DE708301C - Vorrichtung zur Ausfuehrung des Verfahrens zur Herstellung von Kunstseidefaeden aus Kupferoxydammoniakcelluloseloesung nach dem Spinntrichterverfahren - Google Patents
Vorrichtung zur Ausfuehrung des Verfahrens zur Herstellung von Kunstseidefaeden aus Kupferoxydammoniakcelluloseloesung nach dem SpinntrichterverfahrenInfo
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Description
- Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens zur Herstellung von Kunstseidefäden aus Kupferoxydammoniakcelluloselösung nach dem Spinntrichterverfahren Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens zur Herstellung von Kunstseidefäden aus Kupferoxydammoniakcellul:oselösung nach dem Spinntrichterverfahren nach Patent 686 3i9. Das Verfahren des Hauptpatents kennzeichnet sich dadurch, daß mehrere getrennt gesponnene Kutnstseidefadenbündel mit feinem Totaltiter nach vor dein AbsäuQrn, aber bereits nach Verlassen des Spinntrichters, solange sie noch Klebefähigkeit besitzen, zu einem Gesamtfadenschaft zusammengeführt werden. Zur Ausführung dieses Verfahrens ist nun eine Vorrichtung ausgebildet worden, welche erfindungsgemäß darin besteht, daß die einzelnen kleinen Spinntrichter zur Erzeugung der Kunstseidefäden mit feinem Totaltiter längs der Spinnmaschine in versetzten Doppelreihen angeordnet sind.
- An sich ist es bekannt, eine größere Anzahl nebeneinander gesponnener Kunstfäden nach einer Stelle hin abzuziehen und sie zu einem gemeinsamen Faden vereint einer Aufwickelverri:chtung zuzuführen. Jedoch bewegen sich diese älteren Verfahrensweisen größtenteilsetwa auf dem Gebiete, welches jetzt z. B. in der Zellwollefabrik.ation benutzt wird. Kleine Spinntrichter und zumal solche, die in versetzten Doppelreihen angeordnet sind, hat man indessen bisher nicht verwendet. Mehrere kleine Spinntrichter, welche in einem gemeinsamen Auslauf münden, sind bekannt, nach ihrem ganzen Aufbau und ihrer Wirkungsweise stellen sie aber nichts anderes dar als einen unterteilten großen Spinntrichter.
- Nach der Erfindung wird an Stelle der üblichen großen Spinntrichter eine große Anzahl von kleinen Spinntrichtern auf der Maschine angeordnet, von denen jeder dazu bestimmt ist, ein nur dünnes Teilfadenbündel von beispielsweise io bis 25 den zu erzeugen. Um nun auf der Spinnmaschine bzw. auf der einzelnen Spinnmaschk.enseite eine möglichst große Anzahl von kleinen Spinntrichtern unterbringen zu können, werden die Spinntrichter als Doppelreihe und gegeneinander versetzt angeordnet, so daß sich die Fäden aus den Spinntrichtern der hinteren Reihe bequem durch die Lücke der vorderen Reihe hindurchführen lassen. Es hat sich gezeigt, daß die geometrische Differenz zwischen der hinteren und der vorderen Reihe Unzuträglichkeiten in den erzeugten Produkten nicht mit sich bringt. Die Anzahl der Aufwickielvorrichtungen braucht keineswegs der Anzahl der Spinntrichter zu entsprechen, wie dies bei den normalen, gebräuchlichen Spinnmaschinen der Fall ist, sondern die Anzahl der Auf.-; Wickelvorrichtungen ist bedeutend kleiner.-;' weil ja nach dem Verfahren des Haupt=: patents immer mehrere dünne Teilfadenbündel zu einem gemeinsamen stärkere Fadenbündel zusammengefaßt werden und erst dieses dann aufgewickelt wird.
- Die Vorrichtung nach der Erfindung hat außerordentlich bedeutungsvolle Folgen in der Herstellung von Kunstseide nach dem Streckspinnverfahren mit sich gebracht, die dadurch deutlich in Erscheinung treten, weil man in Zukunft im wesentlichen nur noch einen einzigen Titer in dem einzelnen Spinntrichter zu spinnen hat, z. B. einen Titer von 2o den. Trotzdem läßt sich eine große Anzahl verschiedenartigster Titer erzeugen, und zwar durch entsprechende Zusammenfassung von zwei, drei, vier oder fünf Teilbündeln zu einem Gesamtfaden, wodurch ohne irgendeine besondere Umstellung in der Fabrikation fertige Kunstseide von entsprechend höherem Gesamttiter erzielt wird. Die Vorrichtung nach der Erfindung ist demnach den wechselnder. Bedürfnissen des Marktes in bezug auf feine Titer in jeder Hinsicht gewachsen, ohne die bekanntermaßen so heikle Spinnerei mit den Spinntrichtern in irgendeiner Weise umstellen zu müssen. Der Fortschritt wird besonders deutlich, wenn man bedenkt, daß man zur Herstellung verschiedener Gesamttiter bisherdieeinzelnen SpitinbedingungenimStrecktrichter nach verschiedenen Seiten hin verändern mußte. Bisher waren verschiedene Ges,amttiter im Spinntrichter an verschiedene Wassermengen, verschiedene Wassertemperaturen, u.U. an verschiedene Abzüge und an noch vieles andere gebunden. Man sah sich sogar gezwung en, j edeneinzelnen ein ig ehmaße n abweldhenden Gesamttiter wieder eine besondere Trichterkonstruktion* und -größe beizuordnen. Wer die Trichterform und -größe nicht verändern wollte, mußte in chemischer Hinsicht zahlreiche Kompromisse machen und war dennoch nicht in der Lage, die Spinnbedingungen den zahlreichen Totaltitern in idealer Weise anzupassen. Die Vorrichtung nach der Erfindung gestattet es, ohne Umstellung der Wassertemperaturen, Wassermengen oder der Trichterform wid Trichtergröi3e eine einzige auf den ausschließlich und allein zu spinnenden Teilfaden von beispielsweise 2o den zu: geschnittene und in allen Teilen passende Trichtergattung zu verwenden und sie unter immer gleichbleibenden Umständen zu gebrauchen. Dadurch, daß nur ein einheit-Oicher Titer gesponnen wird, kann wegen der .lohen Stabilität des Spinnverfahrens die Ein-'ll.eitlichkeit und Konstanz der Viscosität, der Temperatur, des Wasser- und Lösungsdruckes und der Mengen dieser Stoffe so gleichmäßig geregelt und kontrolliert werden, wie dies bei einem vieltitrigen Spinnverfahren niemals möglich war.
- Die Vorrichtung nach der Erfindung bringt noch den weiteren Vorteil, daß der Spinnmaschinenpark mit derselben Leistung oder Kapazität betrieben werden kann unabhängig davon, welcher Totaltiter gesponnen bzw. verlangt wird. Auf diese Weise läßt sich die Kapazität der Maschine, d. b. die pro Zeiteinheit gesponnene Kilozahl, unabhängig von dem gewünschten Titer konstant halten, wodurch sich eine sehr gute und gleichmäßige Ausnutzung der Maschine ergibt. Gerade durch die Anordnung in versetzten Doppelreihen ist die Übersichtlichkeit des Arbeitens an der Maschine gewährleistet; außerdem ist die Raumausnutzung denkbar günstig. Die Anordnung nach der Erfindung kann auch ohne irgendwelche tiefgreifenden Veränderungen oder bedeutenden Umbau an den vorhandenen und gebräuchlichen Spinnmaschinen vorgenommen werden.
- Die Vorrichtung nach der Erfindung ist in der Zeichnung beispielsweise dargestellt. Von den Trichtern 1, 1', 1", 2, 2', 2" usw., die in versetzten Doppelreihen angeordnet sind, werden die Fäden abgezogen. Drei Fäden 3"', q."' und 5"' werden in noch alkalischem Zustande in dem Fadenleitorgan 6 zusammengefaßt und dann als Gesamtfaden 7 durch die feststehende Absäurevorrichtung 8 und das Fadenleitorgan 9 geleitet. Von dort gelangt der Gesamtfaden durch die Chanigiervorrichtung to auf den Haspel i t.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens zur Herstellung von Kunstseidefäden aus Kupferaxydammoniakcellulaselösung nach dem Spinntrichterverfahxen nach Patent 686 319, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen kleinen Spinntrichter zur Erzeugung der Kunstseidefäden mit feinem Totaltiter längs der Spinnmaschine in versetzten Doppelreihen angeordnet sind.
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