DE72521C - Verfahren zur Gewinnung von Hefe - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Hefe

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DE72521C
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DENDAT72521D
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K. SCHLAGENHAUFER und J. BLUMER in New-York, 256 West 24 th Street
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12NMICROORGANISMS OR ENZYMES; COMPOSITIONS THEREOF; PROPAGATING, PRESERVING, OR MAINTAINING MICROORGANISMS; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING; CULTURE MEDIA
    • C12N1/00Microorganisms; Compositions thereof; Processes of propagating, maintaining or preserving microorganisms or compositions thereof; Processes of preparing or isolating a composition containing a microorganism; Culture media therefor
    • C12N1/14Fungi; Culture media therefor
    • C12N1/16Yeasts; Culture media therefor

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 6: Bier, Branntwein, Wein, Essig und Hefe.
Verfahren zur Gewinnung von Hefe.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 17. Mai 1892 ab.
Bei dem bisher gebräuchlichen Verfahren zur Erzeugung von Hefe wird die Stärke, welche in den verwendeten stärkemehlhaltigen Rohmaterialien enthalten ist, möglichst vollkommen durch Diastase - Einwirkung in Zucker verwandelt, und die so erhaltene Maische unter Zusatz von Hefe vergohren.
Diese Methode hat die Nachtheile, dafs die Anwesenheit der Diastase die Einhaltung begrenzter und niederer Temperaturen erfordert, wodurch die Bedingungen zur Züchtung einer reinen Hefe nicht genügend erfüllt werden können, und dafs für das eigentliche Hefewachsthum ganz überflüssig grofse Mengen von Zucker zur Vergährung gebracht werden müssen.
Die vorliegende Erfindung bezweckt, aus stärkemehlhaltigen Rohstoffen reine Hefe ohne Aufschliefsung der Stärke darzustellen, indem nur die in diesen Rohstoffen vorkommenden, in Wasser bei gewöhnlicher Temperatur löslichen Hefenährstoffe (Zucker,. Dextrin, stickstoffhaltige Stoffe und Aschensalze) zur Hefeerzeugung ausgenutzt werden, während die unverändert bleibende Stärke als solche für andere Zwecke verwendet werden kann.
Auf diese Weise wird, da keine grofsen Zuckermengen gebildet werden, aus welchen nachher Alkohol entsteht, die Hefeerzeugung von der Spiritusfabrikafion vollständig unabhängig gemacht, und es entfallen die Einführung von Diastase und die dadurch erforderlichen, für die Züchtung einer reinen Hefe nachtheiligen Umstände. Das neue Verfahren wird in folgender Weise durchgeführt.
Stärkemehlhalfige Rohstoffe werden in zerkleinertem oder unzerkleinertem Zustande mit der ein- bis dreifachen Menge reinen Wassers oder mit Wasser, welches kleine Mengen von Säuren oder Alkalien enthält, gemischt und genügend lange ausgelaugt.
Bei Anwendung schwach saurer oder schwach alkalischer Lösungen mufs darauf Bedacht genommen werden, dafs dieselben derart sind, dafs die Stärke von denselben in keiner Weise angegriffen wird. Auch mufs bei dem Auslaugen eine Temperatur eingehalten werden, welche die Stärke des Rohmaterials nicht verändert; sie kann ungefähr 500 C. betragen; am zweckmäfsigsten ist eine Temperatur von ι 5 bis 20° C.
In manchen Fällen kann die bei diesem Verfahren gewonnene Schlempe als besonders geeignetes Lösungsmittel saurer Natur verwendet werden.
Durch das Auslaugen des Rohmaterials werden Würzen hergestellt, in welchen die in dem Rohmaterial vorhandenen löslichen Stoffe, als Zucker, Dextrin, stickstoffhaltige Stoffe und Aschensalze in Lösung sich befinden. Die Zusammensetzung dieser Lösung hängt von dem verwendeten Rohmaterial ab; der Concentrationsgrad der Lösung ist von dem Rohmaterial, der Menge des Lösungsmittels, der eingehaltenen Temperatur und der Dauer der Einwirkung abhängig.
Selbstverständlich ist auf die möglichst vollständige Erschöpfung des Rohmaterials zu achten. Ist diese erreicht, so wird die klare
Lösung von den festen Bestandtheilen in geeigneter Weise' getrennt.
Letztere enthalten die gesammte Stärke des Rohmaterials, welche nunmehr nach irgend einem bekannten Verfahren daraus gewonnen oder weifer verarbeitet werden kann.
Es braucht kaum erwähnt zu werden, dafs eine systematische Auslaugung der Rohmaterialien zur vollständigen Erschöpfung am Platze ■ sein wird, es ist dann ein Leichtes, die gewünschten und zur Vergährung geeignetsten Extractmengen in Lösung zu bringen. Wir haben gefunden, dafs Concentrationen von 1,020 bis 1,040 spec. Gewicht zur Vergährung am besten geeignet sind.
Die erhaltene Würze ist durch grofse Mengen von Spaltpilzen und Pilzsporen, welche dem Rohmaterial anhaften, verunreinigt und diese müssen, um die Würze zur weiteren Verwendung geeignet zu machen, durch Erhitzen der Würze (Sterilisiren) getödtet werden. Zu dem Behufe wird die Würze in einem Gefäfs während einiger Zeit auf einer Temperatur von vortheilhaft ioo° C. erhalten; die Anwendung höherer Temperatur mufs mit Vorsicht geschehen, damit nicht schwer vergährbare Producte entstehen.
Bei der eben erwähnten Sterilisirung der Würzen werden stickstoffhaltige, bei höherer Temperatur gerinnbare Stoffe ausgefällt. Dieses Gerinnsel, welches infolge seines hohen Stickstoffgehaltes ein werthvolles Futter und Düngemittel bildet, wird entfernt, um eine klare Würze abziehen zu können.
Die klare Würze kann nun ohne Zusatz von Diastase mit Hefe zur Vergährung gebracht werden, wobei die Würze vortheilhaft stetig bewegt und auf einer Temperatur von 300 C. erhalten wird.
Die gährende Würze mufs vor nachträglicher Infection geschützt werden, um in einer reinen Lösung auch reine Hefe züchten zu können, welche die von solcher Hefe geforderte Triebkraft und Haltbarkeit in hohem Grade besitzt.
Nach Ablauf von 8 bis 12 Stunden ist die Vergährung beendet, und die vergohrene Würze wird nun von der Hefe getrennt, welch letztere gewaschen und geprefst wird.
Die abgezogene vergohrene Würze enthält kleine Mengen von Alkohol, welcher abdestillirt werden kann. Es ist klar, dafs diese Alkoholmengen verhältnifsmäfsig gering sind, weil sie nur aus jenen kleinen Mengen Zucker und Dextrin hervorgegangen sind, welche im Rohmaterial vorgebildet sind. Die nach der Destillation zurückbleibende Schlempe kann als Futtermittel dienen; ein Theil derselben wird, mit Wasser gemischt, vortheilhaft, wie oben erwähnt, als Auslaugungsmittel für den Rohstoff benutzt.
Durch das vorstehend beschriebene Verfahren ist man in den Stand gesetzt, die Hefeerzeugung, welche bisher einen Theil des Brennereigewerbes bildete, unabhängig von demselben zu betreiben.
Man wird die Hefeerzeugung vortheilhaft mit der Stärkefabrikation verbinden können, weil diese die beschriebene Bereitung der Hefenährlösungen in geeigneter Wreise ermöglicht und gleichzeitig dadurch die grofsen Mengen der bei der Stärkeerzeugung entstehenden und bis jetzt meist verloren gegebenen flüssigen Abfälle verwerthet werden können, während der Nachtheil der bisherigen Verfahren der Hefeerzeugung, gleichzeitig mit derselben auch grofse Mengen Alkohol zu erzeugen, ganz in Wegfall kommt.
Während weiter bei den früheren Verfahren der Betrieb vielfach durch die Verwendung von bakterienreichen Maischen oder Würzen gefährdet war, werden diese Uebelstände bei unserem Verfahren infolge der Verwendung sterilisirter Lösungen vollständig beseitigt.
Das Verfahren ist sehr einfach und leicht durchzuführen und zu überwachen und entspricht möglichst vollständig den für die Reinzucht der Hefe aufgestellten Bedingungen. :..

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch: ' . :■
    Ein Verfahren zur Erzeugung von Hefe, dadurch gekennzeichnet, dafs man aus stärkemehlhaltigen Rohstoffen durch Behandlung mit reinem oder mit schwach angesäuertem bezw. schwach alkalisch gemachtem Wasser bei etwa 50° C. die löslichen Bestandteile, ohne die Stärke zu verändern, auslaugt, hierauf die so gewonnene Nährlösung vom stärkemehlhaltigen Rückstand trennt, durch Erhitzen sterilisirt, von den hierbei gerinnenden Eiweifsstoffen befreit und mit Hefe zur Vergährung bringt.
DENDAT72521D Verfahren zur Gewinnung von Hefe Expired - Lifetime DE72521C (de)

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