DE69901111T2 - Stabilisiertes natriumcarbonat-peroxohydrate - Google Patents

Stabilisiertes natriumcarbonat-peroxohydrate

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Description

  • Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf durch eine Beschichtung stabilisierte Natriumcarbonatperoxohydrat (SCPH)-Teilchen und auf ein Verfahren zur Herstellung solcher beschichteter SCPH-Teilchen. Das erfindungsgemäße Produkt eignet sich besonders für die Verwendung in Reinigungsmitteln, die auf Silicat-Buildern, wie zum Beispiel Zeolithen, basieren.
  • Natriumperborat wurde seit langem als Bleichmittel in Reinigungsmitteln verwendet. Das wichtigste Handelsprodukt war Natriumperborattetrahydrat (PB 4). Der größte Nachteil von PB 4 ist, dass es wenig wasserlöslich ist. Als es immer üblicher wurde, tiefere Temperaturen und einen Bleichaktivator, wie zum Beispiel TAED, zu verwenden, wechselte man zum besser löslichen Natriumperboratmonohydrat (PB 1). Später wurde Natriumperborat sowohl in Geschirrspülmaschinenmitteln anstelle von Chlor-Verbindungen als auch in Fleckensalzen verwendet.
  • Natriumperborat ist ein ziemlich brauchbares Produkt und in phosphatfreien Formulierungen ziemlich stabil, die insbesondere in Ländern üblicher wurden, wo es keine gut entwickelte und wirkungsvolle Abwasserbehandlung gibt. Der Hauptnachteil von Natriumperborat ist wahrscheinlich der Borgehalt. Es wurde behauptet, Bor verursache Gesundheitsrisiken. Deshalb schränkte man die erlaubte maximale Konzentration von Bor im Trinkwasser ein. Es gab zudem Forderungen, nach denen die Grenzwerte weiter herabgesetzt werden sollen. Folglich gibt es einen Bedarf an einem borfreien Bleichmittel.
  • Natriumcarbonatperoxohydrat (2Na&sub2;CO&sub3;·3H&sub2;O&sub2;) wäre ein wünschenswertes Produkt, da es keinerlei für die Umwelt schädliche Abbauprodukte hinterlässt. Außerdem ist es eine sehr gut wasserlösliche Verbindung.
  • Natriumcarbonatperoxohydrat (SCPH) wird jedoch im Allgemeinen fälschlich als "Natriumpercarbonat" bezeichnet, was den Eindruck erweckt, das Produkt wäre eine sogenannte Perverbindung oder ein Persalz. Wie die oben aufgeführte Formel zeigt, ist SCPH nur eine sogenannte Additionsverbindung, in der das Wasserstoffperoxid lediglich lose gebunden ist. Es enthält keine Gruppe, die der Struktur der echten Perverbindungen entspräche, wie zum Beispiel Natriumperborat, Mononatriumpersulfat, Alkalipersulfate etc. Es existiert ein echtes Natriumpercarbonat, welches jedoch eine gefährliche Verbindung darstellt und zum Beispiel nicht in Haushaltsprodukten verwendet werden kann. SCPH ist nicht sehr stabil, zum Teil wahrscheinlich deswegen, weil es eine Additionsverbindung ist. Aufgrund dieses Merkmals sind die technologischen Anforderungen an den Herstellungsprozess sehr hoch. Ziemlich stabile Natriumcarbonatperoxohaydrate können durch moderne Techniken produziert werden, sie sind ohne eine Beschichtung jedoch trotzdem nicht stabil, wenn man sie in Reinigungsmitteln mit anderen Bestandteilen mischt. Siehe zum Beispiel die Patentanmeldung PCT/FI93/00356 des Anmelders.
  • In Haushaltsprodukten, wie zum Beispiel in Mitteln für Geschirrspülmaschinen und Fleckensalzen, deren Eigenschaften denen von Waschmitteln nahe kommen und die oberflächenaktive Mittel, Enzyme, Aktivatoren für Wasserstoffperoxid usw. enthalten, ist es ebenso wünschenswert, SCPH vor Zersetzung zu schützen.
  • In chemotechnischen Haushaltsprodukten werden Bleichmittel größtenteils in Hochleistungswaschmitteln verwendet. Es ist üblicher geworden, als waschaktive Bestandteile verschiedene Zeolith-Arten, insbesondere Zeolith 4 A, anstelle von Natriumtripolyphosphat (STPP) zu verwenden. Es war nicht möglich, SCPH als solches in zeolithenthaltenden Reinigungsmitteln zu verwenden, da sich das Produkt in Kontakt mit Zeolith sehr rasch zersetzt. Der Grund für diesen Effekt ist nicht genau bekannt. Es ist anzumerken, dass Zeolithe im Allgemeinen eine beachtliche Menge Wasser enthalten, zum Beispiel enthält Zeolith 4 A normalerweise ungefähr 20% Wasser. Im Interesse der Umweltfreundlichkeit finden Zeolithe und auch andere Silikate anstelle der Phosphate zunehmende Verwendung. Gleichzeitig gibt es einen Trend, Natriumperborat durch Natriumcarbonatperoxohydrat zu ersetzen. Infolge der Instabilität von SCPH traten Probleme auf. Um diese zu lösen, sind viele verschiedene Stabilisationsmethoden entwickelt worden.
  • Eine Gruppe von Stabilisationsmethoden umfasst die Verwendung von oganischen Verbindungen, entweder monomeren oder polymeren Verbindungen. Diese können SCPH ein wenig stabilisieren, die organischen Verbindungen können jedoch sehr leicht mit SCPH oder Wasserstoffperoxid reagieren, das gebildet wird, wenn das Peroxohydrat Feuchtigkeit absorbiert oder sich in Wasser auflöst. Die Salze einfacher Polycarbonsäuren, wie zum Beispiel Natriumcitrat, sind keine wirksamen Komplex-Liganden für Übergangsmetallionen, und die Übergangsmetallchelate können sich auch als Zersetzungskatalysator für Natriumcarbonatperoxohydrat sowie Wasserstoffperoxid, verhalten. Die Polymere mit kleinerer Molekularmasse leiden unter der Reaktionsfähigkeit mit dem Bleichmitel oder Wassrstoffperoxid, während die Verbindungen mit höherer Molekularmasse die Auflösungszeit des beschichteten Endprodukts zusätzlich erhöhen können.
  • Eine beträchtliche Anzahl von Erfindungen befasst sich mit Beschichtungen, die Borsäuren oder Borverbindungen, wie Alkali-ortho- und metaborate mit oder ohne Zusätze, wie zum Beispiel Alkalisilikaten, enthalten. All diese Methoden leiden unter dem Nachteil, dass sie, obwohl die Stabilität ziemlich gut sein kann, immer noch Bor enthalten. In vielen Fällen kann auch, wenn borhaltige Stoffe verwendet werden, die Löslichkeit des Endproduktes abnehmen, was für dieses Endprodukt eine nicht gerade wünschenswerte Eigenschaft darstellt.
  • Um die oben erwähnten Nachteile zu vermeiden ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Beschichtungen zu entwickeln, die erstens keine organischen Verbindungen enthhalten, zumindest nicht solche, die mit SCPH oder alkalischem Wasserstoffperoxid in Anwesenheit oder Abwesenheit von Übergangsmetallionen reagieren, und zweitens Beschichtungen die frei von Borverbindungen sind.
  • Gemäß US-Patent 4 325 933 (Kao Soap Co., Ltd.) kann Magnesiumsulfat als Beschichtung verwendet werden, aber Mangesiumsulfat alleine sorgt nicht für genügend Stabilität. EP 0 623 553 (Mitsubishi Gas Chemical) offenbart ein Produkt, bei dem man die Beschichtung durch eine Schicht erhält, die Magnesiumsulfat, Natriumsilikat sowie zusätzlich ein Alkalimetallsalz enthält, welches aus der aus Alkalimetallcarbonaten, Alkalimetallbicarbonaten und Alkalimetallsulfaten bestehenden Gruppe ausgewählt wird. Die Produktion einer solchen Beschichtung leidet unter dem Nachteil, dass drei verschiedene Beschichtungschemikalien verwendet werden müssen. Hinzu kommt, dass Natriumsilikat, zumindest wenn es in größeren Mengen eingesetzt wird, die Verklumpungsneigung erhöhen kann, was seinerseits die Produktivität des Beschichtungsverfahrens verringert, wenn als Beschichtungsanlage ein Wirbelbett-Trockner verwendet wird.
  • Ein Beschichtungsstoff gemäß GB 1 466 799 (Interox), bei dem nur Natriumcarbonat bzw. Natriumsulfat verwendet wird, ist schon seit langer Zeit bekannt. Laut diesem Dokument bedingt jedoch jede dieser Verbindungen eine geringere Stabilität als ein Gemisch davon.
  • Da bekannt ist, dass Natriumsulfat, Natriumcarbonat und Natriumchlorid zusammen ein Additionsprodukt mit Wasserstoffperoxid bilden, gibt es Erfindungen, EP 0 592 969 und EP 0 624 549 (Solvay Interox GmbH), die auf der Verwendung von Natriumsulfat und Natriumchlorid als Beschichtungsmaterial basieren. Chlordionen sind bei einem Waschvorgang vorteilhaft, da die Chloridionen Korrosion an rostfreiem Stahl, welcher als Konstruktionsmaterial für Waschmaschinen verwendet wird, hervorrufen kann. Außerdem können Chlorverbindungen erzeugt werden, wenn ein auf Wasserstoffperoxid basierendes Bleichmittel sowie ein Bleichaktivator verwendet werden, um ein Bleichmittel mit höherem Oxidationsvermögen als Wasserstoffperoxid zu erzeugen. Ein Beispiel dieser Art von Bleichmitteln ist Peressigsäure, die aus auf Wasserstoffperoxid basierenden Bleichmitteln und Tetraacetylethylendiamin (TAED) erzeugt wird.
  • Die Anmelderin hat ein Verfahren gemäß WO 95/15291 entwickelt, das Natriumsulfat verwendet, und wo die in einer Wirbelbettanlage gebildeten Körnchen in einem Wirbelbett unter einer Kohlendioxid-Atmosphäre beschichtet werden, während die Natriumsulfatlösung in den Wirbelbett-Trockner eingespeist wird.
  • Später wurde gemäß WO 97/19890 (Degussa AG) beansprucht, dass Natriumsulfat alleine vorteilhaft sei, wenn das Natriumcarbonatperoxohydat durch Wirbelbett-Granulierung hergestellt wird, und wenn die Beschichtung mit Natriumsulfat in einem Wirbelbett-Trockner durchgeführt wird.
  • Die Produkte, die durch die zwei oben erwähnten Verfahren hergestellt werden, können eine akzeptable Stabilität für die meisten zur Zeit üblichen Waschmitteln erreichen. Da sich die Rohstoffe sowie die Verfahren für das Herstellen von verschiedenartigen Reinigungsmitteln sehr rasch verändern, gibt es einen Bedarf an guten Beschichtungen, die in einer wechselnden Umgebung verwendet werden können, und die in den vorhandenen Formulierungen eine gleich gute Leistung zeigen.
  • Nun wurde überraschenderweise gefunden, dass bestimmte Gemische aus Natriumsulfat und Lithiumsulfat eine Beschichtung für Natriumcarbonatperoxohydrat ergeben können, die das Produkt sehr stabil in Berührung mit Zeolith 4 A macht. Selbstverständlich kann dieses Produkt auch in Formulierungen verwendet werden, die derartige Zeolithe und Silicate enthalten, welche Natriumcarbonatperoxohydrat nicht so schnell wie Zeolith 4 A zersetzen, zum Beispiel solche wie Zeolith 24 A (Crosfield Group), Zeolifh P (Degussa AG), Schichtsilicate (Hoechst AG) usw. sowie andere Builder wie z. B. Phosphate.
  • Ein Aspekt der vorliegenden Erfindung besteht demgemäß darin, beschichtete Natriumcarbonatperoxohydrat-Teilchen, bestehend aus einem Natriumcarbonatperoxohydrat-Kern und einer Beschichtung, die aus einem Gemisch aus Lithiumsulfat und Natriumsulfat besteht, zur Verfügung zu stellen.
  • Das geeignete molare Verhältnis von Lithiumsulfat zu Natriumsulfat in der Beschichtung liegt im Bereich von 2 : 1 bis 0,55 : 1, entsprechend einem Gewichtsverhältnis von ca. 1,5 : 1 bis 0,43 : 1. Vorzugsweise liegt das molare Verhältnis im Bereich von 1,5 : 11 bis 0,67 : 1, entsprechend einem Gewichtsverhältnis von ca. 1,12 : 1 bis 0,52 : 1.
  • Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung liegt das molare Verhältnis von Lithiumsulfat zu Natriumsulfat bei ca. 1 : 1 (entsprechend einem Gewichtsverhältnis von ca. 0,77 : 1), was nachfolgend in weiteren Einzelheiten erklärt wird. In diesem Fall liegen Lithiumsulfat und Natriumsulfat vorzugsweise in Gestalt eines wasserfreien Doppelsalzes vor.
  • Der geeignete Anteil der Beschichtung liegt zwischen 5 und 20 Gewichts-%, vorzugsweise zwischen 7 und 15 Gewichts-%, basierend auf dem Gewicht der unbeschichteten Natriumcarbonatperoxohydrat-Teilchen. Ein besonders bevorzugter Anteil der Beschichtung liegt bei circa 10 Gew.-%.
  • Der geeignete Feuchtigkeitsgehalt der beschichteten SCPH-Teilchen liegt unter 0,5 Gew.-%, vorzugsweise unter 0,3 Gew.-%.
  • Sowohl Natriumsulfat als auch Lithiumsulfat können Verbindungen bilden, die Kristallwasser enthalten, nämlich ein Decahydrat bzw. ein Monohydrat. Es ist bekannt, dass ein äquimolares Gemisch aus Natriumsulfat und Lithiumsulfat (56,4 Gew.-% Natriumsulfat) eine Verbindung bilden kann, ein Doppelsalz ohne Kristallwasser (das Röntgenbeugungsspektrum wurde mit Hilfe des Leitfadens PW 1876 PC-Identify, Philips Electronics N,.V., ausgewertet). Man hat erstaunlicherweise gefunden, dass an diesem Punkt bzw. in der Nähe dieses Punktes eine maximale Stabilität gegenüber Zeolith besteht. Der Grund für dieses Merkmal ist nicht bekannt, es scheint jedoch mit der Bildung des wasserfreien Doppelsalzes zusammenzuhängen. Es ist anzumerken, dass keine gute Stabilität erzielt wird, wenn bei der Beschichtung äquivalente Mengen von Lithium- und Natriumsulfat in denselben Anteilen wie bei der Verwendung des oben erwähnten Gemisches einzeln zugefügt werden, wie aus dem Beschichtungsexperiment unten ersichtlich wird.
  • Ein weiteres Merkmal der vorliegenden Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von beschichteten Natriumcarbonatperoxhydrat-Teilchen, wie oben beschrieben, welches das Zufügen einer wässrigen Lösung aus Lithiumsulfat und Natriumsulfat zu Natriumcarbonatperoxohydrat-Teilchen, gefolgt von einem Trocknungsvorgang, um auf den Teilchen eine Beschichtung, die aus einem Gemisch aus Lithiumsulfat und Natriumsulfat besteht, zu erzeugen, umfasst.
  • Das Beschichtungsverfahren kann anhand jeder bekannten Beschichtungsmethode durchgeführt werden, zum Beispiel durch Hocheffizienz- Mischen. Die bevorzugte Methode ist jedoch die Wirbelbettbeschichtung, da das Trocknen in derselben Ausstattung durchgeführt werden kann. Solche Beschichtungsvorgänge eignen sich gut, besonders wenn die Granulierung von SCPH durch ein Wirbelbettgranulierungsverfahren ausgeführt wird.
  • Folglich kann die Beschichtung in einen Wirbelbetttrockner auf durch Wirbelbettgranulierung hergestellten Körnchen durchgeführt werden. Die Beschichtung kann genauso gut auf andere Arten von Körnchen aufgebracht werden, die zum Beispiel durch Matrixextrusion, Walzenkomprimierung bzw. Mischer-, Becher- bzw. Trommelgranulierung hergestellt werden.
  • Es ist sehr wichtig, den Feuchtigkeitsgehalt zumindest unter 0,5% des beschichteten SCPH-Produktes (ausgedrückt als schwach gebundenes Wasser), vorzugsweise unter 0,3% Wasser zu halten, um eine gute Stabilität gegenüber silicatenthaltenden Reinigungsmittelbuildern zu garantieren. Die erforderliche Zeit, um einen derartigen Feuchtigkeitsgehalt zu bekommen, hängt von der Größe der zu beschichtenden Teilchen ab. Die zusätzliche Trockenzeit nach der Beschichtung beträgt zwischen 4 und 30 Minuten bei 50-60ºC, vorzugsweise 5- 10 Minuten, wenn das erhaltene Endprodukt eine durchschnittliche Körnchengröße zwischen 0,7 und 0,8 mm hat. Größere Teilchen erfordern eine längere Zeit bis zu 60 Minuten, vorzugsweise zwischen 5 und 30 Minuten.
  • Die erfindungsgemäß beschichteten Natriumcarbonatperoxohydratteilchen können in Waschmitteln, Reinigungsmitteln oder anderen bleichenden bzw,. desinfizierenden Produkten verwendet werden, insbesondere in Waschmitteln, die Silikatbuilder, wie z. B. Zeolithe, enthalten.
  • Die Verwendung des neuen erfindungsgemäß beschichteten Produkts ist nicht nur auf Waschmittel beschränkt, sondern kann zum Beispiel auch in Spülmaschinenmitteln, Fleckensalzen sowie Formulierungen, wo Natriumcarbonatperoxohydrat ausschließlich oder zusammen mit einem Bleichaktivator verwendet wird, um dem Produkt eine bleichende oder desinfizierende Eigenschaft zu verleihen, erfolgen.
  • Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand der Beschichtungsexperimente näher erläutert.
  • Die Beschichtungsexperimente wurden in einer Aeromatic Strea 1-Einrichtung durchgeführt Circa 400 g ungesiebte, durch Wirbelbettgranulierung hergestellte SCPH-Körnchen wurden als zu beschichtendes Material verwendet. Der ursprüngliche aktive Sauerstoffgehalt der Kömchen betrug 13,7%. Das gekörnte SCPH hatte eine scheinbare Dichte von ca. 1,1 kg/l. Die für die Beschichtungsversuche verwendeten SCPH-Teilchen stammten aus derselben Produktionscharge, um Fehler aufgrund von unterschiedlichen Qualitäten von SCPH zu vermeiden. Lösungen von Natriumsulfat, Lithiumsulfat oder einem Gemisch davon wurden dergestalt hergestellt, dass die Lösung beinahe gesättigt war. Die Beschichtung bestand aus 10 Gew.-% SCPH. Es wurden auch Versuche durchgeführt, wo Natriumsulfat und Lithiumsulfat einzeln in festgelegter Reihenfolge zugefügt wurden, um dieselbe Menge Beschichtung zu erhalten. Die Temperatur der Lösungen lag bei circa 60ºC und das Wirbelbett wurde bei einer Temperatur von 50-55ºC gehalten. Dies stellte einen reibungslosen Ablauf sowie eine gute Qualität der Produkte sicher. Das Verweilen im Wirbelbett wurde nach der Beschichtung von 0 Minuten bis zu 30 Minuten fortgesetzt, um den Feuchtigkeitsgehalt unter 0,5% zu halten.
  • In der Reinigungsmittelindustrie ist es üblich, die Produkte in versiegelten Pappkartons zu verschließen, um die Stabilität von bleichmittelenthaltenden Produkten zu testen. Anschließend werden die Pakete in eine Klimakammer bei einer Temperatur zwischen 30 und 40ºC und einer relativen Luftfeuchtigkeit zwischen 70 und 80% verbracht. Dieses Verfahren ist sehr zeitaufwendig, da Wasserdampf die Wände der Pakete nicht sehr leicht durchdringt, und da der Wasserdampf in den Paketen hauptsächlich von dem Wassergehalt des eingeschlossenen Produktes abhängt. Die Methode gibt keinerlei Hinweis darauf, was passiert, wenn das Paket geöffnet und unter warmen und feuchten Bedingungen belassen wurde. Eine andere Methode ist, die Probe in eine Vorrichtung (Gefäß, Becher) zu geben, welche mit einer semipermeablen Membran oder mit einer Plastikfolie, die mit winzigen Löchern versehen ist, bedeckt ist. Diese Methode wird nicht immer zuverlässige Ergebnisse liefern, da bei der Zersetzung von Natriumcarbonatperoxohydrat erzeugter Sauerstoff die Diffusion von Wasserdampf aus der umliegenden Atmosphäre verhindern bzw. verlangsamen wird.
  • Die Anmelderin der vorliegenden Erfindung verwendete eine Methode, die in den eigenen Versuchsreihen gut funktionierte und durch die man in 1-2 Wochen ziemlich zuverlässige Ergebnisse erhalten kann. Um noch zuverlässigere Ergebnisse zu erhalten, reicht eine Testzeit von vier Wochen aus. Da die üblichen Haushaltswaschmittel 20-30% oder manchmal etwas mehr Zeolithe enthalten, hat die Anmelderin in den Versuchsreihen eine Methode benutzt, bei der die SCPH-Probe und Zeolith 4 A in einem Massenverhältnis von 50 : 50 gemischt sind. Das Gesamtgewicht einer Probe beträgt circa 5 g. Die Proben wurden bei einer Temperatur von 30ºC und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70% in offenen Glasgefäßen mit flachem Boden getestet. Es liegt auf der Hand, dass diese Art der Testmethode sehr gründlich ist.
  • Der Gehalt an aktivem Sauerstoff wurde durch Titration mit einer Kaliumpermanganatlösung ermittelt. Die Zersetzung wurde durch die Abnahme der Menge des aktiven Sauerstoffs sowie durch die Gewichtsveränderung der Proben berechnet.
  • Die Versuchsergebnisse nach vier Wochen sind in Tabelle 1 aufgeführt. Tabelle 1 Proben und Versuchsergebnisse
  • Die oben aufgeführten Versuchsergebnisse zeigen eindeutig, dass die beste Stabilität gegenüber Zersetzung in Anwesenheit von Zeolith 4 A unter den strengen Testbedingungen erhalten wird, wenn Gemische äquimolarer bzw. fast äquimolarer Mengen von Lithiumsulfat und Natriumsulfat verwendet werden (Test 4 und 5). Wenn äquimolare Mengen von Lithiumsulfat und Natriumsulfat einzeln zugefügt werden, kann keine gute Stabilität erreicht werden (Test 9 und 10)

Claims (11)

1. Beschichtete Natriumcarbonatperoxohydratteilchen, umfassend aus einem Kern aus Natriumcarbonatperoxohydrat und einer Beschichtungsschicht, umfassend ein Gemisch aus Lithiumsulfat und Natriumsulfat.
2. Beschichtete Natriumcarbonatperoxohydratteilchen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das molare Verhältnis von Lithiumsulfat zu Natriumsulfat in der Beschichtungsschicht im Bereich von 2 : 1 bis 0,5 : 1, vorzugsweise 1, 55 : 1 bis 0,67 : 1 liegt.
3. Beschichtete Natriumcarbonatperoxohydratteilchen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass Lithiumsulfat und Natriumsulfat in im wesentlichen äquimolaren Mengen vorliegen.
4. Beschichtete Natriumcarbonatperoxohydratteilchen nach einem der vorhergehende Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Lithiumsulfat und Natriumsulfat in Form eines wasserfreien Doppelsalzes vorliegen.
5. Beschichtete Natriumcarbonatperoxohydratteilchen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge der Beschichtungsschicht zwischen 5 und 20 Gew.-%, vorzugsweise von 7 bis 15 Gew.-% bezogen auf das Gewicht der unbeschichteten Natriumcarbonatperoxohydratteilchen beträgt.
6. Beschichtete Natriumcarbonatperoxohydratteilchen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Feuchtigkeitsgehalt der beschichteten Teilchen unter 0,5 Gew.-%, vorzugsweise unter 0,3 Gew.-% liegt.
7. Verwendung von beschichteten Natriumcarbonatperoxohydratteilchen nach einem der Ansprüche 1 bis 6 in Waschmitteln, Reinigungsmitteln oder anderen bleichenden oder desinfizierenden Produkten, insbesondere in Waschmitteln, die Silikatbuilder, wie z. B. Zeolithe, enthalten.
8. Verfahren zur Herstellung von beschichteten Natriumcarbonatperoxohydratteilchen nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine wässrige Lösung von Lithiumsulfat und Natriumsulfat auf Natriumcarbonatperoxohydratteilchen aufgetragen wird, gefolgt von einer Trocknung, um eine Beschichtungsschicht zu erhalten, die ein Gemisch aus Lithiumsulfat und Natriumsulfat auf diesen Teilchen umfasst.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die wässrige Lösung von Lithiumsulfat und Natriumsulfat auf die Natriumcarbonatperoxohydratteilchen in einem Wirbelverfahren gesprüht wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren unter solchen Bedingungen durchgeführt wird, dass der Feuchtigkeitsgehalt der beschichteten Teilchen unter 0,5 Gew.-% liegt.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Natriumcarbonatperoxohydratteilchen durch Wirbelbettgranulierung hergestellte Teilchen sind.
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