DE728962C - Verfahren zur Herstellung von festen, wasserfreien Erdalkalioxydformlingen aus Erdalkalihydraten - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von festen, wasserfreien Erdalkalioxydformlingen aus Erdalkalihydraten

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DE728962C
DE728962C DEB182620D DEB0182620D DE728962C DE 728962 C DE728962 C DE 728962C DE B182620 D DEB182620 D DE B182620D DE B0182620 D DEB0182620 D DE B0182620D DE 728962 C DE728962 C DE 728962C
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alkaline earth
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DEB182620D
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Dr Hans Fueldner
Dr Rudolf Wendlandt
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BAYERISCHE STICKSTOFF WERKE AG
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BAYERISCHE STICKSTOFF WERKE AG
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01FCOMPOUNDS OF THE METALS BERYLLIUM, MAGNESIUM, ALUMINIUM, CALCIUM, STRONTIUM, BARIUM, RADIUM, THORIUM, OR OF THE RARE-EARTH METALS
    • C01F11/00Compounds of calcium, strontium, or barium
    • C01F11/02Oxides or hydroxides

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Geology (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Processing Of Solid Wastes (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von festen, wasserfreien Erdalkalioxydformdingenaus Erdalkalihydraten Es ist bekannt, Kalkhydrat aus Trockenvergasungsprozessen von Calciumcarbid bei höheren Temperaturen zu brennen. und den gebrannten Kalk vermittels Hochdruckpressen in Formlinge überzuführen oder die Stufen des Brennens und Pressens auch umzukehren. .In diesem Fall wird das zunächstunter Anwendung von Hochdruckpressen geformt und dann bei Temperaturen von z. B. 75o0 und. darüber entwässert und gebrannt. Es ist ach bekannt, Zersetzerschlamrn von der Kalkstickstoffverseifung durch Sintern bei sehr hohen Temperaturen zusammenzuballen. Bei diesen bekannten Verfahren, treten erhebliche. Verluste an Staub ein, die Formlinge sind nicht sehr haltbar und unterliegen stark Abri'ebverlusten oder zersplittern beim BrennprozeB und ergeben einen unerwünschten Anfall an Unterkorn u. dgl. Auch ist das Formen. und Brennen bei Sintertemperaturen.rnit hohem Aufwand an Energie und Apparatur verknüpft.
  • Alle diese Nachteile werden vermieden, wenn man erfindungsgemäß die von Erdalkali-Oxyd befreiten Erdalkalihydrate in. Gestalt von Formlingen derart erhitzt, daß die Er-. hitzung bei einem Gasdruck von z Atm. öder darunter erfolgt, wobei in der Gasphase ein Wasserdampfpartialdruck aufrechterhalten wird,. der mindestens '/,to bis % des zu der Arbeitstemperatur gehörigen Dssoziationsdruckes an Wasserdampf beträgt. Es wurde nämlich gefunden, däß bei Senkung des Wasserdampfpartialdruckes der Gasphase unter eine bestimmte Grenze von 1/1o bis 1/4 des der Zersetzungstemperatur zugehörigen Zersetzungsdruckes der Zerfall der Formlinge stark zunimmt, während man oberhalb der genannten Partialdruckgrenze ohne praktisch ins Gewicht fallenden Staubanfall feste und haltbare Formlinge erhält. Erhitzt man beispielsweise ein Kalkhydrat bei einer Temperatur von 5oo° bei einem Wasserdampfdruck oberhalb 3o bis 35 mm, so werden feste, haltbare Formlinge erhalten, -während andererseits bereits mit der Entwässerung ein weitgehender Zerfall in Splitter und Staub eintritt, wenn man einen Wasserdampfdruck von 3o bis 35 mm während der Dauer der Entwässerung des Produktes unterschreitet. Unter Entwässerung oder *Dehydratisierung wird hier und im folgenden nicht die Befreiung des Hydrates'vom Feuchtigkeitswasser, sondern insbesondere die Enffernung des chemisch gebundenen Hydroxydwassers verstanden. Es ist also erfindungsgemäß für die richtige ,Durchführung des Entwässerungsprozesses nicht der Absolutwert des Wasserdampfdruckes bzw. -partialdruckes maßgebend, sondern der Umstand, daß ein bestimmter Bruchteil des zu jeder Temperatur gehörenden Dissoziationsdruckes nicht unterschritten wird. Ganz gleichgültig bei welcher Temperatur demnach die Entwässerung vorgenommen wird, wird erfindungsgemäß erstmalig die Lehre der Einhaltung eines'bestimmten erforderlichen Mindestdruckes an Wasserdampf beim Entwässerungsvorgang gegeben.
  • An Stelle einer Einstellung des Wasserdampfpartialdruckes kann man nach der Erfindtzng auch vorteilhaft die Temperatur des Gutes so regeln, daß die Wasserdampfspannung desselben nicht mehr als das Vier- bis Zehnfache des in der Gasphase vorhandenen Wasserdampfpartialdruckes beträgt. Die Dehydratisierung kann im übrigen mit einem beliebigen inerten Gas- oder Dampfstrom durchgeführt werden.
  • Das Verfahren ist mit beliebigen Erdalkalihydratformlingen durchführbar, z. B. mit Formlingen, die unter Anwendung von Preßdruck bei gewöhnlichen oder erhöhten Temperaturen oder unter Wasserzusatz erhalten worden sind. Auch Ziegel oder Briketts oder Kugeln aus Erdalkalihydrat können Verwendung finden z. B. mittels - Strangpresse oder Drehtrommel o. dgl. aufbereitetes Erdalkalihydrat bzw. dieses enthaltendes Ausgangsmaterial. Als solches können auch z. B. Vergaserrückstände der Erdalkalicarbidvergasung nach dem nassen oder trockenen Verfahren oder Staubabfälle, z. B. der Kalk-oder Sodaindustrie; nach Hydratisierung und Formung des Gutes oder "Verseifungsprodukte,, -beispielsweise Zersetzerschlamm der .KalkstickstofFindustrie, nach Formung des Hydrates verwendet werden.
  • Es wurde weiterhin gefunden, daß es mitunter vorteilhaft ist, im Verlauf der Entwässerung verschiedene Temperatur- und/oder Druckstufen bzw. Partialdruckstufen anzuwenden. Die Temperaturen oder Partialdrucke können auch kontinuierlich ineinander übergehen, wobei insbesondere mit Anreicherung des Trägergases- an Wasserdampf höhere Temperaturen Anwendung finden. An Stelle von Temperaturänderungen oder gleichzeitig mit diesen kann auch der Wasserdampfdruck bzw. Wasserdampfpartialdruck geändert werden, z. B. wird man anfänglich mit 0,5 des der Zersetzungstemperatur zugehörigen Dissoziationsdruckes arbeiten und bei fortschreitender Dehydratisierung allmählich auf 0,25 und schließlich o, i des entsprechenden Dissoziationsdruckes an Wasserdampf übergehen. Die verschiedenen Partialdruckstufen lassen sich beispielsweise durch apparative Maßnahmen oder durch verschiedene Strömungsgeschwindigkeit des Trägergases einstellen, durch Anwendung von Vakuum u. dgl. Im allgemeinen wird man erfindungsgemäß bei einem Gasdruck von einer Atmosphäre oder darunter arbeiten, wobei auch wechselnde Drucke angewendet werden können.
  • Wünscht man gleichzeitig kohlensäurefreie Formlinge herzustellen, so ist es notwendig, daß der Kohlensäurepartialdruck über den Hydratformlingen über den ganzen Erhitzungsbereich und/oder wenigstens bei einer letzten Zeit- bzw. Temperaturstufe bis zur vollständigen oder teilweisen Decarbonisierung unter dem Zersetzungsdruck des. Systems Me C O3 - Me O +. C 02 gehalten wird. Im letzteren Fall kann man im Entwässerungsbereich auch mit einem wenigstens teilweise Kohlensäure enthaltenden Gasstrom arbeiten, doch.ist es mitunter vorteilhaft, Kohlensäure bereits am Anfang nach Möglichkeit auszuschließen. Wünscht man andererseits für bestimmte Prozesse, wie z. B. die Bildung von weißem Kalkstickstoff aus Kalk bzw. Carbonat und Ammoniak oder Blausäure usw.; carbonathaltige Oxydformlinge, so kann'man auch bewußt kohlensäurehaltige Brenngase benutzen.
  • Die Einstellung des Wasserdampfpartialdruckes wird man im allgemeinen so vornehmen, daß man bei kleineren Formlingen näher an die erfindungsgemäße Grenze herangeht und bei größeren Formlingen mehr oberhalb des Grenzpartialdruckes arbeitet. Letzteres hat sich auch als vorteilhaft erwiesen, wenn man ein Gemisch von. Formlingen verschiedener Größe anwendet, wobei man wenigstens im Anfang den Wasserdampfpartialdruck entsprechend den größeren Formlingen zunächst höher einstellt.
  • Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung hat es sich als vorteilhaft herausgestellt, die H20- und C02-Drucke bzw. Partialdrucke in der Gasphase unter Anwendung chemischer Gasgleichgewichte, z. B. der Wassergasreaktion u. dgl., zu beeinflussen. Um beispielsweise zu vermeiden, daß das im Anfang des Entwässerungsvorganges sich mit Wasserdampf anreichernde Trägergas über in Richtung des Strömungsweges weiter hinten liegende Teile mit zu hoher Konzentration streicht und damit die Entwässerung verlangsamt, kann man erfindungsgemäß dem Trägergas bestimmte Mengen Kohlenoxyd beimischen oder dem zu entwässernden Material Kohlenstoff z. B. in fein verteilter Form zugeben. Auch die Kohlensäurepartialdrucke der Gasphase können unter Anwendung beispielsweise der Wassergasreaktion u. dgl. beeinflußt werden.
  • Bei der praktischen Durchführung des Verfahrens erweist es sich im Bedarfsfall als nützlich, die Einstellung des Wasserdampf partialdruckes dadurch vorzunehmen; daß an einem Ende des Ofensystems und/oder an bestimmten Stellen des Ofensystems Wasserdampf und/oder Wasserdampf- bzw. Wasserdampf- oder wasserstoffhaltige Gase und/oder durch Einstellung chemischer Gleichgewichte wirkende Gase bzw. Gasgemische eingeführt, z. B. eingeblasen werden. Ist das Trägergas völlig trocken, so wird ihm ein entsprechender geringer Wasserdampfgehalt beigemischt oder in den Ofen eingeblasen. Bei zu hoher Konzentration des Trägergases an Wasserdampf werden Wasserdampf verbrauchende oder bindende - Stoffe eingeführt bzw: die Entwässerung in Stufen geleitet mit dazwischengeschalteter Wasserdampfentfernung o. dgl. Ist das Erdalkalihydrat .nicht vorgetrocknet und enthält es noch größere Mengen überschüssiger Feuchtigkeit, so wird der Prozeß vorteilhaft so geführt, daß zunächst das Feuchtigkeitswasser entfernt wird, indem man oberhalb des Zersetzungsdruckes bleibt.
  • Zur Vorwärmung der zur Dehydratsierung benutzten Gase bzw. Gasgemische bzw. Erdalkalihydrate werden heiße Abgase öder Verbrennungsgase jeder Art benutzt.
  • Das Verfahren läßt sich, insbesondere wenn man unter Au sschluß von Kohlensäure arbeiten will, mit indirekter Feuerung bzw. Beheizung durchführen. Beim Arbeiten- mit direkter Feuerung wird vorteilhaft mit wasser- bzw. wasserstoffhaltigen Brennstoffen gearbeitet, z. B. mit einer Wasserstoffluft- bzw. Sauerstoffflamme oder mit. natürlichen oder technischen, insbesondere Wasserstoff frei oder gebunden enthaltenden Brenngasen: -Eine weitere vorteilhafte- Ausgestaltung des Verfahrens besteht darin, dem Ausgangsmaterial frittende oder bindende Zusätze anorganischer oder organischer Natur, vorzugsweise solche zuzufügen, die bei der Arbeitstemperatur einen höheren H2 0-Zersetzungsdruck als die verwendeten Erdalkalhydrate haben. Z. B. hat- es sich gut bewährt, geringe Mengen einer Magnesiumchlordlösung oder Gemische der Erdalkalihydrate zu 'verwenden. Als organische Substanz kommt z. B. Zucker oder zucker- bzw. stärkehaltige Lösungen bzw. Rückstände, Melasse u. dgl. in Betracht.
  • Überraschenderweise wurde ferner festgestellt, daß sich als Zuschläge auch Stoffe verwenden lassen, die ein großes Porenvolumen besitzen, z. B. Kieselerde oder Koksgrus. Obwohl diese Stoffe gleichsam als Fremdkörper vorhanden sind, werden haltbare Formlinge ohne Zerfall erhalten. Die genannten Stoffe werden dem Ausgangsmaterial vor dessen Formung zu Kugel- oder Ziegelform u. dgl. in Grieß- oder Staubform zugefügt. Die mechanischen Gütewerte sowie die Trockengeschwindigkeit der Formlinge werden durch diese Zusätze auffallenderweise bedeutend erhöht. -Im übrigen ist die Durchführung des Verfahrens an besondere Öfenformen u. dgl. nicht streng gebunden. Insbesondere wird man zweckmäßig mit bewegtem Gut arbeiten, z. B. unter Verwendung eines Drehrohrofens, und den Prozeß so leiten, däß er kontinuierlich verläuft, oder z. B. auch in Schachtöfen oder Saugsinteröfen.
  • Das Verfahren läßt sich unter Umständen mit bekannten Prozessen kombinieren, beispielsweise indem man auf Carbidöfen o. dgl unter Ausnutzung der fühlbaren Wärme der Gase Hydratformlinge in geregelter Weise aufgibt. Da nämlich die Temperaturzonen auf einem CarbiAofen je nach Type und Prozeßgang sehr verschieden sind; bemißt man die Höhe der darüber anstehenden Beschikkungshöhe : so, daß der höheren Temperatur die größere Beschickungshöhe entspricht. Auch für Hochöfen ergeben sich hierdurch ähnliche Vorteile.
  • Besondere Bedeutung kommt der Erfindung bei der Verwendung von Kalkhydrat, das aus der Vergasung von Calciumcarbid stammt, als Ausgangsmaterial für den Carbidbildungsprozeß zu. In, diesem Fall werden aus sogenanntem Rückkalk hergestellte Erdalkalihydratformlinge gemeinsam mit den übrigen zur Carbidbildung notwendigen Rohstoffen, wie Koks, Anthrazit usw., erhitzt. Will man die Erhitzung auf dem Carbidofen selbst vornehmen, so arbeitet man vorteilhaft so, daß man den zusätzlich benötigten gebrannten Kalk gesondert aufgibt. Beispiel i 5o kg Kalkstaubbriketts, die mittels Hochdruckpresse hergestellt waren (-0' 40 min, Höhe 6o mm) und folgende Analyse hatten: CaO : 71,2 0/0 H-20 : 2 i, 5 0/0 CO, : 0,4 0/0 Oxyde : 6;9 0/0 wurden in einem indirekt gefeuerten Rohr-' bündelofen bei einer Temperatur von 55o° erhitzt.
  • Bei dieser Temperatur beträgt der Dissoziationsdruck des Ca(OH)2 rund ?6o mm. Die Feuerungsgase wurden benutzt, um das in das zu dehydratisierende Gut eingeblasene Luft-Wasserdampf-Gemisch aufzuheizen. Der Wasserdampfanteil der Heißluft betrug 18o./2oo mm, war also 25 0/0, d. h. 1/4 des zugehörigen Zersetzungsdruckes bei 55o'.
  • Nach einer Erhitzungsdauer von iio Minuten war die Entwässerung praktisch beendet; die Zertrümmerüngsfestigkeit, die anfänglich 35kg/cm° betrug, blieb auch nach der Entwässerung erhalten. Das ausgebrachte Gut war praktisch frei von Splitter- und Staubanfall; seine chemische Analyse war folgende: Ca O : 89,8 0/0 1,2 O : 0,75 % C 02 : 0,7 % Oxyde: 8,7 0/0.
  • Beispiel =2 Zoo kg Hydratkalkgranulat, dessen Korngröße zwischen io bis 30 mm -0' lag, wurden auf ein Kettenband aufgegeben und im Saugzugverfahren durch die Abgabe einer Leuchtgasfeuerung auf eine Temperatur von 585 bis 59o° gebracht. Die Verbrennungsgase enthielten einen Wasserdampfgehalt von rund 2o bis 21 0/0. Der Wasserdampfpartialdruck betrug demnach an allen Stellen des beheizten Gutes zumindest o,2o bis o,2i Atm. (p1,20 = o,-,o bis o,2i Atm.). Hierdurch war das verfahrensmäßig notwendige Merkmal des Entwässerungsvorganges erfüllt, denn der Dissoziationsdruck von Calciumhydroxyd beträgt bei etwa 585 bis 59o° rund 2 Atm.
  • Das entwässerte Gut `vor vollkommen rißfrei. Es hatte teilweise Kohlensäure aus den Abgasen aufgenommen, war hochaktiv und stellte in dieser Foren ein ausgezeichnetes Produkt für weitere Prozesse, z. B. Azotierung mit Ammoniak und Kohlenoxyd zu Cyanamid, dar. Ebenso ließ es sich in einer anschließenden Stufe bei höheren Temperaturen z. B. in einem anschließenden Schacht-oder Drehrohrofen. leicht zu gebranntem Kalk garbrennen, ohne daß ein Zerfall der Formlinge auftrat, wie dies immer der Fall ist, wenn man die Hydratformlinge durch obige Abgase bei höheren Temperaturen, z. B. 8oo bis goo°, erhitzt oder wenn man den Wasserdampfpartialdruck abweichend von der erfindungsgemäß gegebenen Lehre bei der obigen Temperatur niedriger einstellt.
  • Erhitzt man das Hydratkalkgranulat z. B. durch die Abgase einer Mischgasfeuerung mit rund 6 0/0 Wasserdampf, so darf man die Arbeitstemperatur während der Entwässerung nicht über 53o° steigern, wenn man rißfreie, entwässerte Formlinge erhalten will. Arbeitet man jedoch mit Verbrennungsprodukten von Wasserstoff mit beispielsweise 33 0/a Wasserdampf, so kann man mit der Arbeitstemperatur bis auf rund: 61o bis 62o° hinaufgehen, ohne eine Splitterbildung oder einen Zerfall bei der Dehydratisierung der Formlinge zu erhalten.
  • Das Verfahren ist auch in Umluftöfen, Kanalöfen o. dgl. durchführbar. An Stelle von Kalkhydratpreßlingen können auch durch Granulation in einer Drehtrommel hergestellte Formlinge, z. B. solche aus Kalkhydrat von der Trockencarbidvergasung nach Windsichtung, Verwendung finden. Ebenso läßt sich an Stelle eines stetigen Druckes auch ein periodisch schwankender Gasdruck einstellen.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRÜCHE i. Verfahren zur Herstellung von festen, wasserfreien Erdalkalioxydformlingen aus Erdalkalihydraten, dadurch gekennzeichnet, daß die Erhitzung der Hydratformlinge bei einem Gesamtgasdruck von i Atm. oder darunter erfolgt, wobei in der Gasphase ein Wasserdampfpartialdruck aufrechterhalten wird, der mindestens 1/10 bis 1/4 des zu der Arbeitstemperatur gehörigen Dissoziationsdruckes an Wasserdampf beträgt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß im Verlauf der Dehydratisierung verschiedene Temperatur-und/oder Druckstufen bzw. Partialdruckstufen angewendet werden.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man in der Gasphase die H.0- bzw. CO,-Drucke bzw. Partialdrucke in der Gasphase unter Anwendung chemischer Gleichgewichte, z. B. der Wassergasreaktion, beeinflußt.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Einstellung des Wasserdampfpartialdruckes da- i durch erfolgt, daß an einem Ende des Ofensystems und/oder an bestimmten Stellen des Ofensystems Wasserdampf und/oder Wasserstoff bzw. wasserstoffhaltige Gase und/oder Gase bzw. Gasgemische eingeführt werden, die mit oder ohne Ausnutzung chemischer Gleichgewichte den H@ 0- bzw. CO.,-Partialdruck beeinflussen. Verfahren nach Anspruch z bis dadurch gekennzeichnet, daß bei Anwendung C02 haltiger Heizgase gebildetes Carbonat in einer zweiten Stufe in Ab--,vesenheit von CO. oder bei verringerter C02 Konzentration zersetzt wird. 6. Verfahren nach Anspruch r bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man dem Ausgangsmaterial frittende oder bindende Zusätze anorganischer oder organischer Art, vorzugsweise solche, die bei der Arbeitstemperatur einen höheren 140-Zersetzungsdruck als die verwendeten Erdalkalihydrate haben, und/oder Zusätze mit hohem Porenvolumen zufügt.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE2932228A1 (de) * 1979-08-09 1981-02-19 Franz Josef Gattys Ingenieurbu Verfahren zur aufarbeitung von abfall-kalkmilchsuspensionen zu marktgaengigen granulaten

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE2932228A1 (de) * 1979-08-09 1981-02-19 Franz Josef Gattys Ingenieurbu Verfahren zur aufarbeitung von abfall-kalkmilchsuspensionen zu marktgaengigen granulaten

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