DE730196C - Einrichtung zum Verarbeiten von Salben, Cremes und anderen pastoesen oder fluessigenStoffen - Google Patents
Einrichtung zum Verarbeiten von Salben, Cremes und anderen pastoesen oder fluessigenStoffenInfo
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Description
- Einrichtung zum Verarbeiten von Salben, Cremes und anderen pastösen oder flüssigen Stoffen Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zum Vermahlen der Bestandteile von Salben, Cremes und ähnlichen pastösen oder flüssigen Stoffen und zum gleichzeitigen Glätten und Homogenisieren der Fertigprodukte.
- Man hat bisher versucht, zu diesem Zweck Einwalzenmaschinen zu verwenden, wie sie zum Verarbeiten von Öl-, Lack-, Nitrocelluloselack- sowie Spritlackfarben usw, bekannt sind. Bei diesen Maschinen bestehen die Mahlorgane aus einer Kokillenhartgußwalze sowie einer oder mehreren Reibbarren aus einer besonders dichten kohlenstoffarmen Metallegierung. Durch die besondere Brinellhärte der Hartgußwalze ist die Oberfläche außerordentlich dicht bzw. glatt, so daß die Griffigkeit und die dadurch bedingte Leistungsfähigkeit auf ein gewisses Maß beschränkt bleiben. Es ist eine bekannte Tatsache, daß die Reibung bzw. Mahlung lediglich insoweit erfolgt, als die Walze infolge ihrer Griffigkeit in der Lage ist, das Mahlgut unter die mehr oder weniger auf die Walze aufgepreßte Reibbarre zu befördern. Je nach der Eigenart des Mahlgutes, der Breite der Reibbarre und dem Anpreßdruck derselben kann daher die Leistung einer solchen Maschine praktisch auf Null zurückgehen, wenn das Mahlgut wenig oder gar keine Adhäsion besitzt und die Barre entsprechend fest auf die äußerst glatte und dichte Walze angepreßt ist.
- Außerdem ist zu beachten, daß Salben, Zahnpasten, Cremes usw. außerdem meistens mehr oder weniger säurehaltig sind und infolgedessen nicht mit von den Säuren angreifbaren Metallen in Berührung kommen dürfen. Ähnlich verhält es sich z. B. auch bei Farbmassen mit wäßrigen Bindemitteln, die auf Einwalzenmaschinen in Normalausführung nicht verarbeitet werden können. Abgesehen davon, daß die Mahlorgane, Walze und Barre, begünstigt noch durch die starke Beanspruchung infolge der Reibung, rosten, besitzen Farbmassen mit wäßrigen Bindemitteln, wie z. B. Ausputzpräparate usw: überhaupt fast keine Adhäsion, so daß auch hier die Leistung der Maschine bei einem entsprechenden Anpreßdruck der Barre gleich Null wäre. Voraussetzung für eine Feinmahlung ist aber, daß die Barre mit einem entsprechenden Druck auf die Walze aufgepreßt wird. Es sind auch bereits Walzen aus Porzellan bei ausgesprochenen Mehrwalzwerken bekannt, die, da sie keine Barren haben, nur eine quetschende Wirkung auf das Gut ausüben. Diese Quetschwirkung findet nur zwischen den geringen linearen Berührungsflächen der Walzen statt, es wird aber keine längere intensive Bearbeitung durch eine breite Reibfläche erzielt. Auf derartige Walzenmühlen bezieht sich die Erfindung nicht. Auch Mahlscheiben in Mühlen hat man bereits aus Porzellan gefertigt.
- Demgegenüber besteht die Erfindung darin, daß bei einer Einwalzenmaschine mit Reibbarren sowohl die kühl- oder heizbare Walze als auch die Reibbarren aus Hartporzellan von einer etwa dem Feldspat oder Quarz entsprechenden Härte bestehen. Man kann statt des Porzellans auch Steatit oder einen ähnlichen Ersatzstoff von großer Härte verwenden. Die Hartporzellanreibbarre kann je nach der Eigenart des Mahlgutes eine verschiedenartige Barrenbreite aufweisen. Für die Hartporzellanbarre ist eine besondere Fassung vorgesehen. Sie ist so ausgeführt, daß entweder die Fassung mit der Barre oder nur die Barre an den seitlichen äußeren Trichterwänden dichtend anliegt; im letzteren Fall müssen selbstverständlich in der Barrenfassung entsprechende Ausnehmungen gemäß den Abmessungen der seitlichen Trichterabdichtungswände vorgesehen werden. Die Barrenfassung kann aber auch so ausgeführt werden, daß nicht die Fassung, sondern die Hartporzellanbarre an der ganzen vorderen Längswand des Trichters bis zu den äußeren seitlichen Enden anliegt bzw. abdichtet. Zweckmäßig wird in die vordere Längswand sowie der seitlichen vorderen Abdichtungsfläche des Trichteruntersatzes eine besondere Dichtung eingelassen, die aus Hartgummi oder auch aus sonstigen dichtenden Ersatzstoffen bestehen kann. Vorteilhaft wird man die vordere Trichterwand bis in die Nähe der Walze herabziehen und so breit wählen, daß zwischen ihrer Unterseite und dem Barren ein Einzugskanal entsteht. Die Griffigkeit der Walze in Verbindung mit diesem Kanal bewirkt einen äußerst schnellen und wirksamen Einzug des zu verarbeitenden Gutes.
- Die Barrenfassung mit der ganzen Porzellanbarre befindet sich in einer besonderen Barrentraverse, so daß diese für sich reguliert werden kann. Das Trichterunterteil wird vorteilhaft in Trapez- oder Kreisbogenform gewählt, um eine Rillenbildung auf der Harthorzellanwalze sowie auch ein Austreten ungemahlenen Mahlgutes durch die seitliche Schiebung der Walze zu verhindern, wobei es aber nicht unbedingt erforderlich ist, daß die Walze eine seitliche Schiebung aufweist. Das Trichterunterteil kann selbstverständlich auch ohne weiteres aus einem geeigneten Werkstoff, welcher sich für das Zusammenarbeiten mit Hartporzellan besonders gut eignet, hergestellt sein. Ebenso können die Abstreifvorrichtung sowie das Abstreifmesser aus Metall, das naturgemäß gegen den Angriff korrodierender Ingredienzen durch Verzinnung,Verchromung,Vernickelungu. dgl. geschützt ist, oder irgendeinem anderen Werkstoff (Kunststoff) hergestellt werden.
- Die Vorteile der Einrichtung nach der Erfindung sind besonders darin zu sehen, daß die Mahlorgane sich durch eine außerordentliche Griffigkeit und dadurch bedingte entsprechend größere Leistung auszeichnen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß sich auch solche Arten von Salben, Creme, Zahnpasten usw., die mit Mahlflächen aus korrodierenden Metallen nicht in Berührung kommen dürfen, sowie auch alle Arten von Farbmassen mit wäßrigen Bindemitteln usw. auf der Maschine gemäß der Erfindung hervorragend verarbeiten lassen, während Einwalzenmaschinen in der allgemein üblichen Ausführung gewöhnlich vollkommen versagen. Durch die Erfindung wird das wirksame intensive Verarbeiten bzw. Homogenisieren. Feinmahlen. Ernulgieren, Reinigen und Sieben dieser ntetallempfindlichen Massen überhaupt erst möglich: dabei wird andererseits das 1laltlgut in keiner Weise, insbesondere nicht durch die Mahlorgane, nachteilig beeinflußt, und es greift die Mahlorgane nicht an.
- Die Zeichnung veranschaulicht die Erfindung, ohne jedoch alle in der Beschreibung erwähnten Einzelheiten gesondert zttm Ausdruck zubringen.
- Abb. r zeigt einen Querschnitt der Maschine durch Walze, Reibbarre, Reibbarrenfassung, Barrentraverse sowie teilweise durch Trichter und Maschinengestell.
- Abb. a ist eine Vorderansicht des Trichter mit der Ausnehmung für die Abdichtung. Abb. 3 verdeutlicht die Reibbarrenfassung mit der Reibbarre, Abb. 4. zeigt die auswechselbare Hartporzellanreibbarre, Abb. 5 ist ein Schnitt durch das Trichterunterteil mit breiter Trichtervorderwand bei abgenommener Barre.
- Die Walzea der Einwalzenntaschine ist aus . Hartporzellan hergestellt. Gleichfalls besteht die Reibbarre b aus Hartporzellan. Unter hoher Härte wird etwa der Härtegrad 7 der Moßschen Härteskala verstanden, entsprechend etwa 45o bis 6oo° Brinell, das ist etwa die Härte von Feldspat oder Quarz. Im allgemeinen wird zweckmäßigenveeise die Hartporzellanreibbarre etwas weicher oder etwa genau so hart wie die Walze gewählt. Es ist möglich, beispielsweise eine Walze aus Hartporzellan mit einer Barre aus Steatit zusammenarbeiten zu lassen. Die Barre wird durch die Fassung c gehalten und durch die Schrauben e und g in die erforderliche Lage gepreßt. Die Fassung c umschließt die Barre b an deren Stirnseiten und bedeckt gleichzeitig einen Teil der Barrenlängsseite. Sie ist in der Barrentraverse d auswechselbar angeordnet. Der Anpreßdruck der Barre wird durch Druckspindeln e geregelt, wobei zu berücksichtigen ist, daß die Barrenfassung c mit der Barre entweder an den beiden äußeren oder auch an den beiden inneren Druckspindeln durch eine besondere Aufhängevorrichtung f aufgehängt ist. Die Barrenfassung mit der Barre wird durch die seitlichen Druckschrauben g an die Trichtervorderwand angepreßt, so daß dadurch die Barrenfassung bzw. die Barre nicht nur an der vorderen Längsseite, sondern auch an den seitlichen Flächen des Einfülltrichters, an denen evtl. die Ausnehmungen h. vorgesehen sein können, abdichtet. Die Trichtervorderwand ist verhältnismäßig breit gehalten und so weit bis in die Nähe der Walze herabgezogen, daß ein Kanal k zwischen Walze und Unterseite der Trichtervorderwand entsteht. In die Nute h wird ein Dichtungsmittel eingelegt. Die trotz einer hohen Härte äußerst griffige und gegebenenfalls wassergekühlte Walze a arbeitet im Betrieb infolge ihrer besonderen Adhäsion die auf gewöhnlichen Maschinen nicht zu verarbeitenden Salben, Cremes, Pasten sowie sonstige Massen mit wäßrigen Bindemitteln, die geringe oder keine Adhäsion haben, unter die Hartporzellanreibbarre. Dabei findet infolge der breiten Reibfläche der Barre eine längere intensive Vermahlung, Emulgierung, Homogenisierung sowie gleichzeitig auch Reinigung und Siebung der Massen statt.
Claims (7)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Vorrichtung zum Fertigen von Salben, Zahnpasten, Cremes oder anderen pastösen oder flüssigen Stoffen in Form einer Einwalzenmaschine mit einer oder mehreren Barren, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl die kühl- oder heizbare Walze wie auch die Barre aus Hartporzellan von einer etwa dem Feldspat oder Quarz entsprechenden Härte bestehen.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Walze und auch die Barre aus Steatit oder einem ähnlichen Porzellanersatzstoff gefertigt ist.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Hartporzellanwalze eine größere Härte als die Hartporzellanbarre aufweist. .
- 4. Vorrichtung nach den Ansprüchen i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Hartporzellanbarre in einer besonderen Barrenfassung aus Metall oder anderen Werkstoffen befestigt ist.
- 5. Vorrichtung nach den Ansprüchen i bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß entweder die Barrenfassung oder die vordere Trichterwand besondere mit Dichtungsmaterial ausgelegte Ausnehmungen besitzt.
- 6. Vorrichtung nach den Ansprüchen i bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Barrenfassung an den äußeren Enden gegenüber den äußeren seitlichen Abdichtungsflächen am Einfülltrichter entsprechende Ausnehmungen aufweist.
- 7. Vorrichtung nach den Ansprüchen i bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die vordere an der Reibbarre anliegende Trichterwand bis in die Nähe der Walzenoberfläche herabgezogen und so breit gehalten ist, daß zwischen Walze und Trichterwandunterseite ein langer Einzugsspalt entsteht.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
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Applications Claiming Priority (2)
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| DESCH118197D DE730196C (de) | 1939-04-12 | 1939-04-13 | Einrichtung zum Verarbeiten von Salben, Cremes und anderen pastoesen oder fluessigenStoffen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE730196C true DE730196C (de) | 1943-01-08 |
Family
ID=25951522
Family Applications (1)
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| DESCH118197D Expired DE730196C (de) | 1939-04-12 | 1939-04-13 | Einrichtung zum Verarbeiten von Salben, Cremes und anderen pastoesen oder fluessigenStoffen |
Country Status (1)
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|---|---|
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Cited By (3)
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| DE915521C (de) * | 1950-10-20 | 1954-07-22 | Ludwig Schoeffel | Mehrwalzenmaschine |
| DE940619C (de) * | 1950-10-17 | 1956-03-22 | Ludwig Schoeffel | Vorrichtung zum Befestigen des Mantels von Walzen fuer Walzenmaschinen |
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1939
- 1939-04-13 DE DESCH118197D patent/DE730196C/de not_active Expired
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE940619C (de) * | 1950-10-17 | 1956-03-22 | Ludwig Schoeffel | Vorrichtung zum Befestigen des Mantels von Walzen fuer Walzenmaschinen |
| DE915521C (de) * | 1950-10-20 | 1954-07-22 | Ludwig Schoeffel | Mehrwalzenmaschine |
| DE970094C (de) * | 1950-12-03 | 1958-08-21 | Draiswerke Gmbh | Reibkoerper fuer Reibwalzen- oder Walzenbarrenmaschinen |
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