DE716741C - Verfahren zur Herstellung einer OElkabelanlage - Google Patents

Verfahren zur Herstellung einer OElkabelanlage

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DE716741C
DE716741C DES99678D DES0099678D DE716741C DE 716741 C DE716741 C DE 716741C DE S99678 D DES99678 D DE S99678D DE S0099678 D DES0099678 D DE S0099678D DE 716741 C DE716741 C DE 716741C
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    • H—ELECTRICITY
    • H01—ELECTRIC ELEMENTS
    • H01B—CABLES; CONDUCTORS; INSULATORS; SELECTION OF MATERIALS FOR THEIR CONDUCTIVE, INSULATING OR DIELECTRIC PROPERTIES
    • H01B9/00—Power cables
    • H01B9/06—Gas-pressure cables; Oil-pressure cables; Cables for use in conduits under fluid pressure
    • H01B9/0611—Oil-pressure cables

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  • Gas Or Oil Filled Cable Accessories (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung einer Ölkabelanlage Für viele elektrische Zwecke, insbesondere für Hochspannungsanlagen empfiehlt sich die Verwendung von Ölkabeln. Dies sind Bleimantelkabel, die mit einem oder mehreren innerhalb der Isolierung oder innerhalb des Leiters verlaufenden Längskanälen versehen sind, durch den oder die das als Tränkungsm:ittel benutzte Öl in das Kabel eingeführt wird. Nach der Verlegung stehen die Kanäle mit Speichern für das Tränkungsmittel in Verbindung, so daß ein Ausgleich der Ölmenge im Kabel und die ständige Aufrechterhaltung der Tränkung des Kabels selbst bei Ölverlusten möglich ist.
  • Die Tränkung der Ölkabel muß besonders sorgfältig vorgenommen werden, denn ein Feuchtigkeitsgehalt der Isolierung sowie Lufteinschlüsse innerhalb des Kabels vermindern die Durchschlagfestigkeit erheblich. Mit den .Hilfsmitteln der Werkstatt läßt sich eine sorgfältige Tränkung ohne weiteres- durchführen, Man arbeitet .gewöhnlich in der Weise, daß das Kabel zunächst völlig getrocknet, nach der Trocknung auf Dichtigkeit geprüft, evakuiert und darauf unter Druckanwendung mit Öl o. dgl. gefüllt wird. Indessen bietet die Verlegung solcher Kabel erliebliche Schwierigkeiten. Zunächst ist der Wärineausdehnungskoeffizient des Tränkinittels erheblich größer als der des Kabels. Da man beim- Transport die Temperatur der Werkstatt nicht einhalten kann, entstehen entweder bei Temperaturabnahme Hohlräume innerhalb des Kabels, die sich mit Gasen, z. B. Luft, füllen können, oder bei Ternperaturzunahine Ausbauchungen des Kabelmantels, die ebenfalls schädlich sind. Bei der Herstellung der notwendigen Verbindungen in z Verlauf der Verlegung müssen die Kabelenden geöffnet werden. Hierbei läßt sich nicht vermeiden, daß Öl aus dem COlkanal und auch aus der Isolierung austritt. Es müssen also nach der Verlegung nicht nur die Verbindungsstelle, sondern auch die Kabelenden erneut luftleer gemacht und darauf wieder getränkt werden. Da- diese Maßnahmen ohnehin unvermeidlich waren, hat man nach der Imprägnierung in der Werkstatt das Öl aus den Kanälen wieder auslaufen lassen und die Kanäle erst nach der Verlegung gleichzeitig mit der Tränkung der Verbindungsstellen wieder gefüllt. Bei diesem bekannten Verfahren aber ergab sich, daß die Durchschlagfestigkeit des verlegten Kabels wesentlich geringer war als die des Kabels in der Werkstatt. Die Ursachen hierfür liegen einerseits darin, daß die Entlüftung und erneute Tränkung bereits einmal getränkter Kabel nicht mehr vollständig verläuft. Andererseits wirkt die Luft, die nach der Entleerung der Ölkanäle in diese eintritt, schädigend auf das irn Kabel noch zurückbleibende Öl ein, denn dieses kann nunmehr wieder die gleichen oder ähnliche Gase aufnehmen, die man vorher durch Trocknung und Entgasung des Öls möglichst restlos daraus beseitigt hat und die, wie bekannt, die elektrischen Eigenschaften des Öls stark herabsetzen. Diese Mängel sind. in der Technik allgemein anerkannt, und man hat sich bemüht, sie durch die verschiedensten Maßnahmen zu beseitigen. Praktisch brauchbar ist indessen nur der Vorschlag, die in der Werkstatt getränkten Kabel mit in die Kabeltrommel eingebauten Ölausgleichsgefäßen zu verbinden und sie während des Versandes und bei der Verlegung ständig unter Öldruck zu halten. Hierfür sind aber besonders ausgerüstete und deshalb teuere Kabeltrommeln notwendig. Außerdem werden die Möglichkeiten, die Dichtigkeit des Kabels nach der Verlegung zu prüfen, verringert, insbesondere ist die am sichersten zum Ziel führende Prüfung mit Druckluft nicht mehr möglich. Man kann nur noch solche Kabelfehler feststellen, die sich (furch starken Ölaustritt bemerkbar machen. Kleinere Fehler am Kabelmantel, durch die zuerst nur sehr wenig Öl austritt, lassen sich nicht erkennen, da ja der Bleimantel nicht frei liegt, sondern mit einer Bewehrung versehen ist. Berücksichtigt man nun, daß gerade beim Versand und bei der Verlegung des Kabels Beschädigungen des Bleimantels am häufigsten vorkommen, so ergibt sich, (a(4 auch (fiese Lösung noch nicht restlos befriedigt. Außerdem hat sie noch den Nachteil, daß die Herstellung der Kabelverbindungen am Verlegungsort bei ölgefüllten Kabeln einige Schwierigkeiten- macht, da sich ein Ölaustritt aus der Isolation nicht restlos vermeiden läßt. Bei diesem Ölaustritt wird das vorher entgaste Öl mit der Luft in Berührung kommen und wiederum Gas, d. h. in diesem Falle Luft, aufnehmen. Wenn auch ein gewisser Teil dieses Öles in .die üblicherweise unter die Verbindungsstelle gestellte Wanne ablaufen wird, so wird es sich doch nicht vermeiden lassen, daß ein Teil zurückbleibt und in die Wickelkeule der entstehenden Verbindungsmuffe eingewickelt wird. Dadurch entsteht aber folgender Nachteil. Beim luftdichten Abschließen der Verbindungsmuffe wird man bestrebt sein, das mit der Luft in Berührung gekommene Öl, welches sich in der Wickelkeule befindet, durch Nachdrücken von Öl aus den benachbarten Kabelenden aus der Wicklung zu entfernen so lange, bis überprüft werden kann, ob das ausströmende 01 völlig entgast ist. Dieser Nachweis beweist aber nicht, daß nicht doch in der Wickelkehle mit Luft angereicherte Ölreste zurückgeblieben sind. Wird nun eine solche Anlage unter Spannung gesetzt und der aufgenommene Luftrest unter dem Einfluß des Elektronenbombardements in Gestalt von Gasblasen wieder aus dem Ö I abgegeben, ist ein erheblicher Gefahrenpunkt erreicht. Es können nämlich bei diesen Kabelanlagen aus den geschilderten Gründen die sogenannten überraffinierten Öle, die die besten dielektrischen Eigenschaften aufweisen, nicht verwendet werden, weil gerade sie unter einem Elektronenbombardement Gas abgeben.
  • Ein anderes bekanntes Verfahren besteht darin, daß das Kabel erst an der Verlegungsstelle getrocknet und getränkt wird. Nach der Trocknung wird hierbei zunächst die Luft aus dem Kabel durch ein im Tränkungsmittel lösliches Gas, z. B. Kohlensäure oder Propan, verdrängt. Darauf wird (las Kabel e 'kuiert, und es erfolgt die Tränkung va ' a Diese Arbeitsweise muß ebenfalls zti :NTißerfolgcn führen, denn die Trocknung des Kabels an der Verlegungsstelle dauert sehr lange und ist nicht zuverlä ss,ig, da eine gleichmäßige Erhitzung des bereits ausgelegten Kabels sich nicht durchführen läßt. Außerdem nimmt das Trünkungsmittel wieder die ini Kabel noch vorhandenen und iin Trä nkungsmittel leichtlöslichen Gase auf, -die man durch vorherige Entgasung gerade aus dem Tränkungsmittel entfernen wollte, da sie die Brauchbarkeit des Tränkungsmittels herabsetzen.
  • Durch die Erfindung gelingt es, die bisher mit der Verlegung von Ölkabeln noch verbundenen Nachteile zu beseitigen. Nach dem Verfahren gemäß der Erfindung wird ein mit Ölkanälen ausgestattetes Bleimantelkabel in der Werkstätt nur .getrocknet, mit Bleimantel versehen und darauf in der üblichen Weise aufgetromnielt und versandt, natürlich unter Verschluß der Kabelenden: Es wird darauf ausgelegt und in diesem ungefüllten Zustand mit den üblichen Zubehörteilen, nie Endverschlüssen, Verbindungs- und- Sperrniitfen, AbzweigkAsten u. dgl., verseben. Gegebenenfalls folgt eine Probe auf Dichtigkeit; die sich auch an der Verlegungsstelle mit einfachsten Mitteln, z. B. einer Druckpumpe, bequem durchführen läßt. Hat sich das trocken verlegte Kabel als fehlerfrei erwiesen, so wird es evakuiert und erst- und einmalig mit unter Druck zugeführtem Öl getränkt. Zur Entfernung der Restfeuchtigkeit und zur Evakuierung kann das Kabel durch einen elektrisehen Heizstrom erwärmt werden, der durch den oder die Leiter des Kabels geschickt wird. Die Evakuierung und Tränkung kann hierbei ohne weiteres mit den gleichen Geräten vorgenommen werden, die zur Evakuierung und Tränkung der Kabelverbindungen auch bisher stets erforderlich waren. Die auf diese Weise verlegten Kabel haben sich in der Praxis bestens bewährt. Insbesondere hat sich gezeigt, daß sie eine bisher kaum erreichte Durchschlagfestigkeit aufweisen. Das Verfahren gemäß der Erfindung hat die Vorteile, daß es stets zuverlässig arbeitet und daß dafür besondere teuere Kabeltrommeln nicht erforderlich sind. Außerdem ist die Herstellung der Verbindungen und Kabelverschlüsse einfacher als bei ölgetränkten Kabeln. Besondere teuere Geräte sind für das Verfahren gemäß der Erfindung nicht erforderlich. Vielmehr kann es mit leicht beweglichen Hilfsmitteln durchgeführt werden, und es bietet die sichere Gewähr, daß das verlegte Kabel auch zuverlässig fehlerfrei ist.
  • Es braucht beim Versand auf die Tränkung und das Tränkmittel keine Rücksicht genommen zu werden, ferner lassen sich Zubehörteile; wie Endverschlüsse, Verbindungs-und Abzweigkästen o. dgl., bei einem trokkenen Kabel natürlich wesentlich leichter und einfacher einbauen als bei einer ganz. oder teilweise ölgefüllten Strecke.
  • Bei der ölkabelanlage gemäß der Erfindung können Schwierigkeiten aus dem 01 überhaupt nicht auftreten. Denn das hier vor der Einführung in das Kabel entgaste öl kommt mit der Luft nicht in Berührung. Infolgedessen kann man bei Ölkabelanlagen nach der Erfindung ohne weiteres die bereits vorerwähnten in dielektrischer Beziehung hervorragenden überraffinierten Öle verwenden, und man erhält dadurch einen Verlustwinkel; der mit steigender Spannung fällt. Die bekannten Kabelanlagen zeigen einen solchen Verlauf des Verlustwinkels nicht, vielmehr steigt der Verlustwinkel mit steigender Spannung, günstigsten Falles fällt er um ein viel Geringeres als bei nach der Erfindung hergestellten Kabelanlagen. Nun ist es eine bekannte Tatsache, daß Gürtelkabel einen steileren Anstieg des Verlustwinkels aufweisen als Dreimantellcabel. Infolgedessen liegt auch der Ionisierungspunkt hei Gürtelkabeln, wenn man dieselben Gradienten voraussetzt, näher an der Betriebsspannung als bei Dreimantelkabeln. Um diesen Vorteil auszunutzen, hat man die Isolationsschicht bei Dreimantelkabeln soweit verringert, daß der Ionisierungspunkt etwa in die gleiche Nähe der Betriebsspannung gerückt ist wie bei Gürtelkabeln. Mit anderen Worten: Bei Gürtelkabeln ist der Anstieg des Verlustwinkels sehr stark, bei Dreimantelkabeln bedeutend geringer. Offenbar erfährt die Kurve des Verlustwinkels in Abhängigkeit von der Spannung eine Rechtsdrehung, wenn die ionisierungsspannung sich von der Betriebsspannung entfernt. Es ist nun allgemein bekannt, daß ein Kabel um so besser ist, je weiter der Ionisierungspunkt von der Betriebsspannung entfernt, je mehr also eine Rechtsdrehung der Verlustwinkelkurve erfolgt ist. Da nun bei der Kabelanlage gemäß der Erfindung die Verlustwinkelkurve noch mehr nach rechts gedreht ist als bei den bisher bekannten Ölkabeln, so ergibt sich daraus eine erheblich gesteigerte Sicherheit.
  • Man hat schon vorgeschlagen, Ölkabel nach der Verlegung erstmalig zu tränken, und zwar ohne vorherige 13vakuierung, und diese Tränkung so lange zu wiederholen, bis das ausfließende öl keine Luft oder Gaseinschlüsse mehr zeigt. Dieses bekannte Verfahret. erfordert einerseits einen besonderen und teueren Kabelaufbau und ist andererseits umständlich und zeitraubend.
  • Demgegenüber verzichtet das Verfahren nach der Erfindung auf die völlige Entfernung von etwaigen in der aktiven Isolation befindlichen Lufteinschlüssen durch wiederholte Ölzugabe bzw. durch Ausspülen mittels eines in Öl löslichen Gases und begnügt sich mit einem einmaligen Einlaß des Tränkungsmittels.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung einer Ölkabelanlage, deren mit Faserstoffisolierung versebenes Bleiinantelkabel mit durchlässigen in oder an der Isolierung liegenden Längskanälen für die Tränkflüssigkeit versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß das am Erzeugungsort nur getrocknete und verbleite Kabel in diesem Zustande versandt und verlegt wird, darauf bei .diesem Zustand des Kabels sämtliche Zubehörteile, wie Endverschlüsse. Verbindungs-, Sperrmuffen, Abzweigkästen u. dgl., angeschlossen werden, anschließend die Gesamtanlage evakuiert wird und nach der Evakuierung erstmalig und einmalig der Einlaß des Tränkungsmittels erfolgt unter Verzicht auf die völlige Entfernung von etwaigen in der aktiven Isolation befindlichen Lufteinschlüssen durch Ausspülung mittels eines in Öl löslichen Gases oder wiederholter Ölzugabe.
DES99678D 1931-03-25 1931-07-10 Verfahren zur Herstellung einer OElkabelanlage Expired DE716741C (de)

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