-
Tropenfester Regelwiderstand oder Potentiometer Die Erfindung bezieht
sich atif Regelwiderstände oder Potentiometer, wie sie insbesondere in Fernmeldegeräten
üblich sind. Meist bestehen diese Widerstände aus :einer kreisförmigen Halbleiterwiderstandsbahn
oder einer kreisförmigen Widerstandswicklung, auf der ein Abnahmekontakt schleift,
wobei das Ganze vorn einem Gehäuse zur elektrischen Abschirmung und zur Verhütung
von Verschmutzung umschlossen wird. Die bekannten Ausführungen genügen allen üblicherweise
auftretenden Be triebsbedin;gungen vollkommen. Sollen jedoch Regelwiderstände unter
erschwerten. klimatischen Bedingungen, heispielsweise in den Tropen, einwandfrei
arbeiten, so genügen die bisher bekannten Konstruktionen nicht. Abgesehen von dem
abnormen Feuchtigkeitsgehalt der Luft in tropischen Gegenden, der auch im Gehäuseinnern
zur Wirkung kemmt und die Metallteile sowie die üblichen Isolierteile aus Preßmaterial
angreift, treten ,auch Schädigungen durch Termitenfraß auf. Der Erfindung liegt
nun die Aufgabe zugrunde, einen Regelwiderstand zu schaffen, der den geschilderten
hohen Betriebsbeanspruchungen gewachsen und somit tropenfest ist. Man hat bereits
Schialter für feuchte Räume hergestellt, bei denen die Abdichtung des Schaltergehäuseinnern
mittels Gummischeiben erfolgt. Solche Abdichtungen sind nicht geeignet, die der
Erfindung zugrunde liegende Aufgabe zu lösen, denn Gummi ist weder sicher gegen
TErmitenfraß noch auf die Dauer starken Temperaturschwankungen gewachsen. Man hat
auch schon versucht, durch Anwendung von besonderen Dichtungsscheiben die Gehäuse
von Potentiometeim abzudichten. Diese bekannten Ausführungen führten jedoch nicht
zum vollen Erfolg.
-
Es sind auch bereits tragbare Kurzwellensende- und -empfangsgeräte
bekanntgeworden, die zur Erzielung von Tropenfestigkeit übeiwiege.nd aus Metall
und keramischen-Teilen aufgebaut werden. An die tropenfeste Ausbildung eines einzelnen
Schaltelementes, wie es ein Regelwiderstand darstellt, hat man dabei eb:ensowenig
gedacht wie daran, in welcher Weise Metall und Keramik zur Bildung eines tropenfesten
Regelwiderstandes herangezogen werden können.
-
Schließlich ist es auch bereits bekannt, bei Vakuumgefäßen und Kondensatorgehäusen
keramische Durchführungsisolatoren zu verwenden
und dabei die Dichtung
zwischen dem Isolator und dem Leiter durch eineu Glasschmelzflu@h herzustellen.
-
Der tropenfeste Re gelwiderstand nach der Erfindung ergibt sich durch
die vereinte Anwendung aller nachstehend angeführten, im oben ,geschilderten Umfang
bereits bekannten Merkmale: r. ein Gehäuse aus tropenfestem Metall, vorzugsweise
Duraluminium, 2. besondere Dichtungen für den Abschluß aller Luft- und Feuchtigkeitsdurchtritt
ermöglichenden öffnungen des Gehäuses.
-
3. Anordnung der Dichtungen an mechanischen Einwirkungen unzugänglichen
Stellen, .1. einen Gehäusedeckel aus keramischem Baustoff, 5. Hindurchführung aller
Stromzuführungen des Widerstandes durch dein Gehäusedeckel und 6. Abdichtung der
Stromzuführungen durch Einglasier en.
-
Wie Versuche gezeigt haben, sind die Regelwiderstände gemäß der Erfindung
als vollkommen tropensicher anzusprechen; sie beanspruchen überdies praktisch keinen
größeren Raum als die bisher üblichen Regelwiderstände und lassen sich ohne Schwierigkeiten
in Massenanfertigung herstellen.
-
Ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung zeigt die Zeichnung,
und zwar Fig. i einen Regelwiderstand im Längsschnitt-, Fig. 2 einen Querschnitt
nach Linie 2-2 der Fig. i.
-
Durch den Boden des Gehäuses a des Regelwiderstandes ist die Reglerwelle
b mittels einer Buchse c hindurchgeführt. Die Sicherung der Achse b gegen
axiale Verschiebung erfolgt mittels eines Bundes.d, der durch Umbördeln des Buchsenran
des ae gehalten wird. Zur Abdichtung des Achs.en.-durchtrittes dient eine Stopfbuchse.npackiin.g
am Grunde der Buchse, die beispielsweise aus einer in Talg gekochten Lederscheibe
f und einer Messingscheibe g besteht und die durch L"mbördelung des Buchsenrandes
nach innen gehalten ist. Die Abdichtung zwischen der Buchsec und dem Gehäuseboden
erfolgt mittels ringsum laufender Lötnaht h.
-
Während man sonst den Anschlag für den Schleifkontaktarm i durch Ausstanzen.
und Abbiegen eines Anschlaglappens ,aus dem Gehäuseboden bildet, wird bei dem Regelwiderstand
nach der Erfindung ein Anschlaglappen k an einer Ringscheibe angebracht, die durch
Umbördelung des Buchsenrandes nach auPyen in ihrer Lage festgehalten wird. Der Gehäusedeckell
ist durch Umbördelung mit dem Gehäuse a. verbunden. Die Abdichtung wird dadurch
erreicht, daß ein in zähen Lack getauchter Weichmetallringzn zwischen dem Gehäusedeckel
1 und dem Gehäuse a eingeklemmt wird. Der Gehäusedeckel 1 besteht aus keramischem
Material und trägt nach außen. hin die Anschlußkontaktfahnen !z, nach innen die
Widerstandsbahn o und die Schleifbahn p für den Mittelkontaktabgriff. Der Schleifer
q aus Hartkohle o. d-1. schleift auf der Widerstandsbahn .o, die aus Halbleiterschichten
besteht. - Der Schleifer r schleift auf der ILohlebahn fz, die in einer metallischen
Pfanne s befestigt ist. Der Stromleitung dienen die mit Bunden und Absätzen zweckentsprechend
ausgebildeten Nietbolzen t, die durch eine auf die Außenfläche des Gehäusedeckels
1 aufgebrachte Glasurschicht a abgedichtet sind. Bei der Herstellung geht man so
vor, daß m.änzünächst die Nietbolzen t in den Gehäusedeckel 1 einsetzt, dann die
Glasur aufträgt und brennt und schließlich die Widerstandsbahn o, die Pfanne s und
die Kontaktfahnen ,zt annietet. Die Pede rndeil Kontaktarmer sind unter Zuhilfenahme
eines Isolierstückes tr auf dem Schleifkontaktarm i befestigt.
-
Da die Buchse c mit de -i Gehäuse a verlötet ist, ist eine Drehsicherung
zwischen diesen beiden Teilen nicht notwendig. Um das ganze Aggregat drehsicher
.an einer Montageplatte oAgl. befestigen zu können, bedarf es noch eines vorn dem
Gehäuse abgewandten Vorsprunges. Zweckmäßig geht man dabei so vor, daß man die Buchsec
in ihrem verstärkten Teil einfräst und aus dem stehengebliebenen Buchsenteil eine
Nase x (Fig. 2 ) herausdrückt.
-
Der Gehäusedeckel 1 mit seiner Glasurschichttz ist selbstverständlich
in jeder Beziehung beständig. Da jedoch die üblichen für Gehäuse verwandten Metalle
von Termiten angegriffen werden, empfiehlt es sich, alle äußerlich zugänglichen
Metallteile aus Duräluminium herzustellen. Die dann nicht mehr mögliche Lötung lt
zwischen der Buchse c und dem Gehäusea muß durch eine Weichtnetallpackung ersetzt
werden, die der Weichmetallpackung in entspricht und ebensä wie diese möglichst
geschützt von mechanischen F_i:nwirkun;gen, beispielsweise zwischen dem Gehäuseboden
und dem Bund der Buchse c in einer ringsum laufenden Nut des letzteren angeordnet
ist.
-
Falls es aus elektrischen Gründen notwendig ist, das gesamte Gehäuse
abzuschirmen, kann man die Glasurschicht u mit einer Metallspritzung versehen, wobei
natürlich entsprechende Aussparungen .an den Kontaktfahnen vorgesehen «.erden müssen,
oder man kann eine mit entsprechenden Aussparungen versehene Metallscheibe, die
auf der Glasurschicht zz aufliegt, bei der Verbindung zwischeu
Gehäusedeckel
L und Gehäuse a mit ein.-bördeln.
-
Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt,
Sie' erstreckt sich auch ,auf Drahtregelwiderstände und .auf Regelwiderstände, bei
denen die Widerstandsbahn nicht kreisförmig ausgebildet ist.,