-
Die Erfindung betrifft Glaselemente
mit (einer) Schicht(en).
-
Unter (einer) Schicht en) ist die
Schicht oder der Aufbau aus dünnen
Schichten, die insbesondere im Wesentlichen anorganisch ist (sind),
zu verstehen, die (der) auf die Oberfläche eines Substrats aufgebracht wird,
das in der Lage ist, in ein Glaselement eingebaut zu werden, um
diesem spezielle Eigenschaften zu verleihen.
-
Unter einem Glaselement ist ein beliebiges
Element zu verstehen, das aus mindestens einem starren Substrat
aufgebaut ist, und dessen es bildende Materialien im Wesentlichen
transparent sind.
-
Nicht erschöpfend lassen sich zwei Kategorien
von Glaselementen unterscheiden:
-
- – einerseits
Glaselemente, die vorgesehen sein können, die Durchsicht zu ermöglichen.
Dabei handelt es sich selbstverständlich um Verglasungen, die
beispielsweise zur Ausrüstung
von Gebäudefassaden
oder einem beliebigen Fahrzeugtyp verwendet werden. In diesem Fall
kann versucht werden, sie mittels Aufbauten aus Schichten mit sehr
unterschiedlicher Zusammensetzung zu "funktionalisieren". So können insbesondere
für eine
antistatische oder beheizende Funktion vom Typ beschlagabweisende
Funktion elektrisch leitfähige
dünne Schichten,
beispielsweise auf der Basis eines Metalls oder eines dotierten
Metalloxids, vorgesehen werden. Für eine thermische, niedrig
emittierende oder vor Sonne schützende Funktion
kann man sich dünnen
Metallschichten vom Typ Silber, auf der Basis von Metallnitrid oder
eines gegebenenfalls dotierten Metalloxids zuwenden,
- – andererseits
Glaselemente, die undurchsichtig gemacht werden können, um
die Durchsicht zu verhindern. Dabei handelt es sich im Wesentlichen
um Spiegel oder Paneele für
Fassadenplatten (anschließend
nur mit dem Begriff "Paneele" bezeichnet) vom Typ abgestützte Fassadenplatten.
Bei Spiegeln wird üblicherweise mindestens
eine Schicht aus einem reflektierenden Material verwendet, deren
Dicke ausreicht, um den gewünschten
Spiegeleffekt zu erhalten. Dabei kann es sich um Silber, Kupfer
und Aluminium handeln. Bei Paneelen gibt man sich oft damit zufrieden,
dieselbe Schicht oder denselben Schichtaufbau wie diejenige/denjenigen
zu verwenden, die/der in den Verglasungen verwendet worden ist,
welche die Durchsicht ermöglichen und
sich neben den Paneelen befinden, nachdem sie in der Fassade eines
Gebäudes
angebracht worden sind, wodurch eine Einheitlichkeit des optischen
Aussehens der gesamten so ausgestatteten Fassade, von außen gesehen,
sowohl unter kolorimetrischem als auch unter dem Gesichtspunkt des
Reflexionsgrades sichergestellt wird.
-
Unabhängig davon, ob das Glaselement
zur ersten oder zur zweiten Kategorie gehört, kann es eine Struktur aufweisen,
wie sie mit einem starren anorganischen Substrat des Typs Glas verbunden
ist, das mit einer oder mehreren dünnen Schichten aus einem organischen
oder organoanorganischen Material beschichtet ist. Dies trifft auch
auf die Durchsicht erlaubende Verglasungen, insbesondere vom Typ
Verbundverglasung, zu, wobei im Allgemeinen zwei Glassubstrate,
wovon mindestens eines mit dünnen
Schichten überzogen
sein kann, mittels einer Folie auf der Basis eines thermoplastischen
Polymers vom Typ Polyvinyl butyral, PVB, durch Heißkalandrieren
und/oder Durchlauf durch einen Autoklaven miteinander verbunden
sind. Dies ist auch der Fall bei undurchsichtig gemachten Glaselementen,
da das Mittel, das am häufigsten
angewendet wird, um eine Verglasung undurchsichtig zu machen, darin
besteht, auf der Oberfläche
des starren Substrats vom Typ Glas (mit Schichten überzogen)
der Verglasung eine Beschichtung auf der Basis eines opaken Polymers
aufzubringen.
-
Weiterhin sind Verglasungen zu nennen,
für welche
Aufbauten aus dünnen
Schichten vom anorganischen Typ verwendet werden, die mit einer
Polymerschicht verbunden sind, die "funktionell" ist, d. h. eine
spezielle Eigenschaft aufweist. Dabei kann es sich beispielsweise
um ionenleitfähige
Polymere handeln, die als Elektrolyt in elektrochemisch aktiven
Verglasungen wie elektrochromen Verglasungen verwendet werden. Davon
sind die Materialien auf der Basis einer Lösung von Polyethylenoxid und
H3PO4 als protonischer
Elektrolyt wie die in den Patenten EP-253 713 und EP-670 346 beschriebenen
oder die Materialien auf der Basis von verzweigtem Polyethylenimin
und Lithiumsalz als Li+-leitfähiger Elektrolyt
wie die im europäischen
Patent EP-518 754 beschriebenen zu nennen.
-
Unter einem anderen Typ eines "funktionellen"
Polymers sind auch die Polymere mit elektronischen Eigenschaften,
insbesondere diejenigen, die für
elektrolumineszente Verglasungen verwendet werden, zu verstehen.
-
Bei all diesen Glaselementen ist
es erforderlich, eine ausreichende Haftung zwischen ihren unterschiedlichen
Materialien, insbesondere an der Grenzfläche des starren und speziell
mineralischen Substrats vom Typ Glas mit dem organischen Material
vom Typ Polymer sicherzustellen, wobei die Haftung insbesondere
erforderlichenfalls durch ein Haftmittel wie ein Silan verstärkt werden
kann.
-
Dies reicht jedoch noch nicht aus:
Es ist ebenfalls erforderlich, dass diese Haftung erhalten bleibt
und nachdem das Glaselement in das Gebäude oder Fahrzeug eingebaut
ist, die erforderliche Beständigkeit
aufweist.
-
Es hat sich jedoch gezeigt, dass
Glaselemente dieses Typs, bei welchen starre Substrate vom Typ Glas
verbunden sind, die mit dünnen
Schichten überzogen
sind und sich mit einer oder mehreren Folien von im wesentlichen
organischen Charakter in Berührung
befinden, nur in einigen Fällen
eine ausreichende Langzeitbeständigkeit
aufweisen, was sich in optischen und/ oder mechanischen Fehlern
und sogar einer Entschichtung des Elements bemerkbar macht, die
sich erst nach mehreren Monaten oder sogar Jahren nach dem Einbau
zeigen.
-
Deshalb liegt der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, das Problem zu lösen,
indem insbesondere für
Glaselemente, bei welchen mindestens ein starres oder halbstarres,
speziell anorganisches Substrat vom Typ Glas mit einem organischen
Material vom Typ Polymer und dünnen
Schichten verbunden ist, ausreichende und reproduzierbare Beständigkeit
gewährleistet
wird.
-
Der erfindungsgemäße Gegenstand ist ein Paneel
einer abgestützten
Fassadenplatte, das hergestellt wird, indem ein undurchsichtig machender
Lack einem Glas, das die Durchsicht ermöglicht und mit einem Aufbau
aus dünnen
Schichten versehen ist, die einen Teil der Sonneneinstrahlung filtern,
derart hinzugefügt
wurde, dass sich der Aufbau aus dünnen Schichten und der undurchsichtig
machende Lack miteinander in Berührung
befinden, wobei die letzte Schicht dieses Aufbaus auf der Basis
eines dielektrischen Materials ist, das aus einem Nitrid, Carbid,
Nitridoxid oder Carbidoxid besteht, und dessen Differenz der Energieniveaus
zwischen Leitungsband und Valenzband mindestens 4 eV beträgt, und
welche als "Schutzschild" in Bezug auf eine Schicht des Aufbaus
dient, die eine photokatalytische Aktivität gegenüber dem undurchsichtig machenden Lack
besitzt.
-
Ganz allgemein und im Folgenden der
Beschreibung umfasst das erfindungsgemäße Glaselement mindestens ein
vorzugsweise aus Glas bestehendes starres Substrat und eine Folie
aus im Wesentlichen organischem Material, zwischen denen sich die
Schicht oder der Schichtaufbau befindet. Bei einem Schichtaufbau
ist es von Bedeutung, dass die Schicht des Aufbaus, die sich mit
der Folie aus organischem Material in Berührung befindet oder dieser
am nächsten
ist, nicht oder nur wenig photokatalytisch ist; dies ist die weiter oben
beschriebene "letzte" Schicht. Die Erfindung betrifft jedoch auch
Glaselemente, worin das starre Substrat auch im Wesentlichen einen
organischen Charakter vom Typ eines Polymers haben kann. Dies ist
insbesondere bei Polymeren der Fall, die zur Gruppe der Polycarbonate,
PC, oder zu Polymethylmethacrylat, PMMA, gehören. In diesem Fall kann es
bevorzugt sein, auch die erste Schicht des Aufbaus zu berücksichtigen,
d. h. diejenige des Aufbaus, die sich in Berührung mit dem starren Substrat
auf der Basis eines Polymers befindet, und gegebenenfalls vorzusehen,
dass sie ebenfalls nur schwach oder nicht photokatalytisch ist.
-
Weiterhin ist unter einem "Hybridmaterial"
ein Material, das teilweise anorganisch und teilweise organisch
ist, vom Typ der Materialien, die beispielsweise durch eine Sol-Gel-Synthese
erhalten werden können, zu
verstehen.
-
Erfindungsgemäß kann das im Wesentlichen
organische oder Hybridmaterial in Form einer wie zuvor beschriebenen
Folie vorliegen. Diese Folie kann ununterbrochen oder unterbrochen
sein. Das Material kann aber auch in Form eines am Rand befindlichen
Bandes vorliegen. Es kann sich dabei um einen Umfangsklebstoff handeln,
der verwendet wird, um an Fassaden als als "Verglasung mit Randverbund"
bezeichnete Verglasungen wie diejenigen, die unter der Bezeichnung
"VEC" von SAINT-GOBAIN
VITRAGE vertrieben werden, zu befestigen.
-
Von den Erfindern sind die Gründe gefunden
worden, aus welchen mitunter eine Beschädigung des Glaselements verursacht
wird, die fortschreitend je nach Typ der dünnen Schichten und nach der
Verwendung des Glaselements verschieden groß ist. Das Problem bestand
im Wesentlichen in der Grenzfläche Schicht(en)/wenigstens
teilweise organisches Material, in welchem Fall zwei kumulierende
Bbedingungen zusammentrafen: Einerseits, wenn die letzte Schicht
des Aufbaus, die vorgesehen ist, sich in direkter Berührung mit
dem organischen Material zu befinden, aus einem Material bestand,
das eine gewisse photokatalytische Eigenschaft hatte, und andererseits,
wenn das Glaselement derart eingesetzt wurde, dass es über längere Zeit Sonneneinstrahlung
und insbesondere Ultraviolettstrahlung ausgesetzt war, was der Fall
bei allen Glaselementen wie Verbundverglasungen für Fahrzeuge
oder Fassadenplatten für
Gebäude
war.
-
Bei der besonderen Gestaltung, die
eine Abfolge des Typs Glas/Schicht(en)/wenigstens teilweise organisches
Material umfasste, fand eine photokatalytische Reaktion statt, die
in der letzten Schicht des Aufbaus initiiert wurde, worin sich unter
dem Einfluss der Ultraviolettstrahlung "Elektronen-Loch-Paare" bildeten,
die im organischen Material vom Typ Polymer freie Radikale erzeugten,
die durch Kettenreaktionen die kovalenten Grenzflächenbindungen
zwischen den zwei Materialien abbauten und in der Verschlechterung
der Haftung des organischen Materials an der (den) dünnen Schicht(en)
und/oder der vollständigen
Beschädigung
endeten. Diese Beschädigung
konnte umso stärker
sein, wenn in der umgebenen Atmosphäre eine hohe Restfeuchtigkeit
herrschte und die Verglasung in der Lage war, sich zu erwärmen, insbesondere
wenn es sich um eine Verglasung handelte, die mit einem Lack auf
der Basis eines opaken Polymers undurchsichtig und somit absorptionsfähig gemacht
worden war.
-
Viele dünne Schichten, die üblicherweise
für Glaselemente
verwendet werden, besitzen eine gewisse photokatalytische Reakivität, eine
photokatalytische Aktivität,
die insbesondere dann relativ ausgeprägt ist, wenn es sich um ein
Titan-, Zink- und
in geringerem Maße
Zinnoxid handelt. Das Problem stellt sich nur, wenn diese Schichten
die einzige Schicht oder die letzte Schicht des Aufbaus sind.
-
Die Erfindung bestand daher, nachdem
das Problem erkannt worden war, nicht darin, die entsprechenden
Aufbauten des Typs Glas/Schicht(en)/Polymer, die weiterhin vorteilhaft
sind, da sie insbesondere die dünnen
Schichten vor äußeren mechanischen
oder chemischen Angriffen schützen,
vollständig
zu entfernen, sondern den Schichtaufbau derart anzupassen, dass
die Gefahr des Abbaus des organischen Materials durch ein photokatalytisches
Phänomen,
das von den dünnen
Schichten verursacht wird, beseitigt oder zumindest minimiert wird.
-
Dazu bieten sich mehrere Lösungen an:
-
- – die
letzte Schicht des Aufbaus kann komplett weggelassen werden, wobei
dann die darunter liegende Schicht keine oder nur eine geringe photokatalytische
Aktivität
aufweist. Dabei ist es bevorzugt, sicherzustellen, dass durch dieses
Weglassen keine anderen Risiken geschaffen werden, beispielsweise
dann, wenn die letzte Schicht dazu dient, das optische Aussehen
des Glaselements einzustellen (insbesondere Kolorimetrie und Reflexionsgrad)
und/oder die übrigen
Schichten, insbesondere vor Oxidation oder gegebenenfalls Zerkratzen,
bis zur Stufe der Verbindung mit dem Polymer zu schützen. Die
Einstellung kann beispielsweise erfolgen, indem die Dicke der übrigen Schichten
modifiziert bzw. angepasst wird,
- – weiterhin
kann in dem Aufbau die eine beträchtliche
photokatalytische Aktivität
aufweisende Schicht erhalten bleiben, da sie weiterhin interessante
Eigenschaften besitzt, wobei ihr aber ein "Schutz" vor dem wenigstens teilweise
organischem Material verliehen wird, indem sie vollständig oder
teilweise mit mindestens einer anderen dünnen Schicht bedeckt wird,
die diese Eigenschaft nicht aufweist.
-
Dann, wenn kein Schichtaufbau, sondern
nur eine einzige Schicht vorliegt, kann diese ebenfalls mit mindestens
einer Schicht überzogen
werden, die diese Eigenschaft nicht aufweist, oder für sie ein
in der Funktion gleichwertiges Material, das sie ersetzen soll,
aber nicht oder nur wenig photokatalytisch ist, gefunden werden.
-
Die Schicht oder die letzte Schicht
des Aufbaus wird daher auf geeignete Weise ausgewählt. Dabei sind
mehrere Materialtypen, die nur wenig oder nicht photokatalytisch
sind, möglich.
-
Zunächst kann es sich um eine Schicht
auf der Basis eines leitfähigen,
im Wesentlichen metallischen oder metalloiden Materials, insbesondere
auf der Basis von Si oder eines Metalls bzw. eines Metallgemischs, handeln,
das aus der Gruppe der Übergangsmetalle
oder der Gruppe 3a oder 4a des Periodensystems
der Elemente ausgewählt
ist. Vorzugsweise handelt es sich um die Metalle Ta, Ti, Cr, Ni,
Ag, Al, Cu, Sn, Fe und Zr.
-
Weiterhin kann es sich um eine Schicht
auf der Basis mindestens eines dieser Metalle, insbesondere in Form
einer Legierung, aber teilweise oder vollständig nitridiert, speziell in
Form einer nitridierten NiCr-Legierung, ZrN oder nitridiertem Chrom,
handeln.
-
Die Schicht kann auch aus einem halbleitenden
Material bestehen, das insbesondere derart n-dotiert ist, dass ihm
ein leitfähiges
Verhalten verliehen wird. Dabei kann es sich um eine Schicht vom
Typ mit Fluor dotiertem Zinnoxid, SnO2 :
F, handeln. Es hat sich gezeigt, dass Oxide vom Typ SnO2,
die in bestimmten Modifikationen (die insbesondere einen gewissen
Kristallisationsgrad aufweisen) eine bestimmte photokatalytische
Aktivität
besitzen, diese Eigenschaft völlig
oder teilweise verlieren, wenn sie, insbesondere durch n-Dotierung,
dotiert werden, und ganz speziell, wenn ein Teil des Sauerstoffs
durch Halogene vom Typ Fluor ersetzt wird.
-
Eine plausible Erklärung dafür könnte sein,
dass, wenn durch eine Dotierung die Anzahl der "Elektronen-Loch-Paare"
erhöht
wird, die a priori eher in der Lage sind, ein photokatalytisches
Phänomen
zu verstärken,
dies nicht der Fall ist, wenn sie eine genügend lange Lebensdauer haben.
Da diese Paare sehr schnell rekombinieren, beispielsweise mittels
des Vorhandenseins von Fehlern oder Leerstellen im betrachteten
Material, kann dieser verstärkende
Effekt entfallen und sogar der umgekehrte Effekt erhalten werden.
Auf jeden Fall erweist sich das mit Fluor dotierte Zinnoxid als
ein Material, das erfindungsgemäß perfekt
geeignet ist.
-
Weiterhin kann es sich auch an letzter
Stelle um eine Schicht auf der Basis eines dielektrischen Materials
vom Typ Oxid, Nitrid, Carbid, Nitridoxid oder Carbidoxid handeln,
dessen Differenz der Energieniveaus zwischen dem Leitungsband und
dem Valenzband mindestens 4 eV und insbesondere mindestens 4,5 eV
beträgt.
Es wird sich insbesondere auf Siliciumoxid, SiO2,
oder Siliciumcarbidoxid, SiOC, gerichtet.
-
Ganz allgemein ist bekannt, dass
die photokatalytischen Eigenschaften eines Oxids vom Typ TiO2 mit dem Kristallisationsgrad und dem Charakter
der Kristallisation des Materials verbunden sind. Schematisch kann
festgestellt werden, dass die einem gegebenen Material eigenen photokatalytischen
Eigenschaften umso ausgeprägter
sind, je stärker
dieses kristallisiert ist. Das ist der Grund dafür, dass erfindungsgemäß, um die letzte
Schicht des Aufbaus zu bilden, Materialien bevorzugt werden, die
im Wesentlichen amorph sind.
-
Die Folie aus einem organischen oder
"hybriden" Material, die sich in Berührung mit der letzten Schicht des
Aufbaus befindet, ist vorteilhafterweise auf der Basis von Polymeren,
die je nach dem vorgesehenen Verwendungszweck einen thermoplastischen
oder wärmeaushärtbaren
Charakter haben können.
-
Dabei kann es sich um ein Polyester-,
Epoxid-Polyester-, Polyurethan-, Acryl-, Polyamid-, Polyester-Urethan-,
Polyvinyl-, und Polyvinylfluoridharz, PVDF, einen beliebigen Typ
eines Polykondensats, um natürliche
Polymere vom Typ Polysaccharid oder ein beliebiges Gemisch aus diesen
verschiedenen Polymerarten handeln. Letztere sind, wenn sie opak
gewählt
werden (beispielsweise durch Zusatz eines geeigneten Farbmittels
vom Typ Ruß),
als undurchsichtig machender Lack und als Schutz der dünnen Schichten
für Glaselemente,
die als Spiegel oder Paneele von abgestützten Fassadenplatten verwendet
werden, besonders geeignet. Das Glaselement kann so eine allgemeine
Struktur Glas/Schicht(en)/Folie und insbesondere bei einem Spiegel
eine Struktur Glas/mindestens eine reflektierende Schicht/opake
Folie oder für
ein Paneel eine Struktur Glas/ mindestens eine funktionelle Schicht
vom selben Typ wie demjenigen eines die Durchsicht ermöglichenden
Glaselements/opake Folie umfassen.
-
Um in ein die Durchsicht ermöglichendes
Glaselement eingebaut zu werden, wird die Folie vorteilhafterweise
im Wesentlichen transparent und vor allem auf der Basis eines thermoplastischen
Polymers vom Typ Polyvinylbutyral, PVB, Ethylenvinylacetat, EVA,
und Polyethylenterephthalat, PET, gewählt. Das Glaselement kann dann
die Struktur einer Verbundverglasung vom Typ Glas/Schicht(en)/Folie/Glas
aufweisen. Dabei ist festzustellen, dass in diesem Typ einer Gestaltung
insbesondere die Schichten je nach dem angewendeten Beschichtungsverfahren
entweder auf der Glasoberfläche
oder auf der Oberfläche
der Polymerfolie vor dem Assemblieren aufgebracht werden können.
-
Diese im Wesentlichen transparente
Folie kann auch auf der Basis von Polyurethan mit energieabsorbierenden
Eigenschaften, gegebenenfalls verbunden mit einer anderen Polymerschicht
mit selbstausheilenden Eigenschaften, sein, wobei das Glaselement
die Struktur einer asymmetrischen Verbundverglasung vom Typ Glas/Schicht(en)/mindestens
eine Folie aufweist. (Wegen näheren
Einzelheiten zu diesem Typ einer asymmetrischen Verglasung kann
man sich beispielsweise aus den Patenten EP-132 198, EP-131 523, EP-389 354
unterrichten.)
-
Die erfindungsgemäße im Wesentlichen organische
Folie kann ebenfalls auf der Basis eines "funktionellen" Polymers
von einem Typ mit ionenleitfähigen
oder elektronischen Eigenschaften wie weiter oben erwähnt sein.
-
Um die Haftung der organischen Folie
vom Typ Polymer mit den Schichten weiter zu verbessern (unabhängig von
einem Problem der mangelnden Haftung, das sich nach dem Einbau durch
einen photokatalytischen Vorgang stellt) kann erforderlichenfalls
auf ein halb anorganisches, halb organisches Haftmittel, insbesondere
von dem Typ derjenigen, die zur Gruppe der Silane gehören, wie
Organotrialkoxysilane, zurückgegriffen
werden. Man kann es auf die letzte Schicht des Aufbaus vor dem Einfügen der
Polymerfolie insbesondere durch einfaches Aufsprühen und/oder in die Formulierung
des Polymers einbauen.
-
Um der Gefahr eines Abbaus der Polymerschicht,
die mit einem photokatalytischen Vorgang verbunden ist, effizienter
zu begegnen, können,
außer
dass die letzte dünne
Schicht, die sich in Berührung
mit ihr befindet, entsprechend ausgewählt wird, zur Polymerfolie
UV-Stabilisatoren wie mitunter auch mit der Abkürzung SHA bezeichnete sterisch
behinderte Amine, beispielsweise (Bis(1,2,2,6,6)-pentamethyl-4-piperidyl)-sebacat,
zugegeben werden.
-
Man kann auch den Charakter des Polymers
am besten einstellen, um die Menge der restlichen reaktiven Funktionen
des Polymers zu verkleinern, die in der Lage sind, freie Radikale
zu bilden. Man kann auch auf mögliche
Additive oder Verunreinigungen, die in der Polymerfolie enthalten
sind, aber nicht direkt zum Polymer gehören, vom Typ Weichmacher und
Rückstände von
in der Polymersynthese verwendetem Initiator achten und die Menge
dieser Verbindungen entfernen oder verkleinern, wenn sie die Ausbreitung
von freien Radikalen in der Folie begünstigen können.
-
Diese Einstellungen der Polymerzusammensetzung
können
es erlauben, die Verschlechterung der Haftung Polymer/dünne Schicht
in dem Fall zu verlangsamen, wenn diese eine geringe photokatalytische
Aktivität
aufweist.
-
Es ist nachgewiesen worden, dass
der Hauptgrund für
den Abbau der Polymerfolie, falls dieser stattgefunden hat, von
der photokatalytischen Eigenschaft der mit jener in Berührung befindlichen
dünnen
Schicht verursacht wird. Indem die Schicht weggelassen oder angepasst
wird, wird so dieser Nachteil behoben. Die Wirkung der photokatalytischen
Eigenschaft der Schicht (beispielsweise eine Entschichtung) kann
verzögert werden,
wenn die Beschaffenheit der Polymerfolie demgemäß angepasst wird, beispielsweise
indem der Anteil oder Charakter der zuvor genannten Additive oder
die Formulierung des Polymers eingestellt wird.
-
Unabhängigkeit vom Charakter, kann
die erfindungsgemäß verwendete
Folie aus einem wenigstens teilweise organischem Material in das
Glaselement auf verschiedene Arten eingebaut werden: Insbesondere, wenn
sie auf der Basis von Polymeren ist, kann sie in fester, pulverförmiger Form
auf ein starres Substrat vom Typ beschichtetes Glas aufgebracht
werden. Sie wird anschließend
insbesondere thermisch behandelt, damit man eine ununterbrochene
feste Beschichtung erhält.
Dies ist der Typ eines Beschichtungsvorgangs, der für die Herstellung
von Spiegeln oder abgestützten
Platten wie im Patent EP-0 678 485 beschrieben vorgeschlagen wird.
-
Die Folie kann auch flüssig, insbesondere
durch Aufsprühen
(wobei das Polymer in einem geeigneten Lösungsmittel gelöst ist)
oder durch Gießen
mit einer anschließenden
Wärmebehandlung
bzw. einer anderen Nachbehandlung, aufgebracht werden, die ihre
Aushärtung/Vernetzung
begünstigt,
wobei ebenfalls eine ununterbrochene feste Beschichtung erhalten
wird.
-
Unabhängig von der Form, in welcher
die Folie aufgebracht wird, kann sie auch ohne Wärmebehandlung aushärten, indem
das Polymer progressiv bei Umgebungstemperatur aushärten/vernetzen
gelassen wird, was der Fall ist, wenn insbesondere selbstvernetzende
Zwei-Komponenten-Polymere verwendet werden. Oft erlaubt es die Wärmebehandlung,
den Zeitpunkt, zu welchem die Aushärtung/Vernetzung stattfindet,
zu bestimmen und/oder zu beschleunigen. Diese Aushärtung kann
auch erfolgen, indem das Polymer einer bestimmten Strahlung, insbesondere
Ultraviolettstrahlung, ausgesetzt wird.
-
Die Folie kann weiterhin bereits
in Form eines Films auf das Substrat aufgebracht werden, wobei die Assemblierung
beispielsweise durch Erwärmen
und/oder Kalandrieren erfolgt.
-
Die Schichtaufbauten, auf welche
sich die Erfindung richtet, sind sehr vielfältig; so kann es sich um Aufbauten
handeln, die mindestens eine Funktionsschicht, die insbesondere
in der Lage ist, vor Sonneneinstrahlung zu schützen und/oder die Infrarotstrahlung
zu reflektieren, speziell eine Metallschicht vom Typ NiCr, die gegebenenfalls
nitridiert ist, enthalten, wobei die Schicht mit mindestens einer
weiteren Oxid- und/oder Nitridschicht verbunden ist und dieser Typ
eines Aufbaus ins besondere im Patent EP-0 511 901 beschrieben ist. Die
Sonnenschutzschichten können
auch auf der Basis von einem Metallnitrid, speziell Titannitrid,
sein, wie es in den Patenten EP-638 527 und EP-650 938 beschrieben
ist.
-
Weiterhin kann es sich um Aufbauten
mit einer oder zwei Schichten auf der Basis von Silber vom Typ niedrig
emittierende oder Sonnenschutzschicht handeln, wobei jede Schicht
zwischen zwei dielektrischen Beschichtungen angeordnet ist und dieser
Typ eines Aufbaus insbesondere in den Patenten EP-611 213, EP-638 528
und EP-718 250 beschrieben ist.
-
Unter einer Funktionsschicht sind
auch niedrig emittierende Schichten aus dotiertem Metalloxid wie diejenigen
auf der Basis von mit Fluor dotiertem Zinnoxid, SnO2:F,
oder auf der Basis von mit Zinn dotiertem Indiumoxid, ITO, wie die
im Patent EP-573 325 oder WO-94/25410 beschriebenen oder Schichten
auf der Basis von Metallnitrid vom Typ TiN und ZrN zu verstehen.
-
In all diesen vor Sonne schützenden
oder niedrig emittierenden Aufbauten ist (sind) die Funktionsschicht
en) üblicherweise
mit mindestens einer Unterschicht und/oder einer Deckschicht, im
Allgemeinen aus einem dielektrischen Material vom Typ eines Oxids,
Nitrids, Nitridoxids oder Carbidoxids des Silicium oder eines Metalls,
verbunden.
-
So sind Aufbauten des Typs [SiOC/TiN/TiO2/SiOC], [Oxid/Silber/ Oxid], [Oxid/Silber/Oxid/Silber/Oxid], [Oxid/nitridiertes
NiCr], [Stahl/TiN oder Oxid] oder [SiOC/SnO2:F/(SiO2] zu nennen. Erfindungsgemäß wird deshalb
die letzte Schicht derart gewählt,
dass sie keine photokatalytische Aktivität besitzt, weggelassen oder
mit einer nicht photokatalytischen Schicht bedeckt.
-
Weitere vorteilhafte erfindungsgemäße Merkmale
und Einzelheiten werden anhand der folgenden Ausführungsbeispiele
unter Bezugnahme auf 1 näher erläutert, die
schematisch ein e) erfindungsgemäße(s) Fassadenplatte
(Fassadenpaneel) zeigt.
-
Dabei ist der Maßstab zwischen den Dicken der
einzelnen Komponenten dieses Glaselements nicht eingehalten, um
die Betrachtung der Figur zu erleichtern. Alle folgenden Beispiele,
wie in der Figur gezeigt, betreffen ein opakes Fassadenpaneel, das
aus einem Substrat 1 aus Kalk-Natron-Silicat-Klarglas mit
einer Dicke von 6 mm besteht, das mit einer dünnen Schicht oder einem Aufbau 2 aus
dünnen
Schichten beschichtet ist, die ihrerseits wieder mit einem opaken
Lack 3 überzogen
ist/sind.
-
Dieser Lack mit einer Dicke von etwa
100 bis zu mehreren hundert Mikrometern oder darüber ist auf der Basis einer
Polyesterurethan-Polymermischung, die durch einen Polyester mit
Hydroxylfunktionen, zu welchem ein Vernetzungsmittel in Form eines
Diisocyanats gegeben wurde, erhalten ist. Sie wird flüssig in
einem Lösungsmittel
vom Typ Xylol auf die Schicht/en 2 aufgebracht, wobei die Verdampfung
des Lösungsmittels
und die Aushärtung
des Lacks durch eine etwa 30-minütige
Wärmebehandlung
bei 40°C
und anschließend
etwa 30 Minuten lang bei 120°C
erfolgt. Der Lack enthält
außer
dem Polymer verschiedene Additive, davon ein Farbmittel und ein
Haftmittel in Form eines Silans mit der Formel Aminopropyltriethoxysilan, NH2(CH2)3-Si-(OC2H5)3.
Alternativ oder kumulativ kann vor dem Aufbringen des Lacks die
Oberfläche
der dünnen
Schichten 2 mittels Haftmitteln vom Typ Silan "aktiviert" werden.
Unabhängig
davon, ob sie an der Formulierung des Lacks beteiligt sind und/oder
getrennt auf die Oberfläche
der letzten Schicht des Aufbaus 2 aufgebracht werden, werden
diese Silane vorzugsweise aus der Gruppe der Organotrialkoxysilan
mit der Formel RSi(OR')3 ausgewählt. Davon
sind insbesondere Aminopropyltriethoxysilan mit der Formel H2N-(CH2)3-Si-O(C2H5)3.
Methacrylatpropyltrimethoxysilan mit der Formel
-
-
Glycidoxypropyltrimethoxysilan mit
der Formel
oder ein Silan mit zwei
Aminfunktionen des Typs
H2N-(CH2)2-NH-(CH2)3-Si-O(CH3)3
zu nennen.
-
Anstelle einer Beschichtung auf flüssigem Wege
kann gemäß der Lehre
des Patents EP-0 678 485 der Lack 3 pulverförmig aufgebracht
werden.
-
Beispiel 1
-
Der Schichtaufbau umfasst nur eine
einzige SnO2:F-Schicht mit einer Dicke von
180 nm, die durch Pulverpyrolyse, insbesondere durch das im Patent
EP-629 629 beschriebene Verfahren, aufgebracht wurde .
-
Beispiel 2 (Vergleichsbeispiel)
-
Zum Vergleich wurde durch reaktive
Kathodenzerstäubung
eine SnO2-Schicht mit einer Dicke von 20 nm
ausgehend von einem Sn-Target in einer Ar/O2-Atmosphäre aufgebracht.
-
Beispiel 3
-
Der Schichtaufbau umfasste eine erste
Schicht aus NiCrNX mit einer Dicke von 17
nm, die durch Kathodenzerstäubung
ausgehend von einem Target aus Ni/Cr mit einem Gewichtsverhältnis von
50/50 in einer reaktiven Ar/N2-Atmosphäre aufgebracht
worden war, welche mit einer TiO2-Schicht
mit einer Dicke von 5 nm, ebenfalls aufgebracht durch Kathodenzerstäubung ausgehend
von einem Ti-Target in einer reaktiven Ar/O2-Atmosphäre, überzogen
wurde.
-
Beispiel 4
-
Wurde wie das Beispiel 3 durchgeführt, wobei
aber die TiO2 Schicht weggelassen wurde.
-
Beispiel 5
-
Wurde wie Beispiel 3 durchgeführt, wobei
aber eine SiO2-Schicht mit einem Dicke von
10 nm, aufgebracht unter Vakuum ausgehend von einem mit Bor (oder
Aluminium) dotierten Siliciumdioxidtarget in einer Ar/O2-Atmosphäre, hinzugefügt wurde.
-
Beispiel 6
-
Der Aufbau wurde auf eine SiOC-Schicht
mit einer Dicke von 65 nm verkleinert, die durch Gasphasenabscheidung
auf bekannte Weise ausgehend von einem SiH4/C2H2-Gemisch aufgebracht
wurde.
-
Die so beschichteten opak gemachten
Glaselemente wurden anschließend
einer Behandlung unterworfen, die darauf gerichtet war, eine längere Bestrahlung
mit Ultraviolettstrahlung in einer feuchten Atmosphäre zu simulieren:
Sie wurden in einem Klimaschrank unter Ultraviolettstrahlung mit
einer Leistung von 0,35 W/m2 bei 56°C mit einer
Restfeuchte von 50 1 500 Stunden lang gehalten und anschließend zwei
Stunden lang bei Umgebungstemperatur in entionisiertes Wasser getaucht
(dies, um die Van der Waalsschen Bindungen an der Grenzfläche Schichten/Lack
zu entfernen und um beurteilen zu können, in welchem Maße die kovalenten Bedingungen
allein gegebenenfalls nach der UV-Bestrahlung erhalten geblieben
sind, unter der Voraussetzung, dass, wenn das Phänomen der Photokatalyse auftritt,
es dazu führt,
die Grenzflächenbindungen
mit kovalentem Charakter zu zerstören). Ein Teil ihrer Oberfläche wurde
derart abgedeckt, dass er nicht der Strahlung ausgesetzt war. Danach
wurde eine Gitterschnittprüfung
im feuchten Milieu auf den exponierten Bereichen und den abgedeckten
Bereichen wie in der Norm ISO 2409 beschrieben durchgeführt.
-
Die Abbauvorgänge nach dem Test wurden durch
den dimensionslosen Buchstaben A in einem Maßstab von 0 bis 5 bewertet.
Je größer die
Zahl ist, desto mehr gibt sie das Vorhandensein von ausgeprägten optischen
und/oder mechanischen Fehlern an, wobei ein Wert von 5 die vollständige Entschichtung
des Lacks bedeutet.
-
In Tabelle 1 sind für diese
Beispiele die Prüfergebnisse
in den Bereichen, die der Ultraviolettstrahlung ausgesetzt waren,
und in den abgedeckten Bereichen zusammengefasst, wobei die Werte ΔA die Differenzen der
Werte A zwischen den exponierten und den abgedeckten Bereichen angeben.
-
-
Aus dieser Tabelle können folgende
Schlussfolgerungen gezogen werden.
-
Die Prüfergebnisse der Beispiele 2
und 3 geben die vorzeitige Alterung an, welche bestimmte Fassadenplatten
betreffen kann, wenn die letzte dünne Schicht 2 wenigstens
etwas photokatalytisch ist und die Feuchtigkeit der Atmosphäre, in welcher
sich die Fassadenplatte befindet, den Abbau des Lacks durch Bildung freier
Radikale begünstigt,
wobei es klar ist, dass, wenn die letzte Schicht aus SnO2 oder TiO2 besteht,
das unter Vakuum aufgebracht wurde (Beispiele 2 und 3), die Fassadenplatte
eine verkürzte
Lebensdauer hat, die im Wesentlichen auf die photokatalytischen
Eigenschaften dieser Oxide zurückzuführen ist,
und dies umso mehr, wenn der opake Lack dazu neigt, sich durch Absorption
zu erwärmen,
wenn er starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, wobei die Erwärmung den Abbauvorgang
der kovalenten Grenzflächenbindungen,
die die Haftung Schicht/Lack sicherstellen, beschleunigt.
-
Demgegenüber wird dieses Problem, wenn
die letzte Schicht aus SnO2 : F, NiCrNX, SiO2 oder SiOC besteht,
in dem Sinne gelöst,
dass man dieselben Prüfwerte
erhält,
unabhängig
davon, ob der Bereich exponiert oder abgedeckt war, d. h. die negativen
Effekte der Ultraviolettstrahlung fehlten oder waren sehr stark
abgeschwächt.
-
Beispiel 3 ist in dem Sinne interessant,
da es darin besteht, einen opak machenden Lack einem Glaselement
vom Typ Glas/ wahlweise Oxidschicht/NiCrNX/TiO2 hinzuzufügen, das als Verglasung verwendet wird,
welche die Durchsicht ermöglicht,
wobei es einen Teil der Sonneneinstrahlung filtert.
-
Indem in der Fassadenplatte die letzte
Schicht aus TiO2 im Beispiel 4 weggelassen
oder, wie im Beispiel 5, abgedeckt wird, kann man außerdem,
ohne die Herstellung übermäßig zu komplizieren,
in Außenreflexion
ein kolorimetrisches Aussehen erhalten, das innerhalb der durchsichtigen
Verglasungen völlig ähnlich ist,
weshalb die Abfolge aus filternden Schichten und den damit verbundenen
Fassadenplatten, die eine Schicht weniger oder eine Schicht mehr
enthalten, nicht verändert
wird. Um genau dieselbe Farbe in Reflexion zu bekommen, können gegebenenfalls
die Dicken der zur Herstellung der Fassadenplatten verwendeten Schichten
leicht modifiziert werden.
-
Um dies zu veranschaulichen, wurden
verwendet:
-
- 1) zwei Typen "X" und "Y" einer durchsichtigen Verglasung
vom Typ derjenigen, die unter der Bezeichnung "Cool-Lite" von SAINT-GOBAIN
VITRAGE vertrieben werden und Sonnenschutz gläser mit einer Funktionsschicht
aus nitridiertem NiCr sind, welche in den zwei Fällen mit einer abschließenden Schicht
aus TiO2 überzogen waren. Das Substrat
war ein monolithisches Kalk-Natron-Silicat-Klargas mit einer Dicke
von 6 mm (die Art der Beschichtung und die Eigenschaften dieses
Typs eines Aufbaus sind näher
im Patent EP-B-511 901 beschrieben):
Verglasung X: Glas/NiCrNX/TiO2,
Verglasung
Y: Glas/SnOz/NiCrNX/TiO2.
- 2) ihre üblicherweise
mit ihnen verbundenen "standardmäßigen" Fassadenplatten,
bei welchen diese Aufbauten X und Y mit einem Lack der vorhergehenden
Beispiele 1 bis 6 überzogen
waren:
"standardmäßige" Fassadenplatte
Typ X: Glas/NiCrNX/TiO2/
Lack,
"standardmäßige" Fassadenplatte
Typ Y:Glas/SnO2/NiCrNX/TiO2/ Lack.
- 3. Die erfindungsgemäßen Fassadenplatten,
bei welchen die letzte Schicht aus TiO2 fehlte:
– erfindungsgemäße Fassadenplatte
Typ X: Glas/NiCrNX/Lack,
– erfindungsgemäße Fassadenplatte
Typ Y:Glas/SnO2/NiCrNX/
Lack.
-
Diese drei Versuchsreihen wurden
viermal wiederholt, wobei die Dicke der NiCrNX-Schicht
variiert wurde, um durchsichtige Gläser mit verschiedenen Lichttransmissionsgraden
zu erhalten.
-
In Tabelle 2 sind für die durchsichtigen
Gläser
Typ X und Y die Dicken in nm der beteiligten Schichten in Abhängigkeit
vom Wert von TL, gemessen für Normlichtart
D65 und angegeben in Prozent, aufgeführt.
-
-
In Tabelle 3 sind für die erfindungsgemäßen Fassadenplatten
(3) vom Typ X und Y die Dicken in nm der beteiligten Schichten
angegeben. Obwohl diese Fassadenplatten selbstverständlich opak
sind, sind in der Tabelle auch die Werte von TL der
in Tabelle 2 aufgeführten
Durchsicht-Gläser,
die ihnen entsprechen, aufgeführt.
Für die
"standardmäßigen" Fassadenplatten
(2) sind die Dicken, Charakter und Anzahl der Schichten gleich denen
der Durchsicht-Gläser,
die ihnen entsprechen.
-
-
Anschließend wurde die Farbdifferenz ΔE zwischen
-
- – einerseits
den "standardmäßigen" Fassadenplatten
und den Durchsicht-Gläsern: ΔE (ref) und
- – andererseits
den erfindungsgemäßen Fassadenplatten
und den Durchsicht-Gläsern: ΔE (erfindungsgemäß)
gemessen
und die Farbdifferenz ΔE
auf folgende Weise in der Farbtafel (L, a*, b*) berechnet:
ΔE = (ΔL2 + Δa*2)½
mit Δa* = a*(Fassadenplatte) – a*(Durchsicht-Glas)
Δb* = b*(Fassadenplatte) – b*(Durchsicht-Glas)
ΔL = L(Fassadenplatte) – L(Durchsicht-Glas).
-
Es ist festzustellen, dass eine Harmonie
des Aussehens in äußerer Reflexion
zwischen Fassadenplatte und Durchsicht-Glas herrscht, die ausgezeichnet
ist, wenn der Wert von ΔE
kleiner als 2 ist, und welche noch ausreicht, wenn der Wert von ΔE kleiner
als 3 ist.
-
In Tabelle 4 sind die Werte für ΔE(ref) und ΔE(erfindungsgemäß) für die vier
Werte von TL der Durchsicht-Gläser vom
Typ X und Typ Y zusammengefasst:
-
-
Aus dieser Tabelle können folgende
Schlussfolgerungen gezogen werden: Die Harmonie des Aussehens bei
Lichtreflexion zwischen Durchsicht-Glas und Fassadenplatte wird
nicht beeinträchtigt,
wenn bei der Fassadenplatte der Aufbau aus dünnen Schichten modifiziert
wird, der erfolgreich bei dem Durchsicht-Glas verwendet worden war,
um erfindungsgemäß einen
Abbau durch einen photokatalytischen Vorgang zu vermeiden.
-
Im Gegenteil, man hat es sogar in
bestimmten Fällen
geschafft, den Wert von ΔE
deutlich zu verringern, den man mit einer unveränderten Standard-Fassadenplatte
erhält.
Man erreicht so insbesondere für
die Fassadenplatten, die Durchsichtgläsern vom Typ X und Y entsprechen,
einen "mittleren" TL, d. h. von 14 und 20%,
bei einer Farbdifferenz, die den Grenzwert von 2 einhält, indem
die Dicken der Schichten in Bezug auf diejenigen der Durchsicht-Gläser leicht
angepasst werden. Diese Anpassung besteht insbesondere bei Fassadenplatten
vom Typ X darin, die Dicke der NiCrNX-Schicht
etwas zu verringern (Modifizierung von höchstens etwa 5 bis 10%) und
bei Fassadenplatten vom Typ Y darin, die Dicke der ersten Schicht
aus SnO2 zu verringern (Modifizierung um
höchstens
20 bis etwa 30%) und die Dicke der NiCrNx-Schicht
etwas zu erhöhen.
Diese Modifizierungen der Dicke erlauben es so, das Fehlen der letzten
Schicht, die beim Durchsicht-Glas vorhanden ist, bei der Fassadenplatte
am besten optisch zu "kompensieren".
-
In einer dritten Reihe von Beispielen
7 bis 10 wurde erfindungsgemäß die Gestaltung
von vier weiteren "Durchsicht-Gläsern" angepasst,
um daraus Fassadenplatten mit Hilfe desselben Typs eines opak machenden Lacks,
wie demjenigen, der für
die vorhergehenden Beispiele verwendet worden war, auf einem Substrat
aus monolithischem Klarglas von 6 mm herzustellen.
-
In Tabelle 5 sind für jedes
Beispiel für
die Version Durchsicht-Glas und für die Version Fassadenplatte die
Schicht oder der Schichtaufbau (2), mit welcher/welchem
das Glassubstrat versehen ist, aufgeführt (alle Schichten wurden
durch magnetfeldgestützte
Kathodenzerstäubung
auf bekannte Weise aufgebracht) .
-
-
Gemäß Beispiel 7 bestand die filternde
Funktionsschicht aus Titannitrid. Es hat sich jedoch gezeigt, dass
TiN passiviert wurde (oder die Abscheidebedingungen derart waren),
dass sie de fakto einen gewissen Sauerstoffanteil in einer Mischform
TiO2/TiN enthielt, die eine photokatalytische
Aktivität
aufwies. Die erfindungsgemäße Version
einer Fassadenplatte bestand darin, sie mit einer NiCrNX-Schicht
zu überziehen,
welche sie vor der Berührung
mit dem Lack schützte.
-
In diesem Beispiel hat die TiN-Funktionsschicht
eine Dicke, die insbesondere von etwa 10 bis 100 nm und speziell
von etwa 15 bis 80 nm je nach dem Lichttransmissionsgrad TL gehen kann, der für das Durchsicht-Glas gewünscht wird
(im Allgemeinen 10 bis 50%), wobei die NiCrNX-Deckschicht
der Fassadenplatte wirksam sein kann, selbst wenn sie sehr dünn ist.
So beträgt
deren Dicke nur etwa 0,5 bis 2 nm und beispielsweise 1,4 nm. Man
kann sie auch dicker wählen,
beispielsweise bis zu 10 nm.
-
Gemäß Beispiel 8 besteht die Funktionsschicht
des Durchsicht-Glases
aus rostfreiem Stahl, der mit einer feinen TiN-Schicht überzogen
ist (etwa 10 bis 30 nm und insbesondere 15 bis 20 nm), um die mechanische
Beständigkeit
zu erhöhen.
In der Version einer Fassadenplatte wird die Doppelschicht mit einer
NiCrNX-Schicht wie im Beispiel 7 bedeckt,
um zu vermeiden, dass das TiN zu TiO2 passiviert
und eine photokatalytische Aktivität auf den Lack ausübt. (Auch
hier wieder ist die Dicke der Schicht aus rostfreiem Stahl je nach dem
gewünschten
Wert für
TL von etwa 5 bis 50% variabel.)
-
Gemäß Beispiel 9 besteht die Funktionsschicht
des Durchsicht-Glases
aus NiCrNx, das mit einer TiO2-Schicht
für den
Schutz und die optische/kolorimetrische Einstellung überzogen
ist. Die Dicke der TiO2-Schicht beträgt 7 nm
(5 bis 10 nm) und dient zum mechanischen Schutz der Funktionsschicht.
Letztere hat eine Dicke, die verändert
werden kann, um einen TL von 5 bis 50% zu
erhalten. Bei der Fassadenplatte wurde die Deckschicht weggelassen,
da sie photokatalytisch war.
-
Gemäß Beispiel 10 wurde der Aufbau
des Durchsicht-Glases von Beispiel 9 mit einer SnO2-Unterschicht
mit einer Dicke von 80 bis 100 nm (50 bis 150 nm) komplettiert,
die vor allem eine optische Rolle spielte. Bei der Fassadenplatte
wurde, wie im vorhergehenden Beispiel, die letzte Schicht aus TiO2 weggelassen.
-
Um den Vorteil der erfindungsgemäßen Fassadenplatten
gegenüber
den Standard-Fassadenplatten, an denen integral der Schichtaufbau
des entsprechenden Durchsicht-Glases beteiligt ist, zu ermitteln,
wurden Versuche durchgeführt,
indem die standardmäßigen und
die erfindungsgemäßen Fassadenplatten
einer Ultraviolettstrahlung gemäß der Norm
STM G 26 ausgesetzt und anschließend zwei Stunden lang bei
60°C in
entmineralisierte Wasser getaucht wurden. Nach der Trocknung wurde
die Beständigkeit
bewertet, indem die Entschichtung des Lacks mit einer Rasierklinge
eingeleitet wurde. Die Ergebnisse lassen folgende Schlussfolgerungen
zu: Für
die Standardfassadenplatten, deren Schichtaufbauten mit einer TiO2-Schicht endeten (Standardfassadenplatten,
die den Aufbauten der Durchsicht-Gläser der
Beispiele 9 und 10 entsprachen), wurde eine wenigstens teilweise
Entschichtung des Lacks nach 1 000 Stunden im UV-Klimaschrank beobachtet.
Bei Standardfassadenplatten, deren Schichtaufbauten mit TiN abschlossen
(tatsächlich
TiOxNy) (siehe Aufbauten der
Durchsicht-Gläser
der Beispiele 7 und 8 vom Typ derjenigen, die einen TL von
mindestens 30 aufweisen), konnte eine Entschichtung bei 1 500 bis
2 000 Stunden im UV-Klimaschrank beobachtet werden.
-
Demgegenüber wurde bei den erfindungsgemäßen Fassadenplatten,
bei welchen die Aufbauten mit NiCrNx abschlossen,
nach 2 000 Stunden immer noch keine Entschichtung beobachtet.
-
Daher ist festzustellen, dass die
NiCrNx-Schichten für das erfindungsgemäß gestellte
Ziel äußerst wirkungsvoll
sind, obwohl sie sehr fein sein können. Jedoch ist diese Feinheit
vorteilhaft in dem Sinne, dass nur sehr wenig (und sogar überhaupt
nicht) eine kolorimetrische Modifizierung stattfindet, die gegenüber einer Standardfassadenplatte
nachteilig wäre,
die davon frei ist.
-
Ein letztes erfindungsgemäßes Beispiel
betrifft eine Verbundverglasung mit Funktionsschicht auf der Basis
von Silber. Auf bekannte Weise liegen insbesondere bei Autofrontscheiben
Strukturen von Gläsern
des Typs vor:
Glas 1/Aufbau 2/thermoplastische Zwischenfolie/Glas
2.
-
Die thermoplastische Folie besteht üblicherweise
aus Polyvinylbutyral (PVB).
-
Der Aufbau ist vom Typ Dielektrikum/Metallschicht
vom Typ Silber/Dielektrikum mit gegebenenfalls einer feinen Metallschicht
vom Typ NiCr mit Keimbildungsfunktion oder als "Opferschicht", die
bekannt ist, auf mindestens einer Seite der Silberschicht.
-
Es liegen so Aufbauten des Typs vor:
ZnO/Ag/ZnO
oder ZnO/Ag/SnO2.
-
In Berührung mit dem PVB befinden
sich daher photokatalytische Oxidschichten, die dazu führen, es abzubauen.
Der erfindungsgemäß modifizierte
Aufbau war:
Oxid (Zno)/Ag/gegebenenfalls Opferschicht vom Typ
NiCr/ZnO oder SnO2/erfindungsgemäße Schutzschicht,
wobei
als Schutzschicht entweder eine feine Schicht auf der Basis von
NiCr oder eine feine Schicht auf der Basis von SiO2 dient.
Es wurde eine beträchtliche
Verbesserung von Langzeitbeständigkeit
und -haftung der Schichten/PVB beobachtet.
-
Erfindungsgemäß kann daher die Lebensdauer
eines Glaselements vom Typ Fassadenplatte verlängert werden, ohne dass das
auf Kosten von anderen, insbesondere optischen Eigenschaften ginge.
-
Die Erfindung hat es daher erlaubt,
einen Grund für
die vorzeitige Alterung bestimmter Verglasungen zu finden, die außen eingebaut
und mit einem starren Substrat vom Typ Glas, Polymer und dünnen Schichten verbunden
sind, und in den meisten Fällen
auch erlaubt, dieses Problem zu lösen. Sie erlaubt es wenigstens, die
Lebensdauer dieser Verglasungen auf beherrschbare und reproduzierbare
Art und weise von einer Serie von Verglasungen zur nächsten bestimmen
zu können.