37, der mit einem ROM/RAM-Speicher 38 gekoppelt
ist. Der Prozessor 37 steuert den Codec 34, den DECT-Controller 33,
den Puffer 35 und die Benutzerdaten- und Steuerdatenstrecke 36.
Die Strecke 36 kann eine parallele 8 bit I/O-Strecke, eine
serielle I/O-Strecke, oder jede beliebige andere geeignete I/O-Strecke für Befehle
und Daten sein. Der Prozessor 37 kann Steuerdaten bewerten,
die über die
Strecke 36 empfangen worden sind, und kann eine Schaltfunktion
in dem DECT-Controller 33 steuern zum
dynamischen EIN/AUS-Schalten der Codec-Strecke zu einem der Aufbaukanäle oder
Funkhilfsmittel und zum wenigstens teilweisen dynamischen EIN/AUS-Schalten
von Benutzerdaten, die über
die Strecke 36 empfangen worden sind, zu den Aufbaukanälen. Auf
gleiche Weise umfasst die zweite Station 3 eine HF-Einheit 40,
eine Antenne 41, und eine Steuereinheit 42. Die
Steuereinheit 42 umfasst einen DECT-Controller 43, einen Codec 44,
einen Puffer 45, eine Benutzerdaten- und Steuerstrecke 46, einen
Prozessor 47 und einen ROM/RAM-Speicher 48. Die
Benutzerdaten- und Steuerdatenstrecke 46 kann mit einer
externen Einrichtung, wie einem PC 7 gekoppelt werden.
Zum Koppeln der Steuereinheit 42 mit dem öffentlichen
Netz 14 umfasst die Steuereinheit 42 eine Leitungsschnittstellenschaltung 49.
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3 zeigt
einen Verbindungsaufbau und eine Verbindungsmodifikation in dem
System 1 nach der vorliegenden Erfindung. Ereignisse wie
eine Funktion der Zeit t sind für
die interaktive Graphiktafel 6 als eine externe Steueranordnung
für den
PC 7 und für
die Prozessoren 37 und 47 dargestellt. Vertikale Linien
geben die Quellen und Senken von Ereignissen an, wobei E6 die interaktive
Graphiktafel 6 angibt, wobei E37 den Prozessor 37 angibt,
wobei E47 den Prozessor 47 angibt, wobei E7 den PC 7 angibt. Um
das Signalisierungsdiagramm nicht unnötig kompliziert zu machen wurde
auf eine detaillierte Signalisierung auf dem Pegel der DECT-Controller 33 und 43 verzichtet,
wobei eine derartige Signalisierung an sich bekannt ist. Falls erforderlich
zum Verständnis der
vorliegenden Erfindung werden Prinzipien einer derartigen noch detaillierteren
Signalisierung angegeben. Es wird vorausgebaut, dass zwischen den Stationen 2 und 3 keine
Funkverbindung aufgebaut worden ist und dass die Station 2 als
ein DECT-Handgerät
in der freien Mode arbeitet, wobei zunächst versucht wird, auf der
Station 3, die als DECT-Basisstation wirksam ist, zu verriegeln.
In DECT ist jede Basisstation zu jeder Zeit aktiv wenigstens als
Bote, so dass Handgeräte
immer auf einer Basisstation verriegeln können, wenn sie dazu ermächtigt sind.
Beim Ereignis B_SYN initiiert der Prozessor 37 die Station 2 eine
Synchronisationsnachricht über
die HF-Einheit 30 zu übertragen.
Wenn vorausgebaut wird, dass die Verriegelung erfolgreich gewesen
ist, wird in einer freien Mode die Station 2 mit der Station 3 verriegelt.
Auf einem höheren
Pegel erhält
der Prozessor 37 einen Aufbaubefehl SU_n über die
Strecke 36 um einen Aufbau von n Kanälen auszulösen, wobei n eine positive
ganze Zahl ist. In dem gegebenen Beispiel ist n = 2. In DECT ist
ein Kanal eine Frequenz- Zeitschlitzkombination.
Der Prozessor 37 interpretiert den Befehl SU_n und sorgt
dafür,
dass ein Aufbauantrag eines niedrigeren Schichtpegels oder ein Ereignis
LSU_1 über
die Luftschnittstelle zum Erhalten eines ersten Kanals der Station 3 zugesendet
wird. Wenn verfügbar,
sendet der Prozessor 47 eine Angabe I_CH1 zu dem PC 7 um
anzugeben, dass der erste Kanal zugeordnet ist und löst eine
Bestätigung
einer ersten Kanalzuordnung A_CH1 aus, die über die Luftschnittstelle der
Station 2 zugesendet werden soll. Auf gleiche Weise werden Ereignisse
LSU_2 und eine Angabe I_CH2 und die Bestätigung A_CH2 durch die betreffenden
Prozessoren 37 und 47 ausgelöst. Wenn alle beantragten Zuordnungen
erfolgreich sind, löst
der Prozessor 37 ein Bestätigungsereignis A_OK aus, das über die Strecke 36 der
betreffenden externen Einrichtung zugesendet werden soll. In dem
gegebenen Beispiel sind auf diese Weise zwei Funkkanäle aufgebaut worden.
Danach erhält
der Prozessor 37 einen Verbindungsantrag C1_RQ(2d) über die
Strecke 36 für zwei
Datenkanäle
d, wobei in diesem Fall kein Sprachkanal erforderlich ist. Auf einem
niedrigeren Schichtpegel führt
dieser Verbindungsantrag C1_RQ(2d) zu einer Anzahl Unteranträgen um die betreffenden
Codes abzuschalten, die betreffenden Datenpuffer oder dergleichen
auszulösen.
In dem Signalisierungsdiagramm ist dies schematisch mit dem Antragsereignis
LC1_RQ, mit einer Angabe I_2D zu dem PC 7, und dem Bestätigungsereignis
A_C1_RQ angegeben. Wenn dies alles stimmt, dann löst auf einem
höheren
Schichtpegel der Prozessor einen Bestätigungsbefehl A_RQ_OK1 aus,
der über
die Strecke 36 gesendet werden soll. Danach sind auf einem logischen
Pegel zwei simultane Datenkanäle
zu je 32 kbit/s zur zuverlässigen
Datenkommunikation verfügbar.
Dazu wird von den Prozessoren 37 und 47 aus den
betreffenden ROM-Speichern 38 und 48 für die zwei
Datenkanäle
ein zuverlässiges
Datenübertragungsprotokoll
geladen und die Datenkommunikation kann starten. Es wird nun vorausgebaut,
dass die Applikation des höheren
Pegels wünscht,
dass eine Sprachkommunikation startet in einem der zugeordneten
Kanäle
für Nicht-Sprachdatenkommunikation weil
das Handgerät 8 abgehoben
wird oder weil ein eintreffender Gesprächsantrag empfangen wurde. Danach
löst die
Schicht oder die Applikation des höheren Pegels einen weiteren
Verbindungsantrag C2_RQ(v&d)
für einen
Sprach- und einem Datenkanal aus, der dem Prozessor 37 zugeführt wird.
Nach Verarbeitung der Antrags- und Bestätigungsnachrichten LC2_RQ und
A_C2_RQ des niedrigeren Pegels durch die Prozessoren 37 und 47 löst der Prozessor 37 eine
Bestätigungsnachricht
A_RQ_OK2 aus, die über
die Strecke 36 gesendet werden soll. Nach Auslösung des
Antrags LC2_RQ sendet der Prozessor eine Angabe I_VD zu dem PC 7.
Dadurch kann, ohne Unterbrechung der Datenübertragung, obschon eine weitere
Datenübertragung
mit einer niedrigeren Bitrate von 32 kbits/s auftritt, eine Sprachkommunikation
sehr schnell ausgelöst
werden. Auf gleiche Weise kann die Datenübertragungsrate wieder auf
eine höhere
Bitrate geändert
werden, wenn Sprachkommunikation nicht länger erforderlich ist. In einer
Basisform der vorliegenden Erfindung wird zunächst nur ein einziger Kanal
aufgebaut, dies hat aber den Nachteil, gegenüber dem Aufbau von mehr als
nur einem einzigen Kanal, dass die Datenübertragung vorübergehend
unterbrochen wird, wenn eine Sprachkommunikation erforderlich ist.
Wenn zunächst
mehr als zwei Kanäle
aufgebaut wurden, hat dies den Vorteil, dass eine Änderung
der Nicht-Sprach-Datenkommunikationsbitrate
allmählicher
erfolgt.
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4 zeigt
Nachrichtenformate von Sprach- und Nicht-Sprachdaten in dem System
nach der vorliegenden Erfindung. Dargestellt ist ein DECT MAC-Schicht
Datenformat UDF für
ungeschützte
Daten, wie Echtzeit-Sprachdaten und DECT MAC-Schicht Datenformat
PDF für
geschützte
Daten, wie zuverlässige
Nicht-Sprachdaten. Logische Steuerkanäle LCH belegen 48 Bits, und
CRC ("Cyclic Redundancy
Code") von 16 Bits
folgen betreffende 320 Bits ungeschützte Daten IPD und vier Gruppen von
64 Bits geschützten
Daten PD1, PD2, PD3 und PD4, denen 16 Schutzbits P1, P2, P3 bzw.
P4 folgen. Die Schutzbits P1, P2, P3 und P4 werden zu den Benutzerdaten
addiert, damit die Datenübertragung
zuverlässig
ist. Weiterhin werden zum erhalten einer zuverlässigen Nicht-Sprachdatenverbindung
Nachrichtenbestätigung
und Neuversuchen angewandt im Falle unzuverlässiger Nachrichten. Geschützte und ungeschützte Nachrichten
haben vier Bitvorläuferbits X
für andere
Zwecke. Wenn eine Umschaltung stattfindet von Sprach- zu Nicht-Sprachmode, werden
die DECT-Controller 33 und 43 von den betreffenden Prozessoren 37 und 47 instruiert,
das richtige Nachrichtenprotokoll anzuwenden.
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5 zeigt
schematisch ein Schiebefesterprotokoll SWIN für eine zuverlässige Nicht-Sprachdatenübertragung
zwischen den zwei Stationen 2 und 3 in dem System 1 nach
der vorliegenden Erfindung. Auf der linken Seite ist ein Stapel Übertragungspakete
TP dargestellt, auf der rechten Seite ist ein Stapel empfangener
Pakete dargestellt. Auf der linken Seite ist ein Schiebefenster
WIN dargestellt, das längs
Pakete schiebt, die in der Übertragung
begriffen sind, angegeben durch "Busy". Auch sind auf der
linken Seite bereits übertragene
Pakete dargestellt, angegeben durch "Done",
und Pakete, die noch übertragen
werden müssen,
angegeben durch "To Do". Auf gleiche Weise
sind auf der Empfangsseite die empfangenen Pakete durch "Rec" bezeichnet für Pakete,
die bereits empfangen worden sind, und durch "Empty" für
Pakete, die noch an leeren Pufferstellen empfangen werden sollen.
Pfeile "ACQ" und "DATA" geben Paketbestätigung und
Strom mit Übertragungsdaten.
Je nachdem die Zeit vergeht schiebt sich das Fenster WIN längs der Übertragungspakete. Ein
derartiges Protokoll, das an sich bekannt ist, erfordert keine zusätzlichen
Puffer, so dass es keine zusätzlichen Übertragungsverzögerung gibt
und ist transparent für
Neuverbindungen, weil Protokollinformation über die Verbindungen beibehalten
wird. Das Protokoll wird in beiden Stationen 2 und 3 angewandt.