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Hintergrund
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Bereich der
Erfindung
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Diese
Erfindung betrifft ein als NNT-1 bezeichnetes Polypeptid und verwandte
Polypeptide, die neurotrophe Aktivität aufweisen, neue Nukleinsäuremoleküle, die
für solche
Polypeptide kodieren, und andere damit zusammenhängende Aspekte.
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Beschreibung
des verwandten Stands der Technik
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Eine
Zahl von neurologischen Abweichungen und Erkrankungen werden mindestens
zum Teil durch die Degeneration oder den Tod von besonderen Klassen
von Neuronen verursacht. Z.B. ist die Parkinsonsche Erkrankung durch
eine Verlangsamung der bewußten
Muskelbewegung, muskuläre
Versteifung und Tremor gekennzeichnet. Solche Symptome werden zumindest
teilweise der fortschreitenden Degenerierung von Dopamin-produzierenden
Neuronen zugeordnet, die in einer spezifischen Region des Hirns
lokalisiert sind, die die Substantia nigra genannt wird. Degenerierung
dieser Neuronen ("dopaminergen
Neuronen") führt zu einer Abnahme
von Dopaminspiegeln in einer angrenzenden Region des Hirns, die
das Striatum genannt wird. Das Striatum enthält Neuronen, die Rezeptoren
für Dopamin
exprimieren; diese Neuronen sind an der Kontrolle der motorischen
Aktivität
beteiligt. Die Ursache der Degenerierung von dopaminergen Neuronen
ist unbekannt, wurde jedoch freien Radikalen, überschüssigem Eisengehalt, Umwelttoxinen,
exzitatorischer Aminosäure-Neurotoxizität und möglicherweise
einem Mangel an bestimmten neurotrophen Faktoren zugeordnet (Jenner,
Neurology, Suppl. 3: S6-S12 [1995]; Adams and Victor, eds. Principles
of Neurology, Chapter 42: Degenerative Diseases of the Nervous System,
McGraw Hill, NY [1993]).
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Erkrankungen,
wie zum Beispiel die amyotrophe Lateralsklerose (ALS; auch als Lou
Gehrig's Erkrankung
bekannt), die progressive muskuläre
Atrophie und die vererbliche motorische und sensorische Neuropathie
(Charcot-Marie-Tooth Erkrankung) stammen alle zumindest teilweise
von einer Verringerung von motorischen Neuronen ab, die im ventralen
Horn des Rückenmarks
lokalisiert sind.
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Der
Hippocampus, eine gut definierte Struktur, die ein Teil des zerebralen
Kortex des Hirns ist, ist für die
Bildung des Langzeitgedächtnisses
wichtig. Zerstörung
des Hippocampus, z.B. durch Ischämie,
kann zu einer Unfähigkeit
führen,
neue Erinnerungen zu bilden. Die Degenerierung von pyramidalen CA1-Neuronen, die
in der CA1-Region des Hippocampus lokalisiert sind, ist ein Charakteristikum
der Alzheimer-Erkrankung. Dieselben Neuronen sind selektiv anfällig für ischämische und
anoxische Beschädigung,
die in Zuständen,
wie z.B. Schlaganfall und Kopftrauma, auftreten. Zusätzlich werden
die CA1 pyramidalen hippocampalen Neuronen, sowie die in der CA3-Region
des Hippocampus lokalisierten pyramidalen Neuronen, selektiv bei
der Epilepsie verletzt.
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Das
Striatum ist die Innervierungsregion der Nervenenden von dopaminerg-enthaltenen
Neuronen aus der Substantia nigra. Die Hauptzahl der striatalen
Neuronen verwendet GABA (4-Aminobuttersäure) als ihren
Neurotransmitter. Das Striatium ist das hauptsächliche Ziel der fortschreitenden
Neurodegeneration, die in Morbus Huntington auftritt, wobei der
hauptsächliche
Neuronenverlust derjenige der striatalen GABA-verwendenden Neuronen
ist.
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Die
Serotonin-enthaltenden Neuronen sind in Gruppen um die Mittellinie
des Rautenhirns versammelt. Diese Neuronen sind an der Kontrolle
der Körpertemperatur,
des Gemütszustandes
und des Schlafes beteiligt. Erkrankungen des Serotonin-enthaltenen
Neuronensystems schließen
z.B. Depressionen, andere Gemütszustandsstörungen und
Schlafstörungen
ein.
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Photorezeptorzellen
sind eine spezialisierte Untergruppe von Retinaneuronen und sind
für das
Sehen verantwortlich. Verletzung und/oder Tod von Photorezeptorzellen
kann zur Erblindung führen.
Degenerierungen der Retina, wie z.B. durch Retinitis Pigmentosa,
altersbedingte makulare Degeneration und stationäre Nachtblindheit, werden alle
durch die fortschreitende Atrophie und den Verlust der Funktion
von Photorezeptor-Außensegmenten
charakterisiert, die spezialisierte Strukturen sind, die die visuellen
Pigmente enthalten, die einen Lichtstimulus in elektrische Aktivität transformieren.
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Während einige
Therapien erhältlich
sind, um die Symptome und das Ausmaß der Schwere von solchen Erkrankungen
zu behandeln (z.B. L-Dopa, um Morbus Parkinson zu behandeln), existiert
augenblicklich keine effektive Behandlung, um die Degenerierung
der meisten der oben genannten Klassen von beeinträchtigten
Neuronen zu verhindern oder zu verringern, oder ihre Reparatur zu
unterstützen.
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Kürzlich wurden
mehrere natürlich
auftretende proteinöse
Moleküle
identifiziert, basierend auf ihrer trophischen Aktivität an verschiedenen
Neuronen. Diese Moleküle
werden als "neurotrophe
Faktoren" bezeichnet.
Neurotrophe Faktoren sind endogene lösliche Proteine, die das Überleben,
das Wachstum und/oder die morphologische Plastizität von Neuronen
stimulieren oder regulieren können
(siehe Fallon und Laughlin, Neurotrophic Factors, Academic Press,
San Diego, CA [1993]).
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Die
bekannten neurotrophen Faktoren gehören zu mehreren verschiedenen
Proteinsuperfamilein von Polypeptid-Wachstumsfaktoren, basierend
auf ihrer Aminosäuresequenz-Homologie
und/oder ihrer dreidimensionalen Struktur (MacDonald und Hendrikson,
Cell, 73:481-424 [1993]). Eine Familie von neurotrophen Faktoren
ist die Neutrophin-Familie. Diese Familie besteht augenblicklich
aus NGF (Nervenwachstumsfaktor), BDNF (Hirn-abgeleiteter neurotropher
Faktor), NT-3 (Neurotrophin-3), NT-4 (Neurotrophin-4) und NT-6 (Neurotrophin-6).
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CNTF
(ziliarer neurotropher Faktor) und LIF (Leukämie inhibitorischer Faktor)
sind Cytokin-Polypeptide,
die neurotrophe Aktivität
aufweisen. Durch ihre strukturellen Eigenschaften und Rezeptorkomponenten sind
diese Polypeptide mit einer Familie von hämatopoietischen Cytokinen verwandt,
die IL-6 (Interleukin-6), IL-11 (Interleukin-11), G-CSF (Granulozyten-Kolonie-stimulierender
Faktor) und Onkostatin-M einschließt. NNT-1 der vorliegenden
Erfindung zeigt eine signifikante Ähnlichkeit gegenüber verschiedenen
Mitgliedern dieser Familie von neurotrophen Faktoren. Siehe 6.
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GDNF
(Glia-abgeleiteter neurotropher Faktor) ist ein neurotropher Faktor,
der zur TGF-beta (transformierender Wachstumsfaktor beta)-Superfamilie
gehört.
GDNF zeigt potente Überlebens-
und Differenzierungs-unterstützende
Wirkungen für
dopaminerge und motorische Neuronen (Lin et al., Science, 260:1130-1132
[1993]; Yan et al., Nature, 373:341-344 [1995]).
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Während von
diesen neurotrophen Faktoren bekannt ist, daß sie das Wachstum und/oder
das Überleben
von Neuronen erhöhen,
ist weniger über
die Moleküle
bekannt, die in Verbindung mit diesen Faktoren wirken. Eine Weise,
auf die zusätzliche
Neutrophine und verwandte Moleküle
identifiziert werden können,
ist es, an ein Tier eine oder mehrere Verbindungen zu verabreichen,
von denen bekannt ist, daß sie
einen Effekt auf das Nervensystem haben, und dann Gewebe auf die
Induktion von Genen hin zu analysieren, die an den neuralen Antworten
auf die Verbindungen beteiligt sind. Z.B. kann man Gene screenen,
die in bestimmten Gewe ben des Nervensystems induziert werden, wie
z.B. der hippocampalen Region des Hirns. Diese Technik wurde von
Nedivi et al. verwendet (Nature, 363:718-722 [1993]; Nedivi et al.,
Proc. Natl. Acad. Sci USA, 93:2048-2053 [1996]), um neue Gene zu
identifizieren, die im Gyrus dentatus-Teil des Hippocampus in Antwort auf
die Verabreichung eines Neurotransmitters-Analogons von Glutamat,
genannt Kainat (Kaininsäure),
induziert werden.
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Die
Expression von vielen neurotrophen Faktoren, wie z.B. NGF, BDNF,
NT3, GDNF, bFGF, IGF-1 und TGF-beta wird durch afferente neuronale
Aktivität
und/oder durch neuronale Verletzung reguliert. Die starke Induktion
von einigen dieser Gene kann im Hippocampus Gyrus dentatus in Antwort
auf das Glutamat-Analogon Kainat (Isackson, Current Opinions in
Neurobiology 5:50-357 [1995]) beobachtet werden. Die Kainat-Behandlung
scheint die Freisetzung von neuen Verbindungen aus dem Hippocampus
von alarmierten Ratten zu erhöhen,
und diese Aktivität
scheint verschieden von den Wirkungen bekannter neurotropher Faktoren
zu sein (Humpel, et al., Science, 269:552-554 [1995]).
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Im
Hinblick auf die Tatsache, daß es
für viele
Nervensystem-Erkrankungen und -Abweichungen keine bekannte Heilung
gibt, besteht ein Bedarf im Stand der Technik, neue Verbindungen
zur Behandlung von neurologischen Zuständen und Erkrankungen, wie
z.B. Morbus Parkinson, amyotropher Lateralsklerose (ALS), Morbus
Alzheimer, Schlaganfall und verschiedenen degenerativen Erkrankungen,
die die Sehkraft beeinträchtigen,
zu identifizieren.
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Es
gibt weitere Hinweise, wie hier präsentiert, daß NNT-1-Verbindungen
eine biologische Aktivität
zur Modulation des Immunsystems aufweisen können, insbesondere durch Verursachen
eines Anstiegs in der B-Zell- und T-Zell-Produktion.
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Demzufolge
ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, neue Verbindungen
zur Verfügung
zu stellen, die bei der Unterstützung
der Neuronenregeneration und der Wiederherstellung von neuralen
Funktionen brauchbar sein können.
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Es
ist eine weitere Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Behandlung
von neurologischen Erkrankungen, wie z.B. denjenigen wie hier angegeben,
zur Verfügung
zu stellen.
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Es
ist eine noch weitere Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Behandlung
von immunologischen Erkrankungen zur Verfügung zu stellen, wie z.B. denjenigen,
wie hier angegeben. Diese und andere Aufgaben werden dem Durchschnittsfachmann
aus der vorliegenden Beschreibung ersichtlich werden.
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Zusammenfassung
der Erfindung
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In
einer Ausführungsform
stellt die vorliegende Erfindung ein Nukleinsäuremolekül zur Verfügung, das für ein Polypeptid kodiert, das
ausgewählt
ist aus der Gruppe bestehend aus:
- (a) dem Nukleinsäuremolekül nach SEQ
ID Nr. 1;
- (b) dem Nukleinsäuremolekül nach SEQ
ID Nr. 3;
- (c) einem Nukleinsäuremolekül, das für das Polypeptid
nach SEQ ID Nr. 2 oder ein biologisch aktives Fragments davon kodiert;
- (d) einem Nukleinsäuremolekül, das für ein Polypeptid
kodiert, das zu mindestens 70 Prozent identisch zu dem Polypeptid
nach SEQ ID Nr. 2 ist;
- (e) einem Nukleinsäuremolekül, das unter
stringenten Bedingungen an Eines von (a)-(d) oben hybridisiert; und
- (f) einem Nukleinsäuremolekül, das das
Komplement von Einem von (a)-(e) oben ist.
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In
einer weiteren Ausführungsform
stellt die vorliegende Erfindung ein Nukleinsäuremolekül zur Verfügung, das für ein Polypeptid kodiert, das
ausgewählt
ist aus der Gruppe bestehend aus:
- (a') dem Nukleinsäuremolekül nach SEQ
ID Nr. 4;
- (b') einem Nukleinsäuremolekül, das für das Polypeptid
nach SEQ ID Nr. 5 oder ein biologisch aktives Fragment davon kodiert;
- (c') einem Nukleinsäuremolekül, das für ein Polypeptid
kodiert, das zu mindestens 70 Prozent identisch zu dem Polypeptid
nach SEQ ID Nr. 5 ist;
- (e') einem Nukleinsäuremolekül, das das
Komplement von Einem von (a')-(c') oben ist.
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In
einer weiteren Ausführungsform
stellt die Erfindung Vektoren, die diese Nukleinsäuremoleküle umfassen,
und Wirtszellen zur Verfügung,
sowohl prokaryontische als auch eukaryontische, die die Vektoren
umfassen.
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Die
Erfindung stellt weiterhin ein NNT-1 Polypeptid zur Verfügung, ausgewählt aus
der Gruppe bestehend aus:
- (a) dem Polypeptid
nach SEQ ID Nr. 2;
- (b) dem Polypeptid, das Aminosäuren 1-198 nach SEQ ID Nr.
2 ist;
- (c) einem Polypeptid, das zu mindestens 70 Prozent zu dem Polypeptid
von (a) oder (b) identisch ist; und
- (d) einem biologisch aktiven Fragment von Einem von (a)-(c).
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Die
Erfindung stellt weiterhin ein NNT-1 Polypeptid zur Verfügung, ausgewählt aus
der Gruppe bestehend aus:
- (a') dem Polypeptid
von SEQ ID Nr. 5;
- (b') dem Polypeptid,
das Aminosäuren
1-198 nach SEQ ID Nr. 5 ist;
- (c') einem Polypeptid,
das zu mindestens 70 Prozent identisch zu dem Polypeptid von (a') oder (b') ist; und
- (d') einem biologisch
aktiven Fragment von Einem von (a')-(c').
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Gegebenenfalls
kann das NNT-1 Polypeptid ein aminoterminales Methionin aufweisen
oder nicht aufweisen.
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In
einer weiteren Ausführungsform
stellt die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines NNT-1 Polypeptids
zur Verfügung,
wobei das Polypeptid SEQ ID Nr. 2 oder ID NR. 5, Aminosäuren 1-198
von SEQ ID Nr. 2, Aminosäuren
1-198 von SEQ ID Nr. 5 oder ein biologisch aktives Fragment davon
sein kann, und wobei das Verfahren umfaßt:
- (a)
Exprimieren eines Polypeptids, das durch ein NNT-1 Nukleinsäuremolekül kodiert
wird, in einem geeigneten Wirt; und
- (b) Isolieren des Polypeptids.
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Die
Erfindung stellt weiterhin anti-NNT-1-Antikörper zur Verfügung.
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Kurze Beschreibung
der Zeichnungen
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1 stellt
die Nukleinsäuresequenz
der cDNA dar, die für
menschliches NNT-1 (SEQ ID Nr. 1) kodiert.
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2 zeigt
die Nukleinsäuresequenz
der menschlichen genomischen DNA für NNT-1 (SEQ ID Nr. 3).
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3 stell
die Aminosäuresequenz
für menschliches
NNT-1 (SEQ ID Nr. 1) dar, wie von der cDNA (SEQ ID Nr. 2) translatiert.
Die ersten 27 Aminosäuren
können
eine Signalpeptidsequenz darstellen, so daß die reife Form von NNT-1
an dem als Nr. 1 bezeichneten Leucin beginnt. Das * zeigt das Stoppcodon
an.
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4 stellt
die Nukleinsäuresequenz
der cDNA dar, die für
Maus NNT-1 (SEQ ID Nr. 4) kodiert.
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5 stellt
die Aminosäuresequenz
für Maus
NNT-1 (SEQ ID Nr. 5) dar, wie von der cDNA (SEQ ID Nr. 4) translatiert.
Die ersten 27 Aminosäuren
können
eine Signalpepdidsequenz darstellen, so daß die reife Form des Maus NNT-1
an dem als Nr. 1 bezeichneten Leucin beginnt. Das * zeigt das Stoppcodon
an.
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6 stellt
einen Vergleich der Aminosäuresequenzen
von NNT-1, IL-11 (SEQ ID Nr. 8), IL-6 (SEQ ID Nr. 9), G-CSF (SEQ
ID Nr. 10), Cardiotrophin (SEQ ID Nr. 11), CNTF (SEQ ID Nr. 12),
Onkostatin (SEQ ID Nr. 13) und LIF (SEQ ID Nr. 14) dar. In jedem
Fall wird das menschliche Molekül
verglichen.
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7 zeigt
einen Graphen mit den Ergebnissen eines motorischen Hühner-Neuronenaktivitäts-Tests für menschliches
NNT-1, verglichen mit menschlichem CNTF.
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8 zeigt
einen Graphen mit den Ergebnissen eines sympathischen Hühner-Neuronenaktivitäts-Tests
für menschliches
NNT-1, verglichen mit menschlichem CNTF.
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9 zeigt
eine normale Milz einer negativen Kontrollmaus (# 22), 20x Objektiv,
H&E Färbung.
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10 zeigt
eine Milz von einer NNT-1 transgenen Maus (# 62) mit lymphoider
Hyperplasie (Pfeil).
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11 zeigt
eine normale Leber von einer Kontrollmaus, 10x Objektiv, H&E Färbung.
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12 zeigt
eine Leber von einer NNT-1 transgenen Maus (# 60) mit lymphoiden
Aggregaten in Sinusoiden (Pfeil) und um die Gefäße herum, H&E Färbung.
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13 stellt
Daten dar, die zeigen, daß NNT-1
Serum-SAA induzierte (p<0,001).
Es waren fünf
Mäuse pro
Gruppe.
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14 stellt
Daten dar, die zeigen, daß NNT-1
die Induktion von Corticosteron durch IL-1 in Serum potenzierte
(p<0,01) und den
Serumspiegel von Corticosteron auch unabhängig von IL-1 erhöhte (p<0,001). Es waren
fünf Mäuse pro
Gruppe.
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15 stellt Daten dar, die zeigen, daß NNT-1
die Induktion von IL-6 durch IL-1 in Serum potenzierte (p<0,001). Es waren
fünf Mäuse pro
Gruppe.
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16 stellt Daten dar, die zeigen, daß NNT-1
den LPS-induzierten Anstieg von Serum TNF-Spiegeln blockierte (p<0,001). Es waren
zehn Mäuse
in der LPS-behandelten Gruppe, fünf
in den anderen.
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17 stellt Daten dar, die zeigen, daß NNT-1
die Zahlen von Gesamt- (p<0,04)
und CD45-positiven Zellen
in peripheren Lymphknoten in Mäusen
erhöhte
(p<0,001).
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Genaue Beschreibung
der Erfindung
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Im
Umfang dieser Erfindung eingeschlossen sind NNT-1 Polypeptide, wie
z.B. die Polypeptide von SEQ ID Nr. 2 oder SEQ ID Nr. 5, und verwandte
biologisch aktive Polypeptidfragmente und Derivate davon. Weiter
innerhalb des Umfangs der vorliegenden Erfindung enthalten sind
Nukleinsäuremoleküle, die
für diese Polypeptide
kodieren, und Verfahren zur Herstellung der Polypeptide.
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I. NNT-1 Proteine/Polypeptide,
Fragmente und Derivate davon
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Der
Ausdruck "NNT-1
Protein" oder "NNT-1 Polypeptid", wie hier verwendet,
betrifft jedes Protein oder Polypeptid, das die für NNT-1
hierin beschriebenen Eigenschaften aufweist. Das NNT-1 Polypeptid
kann ein aminoterminales Methionin aufweisen oder nicht aufweisen,
in Abhängigkeit
von z.B., der Weise, auf die es hergestellt ist. Zur Verdeutlichung
betrifft NNT-1 Protein
oder NNT-1 Polypeptid:
- (1) eine Aminosäuresequenz,
die durch ein NNT-1 Nukleinsäuremoleküle kodiert
wird, wie in einem der folgenden Punkte definiert:
(a) dem
Nukleinsäuremolekül der SEQ
ID Nr. 1;
(b) dem Nukleinsäuremolekül der SEQ
ID Nr. 3;
(c) einem Nukleinsäuremolekül, das für das Polypeptid von SEQ ID
Nr. 2 kodiert oder ein biologisch aktives Fragment davon;
(d)
einem Nukleinsäuremolekül, das für ein Polypeptid
kodiert, das mindestens 70 Prozent identisch zu dem Polypeptid von
SEQ ID Nr. 2 ist;
(e) einem Nukleinsäuremolekül, das das Komplement von einem
von (a)-(d) oben ist; und
(a') dem Nukleinsäuremolekül von SEQ ID Nr. 4;
(b') einem Nukleinsäuremolekül, das für das Polypeptid
von SEQ ID Nr. 5 oder ein biologisch aktives Fragment davon kodiert;
(c') einem Nukleinsäuremolekül, das für ein Polypeptid
kodiert, das mindestens 70 Prozent identisch zu dem Polypeptid von
SEQ ID Nr. 5 ist;
(d')
einem Nukleinsäuremolekül, das das
Komplement von einem von (a')-(c') oben ist;
- (2) natürlich
auftretende allelische Varianten des NNT-1-Gens, die zu einer oder
mehreren Aminosäure-Substitutionen,
Deletionen und/oder Insertionen führen, verglichen mit dem NNT-1
Polypeptid von SEQ ID Nr. 2 oder SEQ ID Nr. 5 und/oder
- (3) chemisch modifizierte Derivate.
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Die
NNT-1 Polypeptide, die bei der Durchführung der vorliegenden Erfindung
verwendet werden können,
können
natürlich
auftretende Vollängen-Polypeptide
oder verkürzte
Polypeptide oder Peptide (d.h. "Fragmente") sein.
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Die
Polypeptide können
in reifer Form vorliegen oder sie können an ein natives oder heterogenes
Signalpeptid angebracht sein. Z.B. weisen menschliches und Maus-NNT-1
Signalpeptide von jeweils Aminosäuren –27 bis –1 von SEQ
ID Nr. 2 bzw. 5 auf.
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Die
Polypeptide oder Fragmente können
chemisch modifiziert sein, d.h. glykosyliert, phosphoryliert und/oder
an ein Polymer, wie unten beschrieben, gebunden sein, und sie können ein
aminoterminales Methionin aufweisen, in Abhängigkeit davon, wie sie hergestellt
wurden. Zusätzlich
können
die Polypeptide oder Fragmente Varianten des natürlich auftretenden NNT-1 Polypeptids
sein (d.h. können
eine oder mehrere Aminosäure-Deletionen,
Insertionen und/oder Substitutionen enthalten, verglichen mit natürlich auftretendem NNT-1).
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Wie
hier verwendet, betrifft der Ausdruck "NNT-1 Fragment" ein Peptid oder Polypeptid, das weniger als
die Vollängen-Aminosäuresequenz
von natürlich
auftretendem NNT-1 Protein ist, das jedoch qualitativ einen im wesentlichen ähnlichen
Typ an biologischer Aktivität
wie NNT-1 Polypeptid oder NNT-1 Protein, wie oben beschrieben, aufweist.
Solch ein Fragment kann am Aminoterminus, dem Carboxyterminus oder
beiden verkürzt
sein und kann chemisch modifiziert sein. Solche NNT-1 Fragmente
können
mit oder ohne einem aminoterminalen Methionin präpariert werden. Die Aktivität der Fragmente
kann größer, dieselbe
oder weniger als die des Vollängen-(reifen)
NNT-1 Peptids sein.
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Bevorzugterweise
ist die Aktivität
des Fragments > 50
%, weiter bevorzugt ≥ 65
%, am meisten bevorzugt ≥ 80
% der Aktivität
des Vollängen-Polypeptids,
wie durch einen Standardaktivitätstest
gemessen, wie z.B. denjenigen, der im Beispielteil hier beschrieben
ist. Einige beispielhafte Fragmente dieser Erfindung schließen die
Polypeptide ein, wobei von 1-20 Aminosäuren von entweder dem C-Terminus,
dem N-Terminus oder beiden Termini des NNT-1 Polypeptids entfernt
wurden.
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Wie
hier verwendet, betrifft der Ausdruck "NNT-1 Derivat" oder "NNT-1 Variante" ein NNT-1 Polypeptid, Protein oder
Fragment, das 1) chemisch modifiziert wurde, wie z.B. durch die
Hinzufügung
von einem oder mehreren Polyethylenglycol-Molekülen, Zuckern, Phosphaten oder
andern solchen Molekülen,
die nicht natürlicherweise
am Wildtyp NNT-1 Polypeptid angebracht sind und/oder 2) eine oder
mehrere Nukleinsäure-
oder Aminosäuresequenz-Substitutionen, Deletionen
und/oder Insertionen enthält,
verglichen mit der NNT-1 Aminosäuresequenz,
wie in 3 (Mensch) oder 5 (Maus)
angegeben.
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Wie
hier verwendet; betreffen die Ausdrücke "biologisch aktives Polypeptid" und "biologisch aktives Fragment" ein Peptid oder
Polypetid in Übereinstimmung
mit der oben angegebenen Beschreibung für NNT-1, wobei das NNT-1 als
ein Wachstumsfaktor für
(a) Neuronen (z.B. motorische Neuronen und/oder sympathische Neuronen)
oder (b) immunologische Zellen, wie z. B. B-Zellen und T-Zellen,
wirkt.
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Fragmente
und/oder Derivate von NNT-1, die nicht selbst aktiv in Aktivitätstests
sind, können
als Modulatoren (z.B. Inhibitoren oder Stimulatoren) der NNT-1 Rezeptoren
in vitro oder in vivo brauchbar sein, oder um Antikörper gegen
NNT-1 Polypeptide herzustellen.
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Die
Aminosäurevarianten
von NNT-1 dieser Erfindung sind bevorzugterweise mindestens 70%
identisch mit entweder SEQ ID Nr. 2 oder SEQ ID Nr. 5, weiter bevorzugt
mindestens ungefähr
80% identisch, noch weiter bevorzugt mindestens ungefähr 90% identisch.
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Die
Prozent der Sequenz-Identität
können
durch Standardverfahren bestimmt werden, die herkömmlich verwendet
werden, um die Ähnlichkeiten
in den Positionen der Aminosäuren
von zwei Polypeptiden zu vergleichen. Als Beispiel werden die zwei
Polypeptide, für
die die Prozent der Sequenz-Identität bestimmt werden sollen, unter
der Verwendung eines Computerprogramms, wie z. B. BLAST oder FASTA,
für eine
optimale Übereinstimmung
ihrer jeweiligen Aminosäuren
angeordnet (die "passende
Spanne", die die
volle Länge
von einer oder beiden Sequenzen oder einen vorbestimmten Teil einer
oder beider Sequenzen einschließen
kann). Jedes Computerprogramm stellt eine "voreingestellte" Öffnungs-Penalty
und eine "voreingestellte" Lücken-Penalty
und eine Wertematrix, wie z. B. PAM 250, zur Verfügung. Eine
Standart-Wertematrix (siehe Dayhoff et al., in: Atlas of Protein
Sequence and Structure, vol. 5, supp.3 [1978] ) kann in Zusammenhang
mit dem Computerprogramm verwendet werden. Die Prozent Identität können dann
unter der Verwendung eines in einem Programm wie z. B. FASTA enthaltenden
Algorhythmus berechnet werden, wie:

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Polypetide,
die mindestens 70% identisch sind, werden typischerweise eine oder
mehrere Aminosäure-Substitutionen,
Deletionen und/oder Insertionen aufweisen, wenn mit Wildtyp NNT-1
verglichen. Gewöhnlich
werden die Substitutionen konservativ sein, um wenig oder keinen
Effekt auf die Gesamtnettoladung, Polarität oder Hydrophobizität des Proteins
zu haben, werden jedoch gegebenenfalls die Aktivität von NNT-1
erhöhen.
Konservative Substitutionen sind in Tabelle I unten angegeben. Tabelle
I Konservative
Aminosäure-Substitutionen
| Basis: | Arginin
Lysin
Histidin |
| Sauer: | Glutaminsäure
Asparaginsäure |
| Polar: | Glutamin
Asparagin |
| Hydrophob: | Leucin
Isoleucin
Valin |
| Aromatisch: | Phenylalanin
Tryptophan
Tyrosin |
| Klein: | Glycin
Alanin
Serin
Threonin
Methionin |
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Die
Erfindung umfaßt
auch Spezieshomologe von NNT-1, z.B. NNT-1-Homologe von einer Säugerspezies,
z.B. sind Hund, Katze, Maus, Ratte, Affe, Pferd, Schwein, Ziege,
Kaninchen, Schaf und ähnliches
zusätzlich
zum Menschen vorgesehen. Die Sequenzen von Maus-cDNA und Protein
werden als SEQ ID Nr. 4 und 5 zur Verfügung gestellt.
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Die
Erfindung faßt
weiterhin chimäre
Polypeptide ein, wie z. B. NNT-1 angebracht an alles oder einen Teil
eines weiteren Polypeptids. Bevorzugterweise umfaßt das chimäre Polypeptid NNT-1,
angebracht an alles oder einen Teil eines weiteren neurotrophen
Faktors, wie zum Beispiel BDNF, GDNF, NT-3, NT-4, NT-5, NT-6 und ähnliches.
Die Polypeptide können
an den N- zu C-Terminus, C- zu C-Terminus oder N- zu N-Terminus angebracht
sein.
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II. Nukleinsäuren
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Wie
hier verwendet, betrifft der Ausdruck "NNT-1", wenn dazu verwendet, um einen Nukleinsäuremolekül zu beschreiben,
ein Nukleinsäuremolekül oder Fragment
davon, wie oben angegeben.
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Der
Ausdruck "stringente
Bedingungen" betrifft
die Hybridisierung und das Waschen unter Bedingungen, die nur eine
Bindung eines Nukleinsäuremoleküls, wie
zum Beispiel eines Oligonukleotis oder cDNA-Molekülsonde,
an hochhomologe Sequenzen erlauben. Eine stringente Waschlösung ist
0,015 M NaCl, 0,005 M Natriumcitrat und 0,1 Prozent SDS, verwendet
bei einer Temperatur von 55°C
bis 65°C.
Eine andere stringente Waschlösung
ist 0,2 × SSC
und 0,1 Prozent SDS, verwendet bei einer Temperatur von zwischen
50°C-65°C. Wo Oligonukleotidsonden
verwendet werden, um cDNA oder genomische Bibliotheken zu screenen,
können die
folgenden stringenten Waschbedingungen verwendet werden. Ein Protokoll
verwendet 6 × SSC
mit 0,05 Prozent Natriumpyrophosphat bei einer Temperatur von 35-62°C, in Abhängigkeit
von der Länge
der Oligonukleotidsonde. Zum Beispiel werden 14-Basenpaar-Sonden bei 35-40°C gewaschen,
17-Basenpaar-Sonden werden bei 45-50°C gewaschen, 20 Basenpaar-Sonden
werden bei 52-57°C
gewaschen und 23 Basenpaar-Sonden werden bei 57-63°C
gewaschen. Die Temperatur kann um 2-3°C erhöht werden, wenn die nicht-spezifische
Hintergrund-Bindung hoch erscheint. Ein zweites Protokoll verwendet
Tetramethylammoniumchlorid (TMAC) zum Waschen von Oligonukleotidsonden.
Eine stringente Waschlösung
ist 3 M TMAC, 50 mM Tris-HCl, pH 8,0 und 0,2 Prozent SDS. Die Waschtemperatur
unter der Verwendung dieser Lösung
ist eine Funktion der Länge
der Sonde. Zum Beispiel wird eine 17-Basenpaar-Sonde bei ungefähr 45-50°C gewaschen.
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NNT-1-Nukleinsäuremoleküle, Fragmente
und/oder Derivate, die nicht selber Polypeptide kodieren, die in
Aktivitätstests
aktiv sind, können
als Hybridisierungssonden in diagnostischen Tests brauchbar sein,
um entweder qualitativ oder quantitativ auf die Anwesenheit von
NNT-1 DNA oder RNA in Säugergewebe
oder Körperflüssigkeitsproben
zu testen.
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NNT-1
Nukleinsäuremoleküle, die
für NNT-1
Polypeptide kodieren, angebracht an native oder heterogene Signalpeptide
und/oder chimäre
Polypetide, wie hier oben beschrieben, sind ebenfalls innerhalb
des Bereichs dieser Erfindung eingeschlossen.
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III. Verfahren zur Herstellung
von NNT-1-Polypeptiden
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A. Rekombinante Verfahren
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Das
Vollängen-NNT-1-Polypeptid
oder Fragment davon kann unter der Verwendung von gut bekannten
rekombinanten DNA-Technologieverfahren hergestellt werden, wie denjenigen
beschrieben in Sambrook et al. (Molekular Cloning: A Labtatory Manual,
Cold Spring Harbor Laboratory Press, Cold Spring Harbor, NY [1989])
und/oder Ausubel et al., eds, (Current Protocols in Molekular Biology,
Green Publishers Inc. and Wiley and Sons, NY [1994]). Ein Gen oder
cDNA, die das NNT-1 Protein oder ein Fragment davon kodiert, kann
zum Beispiel durch Screenen einer genomischen oder cDNA-Bibliothek
oder durch PCR-Amplifikation erhalten werden. Alternativ kann ein
Gen, das für
das NNT-1-Polypetid oder ein Fragment davon kodiert, durch chemische Synthese
unter der Verwendung von dem Fachmann gut bekannten Verfahren hergestellt
werden, wie zum Beispiel denjenigen, beschrieben durch Engels et
al. (Angew. Chem. Intl. Ed., 28:716-734 [1989]). Diese Verfahren
schließen
unter anderem die Phosphotriester, Phosphoramidit und H-Phosphonat-Verfahren
für die
Nukleinsäuresynthese
ein. Ein bevorzugtes Verfahren für
solche chemische Synthese ist die polymerunterstützte Synthese unter der Verwendung
von Standard-Phosphoramidit-Chemie. Typischerweise wird die DNA,
die für das
NNT-1 Polypeptid kodiert, mehrere hundert Nukleotide lang sein.
Nukleinsäuren,
die größer als
ungefähr 100
Nukleotide sind, können
in mehreren Fragmenten unter der Verwendung dieser Verfahren synthetisiert werden.
Die Fragmente können
dann zusammen ligiert werden, um das Vollängen-NNT-1-Polypetid zu bilden. Typischerweise
wird das DNA-Fragment, das für
den Aminoterminus des Polypeptids kodiert, ein ATG aufweisen, das
für einen
Methioninrest kodiert. Dieses Methionin kann oder kann nicht in
der reifen Form des NNT-1-Polypetids vorhanden sein, in Abhängigkeit
davon, ob das in der Wirtszelle produzierte Polypeptid aus dieser
Zelle sekretiert wird.
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In
einigen Fällen
kann es wünschenswert
sein, Nukleinsäure-
und/oder Aminosäure-Varianten
von natürlich
auftretendem NNT-1 herzustellen. Nukleinsäure-Varianten (wobei ein oder
mehrere Nukleotide so aufgebaut sind, um sich vom Wildtyp oder natürlich auftretendem
NNT-1 zu unterscheiden) können
unter der Verwendung von ortsgerichteter Mutagenese oder PCR-Amplifikation
hergestellt werden, wobei der/die Primer die gewünschten Punktmutationen aufweisen
(siehe Sambrook et al., supra, und Ausubel et al., supra, für Beschreibungen
von Mutagenesetechniken). Die chemische Synthese unter Verwendung
von durch Engels et al., supra, beschriebenen Verfahren kann auch
dazu verwendet werden, um solche Varianten herzustellen. Andere
dem Fachmann bekannte Verfahren können auch verwendet werden.
Bevorzugte Nukleinsäurevarianten sind
diejenigen, die Nukleotid-Substitutionen enthalten, die die Codon-Preferenz
der Wirtszelle berücksichtigen,
die verwendet werden soll, um NNT-1 herzustellen. Andere bevorzugte Varianten
sind diejenigen, die für konservative
Aminosäre-Austausche kodieren,
wie oben beschrieben (z. B. wobei die Ladung oder Polarität der natürlich auftretenden
Aminoäureseitenkette
nicht wesentlich durch Substitution mit einer unterschiedlichen
Aminosäure
verändert
ist), im Vergleich zum Wildtyp, und/oder diejenigen, die so aufgebaut
sind, daß sie entweder
eine neue Glykosylierungs- und/oder Phosphorylierungsstelle an NNT-1
erzeugen, oder diejenigen, die so aufgebaut sind, daß sie eine
existierende Glykosilierungs und/oder Phosphorylierungsstelle an
NNT-1 deletieren.
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Das
NNT-1-Gen oder cDNA kann in einem geeigneten Expressionsvektor zur
Expression in einer Wirtszelle inseriert werden. Der Vektor ist
so ausgewählt,
um in der bestimmten verwendeten Wirtszelle funktionell zu sein
(d. h. der Vektor ist kompatibel mit der Wirtzellmaschinerie, so
daß die
Amplifikation des NNT-1-Gens und/oder die Expression des Gens stattfinden
kann). Das NNT-1-Polypeptid oder Fragment davon kann in prokaryontischen,
Hefe-, Insekten- (Baculovirus-Systeme) und/oder eukaryontischen
Wirtszellen amplifiziert/exprimiert werden. Die Auswahl der Wirtszelle
wird zumindestens teilweise davon abhängen, ob das NNT-1-Polypeptid
oder ein Fragment davon glykosyliert werden soll. Falls dies so
ist, sind Hefe-, Insekten- oder Säugerwirtszellen bevorzugt;
Hefezellen werden das Polypeptid glycosylieren und Insekten- und
Säugerzellen
können
das Polypeptid so glykosylieren und/oder phosphorylieren wie es
natürlicherweise
am NNT-1-Polypeptid auftritt (d.h. "native" Glykolysierung und/oder Phosphorylierung).
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Typischerweise
werden die in einer der Wirtszellen verwendeten Vektoren 5' flankierende Sequenzen (auch
als ein "Promotor" bezeichnet) sowie
andere regulatorische Elemente enthalten, wie z.B. Enhancer, einen
Ursprung des Replikationselements, ein transkriptionelles Terminationselement,
eine vollständige
Intronsequenz, die eine Donor- und Akzeptor-Splicestelle aufweist, eine Signalpeptidsequenz,
eine Ribosomen-Bindungsstellen-Sequenz, eine Polyadenylierungs-Sequenz,
eine Polylinkerregion zur Einfügung
der Nukleinsäure,
die für
das zu exprimierende Polypeptid kodiert, und ein selektierbares
Markerelement. Jedes dieser Elemente wird unten diskutiert. Gegebenenfalls
kann der Vektor eine "tag"-Sequenz enthalten,
d. h. eine Oligonukleotidsequenz, die am 5' oder 3' Ende der NNT-1 kodierenden Sequenz
lokalisiert ist, die für
PolyHis (wie zum Beispiel HexaHis) oder eine andere kleine immunogene
Sequenz kodiert. Dieser "tag" wird gemeinsam mit dem
Protein exprimiert und kann als ein Affinitätstag zur Reinigung des NNT-1-Polypeptids
aus der Wirtszelle dienen. Gegebenenfalls kann der "tag" anschließend durch
verschiedene Mittel vom gereinigten NNT-1-Polypetids entfernt werden,
wie zum Beispiel unter der Verwendung einer ausgewählten Peptidase.
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Die
5' flankierende
Sequenz kann homolog sein (d. h. aus der selben Spezies und/oder
Stamm wie die Wirtszelle), heterolog (d. h. von einer anderen Spezies
als Wirtszellenspezies oder Stamm), Hybrid (d. h. eine Kombination
von 5' flankierenden
Sequenzen aus mehr als einer Quelle), synthetisch oder sie kann
die native NNT-1 5' flankierende
Sequenz sein. Als solches kann die Quelle der 5' flankierenden Sequenz jeder einzelzellige
prokaryontische oder eukaryontische Organismus sein, jeder vertebrate
oder invertebrate Organismus oder jede Pflanze sein, unter der Voraussetzung,
daß die
5' flankierende
Sequenz funktionell ist in und aktiviert werden kann durch die Wirtszellmaschinerie.
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Die
in den Vektoren dieser Erfindung brauchbaren 5' flankierenden Sequenzen können durch
jedes der verschiedenen Verfahren erhalten werden, die im Stand
der Technik gut bekannt sind. Typischerweise werden hier brauchbare
5' flankierende
Sequenzen anders als die NNT-1
5' flankierende
Sequenz sein, die vorher durch Kartieren und/oder durch Restriktionsendonuklease-Verdau
identifiziert werden, und können
daher aus der geeigneten Gewebequelle unter der Verwendung der geeigneten
Restriktionsendonukleasen isoliert werden. In einigen Fällen kann
die vollständige
Nukleotidsequenz der 5' flankierenden
Sequenz bekannt sein. Hierbei kann die 5' flankierende Sequenz unter der Verwendung
der oben für
die Nukleinsäuresynthese
oder die Klonierung beschriebenen Verfahren synthetisiert werden.
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Wo
alles oder nur ein Teil der 5' flankierenden
Sequenz bekannt ist, kann sie unter der Verwendung von PCR und/oder
durch Screening einer genomischen Bibliothek mit einem geeigneten
Oligonukleotid und/oder 5' flankierenden
Sequenzfragmenten aus der selben oder einer anderen Spezies erhalten
werden.
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Wo
die 5' flankierende
Sequenz nicht bekannt ist, kann ein Fragment an DNA, das eine 5'flankierende Sequenz
enthält,
aus einem größeren Stück an DNA
isoliert werden, das z. B. eine kodierende Sequenz oder sogar ein
anderes Gen oder Gene enthält.
Die Isolierung kann durch Restriktionsendonuklease-Verdau unter der
Verwendung von einem oder mehreren sorgfältig ausgewählten Enzymen erreicht werden,
um das geeignete DNA-Fragment zu isolieren. Nach dem Verdau kann
das gewünschte
Fragment durch Agarosegel-Reinigung, Quiagen®-Säulen oder
andere dem Fachmann bekannte Verfahren isoliert werden. Die Auswahl
von geeigneten Enzymen, um diesen Zweck zu erreichen, wird dem Durchschnittsfachmann
leicht ersichtlich sein.
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Der
Ursprung des Replikationselements ist typischerweise ein Teil von
prokaryotischen Expressionsvektoren, die käuflich erhalten wurden, und
hilft bei der Amplifikation des Vektors in eine Wirtszelle. Die
Amplifikation des Vektors bis zu einer bestimmten Kopienzahl kann
in einigen Fällen
wichtig für
die optimale Expression des NN7-1-Polypeptids sein. Falls der ausgewählte Vektor
keinen Ursprung der Replikationsstelle enthält, kann einer basierend auf
einer bekannten Sequenz chemisch synthetisiert und in den Vektor
ligiert werden.
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Das
Transkriptions-Terminations-Element ist typischerweise am 3' Ende der NNT-1-Polypeptid-kodierenden
Sequenz lokalisiert und dient dazu, die Transkription des NNT-1-Polypeptids zu beenden.
Gewöhnlicherweise
ist das Transkriptions-Terminations-Element in prokaryontischen
Zellen ein G-C-reiches Fragment, gefolgt von einer Poly-T-Sequenz.
Während
das Element leicht aus einer Bibliothek kloniert oder sogar käuflich als
ein Teil eines Vektors erworben werden kann, kann es auch unter
der Verwendung von Verfahren für
die Nukleinsäuresynthese,
wie denjenigen, wie oben beschrieben, synthetisiert werden.
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Ein
selektierbares Markergenelement kodiert für ein Protein, das für das Überleben
und das Wachstum einer Wirtszelle erforderlich ist, die in einem
selektiven Kulturmedium angezogen wird. Typische Selektionsmarkergene
kodieren für
Proteine, die (a) eine Resistenz gegenüber Antibiotika oder anderen
Toxinen übertragen,
z. B. Ampicillin, Tetracyclin oder Kanamycin für prokaryontische Wirtszellen
(b) die auxotrophe Defizienzen der Zelle komplementieren oder (c)
kritische Nährstoffe
zuführen,
die nicht aus dem komplexen Medium erhältlich sind. Bevorzugte selektierbare
Marker sind das Kanamycin-Resistenzgen, das Ampicillin-Resistenzgen und
das Tetracyclin-Resistenzgen.
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Das
Ribosom-Bindungs-Element, herkömmlich
als die Shine-Dalgarno-Sequenz (Prokaryonten) oder die Kozak-Sequenz
(Eukaryonten) bezeichnet, ist für
die Translationsinitiation der mRNA erforderlich. Das Element ist
typischerweise 3' zum
Promoter und 5' zu
der kodierenden Sequenz des NNT-1-Polypeptids, das synthetisiert
werden soll; lokalisiert. Die Shine-Dalgarno-Sequenz ist variiert, ist jedoch
typischerweise ein Polypurin (d. h. weist einen hohen A-G-Gehalt
auf). Viele Shine-Dalgarno-Sequenzen wurden identifiziert, von denen
jede leicht unter der Verwendung der oben angegebenen Verfahren
synthetisiert und in einem prokaryontischen Vektor verwendet werden
kann.
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In
denjenigen Fällen,
wo es wünschenswert
ist, daß NNT-1
aus der Wirtszelle sekretiert wird, kann eine Signalsequenz verwendet
werde, um das NNT-1-Polypeptid aus der Wirtszelle, wo es synthetisiert
wird, heraus zu leiten, und der carboxy-terminale Teil des Proteins
kann deletiert werden, um eine Membranverankerung zu verhindern.
Typischerweise wird die Signalsequenz in der kodierenden Region
der NNT-1-Nukleinsäuresequenz
oder direkt am 5' Ende
der NNT-1-kodierenden Region positioniert. Viele Signalsequenzen
wurden identifiziert und jede von diesen, die funktionell in der
ausgewählten
Wirtszelle ist, kann in Verbindung mit dem NNT-1-Gen verwendet werden.
Daher kann die Signalsequenz homolog oder heterolog zum NNT-1-Polypeptid
und homolog oder heterolog zum NNT-1-Polypeptid sein. Zusätzlich kann
die Signalsequenz chemisch unter der Verwendung der oben angegebenen
Verfahren synthetisiert werden. In den meisten Fällen wird die Sekretion des
Polypeptids aus der Wirtszelle über
die Anwesenheit eines Signalpeptids zur Entfernung des aminoterminalen
Methionins vom Polypetid führen.
Beispiele für
sekretorische Sequenzen, die zur Durchführung der Expression und Sekretion
von NNT-1-Polypeptiden brauchbar sind, sind ausgewählt aus
tPA Leadersequenzen (siehe zum Beispiel Rickles et al., J. Biol.
Chem. 263: 1563-1560 [1988] und Feng et al., J. Biol. Chem. 265:
2022-2027 [1990]), EPO Leadersequenzen und Cardiotrophin-Leadersequenzen.
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In
vielen Fällen
wird die Transkription des NN7-1-Polypetids durch die Anwesenheit
von einem oder mehreren Introns auf dem Vektor verstärkt, dies
gilt besonders dann, wenn NNT-1
in eukaryontischen Wirtszellen produziert wird, insbesondere in
Säugerwirtszellen.
Die verwendeten Introns können
innerhalb der NNT-1-Nukleinsäuresequenz
natürlich
auftreten, insbesondere wenn die verwendete NNT-1-Sequenz eine vollängen-genomische
Sequenz oder ein Fragment davon ist. Wo das Intron nicht natürlich innerhalb
der NNT-1-DNA-Sequenz auftritt (wie für die meisten cDNAs), können das/die
Intron(s) von einer anderen Quelle erhal ten werden. Die Position
des Introns im Hinblick auf die 5' flankierende Sequenz und die NNT-1
kodierende Sequenz ist wichtig, da das Intron transkribiert werden
muß, um
effektiv zu sein. Als solches ist die bevorzugte Position für das Intron,
wenn die NNT-1-Nukleinsäure-Sequenz eine cDNA-Sequenz
ist, 3' zur Transkriptionsstartstelle
und 5' zur PolyA-Transkriptions-Terminations-Sequenz.
Bevorzugt wird das Intron für
NNT-1 cDNAs auf der einen oder der anderen Seite (d. h. 5' oder 3') der NNT-1 kodierenden
Sequenz lokalisiert, so daß es
die kodierende Sequenz nicht unterbricht. Jedes Intron aus jeder
Quelle, einschließlich
jedes viralen, prokaryontischen und eukaryontischen (Pflanzen oder
Tiere) Organismus kann dazu verwendet werden, um diese Erfindung
durchzuführen,
unter der Voraussetzung, daß es
mit der Wirtszelle/den Wirtszellen kompatibel ist, in das es eingeführt wird.
Auch hier eingeschlossen sind synthetische Introns. Gegebenenfalls
kann mehr als ein Intron im Vektor verwendet werden.
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Wo
eines oder mehrere der oben angegebenen Elemente nicht bereits im
Vektor, der verwendet werden soll, vorhanden sind, können sie
einzeln erhalten und in den Vektor ligiert werden. Verfahren, die
zum Erhalten jeder dieser Elemente verwendet werden, sind dem Fachmann
gut bekannt und sind den oben angegebenen Verfahren (d. h. Synthese
der DNA, Bibliotheks-Screening
und ähnliches)
vergleichbar.
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Die
zur Durchführung
dieser Erfindung verwendeten finalen Vektoren werden typischerweise
aus einem Ausgangsvektor, wie zum Beispiel einem käuflich erhältlichen
Vektor, konstruiert. Solche Vektoren können oder können nicht einige der Elemente
enthalten, die im vollständigen
Vektor enthalten sein sollen. Wenn keines der gewünschten
Elemente im Ausgangsvektor vorhanden ist, kann jedes Element einzeln
in den Vektor ligiert werden, durch Schneiden des Vektors mit dem
geeigneten Restriktionsenzymen, so daß die Enden des Elements, daß hineinligiert
werden soll, und die Enden des Vektors kompatibel für die Ligation
sind. In einigen Fällen
kann es erforderlich sein, daß die
Enden, die zusammenligiert werden sollen, "stumpf' gemacht werden müssen, um eine zufriedenstellende
Ligation zu erhalten. Das Stumpfmachen wird durch zuerst Auffüllen von "überhängenden Enden" unter der Verwendung
von Klenow-DNA-Polymerase oder T4-DNA-Polymerase in Anwesenheit
von allen 4 Nukleotiden erreicht. Dieses Verfahren ist im Stand
der Technik gut bekannt und ist zum Beispiel in Sambrook et al.,
supra, beschrieben.
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Alternativ
können
zwei oder mehrere der Elemente, die in den Vektor eingefügt werden
sollen, zuerst zusammenligiert (falls sie aneinander angrenzend
positioniert werden sollen) und dann in den Vektor ligiert werden.
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Ein
anderes Verfahren zur Konstruktion des Vektors ist es, alle Ligationen
der verschiedenen Elemente gleichzeitig in einem Reaktionsgemisch
durchzuführen.
Hierbei werden viele nonsense oder nicht-funktionelle Vektoren aufgrund
ungeeigneter Ligation oder Insertion der Elemente erzeugt werden,
jedoch kann der funktionelle Vektor durch Restriktions-Endonukleaseverdau
identifiziert und selektiert werden.
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Bevorzugte
Vektoren zur Durchführung
dieser Erfindung sind diejenigen, die mit Bakteriellen-, Insekten-
und/oder Säugerwirtszellen
kompatibel sind. Solche Vektoren schließen, unter anderem, pCRII (Invitrogen Company,
San Diego, CA) pBSII (Stratagene Company, La Jolla, CA) und pETL
(B1ueBacII; Invitrogen) ein.
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Nachdem
der Vektor konstruiert und eine NNT-1 Nukleinsäure in die geeignete Stelle
des Vektors eingeführt
wurde, kann der vollständigte
Vektor in eine geeignete Wirtszelle zur Amplifikation und/oder NNT-1
Polypeptid-Expression eingeführt
werden.
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Wirtszellen
können
prokaryontische Wirtszellen (wie z.B. E. coli) oder eukaryontische
Wirtszellen (wie z.B. eine Hefezelle, eine Insektenzelle oder eine
Vertebratenzelle) sein. Wenn die Wirtszelle unter geeigneten Bedingungen
kultiviert wird, kann sie NNT-1 Protein synthetisieren, das anschließend aus
dem Kulturmedium (wenn es die Wirtszelle in das Medium sekretiert)
oder direkt aus der Wirtszelle, die es herstellt (falls es nicht sekretiert
wird) gesammelt werden kann. Nach der Sammlung kann das NNT-1 Protein
unter der Verwendung von Methoden, wie z.B. Molekularsieb-Chromatographie,
Affinitätschromatographie
oder ähnlichem,
gereinigt werden.
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Die
Auswahl der Wirtszelle wird teilweise davon abhängen, ob das NNT-1 Protein
glycosyliert oder phosphoryliert (wobei in diesem Falle eukaryontische
Wirtszellen bevorzugt sind) werden soll und von der Art, in der
die Wirtszelle in der Lage ist, das Protein in seine native Tertiärstruktur
(z.B. die geeignete Orientierung von Disulfidbrücken, usw.) zu „falten", so daß ein biologisch
aktives Protein durch die Zelle hergestellt wird. Wenn die Wirtszelle
jedoch kein biologisch aktives NNT-1 synthetisiert, kann das NNT-1
nach der Synthese unter der Verwendung von geeigneten chemischen
Bedingungen, wie unten diskutiert, „gefaltet" werden.
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Geeignete
Zellen oder Zellinien können
Säugerzellen,
wie z.B. chinesische Hamster-Ovarzellen (CHO)
oder 3T3 Zellen sein. Die Auswahl von geeigneten Säugerwirtszellen
und Verfahren zur Transformation, Kultur, Amplifizierung, Screening
und Produktherstellung und Reinigung sind im Stand der Technik bekannt.
Andere geeignete Säugerzellinien
sind die Affen COS-1 und COS-7 Zellinien und die CV-1 Zellinie.
Weitere exemplarische Säugerwirtszellen
schließen
Primaten-Zellinen und Nager-Zellinien ein, einschließlich transformierten
Zellinien. Normale diploide Zellen, Zellstämme, abgeleitet von in vitro
Kultur von Primärgewebe,
sowie primäre
Explantate sind ebenfalls geeignet. Kandidatenzellen können genotypisch
in dem Selektionsgen defizient sein oder können ein dominant wirkendes
Selektionsgen enthalten. Andere geeignete Säugerzellinien schließen ein,
sind jedoch nicht begrenzt auf He-La, Maus L-929 Zellen, 3T3 Linien abgeleitet von
Swiss, Balb-c oder NIH Mäusen,
BHK oder HaK Hamsterzellinien.
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Wirtszellen,
die ähnlich
geeignet für
die vorliegende Erfindung sind, sind bakterielle Zellen. Z.B. sind die
verschiedenen Stämme
von E. coli (z.B. HB101, DHSα,
DH10 und MC1061) als Wirtszellen im Bereich der Biotechnologie gut
bekannt. Verschiedene Stämme
von B. subtilis, Pseudomonas spp. anderen Bacillus spp., Streptomyces
spp. und ähnliche,
können
auch in diesem Verfahren verwendet werden.
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Viele
Stämme
von Hefezellen, die dem Fachmann bekannt sind, sind ebenfalls als
Wirtszellen für
die Expression der Polypeptide der vorliegenden Erfindung erhältlich.
Zusätzlich
können,
wo gewünscht,
Insektenzellen als Wirtszellen im Verfahren der vorliegenden Erfindung
verwendet werden (Miller et al., Genetic Egineering 8:277-298 [1986]).
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Die
Insertion (auch als „Transformation" oder „Transfektion" bezeichnet) des
Vektors in die ausgewählte
Wirtszelle kann unter der Verwendung solcher Verfahren wie z.B.
Kalziumchlorid, Elektroporation, Mikroinjektion, Lipofektion oder
dem DEAE-Dextranverfahren erreicht werden. Das gewählte Verfahren
wird teilweise eine Funktion des Typs der Wirtszelle, die verwendet
werden soll, sein. Diese Verfahren und andere geeignete Verfahren
sind dem Fachmann gut bekannt und sind z.B. in Sambrook et al.,
supra, beschrieben.
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Die
Wirtszellen, die den Vektor enthalten (d.h. transformiert oder transfiziert
sind), können
unter der Verwendung von Standardmedien, die dem Fachmann gut bekannt
sind, kultiviert werden. Die Medien werden gewöhnlicher Weise alle Nährstoffe
enthalten, die für
das Wachstum und Überleben
der Zellen erforderlich sind. Geeignete Medien zur Kultivierung
von E. coli Zellen sind z.B. Luria Broth (LB) und/oder Terrific
Broth (TB). Geeignete Medien zur Kultivierung von euykaryontischen
Zellen sind RPMI 1640, MEM, DMEM, die alle mit Serum und/oder Wachstumsfaktoren
ergänzt
werden können,
wie es von der besonderen kultivierten Zellinie benötigt wird.
Ein geeignetes Medium für
Insektenkulturen ist Grace's
Medium, ergänzt
mit Hefeolat, Lactalbuminhydrolysat und/oder fötalem Kälberserum, wie erforderlich.
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Typischerweise
wird ein Antibiotikum oder eine andere Verbindung, die für das selektive
Wachstum der transformierten Zellen brauchbar ist, nur als eine
Ergänzung
zu dem Medium hinzugefügt.
Die zu verwendende Verbindung wird durch das selektierbare Markerelement
vorgeschrieben, das auf dem Plasmid vorhanden ist, mit dem die Wirtszelle
transformiert wurde. Wenn z.B. das selektierbare Markerelement Kanamycin-Resistenz
ist, wird die zu dem Kulturmedium hinzugefügte Verbindung Kanamycin sein.
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Die
Menge an NNT-1 Polypeptid, die in der Wirtszelle produziert wird,
kann unter der Verwendung von Standardverfahren abgeschätzt werden,
die im Stand der Technik bekannt sind. Solche Verfahren schließen ohne
Einschränkung
Western-Blot-Analyse, SDS-Polyacrylamid-Gelelektophorese, nicht-denaturierende Gelelektroporese,
HPLC-Auftrennung, Immunpräzipitation
und/oder Aktivitätstests,
wie z.B. DNA-Bindungs-Gelshift-Tests, ein.
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Falls
das NNT-1 Polypeptid so konstruiert wurde, daß es aus den Wirtszellen sekretiert
wird, kann der Hauptteil an Polypeptid im Zellkulturmedium gefunden
werden. Auf diese Weise präparierte
Polypeptide werden typischerweise kein aminoterminales Methionin
besitzen, da es während
der Sekretion aus der Zelle entfernt wird. Falls jedoch das NNT-1
Polypeptid nicht aus den Wirtszellen sekretiert wird, wird es im
Cytoplasma (für
eukaryontische, Grampositive Bakterien und Insektenwirtszellen)
oder im Periplasma (für
Gram-negative Bakterienwirtszellen) vorhanden sein und kann ein
aminoterminales Methionin aufweisen.
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Für intrazelluläres NNT-1
Protein werden die Wirtszellen typischerweise zuerst mechanisch
oder osmotisch aufgebrochen, um die cytoplasmatischen Inhalte in
eine gepufferte Lösung
freizusetzen. NNT-1 Polypeptid kann dann aus dieser Lösung isoliert
werden.
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Die
Reinigung von NNT-1 Polypeptid aus einer Lösung kann unter der Verwendung
einer Vielzahl von Techniken erreicht werden. Wenn das Polypeptid
so synthetisiert wurde, daß es
einen Tag, wie z.B. Hexahistidin (NNT-1/hexaHis) oder ein anderes
kleines Peptid an seinem Carboxyl- oder Amino-Terminus aufweist, kann
es im Wesentlichen in einem Ein-Schrittverfahren
durch Passieren der Lösung über eine
Affinitätssäule gereinigt
werden, wobei die Säulenmatrix
eine hohe Affinität
für den
Tag oder direkt für
das Polypeptid aufweist (d.h. ein monoklonaler Antikörper, der
spezifisch NNT-1 erkennt). Zum Beispiel bindet Polyhistidin mit
großer Affinität und Spezifität an Nickel,
daher kann eine Affinitätssäule von
Nickel (wie zum Beispiel die Quiagen-Nickel-Säulen) zur Reinigung von NNT-1/polyHis
verwendet werden. (Siehe zum Beispiel, Ausubel et al., eds., Current
Protocols in Molecular Biology, Section 10.11.8, John Wiley & Sons, New York
[1983]).
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Wenn
das NNT-1-Polypeptid keinen Tag aufweist und keine Antikörper erhältlich sind,
können
andere gut bekannte Verfahren zur Reinigung verwendet werden. Solche
Verfahren schließen
ohne Begrenzung Ionenaustausch-Chromatographie, molekulare Siebchromatoisographie,
HPLC, native Gelelektrophorese in Kombination mit Gelelution und
präparatives
isoelektrisches Fokussieren („Isoprime" Maschine/Technik,
Hoefer Scientific) ein. In einigen Fällen können zwei oder mehr dieser
Techniken kombiniert werden, um eine erhöhte Reinheit zu erreichen.
Bevorzugte Verfahren für
die Reinigung schließen
Polyhistidin-Tagging und Ionenaustausch-Chromatographie in Kombination
mit präparativer
isoelektrischer Fokussierung ein.
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Wenn
es erwartet wird, daß das
NNT-1-Polypeptid vorherrschend im periplasmatischen Raum der Bakterien
oder im Cytoplasma von eukaryontischen Zellen gefunden wird, können die
Inhalte des Periplasma oder Cytoplasma, einschließlich Einschlußkörpern (z.B.
Gramnegative Bakterien), wenn das prozessierte Polypeptid solche
Komplexe geformt hat, aus der Wirtszelle unter der Verwendung jeder
Standardtechnik, die dem Fachmann bekannt ist, extrahiert werden.
Zum Beispiel können
die Wirtszellen durch French-Press, Homogenisierung und/oder Beschallung
lysiert werden, um die Inhalte des Periplasmas freizusetzen. Das
Homogenat kann dann zentrifugiert werden.
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Wenn
das NNT-1-Polypeptid Einschlußkörper im
Periplasma gebildet hat, können
die Einschlußkörper oft
an die inneren und/oder äußeren zellulären Membranen
binden und werden daher vorherrschend im Pelletmaterial nach der
Zentrifugation gefunden. Das Pelletmaterial kann dann mit einem
chaotrophen Mittel, wie z.B. Guanidin oder Harnstoff, behandelt
werden, um die Einschlußkörper freizusetzen,
aufzubrechen und in Lösung
zu bringen. Das NNT-1-Polypeptid
in seiner nun löslichen
Form kann darin unter der Verwendung von Gelelektrophorese, Immunpräzipitation
oder ähnlichem
analysiert werden. Falls es gewünscht
ist, das NN7-1-Polypeptid zu isolieren, kann die Isolierung durch
die Verwendung von Standardverfahren, wie denjenigen unten und in
Mason et al. (Meth. Enz., 182:264-275 [1990]) beschrieben, erreicht
werden.
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Falls
NNT-1-Polypeptid Einschlußkörper nicht
in einem signifikanten Ausmaß im
Periplasma der Wirtszelle gebildet werden, wird das NNT-1-Polypeptid
vorherrschend im Überstand
nach Zentrifugation des Zellhomogenats gefunden werden, und das
NNT-1-Polypeptid kann aus dem Überstand
unter der Verwendung von Methoden, wie z.B. denen unten beschrieben,
isoliert werden.
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In
den Situationen, wo es bevorzugt ist, das NNT-1-Polypeptid teilweise
oder vollständig
zu isolieren, kann die Reinigung unter der Verwendung von Standardverfahren,
die dem Fachmann gut bekannt sind, erreicht werden. Solche Verfahren
schließen
ohne Begrenzung Auftrennung durch Elektrophorese, gefolgt von Elektroelution,
verschiedene Arten von Chromatographie (Immunaffinität, molekulares
Sieb und/oder Ionenaustausch) und/oder Hochdruckflüssigkeits-Chromatographie
ein. In einigen Fällen
kann es bevorzugt sein, für eine
vollständige
Reinigung mehr als eines dieser Verfahren zu verwenden.
-
B. Chemische Syntheseverfahren
-
Zusätzlich zur
Präparation
und Reinigung von NN7-1-Polypeptid unter der Verwendung von rekombinanten
DNA-Techniken können
die NNT-1-Polypeptide, Fragmente oder Derivate davon durch chemische Syntheseverfahren
(wie z.B. Festphasen-Peptidsynthese) unter der Verwendung von im
Stand der Technik bekannten Verfahren, wie zum Beispiel denen beschrieben
in Merrifield et al. (J. Am. Chem. Soc., 85:2149 [1964]), Houghten
et al. (Proc Natl Acad. Sci. USA, 82:5132 [1985]), und Stewart und
Young (Solid Phase Peptide Synthesis, Pierce Chem Co, Rockford,
IL [1984]), hergestellt werden. Solche Polypeptide können mit oder ohne
einem Methionin am Aminoterminus synthetisiert werden. Chemisch
synthetisierte NNT-1-Polypeptide oder Fragmente können unter
der Verwendung von in diesen Referenzen beschriebenen Verfahren
oxidiert werden, um Disulfidbrücken
zu bilden. Die NNT-1-Polypeptide
oder Fragmente können
als biologisch aktive oder immunologische Ersatzstoffe für natürliche,
gereinigte NNT-1-Polypeptide in therapeutischen und immunologischen
Prozessen verwendet werden.
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IV. Chemisch modifizierte
NNT-1-Derivate
-
Chemisch
modifizierte NNT-1-Zusammensetzungen (d.h. „Derivate"), wobei das NNT-1-Polypeptid an ein Polymer gekoppelt
ist („NNT-1-Polymere") sind innerhalb
des Bereichs der vorliegenden Erfindung eingeschlossen. Das gewählte Polymer
ist typischerweise wasserlöslich,
so daß das
Protein, an das es angebracht ist, nicht in einer wäßrigen Umgebung
ausfällt,
wie zum Beispiel einer physiologischen Umgebung. Das ausgewählte Polymer
wird gewöhnlicherweise
modifiziert, um eine einzelne reaktive Gruppe aufzuweisen, wie zum
Beispiel einen aktiven Ester für
die Acylierung oder ein Aldehyd für die Alkylierung, so daß der Grad
der Polymerisation kontrolliert werden kann, wie in den vorliegenden
Verfahren vorgesehen. Das Polymer kann von jedem Molekulargewicht
und verzweigt oder unverzweigt sein. Vom Bereich der NNT-1-Polymere
eingeschlossen ist ein Gemisch von Polymeren. Bevorzugterweise wird
für die
therapeutische Verwendung der Endprodukt-Präparation das Polymer pharmazeutisch
akzeptabel sein.
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Das
wasserlösliche
Polymer oder ein Gemisch davon kann ausgewählt sein aus der Gruppe bestehend
aus, zum Beispiel Polyethylenglykol (PEG), Monomethoxypolyethylenglykol,
Dextran, Zellulose oder anderen Kohlenwasserstoff-basierten Polymeren,
Poly-(N-Vinylpyrrolidon)polyethylenglykol,
Propylenglykolhomopolymeren, einem Polypropylenoxid/ethylenoxid
Co-Polymer, Polyoxyethylierten Polyolen (z.B., Glycerin) und Polyvinylalkohol.
-
Für die Acylierungsreaktionen
sollten die ausgewählten
Polymer(e) eine einzelne reaktive Estergruppe aufweisen. Für die reduktive
Alkylierung sollten die ausgewählten
Polymer(e) eine einzelne reaktive Aldehydgruppe aufweisen. Ein bevorzugtes
reaktives Aldehyd ist Polyethylenglykolpropionaldehyd, das wasser-stabil ist,
oder Mono-C1-C10 Alkoxy- oder Aryloxy-Derivate davon (siehe U.S.-Patent
5,252,714).
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Die
Pegylierung von NNT-1 kann durch jede im Stand der Technik bekannte
Pegylierungsreaktion durchgeführt
werden, wie zum Beispiel in den folgenden Referenzen beschrieben:
Focus on Growth Factors 3: 4-10 (1992);
EP 0 154 316 ; und
EP 0 401 384 . Bevorzugterweise wird
die Pegylierung über
eine Acylierungsreaktion oder eine Alkylierungsreaktion mit einem
reaktiven Polyethylenglykolmolekül
(oder einem analogen reaktiven wasserlöslichen Polymer) wie unten
beschrieben durchgeführt.
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Die
Pegylierung durch Acylierung schließt im allgemeinen das Reagieren
eines aktiven Esterderivats von Polyethylenglykol (PEG) mit einem
NNT-1-Protein ein. Jedes bekannte oder in Zukunft entdeckte reaktive PEG-Molekül kann dazu
verwendet werden, die Pegylierung von NNT-1 durchzuführen. Ein
bevorzugter aktivierter PEG-Ester ist N-Hydroxysuccinimid („NHS") verestertes PEG. Wie hier verwendet,
schließt „Acylierung" ohne Begrenzung
die folgenden Typen von Verbindungen zwischen NNT-1 und einem wasserlöslichen
Polymer, wie zum Beispiel PEG, ein: Amid, Carbamat, Urethan und ähnliches,
wie beschrieben in Bioconjugate Chem. 5: 133-140. Die Reaktionsbedingungen
können
aus allen auf dem Gebiet der Pegylierung bekannten oder aus denjenigen,
die anschließend
entwickelt werden, ausgewählt
sein, unter der Voraussetzung, daß Bedingungen, wie zum Beispiel
Temperatur, Lösungsmittel
und pH, vermieden werden, die die zu modifizierende NNT-1-Spezies inaktivieren
würden.
-
Die
Pegylierung durch Acylierung führt
gewöhnlicherweise
zu einem Poly-pegylierten NNT-1-Produkt, wobei
die Lysin-ε-Aminogruppen über eine
Acyl-verbindende Gruppe pegyliert werden. Bevorzugterweise wird die
verbindende Brücke
ein Amid sein. Ebenso bevorzugt wird das sich ergebende Produkt
zumindestens ungefähr
95% mono-, di- oder tri-pegyliert sein. Jedoch werden einige Spezies
mit höheren
Ausmaßen
an Pegylierung (bis zur maximalen Zahl von Lysin-ε-Aminogruppen
von NNT-1 plus eine α-Aminogruppe
am Aminoterminus des NNT-1) normalerweise in Mengen gebildet, die
von den spezifischen verwendeten Reaktionsbedingungen abhängen. Wenn
gewünscht,
können
weitere gereinigte pegylierte Spezies aus dem Gemisch abgetrennt
werden, insbesondere unreagierte Spezies, durch Standardreinigungstechniken,
einschließlich,
unter anderem, Dialyse, Aussalzen, Ultrafiltration, Ionenaustausch-Chromatographie,
Gelfiltrations-Chromatographie und Elektrophorese.
-
Die
Pegylierung durch Alkylierung schließt im allgemeinen das Reagieren
eines terminalen Aldehydderivats von PEG mit einem Protein, wie
z.B. NNT-1, in der Anwesenheit eines Re duktionsmittels ein. Unabhängig vom
Grad der Pegylierung werden die PEG-Gruppen bevorzugterweise an
das Protein über
eine -CH2-NH-Gruppe angebracht. Mit besonderer
Bezugnahme auf die -CH2-Gruppe wird dieser
Typ von Brücke hier
als „Alkyl"-Verbindung bezeichnet.
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Die
Derivatisierung über
reduktive Alkylierung, um ein mono-pegyliertes Produkt zu produzieren,
nutzt die unterschiedliche Reaktivität der verschiedenen Typen von
primären
Aminogruppen (Lysin versus den N-terminalen) aus, die für die Derivatisierung
in NNT-1 zur Verfügung
stehen. Typischerweise wird die Reaktion bei einem pH (siehe unten)
durchgeführt,
der es einem ermöglicht,
Vorteile aus den pKa-Unterschieden zwischen den ε-Aminogruppen der Lysinreste
und demjenigen der α-Aminogruppe
am N-terminalen Rest des Proteins zu ziehen. Durch solche selektive
Derivatisierung wird die Anbringung eines wasserlöslichen
Polymers, das eine reaktive Gruppe enthält, wie zum Beispiel ein Aldehyd,
an ein Protein kontrolliert: die Konjugation mit dem Polymer tritt
vorherrschend am N-Terminus des Proteins auf, ohne signifikante
Modifikation von anderen reaktiven Gruppen, wie zum Beispiel den
Lysin-Seitenketten-Aminogruppen. Die vorliegende Erfindung stellt eine
im wesentlichen homogene Präparation
von NNT-1-Monopolymer-Konjugatmolekülen zur Verfügung, was
ein NNT-1-Protein bedeutet, an das im wesentlichen ein Polymermolekül (d.h.
mindestens ungefähr
95%) an nur einer einzigen Stelle am NNT-1-Protein angebracht wurde.
Genauer gesagt, stellt die vorliegende Erfindung auch pegyliertes
NNT-1-Protein zur Verfügung,
dem mögliche
antigene Brückengruppen
fehlen und bei dem das Polyethylenglykolmolekül direkt an das NNT-1-Protein
gekoppelt vorliegt, wenn Polyethylenglykol verwendet wird.
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Ein
besonders bevorzugtes wasserlösliches
Polymer zur Verwendung hierbei ist Polyethylenglykol, abgekürzt PEG.
Wie hier verwendet, soll Polyethylenglykol jede der Formen von PEG
umfassen, die dazu verwendet wurden, um andere Proteine zu derivatisieren,
wie zum Beispiel Mono(C1-C10)alkoxy- oder Aryloxy-Polyethylenglykol.
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Im
allgemeinen kann die chemische Derivatisierung unter allen geeigneten
Bedingungen durchgeführt werden,
die dazu verwendet werden, um eine biologisch aktive Substanz mit
einem aktivierten Polymermolekül zu
reagieren. Verfahren zur Herstellung von pegyliertem NNT-1 werden
im allgemeinen die Schritte von (a) Reagieren eines NNT-1-Polypeptids
mit Polyethylenglykol (wie zum Beispiel einem reaktiven Ester oder
Aldehydderivat von PEG) unter Bedingungen, bei denen NNT-1 an eine
oder mehrere PEG-Gruppen angebracht wird und (b) Erhalten des/der
Reaktionsprodukts/e umfassen. Im allgemeinen werden die optimalen
Reaktionsbedingungen für
die Acylierungsreaktionen basierend auf bekannten Parametern und
dem gewünschten
Ergebnis bestimmt werden. Zum Beispiel, je größer das Verhältnis von
PEG:Protein, desto größer der
Prozentsatz von polypegyliertem Produkt.
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Die
reduktive Alkylierung zur Produktion einer im wesentlichen homogenen
Population von Mono-Polymer/NNT-1-Protein-Konjugat-Molekül, wird
im allgemeinen die Schritte von: (a) Reagieren eines NNT-1-Proteins
mit einem reaktiven PEG-Molekül
unter reduktiven Alkylierungsbedingungen bei einem pH, der dazu
geeignet ist, um eine selektive Modifikation der α-Aminogruppe am Aminoterminus
des NNT-1-Proteins zu ermöglichen
und (b) Erhalten des/der Reaktionsprodukts/e umfassen.
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Für eine im
wesentlichen homogene Population von Mono-Polymer/NNT-1-Protein-Konjugat-Molekülen sind
reduktive Alkylierungs-Reaktionsbedingungen diejenigen, die die
selektive Anbringung der wasserlöslichen
Polymergruppe an den N-Terminus von NNT-1 ermöglichen. Solche Reaktionsbedingungen
stellen im allgemeinen pKa-Unterschiede zwischen den Lysin-Aminogruppen
und der α-Aminogruppe
am N-Terminus (wobei der pKa der pH ist, bei dem 50% der Aminogruppen
protoniert sind und 50% nicht) zur Verfügung. Der pH beeinträchtigt auch
das Verhältnis
von Polymer zu verwendetem Protein. Im allgemeinen wird, wenn der pH
niedriger ist, ein größerer Überschuß von Polymer
zu Protein wünschenswert
sein (d.h. je weniger reaktiv die N-terminale α-Aminogruppe ist, desto mehr
Polymer ist erforderlich, um optimale Bedingungen zu erreichen).
Wenn der pH höher
ist, muß das
Polymer:Protein-Verhältnis
nicht so groß sein
(d.h. mehr reaktive Gruppen sind erhältlich, also werden weniger
Polymermoleküle
benötigt).
Für die
Zwecke der vorliegenden Erfindung wird der pH im allgemeinen innerhalb
des Bereichs von 3-5, bevorzugt 4-5, liegen.
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Eine
weitere wichtige Berücksichtigung
ist das Molekulargewicht des Polymers. Im allgemeinen gilt, je höher das
Molekulargewicht des Polymers, desto geringer die Anzahl von Polymermolekülen, die
an das Protein angebracht werden können. Ähnlich sollte die Verzweigung
des Polymers berücksichtigt
werden, wenn diese Parameter optimiert werden sollen. Im allgemeinen
gilt, je höher
das Molekulargewicht (oder je mehr Verzweigung), desto höher das
Polymer:Protein-Verhältnis.
Im allgemeinen liegt für
die hier vorgesehenen Pegylierungsreaktionen das bevorzugte durchschnittliche
Molekulargewicht bei ungefähr
zwei 2 kDa bis ungefähr 100
kDa (wobei der Ausdruck „ungefähr" ± 1kDa anzeigt). Das bevorzugte
durch schnittliche Molekulargewicht ist ungefähr 5 kDA bis ungefähr 50 kDa,
besonders bevorzugt ungefähr
12 kDa bis ungefähr
25 kDa. Das Verhältnis
von wasserlöslichem
Polymer zu NNT-1-Protein
wird im allgemeinen von 1:1 bis 100:1, bevorzugt (für Polypegylierung)
1:1 bis 20:1 und (für
Monopegylierung) 1:1 bis 5:1 betragen.
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Unter
den oben angegebenen Bedingungen wird die reduktive Alkylierung
eine selektive Anbringung des Polymers an jedes NNT-1-Protein zur
Verfügung
stellen, das eine α-Aminogruppe am Aminoterminus
aufweist, und eine im Wesentlichen homogene Präparation von Monopolymer/NNt-1-Proteinkonjugat
zur Verfügung
stellen. Der Ausdruck „Monopolymer/NNT-1-Proteinkonjugat" wird hier verwendet,
um eine Zusammensetzung zu meinen, die aus einem einzelnen Polymermolekül zusammengesetzt
ist, das an ein NNT-1-Proteinmolekül angebracht ist. Das Monopolymer/NNT-1-Proteinkonjugat
wird bevorzugterweise ein Polymermolekül aufweisen, das am N-Terminus
lokalisiert ist, jedoch nicht an Lysinaminoseitengruppen. Die Präparation wird
bevorzugterweise mehr als 90% Monopolymer/NNT-1-Proteinkonjugat sein und weiter bevorzugt
mehr als 95% Monopolymer/NNT-1-Proteinkonjugat,
wobei der Rest von beobachtbaren Molekülen unreagiert ist (d. h., Protein,
dem die Polymergruppe fehlt). Die unten stehenden Beispiele stellen
eine Präparation
zur Verfügung, die
zu mindestens ungefähr
90% Monopolymer/Proteinkonjugat ist und ungefähr 10% unreagiertes Protein. Das
Monopolymer/Proteinkonjugat weist eine biologische Aktivität auf.
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Für die vorliegende
reduktive Alkylierung sollte das Reduktionsmittel in wäßriger Lösung stabil
sein und bevorzugterweise in der Lage sein, nur die im anfänglichen
Prozeß der
reduktiven Alkylierung gebildete Schiff'sche Base zu reduzieren. Bevorzugte
Reduktionsmittel können
auch ausgewählt
sein aus der Gruppe bestehend aus Natriumborhydrid, Natriumcyanborhydrid,
Dimethylaminboran, Trimethylaminboran und Pyridinboran. Ein besonders
bevorzugtes Reduktionsmittel ist Natriumcyanborhydrid.
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Andere
Reaktionsparameter, wie zum Beispiel Lösungsmittel, Reaktionszeiten,
Temperaturen, und so weiter, und Mittel zur Reinigung von Produkten
können
basierend auf den publizierten Informationen im Hinblick auf die
Derivatisierung von Proteinen mit wasserlöslichen Polymeren bestimmt
werden.
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Ein
Gemisch von Polymer-NNT-1-Proteinkonjugat-Molekülen kann durch Acylierung und/oder
Alkylierungsverfahren, wie oben beschrieben, präpariert werden und man kann
das Verhältnis
von Monopolymer/Proteinkonjugat auswählen, das in dem Gemisch enthalten
sein soll. Daher, wo gewünscht,
kann ein Gemisch von verschiedenen Proteinen mit verschiedener Anzahl
an angebrachten Polymermolekülen
(d. h. di-, tri-, tetra-, usw.) hergestellt werden und mit dem Monopolymer/NNT-1-Proteinkonjugatmaterial,
hergestellt unter der Verwendung der vorliegenden Verfahren, kombiniert
werden.
-
Im
allgemeinen schließen
Bedingungen, die durch die Verabreichung des vorliegenden Polymer/NNT-1
gelindert oder moduliert werden sollen, diejenigen ein, die hier
für NNT-1-Moleküle im allgemeinen beschrieben
werden. Jedoch können
die hier beschriebenen Polymer/NNT-1-Moleküle weitere Aktivitäten, verstärkte oder
reduzierte Aktivitäten
oder andere Charakteristika aufweisen, wenn mit nicht-derivatisierten
Molekülen
verglichen.
-
V. Kombinationen
-
Die
NNT-1-Polypeptide und Fragmente davon, ob chemisch modifiziert oder
nicht, können
allein oder in Kombination mit anderen pharmazeutischen Zusammensetzungen,
wie zum Beispiel neurotrophen Faktoren, Cytokinen, Interferonen,
Interleukinen, Wachstumsfaktoren, Antibiotika, anti-entzündlichen
Mitteln, Neurotransmitter-Rezeptor-Agonisten oder Antagonisten und/oder
Antikörpern
bei der Behandlung von neurologischen oder immunologischen systemischen
Erkrankungen verwendet werden.
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VI. Antikörper
-
Die
NNT-1-Polypeptide, Fragmente und/oder Derivate davon können dazu
verwendet werden, um Antikörper
durch Standardverfahren herzustellen. Daher werden Antikörper, die
mit den NNT-1-Polypeptiden reagieren, sowie reaktive Fragmente von
solchen Antikörpern
als innerhalb des Bereichs der vorliegenden Erfindung liegend angesehen.
Die Antikörper
können
polyklonal, monoklonal, rekombinant, chimär, Einzelketten- und/oder bispezifisch
sein. Typischerweise wird der Antikörper oder das Fragment davon „humanisiert" sein, d. h. so hergestellt,
um eine Immunreaktion auf den Antikörper zu verhindern oder zu
minimieren, wenn an einen Patienten verabreicht. Das Antikörperfragment
kann jedes Fragment sein, das mit dem NNT-1 der vorliegenden Erfindung
reaktiv ist, wie zum Beispiel Fab, Fab',
usw. Auch durch diese Erfindung zur Verfügung gestellt werden die Hybridome,
die durch Präsentieren
von NNT-1 oder einem Fragment davon als ein Antigen gegenüber einem
ausgewählten
Säuger
erzeugt werden, gefolgt von der Fusionierung von Zellen (z. B. Milzzellen) des
Säugers
mit bestimmten Krebszellen, um immortalisierte Zellinien durch bekannte
Techniken herzustellen. Die zur Erzeugung solcher Zellinien verwendeten
Verfahren und Antikörper
gerichtet gegen die Gesamtheit oder Teile eines menschlichen NNT-1-Polypeptids
der vorliegenden Erfindung sind ebenfalls von dieser Erfindung umfaßt.
-
Die
Antikörper
können
therapeutisch verwendet werden, um z.B. die Bindung von NNT-1 an
seinen Rezeptor zu inhibieren. Die Antikörper können weiterhin für in vivo
und in vitro diagnostische Zwecke verwendet werden, wie zum Beispiel
in markierter Form, um die Anwesenheit des NNT-1 in einer Körperflüssigkeit
zu detektieren.
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VII. Therapeutische Zusammensetzungen
und Verabreichung davon
-
Wie
hier verwendet, betreffen die Ausdrücke „effektive Menge" und „therapeutisch
effektive Menge" die
Menge von NNT-1, die erforderlich ist, um eine oder mehrere biologische
Aktivitäten
von NNT-1 zu unterstützen,
wie oben beschrieben.
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Therapeutische
Zusammensetzungen zur Behandlung von verschiedenen neurologischen
Abweichungen oder Erkrankungen liegen innerhalb des Bereichs der
vorliegenden Erfindung. Solche Zusammensetzungen können eine
therapeutisch effektive Menge eines NNT-1-Polypeptids oder Fragments davon (wobei jedes
der beiden chemisch modifiziert sein kann) im Gemisch mit einem
pharmazeutisch akzeptablen Träger umfassen.
Das Trägermaterial
kann Wasser für
die Injektion sein, bevorzugterweise ergänzt mit anderen Materialien,
die in Lösungen
zur Verabreichung an Säuger
herkömmlich
sind. Typischerweise wird eine NNT-1-therapeutische Verbindung in der Form
einer Zusammensetzung verabreicht werden, die gereinigtes NNT-1-Polypetid
oder Fragment (das chemisch modifiziert sein kann) in Verbindung
mit einem oder mehreren physiologisch akzeptablen Trägern, Hilfsstoffen
oder Verbindungsmitteln umfaßt.
Neutral gepufferte Kochsalzlösung
oder Kochsalzlösung
gemischt mit Serumalbumin sind beispielhafte, geeignete Träger. Bevorzugterweise
wird das Produkt als ein Lyophilisat unter der Verwendung von geeigneten
Hilfsstoffen (z. B. Saccharose) formuliert. Andere Standardträger, Verdünnungsmittel
und Hilsstoffe können
wie gewünscht
einge schlossen werden. Eine beispielhafte Zusammensetzung umfaßt Citratpuffer
von ungefähr
pH 4,0-4,5, der weiterhin NaCl einschließen kann.
-
Die
NNT-1-Zusammensetzungen können
systemisch parenteral verabreicht werden. Alternativ können die
Zusammensetzungen intravenös
oder subkutan verabreicht werden. Wenn systemisch verabreicht, können die
therapeutischen Zusammensetzungen zur Verwendung in dieser Erfindung
in Form einer pyrogen-freien, parenteral akzeptablen wäßrigen Lösung vorliegen.
Die Präparation
von solchen pharmazeutisch akzeptablen Proteinlösungen, unter Berücksichtigung
von pH, Isotonizität,
Stabilität
und ähnllichen
liegt innerhalb des Könnens
des Fachmanns.
-
Therapeutische
Formulierungen von NNT-1-Zusammensetzungen, die zur Durchführung der
vorliegenden Erfindung brauchbar sind, können zur Lagerung durch Mischen
der ausgewählten
Zusammensetzung, die den gewünschten
Grad an Reinheit aufweist, mit gegebenenfalls physiologisch akzeptablen
Trägern,
Hilfsstoffen oder Stabilisatoren (Remington's Pharmaceutical Sciences, 18th edition,
A. R. Gennaro, ed., Mack Publishing Company [1990]) in der Form
eines lyophilisierten Kuchens oder einer wäßrigen Lösung präpariert werden. Akzeptable
Träger,
Hilfsstoffe oder Stabilisatoren sind gegenüber den Rezipienten nicht toxisch
und sind bevorzugterweise bei den verwendeten Dosierungen und Konzentrationen
inert und schließen
Puffer, wie zum Beispiel Phosphat, Citrat oder andere organische
Säuren;
Antioxidantien, wie zum Beispiel Ascorbinsäure; Peptide niedrigen Molekulargewichts;
Proteine, wie zum Beispiel Serumalbumin, Gelatin oder Immunglobuline;
hydrophile Polymere, wie zum Beispiel Polyvinylpyrrolidon; Aminosäuren, wie
zum Beispiel Glycin, Glutamin, Asparagin, Arginin oder Lysin; Monosaccharide,
Disaccharide und andere Kohlenwasserstoffe, einschließlich Glucose,
Mannose oder Dextrine; Chelatbildner, wie zum Beispiel EDTA; Zukkeralkohole,
wie zum Beispiel Mannitol oder Sorbitol; salz-bildende Gegenionen,
wie zum Beispiel Natrium; und/oder nichtionische oberflächenaktive
Mittel, wie zum Beispiel Tween, Pluronics oder Polyethylenglycol
(PEG), ein.
-
Die
für die
in vivo Verabreichung zu verwendende NN7-1-Zusammensetzng muß steril
sein. Dies wird leicht durch Filtration durch sterile Filtrationsmembranen
erreicht. Wenn die NNT-1-Zusammensetzung
lyophilisiert ist, kann eine Sterilisation unter der Verwendung
dieser Verfahren entweder vor oder im Anschluß an die Lyophilisierung und
Rekonstitution durch geführt
werden. Die Zusammensetzung für
die parenterale Verabreichung wird gewöhnlicherweise in einer lyophilisierten
Form oder in Lösung
gelagert.
-
Therapeutische
Zusammensetzungen werden im allgemeinen in einem Behälter gegeben,
der eine sterile Zugangsöffnung
aufweist, zum Beispiel einen intravenösen Lösungsbeutel oder Gefäß, die einen
Verschluß aufweist,
der durch eine hypodermische Injektionsnadel durchstoßbar ist.
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Der
Weg der Verabreichung der Zusammensetzung findet in Übereinstimmung
mit bekannten Verfahren, z. B. oral, Injektion oder Infusion durch
intravenöse,
intraperitoneale, intracerebrale (intraparenchymale), intracerebroventriculare,
intramuskuläre,
intraoculare, intraarterielle oder intralesionale Routen oder durch Systeme
mit verzögerter
Freisetzung oder implantierbare Vorrichtungen statt, was gegebenenfalls
die Verwendung eines Katheters einschließt. Wenn gewünscht, können die
Zusammensetzungen kontinuierlich durch Infusion, Bolusinjektion
oder durch implantierbare Vorrichtungen verabreicht werden. Alternativ
oder zusätzlich kann
NNT-1 lokal über
Implantation in den betroffenen Bereich einer Membran, eines Schwammes
oder anderer geeigneter Materialien, auf die NNT-1 absorbiert wurde,
verabreicht werden.
-
Wenn
eine implantierbare Vorrichtung verwendet wird, kann die Vorrichtung
in jedes geeignete Gewebe oder Organ, wie z. B. in einen cerebralen
Ventrikel oder in das Hirnparenchym, implantiert werden, und die Zuführung von
NNT-1 kann direkt durch die Vorrichtung über Bolus- oder kontinuierliche
Verabreichung oder über
einen Katheter unter Verwendung von kontinuierlicher Infusion durchgeführt werden.
-
NNT-1-Polypeptid
kann in einer Formulierung oder Präparation mit verzögerter Freisetzung
verabreicht werden. Geeignete Beispiele von Präparationen mit verzögerter Freisetzung
schließen
semipermeable Polymermatrices in Form von geformten Artikeln, z.
B. Filmen oder Mikrokapseln, ein. Matrices mit verzögerter Freisetzung
schließen
Polyester, Hydrogele, Polylactide (
U.S.
3,773,919 ,
EP 58,481 ),
Copolymere von L-Glutaminsäure
und γ-Ethyl-L-Glutamin (Sidman
et al., Biopolymers, 22: 547-556 [1983]), Poly(2-hydroxyethylmethacrylat)
(Langer et al., J. Biomed. Mater. Res., 15: 167-277 [1981] und Langer,
Chem. Tech., 12: 98-105 [1982]), Ethylenvinylacetat (Langer et al.,
supra) oder Poly-D(-)-3-Hydroxybuttersäure (
EP 133,988 ) ein. Zusammensetzungen
mit verzögerter
Freisetzung kön nen
auch Liposomen einschließen,
die durch jedes der mehreren Verfahren präpariert werden können, die
im Stand der Technik bekannt sind (z. B.
DE 3,218,121 ; Epstein et al., Proc.
Natl. Acad. Sci. USA, 82: 3688-3692 [1985]; Hwang et al., Proc.
Natl. Acad. Sci. USA, 77: 4030-4034
[1980];
EP 52,322 ;
EP 36,676 ;
EP 88,046 ;
EP
143,949 ).
-
In
einigen Fällen
kann es wünschenswert
sein, NNT-1-Zusammensetzungen auf eine ex vivo Weise zu verwenden,
d. h., um Zellen oder Gewebe zu behandeln, die aus dem Patienten
entfernt wurden und die dann anschließend zurück in den Patienten implantiert
werden.
-
In
anderen Fällen
kann Patienten NNT-1 durch Implantieren bestimmter Zellen, die genetisch
verändert
wurden, um NNT-1-Polypeptid zu exprimieren und zu sekretieren, zugeführt werden.
Solche Zellen können
tierische oder menschliche Zellen sein und können aus dem eigenen Gewebe
des Patienten oder aus einer anderen Quelle abgeleitet sein, entweder
menschlich oder nicht-menschlich. Gegebenenfalls können die Zellen
immortalisiert sein. Die Zellen können in das Gehirn, die Nebenniere
oder in andere geeignete Körpergewebe
oder Organe des Patienten implantiert werden.
-
In
bestimmten Situationen kann es wünschenswert
sein, Gentherapieverfahren zur Verabreichung von NNT-1 an Patienten
zu verwenden, die an bestimmten neurologischen oder immunologischen
Erkrankungen leiden. In diesen Situationen kann genomische DNA,
cDNA und/oder synthetische DNA, die für NNT-1 oder ein Fragment oder
eine Variante davon kodiert, operativ mit einem konstitutiven oder
induzierbaren Promotor verbunden werden, der in dem Gewebe aktiv
ist, in das das Konstrukt injiziert werden wird. Dieses NNT-1-DNA-Konstrukt, entweder
in einen Vektor inseriert oder allein ohne einen Vektor, kann direkt
in das Hirn- oder anderes Gewebe, neuronal oder nicht-neuronal,
injiziert werden.
-
Alternativ
kann ein NNT-1-DNA-Konstrukt direkt in Muskelgewebe injiziert werden,
wo es in die Zellen aufgenommen und in den Zellen exprimiert werden
kann, unter der Vorraussetzung, daß die NNT-1-DNA operativ mit
einem Promotor verbunden ist, der in Muskelgewebe aktiv ist, wie
zum Beispiel Cytomegalovirus (CMV) Promoter, Rous-Sarcoma-Virus
(RSV) Promoter oder Muskelkreatinkinasepromoter. Typischerweise kann
das DNA-Konstrukt (zusätzlich
zu der NNT-1-DNA und einem Promoter) Vektorsequenz einschließen, die von
Vektoren erhalten wird, wie zum Beispiel Adenovirusvektor, adeno-asoziierter
Virusvektor, ei nem retroviralen Vektor und/oder einem Herpesvirusvektor.
Das Vektor/DNA-Konstrukt kann mit einem pharmazeutisch akzeptablen
Träger/Trägern für die Injektion
gemischt sein.
-
Eine
effektive Menge der NNT-1-Zusammensetzung(en), die therapeutisch
verwendet werden soll, wird zum Beispiel von den therapeutischen
Zielen abhängig
sein, wie zum Beispiel der Indikation, für die NNT-1 verwendet wird,
der Route der Verabreichung und dem Zustand des Patienten. Demzufolge
wird es für
den therapierenden Arzt erforderlich sein, die Dosierung zu bestimmen
und die Route der Verabreichung wie erforderlich zu modifizieren,
um den optimalen therapeutischen Effekt zu erhalten. Eine typische
tägliche
Dosierung kann von ungefähr
0,1 μg/kg
bis zu ungefähr
10 mg/kg oder mehr in Abhängigkeit
von den oben genannten Faktoren reichen. Typischerweise wird ein
Kliniker die NNT-1-Zusammensetzung verabreichen, bis eine Dosierung
erreicht wird, die den gewünschten
Effekt bewirkt. Die NNT-1-Zusammensetzung kann daher als eine einzelne
Dosis oder als zwei oder mehrere Dosen (die dieselbe Menge von NNT-1
enthalten oder nicht enthalten können) über eine
Zeit hinweg oder als eine kontinuierliche Infusion über implantierbare
Vorrichtung oder Katheter verabreicht werden.
-
Wenn
weitere Studien durchgeführt
werden, wird Information im Hinblick auf geeignete Dosierungsspiegel
zur Behandlung von verschiedenen Zuständen von verschiedenen Patienten
entstehen und der Durchschnittsfachmann wird in der Lage sein, unter
Berücksichtigung
des therapeutischen Kontexts, des Typs der zu behandelnden Erkrankung,
des Alters und des allgemeinen Gesundheitszustands des Empfängers, eine geeignete
Dosierung zu ermitteln.
-
VIII. Mit NNT-1 zu behandelnde
Zustände
-
Die
NNT-1-Proteine, Fragmente und/oder Derivate davon können dazu
verwendet werden, um Erkrankungen und Abweichungen des zentralen
oder peripheren Nervensystems zu behandeln, die mit Veränderungen
im Muster der NNT-1-Expression assoziiert sind oder bei denen ein
Aussetzen gegenüber
NNT-1 oder Anti-NNT-1 Antikörpern
Vorteile bewirkt.
-
NNT-1-Protein
und/oder Fragmente oder Derivate davon können dazu verwendet werden,
um Patienten zu behandeln, in denen verschiedene Zellen des zentralen,
autonomen oder peripheren Nervensystems degeneriert sind und/oder
durch kongenitale Erkrankung, Trauma, mechanische Beschädigung,
Operation, Schlaganfall, Ischämie,
Infektion, Stoffwechselerkrankung, Mangelernährung, Malignizität und/oder
toxische Mittel beschädigt
wurden. Genauer gesagt können
die NNT-1-Proteinspiegel (herauf- oder herab-reguliert) für solche
Indikationen wie zum Beispiel Alzheimer, Parkinson, amyotrophe Lateralsklerose,
Charcot-Marie-Tooth-Syndrom,
Morbus Huntington, periphere Neuropathie induziert durch Diabetes
oder andere Stoffwechselerkrankungen und/oder Dystrophien oder Degeneriation
der neuralen Retina, wie zum Beispiel Retinitis Pigmentosa, Wirkstoff-induzierte
Retinopatien, stationäre
Formen von Nachtblindheit, fortschreitende Zapfenstab-Degenerierung
und ähnliches
moduliert werden. Da NNT-1 in Zellen des Immunsystems exprimiert wird
(siehe Beispiel V unten) kann es auch brauchbar sein, um Erkrankungen
zu behandeln, die durch Immunerkrankungen verursacht werden. Da
NNT-1 auch in hämatopoietischen
Zellen exprimiert wird (siehe Beispiel V unten), kann es weiterhin
dazu brauchbar sein, Erkrankungen zu behandeln, die durch Abweichungen
des hämatopoietischen
Systems verursacht werden.
-
Zusätzlich können die
NNT-1-Proteine, Fragmente und/oder Derivate davon dazu verwendet
werden, um Erkrankungen und Abweichungen des immunologischen Systems
zu behandeln, einschließlich
B-Zellen und/oder T-Zellen, bevorzugterweise B-Zellen. Wie in Beispielen
IX-XI hierin gezeigt,
weist NNT-1 eine Aktivität
zur Stimulierung von B-Zell- und, in einem geringeren Ausmaß, der T-Zell-Produktion
auf.
-
Es
gibt verschiedene primäre
humorale Immundefizienzen, die potentielle Ziele für diesen
Faktor sind. Obwohl ein wenig selten, sind diese Erkrankungen alle
chronisch und würden
eine Langzeitbehandlung erforderlich machen. Die erste ist herkömmliche
variable Immundefizienz oder CVID, die durch irgendwie normale Spiegel
von zirkulierenden B-Zellen charakterisiert ist, denen jedoch die
Kapazität
fehlt, sich geeignet in immunglobulinproduzierende Zellen zu differenzieren.
Individuen mit CVID sind gegenüber
wiederauftretenden bakteriellen Infektionen empfänglich.
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Eine
weitere NNT-1 Ziel-Erkrankung ist IgA-Defizienz, die auch zu wiederholten
Infektionen führt,
die gewöhnlicherweise
auf die Lunge, den gastrointestinalen und urogenitalen Trakt begrenzt
sind. Die selektive IgA-Defizienz ist eine der geläufigeren
dieser Erkrankungen, die ein Auftreten zwischen 0,03%-0,97% in der Population
aufweist.
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Andere
NNT-1 Zielerkrankungen schließen
verschiedene Formen von Hypogammaglobulinämie, X-gekoppelter Aggammaglobulinämie und/oder
Zuständen,
die mit einer dieser Er krankungen zusammenhängen, wie z. B. wiederauftretende
Infektionen, Nierendefizienzen oder Giardiasis ein. Siehe, Clin.
Immunol. And Immunopath., 40(1) : 13-24 (1986).
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Ein
Verstärken
der humoralen Immunantwort auf bestimmte Vakzine kann eine weitere
Verwendung für
NNT-1-Polypeptide sein. Zum Beispiel ist die Antikörperproduktion
im Anschluß an
die Verabreichung von oralen Vakzinen oft schlecht und daher schützt sie
nur für
eine begrenzte Zeitdauer. Die Verwendung von NNT-1 als ein Adjuvans,
um die Antikörperproduktion
nach Vakzinierung zu verstärken,
ist vorgesehen.
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Aufgrund
seiner Fähigkeit
zur Inhibierung von LPS-induzierter TNF-α Produktion kann NNT-1 Verwendung
bei der Behandlung von Sepsis finden. Obwohl sich viele Ansätze basierend
auf den Modifikatoren biologischer Antworten für die Lösung dieses sehr wichtigen
klinischen Problems als von nicht überzeugender Gültigkeit
erwiesen haben, verbleibt die Möglichkeit,
daß NNT-1
da erfolgreich ist, wo andere therapeutische Kandidaten versagt
haben. Die Jarish-Schwarzmann-Reaktion ist ein klinischer Zustand,
der Ähnlichkeiten
mit der Sepsis aufweist und streng genommen eine Konsequenz von
TNF-toxischer Wirkung ist. Die Verwendung eines anti-TNF-Antikörpers hat
sich als ein klinisch erfolgreicher Ansatz für die Behandlung dieses Zustands erwiesen.
Dies ist ein Zustand, bei dem NNT-1 klinischen Wert im Hinblick
auf seine anti-TNF und anti-entzündlichen
Eigenschaften zeigen kann.
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IX. Tests, um auf Inhibitoren
von NNT-1 zu screenen
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In
einigen Situationen kann es wünschenswert
sein, die Spiegel von NNT-1-Aktivität zu inhibieren oder signifikant
zu verringern. Verbindungen, die NNT-1-Aktivität inhibieren könnten entweder
auf eine ex vivo Weise oder auf eine in vivo Weise durch lokale
oder iv-Injektion oder durch orale Zuführung, implantierbare Vorrichtung,
oder ähnliches
verabreicht werden. Die unten beschriebenen Tests stellen Beispiele
von Verfahren zur Verfügung,
die zur Identifizierung von Verbindungen brauchbar sind, die die
NNT-1-Aktivität
inhibieren könnten.
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Zur
Erleichterung beim Lesen wird die folgende Definition hierin zur
Beschreibung der Testsysteme verwendet:
„Testmolekül(e)" bezieht sich auf das (die) Molekül(e), das
als ein Inhibitor von NNT-1 evaluiert wird, typischerweise aufgrund
seiner potentiellen Fähigkeit,
die Interaktion von NNT-1 mit seinem Rezeptor zu blockieren.
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Der
NNT-1 Rezeptor kann isoliert werden, z.B. durch Expressionsklonierung
unter der Verwendung von markiertem (z.B. jodiertem) NNT-1.
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Verschiedene
Typen von in vitro Assays unter der Verwendung von gereinigtem Protein
können
vorgenommen werden, um diejenigen Verbindungen zu identifizieren,
die die NNT-1 Aktivität
unterbrechen. Diese Unterbrechung kann durch eine Verbindung erreicht
werden, die typischerweise die Interaktion von NNT-1 mit seinem
Rezeptor inhibiert.
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In
einem Assay kann gereinigtes NNT-1 Protein oder ein Fragment davon
(hergestellt z.B. durch Verfahren wie oben beschrieben) durch Anlagerung
an den Boden der Wells einer Mikrotiterplatte immobilisiert werden.
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Radiomarkierter
NNT-1 Rezeptor sowie das Testmoleküle) können danach entweder einzeln
oder simultan zu den Wells hinzugefügt werden. Nach der Inkubation
können
die Wells gewaschen und gezählt
werden unter der Verwendung eines Szintillationszählers für Radioaktivität, um den
Grad der NNT-1/Rezeptorbindung in der Anwesenheit des Testmoleküls zu bestimmen.
Typischerweise wird das Molekül über einen
Konzentrationsbereich getestet und eine Reihe von Kontroll-„Wells", die eines oder
mehrere Elemente des Testassays nicht aufweisen, können für die Genauigkeit
in der Evaluierung der Ergebnisse verwendet werden. Eine Veränderung
dieses Assays beinhaltet das Anlagern des Rezeptors an die Wells
und addieren von radiomarkiertem NNT-1 zusammen mit den Testmolekülen zu den
Wells. Nach der Inkubation und dem Waschen können die Wells auf Radioaktivität gezählt werden.
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Verschiedene
Mittel einschließlich
Radiomarkierung sind erhältlich,
um NNT-1 zu „markieren". Z.B. kann das NNT-1
Protein unter der Verwendung von 125-I oder 35-5 radiomarkiert werden.
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Alternativ
dazu gibt es ein Fusionsprotein von NNT-1, worin die DNA, die für NNT-1
kodiert, mit der kodierenden Sequenz eines Peptides, wie z.B. des
c-myc-Epitops, fusioniert wird. Das NNT-1-myc-Fusionsprotein kann
einfach durch kommerziell erhältliche
Antikörper,
die gegen myc gerichtet sind, detektiert werden.
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Eine
Alternative zum Typ des Mikrotiterplatten-Bindungsassays beinhaltet
das Immobilisieren von entweder NNT-1 oder seines Rezeptors an Agarose-Kügelchen,
acrylische Kügelchen oder
andere Arten von solchen inerten Substraten. Das inerte Substrat,
das NNT-1 oder seinen Rezeptor beinhaltet, kann in eine Lösung gegeben
werden, die das Testmolekül
zusammen mit der komplementären
Komponente (entweder Rezeptor oder NNT-1 Protein) enthält, welches
radioaktiv oder Floreszenz- markiert wurde; nach der Inkubation
kann das inerte Substrat durch Zentrifugation präzipitiert werden und die Menge
an Bindung zwischen NNT-1 und Rezeptor kann durch verschiedene Methoden,
die oben beschrieben wurden, bewertet werden. Alternativ dazu kann
der inerte Substrat-Komplex an eine Säule immobilisiert und das Testmolekül und komplementäre Komponente über die
Säule passiert
werden. Die Bildung des NNT-1/Rezeptor-Komplexes kann danach unter
der Verwendung einiger der Methoden, die hierin beschrieben werden,
z.B. Radiomarkierung, Antikörperbindung oder ähnliches,
untersucht werden.
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Eine
andere Art eines in vitro-Assays, der nützlich zur Identifizierung
eines Moleküls
ist, das NNT-1 Aktivität
inhibiert, ist das Biacor-Assay-System (Pharmacia, Pscataway, NJ)
unter der Verwendung eines Oberflächen-Plasmon-Resonanz-Detektorsystems
und unter der Befolgung des Protokolls des Herstellers. Dieser Assay
beinhaltet im Wesentlichen die kovaltente Bindung von entweder NNT-1
oder seines Rezeptors an einen Dextran-beschichteten Sensorchip,
welcher sich in einem Detektor befindet. Das Testmolekül und die
komplementäre
Komponente können
danach in die Kammer, die den Sensorchip enthält, entweder simultan oder
sequenziell iniziert werden und die Menge der Bindung von NNT-1/Rezeptor
kann basierend auf der Änderung der
molekularen Masse, welche physikalisch mit der Dextran-beschichteten
Seite des Sensorchips assoziiert ist, untersucht werden; die Veränderung
in der molekularen Masse kann mit dem Detektorsystem gemessen werden.
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In
einigen Fällen
kann es wünschenswert
sein, zwei oder mehrere Testmoleküle zusammen auf die Verwendung
in der Verringerung oder Inhibierung der NNT-1 Aktivität zu evaluieren.
In diesen Fällen
können die
oben beschriebenen Assays einfach durch Addieren solcher zusätzlichen
Testmoleküle
modifiziert werden, entweder simultan mit dem oder anschließend an
das erste Testmolekül.
Die verbleibenden Schritte des Assays können wie oben beschrieben sein.
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X. Transgene Säugetiere
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Ebenso
umfaßt
vom Umfang der vorliegenden Erfindung sind nicht-humane Säugetiere,
wie z.B. Mäuse,
Ratten, Kaninchen, Ziegen oder Schafe, in welchen das Gen (oder
Gene), das für
das humane Äquivalent von
NNT-1 kodiert, unterbrochen („knocked
out") wurde, so
daß der
Expressionsspiegel dieses Genes siginifikant verringert oder vollständig aufgehoben
ist. Solche Säugetiere
können
unter der Verwendung von Techniken und Methoden, wie jene beschrieben
in U.S. Patent Nr. 5,557,032, hergestellt werden. Die vorliegende Erfindung
beinhaltet weiterhin nicht-humane Säugetiere, wie z.B. Mäuse, Ratten,
Kaninchen, Ziegen oder Schafe, in welchen das Gen (oder Gene), kodierend
das NNT-1 (entweder die native Form von NNT-1 für das Säugetier oder ein heterologes
NNT-1 Gen), durch das Säugetier überexpremiert
wird, wodurch ein „transgenes" Säugetier
geschaffen wird. Solche transgenen Säugetiere können unter der Verwendung gut
bekannter Methoden, wie jene, die in U.S. Patent Nr. 5,489,743 und
der PCT-Patentanmeldung Nr. WO94/28122, veröffentlicht am 08. Dezember
1994, beschrieben sind, hergestellt werden.
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Die
folgenden Beispiele dienen nur zu Zwecken der Verdeutlichung und
sollten nicht so verstanden werden, daß sie den Umfang der Erfindung
in irgendeiner Weise beschränken.
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Beispiele
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Standardverfahren
zur Herstellung von Bibliotheken, DNA-Klonierung und Proteinexpressionen
sind in Sambrook et al. (Molecular Cloning: A Laboratory Manual,
Cold Spring Harbor Laboratory Press, NY [1989]) und in Ausubel et
al., eds. (Current Protocols in Molecular Biology, Wiley, New York,
NY [1995]) dargelegt.
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Beispiel I: Klonierung
von cDNA und genomischer Klon von NNT-1
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A. Konstruktion der cDNA
Bibliothek
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Humane
T-Zell-Lymphoma-Zellen, Jurkat-Zellen wurden bei 37° C unter
5% CO2 in einem RPMI 400 Medium beinhaltend
10% fötales
Rinderserum aufgezogen. Das Medium wurde mit 10mM HEPES, pH 7,5
gepuffert. Nach 8 Passagen wurden die Zellen in zwei Gruppen geteilt.
Eine Gruppe wurde bis zur Konfluenz gewachsen (2 × 107 Zellen/Flasche), die RNA, die von diesen
Zellen geerntet wurde, diente als die „Treiber"-RNA. Die andere Gruppe war die „Test"-Gruppe und wurde
durch die folgende Behandlung aktiviert.
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Die
Zellen wurden für
acht Stunden durch Addition der Superantigene Streptococcen Enterotoxin
B und F(TSST) 80 ng/ml; des PKC-Aktivators, PMA 50 ng/ml; Kalzium-Ionophor
A21832 125 ng/ml aktiviert. Der Proteintranslations-Inhibitor Cycloheximid
wurde ebenso bei einer Konzentration von 1 mg/ml hinzugefügt. RNA
wurde von den verschiedenen Gruppen von Zellen zu verschiedenen
Zeitpunkten geerntet.
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1. Gesamt RNA-Präparation:
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Die
Zellen wurden durch Zentrifugation bei 300 × g für 5 Minuten pelletiert und
mit PBS (Phosphat-gepufferte Saline) gewaschen und in Ultraspec
II (Biotex, Inc., TX) auf eine Konzentration von 5 × 10 Zellen/ml von
Ultraspec II resuspendiert. Die Zellen wurden danach durch vier
Passagen durch eine 21-gauge Spritze lysiert. Das Homogenat wurde
auf Eis für
15 Minuten inkubiert, 0,2 Volumen Chloroform wurden danach hinzugefügt, gut
gemischt und auf Eis für
weitere 10 Minuten reinkubiert, bei 12000 × g für 30 Minuten in 30ml Corex-Röhrchen zentrifugiert. Post-Zentrifugation
und Überstand
wurden zurückbehalten
und der Rückstand verworfen.
0,05 Volumen von RNA-bindendem Harz, verkauft von Biotex als Teil
des Isolierungskits, wurden nach der Zugabe von 0,5 Volumen Isopropanol
addiert. Nach dem Pelletieren des Harzes durch Zentrifugation (300 × g für 5 Minuten)
wurde das Harz 2 × mit
75% RNase-freiem Ethanol gewaschen und bei 50°C für 10 Minuten luftgetrocknet.
Gesamt-RNA wurde
danach durch Resuspendieren des Harzes in 1 Volumen RNase-freiem
Wasser, kräftigem
Vortexen für
eine Minute, danach zentrifugiert bei 13000 × g für 1 Minute vom Harz eluiert.
Die Gesamt-RNA wurde danach in ein neues Eppendorf-Röhrchen transferiert
und das Harz-Pellet verworfen.
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2. Poly (A)+-RNA-Isolierung:
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Qiagen's Oligotex mRNA Isolations-System
wurde verwendet, wie vom Hersteller beschrieben; die Prozedur wurde
2 × wiederholt,
um reine Poly(A)+ RNA zu erhalten. Dies
ist besonders wichtig für
eine zufällig-„ge-primed-te" Bibliothek („random
primed library"),
um die Zahl der Kopien von ribosomaler RNA in der cDNA zu minimieren.
Die mRNA-Integrität wurde
anschließend
durch Spektroskopie und Formamid-denaturierende Gelelektrophorese
bestimmt.
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Die
erste-Strang cDNA wurde durch Befolgen des BRL-cDNA Syntheseprotokolls
synthetisiert. Um restliche mRNA von der Target-cDNA zu entfernen,
wurde die erste-Strang cDNA-Reaktion
mit Phenol/Chloroform extrahiert und mit 2 M Amoniumacetat und 3
Volumen Ethanol präzipitiert.
Die cDNA/mRNA-Hybride wurden danach in 0,3 M NaOH in der Anwesenheit
von 2 mM EDTA resuspendiert und bei 68° C für 15 Minuten inkubiert. Die
Hydrolyse-Reaktion wurde mit ungefähr 1,5 M Überschuß an reinem Tris HCl neutralisiert.
Die cDNA wurde danach mit Phenol/Chloroform extrahiert und mit 2
M Amoniumacetat und 3 Volumen Ethanol präzepitiert, mit 75% Ethanol
gespült
und in 7 ml sterilem Wasser resuspendiert. Die Einzelstrang cDNA
wurde durch folgendes Protokoll des Boehringer Mannheim tailing-kits „getailed".
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3. Treiber mRNA-Präpertation
und Photo-Biotinylierung:
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Poly(A)
RNA wurde, wie oben beschrieben, isoliert. Ungefähr 20 mg wurden danach zweifach
mit 20mg Photobiotinacetat (Sigma) photobiotinyliert und bei einer
Konzentration von 1 mg/ml in RNase-freiem Wasser rekonstituiert. Überschuß an Photobiotin
wurde mit Wassergesättigtem
Isobutanol entfernt und mit Ethanol präzipitiert und in 30ml DEPC-behandeltem
Wasser resuspendiert.
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4. Substraktive Hybridisierungsreaktion:
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Die
photobiotinylierte Treiber-mRNA wurde mit der Tester-cDNA kopräzipitiert
und in 2ml RNase-freiem Wasser resuspendiert. Um es den Nukleinsäuren zu
erlauben, in Lösung
zu gehen, wurde die Präperation bei
Raumtemperatur für
einige Stunden belassen, mit periodischem leichtem Rühren, gefolgt
von weiteren 20 Stunden Inkubation bei 68°C. Photobiotinylierte Treiber
wurden zu einer Endkonzentration von 2 mg/ml gelöst. Im allgemeinen sollte eine
Konzentration von Treiber-RNA von mindestens 1 mg/ml verwendet werden.
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5. Post-Hybridisierungs-Hybrid-Entfernung:
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Nach
der Hybridisierung wurde Streptavidin zu einer Endkonzentration
von 0,2 mg/ml addiert und bei Raumtemperatur für 10 Minuten inkubiert. Das
Streptavidin wurde danach mit einer Phenol/Chloroform-Extraktion
entfernt. Nach der Extraktion wurde die cDNA mit Ethanol präzipitiert.
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Ein
Paar von Primern: AGCGCTACGGTCGACCCG GCG TTT TTT TTT TTT TTT TTT
TTT (ACG) X (SEQ ID NR: 15) (Sal I T21-verankerter Primer) und GGA
AGG AAA AAA GCG GCC GCT ACA (SEQ ID NR: 16) (Not I – N9 Primer)
wurden in der PCR verwendet, um die cDNA zu amplifizieren. Der „expand
PCR Kit" wurde verwendet.
15 Zyklen wurden verwendet, um genügend Material für den Gelfraktionierungs-Ansatz
zu generieren, um eine Repräsentation
von gleicher Größe in der
Bibliothek zu erlauben. Um dem ersten Primer das Anlagern zu erlauben,
wurde die Anlagerungstemperatur der initialen fünf Zyklen der PCR bei 35°C für eine Minute
durchgeführt.
Die cDNA, die verschiedene Größenfraktionen
darstellte, wurde auf einem Gel fraktioniert. Sal I-Adapter wurden
zur Duplex cDNA addiert, die danach mit Not I verdaut und in pSport-Vektor
kloniert wurde.
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B. Isolierung des cDNA-Klons
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Die
Bibliothek wurde mittels exprimierter Sequenz-Tag (Est)-Analyse
gescreened. Individuelle Klone dieser Bibliothek wurden zufällig aufgesammelt
und an einem Applied Biosystems 373A automatisierten DNA-Sequenzer
unter der Verwendung von Vektor Primer und Taq Farbstoff-Terminator-Reaktionen
(Applied Biosystems) sequenziert. Die resultierende Nukleotidsequenz,
die von dem zufällig
gesammelten Klon NNT-1 erhalten wurde, wurde translatiert, danach
mit der existierenden Datenbank von bekannten Proteinsequenzen unter
der Verwendung einer modifizierten Version des FASTA-Programms verglichen.
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Ein
Klon (khjl-00008-f2) weist ungefähr
21% Homologie auf dem Level der translatierten Aminosäuresequenz
mit CNTF auf. Das Gesamt-Insert des cDNA-Klons wurde sequenziert
und es wurde gefunden, daß es
für einen
Vollängen-Klon
kodiert, daß heißt, es enthält Met am
5'-Ende und ein
Stopocodon stromaufwärts von
Met und ein anderes Stoppcodon am 3'-Ende.
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Die
Sequenz dieser Vollängen-cDNA
ist in 1 gezeigt. Die vorhergesagte Aminosäuresequenz
des Proteins ist in 3 gezeigt. Das putative Signalpeptid
reicht von Aminosäure –27 (Met)
bis Aminosäure –1 (Ala).
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C. Isolierung des genomischen
Klons
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Die
genomische DNA von NNT-1 wurde aus einer humanen genomischen P1-Bibliothek
(Genome Systems Inc., St. Louis, MO; Katalog Nr. P1-2535) erhalten.
Die Bibliothek wurde unter der Verwendung der NNT-1 cDNA als eine
Sonde gescreened. Die cDNA wurde unter der Verwendung des Amersham
Rediprime-Kits (Amersham, Arlington Heights, IL; Katalog Nr. RPN-1633)
radiomarkiert und die Hybridisierungs- und Rehybridisierungs-Lösung war:
50% Formamid, 5 × SSC,
5 × Denhardt's, 0,05% Natriumpyrophosphat,
0,1% SDS und 100 mg/ml Lachssperma-DNA. Prähybridisierung fand für ungefähr 1 Stunde
statt und Hybridisierung für
ungefähr
16 Stunden bei 42°C.
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Nach
der Hybridisierung wurden die Filter in 0,2 × SSC und 0,1% SDS bei 42°C für ungefähr 30 Minuten
gewaschen und danach einem Film ausgesetzt. Zwei positive Klone
wurden identifiziert und die Plasmide, die diese Klone enthielten,
wurden gemäß dem Genome
Systems Inc. Protokoll gereinigt. Die Plasmid-DNA wurde danach direkt
sequenziert.
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Die
genomische Sequenz kodierend für
NNT-1 ist in 2 gezeigt (SEQ ID Nr. 3). Das
Gen besteht aus 3 Exons und 2 Introns. Die kodierenden Regionen
werden in Großbuchstaben
dargestellt, wohingegen die nicht-kodierenden Regionen, einschließlich 5'-untranslatierter
Region, Introns und 3'-untranslatierter
Region in Kleinbuchstaben dargestellt sind.
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Beispiel II: Präparation
von rekombinantem Säugetier-Protein
NNT-1
-
Ein
Expressions-Vektor, beinhaltend humane NNT-1 cDNA und flag-tag-Peptid
wurde durch PCR-Amplifizierung des Fusionsgens konstruiert. Ein
Sense-Primer mit Hind III-Stelle am 5'-Ende:
(5'-AGCAAGCTTCACCATGGACCTCCGAGCAGGGGACTC-3') (SEQ ID Nr. 6), welcher
Aminosäure –27 (Met)
bis Aminosäure –1 (Asp)
kodiert und ein Antisense-Primer mit Not I-Stelle am 5'-Ende, welcher für flag-tag-Peptid
und die letzten 8 Aminosäuren
am 3'-Ende kodiert
(5'AGCGGGGCCGCACTACTTGRCATCGTCGRCGTCCTTGTACTCGAAGCCATGAG
CCCCCAGGTGCAG – 3') (SEQ ID Nr. 7)
wurden
in der PCR verwendet, um ein Fusionsgen zu amplifizieren. Das Fusionsgen
wurde in den pCEP4-Vektor (Invitrogen Inc., San Diego, CA), ligiert.
Der Expressions-Vektor wurde in EBNA-1 293-Zellen mit Lipofectin (BRL,
Gaithersburg, MD) transfiziert unter der Verwendung der vom Hersteller
empfohlenen Methode. 48 Stunden nach Transfektion wurden die 293-Zellen
und das konditionierte Medium geerntet und im Western Blot mit einem
antiflaq-tag Antikörper
(Eastman Kodak, Co., New Haven CT) analysiert. Die Mehrzahl des
rekombinanten Proteins wurde im 293 Zell-Lysat gefunden. Daher wurde
anti-flag-Antikörper-Gel (Eastman Kodak
Co., New Haven CT) verwendet, um das Protein vom 293 Zell-Lysat
zu reinigen. Ein 28-30 kd Protein wurde durch Befolgen des Protokolls
des Herstellers gereinigt. Dieses rekombinante Protein wurde in
der biologischen Funktionsanalyse verwendet (für Motorneuronen und sympathische
Neuronen – Überlebensassay).
Die N-terminale Aminosäure
des Proteins wurde, als Leu (Aminosäure 1) bestimmt, was angezeigt,
daß das
potentielle Signalpeptid abgespalten war (Aminosäure-27 bis Aminosäure-1).
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Beispiel III: Herstellung
von rekombinantem E. coli NNT-1-Protein
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Ein
cDNA-Klon von NNT-1, kodierend für
Aminosäuren
Leu (1) bis Phe (198) von SEQ ID Nr. 2 wurde in den Vektor pAMG21,
welcher ein Derivat von pCFM 1656 (ATCC Accession number 69576)
ist und geeignete Restriktionsstellen zur Insertion von Genen stromab
von dem lux PR-Promotor (siehe US Patent Nr. 5,169,318 für eine Beschreibung
des lux-Expressionssytems)
beinhaltet, eingefügt.
Die verwendete Wirtszelle war E. coli K12, Stamm CGSC 6159 (Yale
University, Genetischer Stamm, New Haven, CT). Die Wirtszellen wurden
mit dem Vektor unter der Verwendung von Standard-Transformations-Verfahren
transformiert und wurden danach in 2 XYT-Medium, beinhaltend ungefähr 50 μl/ml Kanamycin,
bei 30°C
inkubiert. Die Induktion des NNT-1-Genprodukts wurde durch Zugabe
des Autoinducers N-(3-Oxohexanoyl)-DL-homoserinlacton zu dem Kulturmedium
in einer Endkonzentration von ungefähr 30 ng/ml gestartet, und
die Kulturen wurden bei entweder 30°C oder 37°C für ungefähr 6 Stunden inkubiert, wonach
die Zellen durch Mikroskopie auf Einschlußkörper untersucht wurden.
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Die
Mehrheit des NNT-1-Proteins wurde in den Einschlußkörpern gefunden.
Daher wurde eine Zellpaste durch Pelletieren der Zellen hergestellt.
Die Einschlußkörper wurden
bei niedrigem pH solubilisiert, und das Protein durch sequentielle
Präzipitation
gereinigt. Das Protein wurde vor dem Laden einer Probe auf SDS-PAGE,
um die Reinheit zu bestimmen, dialysiert. Coomassie-Färbung des
Gels zeigte an, daß das
Protein zu mindestens 95% rein war.
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Beispiel IV: Neurobiologische
Funktion von NNT-1
-
A. Hühner-Motor-Neuronen-Assay
-
Motorneuronen
(MN)-angereicherte Kultur von Lumbar-Rückenmark wurde aus embryonischen
Tag E5.5-Hühnchen
hergestellt. MN-Neuronen wurden angereichert unter der Verwendung
eines 6,8% Metrizamid-Gradienten. Kurz gesagt, wurde lumbares Rückenmark
präpariert,
von Hirnhaut und DRG befreit. Das Rückenmark wurde in Papain-enthaltendem
L15-Medium (Gibco/BRL,
Grand Island, NY) für
20 Minuten bei 37°C inkubiert
(Worthington Biochemical Corp, Freehold, NJ. Enzymatisch erweichte
Rückenmark-Fragmente
wurden durch Pipettieren in Einzelzellen dissoziiert. Die Zellsuspension
wurde danach auf ein 6,8% Metrizamid (Serva, Feinbiochemicala, Deutschland)-Kissen
aufgeschichtet und das Röhrchen
wurde bei 500 g für
20 Minuten zentrifugiert. Die Grenzfläche zwischen Metrizamid-Kissen
und Zellsuspension wurde gesammelt und in Kulturmedium verdünnt. Die
Fraktion wurde danach vorsichtig auf ein 4% BSA-Kissen geschichtet
und bei 280 g für
10 Minuten zentrifugiert. Das Pellet wurde in Kulturmedium, beinhaltend
L15-Medium mit 10% fötalem Rinderserum
supplementiert mit 3,6 mg/ml Glukose, 5 ng/ml Natriumselenit, 6,25
ng/ml Progesteron, 0,1 mg/ml Conalbumin, 16 mg/ml Putrescin und
5 mg/ml Insulin, resuspendiert. 10.000 Zellen/Well wurden in 96-Well
Gewebekulturplatten ausgesät.
Reihenverdünnungen
des neutrotrophen-Faktors (NNT-1 oder CNTF) wurden zu der Kultur
addiert und für
3 Tage inkubiert. Am Tag 3 wurde MTT zu der Kultur für 4,5 Stunden
addiert. Das Formazan-Produkt wurde solubilisiert und die Platten
bei einer Wellenlänge
von 570 mit einer 650 nm Subtraktion für sichtbare Interferenz abgelesen.
Der optische Dichte (OD)-Meßwert
ist proportional zur Zahl der überlebenden
Neuronen in Kultur. Die Absorption bei 570 nm (erhöhtes Neuro nenüberleben)
in dreifachen Wells ist als eine Funktion der Endkonzentration von
NNT-1 oder CNTF aufgetragen.
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Die
Ergebnisse der Analyse werden in 7 dargestellt.
Die Absorption bei 570 nm ist ausgedrückt als 1.000-fach des eigentlichen
Meßwerts.
Die Ergebnisse zeigen, daß NNT-1
das Wachstum von Hühner-Motorneuronen
unterstützen
kann. Seine maximale Aktivität
erreicht ungefähr
90% der Aktivität
von CNTF.
-
B. Sympathischer Hühner-Neuronen-Assay
-
Kulturen
von primären
Hühnchenembryo-sympathischen
Kettenganglien wurden präpariert.
Kurz gesagt, wurden sympathische Ganglien von fertilen, pathogen-freien
Hühnereiern
entfernt, die für
9 Tage bei 37,6°C
in einer befeuchteten Atmosphäre
inkubiert worden waren. Die Ganglien wurden chemisch dissoziiert durch
Aussetzen von Hanks' Balanced
Salt Solution ohne divalente Kationen, enthaltend 10 mM HEPES-Puffer
pH 7,2 für
10 Minuten bei 37°C
und danach durch Aussetzen einer Lösung von 0,125% Bactotrypsin
1:250 (Difco, Detroit, Michigan) in Hanks' Balanced Salt Solution, modifiziert
wie oben, für
12 Minuten bei 37°C.
Trypsinisierung wurde gestoppt durch die Addition von fötalem Kalbsserum
auf eine Endkonzentration von 10%.
-
Nach
dieser Behandlung wurden Ganglien in eine Lösung bestehend aus Dulbecco's hohem Glukose-modifizierten
Eagle's Medium mit
Bicarbonat beinhaltend 10% fötales
Kalbserum und 10 mM/l HEPES, pH 7,2 transferiert und wurden mechanisch
durch ungefähr
14 × Trituration
durch eine 20-Gauge, 1'' doppelt-aufgesetzte
(double-hubbed) rostfreie Stahlnadel mechanisch dissoziiert.
-
Die
dissoziierten Ganglien wurden danach in Kulturmedium (Dulbecco's modifiziertes Eagle
Medium, supplementiert mit 10% fötalem
Kalbserum, 4 mM Glutamin, 60 mg/l Penicillin-G, 25 mM HEPES, pH
7,2) in 100 mm Durchmesser-Gewebekulturschalen (ungefähr 40 dissoziierte
Ganglien pro Schale), für
2 bis 3 Stunden ausplattiert. Dieses Prä-Ausplattieren wurde durchgeführt, um
die nicht-neuronalen Zellen, die an die Schale anhaften, von den
Nervenzellen, die nicht anhaften, zu separieren. Nach dem Prä-Ausplattieren
wurden die nicht-adhärenten Nervenzellen
durch Zentrifugation gesammelt, in Kulturmedium resuspendiert und 50
ml/Well auf Halbflächen-96-Well
Mikrotiter-Gewebekulturplatten in einer Dichte von 2.500 Nervenzellen
pro Well ausplattiert. Die Mikrotiter-Wells wurden zuvor einer 1
mg/ml Lösung
von Poly-L-Ornithin in 10 mM Natriumborat, pH 8,4, über Nacht
bei 4°C
ausgesetzt, in sterilem gereinigtem Wasser gewaschen und luftgetrocknet.
-
Endkonzentrationen
von neutrophen Faktoren, welchen die Zellen ausgesetzt wurden, waren
wie folgt: 1) für
den CNTF-Standard, die Reihenverdünnungskurven mit neun Punkten
reichten von 100 ng/ml bis 6 pg/ml; 2) für das NNT-1, die Reihenverdünnungskurven
mit neun Punkten reichten von 100 ng/ml bis 0,12 pg/ml. 25 ml einer
Serienverdünnung
der Probe, die auf neurotrophe Aktivität untersucht werden sollte,
wurde zu jedem Well addiert und die Schalen wurden für 38 bis
46 Stunden bei 37°C
in einer befeuchteten Atmosphäre,
beinhaltend 7,5% CO2, inkubiert. Danach
wurden pro Well 18 ml einer 1,5 mg/ml Lösung des Tetrazolium-Farbstoffs
MTT in Dulbecco's
hohem Glukose-modifiziertem Eagle Medium mit Bicarbonat, beinhaltend 10
mM HEPES, pH 7,2, addiert und die Kulturen in den 37°C Inkubator
für 4,5
Stunden gegeben. Danach wurden 75 ml einer Lösung von 50% N,N-Dimethylformamid,
beinhaltend 20% Natriumdodecylsulfat, pH 4,7, addiert, um das kristalline
Formazan-Produkt zu lösen,
und die Platten wurden im 37°C
Inkubator für
ein Minimum von 12 Stunden inkubiert. Die Absorption bei 579 nm
wurde relativ zu einer 650 nm Referenz für jedes Well bestimmt unter
der Verwendung eines automatischen Mikrotiter-Plattenlesers. Die
resultierende Absorption ist proportional zur Zahl der lebenden
Zellen in jedem Well, definiert als diejenigen Nervenzellen, die
fähig sind, den
Farbstoff zu reduzieren.
-
Die
Ergebnisse der Analyse sind in 8 dargestellt.
Die Ergebnisse zeigen, daß NNT-1
das Wachstum von sympathischen Hühnerneuronen
unterstützt.
-
Beispiel V: Northern Blot-Analyse
der Gewebeverteilung
-
Northern
Blots von humanen Geweben wurden von Clontech (Palo Alto, CA) gekauft.
Die Northern Blots wurden mit einer humanen NNT-1 cDNA-Sonde untersucht.
Zwei cDNA-Fragmente,
die die 5'- und
3'-kodierende Region
von NNT-1 umfassen, wurden markiert und als eine Sonde verwendet,
um Gewebeexpression des NNT-1-Gens zu analysieren. Das Ergebnis
zeigte, daß NNT-1
als ein 2,2 kb Transkript in den Geweben von Milz, Lymphknoten und
peripheren Blutlymphozyten, Knochenmark und fötaler Leber, Niere, Lunge,
kolorektalen Adenocarcinoma-Zellen SW480, Helazellen S3, Lungenkarcinom
A549, chronische myelogene Leukämie-K-562-Zellen,
Burkitts Lymphoma Raji-Zellen exprimiert wird. Die Gewe beverteilung
des Genes läßt vermerken,
daß das
Gen auch in die Entwicklung des Immunsystems oder von hämatopoietischen
Zellen involviert ist.
-
Beispiel VI: Chromosomenlokalisierung
des NNT-1-Gens
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Die
Chromosomenlokalisierung des Gens wurde durch FISH durchgeführt. Ein
14 kb genomisches Fragment wurde mit dATP unter der Verwendung des
BRL BioNick Labelingkit biotinyliert (15°C 1 Stunde). Das Verfahren von
FISH wurde gemäß Heng et
al., Proc Nat Acad Sci USA 89:9509-9513, 1992 durchgeführt. Das Ergebnis
zeigt, daß das
Gen auf Chromosom 11 q13 lokalisiert ist, was nah zum humanen CNTF
Genlocus (Chromosom 11q12) ist.
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Beispiel VII: Isolierung
des Maus-cDNA-Klons
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Ein
Maus-Teil-cDNA-Klon wurde durch PCR-Amplifizierung der Maus 11 Tageembryonalen
cDNA (Clontech, Palo Alto, CA) unter der Verwendung des humanspezifischen
Primers isoliert. Der Vollängen-cDNA-Klon
wurde weiterhin durch 5'-RACE
und 3'-RACE erhalten.
Die Maus-cDNA Nucleotidsequenz und Aminosäuresequenz wird in 4 beziehungsweise
5 gezeigt. Das Mausprotein teilt 96% Identität mit dem humanen Protein,
was anzeigt, daß das
Protein während
der Evolution hoch konserviert ist. Wie das humane Protein enthält auch
das Mausprotein eine potentielle N-verknüpfte Glykosylierungsstelle
an Aminosäure
2 (Asn).
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Beispiel VIII: Vergleich
von NNT-1 mit anderen Mitgliedern der Familie
-
Die
Aminosäuresequenz
von NNT-1 deutet an, daß das
Protein zur Familie von CNTF (SEQ ID Nr. 12) gehört, welche IL-11 (SEQ ID Nr.
8), IL-6 (SEQ ID Nr. 9), Cardiotrophin (SEQ ID Nr. 11), Oncostatin
(SEQ ID Nr. 13) und Granulozytenkolonie-stimulierenden Faktor (G-CSF) (SEQ ID Nr.
10) beinhaltet. Wir haben die Aminosäuresequenz von NNT-1 mit allen
Mitgliedern der Familie mit dem Computerprogramm PILEUP verglichen,
und die Ergebnisse sind in 6 gezeigt.
Wie für
alle anderen Mitglieder dieser Familie wurde für die sekundäre Struktur
des NNT-1-Proteins vorhergesagt, daß es vier anti-parallele alpha-Helices
enthält.
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Beispiel IX: Phänotyp von
NNT-1-transgenen Mäusen
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A. Phänotyp von NNT-1-transgenen
Mäusen
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Das
Protein kodiert durch das NNT-1-Gen weist einige Homologie zu CNTF
und in vitro Aktivität
im Knochenmark und Nervenzell-Assays auf. Studien von Mäusen, die
mit NNT-1-transfiziertem
Knochenmark transplantiert wurden, zeigten milde Lymphoproliferation
in Gastrointestinal-assoziierten lymphoiden Geweben, aber keine
anderen offensichtlichen phänotypischen
Veränderungen.
-
-
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Es
wurden keine offensichtlichen Abnormalitäten in den beiden Gruppen detektiert.
-
Die
oberflächliche
Necropsie) wurde mit ausgewählten
Geweben durchgeführt,
fixiert in gepuffertem Zink-Formalin für die histopathologische Untersuchung
(Gehirn, Herz, Nieren, Nebennieren, Duodenum, Pankreas, Blase, Leber,
Lungen, Milz, jegliche grobe Läsionen).
Die Gewebe wurden über
Nacht vor dem histologischen Routine-Verfahren fixiert. Die Daten
wurden unter der Verwendung des JMP-Softwareprogramms (SAS Institute,
Cary, NC) analysiert.
Tests: Organgewicht, Körpergewicht,
Histopathologie, Immunohistologie, Northern Blot.
-
Die
folgenden Behandlungs-zugehörigen
Veränderungen
waren in den NNT-1-transgenen Mäusen vorhanden:
Die
Milz hatte moderate bis merkliche reaktive lymphoide Hyperplasie
(10), einschließlich der follikularen (B-Zell)
und periarteriolaren (T-Zell) Gebiete in den transgenen Mäusen. Die
lymphoide Hyperplasie war in der hohen Expressormaus #62 (10)
am deutlichsten und korrelierte gut mit der Splenomegalie, die bei
der Leichenschau gesehen wurde. Die andere hohe Expressormaus #60
hatte nur milde Hyperplasie in den lymphoiden Gebieten, begleitet
von massiver diffuser extramedullarer Hämatopoiese bei allen drei Abstammungslinien.
Obwohl es schwierig ist, allgemeine Rückschlüsse über die Effekte von NNT-1 auf
die Milz auf der Basis dieser zwei hohen Expressormäusen zu
ziehen, ist die Lymphoproliferation, gesehen in Maus #62, in Übereinstimmung
mit unseren Befunden mit dem injizierten Protein (siehe Beispiel
X A unten), während
der EMH-Befund in Maus #60 eine in vivo Korrelation mit den vorherigen
Befunden der in vitro Knochenmark-Kultur reflektieren könnte.
-
Die
Leber von Maus #60 hatte multifocale Aggregate von Lymphozyten und
Plasmazellen, die perivaskuläre
Räume infiltrierten
und in benachbarte Sinusoide in einem besonderen Muster expandierten,
was intrahepatischen „Inseln
von Lymphopoiese" ähnelt (12).
Durch Immunohistochemie wurde gefunden, daß die lymphoiden Aggregate
aus B220+-Zellen und CD3+-Zellen bestehen. Ähnliche, aber mildere und typischerweise
perivaskuläre
lymphoide Infiltrate wurden ebenso in Maus #62 gefunden. Andere
Veränderungen,
die in der Leber gefunden wurden, traten sporadisch in individuellen
Mäusen
in der Kontroll- und/oder transgenen Gruppe auf.
-
Der
gastrointestinale Trakt wies minimale bis moderate reaktive lymphoide
Hyperplasie der Peyer-Plaques (Darm-assoziiertes lymphoides Gewebe)
auf. Ebenso waren die cervicalen und mesenterischen Lymphknoten
reaktiver in den transgenen Mäusen
als in den Kontrollen, obwohl diese Veränderung nicht so ein deutliches
Merkmal dieser Studie im Vergleich zu unserer Studie mit dem injizierten
NNT-1-Protein (siehe Beispiel X A unten) war.
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Das
Knochenmark, das zentrale und das periphere Nervensystem der transgenen
Mäuse erschien normal.
Im allgemeinen wurde die Veränderung
in den anderen Geweben sporadisch in einem oder mehreren Tieren
in der negativen Kontroll- und/oder transgenen Gruppen gefunden
und wurde als nicht den Transgenen zugehörig interpretiert.
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Die
Daten dieser Studie zeigen an, daß die NNT-1 transgenen Mäuse einen
interessanten Phänotyp haben,
der charakterisiert ist durch die Proliferation von T- und B- Lymphozyten
und Plasmazellen in vielen peripheren Geweben, umfassend die Milz,
Lymphknoten, Darmassoziiertes lymphoides Gewebe, Nieren und Leber.
NNT-1 kann auch extramedulare Hämatopoese
in einigen peripheren Geweben, wie zum Beispiel der Milz und Pankreas,
in der Abwesenheit von signifikanten Veränderungen in peripheren Blut
und Knochenmark induzieren. Daher unterstützen die Daten der NNT-1-transgenen
Mäuse im
allgemeinen die Befunde von unserer 7-Tage-Mausstudie mit injizierbarem
NNT-1-Protein (Beispiel X A unten), welches die Proliferation von lymphoiden
Geweben ohne detektierbare Effekte am Knochenmark oder zentralem
Nervensystem induziert.
-
Interessanterweise ähnelt die
Glomerulonephritis, detektiert in den zwei hohen Expressor-NNT-1-transgenen
weiblichen Mäusen,
sehr der spontanen Glomerulonephritis, gesehen in den MRL/1pr (Fas-Mangel)
Mäusen,
welche ein frühes
SLE-ähnliches
Autoimmunsyndrom entwickeln, das mit polyklonaler B-Zell-Aktivierung,
multiplen Autoantikörpern,
zirkulierenden Immunkomplexen und Akkumulierung einer ungewöhnlichen
Population von doppelt negativen (CD4- CD8- TCRab+ CD3+) T-Zellen
assoziiert ist, die auch die CD45R-Isoform, genannt B220+, exprimieren,
welche normalerweise ein Marker von B-Zellen ist (Singer et al.,
Curr. Opin. Immunol., 6:913-920, 1994). Überdies ähnlichen einige der biologischen
Effekte von NNT-1 auch denjenigen von Interleukin-6, das (ähnlich CNTF,
LIF und IL-11) den gp130 Signalling-Transducer verwendet und pleiotrophe
Effekte auf die Leber, Niere, Gehirn, Haut, Immun- und hämatopoeitische
Systeme hat (Ryffel et al., Int. Rev. Exp. Pathol., 34:A79-89, 1993).
Daher wird es bedeutend sein, mittels Fluß-cytometrischer Analyse zu
bestimmen, ob die Lymphozyten, die in peripheren Blut oder Geweben
gefunden werden, einen ungewöhnlichen
Phänotyp
mit dualer Expression von T- und B-Zellenmarkern aufweisen.
-
B. FACS Immunophänotypisierung
von NNT-1-transgenen Gründern
-
Analysierte Gewebe
-
Periphere
Blutproben wurden über
retro-orbitale Blutungen erhalten. Neun Proben von jeder Gruppe von
Gründer-Wurfgeschwister-Kontrollen-
und NNT-positiven (durch PCR) Mäusen
wurden empfangen; keine wurde geronnen. Ungefähr 20 – 40 μl Blut pro Probe wurde zuerst
mit Fc-Blockantikörper
inkubiert, gefolgt durch fluoreszierende Antikörper für verschiedene Zelloberflächen-Antigene.
-
Antikörper wurden
für Marker
ausgewählt,
um die meisten hämatopoietischen
Zellpopulationen im zirkulierenden peripheren Blut zu unterscheiden.
Ebenso wurden einige B- und T-Zell-Aktivierungs-/Differenzierungsmarker
ausgewählt,
basierend auf dem Ursprung der Bibliothek für diese exprimierten Sequenz-Tags (Est).
Die Bibliothek wurde aus Jurkat-Zellen erstellt, einer T-Zellinie,
aktiviert mit toxischem Schocksyndrom-Toxin (TSST).
-
Antikörper
-
Fc-Block
(CD32/16) – als
Teil der Prä-Inkubation,
um nicht spezifische Bindung zu blockieren, insgesamt wurden 21
Antikörper
verwendet. Daten wurden als Einzelfarben-Histogramme analysiert.
Ratten-IgG-Fluoresceinisothiocyanat
(FITC) + Ratten-IgG-Phycoerythren (PE)
Ham IgG FITC + Ham IgG
PE
CD45 FITC + GR-1 (CD97) PE – Pan Leukocyt vs Granulocyt
CD4
FITC + CD8 PE – T-Zell-Untergruppen
Helfer vs Killer
Th1.2 FITC + B220 PE – T-Zell vs Pan B-Zellmarker
CD96
FITC + CD28 PE – Aktivierungsmarker
für T-
und B- oder nur T-Zellen
CD3 FITC + CTLA4 PE – Pan T-Zell
vs T-Zell-Aktivierung
ckit FITC + Sca-1 PE – Myeloid- und Vorläufer-Zellen
vs Vorläufer
und periphäre
Lymphozyten
CD40 FITC + CD40L PE – B-Zell-diff. Antigen vs T-Zell-Ligand
für das
gleiche
CD62 FITC + CD54 PE – Aktivierende Adhäsionsmoleküle auf B-
und T-Zellen
CD34 FITC (Daten nicht analysiert)
-
Ergebnisse
-
Ein
ausgeprägter
Anstieg in absoluten Zellzahlen wurde für vier der NNT-1-positiven
Tiere für
B220+, CD40+, CD62L+ und CD54+-Zellen beobachtet.
-
Diese
vier Tiere (#24, 35, 60, 62) wurden später als Expressoren durch Northern
Blot bestätigt.
Der Anstieg in B220+ und CD40+-Zellen reichte von 2 – 4-fach über der
Kontrolle. CD62L+ (LECAM) und CD54+ (ICAM) reichte von 1,5 – 3-fach über der
Kontrollgruppe. Marker, die einen Anstieg in drei der vier Expressoren zeigten,
beinhalteten Sca-1 (2 – 6
mal Kontrolle) und ckit (2 -3 mal Kontrolle).
-
Zusätzliche
Marker, beinhaltend CD3, CD4, CD8, Thyl, 2, zeigten bescheidene
Anstiege in zwei der vier Expressoren, obgleich nicht auf eine konsistente
Weise (obwohl dies alle T-Zellenmarker
sind, waren nicht alle positiv in denselben Expressoren). GR1 zeigte
einen Anstieg in einem der Expressoren, aber es gab eine noch höhere GR1+-Zellzahl
in einem der Kontrolltiere, so daß dies wahrscheinlich nicht
signifikant ist. Der Rest der Antikörper war entweder nicht positiv,
nicht signifikant verschieden, oder, im Fall von CD34, unmöglich zu analysieren.
-
Zusammenfassung
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Ein
sehr deutlicher Anstieg in der absoluten Zahl zirkulierender lymphoider
Zellen wurde in diesen Mäusen
beobachtet. Dieser Anstieg in der lymphoiden Population scheint
primär
aus B-Zellen zu bestehen, obwohl etwas Anstieg in den T-Zellzahlen
ebenso zu sehen war. Keine der lymphoiden Populationen scheint einen
Anstieg in aktivierten Zelltypen zu zeigen. Ein kleiner bis kein
Effekt kann bei der zirkulierenden myeloiden Zellpopulation gesehen
werden. Anstiege in ckit und Sca-1 korrelieren nicht notwendigerweise
mit einem Anstieg in Vorläuferzellen,
da diese Marker ebenso an gereiften zirkulierenden Zellen gefunden
werden.
-
Die
Daten zeigen eine B-Zell-gerichtete Proliferation an, da diese Zellzahlen
alle sehr gut mit der Expression korrelieren. Die Anstiege in einigen
der T-Zellen der Tiere könnten
ein sekundärer
Effekt von einigen anderen Faktoren) sein, die durch die angestiegenen
B-Zellen produziert werden. Eine interessante Beobachtung bezüglich der
B-Zellen ist ein geringer aber sehr konsistenter Unterschied zwischen
den Zahlen an B220+-Zellen und CD40+-Zellen. Obwohl beide B-Zell-Marker
sind, wird CD40 auch auf dendritischen Zellen gefunden.
-
Beispiel X: Lymphoide
Hyperplasie in Mäusen,
injiziert mit NNT-1
-
A. Eine 7-Tage intravenöse/subkutane
Forschungsstudie in NNT-1-behandelten BDF1 weiblichen Mäusen
-
Das
Protein, das von NNT-1 kodiert wird, wies einige Homologie zu CNTF
und in vitro Aktivität
in Knochenmark- und Nervenzell-Assays auf. Das Ziel dieser Studie
war es, die systemischen Effekte und potentielle Toxizität von NNT-1-Proteinen
zu bestimmen, wenn es täglich
an Mäuse
für 7 Tage
verabreicht wird.
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Material und
Methoden
-
Zwanzig
6-Wochen alte, weibliche BDF1-Mäuse
wurden für
diese Studie verwendet. Die Mäuse
wurden zufällig
in die folgenden Behandlungsgruppen (n=5/Gruppe) eingeteilt:
- 1. PBS-Puffer-Kontrolle (intravenöse Dosierung,
einmal täglich
für 7 Tage)
- 2. NNT-1, 1,5 mg/kg (intravenös)
- 3. NNT-1, 0,15 mg/kg (intravenös)
- 4. NNT-1, 1,5 mg/kg (subkutan)
-
Die
Mäuse wurden
nicht vor der oberflächlichen
Necropsie fasten gelassen. Eine Stunde vor der Leichenschau (24
Stunden nach der letzten Dosierung) wurde den Mäusen eine intraperitoneale
Injektion von BrdU (50 mg/kg für
Zellproliferationsstudien) verabreicht. Blut wurde durch kardiale
Punktur für
die Bestimmung der Hämatologie
(Hämoglobin,
Hämatokrit,
rote Blutzellzahl, Plättchenzahl,
durchschnittliches Plättchenvolumen,
gesamte und differentiale Leukozytenzahlen) und klinische Chemie-Parameter
(Alanin, Aminotransferase, Aspartataminotransferase, alkalische
Phosphatase, Laktatdehydrogenase, Glukose, Harnstoff, Nitrogen,
Kreatinin, Gesamtprotein, Albumin, Globulin, Kalzium, Phosphor,
Gesamtbilirubin, Harnsäure,
Cholesterol und Triglyceride) erhalten.
-
Eine
oberflächliche
Necropsie wurde mit ausgewählten
Geweben durchgeführt,
fixiert in gepuffertem Zinkformalin für histopathologische Untersuchung
[Nebennieren, Knochenmark, Knochen (Femur), Gehirn, Blinddarm, Dickdarm
und distaler Darm, Duodenum, Esophagus, Herz, Ileum, Jejunum, Nieren,
Leber, Lungen, Brustdrüsen,
Eierstöcke,
Pankreas, skeletaler Muskel, Haut, Milz, Magen, Thymus, Schilddrüsen, Luftröhre, Harnblase,
Uterus, Vagina, weißes
und braunes Fettgewebe, alle groben Läsionen]. Gewebe wurden über Nacht
vor der routinehistologischen Bearbeitung fixiert. Organgewichte
wurden für
die Milz, Leber, Magen, Nieren und Thymus bestimmt.
-
Ergebnisse
-
Milz.
Es gab prominente lymphoide Hyperplasie in der weißen Pulpa
der Milz mit Vergrößerung der periateriolare
lymphoiden Hüllen
(T-Zellgebiete) und Folikel (B-Zellgebiete) in den NNT-1-behandelten
Gruppen. Jedoch war das Ausmaß der
extramedularen Hämatopoese nicht
offensichtlich erhöht
in diesen Gruppen, welches andeutet, daß dieses Protein einen stimulatorischen
oder Wachstumsfaktor-ähnliche
Effekte auf Lymphozyten eher als auf hämatopoietische Zellen in vivo
haben könnte.
-
Lymphknoten.
Die NNT-1-behandelten Mäuse
hatten milde bis ausgeprägte
reaktive lymphoide Hyperplasie der follikulären (B-Zell) und parakortikalen
T-Zell) Gebiete des Lymphknotencortex. Obwohl diese Veränderung
eine frühe
Immunantwort auf das rekombinante Protein widerspiegeln könnte, schlägt der Grad der
verallgemeinerten reaktiven lymphoiden Hyperplasie, die in der Milz,
Lymphknoten, Peyer-Plaques und Knochenmark anwesend war, vor, daß dies ein
spezifischer Behandlungs-bezogener Effekt von NNT-1 ist.
-
Zusammenfassung
und Schlußfolgerungen
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Der
signifikanteste Befund, der aus dieser Studie abgeleitet wurde,
ist, daß die
NNT-1-Behandlung
von Mäusen
für sieben
Tage die Proliferation von lymphoiden Geweben, insbesondere in der
Milz und den Lymphknoten, zu induzieren scheint. Jedoch schien dieses
Protein keine detektierbaren Effekte auf das hämatopoietische oder zentrale
Nervensystem unter den Bedingungen dieser Studie zu haben.
-
B. FACS-Analyse von NNT-1
injizierten Mäusen
-
Reagenzien
und Mäuse.
Rekombinantes humanes NNT-1 und rhIL-1 waren von Amgen Inc., Thousand
Oaks, CA. LPS (Escherichia coli 0111:B4) wurde von LIST Biologic
Laboratories, Campbell, CA gekauft. Weibliche Balb/c Mäuse von
ungefähr
20 g wurden von Charles River Laboratories, Wilmington, MA gekauft. Mäuse wurden
in Räumen
bei konstanter Temperatur und Feuchtigkeit gehalten und einem 12
Stunden hell/dunkel Zyklus ausgesetzt. Mäuse erhielten Standard-Labor-Ernährung und
Wasser ad libitum. Verfahren, die Tiere und deren Behandlung beinhalteten,
wurden in Übereinstimmung
mit Institutsvorschriften, die in Einhaltung von nationalen und
internationalen Gesetzen und Grundsätzen sind (U.S. National Research
Council, Guide for the Care and Use of Laboratory Animals, 1996),
durchgeführt.
-
Lymphknotengewicht
und Zellzahlen. Für
sieben aufeinander folgende Tage erhielten Mäuse eine tägliche i.p. Injektion von 5
mg/kg NNT-1 oder Puffer. 24 Stunden nach der siebten Injektion wurden
die Mäuse für die Sammlung
von peripheren (zervikalen und axyllaren) Lymphknoten getötet. Lymphknoten
wurden zusammen gelegt, gewogen und homogenisiert, um eine Zellsuspension
herzustellen. Zellen wurden danach mit einem Sismex-Zellzähler (Toa
Medical Corporation, Kobe, Japan) gezählt, durch direkte IF unter
der Verwendung eines Ratten-anti-Maus-anti-CD45R (anti-B220) MAb
(Pharmingen, San Diego, CA) gefärbt
und in einem FACSCAN unter der Verwendung der Cell Quest Software
(Becton und Dickinson, San Jose, CA) analysiert.
-
Statistische
Analyse. Ergebnisse wurden als Durchschnitt ± SD angegeben. TNF-Werte
wurden log-transformiert, um deren verzerrte Verteilung zu verringern
und um sie auf Normalität
zu bringen. Der Shapiro-Wilks-Test wurde verwendet, um die Normalität ihrer
Verteilung vor und nach der Transformation zu analysieren. Unterschiede
zwischen den Gruppen wurden durch den Studenten t-Test analysiert.
Da BW wiederholt in jedem Individuum gemessen wurde, wurden die
Differenzen in BW innerhalb und zwischen den Gruppen durch Analyse
der Varianz (ANOVA) für
wiederholte Messungen getestet.
-
Lymphknotengewicht
und Zellzahlen. Die NNT-1-Behandlung erhöhte die Zahl von Gesamt- und CD45-positiven
Zellen in peripheren Lymphknoten (17).
-
Beispiel XI: NNT-1 zeit
in vivo Aktivitäten,
charakteristisch für
Zytokine der IL-6 Familie
-
Reagenzien,
Mäuse und
statistische Analysen sind wie in Beispiel X B oben dargelegt.
-
Serumamyloid
A (SAA)-Induktion, Potenzierung von Corticosteron und IL-6 Induktion
durch IL-1 und Inhibierung von LPS-induziertem TNF. NNT-1 wurde
i.p. bei einer Dosis von 5 mg/kg allein oder in Assoziation mit
IL-1 (100 ng/Maus) oder LPS (100 ng Maus) gegeben. Kontrollmäuse erhielten
das Lösungsmittel
von NNT-1 (10 mM Acetat in Saline). Blut wurde vom retro-orbitalen
Plexus acht Stunden nach der Verabreichung von NNT-1 oder Saline
zur SAA-Bestimmung, zwei Stunden danach für Corticosteron und IL-6, und
1,5 Stunden danach für
TNF abgenommen. Experimente wurden an Gruppen von fünf oder
zehn Mäusen
durchgeführt.
-
SAA,
IL-6 und TNF wurden in Serum durch ELISA unter der Verwendung kommerziell
erhältlicher
Kits (Biogen, Camarillo, CA) gemessen; Ergebnisse wurden in μg, ng bzw.
pg/ml ausgedrückt.
Coricosteron wurde durch RIA unter der Verwendung eines kommerziell
erhält lichen
Kits (ICB Biomedical, Costa Mesa, CA) gemessen; Ergebnisse wurden
in ng/ml ausgedrückt.
-
SAA-Induktion
Potenzierung von Coritcosteron und IL-6-Induktion durch IL-1 und
Inhibierung von LPS-induziertem TNF. NNT-1 induzierte zirkulierende
SAA (13).
-
NNT-1
potenzierte die Induktion durch eine niedrige Dosis von IL-1 von
entweder Serum-Coticosteron oder
von IL-6 (14 und 15).
NNT-1 zeigte aber auch die Fähigkeit,
die zirkulierenden Spiegel von Coticosteron anzuheben, wenn es allein
injiziert wurde.
-
NNT-1
inhibierte die Induktion von LPS von Serum-TNF durch LPS (16).
-
Zusammenfassung
der Ergebnisse
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Inflammatorische
Prozesse werden begleitet von der Produktion von TNF, einem Cytokin,
das hauptsächlich
für Gewebezerstörung und
funktionelle Schädigung
verantwortlich ist, welches die entzündungs-zugehörige Pathologie
unterscheidet. Oftmals wird IL-1 mit TNF co-produziert und es wird auch angenommen, daß es ein
pathogener Mediator während
der Entzündung
ist.
-
Coricosteroide
sind Breitspektrum- und sehr starke anti-inflammatorische Mittel,
die durch IL-1 über einen
effizienten negativen Rückkopplungs-Kreislauf
induziert werden.
-
Corticosteroide
inhibieren TNF- und IL-1-Produktion. IL-6, welches ebenso durch
TNF und IL-1 induziert wird, ist auch fähig, TNF- und IL-1-Produktion über einen
anderen negativen Rückkopplungs-Kreislauf
zu inhibieren.
-
Die
Fähigkeit
von NNT-1, Corticosterioide und IL-6 zu induzieren, zumindest in
der Anwesenheit von IL-1, zeigt an, daß dieses Molekül die Fähigkeit
zur Potenzierung von zwei physiologischen anti-inflammatorischen
Kreisläufen
hat. Dies könnte
zu einer beschleunigten Inhibierung der Produktion von TNF und IL-1
und daher zu einer beschleunigten Auflösung von inflammatorischen
Prozessen führen.
Zusätzlich
und unabhängig
von der Induktion von Corticosteroiden und IL-6-Produktion zeigt
NNT-1 die Eigenschaft, die TNF-Produktion di rekt zu blockieren.
Dies addiert sich interessanterweise zu den anti-inflammatorischen
Eigenschaften, wie oben ausgeführt.
-
Hinterlegung von DNA
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E.
coli-Zellen DH10B, beinhaltend den Vektor P1 kodierend die humane
genomische DNA für
NNT-1 (NNT-g-PI), und E. coli-Zellen DH10B, beinhaltend den Vektor
PSPORT kodierend die humane cDNA für NNT-1, wurden bei der ATCC
(American Type Culture Collection 12301 Parklawn Drive, Rockville,
MD, USA) am 21. Januar 1997 hinterlegt und ihnen wurden die Hinterlegungsnummern
98294 bzw. 98295 zugeordnet.
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