DE69830265T2 - Verfahren und Vorrichtung für die schnelle Messung von Zellschichten - Google Patents

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Description

  • Diese Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur raschen Durchführung von Messungen von zentrifugierten Materialschicht-Volumen. Das Verfahren dieser Erfindung ist besonders nützlich bei der Durchführung von Blutbestandteilsmessungen in einer zentrifugierten Probe von antikoaguliertem Gesamtblut.
  • Diese Erfindung bezieht sich außerdem auf eine Vorrichtung zur raschen Durchführung von Messungen von zentrifugiertem Materialschicht-Volumen. Die Vorrichtung dieser Erfindung ist besonders nützlich bei der Durchführung von Blutbestandteilsmessungen in einer zentrifugierten Probe von antikoaguliertem Gesamtblut. Die Vorrichtung dieser Erfindung ist nützlich bei der Durchführung des in dieser Anmeldung beschriebenen Verfahrens zur raschen Messung von Zellschichten.
  • Die Messung von Blutzellzahlen in einer zentrifugierten Probe von antikoaguliertem Gesamtblut wurde in der wissenschaftlichen Literatur beschrieben, und ein Verfahren zum leichten Messen bestimmter Blutzellschichten und anderen Schichten von Bestandteilen ist beschrieben im US-Patent Nr. 4 027 660, am 7. Juni 1997 an Stephen C. Wardlaw et al. erteilt wurde. In dem patentierten Verfahren wird eine antikoagulierte Gesamtblut-Probe in einer Präzisionskapillarröhre zentrifugiert, welche einen Kunststoffschwimmer enthält. Der Kunststoffschwimmer expandiert linear einige der Zellschichten und die Plättchenschicht.
  • Beim Durchführen des patentierten Verfahrens wird die Blutprobe ca. 5 min bei ca. 12.000 U/min zentrifugiert, und dann wird die expandierte Länge der Zell- und Plättchenschichten gemessen. Eines der Probleme in dem patentierten Verfahren bezieht sich auf die relativ hohe Zentrifugenumdrehungszahl, welche notwendig ist, um die Schichten zuverlässig zu kompaktieren, insbesondere die Plättchenschicht. Falls die Bestandteilsschichten nicht vollständig oder gleichmäßig gepackt sind, können die durch dieses Verfahren abgeleiteten Ergebnisse ungenau sein. Die bereits erwähnte hohe Zentrifugenumdrehungszahl erfor dert eine teure Zentrifuge und erhöht das Risiko des Röhrenbruchs. Ein weiteres Problem bezieht sich auf die erforderliche minimale Zentrifugationszeitdauer von 5 min, welche in vielen medizinischen Situationen unerwünscht ist. Ein weiteres Problem bezieht sich auf das Erfordernis, dass das bedienende Personal die Röhre von der Zentrifuge entfernen und in ein Lesegerät einführen muss. Da dieser Vorgang innerhalb eines begrenzten Zeitintervalls nach Zentrifugation stattfinden muss, erfordert es die genaue Aufmerksamkeit des Bedienpersonals, was ineffizient ist und das Personal einer potenziell gefährlichen Probe weiterhin aussetzt.
  • Es wäre wünschenswert, die Blutbestandteilsschichten in einer kürzeren Zeitdauer und mit einer Zentrifuge mit geringerer Umdrehungszahl messen zu können und/oder das Ausmaß der Handhabung der Probenröhre zu reduzieren.
  • Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 und ein System gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 4. Ein solches Verfahren und System sind bekannt aus DE 41 16 313 A1 . Dieses Dokument offenbart ein Verfahren und ein System zum Messen der Elastizität von Sedimenten aus Suspensionen und Emulsionen, wobei das Sediment einem zeitabhängig veränderlichen zentrifugalen Kraftfeld ausgesetzt wird. Messungen werden auch während der Sedimentationsphase der Probe gemacht, aber es gibt aus aufgezeichneten vorläufigen Schichtdickemessungen keine Berechnungen der endgültigen Dicke der Zielkomponentenschicht, wie sie am Ende der Sedimentationsphase gebildet wird.
  • Das Verfahren der Erfindung it gekennzeichnet durch Berechnen der endgültigen Dicke der Zielkomponentenschicht aus den aufgezeichneten vorläufigen Schichtdickemessungen.
  • Das System der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass der Mikroprozessor eine Einrichtung zum Berechnen des endgültigen Ausmaßes der Kompaktierung der Zielbestandteilskomponente aus einer Mehrzahl von Zielbestandteilskomponenten-Kompaktierungsmessungen aufweist, welche genommen werden, bevor die endgültige Kompaktierung erreicht wird.
  • Im Dokument EP 0 732 576 A1 sind ein Verfahren und ein System zum Bestimmen der Geschwindigkeit der Sedimentation von Blut beschrieben. Das Verfahren und das System beziehen sich nicht auf die Bestimmung der endgültigen Dicke einer gravimetrisch kompaktierten Schicht einer Zielkomponente in der Blutprobe.
  • Diese Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Anordnung zum schnellen 15 Bestimmen einzelner Materialvolumenmessungen während der Zentrifugation einer gravimetrisch trennbaren Materialmischungsprobe, z.B. eine antikoagulierte Gesamtblut-Probe. Außerdem bezieht sich diese Erfindung auf ein Verfahren und eine Vorrichtung, welche Blutbestandteil-Volumenmessungen und Blutbestandteilzählungen während Zentrifugation einer antikoagulierten Gesamtblutprobe bestimmen kann, bevor der Zentrifugationsschritt beendet ist. Ein kombiniertes Zentrifugen- und Lesegerät kann verwendet werden, welches die Funktionen sowohl von Zentrifugation als auch Ablesen durchführt und somit die Durchführung von Materialschichtmessungen, wie in den genannten US-Patenten beschrieben, vereinfacht. Eine kinetische Analyse der Blutzellenkompaktierung kann bereitgestellt werden. Durch Befolgen der Prinzipien dieser Erfindung können die Schichten der weißen Blutkörperchen und Plättchen in einer Zentrifuge mit relativ geringer Umdrehungszahl bestimmt werden, beispielsweise einer Zentrifuge, welche bei Geschwindigkeiten zwischen ca. 8.000 bis 10.000 U/min arbeitet, obwohl die Zentrifuge mit höherer Geschwindigkeit von 12.000 U/min auch verwendet werden kann.
  • Während des Prozesses der gravimetrischen Ausbildung von Zellschichten in einer zentrifugierten antikoagulierten Gesamtblut-Probe sind zwei entgegengesetzte Kräfte bei der Arbeit, d.h. nach außen gerichtete Kompaktierung der Zellen und anderer in der Probe gebildeten Komponenten; und nach innen gerichteter Durchfluss von Plasma in der Probe. Während die Zellen und andere in der Blutprobe gebildete Komponentenschichten sich während der Zentrifugation absetzen, werden die Schichten kompaktiert, wodurch die Länge der Schichten abnimmt. Zur gleichen Zeit fließt die Fluid- (Plasma) Komponente der Blutprobe durch die kompaktierenden Schichten. Damit Zellkompaktierung stattfinden kann, muss die Fluidkomponente verdrängt werden, aber während die Zellschichten weiter kompaktieren, werden die Durchflusspfade für das Fluid zunehmend gewundener. Die Zellschichtkompaktierung findet anfänglich rasch statt, wird jedoch zunehmend langsamer, wenn die Kompaktierung zunimmt und der Durchfluss schwieriger wird. Daher ist die Kompaktierungsrate nicht-linear. Da die Kompaktierungsrate beträchtlich zwischen verschiedenen Blutproben aufgrund von Fluidviskosität und/oder anderen Faktoren variiert, kann eine Einzelmessung einer Zellschicht, welche vor vollständiger Kompaktierung der Zellschicht genommen wird, nicht extrapoliert werden, um das Ausmaß der endgültigen Zellschichtkompaktierung vorherzusagen. Daher kann die Dicke (oder Länge) der vollständig kompaktierten Zellschicht nicht aus einer Einzelmessung der Dicke (oder Länge) einer Zellschicht bestimmt werden, welche während des Zentrifugationsschritts genommen wird. Diese Tatsache hat die Basis des traditionellen Verfahrens zur Bestimmung der optimalen Zentrifugengeschwindigkeit und Dauer gebildet, so dass Messungen der Zellschichtdicke nur gemacht werden, nachdem erwartet wird, dass die Zellschichten keine weitere Kompaktierungen aufweisen. Diese Zentrifugationsdauer zur "vollständigen Kompaktierung" wird als die Minimalzeit angesehen, welche vor dem Messen jeglicher zentrifugierter antikoagulierter Gesamtblut-Bestandteilsschichten notwendig ist.
  • Ich habe entdeckt, dass die inhärente Unvorhersagbarkeit des Ausmaßes der endgültigen Blutzellschicht-Kompaktierung überwunden werden kann durch Durchführen von mehreren separaten vorläufigen Messungen der Dicke der Zellschichten während des andauernden Zentrifugationsschritts, und dann Anpassen der abgeleiteten Daten an einen nicht-linearen mathematischen Algorithmus, welcher die vollständig kompaktierte Zellschichtdicke vorhersagt. Dieses Verfahren erfordert keine endgültige Schichtkompaktierung, und tatsächlich kann die Dicke der vollständig kompaktierten Zellschicht mathematisch nach nur 4 oder 5 vorläufigen Zellschichtdickemessungen vorhergesagt werden. Außerdem ermöglicht das Verfahren dieser Erfindung eine akkurate Berechnung des vollständigen Ausmaßes der Blutzellschicht-Kompaktierung und damit der Dicke einer vollständig kompaktierten Zellschicht über einen weiten Bereich von Zentrifugengeschwindigkeiten. Somit können eine Mehrzahl von Zellschichtdickenmessungen, welche während der Zentrifugation einer antikoagulierten Gesamtblutprobe mit geringer Geschwindigkeit genommen werden, akkurat das endgültige Ausmaß der Zellschichtkompaktierung vorhersagen, welches aus einem verlängerten Zentrifugationsschritt resultiert, der bei einer viel höheren Zentrifugengeschwindigkeit durchgeführt wird, wie es im Stand der Technik notwendig war.
  • Das Verfahren und die Vorrichtung können eines oder mehrere der folgenden bevorzugten Merkmale aufweisen:
    Das Verfahren der Erfindung umfasst die Verwendung von: einer Zentrifuge; einer fluoreszenten farbigen Excitationslichtquelle; einem Fotodetektor; und einer Mikroprozessorsteuerung zur Steuerung des Betriebs der Anordnung und zum Sammeln von Daten von der durch die Vorrichtung durchgeführten Messungen. Die Lichtquelle ist vorzugsweise eine pulsierende Lichtquelle, welche die Blutprobe in der Probenröhre periodisch beleuchtet, während diese zentrifugiert wird. Beleuchten der Blutprobe in der Röhre verursacht Fluoreszenz von bestimmten Blutzellbestandteilen, wie auch Beleuchtung der Schicht der roten Blutkörperchen, so dass ein Fotodetektor zwischen den verschiedenen Zellschichten in der Röhre unterscheiden kann, welche während des Zentrifugationsschritts gravimetrisch kompaktiert werden. Durch Wählen von geeigneten Filtern an sowohl der Lichtquelle als auch dem Detektor kann das von den Materialschichten reflektierte Licht wie auch Fluoreszenz gemessen werden. Wenn eine Lichtquelle gegenüber dem Detektor positioniert ist oder wenn eine reflektive Fläche hinter der Kapillarröhre vorgesehen ist, kann auch das durch die Kapillarröhre durchgestrahlte Licht gemessen werden. Das Pulsieren der Lichtquelle ist synchronisiert mit der Position der Röhre während Zentrifugation, so dass die Röhre beleuchtet wird, während sie an dem Fotodetektor vorbei kommt. Die bei Durchführung des Verfahrens dieser Erfindung verwendeten Optik und Filter sind allgemein ähnlich den im US-Patent Nr. 4 558 947 beschriebenen, welches S.C. Wardlaw am 17. Dezember 1985 erteilt wurde, dessen Offenbarung hiermit vollständig inkorporiert wird.
  • Die Anordnung dieser Erfindung umfasst: eine Zentrifuge; eine fluoreszente farbige Exitationslichtquelle; einen Fotodetektor und eine Mikroprozessorsteuerung für Steuerung des Betriebs der Anordnung und für Sammeln von Daten von durch die Vorrichtung aufgenommenen Messungen. Die Lichtquelle ist vorzugsweise eine pulsierende Lichtquelle, welche periodisch die Blutprobe in der Probenröhre beleuchtet, während diese zentrifugiert wird. Beleuchtung der Blutprobe in der Röhre kann Fluoreszenz von bestimmten Blutzellenbestandteilen bewirken, wie auch Beleuchtung der Schicht der roten Blutkörperchen, so dass der Fotodetektor zwischen verschiedenen Zellschichten in der Röhre unterscheiden kann, welche während des Zentrifugationsschritts gravimetrisch kompaktiert werden. Durch Auswahl geeigneter Filter an sowohl der Lichtquelle und dem Detektor kann das von den Materialschichten reflektierte Licht wie auch Fluoreszenz gemessen werden. Falls eine Lichtquelle gegenüber dem Detektor positioniert ist oder falls eine reflektive Fläche hinter der Kapillarröhre vorgesehen ist, kann das durch die Kapillarröhre hindurch gehende Licht auch gemessen werden. Das Pulsieren der Lichtquelle ist synchronisiert mit der Position der Röhre während der Zentrifugation, so dass die Röhre beleuchtet wird, wenn sie an dem Fotodetektor vorbei kommt. Die in der Vorrichtung dieser Erfindung verwendete Optik und Filter ist allgemein ähnlich zu den im US-Patent 4 558 947 beschriebenen, welches S.C. Wardlaw am 17. Dezember 1985 erteilt wurde, dessen Offenbarung hiermit vollständig inkorporiert wird.
  • Falls die Probe durch das genannte kinetische Verfahren analysiert wird, wird das Ausmaß der Kompaktierung von mehreren Blutproben-Bestandteilsschichten periodisch während der Zentrifugation abgebildet, und die aufeinander folgenden Bilder der Bestandteilsschichten werden in der Mikroprozessorsteuerung in der Vorrichtung gespeichert. Nachdem eine ausreichende Anzahl von Bildern erhalten und gespeichert wurde, z.B. 4 oder 5, ist die Mikroprozessorsteuerung in der Lage, das Ausmaß an endgültiger Kompaktierung der Bestandteilsschicht oder -schichten, welche gemessen werden, zu berechnen und 7 zeigt den berechneten Wert an. Zu diesem Zeitpunkt wird die Zentrifugation der Probe beendet. Die Mikroprozessorsteuerung steuert den Betrieb der Anordnung insofern, dass sie bei Befehl: die Zentrifugation beginnt; die Um drehungszahl der Zentrifuge überwacht; die Lichtpulse mit der vorhandenen Zentrifugenumdrehungszahl synchronisiert; den Betrieb des Fotodetektors steuert; Bestandteilschicht-Messungen aufnimmt und speichert; das endgültige Ausmaß der Bestandteilschicht-Kompaktierung berechnet sowie die resultierenden Bestandteil-Zellzahlen oder -Werte berechnet; und die Zentrifuge abschaltet. Das Bedienpersonal muss daher nur die Blutprobenröhre in die Zentrifuge einbringen und den Betrieb der Vorrichtung beginnen. Für die Bequemlichkeit und Sicherheit des Bedienpersonals kann die Blutprobenröhre in einer speziellen Kassette des allgemeinen Typs enthalten sein, der in der ebenfalls anhängigen Anmeldung USSN 08/755 363 beschrieben ist, welche am 25. November 1996 eingereicht wurde.
  • Falls andererseits das Ziel darin besteht, das endgültige Ausmaß der Zellkompaktierung nach einer festgelegten Zeitdauer der Zentrifugation zu messen, können die Schichtlängen analysiert werden durch Aufnehmen eines oder mehrerer Bilder nach der Zentrifugation für eine festgelegte Zeitdauer, während die Zentrifuge sich weiter dreht. Somit wird der Vorteil realisiert, das Ausmaß der Zellschichtkompaktierung messen zu können, ohne die Blutprobe von der Zentrifuge zu einem separates Lesegerät übertragen zu müssen.
  • Es ist daher ein Ziel dieser Erfindung, ein Verfahren und eine Anordnung zum Ableiten einer endgültigen Materialschichtdickenmessung in einer zentrifugierten Materialmessung zu erhalten, bevor die tatsächliche endgültige Schichtdicke erreicht wird.
  • Ein weiteres Verfahren und eine weitere Vorrichtung ermöglichen das Ablesen der Materialschichtdicke nach einer festgelegten Zentrifugationsdauer, während die Probe immer noch in der Zentrifuge ist.
  • In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Materialmischung eine antikoagulierte Probe von Gesamtblut.
  • Es ist ein weiteres Ziel dieser Erfindung, ein Verfahren und eine Vorrichtung der beschriebenen Art zu schaffen, wobei eine Mehrzahl von vorläufigen aufeinan der folgenden Stellen von Schichtgrenzflächen während der Zentrifugation der Mischung gemessen und gespeichert werden, wobei die erhaltenen Daten der Grenzflächen verwendet werden, um die endgültige Schichtdicke zu berechnen. Es ist ein weiteres Ziel dieser Erfindung, ein Verfahren und eine Anordnung der beschriebenen Art zu schaffen, wobei die endgültige Dicke einer Mehrzahl von Materialschichten in einer Probe, die zentrifugiert wird, abgeleitet werden kann von vorläufigen Schichtdickemessungen.
  • Diese und andere Ziele und Vorteile der Erfindung werden besser ersichtlich anhand der folgenden detaillierten Beschreibung der Erfindung im Zusammenhang mit den angehängten Zeichnungen:
  • Kurze Beschreibung der Zeichnungen
  • 1 ist eine schematische Ansicht einer Röhre, welche eine Probe einer Materialmischung enthält, während letztere in der Röhre zentrifugiert wird.
  • 2 ist ein Graph der Dynamik der Schichtkompaktierung während Zentrifugation der Materialmischung, wobei die Schichtdicke aufgetragen ist gegen die abgelaufene Zentrifugationsdauer;
  • 3 ist ein Graph, welcher zeigt, wie eine endgültige Plättchenschichthöhe in einem spezifischen Fall berechnet wurde, wobei eine Blutprobe bei zwei verschiedenen Geschwindigkeiten zentrifugiert wurde, wobei die Plättchenschicht aufgetragen wurde gegen den Reziprokwert der abgelaufenen Zentrifugationsdauer;
  • 4 ist eine schematische Perspektivansicht einer Blutprobenmessvorrichtung, welche beim Ausführen des Verfahrens dieser Erfindung verwendet wird;
  • 5 ist eine Perspektivansicht einer bevorzugten Ausführungsform einer Zentrifugenplatte und eines Antriebsmechanismus, welche zur Verwendung in Verbindung mit dieser Erfindung konstruiert sind;
  • 6 ist eine fragmentartige Perspektivansicht eines Röhrenhalters und Röhrenrotationsmechanismus, welche bei der Durchführung des Verfahrens dieser Erfindung verwendet werden; und
  • 7 ist eine Schnittansicht des Röhrenrotationsmechanismus, welcher bei der Durchführung des Verfahrens dieser Erfindung verwendet wird.
  • Detailliertes Beispiel der Ausführung dieser Erfindung
  • Es wird auf 1 Bezug genommen, worin eine schematische Ansicht einer Röhre 2 mit einer transparenten Seitenwand 4 gezeigt ist, die am Boden verschlossen ist. Die Röhre 2 ist gefüllt mit einer Mischung einer Partikelmaterial-Komponente, welche in einer Flüssigkeitskomponente 6 suspendiert ist. 1 stellt die Dynamik der Partikelkompaktierung und des Flüssigkeitsdurchflusses dar, wie durch die Pfeile A bzw. B dargestellt, welches beides während Zentrifugation der Mischung aus Partikelkomponente/Flüssigkeitskomponente stattfindet. Während die Zentrifugation fortschreitet, trennt sich die Partikelkomponente gravimetrisch von der Flüssigkeitskomponente 6 und wird zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Grenzfläche 8 bilden. Die Grenzfläche 8 entfernt sich durch Gravitation kontinuierlich von der oberen Oberfläche 7 der Flüssigkeitskomponente 6, während die Zentrifugation fortschreitet. Man wird verstehen, dass sich mehr als eine Grenzfläche 8 in der zentrifugierten Probe bilden wird, abhängig von der Art der Probe.
  • Ich habe entdeckt, dass bei Überwachung der Position der Grenzflächen 8 von Partikelkomponente/Flüssigkeit oder Komponente/Komponente die sequenziellen Positionen der Grenzflächen eine Funktionskurve 10 des in 2 dargestellten allgemeinen Typs definieren, wobei die anfängliche Veränderung der Grenzflächenposition relativ rasch ist, jedoch merklich langsamer wird, während die Kompaktierung der Partikelkomponente fortschreitet. Zu einem bestimmten Zeitpunkt endet die Kompaktierung der Partikelkomponente und die Auftrennung von Partikelkomponente/Flüssigkeit ist vollständig. Im Kontext dieser Er findung bezeichne ich diese Beendigung der Kompaktierung der Partikelkomponente als die endgültige Kompaktierung, welche in 2 durch die gepunktete Linie 11 dargestellt ist.
  • Es wird angemerkt, dass das gleiche Phänomen stattfindet, wenn eine komplexe Mischung aus in einer Flüssigkeit suspendierten Partikelkomponenten zentrifugiert wird, wie z.B. antikoaguliertes Gesamtblut. In diesem Fall bildet sich gravimetrisch eine Mehrzahl von Partikelkomponentenschichten, wobei die Flüssigkeitskomponente 6 zum oberen Ende der Zentrifugenröhre 2 durchströmt. Blut ist ein Beispiel einer solchen komplexen Mischung aus Partikelkomponenten, da in der Reihenfolge abnehmender Dichte die roten Blutkörperchen schwerer als die Granulozyten, Lymphozyten, Monozyten und Plättchen sind, und da alle Zellen in einer Blutprobe schwerer als die Plasmakomponente der Blutprobe sind. Wenn eine antikoagulierte Probe Gesamtblut zentrifugiert wird, gelangen die verschiedenen Zell/Zell- und Zell/Plasma-Grenzflächen auf die gleiche Weise wie in 2 dargestellt durch die Blutprobe. Es wird angemerkt, dass in einer komplexen Materialmischung, z.G. Gesamtblut, unter bestimmten Umständen mittlere Schichten tatsächlich an Größe zunehmen können, anstatt zu kompaktieren. Diese kann passieren, wenn die Auftrennung einer Zielkomponente von der Mischung die Kompaktierungsrate dieser Schicht übersteigt. In allen Fällen wird die mathematische Analyse und Extrpolierung jedoch identisch wie bei Schichten durchgeführt, deren Dicke abnimmt, und hat den gleichen Effekt.
  • Die Kurve, welche durch die Änderungsrate der Stelle jeglicher Partikelbestandteilgrenzfläche und somit die Bestandteilschichtdicke in einer zentrifugierten Probe beschreibt, ist im Wesentlichen eine Hyperbel. Diese Tatsache kann genutzt werden, um mathematisch das endgültige Ausmaß der Partikelbestandteilschicht-Kompaktierung vorherzusagen und somit die endgültigen Schichtdicken und Schichtvolumina von der Partikelbestandteilschicht oder -schichten in der zentrifugierten Probe vorherzusagen.
  • Es wird angemerkt, dass die Kompaktierung der Zellschichten bei der Startzeit null nicht sofort einer Hyperbelfunktion folgen muss. Um festzustellen, wann die Bewegung der Grenzfläche den Punkt erreicht hat, wo sie einer Hyperbelfunktion folgt und die endgültige Kompaktierung somit berechnet werden kann, ist es lediglich notwendig, periodisch die Grenzflächenposition oder Schichtdicke zu überwachen und aufeinander folgende Messungen der Kurvensteigung als S = dP/(1/t) zu berechnen, wobei: S die Steigung der Veränderung ist; dP die Änderung der Grenzflächenposition (oder Schichtdicke) ist und t die vergangene Zeit seit Beginn der Zentrifugation ist. Wenn sich aufeinander folgende Werte von S nicht mehr ändern, können die folgenden vorläufigen Datenwerte dann erfasst werden, und die endgültige Schichtkompaktierung kann bestimmt werden.
  • 3 zeigt ein spezifisches Beispiel der gleichen antikoagulierten Gesamtblut-Probe, welche bei zwei verschiedenen Geschwindigkeiten zentrifugiert wurde, wobei die Steigungen der Hyperbelkurven, wie in 2 gezeigt, linearisiert werden durch Auftragen des Reziprokwerts von aufeinander folgenden Zentrifugationsdauern gegen aufeinander folgende gemessene Dicken der kompaktierten Plättchenschichtgrenzflächen 8 bei zwei verschiedenen Zentrifugengeschwindigkeiten, d.h. bei 8.000 U/min und 12.000 U/min. Die Linie 14 bezeichnet im Allgemeinen die Änderungsrate der Plättchenschichtdicke während Zentrifugation der Testproben bei einer hohen Geschwindigkeit von einer Zentrifuge mit 12.000 U/min; und die Linie 12 bezeichnet allgemein die Änderungsrate der Plättchenschichtdicke während Zentrifugation der Testproben bei einer geringeren Geschwindigkeit in einer Zentrifuge mit 8.000 U/min, wobei die letztere nur 40% der Zentrifugalkraft der ersteren aufbringt.
  • Um die Steigung der Änderungsrate zu bestimmen, wird eine Reihe von vorläufigen aufeinander folgenden Plättchenschichtendicken 16 gemessen, und die Kurvenanpassung durch kleinste Fehlerquadrate wird berechnet, was die beste Gerade 18 unter den Datenpunkten der vorläufigen Schichtdicke 16 ergibt. Um die endgültig kompaktierte Schichtdicke zu berechnen, wird die Regressionsfunktion bis zu einer endgültigen Zentrifugationsdauer, in diesem Fall unendlich, extrapoliert, wobei der Reziprokwert der verstrichenen Zentrifugationsdauer null ist. Die Schnittstelle der Kurve der Änderungsrate der Schichtdicke an diesem Punkt an der Y-Achse identifiziert die endgültige kompaktierte Schichtdicke. Es wird angemerkt, dass, obwohl die Zentrifugationsgeschwindigkeiten sich beträchtlich unterscheiden, das Endergebnis das gleiche ist; und dass Messungen nur für eine relativ kurze Zeitdauer genommen werden müssen, z.B. 2 bis 3 min, verglichen mit 5 bis 10 min, wie im Stand der Technik notwendig. Die vorläufigen Messungen können genommen werden, während die Zentrifuge weiter dreht.
  • Es wird auf 4 Bezug genommen, worin eine schematische Ansicht einer kombinierten Zentrifugen- und Lesegerätvorrichtung gezeigt ist, welche allgemein durch das Bezugszeichen 1 gekennzeichnet ist. Die Vorrichtung 1 umfasst eine Zentrifugenplatte 3, welche eine Ausnehmung 5 zum Halten einer transparenten Kapillarröhre 9 aufweist. Die Röhre 9 kann direkt in die Ausnehmung 5 platziert werden, oder die Kapillarröhre 9 kann in einer Kassette gehalten werden (nicht gezeigt) des Typs, welcher in der gemeinsam anhängigen Patentanmeldung USSN 08/755 363 offenbart ist, welche am 25. November 1996 eingereicht wurde. In jedem Fall muss mindestens eine Fläche der Röhre 9 optisch visualisiert werden, um die erwünschte optische Information von dem Röhreninhalt aufzunehmen. Die Zentrifugenplatte 3 wird rotationsmäßig durch einen Motor 13 angetrieben, welcher durch die Ausgangsleitung 21 von einer Vorrichtungs-Mikroprozessorsteuerung 17 gesteuert wird. Die Rotationsgeschwindigkeit des Motors 13 wird durch die Steuerung 17 über die Leitung 19 überwacht, was es der Steuerung 17 ermöglicht, die Geschwindigkeit des Motors 13 und somit der Zentrifugenplatte 3 zu steuern. Wenn die Zentrifugenplatte 3 ihre vorher bestimmte Betriebsgeschwindigkeit erreicht, welche zwischen ca. 8.000 und 12.000 U/min sein kann, hängen die Aktivitäten der Steuerung 17 von dem gewünschten Analyse-Typ ab. Falls es erwünscht ist, die Materialschichtkompaktierung nach einer festgelegten Zentrifugationsdauer abzulesen, wird die Steuerung 17 den Motor 13 für eine gewünschte festgelegte Zeitdauer mit Energie versorgen, und die Schichtkompaktierungsmessung wird danach genommen, während die Zentrifuge weiter dreht.
  • Falls es andererseits erwünscht ist die Materialschichtkompaktierung kinetisch zu messen, werden mehrfache sequenzielle bzw. aufeinander folgende Messungen der gravitationsmäßig kompaktierenden Blutzellschichthöhen in der Röhre 9 gemessen. Während die Platte 3 rotiert, zieht eine Indexierungsvorrichtung 15 auf der Seite der Platte 3 vorüber und interagiert mit einem Sensor 23, welcher ein Signal durch die Leitung 20 zu einer programmierbaren Verzögerung 22 schickt. Die Indexierungsvorrichtung 15 kann ein Permanentmagnet sein, und der Sensor 23 kann ein Hall-Effektsensor sein. Alternativ kann die Indexierungsvorrichtung 15 ein Reflexionselement am Rand der Platte 3 sein, und der Sensor 23 könnte ein Infrarotsender/empfänger-Paar sein. Eine weitere alternative Sensorvorrichtung umfasst einen Sensor im Antriebsmotor 13, vorausgesetzt, dass die Platte 3 fest mit der Welle des Antriebsmotors 13 verbunden ist.
  • Nachdem eine vorher bestimmte Zeitdauer von dem Empfang durch die Steuerung 17 eines Signals des Umgebungssensors 23 vergangen ist, löst ein Blitztreiber eine Blitzröhre 26 aus, welche einen kurzen Lichtpuls liefert, vorzugsweise weniger als ca. 50 μs lang. Eine Filter- und Linsenanordnung 28 fokussiert das Licht der gewünschten Wellenlänge von der Blitzröhre 26 auf die Röhre 9. Wenn die Blitzröhre 26 unter der Platte 3 positioniert ist, umfasst diese eine Öffnung 3' zwischen der Probenröhre 9 und der Blitzröhre 26 und der Filter- und Linsenanordnung 26. Aufgrund der Tatsache, dass die exakte Rotationsgeschwindigkeit der Platte 3 durch die Steuerung 17 über die Leitung 19 überwacht wird und da der Umfangsabstand zwischen der Position des Indexes 15 und der Position der Röhre 9 festgelegt ist, kann die erforderliche Zeitverzögerung zum rechtzeitigen Versorgen der Blitzröhre 26 mit Energie durch die Steuerung 17 bestimmt werden und durch den Datenbus 30 ausgegeben werden, um den Betrieb des Blitztreibers 24 zu steuern.
  • Wenn die Röhre 9 durch die Blitzröhre 26 beleuchtet wird, wird von den Zellschichten reflektiertes Licht oder fluoreszentes Licht von den Zellschichten durch eine Linsenanordnung 32 durch einen Lichtfiltersatz 34 auf einen Linearbildsensor 36 fokussiert, welcher vorzugsweise eine CCD-Vorrichtung mit mindestens 256 Elementen und vorzugsweise 5.000 Elementen ist, um eine optimale optische Auflösung zu erreichen. Licht einer geeigneten Wellenlänge kann durch einen Aktuator 38, z.B. ein Solenoid oder einen Schrittmotor gewählt werden und wird durch die Steuerung 17 über die Leitung 40 gesteuert, wodurch der Aktuator 38 den geeigneten Filter von dem Filtersatz 34 zur Verfügung stellen kann, abhängig von der Lichtwellenlänge, welche durch die Steuerung 17 gewählt wurde. Alternativ können elektrisch variable Filter verwendet werden, um die entsprechenden Lichtwellenlängen zur Verfügung zu stellen, oder CCDs mit multiplen Sensoren können verwendet werden, wobei jedes sein eigenes spezielles Filter hat. Geeignete elektrisch variable Filter können erhalten werden von Cambridge Research and Instrumentation, Inc. aus Cambridge, MA. Geeignete CCDs sind erhältlich von Sony, Hitachi und anderen und sind übliche Instrumentenkomponenten.
  • Direkt vor Empfang des Lichtblitzes von der Blitzröhre 26 wird der elektronische Verschluss in der CCD 36 durch die Steuerung 17 über die Leitung 42 geöffnet. Direkt nach dem Blitz werden die Daten von dem CCD 36 in einen Digitalwandler 44 eingelesen, welcher die analogen Signale von jeder der CCD-Zellen zu einem digitalen Signal wandelt. Die digitalen Daten werden dann durch die Steuerung 17 durch einen Datenbus 46 übertragen, so dass die Daten sofort analysiert oder für zukünftige Untersuchungen in der Steuerung 17 gespeichert werden können. Somit kann zu jedem gewünschten Zeitpunkt während des Zentrifugationsverfahrens optische Information von der Probenröhre 9 gesammelt und analysiert werden durch die Verwendung der hier beschriebenen Vorrichtung. Die oben beschriebenen mathematischen Berechnungen, welche zur Ableitung der "endgültigen Kompaktierung" verwendet werden, können durch die Steuerung 17 durchgeführt werden.
  • Es wird nun auf 5 Bezug genommen, worin eine bevorzugte Ausführungsform einer Zentrifugenplattenanordnung 3 gezeigt ist, welche konstruiert ist zur Verwendung, wenn die Blitzlichtquelle 26 und der Digitalisierer 44, welche in 4 gezeigt sind, über oder unterhalb der Platte 3 angeordnet sind. Die Platte 3 ist allgemein tellerförmig und umfasst einen äußeren Rand 50 und einen Boden 52, und die Nabe 54 ist durch einen Deckel 56 bedeckt. Die Nabe 54 hat ein Paar diametral entgegengesetzer Fenster 58, die darin gebildet sind. Die Probenröhre wird auf der Platte 3 angeordnet. Ein Ende der Röhre 9 wird in eine Öffnung in der Nabe 54 eingebracht, und das andere Ende der Röhre 9 wird in einen Schlitz 60 abgesenkt, welcher in einem Block 62 gebildet ist, der auf dem Plattenrand 50 angeordnet ist. Der Plattenboden 52 ist mit einer Öffnung (nicht gezeigt) ausgestattet, welche durch eine transparente Platte 64 bedeckt ist. Ein Gegengewicht 66 ist diametral entgegengesetzt zu der Platte 64 angeordnet, um die Platte 3 dynamisch zu balancieren. Die Platte 64 ermöglicht, dass die Platte 3 mit Lichtquellen und Detektoren verwendet wird, welche entweder über oder unter dem Plattenboden 52 angeordnet sind. Sie ermöglichen auch, dass die Anordnung entweder reflektiertes Licht, Fluoreszenz-Emissionslicht oder Durchgangslicht in Verbindung mit der Probe verwendet, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Das in 5 und 6 gezeigte spezifische Beispiel verwendet eine einzelne Röhre; multiple Röhren können jedoch auch durch die Anordnung 1 analysiert werden durch Anordnen einer Probenröhre, in diametral entgegengesetzter Position auf der Platte 3 und durch Ändern der Zeitabstimmung von der Indexierung bis zum Blitz, um Messungen für jede separate Röhre vorzusehen. Die Antriebswelle des früher beschriebenen Zentrifugenmotors 13 ist durch das Bezugszeichen 13' gekennzeichnet.
  • 6 und 7 zeigen Details bezüglich der Verbindung von der Motorwelle 13' mit der Platte 3 und auch Details bezüglich der Anbringung der Röhre 9 an der Plattennabe 54. Die Motorantriebswelle 13' ist an einer Antriebsscheibe 68 befestigt, welche in der Nabe 54 vorgesehen ist. Die Scheibe 68 hat ein Paar Antriebsstäbe 70, welche daran befestigt sind, welche durch die Nabenfenster 58 reichen. Die Antriebsstäbe 70 bieten den einzigen antreibenden Kontakt zwischen der Motorantriebswelle 13' und der Platte 3. Rotation der Scheibe 68 durch die Motorantriebswelle 13' bewirkt, dass die Stäbe 70 im Eingriff mit den Seiten der Nabenfenster 58 sind, was bewirkt, dass die Nabe 54 und die Platte 3 mit der Scheibe 68 rotiert. Eine Stange 72 ist rotierbar in der Nabe 54 angebracht. Die Stange 72 umfasst eine Hülse 74 an einem ihrer Enden, welche ein Ende der Probenröhre 9 aufnimmt. Die Hülse 74 enthält einen elastischen O-Ring (nicht gezeigt), welcher das Ende der Röhre 9 greift. Eine gezahnte Sperrvorrichtung 76 ist auf der Stange 72 angeordnet und kann betrieben werden, um schrittweise selektive Rotation der Hülse 74 und Probenröhre 9 auf die folgende Weise zu bewirken. Eine in die Sperrvorrichtung eingreifende Sperre 78 mit Federspannung ist auf der Scheibe 68 angeordnet, und eine mit der Sperrvorrichtung im Eingriff wirkende Blattfeder 80 ist an dem Nabendeckel befestigt.
  • Wenn die Zentrifugenmotorantriebswelle 13' durch den Motor 13 angetrieben wird, bewegt die Rotationsscheibe 68 die Sperre 78 zum Einwirken mit einem der Zähne der Sperrvorrichtung 76, und die Blattfeder 80 bewegt sich nach unten im Eingriff mit einem diametral entgegengesetzten Zahn auf der Sperrvorrichtung 76, wie in 7 gezeigt. Um die Sperrvorrichtung 76 und die Probenröhre 9 selektiv zu rotieren, wird die Leistung an dem Zentrifugenmotor 13 periodisch abgeschaltet, um kurzfristig die Rotation der Antriebswelle 13' zu verlangsamen. Der Drehmpuls der Platte 3 bewirkt, dass sie und ihre Nabe 54 kurzfristig bei einer schnelleren Geschwindigkeit als die Scheibe 68 rotieren, um die Sperre 78 von der Sperrvorrichtung 76 auszukuppeln und die Antriebsstäbe 70 von der Plattennabe 54 zu entkoppeln. Während dieser kurzfristigen Entkopplung wird die Sperre 78 von dem Sperrvorrichtungszahn gelöst und bewegt sich in eine Position, wo sie den nächsten benachbarten Zahn greift. Der Motor 13 wird dann wieder mit voller Geschwindigkeit angetrieben, was bewirkt, dass die Antriebsstäbe 70 wieder die Nabe 54 greifen und bewirkt, dass die Sperre 78 einen Rotationsschritt der Sperrvorrichtung 76 und der Probenröhre 9 im Uhrzeigersinn überträgt. Wenn die Sperre 78 dann den nächsten benachbarten Sperrvorrichtungszahn greift, bewirkt Rotation der Sperrvorrichtung 76, dass die Blattfeder 80 diametral entgegengesetzt den benachbarten Zahn auf der Sperrvorrichtung 76 greift und so die Sperrvorrichtung 76 und die Probenröhre 9 in der neuen Rotationsbewegung stabilisiert. Schrittweise Rotation der Probenröhre 9 ermöglicht somit, dass der Bildverteiler bzw. Bildsensor 36 den gesamten Umfang der Probe in der Röhre 9 "sieht", während letztere zentrifugiert wird. Somit werden Veränderungen im Umfang der Position der absteigenden Probenkomponentengrenzflächen 8 durch das System berücksichtigt. Der genannte Röhrenrotationsmechanismus mit Sperrvorrichtung und Sperre ist die Erfindung von Michal R. Walters der Becton Dickinson and Company und wird in dieser Anmeldung beschrieben, um die "Best Mode"-Anforderungen der Patentbestimmungen zu erfüllen.
  • Das Ausmaß der Kompaktierung von Materialschichten in der Probenröhre kann bestimmt werden, wenn mehrfache Kompaktierungsmessungen genommen werden, während die Zentrifuge sich dreht und die Probenröhre rotiert wird; oder kann durch eine Folge von Messungen bestimmt werden, welche abgelesen werden, während die Zentrifuge sich weiterhin dreht, während die Röhre nach einer vorherbestimmten Rotationsdauer rotiert wird, welche ausreichend ist, um die zu messenden Materialschichten vollständig zu kompaktieren. In jedem Fall muss die Probe nicht von der Zentrifuge zu einem separaten Lesegerät übertragen werden, was Zeit erspart und den direkten Kontakt des Bedienpersonals mit der Probe begrenzt. Eine alternative Ausführungsform einer Vorrichtung, welche die gleichen Messungen durchführt, umfasst die Verwendung einer intensiven kontinuierlichen Lichtquelle, z.B. einer Halogenlampe, welche angeschaltet wird, wenn die Messung durchgeführt wird. Um eine Lesegeschwindigkeit zu erreichen, welche rasch genug ist, um das Bild der rotierenden Röhre einzufrieren, wird der elektronische Verschluss an dem CCD nur für eine sehr kurze Zeitdauer geöffnet, beispielsweise ein oder zwei Tausendstel Sekunden, wenn die Röhre mit der Optik gemeinsam ausgerichtet ist. Die beschriebenen Indexierungsvorrichtungen können auch verwendet werden, um das Öffnen des CCD-Verschlusses anstatt das Blitzen der Lichtquelle zu synchronisieren. Ein Vorteil eines solchen Systems ist, dass keine Blitzröhre und damit verbundene Schaltungen notwendig sind. Damit diese zweite Ausführungsform jedoch richtig funktioniert, muss die Zentrifuge auf ca. 1.000 U/min verlangsamt werden, um ein klares Bild der Röhre zu erzeugen.
  • Da viele Änderungen und Variationen der beschriebenen Ausführungsform der Erfindung gemacht werden können, soll die Erfindung nicht weiter eingeschränkt werden als durch die angefügten Patentansprüche erforderlich.

Claims (12)

  1. Verfahren zum Bestimmen einer endgültigen Dicke einer gravimetrisch kompaktierten Schicht einer Zielkomponente in einer biologischen Fluidprobe, welche in einer transparenten Röhre enthalten ist, aufweisend die folgenden Schritte: a) Platzieren der Röhre auf einer Zentrifugenplatte; b) Drehen der Platte, um die gravimetrische Kompaktierung der Zielkomponente zu einer erkennbaren Schicht in der Röhre zu beginnen; c) Durchführen einer Mehrzahl von aufeinander folgenden vorläufigen Messungen der Schichtdicke der Zielkomponente, während die Röhre auf der Platte zentrifugiert wird und während die Zielkomponente fortfährt, eine eigene Schicht in der Röhre zu bilden; und d) Aufzeichnen der vorläufigen Schichtdickemessungen, gekennzeichnet durch e) Berechnen der endgültigen Dicke der Zielkomponentenschicht aus den aufgezeichneten vorläufigen Schichtdickemessungen.
  2. Verfahren nach Anspruch 1 zum Bestimmen der Menge der Zielkomponente in einer antikoagulierten Gesamtblutprobe, welche in einer transparenten Röhre zusammen mit Blutprobenkomponenten-markierenden Reagenzien enthalten ist, aufweisend den zusätzlichen Schritt: f) Konvertieren der aufgezeichneten vorläufigen Schichtdickemessungen zu einer Quantifizierung der Menge der Zielkomponente in der Blutprobe.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 zum Bestimmen der Menge der Zielkomponente in einer antikoagulierten Gesamtblutprobe, aufweisend den zusätzlichen Schritt: f) Konvertieren der berechneten endgültigen Schichtdicke zu einer Quantifizierung der Menge der Zielkomponente in der Blutprobe.
  4. System zum Bestimmen des endgültigen Ausmaßes der Kompaktierung einer Zielbestandteilskomponentenschicht in einer zentrifugierten mehrbestandteiligen Probe aus fließfähigem Material, welches in einer transparenten Röhre (9) enthalten ist, aufweisend: a) eine Zentrifugenanordnung (1), aufweisend eine Platte (3) und einen Motor (13) zum Rotieren der Platte (3), wobei die Platte (3) eine Einrichtung zum Halten der Röhre (9) während der Zentrifugation der Materialprobe aufweist; b) eine Lichtquelle (26) zum Beleuchten der Röhre (9) während der Zentrifugation der Röhre (9) auf der Platte (3); c) einen Linearbildsensor (36), welcher betriebsmäßig mit der Zentrifugenplatte (3) assoziiert ist, um analoge Signale zu erzeugen, welche aus Lichtstrahlen resultieren, die die Probe in der Röhre (9) abbilden, wobei die analogen Signale repräsentativ für Signalwerte einer Mehrzahl von Punkten entlang der Röhre (9) sind, welche nach Digitalisierung einem Mikroprozessor (17) erlauben, den Abstand zwischen benachbarten Grenzflächen der Zielkomponentenschicht zu lokalisieren und zu messen; d) einen Digitalwandler (44), welcher mit dem Bildsensor (36) verbunden ist, um analoge Signale zu digitalen Signalen zu konvertieren; und e) einen Mikroprozessor (17), welcher mit dem Digitalwandler (44) verbunden ist, um die digitalen Signale von dem Digitalwandler (44) zu empfangen, wobei der Mikroprozessor (17) eine Einrichtung zum Konvertieren der digitalen Signale zu einer Quantifizierung des Ausmaßes an Kompaktierung der Zielbestandteilskomponentenschicht und somit des Volumens der Zielbestandteilskomponentenschicht aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Mikroprozessor (17) eine Einrichtung zum Berechnen des endgültigen Ausmaßes der Kompaktierung der Zielbestandteilskomponente aus einer Mehrzahl von Zielbestandteilskomponenten-Kompaktierungsmessungen aufweist, welche genommen werden, bevor die endgültige Kompaktierung erreicht wird.
  5. System nach Anspruch 4, aufweisend eine Einrichtung, welche ermöglicht, dass die Lichtquelle (26) die Röhre (9) während der Zentrifugation der Röhre (9) auf der Platte (3) periodisch beleuchtet.
  6. System nach einem der Ansprüche 4 oder 5, bei welchem der Mikroprozessor betriebsmäßig mit dem Zentrifugenmotor (13) verbunden ist, um den Betrieb des Zentrifugenmotors (13) zu steuern.
  7. System nach einem der Ansprüche 4 bis 6, bei welchem die Zentrifugenplatte (3) eine detektierbare Indexierungsvorrichtung (15) aufweist und ferner einen Sensor (23) zum Detektieren der Nähe der Indexierungsvorrichtung (15) aufweist, so dass eine Rotationsposition der Platte (3) bestimmt werden kann.
  8. System nach Anspruch 7, ferner aufweisend einen Zeitverzögerungsmechanismus (22), welcher betriebsmäßig mit dem Sensor (23) und der Lichtquelle (26) verbunden ist, um die Lichtquelle (26) nur dann zu triggern, wenn die Platte (3) in einer vorbestimmten Rotationsposition ist.
  9. System nach einem der Ansprüche 4 bis 8, ferner aufweisend eine Filteranordnung (34), umfassend eine Mehrzahl von Lichtfiltern, welche mit dem Digitalwandler (44) assoziiert sind, um Licht einer geeigneten Wellenlänge für den Digitalwandler (44) bereitzustellen.
  10. System nach Anspruch 9, ferner aufweisend eine mit der Filteranordnung assoziierte Filterselektionseinrichtung (38), wobei die Filterselektionseinrichtung (38) mit dem Mikroprozessor (17) verbunden ist, um zu ermöglichen, dass der Mikroprozessor (17) einen geeigneten Filter zur Verwendung in dem System auswählt.
  11. System nach einem der Ansprüche 4 bis 10, bei welchem die Lichtquelle (26) unterhalb der Platte (3) angeordnet ist und die Einrichtung (5) zum Halten der Röhre (9) auf einer oberen Fläche der Platte (3) angeordnet ist und wobei die Platte (3) einen lichtdurchlässigen Bereich aufweist, um das Durchdringen von Licht von der Lichquelle (26) durch die Platte (3) zu der Röhre (9) zur Beleuchtung des Inhalts der Röhre (9) zuzulassen.
  12. Verwendung des Systems wie in einem der Ansprüche 4 bis 11 definiert, um das endgültige Ausmaß der Kompaktierung einer Zielbestandteilskomponentenschicht in einer zentrifugierten, antikoagulierten Gesamtblutprobe zu bestimmen.
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