DE705272C - Verfahren und Vorrichtung zur Gewinnung von Loesungsmitteln aus Extraktloesungen - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Gewinnung von Loesungsmitteln aus Extraktloesungen

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DE705272C
DE705272C DEC54252D DEC0054252D DE705272C DE 705272 C DE705272 C DE 705272C DE C54252 D DEC54252 D DE C54252D DE C0054252 D DEC0054252 D DE C0054252D DE 705272 C DE705272 C DE 705272C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C11ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
    • C11BPRODUCING, e.g. BY PRESSING RAW MATERIALS OR BY EXTRACTION FROM WASTE MATERIALS, REFINING OR PRESERVING FATS, FATTY SUBSTANCES, e.g. LANOLIN, FATTY OILS OR WAXES; ESSENTIAL OILS; PERFUMES
    • C11B1/00Production of fats or fatty oils from raw materials
    • C11B1/10Production of fats or fatty oils from raw materials by extracting
    • C11B1/108Production of fats or fatty oils from raw materials by extracting after-treatment, e.g. of miscellae

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Description

  • Verfahren und Vorrichtung zur Gewinnung von Lösungsmitteln aus Extraktlösungen Der Aufwand für Heiz- und Kühlmittel verursacht bei den bekannten Extraktionsverfahren einen großen Teil der Unkosten. Es gibt daher eine Anzahl von Vorschlägen für Extraktionsverfahren, die ermöglichen sollen, die Kosten für Heizmittel herabzusetzen.
  • Die Anordnung mehrerer Extraktionsapparate zu einer Extraktionsbatterie beispielsweise gestattet ein Arbeiten nach den Grundsätzen der Anreicherung. Besonders wenn das Anreicherungsverfahren im Gegenstrom angewendet wird, .kann eine erhebliche Einsparung an Wärmemitteln erreicht werden, indem nur hochgesättigte Extraktlösungen eingedampft werden müssen.
  • Es ist auch bereits bekannt, daß man Flüssigkeiten unter weitgehender Wärmeölconomie verdampfen kann, indem man die Brüden durch Thermokompression auf eine höhere Temperaturstufe bringt, um sie als Heizmittel für den Verdampfungsproaeß zu benutzen. Die Brüden können ebenfalls zur Heizung für den Verdampfungsprozeß benutzt werden, wenn man Mehrstufenverdampfer verwendet und in den einzelnen Stufen Druckdifferenzen erzeugt. Sind verschiedene Lösungen zu verdampfen, so können die Flüssigkeiten in der Reihenfolge ihrer Siedepunkte verdampft werden, ohne daß .eine Druckdifferenz in den einzelnen Stufen erzeugt werden muß.
  • Es ist nun gefunden worden, daß man eine beträchtliche Verbesserung der Energiebilanz von Extraktionsverfahren erzielen kann, wenn man mehrere Extraktionsmittel verwendet und die so hergestellten Extrakte nach dem Mehrstufenprinzip in der Reihenfolge ihrer Siedepunkte bei gleichem Druck verdampft.
  • Fig. i veranschaulicht schematisch die Arbeitsweise dieses Verfahrens.
  • In irgendeinem Extrakteur E wird der zu extrahierende Stoff, das Rohmaterial R, mit einem Extraktionsmittel A behandelt. Auf bekannte Art, beispielsweise durch Filtration, erhält man eine Miscella A + R,. Die entstehende Misoella A + Ri wird in einem dritten Arbeitsgang durch Verdampfen getrennt in den Extrakt Ri und den Extraktionsmitteldampf A'. Dieser Extraktionsmitteldampf A' wird nun in Wärmeaustausch gebracht mit einer Miscella B -;- R.', derart, daß der Extraktionsmitteldampf A' verdichtet wird, wiederverwendungsfähiges Extraktionsmittel A liefert, dabei seine Kondensationswärme ganz oder teilweise abgibt, um Miscella B -- R2' zu verdampfen, in einer solchen Menge, die durch die bezüglichen Verdampfungswärmen der in Wärmeaustausch tretenden Stoffgemische gegeben ist. Dabei entsteht Extraktionsmitteldampf B' neben dem Extrakt R_', ohne da2; von außen her Energie irgendwelcher Art dem System zugeführt wird. Der Extraktionsmitteldampf B' kann nun seinerseits wiederum als Wärmelieferant dienen, indem er in Wärmeaustausch gebracht wird mit einer Miscella C - Rj- Der Extraktionsmitteldampf B' gibt dabei seine Verdampfungswärme ganz oder teilweise ab ohne Hinzufügen von äußerer Energie. Es entsteht verdichtetes ExtraktionsmittelB, das wieder als frisches I?xtralitionsmittel zur Extraktion verwendet werden kann, und außerdem Extraktionsinitteldampf C neben Extrakt R.;'.
  • Das erfindungsgemäß gekoppelte Extraktions- und Wärmeaustauschverfahren kann mit so vielen Stoffgemischen als Hilfsstoffen ausgeführt werden, als sich eine genügende Tctnperaturdifferenz zwischen dem Wärme abgebenden Stoffgemisch und dem Wärme aufnehmenden Stoffgemisch durch geeignete Auswahl der Hilfsstoffe erzielen läßt.
  • Bei weitaus den meisten Stoffen erreicht bekanntlich die latente Verdampfungswärme einen viel höheren Betrag als die fühlbare Wärme des Stoffes, so daß in erster Annäherung der wesentliche Wärmeverbrauch pro Kilogramm erhaltenen Extrakt R' bei den bisher ausgeführten Verfahren durch folgende Beziehung dargestellt werden kann: Wärmeverbrauch zur Verdampfung des Extraktionsmittels pro Kilogramm Extrakt Wärmeeinheiten pro hilogramin, wobei a angibt, wieviel Extrakt durch i kg des 1IxtraktionsmittelsA extrahiert werden kann, und 0,1 die latente Verdampfungswärme des Stoffes A darstellt.
  • Wenn man nun zwei Stoffgemische, das sind die Stoffe A und B, als Extraktionsmittel zti Hilfe nimmt und dieselben erfindungsgemäl5 im gekoppelten Extraktions- und Wärmeaustauschkreislauf verwendet. so verbraucht matt zur Verdampfung des Extraktionsmittels pro Kilogramm Extrakt Wärmeeinheiten pro Kilogramm Extrakt. W bedeutet die Verdampfungswärme dies Extraktionsmittels B; h gibt an, wieviel Extrakt R' durch t kg des Extraktionsmittels B extrahiert werden kann. Wenn tnan crfitidungsgeniil.'') mit drei Extraktionsmitteln, den Stoffen A, B und C, arbeitet, deren Verdampftingswärmcn durch QA. QR und Qc wiedergegeben sind und die pro Kilogramm Extraktionsmittel a kg bzw. b kg bzw. c kg Extrakt R' herauslösen, so beziffert sich der wesentliche Wärmeverbrauch in erster Annäherung auf Wärmeeinheiten pro Kilogramm Extrakt R'.
  • Es ergibt sich so die überraschende Feststellung, daß die Zuhilfenahme von mehreren Extraktionsmitteln in der dargestellten Anordnung immer dann einen wärmewirtschaftlichen Vorteil bietet gegenüber einem Extraktionsverfahren. das nur mit einem Extraktionsmittel arbeitet, wenn der Quotient aus Lösungsvermögen und latenter Verdampfungswärme des oder der Extraktionsmittel positiv ist.
  • Nach Maßgabe der vorliegenden Erfindung ist es somit möglich, durch geeignete Auswahl der Extraktionsmittel und ihrer Anzahl eine ganz bedeutende Energieersparnis ztt erzielen.
  • Statt nur einen Stola mit mehreren Extraktionsmitteln zu uxti-altiercti, kann man auch mehrere Stoffe mit mehreren Extraktionsmitteln im gekoppelten Extraktions- und Wärmeaustauschverfahren zurExtraktion bringen, um dadurch einen wärme-,virtschaftlichen Vorteil zu gewinnen. Beispiel r iFig.2) Getrennte Extraktion eines festen Stoffes mittels mehrerer Extraktionsmittel. Extraktion von Betthin In einem Extraktetir,I wird gepulverte Birkenrinde init Hilfe von illkohol als Extraktionsmittel behandelt. Die entstehende _VEscella aus Alkohol tind Betuün wird nach erfolgter Filtration in eitwm Verdampfer V verdampft. Es entsteht Bettilincxtrakt und Alkoholdampf.
  • Der Alkoholdampf «ird durch eine einfache Verbindungsleitung in den Wärmeaustausches A-C übergeführt. «-o der Alkoholdampf in Wärmeaustausch tritt mit Miscella, die als Extraktionsmittel. Chloroform enthält. Die chloroformhaltige Miscella kann sowohl in einer besonderen Extraktionsvorrichtung C als auch im ExtrakteurA erzeugt werden.
  • Im Wärmeaustausches A-C wird Alkoholdampf verdichtet. indem chloroforrnhaltige Miscella verdampft wird in einem Maße, wie dies durch die Verdampfungswärtnen bzw. tlie Energieinhalte der beiden in Wärmeaustausch tretenden Stoffgemische gesehen ist. Dieser Wärmeaustausch vollzieht sich ohne Hinzufügen von äußerer Energie irgendwelcher Art. Der verdichtete Alkohol kann nun seinen Extraktionskreislauf von neuem beginnen. Durch den Wärmeaustausch in A-C erhält man Chloroformdampf und Betulinextrakt. Der Chloroformdampf wird durch eine Verbindungsleitung in einen Wärmeaustauscher C-Ae geleitet, woer ohne äußere Energiezufuhr in Wärmeaustausch mit einer ätherhaltigen Miscella tritt und seine Verdichtungswärme ganz oder teilweise an die zu verdampfende ätherhaltige Miscella abgibt und sich dabei verdichtet. Das so verdichtete Chloroform kann seinen Extraktions- und Wärmeaustauschkreislauf wieder beginnen.
  • Der im Wärmeaustauscher C-Ae neben dem Betulinextrakt entstandene Ätherdampf kann wiederum als Wärmelieferant in Wärmeaustausch treten oder, wenn dies nicht mehr wirtschaftlich sein sollte, nach bekannten Methoden verdichtet und wieder als Extraktionsmittel verwendet werden.
  • Der wesentliche Verbrauch an Wärmemittel für das Verdampfen der Extraktionsmittel läßt sich in erster Annäherung wie folgt berechnen: Lösungsvermögen von Alkohol für Betulin ct = 0.04 Verdampfungswärme von Alkohol QA= 22o Wärmeeinheiten Lösungsvermögen von Chloroform für Betulin b = 0,04 Verdampfungswärme von Chloroform Q$=61 Wärmeeinheiten Lösungsvermögen von Äther für Betulin c = 0,03 Ver dampfungswärme von Äther AC=85 Wärmeeinheiten.
  • Der Wärmeverbrauch je Kilogramm er'haltenen Betulinextrakt erreicht nach dem Ausführungsbeispiel in erster Annäherung unter der Voraussetzung, daß nur gesättigte Betulinmiscellen zur Verdampfung gelangen, folgenden Wert: Wärmeeinheiten je Kilogramm Betulinextrakt. Wenn man dagegen nach bekannten Verfahren Betulin mit Alkohol alleinextrahiert, verbraucht man für die Verdampfung Wärmeeinheiten j e Kilogramm Betulinextrakt.. Die Extraktion von Betulin nach bekannten Verfahren mittels Chloroforms erfordert für die Verdampfung 1520 Wärmeeinheiten je Kilogramm Betulinextrakt.
  • Die Verwendung von Äther als Extraktionsmittel nach bekannten Verfahren bedingt für die Verdampfung einen Wärmeverbrauch von 2840 Wärmeeinbeiten je Kilogramm Betulinextrakt.
  • Beispiel 2 Eine Flüssigkeitsextraktion, z. B. Mineral:ölextraktion, wird nach dem Verfahren gemäß der Erfindung folgendermaßen durchgeführt: Bitumenreiche Schiefer werden mit einem leicht siedenden Benzingemisch als Lösungsmittel extrahiert. Man erhält dann eine mineralölhaltige Miscella mit Leichtbenzin als Lösungsmittel. Zur Gewinnung des Mineralöls wird das Leichtbenzin verdampft. Der dabei entstehende Leichtbenzindampf wird nach dem vorliegenden Verfahren in Wärmeaustausch gebracht mit einer nach bekannten Verfahren durch Flüssigkeitsextraktion erzeugten Mineralöllösung, die als Lösungsmittel flüssiges Schwefeldioxyd enthält. Auf diese Weise wird im Wärmeaustausch zwischen dem Dampf des Leichtbenzins und der schwefeldioxydhaltigen Miscella das Leichtbenzin in dem Maße verdichtet, wie das Schwefeldioxyd verdampft wird, mithin die Energiebilanz einer Mineralölextraktion dadurch verbessert, daß nach dem Verfahren gemäß der Erfindung die Verdampfung eines Extraktionsmittels ohne Zufuhr äußerer Energie stattfindet.
  • Beispiel 3 für die Extraktion eines gasförmigen Gemisches Aus einem gasförmigen Gemisch von Luft und Methylheptenon, das ungefähr i o,'o Methylheptenon enthält, soll durch Extraktion ein Teil des Methylheptenons zurückgewonnen werden.
  • Nach dem Verfahren gemäß der Erfindung werden i o m3 des Luftgemisches mit Hilfe von Diäthyläther als Lösungsmittel bei einer Temperatur unter o° unter Zuhilfenahmeeines nach bekannten Verfahren mit Füllkörpern beschickten Extraktionsapparats extrahiert. Dazu sind 2,5 kg Diäthyläther notwendig, durch welche 9o g Methylheptenon gelöst werden.
  • Nach dem Verfahren gemäß der Erfindung werden anderseits i o m3 des Luftgemisches mit Dimethyläther als Lösungsmittel bei einer Temperatur von -3o- extrahiert. 2,3 kg Dimethyläther lösen 92 g Methylheptenon.
  • Zur Gewinnung des Methylheptenons wird einerseits die Diäthylätherlösung nach bekannten Verfahren durch Erwärmung eingedampft. Der entstehende Diäthylätherdampf wird nach dem vorliegenden Verfahren in einen Wärmeaustauscher geleitet, in dem der Diäthylätherdampf dadurch kondensiert wird, daß die Dimethylätherlösung zuerst von - -- 30 auf den Siedepunkt des Dimetliyläthers erwärmt, hernach der Dimethylätl@er aus der Dimetlivläther - Methylheptenon - Lösung vedampft und so das zu gewinnende Meth@-lheptenon von :einem Lösun-stnittel befreit wird.
  • Gegenüber bekannten Verfahren, in den,r: nur ein Lösungsmittel angewandt wird. wird nach dem vorlicgertderi Verfahren eine Ersparnis an Wärme dadurch erzielt, daß aus der Dimethylätlicrlösurtg durch Verdampfen des Dimethyläthers 92 g Methylheptenon gen-onnen werden, ohne daß vors außen her Wärme zugeführt werden mub.

Claims (2)

  1. PATENT A\SPRI"C1IE: t. Verfahren zur Ge«-in»ung von 1-ösungsmitteln aus mehreren mit verschiedenen Lösungsmitteln hergestellten Extrakten eines oder mehrerer Stolte durch `"erdampfen und Kondensieren des Lösungsmittels, dadurch gekennzeichnet, dal3 die Verdampfung nach dem Mehrkörperprinzip unter Hintereinanderschaltung der Extraktlösungen in der Reihenfolge ihrer Siedepunkte bei gleichem Druck erfolgt.
  2. 2. Anlage zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch t, bestehend aus einer NIehi-körperverdampiartlage, bei der jedem Verdampferkörper ein Extraktionsbehälter zugeordnet ist.
DEC54252D 1937-11-22 1938-08-07 Verfahren und Vorrichtung zur Gewinnung von Loesungsmitteln aus Extraktloesungen Expired DE705272C (de)

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