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Verpackungsmittel Die Erfindung betrifft ein Verpackungsmittel für
leicht verderbliche oder chemisch angreifende Waren, insbesondere Schmelzkäse, der
aus einer Metallfolie, vorzugsweise Aluminiumfolie, besteht, die zur Erzielung eines
Luft- und feuchtigkeitsdichten Verschlusses durch Anhaften an der Käsemasse und
durch Verkleben der Überlappungsstelllen ein- oder beidseitig mit einem Schutzüberzug
mit in Wärme und Feuchtigkeit klebenden Eigenschaften versehen ist.
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Es ist an sich bekannt, Metall-, insbesondere Aluminiumfolien zu :Verzierungszwecken
oder zur Vergrößerung der chemischen und mechanischen Widerstandseigenschaften mit
Zaponlacken, Nitrocelluloselacken, Schichten aus Kautschuk, kautschukähnlichen Massen,
natürlichen .oder künstlichen Harzen o. dg1. zu überziehen. Auch Verpackungsfolien
für Schmelzkäse sind bereits bekannt. Die erwünschte luftdichte Abschließung wurde
dadurch erreicht, daß die Verpackungsfolie mit einer Schellacklösung überzogen wurde.
Schellack hat als einziges Naturharz die Fähigkeit, unter Einfluß von Wärme und
Feuchtigkeit ,an der Käsemasse, die bekanntlich in heißem Zustande in die Verpackungshülle
eingegossen wird, anzuhaften und auch nach dem Erkalten des Füllgutes an diesem
zu kleben, und ist außerdem gleichzeitig noch geruch- und geschmackfrei.
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Obwohl nun Schellack die an ihn bei der Verwendung von unter Einfluß
von Wärme und Feuchtigkeit klebenden Folien als Verpackungsmittel für Käse gestellten
Anforderungen erfüllt, hat sich als Nachteil sein Einfuhr aus dem Aaslande bemerkbar
gemacht. Die gesamte Käsefolien herstellende und verarbeitende Industrie war, soweit
es sich um Käsefolien mit klebenden Eigenschaften
handelte, seither
auf Schellack und damit auf die Einfuhr vom Auslande angewiesen. Für die Herstellung
der in Frage kommenden Folie wurden unter Verwendung anderer Stoffe schon verschiedene
Vorschläge gemacht, die jedoch .alle keine Lösung des Problems brachten, da .entweder
keine klebenden Eigenschaften vorhanden waren oder aber die Forderung nach Geruch-
und Geschmackfreiheit nicht erfüllt werden konnte.
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Dieser Nachteil wird durch das Verpakkungsmittel gemäß der Erfindung
beseitigt. Es besteht ebenfalls aus einer Metall-, insbesondere Aluminiumfolie,
die zur Erzielung von klebenden Eigenschaften unter Einfluß von Wärme und Feuchtigkeit
mit einem überzug aus ölfreien Glycerin-Phthalsäure-Kondensätionsharzen versehen
ist. Von den bis heute bekanntgewordenen natürlichen und künstlichen Harzen ist
das erfindungsgemäße geeignet, die Aufgabe des seither verwendeten Schellacks zu
übernehmen. Wie Versuche gezeigt haben, sind die. für andere Lackierzwecke brauchbaren
Naturharze, wie beispielsweise Kolophonium, Harzester, Kalkhartharze, Kopale, Dammar,
Sandarac, Mastix o. dgl. nicht geeignet, weil sie alle am Käse nicht kleben. Außerdem
sind alle natürlichen Harze mit Ausnahme von Schellack nicht geschmackfrei. Geschmackliche
Beeinflussung und das Fehlen von Klebeeigenschaften am verpackten Gut sind auch
bei Verwendung von künstlichen Harzen, z. B. Acrylharzen, Harnstaffharzen, kombinierten
Phenolharzen, Polyvinylacetat o. dgl., die Gründe für die Unbrauchbarkeit derartiger
Stoffe für den geschilderten Zweck.
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Es wurde gefunden, daß eine Überzugsschicht aus ölfreien Glycefin-Phthalsäure-Kondensationsharzen
einen befriedigenden Ersatz für den seither verwendeten Schellacküberzug ergibt.
Das erfindungsgemäße Verpackungsmittel verfügt über die Fähigkeit, am nassen Käse
anzuhaften, nach dem Erkalten der Käsemasse an dieser kleben zu bleiben, eine Verbindung
an den Überlappungsstellen herbeizuführen, und ist gleichzeitig geruch- und geschmackfrei.
Die Gefahr einer nachteiligen Beeinflussung des verpackten Gutes hinsichtlich Geruch
oder Geschmack besteht nicht. Diese Überzugsschicht aus Glycerin-Phthalsäure-Kondensationsharzen
sichert durch einen völligen Luftabschluß dem verpackten Gut eine große Lagerfähigkeit.
Auf Grund seiner Geruch- und Geschmackfreiheit und der unter Einfluß von Wärme und
Feuchtigkeit vorhandenen Klebeeigenschaften ist das als klebende Schicht verwendete
ölfreie Glycerin Phthalsäure-Kondensationsharz als einzigei Stoff geeignet, die
Aufgaben, die seither ausschließlich dem Schellack- zugewiesen waren, zu übernehmen
und damit die in Frage kommende Industrie unabhängig von der Einfuhr eines ausländischen
Rohstoffes zu machen.
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Erfindungsgemäß wird das angestrebte Ziel erreicht durch die Verwendung
einer Metall-, insbesondere Aluminiumfolie, die in bekannter Weise ein- oder beidseitig
mit ebenfalls bekannten Schutzfilmen überzogen ist, auf die dann die unter Einfluß
von Wärme und Feuchtigkeit klebend werdende Schicht aus Glycerin-Phthalsäure-Kondensationsharzen
aufgebracht ist. Zur Erreichung des Klebeeffekts ist jedoch das vorherige Überziehen
der Folie nicht Voraussetzung. Die wärmeklebende Schicht aus Glycerin-Phthalsäure-Kondensationsharzen
kann für sich allein oder unter Beimischung von Weichmachungsmitteln, Cellulosederivaten,
wie Celluloseester und. äther o. dgl., ,auf die Unterlage aufgebracht sein.
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Zur Erhöhung der verzierenden Wirkung oder weiteren mechanischen Verstärkung
kann das erfindungsgemäße Verpackungsmittel in .an sich bekannter Weise mit Papier,
durchsichtiger Folie o. dgl. versehen und `oder gefärbt und/oder bedruckt und./oder
geprägt sein. Das Verpackungsmittel widersteht in ausgezeichneter Weise organischen
und anorganischen Säuren, Salzen und Alkalien; ,außerdem ist die Feuchtigkeitsbeständigkeit
sehr gut.
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Wenn im vorstehenden bei der Kennzeichnung der Eigenschaften der Glycerin-Phthalsäure-Kondensationsh.arze
als Füllgut immer Käse genannt wurde, so bedeutet dies keinesfalls:, daß das Verpackungsmittel
gemäß der Erfindung nur für Schmelzkäse geeignet ist. Auch ,andere Füllgüter, die
unter gleichen oder ähnlichen Bedingungen zu verpacken und für deren Lagerung die
gleichen Voraussetzungen ,gegeben sind, können damit verpackt werden.