-
Elektrische Kraftübertragungsleituiqg für einen elektrischen Schiffsantrieb
Bei elektrisch angetriebenen Schiffen muß durch die zwischen dem Generator und dem
Propelleräntriebsmotor befindliche Übertra-' gungsletung meist eine erhebliche Energiemenge
übertragen wenden. Bisher hat man für diese Übertragung stets Kabelleitungen zwischen
dem Generator und dem Motor verwendet. Die Länge jedes einzelnen Kabelstranges wird
hierbei stets gleich so lang gewählt, wie es' für die Verbindung zwischen Generator
und: Motor erforderlich ist: Die .Verwendung von Kabeln hat jedoch bei elektrischen
Schiffsantrieben erhebliche Nachteile; da der vom -Generator zum Motor fließende
Strom meist beträchtliche Werte annimmt, muß eine sehr große-Anzahl von parallel
geschalteten Kabeln verlegt werden, weil - der Leitungsquerschnitt eines Kabels
nach" oben hin mit Rücksicht auf leichte Verlegbarkeit begrenzt ist; demgemäß macht
auch die Durchführung einer solchen Vielzahl von Einzelkabeln durch die Querschotten
des Schiffes erhebliche Schwierigkeiten.
-
Zweck der Erfindung ist es, bei elektrischen Schiffsantrieben die
Übertragungsleitung zwischen Generator und Motor zu verbessern und die bei Verwendung
eines Kabels auftretenden Nachteile zu vermeiden. Erfindungsgemäß ist jede einzelne
Leitung zwischen Generator .und Propellermotor aus mehreren starren, isolierten,
jederzeit wieder leicht auswechselbaren Einzelstücken zusammengesetzt. Es ist nun
nicht mehr erforderlich, für die Übertragungsleitung eine Vielzahl von parallel
geschalteten Kabeln zu verwenden, man kann vielmehr beispielsweise bei einer Drehstromkraftübertragung
mit drei Einzelleitern auskommen. Solche Einzelleitungen lassen sich beispielsweise
bei Ausführung als Rohrleitung ,auch hier leicht .durch die Querschotten :des Schiffes
.durchführen.
-
Es sind schon aus einzelnen starren Stücken zusammensetzbare elektrische
Leitungen bekannt, _bei denen die einzelnen Stücke an den Enden konisch ausgebildet.
sind und zum Zusammenbau ineinändergesclioben werden. Ein Auswechseln eines. beliebigen
Einzelstückes ist nach: der Fertigstellung :der Leitung hier nicht ohne weiteres
möglich; man muß vielmehr die Leitung, von einem Ende angefangen, völlig abmontieren,
wenn man ein in der Mitte gelegenes Einzelstück auswechseln will. Bei der Erfindung
dagegen sind die Einzelstücke der Leitung jederzeit leicht auswechselbar. Zu diesem
Zweck werden zur Verbindung zweier, einander angrenzender Einzelstücke
der
Leitung-stromleitende Verbindungsstücke verwendet, die leicht lösbar mit den zugehörigen
Enden der Einzelstücke der Leitung zusammengefügt sind.
-
Die Länge der Einzelstücke einer gemäß der_ Erfindung zusammengesetzten
Übertragungsleitung ist bedingt durch die Einbaumöglichkeit im Schiff selbst. Die
Einzelstücke der Leitung werden vor dem Einbau fertiggestellt und im Schiff selbst
montiert. Zum Aneinanderfügen der starren Einzelstücke verwendet man Verbindungsteile,
die starr oder als Dehnungskörper ausgebildet sein können. Dehnungskörper als Verbindungsstücke
wird-man stets dann vorsehen, wenn die zusammengesetzte Übertragungsleitung verhältnismäßig
lang ist, oder dann, wenn,die Leitungen än den wasserdichten. Durchführungen durch
die Querschotten des Schiffes festgehalten sind. Die isolierten Einzelstücke der
Leitung werden im Schiff mit Hilfe der Verbindungsstücke zusammengefügt, und die
Verbindungsstücke selbst werden am Montageort entsprechend isoliert, so daß eine
zusammenhängende, gegen Überflutungsgefahr geschützte Übertragungsleitung entsteht.
Die -Isolation der Leitung kann beispielsweise ähnlich wie bei Kabeln ausgeführt
sein. Man kann die starren Einzelleiter auch mit Hartpapier Umbügeln oder mit irgendeiner
Isolationsmasse Umspritzen. Um einen guten Berührungsschutz zu schaffen, kann man
die isolierte Leitung ähnlich wie bei Kabeln mit einem geerdeten Metallband umwickeln.
Man kann zu diesem Zweck. auch metallische Leiter in die Isolation einbetten. Wenn
die Isolation beispielsweise auf den starren Leiter aufgewickelt wird, wird man,
nachdem die erforderliche Isolations.schichtdcke erreicht ist, zwischen das' Isolationsmaterial
Metallfolien legen, die ihrerseits geerdet werden. Dadurch erreicht man gleichzeitig
einen guten Schutz der inneren Isolation gegen von außen eindringende Feuchtigkeit.
Um einen wasserdichten Abschluß :der Leitung zu erhalten, kann man auch einen geeigneten
Schutzmantel aus Gummi, Metall o. dgl. über die Isolation legen.
-
Um eine einfache Montage zu ermöglichen, werden bei Krümmungs.stellen
der Leitung geradlinig gestreckt ausgebildete Einzielstücke durch entsprechend starr
oder biegsam ausgebildete Verbindungsstücke zusammengefügt.
-
In den Figuren sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
Fig. i zeigt .schematischeinen elektrischen Schiffsantrieb. Mit i ist der Generator,
mit :2 der Propellerantniebsmotor bezeichnet. Es ist im vorliegenden Fall an eine
Drehstromkraftübertragung gedacht. Die Übertragungsleitung 3 besteht aus drei Einzelleitern,
von denen -jeder .aus einer Anzahl von starren Einzelstücken zusammengesetzt Ist.
Die Leitungsführung ist bei dem Beispiel so gewählt, daß :der Strom von Gene-, rator
i zunächst an eine seitlich angeordnete Schaltstelle q. geführt und von. dieser
an der Längsseite des Schiffes entlang durch die Leitungen 3 zum Motor :2 geführt
wird. Die Übertragungsleitung ist durch drei Querschotten 5, 6, 7 des Schiffes wasserdicht
hindurchgeführt. Die Einzelstücke der Leitung sind an den Querschotten durch normale
Schottstopfbuchsen festgehalten. Aus diesem Grunde sind zwischen je zwei Querschotten
elastische Verbindungsstücke 8 vorgesehen. Zwischen den Querschotten 5 und 6 ist
neben .der elastiscben Verbindungsstelle 8 noch eine starre Verbindungsstelle 9
vorgesehen. Kurz vor der Einführung der Leitung in den Motor ist die Leitung rechtwinklig
gebogen. Zu diesem Zweck sind die gradlinig gestreckten Einzelstücke io und ii der
Leitung mit einem entsprechend gebogenen starren Verbindungsstück versehen. Die
Verbindungsstelle ist in der schematischen Fig. i mit 12 bezeichnet.
-
Fig. 2 und 3 zeigen im Längs- und Querschnitt eine starre Verbindungsstelle
zwischen zwei Einzelstückender Übertragungsleitung. Die Leitungsstücke sind als
Rohre ausgeführt. Mit 2i und 22 sind,die beiden Rohrenden bezeichnet; sie sind an
ihren Enden mit Innengewinde versehen und werden durch das starre, am Außenmantel
mit Gewinde versehene Verbindungsstück 23 zusammengehalten. Mit 2q. ist die Isolation
der Leitungen bezeichnet. Um die Verbindungsstelle selbst zu isolieren, sind halbzylinderförmige
Schalen 25, 26 aus Isoliermaterial vorgesehen, die in der aus der Fig. 3 ersichtlichen
Weise um die Verbindungsstelle herumgelegt werden. Zur Erzielung eines wasserdichten
Abschlusses ist über die Verbindungsstelle schließlich eine. Hülse 27 gezogen, die
an den Enden 28 abgedichtet ist. Alle Zwischenräume und Trennfugen zwischen den
einzelnen Isolationen werden zweckmäßigerweise mit einem isolierenden Lack o. dgl.
ausgefüllt.
-
Fig. q. zeigt eine- elastisch ausgebildete Verbindungsstelle, wie
sie beispielsweise an den Punkten 8 der schematischen Fig. i verwendet werden kann.
Die der Fig. 2 entsprechenden Teile sind hier mit gleichen Bezugszeichen versehen.
In die Rohrenden 21 und 22 sind Halter 31, 32 eingeschraubt, an denen die elastischen
Leiter 33 befestigt sind. Über das freie metallische Ende der Leitungsstücke sind
Isolierhülsen 34 und 35 gezogen, die in der aus der Figur ersichtlichen Weise so
ausgebildet sind"daß sie bei Längenänderungen der Einzelstücke sich teleskopartig
ineinanderschieben können. Die gesamte elastische Verbindungsstelle ist schließlich
mit einem Mantel
36, z. B. aus Gummi oder Metallschlauch, umhüllt,
der an den Enden mit Hilfe der Bandagen 37 befestigt ist. Der Mantel 36 dient dazu,
einen wasserdichten Abschluß der Verbindungsstelle herzustellen. ' Fig. 5 zeigt
die praktische Ausbildung der Leitung gemäß der. Erfindung an einer Krümmung" wie
sie beispielsweise in Fig. z im. Punkt 12- verwendet werden kann. Die Leitüngsenden
ai, 22 sind hier mit Hilfe eines rechtwinklig gebogenen starren Verbindungskörpers
qo zusammengefügt. Die Verbindungsstelle selbst ist gegen Berührung und gegen Überflutung
durch die Isolationsschicht 41