DE74367C - Verfahren zum Tempern von Eisengegenständen ohne Anwendung von Glühgefäfsen - Google Patents

Verfahren zum Tempern von Eisengegenständen ohne Anwendung von Glühgefäfsen

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DE74367C
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DENDAT74367D
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K. Edler von" querfurth in Schönheiderhammer, Königr. Sachsen
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 18: Eisenerzeugung.
(Königreich Sachsen).
Patentirt im Deutschen Reiche vom 11. Mai 1893 ab.
Bisher ist die Herstellung des schmiedbaren Gusses durchweg in der Weise erfolgt, dafs der in den Rohgufsstücken zu viel enthaltene, chemisch gebundene Kohlenstoff dadurch entfernt wurde, dafs diese Gufsstücke in Glühgefäfse mit Tempermaterialien im trockenen Zustande eingepackt und sodann geglüht wurden.
Dieses Verfahren hat die Nachtheile, dafs das in gemahlenem Zustande trocken in die Glühgefäfse gebrachte Tempermaterial unter Einwirkung der Glühhitze und des Eigengewichtes der eingepackten Gufsstücke sich setzt und ein erhebliches Verdrücken und Verbiegen bezw. eine mehr oder weniger grofse Deformation der Gufsstücke nach allen Seiten hin veranlafst, ein Uebelstand, der das umständliche und kostspielige Richten des getemperten Gusses bedingt, wobei auch ein erheblicher Theil der Gufsstücke zerschlagen wird, und namentlich die stärkeren Theile, die behufs erforderlichen Richtens bis zur Rothhitze erwärmt werden müssen, durch Abkühlung an Weichheit und Qualität verlieren. Auch die Glühgefäfse werden durch die anhaltende Glühhitze rasch abgenutzt und die Erstehungskosten hierdurch wesentlich erhöht.
Diese Uebelstände werden durch das neue Verfahren beseitigt. Bei demselben werden die Tempermaterialien unter Beimengung von KaIk- und Lehmmilch oder sonstiger Bindemittel zu einer brei- bezw. mörtelartigen Masse angerührt, die zu tempernden Gufsstücke in abziehbare Holzgefäfse eingepackt und schichtenweise mit der breiförmigen Tempermasse ausgegossen, das ganze Gefä'fs so getrocknet, bis der Inhalt ein festes Ganzes bildet, die Holzwände alsdann abgezogen und die Aufsenflächen der sich selbst tragenden Formen mit entsprechend starker Schicht feuerbeständiger Materialien verkleidet, um die eingepackten Gufsstücke vor dem Feuer zu schützen. Durch dieses neue Temperverfahren wird also die Verwendung von Glühgefäfsen gänzlich entbehrlich, und zweitens werden die Gufsstücke durch Lagerung in einer festen mörtelartigen, tragfähigen Tempermasse vor jeder Deformation geschützt.
Ferner bringt das dem Tempermaterial beigemengte Wasser weitere wesentliche Vortheile, und zwar:
ι. entweicht das Wasser bei Erwärmung als Dampf durch die Tempermasse und macht dieselbe stark porös, wodurch das Auspacken der getemperten Gafsstücke erheblich erleichtert wird;
2. veranlassen die entweichenden warmen Dämpfe eine starke Oxydation der mitverwendeten, schon gebrauchten Tempermaterialien, wodurch dieselben kräftiger tempern und der Gufs dadurch an Qualität gewinnt;
3. die durch den entweichenden Dampf gebildeten Porenkanäle in der Tempermasse erleichtern wesentlich den Abzug der beim Temperprocesse sich bildenden Kohlenoxydgase.
Auch beim Glühen harten Graugusses, um denselben weich zu machen, kann dieses neue Verfahren zwecks Ersparnifs der Glühgefäfse und Vermeidung des Verziehens der Gufsstücke mit bestem Erfolg dadurch angewendet werden, dafs die Gufsstücke in kohlenstoffhaltigen Materialien, als Kohllösche u. s. w., mit den vorgenannten Bindemitteln im breiartigen Zustande eingepackt, getrocknet und geglüht werden.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zum Tempern von Eisengufswaaren, dadurch gekennzeichnet, dafs dieselben in breiartige, mit Bindemitteln (Lehm, Kalk oder dergleichen) versetzte Tempermaterialien eingepackt werden, wonach das Ganze getrocknet wird, so dafs beim Tempern Tempergefäfse entbehrlich sind, und das Verziehen der Gufsstücke verhindert wird.
DENDAT74367D Verfahren zum Tempern von Eisengegenständen ohne Anwendung von Glühgefäfsen Expired - Lifetime DE74367C (de)

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