DE712083C - Messung oder Ausloeung von ballistischen Vorgaengen und Geschosswirkungen - Google Patents
Messung oder Ausloeung von ballistischen Vorgaengen und GeschosswirkungenInfo
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- DE712083C DE712083C DER95913D DER0095913D DE712083C DE 712083 C DE712083 C DE 712083C DE R95913 D DER95913 D DE R95913D DE R0095913 D DER0095913 D DE R0095913D DE 712083 C DE712083 C DE 712083C
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- G01P3/66—Devices characterised by the determination of the time taken to traverse a fixed distance using electric or magnetic means
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Description
- Messung oder Auslösung von ballistischen Vorgängen und Geschoßwirkungen Es ist in der Ballistik bekannt, zur Ermittlung der Bewegungsvorgänge von Geschossen, insbesondere zum Messen von Geschoßgeschwindigkeiten, Geräte zu verwenden, bei denen durch das Geschoß während seiner Bewegung ein oder mehrere elektrische Strom kreise beeinflußt werden. Bei einem vielfach üblichen Gerät zum Messen von Geschoßgeschwindisgkeiten sind jbeispielsweise in getrennten Stromkreisen zwei zur Begrenzung einer Meßstrecke der Geschoßflugbahn diewende Zerreißlgitter oder Induktionsspulen angeordnet, die eine Vorrichtung zum Messen oder Registrieren der Ider Meßstrecke entsprechenden Geschoßflugzeit beeinflussen.
- Eine andere bekannte Einrichtung zum Messen von Geschoßgeschwindigkeiten besitzt als Hauptbestandt,eil einen Störungskreis mit parallel geschalteter Glimmlampe und einen an den Störungskreis angekoppelten Elektronenröhrensender, der in dem Schwingungskreis elektromagnetische Schwingungen erzeugt. Die Ejgenfrequenz Ides Schingungskreises ist etwas höher als die Frequenz des Röhrensenders, so daß im unbeeinflußten Zustand keine Resonanz herrscht und die in Parallelschaltung zu dem Schwingungskreis geschaltete Glimmlampe nioht aufleuchten kann. Wird auf irgendeine Weise die Kapazität des Schwingungskreises vergrößert, so entsteht Resonanz, und die Glimmlampe wird zum Aufleuchten gebracht. Die Vergrößerung der Kapazität des Schwingungskreises geschieht unter dem Einfluß des bewegten Geschoßkörpers, .dessen Geschwindigkeit gemessen werden soll, indem man entweder das Geschoß sich zwischen zwei mit den Kondensatorklemmen verbundenen Elektroden hindurch bewegen läßt oder das Geschoß mit einer Kondensatorklemme leitend verbindet und an einer mit ,der anderen Kondensatorklemme verbundenen Elektrode vorbeiführt.
- Das durch den bewegten Körper auf diese Weise verursachte Aufleuchten der Glimmlampe wird beispielsweise photographisch registriert.
- Auch zur Auslösung von ballistischen Vorgängen oder Geschoßwirkungen werden vielfach elektrisch betätigte Vorrichtungen verwendet. Beispielsweise sind Zünder für Sprenggeschosse bekannt, bei denen die Entzündung des Zündmittels oder die Einleitung der Entzündung elektrisch herbeigeführt wird.
- Den meisten bisher bekannten zur Messung oder Auslösung von ballistischen Vorgängen und Geschoßwirkungen bestimmten Einrichtungen ist, sofern sie nicht auf rein mechanischem Wege betätigt werden, das Merkmal gemeinsam, ,daß sie an das Vorhandensein von besonderen elektrischen Energiequellen gebunden sind. Im Zusammenhang damit ergibt sich in der Regel eine verhältnismäßig umfangreiche und verwickelte Schaltung sowie eine umständliche und zeitraubende Vorbereitung und Bedienung derartiger Einrichtungen.
- Die Erfindung vermeidet diese Nachteile.
- Es wurde gefunden, daß Geschosse aus Feuerwaffen aller Art beim Abschuß eine elektrostatische Aufladung gegenüber der Erde erhalten und daß diese Ladung, die gegebenenfalls durch zusätzliche äußere Beeinflussung noch verstärkt werden kann, sich zur Messung oder Auslösung von ballistischen Vorgängen oder Geschoßwirkungen nutzbar machen läßt. Dadurch ist für zahlreiche in der Ballistik auftretende Aufgaben ein wertvolles Hilfsmittel gegeben, dessen Vorteil insbeson'dere in einer wesentlichen Vereinfachung der für den jeweiligen Zweck notwendigen technischen Mittel und ihrer Handhabung besteht.
- Eine der wichtigsten ballistischen Aufgaben, für welche die elektristche Geschohßladung nutzbar gemacht werden kann, ist die Messung von Geschoßgeschwindigkeiten. Der hierzu erforderliche technische Aufwand beschränkt sich auf die Anordnung von elek trischen Leitern in der Umgebung der Geschoßflugbahn in Verbindung mit Mitteln zum Anzeigen oder Messen der den Leitern influenzierten Potentiale bzw. ihrer Wirkungen. Vorzugsweise umfassen die Leiter als geschlossene Ringe die Geschoßflugbahn und sind über cin Strommeßgerät mit der Erde verbunden. Wenn sich das elektrisch aufgeladene Geschoß einem Leitergebilde nähert, das mit der Erde verbunden ist, so fließt dem Leiter eine Ladung zu, die das umgekehrte Vorzeichen hat wie die Geschoß ladung. Entfernt sich das Geschoß wieder von dem Leiter, so fließt die gleiche Ladung in die Erde zurück. Es entsteht ein Strom von etwa sinusförmigem Kurvenverlauf. Dieser Strom hat den Wert Null, wenn das Geschoß den kleinsten Abstand von dem Leiter hat, also bei Verwendung eines ringförmigen I,eiters sich in der Ringebene befindet. Durch Verwendung zweier Leiter, die eine Strecke der Geschoßffughahn begrenzen, kann ohne weiteres die der Meßstrecke entsprechende Geschoßflugzeit und damit die Geschoßgeschwindigkeit ermittelt werden. Grundsätzlich ist es auch möglich, aus der Stromkurvenform nur eines Leiters die Geschwindigkeit zu ermitteln.
- Eine zweite Möglichkeit der Nutzanwendung der elektrischen Geschoßladung besteht bei Zündereinrichtungen für Sprenggeschos se.
- Beispielsweise können die Geschosse Registriermittel für ,die bei Annäherung an fremde Körper oder an die Erde auftretenden elektrischen Feldänderungen am Geschoß enthalten, welche die Zündung mittelbar oder unmittelbar auslösen. Eine derartige Zündeinrichtung hat insbesondere für die Betämpfung von Luftzielen große Bedeutung.
- Wie Versuche gezeigt haben, ist die Größe und das Vorzeichen der einem Geschoß beim Abschluß mitgeteilten Ladung von der als Treibladung verwendeten Pulverart und von der Geschoß reibung im Rohr der Feuerwaffen abhängig. Man kann daher aus der jeweiligen elektrischen Ladung des Geschosses Rückschlüsse auf die Pulverart und die Geschoßreibung ziehen. Die elektrische Geschoßladung läßt sich beispielsweise dadurch ermitteln, daß man das Geschoß durch einen ringförmigen Leiter fliegen läßt und die Kurve des zwischen dem Leiter und der Erde sich ergebenden Stromflusses oszillographiert.
- Aus dieser Stromliurve lassen sich Größe und Vorzeichen der Ladung rechnerisch ermitteln.
Claims (4)
- PATENTANSPRÜCHE: r. Die Ausnutzung der den Geschossen von Feuerwaffen beim Abschuß mitgeteilen, gegebenenfalls durch zusätzl ich äußere Beeinflussung verstärkten elektrischen Ladung gegen Erde zur Messung oder Auslösung von ballistischen Vorgängen und Geschoßwirkungen.
- 2. Einrichtung zum Messen l ob Geschoßgeschwindigkeiten unter Ausnutzung der elektrischen Geschoßladung nach Anspruch I, gekennzeichnet durch die Anordnung von elektrischen Leitern in der Umgebung der Geschoßflugbahn in Verbindung mit Mitteln zum Anzeigen oder Messen der den Leitern influenzierten Potentiale bzw. ihrer Wirkungen.
- 3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die elektrischen Leiter die Geschoßflugbahn vorzugsweise als geschlossene Ringe umfassen und über eine Strommeßvorrichtung mit der Erde verbunden sind.
- 4. Einrichtung zum Auslösen der Zün dung einer Geschoßsprengladung unter Ausnutzung der elektrischen Geschoßladung nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß das Geschoß Registriermittel für die bei Annäherung an fremde Körper oder an die Erde auftretenden elektrischen Feldänderungen am Geschont enthält, welche die Zündung mittelbar oder unmittelbar auslösen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DER95913D DE712083C (de) | 1936-03-29 | 1936-03-29 | Messung oder Ausloeung von ballistischen Vorgaengen und Geschosswirkungen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DER95913D DE712083C (de) | 1936-03-29 | 1936-03-29 | Messung oder Ausloeung von ballistischen Vorgaengen und Geschosswirkungen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE712083C true DE712083C (de) | 1941-10-11 |
Family
ID=7419457
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DER95913D Expired DE712083C (de) | 1936-03-29 | 1936-03-29 | Messung oder Ausloeung von ballistischen Vorgaengen und Geschosswirkungen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE712083C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1031687B (de) * | 1954-09-15 | 1958-06-04 | Bofors Ab | Elektrischer Kondensatorzuender |
-
1936
- 1936-03-29 DE DER95913D patent/DE712083C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1031687B (de) * | 1954-09-15 | 1958-06-04 | Bofors Ab | Elektrischer Kondensatorzuender |
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