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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verarbeiten von
ultrahochmolekularem Polyethylen (UHMWPE) mit einem Molekulargewicht
von mindestens 400.000 durch Erhitzen unter erhöhtem Druck, gefolgt von Abkühlen, ein
derart gewonnenes UHMWPE und eine biomedizinische Anwendung dieses
UHMWPE.
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Ein
derartiges Verfahren zum Verarbeiten von ultrahochmolekularem Polyethylen
(UHMWPE) mit einem Molekulargewicht von mindestens 400.000 ist aus
dem US-Patent Nr. 4 587 163 bekannt. Dieses Verfahren umfasst das
Erhitzen von UHMWPE-Pulver
bzw. einem ähnlichen
teilweise geschmolzenen, schmelzkristallisierten Material auf eine
Temperatur von 220 bis 320°C
in Abwesenheit von Sauerstoff unter einer Kompressionslast von etwa
1.500–2.000 Pfund
(1 Pfund = 0,454 kg) für
etwa 10 Minuten. Daraufhin wird das Material einer Kompressionslast
von etwa 12.000 bis 14.000 Pfund (1 Pfund = 0,454 kg) bei einer
Temperatur von etwa 150°C
für 10
Minuten unterworfen, woraufhin das resultierende Material auf Umgebungstemperatur
unter einer Kompressionslast von etwa 1.500 Pfund (1 Pfund = 0,454
kg) abgekühlt
wird, um eine halbkristalline Morphologie zu erzielen, wodurch das
Gedächtnis
an die granulare Natur des ursprünglichen
Ausgangsmaterials nicht länger
vorhanden ist. Obwohl der Kompressionswert präzise genannt ist, ist es nicht
klar, welche Bereichseinheit zutrifft, wenn der Druck in Kraft/Fläche angegeben
ist. Umstände
wie diese führen
dazu, dass das Ausgangsmaterial vollständig schmilzt unter Bildung einer
homogenen Schmelze, in welcher die vorausgehende granulare Struktur
nicht länger
vorhanden ist. In Übereinstimmung
mit diesem US-Patent findet eine vollständige Verschmelzung der Pulverpartikel von
ultrahochmolekularem Po lyethylen statt, wodurch eine gleichmäßige schmelzkristalline
Morphologie bei Erwärmung
auf eine Temperatur höher
als 220°C
erhalten wird. Zusätzlich
hierzu ist es aus dieser Druckschrift bekannt, dass lediglich eine
teilweise Verschmelzung der Pulverpartikel bei Temperaturen niedriger
als 220°C
stattfindet, was auf der hohen Schmelzviskosität (im Temperaturbereich von
145 bis 210°C)
beruht, wodurch die Ausbildung eines molekularen Netzwerks zwischen
den Pulverpartikeln verhindert wird. Der hohe Grad an physikalischen Verwicklungen
behindert Kettenbeweglichkeit während
der Kompressionsformverarbeitung; in Übereinstimmung mit dem US-Patent
kann eine wirksame Kettendurchdringung zwischen Pulverpartikeln
bei einer Erhitzung des Rohpulvermaterials bzw. eines teilweise
geschmolzenen schmelzkristallisierten Materials auf eine Temperatur über 220°C nicht stattfinden,
bei welcher Temperatur die Schmelzviskosität signifikant niedriger ist.
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Experimente
haben gezeigt, dass derart zubereitetes UHMWPE, wenn es bei künstlichen
Hüftgelenken
zum Einsatz kommt, in denen ein Metallbolzen, der in dem Schenkel
zu liegen kommt, mit einer UHMWPE-Schicht versehen ist, wobei der
Stift in dem Hohlraum der Hüfte
zu liegen kommt, nach einer Nutzungszeitdauer von etwa 7 Jahren
derart stark verschleißt,
dass der Metallzapfen aus dem Körper chirurgisch
entfernt werden muss, um ihn durch einen neuen Zapfen zu ersetzen.
Eine derartige Operation nach relativ kurzer Nutzungszeitdauer ist
unerwünscht.
In der Zukunft wird die Anzahl an künstlichen Hüftgelenken, die sich im Einsatz
befinden, außerdem
größer werden,
was eine längere
Nutzungszeitdauer wünschenswert
macht.
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Eine
Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht deshalb darin, ein Polyethylen
mit einem hohem Molekulargewicht von zumindest 400.000 zu schaffen,
wobei dieses Material eine grö ßere Verschleißbeständigkeit
aufweist als zum Stand der Technik gehörendes UHMWPE.
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Eine
weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Verfahren
zum Verarbeiten von Polyethylen mit einem ultrahohem Molekulargewicht
von zumindest 400.000 zu schaffen, welches Verfahren unter einer
signifikant niedrigeren Temperatur und niedrigerem Druck ausgeführt werden
kann als dies beim Stand der Technik bekannt ist.
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Das
einleitend genannte Verfahren ist in Übereinstimmung mit der vorliegenden
Erfindung dadurch gekennzeichnet, dass UHMWPE mit einer lamellaren
Stärke < 12 nm und einer
Schmelztemperatur bei Luftdruck > 141°C verwendet
wird, wobei das Erhitzen bei einem erhöhten Druck über eine transiente Hexagonalphase
stattfindet, welche in der Figur durch eine schraffierte Zone dargestellt
ist, die unter der Gleichgewichtslinie des Phasenübergangs
orthorhombische Phase – flüssige Phase
liegt, welche Zone durch Punkte (P1, T1'),
(P2, T1'), (P2,
T2) und (P1, T1) eingeschlossen ist, wobei T1 und
T2 die Gleichgewichtstemperaturen darstellen,
die jeweils mit den Drücken
P1 und P2 assoziiert
sind, gefolgt vom Erhitzen bis zum Schmelzen und Abkühlen auf
Raumtemperatur.
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Das
UHMWPE-Phasendiagramm ist allgemein unterteilt in drei getrennte
Phasenbereiche, d. h., eine orthorhombische Phase, eine hexagonale Phase
und eine flüssige
Phase, und in dem Artikel mit dem Titel "Equilibrium triple point pressure and pressure-temperature
phase diagram of polyethylene",
Polymer 1992, Bd. 33, Ausgabe 12, von Hikosaka, M. et al., ist dieses
erläutert.
Der thermodynamisch kritische Punkt Q0 ist
assoziiert mit einem Druck Qp von 3, 5 kbar
und einer Temperatur Qt von 230°C, und für UHMWPE
mit einem Molekulargewicht von zumindest 400.000 hängt er nicht
von der Höhe
des Molekularge wichts ab. Die transiente hexagonale Phase liegt
unter der Gleichgewichtslinie der flüssigen orthorhombischen Phase,
wie durch den schraffierten Teil in der anliegenden schematischen 1 dargestellt.
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Ein
derartiges Verfahren zum Verarbeiten von UHMWPE ist aus der europäischen Patentanmeldung
Nr. 0 614 347 ebenfalls bekannt, demnach Polyethylen ein ultrahohes
Molekulargewicht von zumindest 400.000, einen kristallinen Schmelzpunkt größer als
144°C und
eine Kristall-Morphologie aufweist, umfassend eine bimodale Verteilung
molekularen Kettenfaltungsabstände,
wobei eine Gruppe 200 bis 800 nm groß ist, während die andere Gruppe 5 bis 50
nm groß ist,
wobei die Verarbeitung durchgeführt wird,
indem Polyethylen mit einem hohen Molekulargewicht von zumindest
400.000 einem Fluid ausgesetzt wird, das einen Druck von zumindest
2 kbar aufweist und eine Temperatur von 190 bis 300°C für zumindest
0,5 Stunden, woraufhin die Temperatur auf etwa 160 bis 170°C verringert
oder auf eine geringere Temperatur verringert wird, wobei der Druck
auf zumindest 2 kbar gehalten wird, wobei schließlich auf eine Temperatur von
etwa 130 bis 0°C
oder eine geringere Temperatur abgekühlt und der Druck auf etwa 1
bar reduziert wird.
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Das
Verfahren in Übereinstimmung
mit der vorliegenden Erfindung unterscheidet sich signifikant von
dem in der europäischen
Patentanmeldung Nr. 0 614 347 offenbarten Verfahren, weil Heizen
bei erhöhtem
Druck in Übereinstimmung
mit der vorliegenden Erfindung über
eine transiente hexagonale Phase ausgeführt wird, welche Phase unter
niedrigeren Druck- und Temperaturbedingungen gewonnen wird als im
Fall der hexagonalen Phase, die in dieser europäischen Patentanmeldung erläutert ist.
Die Verarbeitung des Ausgangsmaterials über die transiente hexagonale
Phase zur Gewinnung eines Materials, das zufriedenstellende Eigenschaften
in Bezug auf Verschleiß beständigkeit
besitzt, ist aus dieser Veröffentlichung
nicht bekannt. Zusätzlich
unterscheidet sich das Ausgangsmaterial der europäischen Patentanmeldung
Nr. 0 614 347 signifikant von demjenigen der vorliegenden Anmeldung,
weil die Erfinder der vorliegenden Anmeldung ein spezielles Polyethylen mit
ultrahohem Molekulargewicht verwenden, welches Polymer eine lemallare
Dicke von weniger als 12 nm und eine Schmelztemperatur bei Atmosphärendruck > 140°C aufweist,
bevorzugt eine lamellare Dicke von 5 bis 12 nm und eine Schmelztemperatur bei
Atmosphärendruck
von 141 bis 148°C.
Experimente haben gezeigt, dass dann, wenn die lamellare Dicke größer als
12 nm ist, keine vollständige
Verschmelzung des Ausgangsmaterials stattfindet. Eine entsprechende
Wirkung wird beobachtet, wenn die Schmelztemperatur niedriger als
141°C, beispielsweise
140°C ist.
Die Obergrenze der geeigneten Schmelztemperatur ist durch das verwendete
UHMWPE festgelegt.
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Experimente
in Übereinstimmung
mit der vorliegenden Erfindung haben die Beziehung zwischen der
Schmelztemperatur bei Atmosphärendruck,
der lamellaren Dicke und dem Verfahren gezeigt, das ausgeführt wird
zur Verarbeitung von UHMWPE über
die transiente hexagonale Phase zur Gewinnung von UHMWPE, das bessere
Verschleißbeständigkeitseigenschaften
besitzt als UHMWPE, das in Übereinstimmung
mit Verfahren verarbeitet wurde, welche Temperatur- und Druckbedingungen nutzen,
die signifikant höher
sind als diejenigen, die in der vorliegenden Erfindung verwendet
werden. Das Vorliegen dieser transienten hexagonalen Phase in dem
orthorhombischen Phasenbereich bildet einen wesentlichen Aspekt
des Verfahrens in Übereinstimmung
mit der vorliegenden Erfindung.
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Die
Erfinder der vorliegenden Anmeldung erklären sich dies so, wie im folgenden
angeführt,
obwohl bemerkt wird, dass eine derartige Erklärung auf freiwilliger Basis
erfolgt. Es wird angenommen, dass das Schmelzen der lamellaren Kristalle,
die eine lamellare Dicke < 12
nm besitzen, über
eine metastabile transiente hexagonale Phase stattfindet, welche Phase
in der thermodynamisch stabilen orthorhombischen Phase zu liegen
kommt. Nach Beendigung des Schmelzprozesses und der Rekristallisierung
aus der Schmelze wird das Vorliegen einer transienten hexagonalen
Phase nicht mehr beobachtet. Während
des Erhitzens und dem Altern der Proben, die in Lösung kristallisiert
wurden, wird die Dicke der lamellaren Kristalle größer, insbesondere
in der mobilen hexagonalen Phase, und das Aussehen einer transienten hexagonalen
Phase kann auf die ursprüngliche,
kleine lamellare Dicke zurückgeführt werden.
Die lamellare Dicke des Ausgangsmaterials mit ultrahohem Molekulargewicht
ist für
die vorliegende Erfindung deshalb wesentlich. Die Verwendung von
Polyethylen mit einem ultrahohen Molekulargewicht von zumindest
400.000 und mit einer lamellaren Dicke < 12 nm und einer Schmelztemperatur
bei Atmosphärendruck > 141°C, welche
Kristalle hochgradig metastabil sind, kann der Übergang von der orthorhombischen
Phase in die transiente hexagonale Phase bei einem Druck von etwa
1 kbar bereits stattfindet, welcher Druck signifikant niedriger
als der Druck ist, der in den Druckschriften gemäß dem Stand der Technik genannt
ist.
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Die
anliegenden Figuren zeigen das Phasendiagramm von Polyethylen mit
ultrahohem Molekulargewicht. Der Punkt Q, der mit einem Druck Qp und einer Temperatur Qt assoziiert
ist, stellt den Gleichgewichtspunkt der drei Phasenübergänge dar, d.
h., des Übergangs
von der rhombischen Phase in die hexagonale Phase, des Übergangs
von der hexagonalen Phase auf die flüssige Phase, und des Übergangs
von der orthorhombischen Phase auf die flüssige Phase. Die Erfinder der
vorliegenden Anmeldung haben festgestellt, dass eine transiente
hexagonale Phase in dem orthorhombischen Bereich vorliegt, welche
transien te hexagonale Phase durch den schraffierten Bereich dargestellt,
und durch Drücke P1 und P2 und Temperaturen
T1',
T1, T2 festgelegt
ist.
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Die
transiente hexagonale Phase wird erzielt, indem ein spezielles Polyethylen
mit einem ultrahohen Molekulargewicht Heizen unter Überdruck unterworfen
wird, welche Temperatur- und
Druckgrenzen bezeichnet sind durch T1', T1,
T2, P1 und P2 in dem Phasendiagramm. Der Begriff "spezielles Polyethylen
mit ultrahohem Molekulargewicht" bedeutet Polyethylen
mit ultrahohem Molekulargewicht (Mw > 400.000) mit einer lamellaren Dicke > 12 nm, insbesondere
im Bereich von 5 bis 12 nm, und einer Schmelztemperatur bei Atmosphärendruck > 141°C, insbesondere
im Bereich von 141 bis 148°C.
Obwohl eine derartige transiente hexagonale Phase nicht scharf definiert
ist, liegt sie in dem Druckbereich von 0, 5 kbar (P1)
bis 3, 4 kbar (P2) und einer Temperatur von
zumindest 155°C
(T1')
vor. Die Werte für
T1 und T2 werden
ermittelt durch die Gleichgewichtslinie der Übergangsphase von der flüssigen auf
die orthorhombische Phase, und sie belaufen sich auf 160°C (T1) bzw. 220°C (T2).
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Heizen
ausgehend von Umgebungstemperatur findet bevorzugt unter erhöhtem Druck
von zumindest 0,5 kbar, besonders bevorzugt 0,8 kbar statt. Wenn
ein erhöhter
Druck von weniger als 0,5 kbar verwendet wird, kann eine Verarbeitung über die transiente
hexagonale Phase nicht stattfinden, wodurch die gewünschten
Materialeigenschaften nicht erzielt werden können.
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Ein
Erhitzen ausgehend von Umgebungstemperatur unter erhöhtem Druck
findet bevorzugt bis zumindest 155°C statt, welcher Wert die untere Grenze
der transienten hexagonalen Phase bezeichnet. Wenn eine Temperatur
von weniger als 155°C verwen det
wird, kann UHMWPE mit ultrahohem Molekulargewicht über die
transiente hexagonale Phase nicht verarbeitet werden.
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Zu
dem Zeitpunkt, zu welchem die transiente hexagonale Phase während des
Erhitzens unter erhöhtem
Druck erreicht wird, ist es bevorzugt, die Aufheizgeschwindigkeit
derart zu reduzieren, dass eine minimale Aufenthaltszeit in der
transienten hexagonalen Phase erzielt wird, um das Schmelzen der UHMWPE-Partikel im wesentlichen
vollständig
zu bewirken. Wenn ein vollständiges
Schmelzen der UHMWPE-Partikel in der transienten hexagonalen Phase
nicht erzielt wird, besitzt das derart gewonnene UHMWPE keine ausreichende
Verschleißbeständigkeit.
Die Erhitzungsgeschwindigkeit ausgehend von Umgebungstemperatur
auf die transiente hexagonale Phase muss höher sein als die Erhitzungsgeschwindigkeit,
die verwendet wird, sobald die transiente hexagonale Phase erreicht
worden ist. Wenn eine geringe Erhitzungsgeschwindigkeit verwendet wird,
bis die transiente hexagonale Phase erreicht ist, neigen die UHMWPE-Kristalle dazu, eine
größere lamellare
Dicke einzunehmen, was mit dem Risiko verbunden ist, dass eine lamellare
Dicke größer als
12 nm erreicht wird, was zur Folge hat, dass eine Verarbeitung über die
transiente hexagonale Phase nicht mehr stattfindet.
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Sobald
die transiente hexagonale Phase erreicht ist, wird das Erhitzen
unter erhöhtem
Druck fortgesetzt, bis auf eine Temperatur über der Schmelztemperatur,
welche Temperatur über
der Gleichgewichtslinie für
die orthorhombische und flüssige
Phase liegt, wie in der anliegenden Figur mit dem Phasendiagramm
dargestellt. Sobald das Ausgangsmaterial geschmolzen ist, wird das
Aggregat gekühlt.
Dieser Kühlvorgang
kann oder kann auch nicht unter erhöhtem Druck stattfinden, bevorzugt
unter Atmosphärendruck.
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Experimente
haben gezeigt, dass Heizen auf eine höhere als die Schmelztemperatur
auf das Kühlen
auf Umgebungstemperatur folgen kann, was oder was auch nicht stattfinden
kann unter erhöhtem Druck.
Wenn das Kühlen
auf Atmosphärentemperatur
unter Atmosphärendruck
stattfindet, wird der Druck von dem System entfernt, sobald die
gewünschte
Schmelztemperatur erreicht worden ist, woraufhin Kühlen stattfindet.
Es wird jedoch bemerkt, dass das Heizen von UHMWPE unter Überdruck
von zumindest 0,5 kbar stattfinden muss. Bevorzugt wird dieses Heizen
unter isobaren Bedingungen ausgeführt; eine geringfügige Druckerhöhung von
etwa 200 bar ist jedoch zulässig,
während
eine Druckverringerung von etwa 200 bar während des Heizens unter isobaren
Bedingungen zu einem Produkt führt,
das unerwünschte
mechanische Eigenschaften besitzt.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft außerdem die medizinische Anwendung
des in Übereinstimmung
mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
gewonnenen UHMWPE. Der Begriff "medizinische
Anwendung" bedeutet
eine Anwendung in einem menschlichen Körper, beispielsweise für Sehnen, insbesondere
für die
Achillesfersen, Kniescheiben, Hüftgelenke,
sowie Anwendungen, bei welchen eine Kombination aus biomedizinischer
Kompatibilität, Festigkeit
und Verschleißbeständigkeit
erforderlich sind, wie z. B. im Fall von Bandscheiben.
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Andere
Anwendungen, bei denen die Homogenität der Morphologien, die in Übereinstimmung mit
der Erfindung erzielt werden, wesentlich ist, betreffen die Herstellung
industrieller Komponenten mit hoher Verschleißbeständigkeit, wie etwa Lager, Zahnräder, Dichtungen,
Förderbandbestandteile
und weitere industrielle Komponenten, die aktuell aus Metall hergestellt
werden. Auch Rohrleitungen, insbesondere Innenauskleidungen und
Bodenschichten für
Skier sind als geeignete industrielle Anwendungen zu nennen.
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Die
vorliegende Erfindung wird nunmehr unter Bezug auf Beispiele näher erläutert. Hierbei
wird bemerkt, dass die vorliegende Erfindung in keinster Weise auf
spezielle Beispiele, wie etwa die nachfolgenden Beispiele beschränkt ist.
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Beispiel 1
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Polyethylen
mit einem Molekulargewicht von 500.000 (Hostalen GUR 4130, vermarktet
von Hoechst) mit einer mittleren lamellaren Dicke von 8 nm und einer
Schmelztemperatur bei Atmosphärendruck
von 145°C
wurde einem Überdruck
von 0,8 kbar bei einer Temperatur von 25°C unterworfen. Daraufhin wurde
die Temperatur unter isobaren Bedingungen auf 150°C erhöht bei einer
Erhitzungsgeschwindigkeit von 8°C/min.
Erhitzen von 150°C
auf 200°C
wurde unter demselben Druck mit einer Erhitzungsgeschwindigkeit
von 1°C/min
ausgeführt.
Bei 200°C
war das Ausgangsmaterial vollständig
geschmolzen. Die Probe wurde ausgehend von 200°C bis Raumtemperatur bei einem
Druck von 0,8 kbar und mit einer Abkühlgeschwindigkeit von 10°C/min abgekühlt. Die
Raumtemperatur des Drucks wurde auf Atmosphärenbedingungen reduziert, und
die Probe wurde aus der Druckzelle entnommen. Eine Elektronenmikroskopaufnahme
zeigte, dass vollständiges
Schmelzen der Polymerkristalle stattgefunden hatte.
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Beispiel 2
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Polyethylen
mit einem Molekulargewicht von 500.000 (Hostalen GUR 4130, vermarktet
von Hoechst) mit einer lamellaren Dicke von 9 nm und einer Schmelztemperatur
bei Atmosphärendruck
von 145°C
wurde derselben Behandlung wie in Beispiel 1 unterworfen, mit der
Ausnahme, dass andere Temperatur- und Druckbedingungen verwendet
wurden. Der Druck war mit 1,2 kbar ge wählt und die Temperatur wurde
unter isobaren Bedingungen auf 160°C mit einer Erhitzungsgeschwindigkeit
von 8°C/min
erhöht, gefolgt
durch weiteres Erhitzen auf 220°C
mit einer Erhitzungsgeschwindigkeit von 1°C/min. Bei 220°C schien
das Ausgangsmaterial vollständig
geschmolzen zu sein. Die Probe wurde daraufhin auf Raumtemperatur
mit einer Abkühlgeschwindigkeit
von 10°C/min
abgekühlt,
wodurch der Druck beibehalten wurde. Bei Raumtemperatur wurde der
Druck auf Atmosphärenbedingungen
reduziert, und die Probe wurde aus der Druckzelle entnommen. Eine
Elektronenmikroskopaufnahme zeigte, dass das derart zubereitete
Material vollständiges
Schmelzen der Partikel zeigt.
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Beispiel 3
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Polyethylen
mit einem Molekulargewicht von 500.000 (Hostalen GUR 4130, vermarktet
von Hoechst) mit einer lamellaren Dicke von 12 nm und einer Schmelztemperatur
bei Atmosphärendruck
von 145°C
wurde derselben Behandlung wie in Beispiel 1 unterworfen, mit der
Ausnahme, dass die Temperatur- und die Druckbedingungen geändert waren.
Bei Raumtemperatur wurde der Druck 2,0 kbar erhöht, woraufhin die Probe unter
isobaren Bedingungen auf 170°C
erhitzt wurde, mit einer Erhitzungsgeschwindigkeit von 8°C/min, gefolgt
von einer weiteren Erhitzung auf 225°C mit einer Erhitzungsgeschwindigkeit von
1°C/min.
Bei 225°C
schien das Ausgangsmaterial vollständig geschmolzen zu sein. Sobald
die gewünschte
Temperatur erreicht worden war, wurden das Aggregat unter Druck
auf Raumtemperatur gekühlt
und der Druck wurde von dem System bei dieser Temperatur entfernt.
Eine Elektronenmikroskopaufnahme zeigte, dass das derart zubereitete
Polyethylen eine halbkristalline Morphologie besitzt, wodurch vollständige Fusion
der Partikel stattgefunden hatte.
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Beispiel 4
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Die
Behandlung gemäß Beispiel
1 wurde mit der Ausnahme wiederholt, dass das Abkühlen auf Raumtemperatur
unter Atmosphärenbedingungen stattgefunden
hatte. Eine Elektronenmikroskopaufnahme zeigte, dass die Polyethylenpartikel
keine getrennten Bereiche zeigen.
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Beispiel 5
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Die
Behandlung gemäß Beispiel
1 wurde mit der Ausnahme wiederholt, dass der Druck während des
Heizens und Abkühlens
1,4 kbar betrug. Das derart zubereitete Polyethylen entspricht dem
in Beispiel 1 zubereiteten Polyethylen.
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Vergleichsbeispiel 1
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Dieselben
Temperatur- und Druckbedingungen wie in Beispiel 1 wurden mit der
Ausnahme verwendet, dass das Polyethylen mit einem Molekulargewicht
von 500.000, einer lamellaren Dicke von 11 nm und einer Schmelztemperatur
bei Atmosphärendruck
von 140°C
verwendet wurde. Die Elektronenmikroskopaufnahme zeigte, dass kein
vollständiges Schmelzen
der ursprünglichen
Polyethylenpartikel stattgefunden hatte. Dieses Vergleichsbeispiel
zeigt, dass ein Polyethylen mit einer Schmelztemperatur bei Atmosphärendruck
von weniger als 141°C
zu einem Endprodukt mit unerwünschten
mechanischen Eigenschaften führt.
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Vergleichsbeispiel 2
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Dieselben
Temperatur- und Druckbedingungen wie in Beispiel 1 wurden mit der
Ausnahme verwendet, dass das Polyethylen mit einem Molekulargewicht
von 500.000, einer lamellaren Dicke von 13 nm und einer Schmelztemperatur
bei Atmosphärendruck
von 142°C
verwendet wurde. Die Elektronenmikroskopaufnahme zeigte dasselbe
Ergebnis wie im Fall des Vergleichsbeispiels 1. Die Ergebnisse des Vergleichsbeispiels
1 zeigen, dass ein Polyethylen mit einer lamellaren Dicke von 13
nm zu einem Endprodukt führt,
dass unerwünschte
mechanische Eigenschaften besitzt.
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Vergleichsbeispiel 3
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Polyethylen
mit einem Molekulargewicht von 500.000 (Hostalen GUR 4130 vermarktet
von Hoechst), mit einer mittleren lamellaren Dicke von 8 nm und
mit einer Schmelztemperatur bei Atmosphärendruck von 145°C wurde einem Überdruck
von 0,8 kbar bei einer Temperatur von 25°C unterworfen. Daraufhin wurde
die Temperatur auf 200°C
unter isobaren Bedingungen erhöht
bei einer Erhitzungsgeschwindigkeit von 1°C/min. Sobald diese Temperatur erreicht
worden war, fand ein Abkühlen
auf Raumtemperatur unter Druck mit einer Abkühlgeschwindigkeit von 10°C/min statt.
Bei Raumtemperatur wurde der Druck auf Atmosphärenbedingungen reduziert und
die Probe wurde aus der Druckzelle entfernt. Eine Elektronenmikroskopaufnahme
zeigte, dass keine vollständige
Verschmelzung der polymeren Kristalle stattgefunden hatte. Die langsame
Erhitzungsgeschwindigkeit während
der gesamten Verarbeitung führt
zu einer Vergrößerung der
lamellaren Dicke der UHMWPE-Kristalle auf einen Wert > 12 nm, wodurch keine
Verarbeitung über
die transiente hexagonale Phase stattgefunden hat.
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Vergleichsbeispiel 4
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Dasselbe
Ausgangsmaterial wie im Fall des Vergleichsbeispiels 3 wurde einem Überdruck
von 0,8 kbar ausgehend von Umgebungstemperatur ausgesetzt. Daraufhin
wurde die Temperatur unter isobaren Bedingungen auf 200°C erhöht mit einer
Erhitzungsgeschwindigkeit von 8°C/min.
Sobald diese Temperatur erreicht war, wurde die Probe so weiter verarbeitet,
wie im Vergleichsbeispiel 3 erläutert. Eine
Elektronenmikroskopaufnahme zeigte, dass keine vollständige Verschmelzung
der Polymerkristalle stattgefunden hatte. Die Erfinder der vorliegenden
Erfindung führen
diese unvollständige
Verschmelzung auf die Tatsache zurück, dass die Aufenthaltszeit
in der transienten hexagonalen Phase zu kurz ist.