DE69908484T2 - Verfahren zur Herstellung eines Kunststoffteils teilweise beschichtet mit einem Film, insbesondere Dekorfilm - Google Patents

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Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Kunststoffteils, das mit mindestens zwei Filmen, insbesondere Kunststoff-Dekofilmen, teilweise oder vollständig abgedeckt wird.
  • Es ist bekannt, wie man Kunststoffteile herstellt, bei denen eine Seite vollständig mit einem Dekofilm abgedeckt ist, wie z. B. Karosserieteile für Kraftfahrzeuge, deren Außenseite mit einem PVDF-Film (Polyvinylidenfluorid) beschichtet wird, der einem Lack gleicht, so dass darauf verzichtet werden kann, die so hergestellten Teile im Anschluss zu lackieren.
  • Ein bekanntes Herstellungsverfahren eines solchen Teiles besteht darin, dass ein Dekofilm vorgeformt wird, damit dieser die Form der Fläche des Kunststoffteils annimmt, zu dessen Abdeckung er bestimmt ist, dass der des vorgeformte Film in eine form eingebracht wird, deren Hohlraum das herzustellende Teil bestimmt und dass eine Kunststoffmenge im schmelzflüssigen Zustand in den Hohlraum der Form eingebracht wird zur Überformung des Dekofilms.
  • Ein solches Verfahren wird gegenwärtig nur dazu eingesetzt, um Karosserieteile herzustellen, deren Außenseite im Ganzen mit dem Dekofilm abgedeckt wird, da die Einbringung eines thermoplastischen Stoffes im schmelzflüssigen Zustand in die Form dazu neigt, den vor der Einbringung des Kunststoffs im schmelzflüssigen Zustand in der Negativ-Form positionierten vorgeformten Film abzulösen oder zu verschieben.
  • Durch die Anordnung eines Films über die gesamte Außenseite des Teils können diese Probleme vermieden werden, da der in der Form positionierte Film sich über die gesamte Fläche erstreckt, über die der Kunststoff in die Form fließt.
  • Hingegen wird für Karosserieteile, deren Außenseite nicht vollständig zu lackieren ist, wie z. B. Stoßdämpferabdeckungen bzw. Unterböden, Kühlergrills oder auch mit einem unlackierten Schutzpolster versehene Türfelder sowie Karosserieteile, die auf ihrer Oberfläche zwei verschiedene Farben aufweisen müssen, weiterhin auf die herkömmliche Lackierung zurückgegriffen, was umfassende vorbereitende Arbeiten zur Abdeckung der Partien des Teils erfordert, die nicht lackiert werden sollen.
  • Es ist verständlich, dass eine solche Vorbereitung den Herstellungspreis des Teils erheblich erhöht.
  • Darüber hinaus muss um den oder die lackierten Bereiche) eine Zierleiste angeordnet werden, um die Unregelmäßigkeiten des Rands des lackierten Bereichs zu verdecken.
  • In manchen Fällen wäre es der Ästhetik des Teils zuträglich, wenn auf eine solche Zierleiste verzichtet werden könnte.
  • Durch die Patentanmeldung EP 0 502 672 ist ein Herstellungsverfahren eines Scheinwerfersatzes für Kraftfahrzeuge bekannt.
  • Bei diesem Verfahren werden im Hohlraum der Form zwei Filme angeordnet, bevor Kunststoff in diesen Hohlraum eingespritzt wird.
  • Ziel dieser Erfindung ist es, ein neues Verfahren anzugeben, wodurch Kunststoffteile hergestellt werden können, deren Oberfläche mit mindestens zwei Filmen, insbesondere Dekofilmen, abgedeckt ist, wobei durch dieses Verfahren Karosserieteile hergestellt werden können, die geeignet sind, nach dem Stand der Technik teilweise lackierte Karosserieteile und/oder mit mindestens zwei Farben lackierte Karosserieteile zu ersetzen.
  • Gegenstand dieser Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung eines Kunststoffteils, das mit mindestens zwei Filmen, insbesondere Dekofilmen, auf zwei begrenzten Bereichen einer seiner Flächen abgedeckt ist, wobei das Verfahren die Durchführung der folgenden Verfahrensschritte beinhaltet:
    • – Vorformen der Filme, um diesen die Form der Oberfläche des Kunststoffteils zu geben, auf einer Fläche, die dem abzudeckenden Bereich zumindest gleich ist,
    • – Zuschneiden der Filme auf die genauen Abmessungen des abzudeckenden Bereichs,
    • – Positionieren der vorgeformten und zugeschnittenen Filme im Hohlraum einer Form,
    • – Einbringung einer ersten Menge an Kunststoffmaterial im schmelzflüssigen Zustand in den Hohlraum der Form auf die Rückseite jedes der Filme, wobei diese Einbringung des Kunststoffmaterials in den Hohlraum der Form derart gesteuert wird, dass einerseits die Frontseite des Kunststoffmaterials, die in den Hohlraum der Form fließt, um diese auszufüllen, sich so in der Form ausbreitet, dass jeder Film in der Art einer Zentrifuge gereckt wird, dergestalt, dass der Film weder verschoben wird noch sich faltet, und dass andererseits die Fronten des Kunststoffmaterials, das sich hinter jedem Film befindet, sich je nach Fall entweder in Gebieten der Form, in denen sich kein Film befindet, oder direkt oberhalb der einander gegenüberliegenden Ränder (16) zweier Filme vereinigen, bis die gesamte Oberfläche des Films mit einer Schicht aus Kunststoffmaterial bedeckt ist, und schließlich
    • – ggf. Einbringung einer ergänzenden Menge an Kunststoffmaterial in den Hohlraum der Form bis zur Füllung des Hohlraums.
  • Die Neuheit des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, dass es unter Berücksichtigung der oben genannten Vorsichtsmaßregeln wider Erwarten möglich ist, zwei Filme, insbesondere Dekofilme, nach der Form zu formen und davon ausgehend ein Teil herzustellen, dessen abzudeckende Fläche zwei Farben aufweist, ohne dass die Filmränder beschädigt werden.
  • So weist das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Teil eine deutliche Begrenzung zwischen seinen abgedeckten Bereichen, wenn diese stumpf nebeneinander gelegt werden, einerseits, und zwischen jedem abgedeckten Bereich sowie der übrigen Fläche des Teils andrerseits, auf.
  • Daraus ergibt sich ein erheblicher Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens, der darin besteht, dass die deutliche Begrenzung der abgedeckten Bereiche des Teils aus Kunststoffmaterial sichtbar gemacht werden und die Gesamtästhetik des Teils unterstützen kann, ohne dass um die abgedeckten Bereiche eine Zierleiste erforderlich wird.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren kann nicht nur zur Herstellung von Karosserieteilen eines Kraftfahrzeugs, sondern auch von für den Fahrgastraum eines Kraftfahrzeugs bestimmten Innenteilen und von allen sonstigen in zwei unterschiedlichen Farben gehaltenen Teilen aus Kunststoffmaterial zur Anwendung kommen.
  • Zum besseren Verständnis der Erfindung wird nun als nicht einschränkendes Beispiel anhand der beiliegenden Zeichnung eine Ausführungsform näher beschrieben, wobei:
  • 1 eine Vorderansicht eines mit drei Dekofilmen abgedeckten Kühlergrillabschnitts ist.
  • 2 ein Querschnitt nach II-II im Vergleich zu 1 einer Form ist, die die Herstellung des Kühlergrillabschnitts der 1 ermöglicht.
  • 3 eine Ansicht wie 2 zu einem späteren Zeitpunkt der Einspritzung des Kunststoffmaterials ist.
  • 4 eine Ansicht wie 3 zu einem späteren Zeitpunkt der Einspritzung des Kunststoffmaterials ist.
  • Mit den Abbildungen wird ein Kühlergrillabschnitt 10 dargestellt, der drei Abdeckungen 11, 12, 13 aufweist, die über seine gesamte Oberfläche nebeneinander gelegt werden, wobei sich 11, 12 dieser Abdeckungen gleichen.
  • Zur Herstellung eines solchen Kühlergrillabschnitts werden ein erster und ein zweiter Dekofilm nach der allgemeinen Form des herzustellenden Kühlergrillabschnitts vorgeformt.
  • Nach der Beendigung dieses Verfahrensschritts werden die beiden vorgeformten Filme übereinander gelegt und gleichzeitig auf Ebene der Grenzlinien zwischen den Motiven des herzustellenden Teils abgeschnitten, so dass eine optimale Verbindung der aneinander grenzenden Ränder der so gefertigten Filmstücken gewährleistet wird.
  • Danach werden die beiden Seitenstücke 11 und 12 des ersten Films und das Mittelstück 13 des zweiten Films in einer Form 14 angeordnet, wobei diese drei Stücke exakt nebeneinander gelegt werden.
  • Die Ränder gegenüber den anstoßenden Filmen bilden Grenzlinien 16.
  • Die Einspitzung des Kunststoffmaterials 18 in die Form beginnt über den Mittelkanal 15, in dem das in die Form fließende Kunststoffmaterial auf das Mittelstück des Films 13 eine zentrifugale Kraft ausübt, die es in seiner Stellung hält und weder Falten noch Risse auf diesem Stück verursacht.
  • Nachdem das Kunststoffmaterial 18 in die Form geflossen ist, bis es sich in einem Abstand von den Grenzlinien 16 befindet, der nach 2 dem Abstand zwischen den seitlichen Einspritzkanälen 17 und den besagten Grenzlinien 16 etwa gleicht, beginnt die Einspritzung des Kunststoffmaterials 19 in die Seitenkanäle 17, wobei gleichzeitig das Kriechen des Kunststoffmaterials gesteuert wird, so dass dieses nach 3 seine zentrifugalen Kräfte auf die seitlichen Filmstücken 11 und 12 ausübt, ohne sie zu falten oder zu zerreißen.
  • Die Einspritzung des Kunststoffmaterials in die Mittelkanäle 15 und die Seitenkanäle 17 wird fortgesetzt, bis die Werkstoffränder nach 4 senkrecht zu den Grenzlinien 16 zwischen den drei Dekofilmstücken verbunden werden.
  • So wird der Kühlergrillabschnitt nach 1 hergestellt, bei dem die Filme exakt nebeneinander liegen.
  • Es wird deutlich, dass mit dem erfindungsgemäßen Verfahren unter Berücksichtigung bestimmter Vorsichtsmaßregeln bei der Einspritzung vielfältige Teileabdeckungen aus Kunststoff hergestellt werden können, ohne dass die Grenzlinien der abgedeckten Bereiche des Teils verdeckt werden müssen.
  • Die beschriebenen Ausführungsformen sind natürlich nicht beschränkend und können beliebig geändert werden, ohne dass damit der mit den Ansprüchen festgelegte erfindungsgemäße Rahmen gesprengt wird.

Claims (6)

  1. Verfahren zur Herstellung eines Kunststoffteils, das mit mindestens zwei Filmen (11, 12, 13), insbesondere Dekofilmen, auf zwei begrenzten Bereichen einer seiner Flächen abgedeckt ist, das Verfahren weist die Durchführung der folgenden Verfahrensschritte auf: – Vorformen der Filme (11, 12, 13), um diesen die Form der Fläche des Kunststoffteils zu geben, über einer Oberfläche, die dem abzudeckenden Bereich zumindest gleich ist, – Zuschneiden jedes Films auf die exakten entsprechenden Dimensionen des abzudeckenden Bereichs, – Positionieren der vorgeformten und zugeschnittenen Filme am Hohlraum einer Form (14), – Einbringung einer ersten Menge an Kunststoffmaterial (18, 19) im schmelzflüssigen Zustand in den Hohlraum der Form und auf den Rücken jedes der Filme (11, 12, 13), diese Einbringung des Kunststoffmaterials in den Hohlraum der Form wird derart gesteuert durchgeführt, dass einerseits die Front des Kunststoffmaterials, die in dem Hohlraum der Form fließt, um diese auszufüllen, so in der Form voranschreitet, dass jeder Film (11, 12, 13) in zentrifugaler Weise gereckt wird, dergestalt, dass der Film weder verschoben wird noch sich faltet, und dass andererseits die Fronten des Kunststoffmaterials, das sich hinter jedem Film befindet, sich entweder in Gebieten der Form vereinigen, in denen sich kein Film befindet, oder je nach Fall direkt oberhalb der einander gegenüberliegenden Ränder (16) zweier Filme vereinigen, bis die gesamte Oberfläche des Films mit einer Schicht aus Kunststoffmaterial bedeckt ist, danach – ggf. Einbringung einer ergänzenden Menge an Kunststoffmaterial in den Hohlraum der Form bis zur Füllung des Hohlraums.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man für das Zuschneiden der vorgeformten Filme diese übereinander legt und sie simultan zuschneidet.
  3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Kunststoffteil zwei Farben aufweist.
  4. Verfahren nach einem beliebigen der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass man die Filme in der Form so positioniert, dass sie randseitig aneinander stoßen.
  5. Verfahren nach einem beliebigen der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kunststoffteil ein Teilstück einer Karosserie eines Kraftfahrzeugs oder eines Innenteils ist, das für einen Fahrgastraum eines Kraftfahrzeuges bestimmt ist.
  6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Kunststoffteil ein Teilbereich des Kühlergrills eines Kraftfahrzeugs ist.
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