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Einspannklernme für Vorrichtungen zum Prüfen der Festigkeit von geflochtenen
oder geklöppelten Seilen Bei den bisher in Prüfmaschinen für gefiochtene oder geklöppelte
Seile zur Verwendung kommenden Klemmvorrichtungen besteht der Übelstand, daß das
Material des zu prüfenden Seiles an der Einspannstelle infolge der Kietnmung geschwächt
wird und dadurch meistens ein Bruch des Seiles an der Einspannstelle eintritt, bevor
die für das Seil zulässige Beanspruchung erreicht ist. Es werden daher keine zuverlässigen
Prüfergtebnisse erreicht.
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Dieser Mangel wird durch die Erfindung beseitigt, die auf der Erkenntnis
aufgebaut ist, daß die geflochtenen oder geklöppelten Seile die Eigenschaft habens
daß sie bei Belastung ihren Innen- und Außendurchmesser verringern. Die für Seilprüfvorricbtungen
u. dgl. bestimmte Einspannklemme besteht gemäß der Erfindung aus einem Hohlkonus
und einem in das Seil ende einzuführenden und mit letzterem in den Hohlkonus einzusetzenden
konischen Dorn, der mit einer in das Seil eingreifenden gerauhten Verlängerung versehen
ist. Um diesen gerauhten Teil schmiegt sich das Seil bei der durch die Zugbeanspruchung
auftretenden Durchmesslerverringerung eng an, wodurch zwischen dem Seil und der
gerauhten Dornverlängerung eine starke Reibungskraft erzeugt wird, welche die Zugbeanspruchung
des Seiles zum Teil aufnimmt, während nur der vcrbleibende Rest der Beanspruchung
auf die Einspannstelle des Seiles übertragen wird.
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Wie Versuche mit der neuen Vorrichtung ergeben haben, treten hierbei
die Seilbrüche bei der Eestigkeitsprüftmg nicht mehr an der
Einspannstelle,
sondern in der freien Länge des Seiles und erst dann auf, wenn die volle zulässige
Beanspruchung des Seiles erreicht ist. Die neue Vorrichtung crmöglicht daher die
zuverlässige Festigkeitsprüfung von Seilen in Seilprüfmascbinen jeder Art.
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Die neue Vorrichtung zeichnet sich ferner durch ihre Einfachheit
in der Bauart und Handhabung aus, da sie nur aus zwei ineinandersteekbaren Teilen
besteht.
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In den Abbildungen ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt, und zwar zeigt Abb. i eine Seilprüfvorrichtung mit der neuen Seileinspannklemme
in Ansicht, Abb. 2 die Einzelteile der Einspannklemme, zum Teil im Schnitt und in
Ansicht, Abb. 3 die Einspannklemme im Arbeitszustand mit Auslösehebel.
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In Abb. 1 ist 1 der bewegliche Einspannkopf, der von beliebiger bekannter
Ausführung sein kann und mit dem das eine Ende des auf seine Festigkeit zu prüfenden
Seiles 2 verbunden wird. Zur Verbindung dient ein in den Halteteil 3 des Einspannkopfes
1 einsetzbares Hohlkonusstück 4 und ein konischer Dorn 5. der mit seinem verjüngten
Ende in das Ende des geflochtenen oder geklöppelten Seiles 2 eingeführt wird. Der
konische Dorn j ist mit einer in das Seil eingreifenden gerauhten Verlängerung 6
versehen, die unmittelbar oder mittelbar an den glatten Til 5 anschließt und gleichfalls
konische Form aufweist, die zweckmäßigerweise eine geringere Steigung als der glatte
Konusteil 5 hat. Die gerauhte Verlängerung 6 hat jedoch vorzugsweise eine größere
Länge als der glatte Dorn 5, die ein Mehrfaches des letzteren betragen kann. Die
Rauhung des Teiles 6 kann z. B., wie gezeichnet, durch ringförmige Eindrehungen,
Rippen oder in anderer Weise erzeugt werden.
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Wird der Dorakonus 5 mit seiner Verlängerung 6 in die öffnung des
durch den Hohlkonus 4 hindurchgezogenen Scilendes eingeschoben und werden beide
zusammen dann in den Hohlkonus eingesteckt, so ziehen sich die beiden Konusse 4.
5 bei Belastung des Sciles 2 gegeneinander und klemmen das Seil fest (Abb. 3 @ Durch
di@se Einspannung wird err@icht, daß alle Fäden des Seiles gleichmäßig beansprucht
werden. Durch die Belastung zieht sich das Seil im Durchmesser zusammen und drückt
stark gegen den mit Eindrehungen oder sonstiger Rauhung versehenen Teil 6 des Dornes,
so daß zwischen dem Seil und dem Teil 6 eine starke Reibungskraft entsteht. Die
Last und also zum Teil durch diese Reibung aufgenommen, so daß die Einspannstelle
bei 4, 5 nur mit dem übrigbleibenden Teil der Last beansprucht s ird. Beide addiert
ergeben an der Einspanllstelle eine höhere zulässige Belastung. als die Bruchlast
des Seiles ausmacht. Bei der Festigkeitsprüfung erfolgt da her der Bruch des Seil
es nicht an der Einspannstelle, sondern in der freien Länge des Seiles, so dag letzteres
erst bei der seiner Reißfestigkeit entsprechenden Belastung zerreißt und die Priifung
die richtigen Festigkeitswerte ergibt.
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UIm den Dorn 5 nach erfolgter Prüfung zu lösen, ist dieser z. 13.
mit einer kopfartigen Verstärkung 7 bzw. mit einer ringartigen Ein, drchung 8 versehen
(Abb. 3 @. Durch einen zum selben Zweck bekannten Hebel 9, der unter den Kopf 7
bzw. mit seinem bei io gabelartig ausgebildeten Ende in-die Eindrehung 8 greift
und sich mit einem Ansatz 1 I gegen den Hohlkonus 4 abstützen kann, wird der Dorn
5 in bekannter Weise durch einen kurzen Ruck angehoben und gelöst. Hierfür können
aber auch in ebenfalls bekannter Weise andere Mittel, z. B. Keile usw., Anwendung
finden. Ebenso kann die Angriffsstelle für den Hebel 9 auch durch cine Ausnehmung
am Ende des Dornes 5 oder in anderer Weise gebildet werden.
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Der Dorn 5 und der Hohlkonus 4 können gleiche oder verschiedene Steigung
hahen.
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Die Erfindung kann bei Prüfvorrichtungen für geflochtene oder geklöppelte
Seile jeder Art Anwendung finden. insbesondere z. B. zum Prüfen von sog. Fangleinen
für Fallschirme, ferner auch bei Seilbefestigungs-bzw. Verbindungsvorrichtungen
für andere Zwecke.