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Vorrichtung zum ununterbrochenen Mahlen von Papier und ähnlichem Faserstoff
in Stetigholländern mit vorgeschaltetem Auflöseholländer Die als sogenannte Stetigholländer
bekanntgewordenen Vorrichtungen zum ununterbrochenen Mahlen, bestehend aus einer
in einem geschlossenen Gehäuse waagerecht gelagerten, gegen ein Grundwerk arbeitenden
Mahlwalze, bei denen der Stoff in Richtung der Walzenlängsachse schraubenlinienähnlich
strömt; sind nicht in der Lage, Faserrohstoff in Form von Blättern, Ausschußstreifen,
Klumpen u. dgl. unmittelbar zu verarbeiten, vielmehr muß der in einem. derartigen
Zustande anfallende Stoff vorzerkleinert und unter Wasserzusatz in eine praktisch'gleichmäßige
Stoffbreimischungverwandelt werden, ehe er dem Stetigholländer zur Mahlung zugeführt
werden kann.
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Diese Vorzerkleinerung des Rohstoffes geschah bisher entweder in mehreren
Holländern gewöhnlicher Bauart (also in unterbrochener Mahlweise), aus denen der
aufgelöste bzw. der vorgemahlene Stoff wechselweise dem Stetigholländer zur Fertigmahlung
mittels einer Pumpe durch Rohrleitungen hindurch in ununterbrochener Folge zugedrückt
wurde. Auch benutzte man einen gewöhnlichen Holländer mit flachem Boden für dünnen
Eintrag zur Auflösung, aus dem der Stoff über eine obere Öffnung im äußeren Trogrand
der tiefer angeordneten Walze des Stetighollän.ders ohne Gewähr für eine gleichmäßige
Zerkleinerung und Vorsortierung zufloß. Oder aber der Rohstoff wurde in einem offenen
Auflöseholländer bekannter Bauart durch die Schlagwirkung der Walze in seine Einzelfasern
bzw. einzelne kleine Faserbündel aufgelöst und durch eine als Sortiervorrichtung
dienende, hinter der Walze angeordnete, entsprechend eng gelochte Kropfplatte in
einen hinter dieser angeordneten Hohlraum getrieben und von dort aus ebenfalls mittels
einer Pumpe durch Rohrleitungen dem Stetigholländer ununterbrochen zugeleitet.
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Abgesehen davon, daß .die weitgehende Auflösung des Stoffes mehr oder
weniger in Einzelfasern durch dfe wirtschaftlich unvorteilhafte
Schlagwirkung
der Walzenmesser einen verhältnismäßig hohen Kraftverbrauch erforderte, hatte sie
außerdem den Nachteil, daß in den Auflöseholländern bekannter Bauart praktisch nur
mit einer Faserdichte von 3 bis höchstens 5 °/o gearbeitet werden konnte, teils
wegen ihres geringen Bodengefälles, teils weil die vorgesehene enge Lochung der
Kropfplatte sich sonst verstopfte und den aufgelösten Stoff unregelmäßig oder gar
nicht passieren ließ.
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Sowohl hierbei als auch soweit Auflöseliolländer für höhere Eintragdichten
mit grob gelochter Kropfsortierplatte bekanntgeworden sind, war die Führung des
aussortierten Stoffes in dein Sammelraum hinter der Sortierplatte durch dessen flache
Bodengestaltung in Verbindung mit einer geschlossenen scharfkantigen Form und der
Regelung des Stoffablaufes durch senkrechte Stauschieber, Überlaufkasten, Rohrleitungen
u. ä. eine derartige, daß Sitzenbleiben vom ungemahlenen StoffrestenundVerstopfungen
auftraten, ganz abgesehen davon, daß die den sortierten Stoff auswerfende Auflösewalze
diesen erhöhten Widerstand durch erhöhten Kraftaufwand überwinden maßte.
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Durch Vorschaltung dieser vorangehend beschriebenen bekannten Auflöseholländerbauarten
vor einen Stetigholländer konnte daher die gestellte Erfindungsaufgabe nicht gelöst
werden, nämlich den nur soweit als unbedingt nötig vorzerkleinerten Rohstoff in
gleichmäßiger 1l:schung von 6 bis 8 und mehr Prozent Faserdichte dem Stetigholländer
ohne besonderen zusätzlichen Kraftaufzvand und ohne jede Zwischenschaltung von Pumpen,
Förderschnecken o. dgl. mechanischen Fördermitteln in Verbindung mit Rohrleitungen
betriebssicher zuzuführen.
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Es ist zwar bekannt, vom Auflöseholländer kommenden Stoff ohne Benutzung
von Fördermitteln durch eigenes Gefäll einer Steti.gnialilvorrichtung, nämlich einer
Kegelstoffmühle, zuzuleiten. Die Aufgabe der Erfin-. dang kann aber auch auf diese
Weise nicht gelöst werden, denn ein Hauptvorteil der Stetighollähder gegenüber andersgearteten
Stetigmahlvorriclitungen, wie insbesondere Kegehnühlen, liegt gerade in der Möglichkeit,
in jenen in Fließfertigung Stoff hoher Faserdichte von 6 bis 8 und mehr Prozent
vermahlen zu können, da hierbei nicht nur an Kraft wesentlich gespart wird, sondern
auch die hohen Festigl;eits- und besonderen Charaktereigenschaften der meisten hochwertigen
Papiersorten mir durch Verinahlung bei diesen hohen Dichten erreicht weiden können.
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Auch das Pumpen des dick in gewöhnlichen Holländern vorgemalilenen
oder in Spezialauflöseliolländern aufgeschlagenen Rohstoffes führte nicht zu dem
gewünschten Ziel nach der Erfindungsaufgabe, da abgesehen von dein zusätzlichen
Pumpenaufwand in den Rohrleitungen leicht eine Entmischung des dicken Wasser-Faser-Breies,
insbesondere in den Krümmungen und damit Verstopfungen und Betriebsunregelmäßigkeiten
auftraten.
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Dieses Ziel wird vielmehr gegenüber den 11eschilderten bekannten Vorrichtungen
durch eine besondere Ausbildung und Anschlußart des Auflöseholländers erreicht,
die sich erfindungsgemäß aus einer besonderen sinngemäßen und zweckentsprechenden
Anordnung von im Holländerbau an sich bekannten Einzelbaugliedern in Kombination
ergibt.
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Der Schutz erstreckt sich also nicht auf die bekannten Einzelglieder
oder Teilkombinationen aus ihnen, sondern nur auf die Vereinigang aller nachstehend
aufgeführten Merkmale.
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Die kennzeichnenden Merkmale der Bauart des Auflöseholländers gemäß
der Erfindung bestehen darin, daß er in seiner Trogform mit hohem Bodengefälle ausgeführt
wird, so daß Stoff von hoher Dichte in ihm umlaufen und mit bedeutend geringerem
Kraftaufwand aufgeschlagen werden kann, daß ferner die hinter seiner Walze liegende
Kropfsortierplatte grob gelocht ist, so daß der Stoff nicht erst nach Auflösung
in Einzelfasern, sondern schon nach Zerkleinerung in gröbere Stückchen durch diese
treten kann, und daß schließlich der hinter der Sortierplatte liegende Sammelraum
als sich allmählich nach hinten verjüngender Stoffabführungskanal mit Bodengefälle
ausgebildet ist, der den vorzerkleinerten Stoff in Form eines schmalen Bandes durch
sein eigenes Gewicht, unterstützt durch den Fliehkraftdruck der Walze des Auflöseholländers,
unmittelbar der Walze bzw. dem Mahlwerk des Stetigholländers zurutschen läßt.
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In dieser besonderen Vereinigung und Wirkung sind diese Merkmale bisher
noch nicht bekanntgeworden, denn auch die an sich bekannte Verbindung des seitlichen
Zugkanales eines Ganzzeugholländertroges durch einen geraden, sich verjüngenden,
nach außen mündenden Teil mit einer in den geschlossenen, also nicht stetigen Stoffkreislauf
des Hollän-<iers geschalteten, tiefer angeordneten Kegelstoffmühle liegt gänzlich
außerhalb der Wirkungsmeise und Zweckbestimmung der Erfinrhing, genau wie die bekanntgewordene
Hintereinanderschaltung gewöhnlicher Holländer und Auflöseholländer und ihre Verbindung
durch Kanäle oder Rohrleitungen mit oder ohne Förderschnecken.
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Durch diese besondere Ausbildung und Anschlußweise des Auflöseholländers
kann nuninehr die llahlung von unzerkleinert und
trocken in jeder
Form eingetragenem Faserrohstoff bis zum büttenfertigen Ganzstoff höchster Güte
einfach, betriebssicher und voll stetig unter den günstigsten mahl- und krafttechnischen
Bedingungen vor sich gehen, da der an sich unwirtschaftlicher als der Stetigholländer
arbeitende Auflöseholländer nur den unbedingt notwendigen Anteil einer Grobvorzerkleinerung
und Auflösung des Rohstoffes zu übernehmen braucht und diese infolge der möglichen
hohen Stoffdichte zudem noch wirtschaftlicher durchführen kann, als dies mit den
bekannten Auflöseholländern für geringere Eintragsdichten möglich war.
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Erfindungsgemäß wird dabei die Wirtschaftlichkeit der neuen Vorrichtung
noch erhöht, indem in dem kurzen offenen Verbindungskanal zwischen Auflöse- und
Stetigholländer eine den Kanalquerschnitt allmählich ohne tote Eckenbildung ändernde
Vorrichtung in Form einer drehbaren Klappe oder gleichartig wirkenden Einrichtung
angeordnet ist: Obgleich die Anordnung von Drehklappen bei der Hintereinanderschaltung
von gewöhnlichen und Auflöseholländern an sich bekannt ist, waren sie jedoch derart
und an solchen @veitvor der nächsten Walze liegenden'Stellen angeordnet, daß einmal
tote Ecken, die die Gefahr des Sitzenbleibens von Stoff ergaben, nicht vermieden
waren und ferner die Regelung der Stoffstandhöhe unmittelbar vor der nachfolgenden
Holländerwalze nicht erreicht wurde. Diese ist aber von großer Bedeutung für den
Kraftbedarf des Stetigholländers, da es bekannt ist, daß ein hoher Stoffstand vor
der Walze den für die Nutzmahlarbei-t unwirksamen Umtriebsaufwand stark erhöht.
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In Abb. r ist im Längsschnitt und in Abb. z im Grundriß eine beispielsweise
Ausführung der Vorrichtung nach der Erfindung dargestellt.
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Vor dem seiner Bauart nach an sich bekannten Stetigholländer a ist
der Auflöseholländer b aufgestellt, und zwar liegt seine waagerechte Walzenmitte
höher als .die des Stetigholländers a. Der Auflöseholländer ist als an sich bekannter
offener zweikanäliger Walzenholländer, jedoch im Gegensatz zu den üblichen Ausführungen
mit hohem Gefälle im seitlichen Zugkanal ausgeführt, so daß er Stoff von hoher Dichte
in Umlauf zu setzen vermag. Hinter der gegebenenfalls mit gezackten Messerschienen
ausgerüsteten Aufschlag- und Zerreißwalze c ist die gelochte Kropfplatte d angeordnet,
die mit Löchern von etwa 2 oder mehr Zentimeter Durchmesser versehen ist. Hinter
d unter dem Trogbogen des Holländers b ist ein Sammelhohlraum e angeordnet, .der
sich nach hinten verjüngt und in einen schmalen, nach oben offenen Abführungskanal
f ,außerhalb des Troges übergeht und am Anfang des' Stetigholländers ca 'in dessen
unteren Trogteil g einmündet.- Der Boden des Sammelraumes e und des Kanals f ist
mit Gefälle nach dem Stetigholländer a zu ausgeführt, .das durch die Höherlegung
der Walze des Auflöseholländeris b gegen die, des Stetigholländers a erreicht wird.
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Im oberen Teil des Kanals f ist noch eine einstellbare Drehklappe
lt angeordnet, die seinen Querschnitt in der Höhe zu verändern ermöglicht. Sie ist
so angeordnet, daß die Änderung des Durchlaßquerschnittes allmählich ohne die Möglichkeit
toter Eckenbildung vor sich geht.
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Im Boden des Auflöseholländers kann vor der Wälze in bekannter Weise
noch ein mit einem Längsrost abgedeckter Sumpf- und Sammelraum i vorgesehen sein,
in dem sich mit dem Rohstoff in den Holländer geratene schwere Verunreinigungen,
wie Eisenstücke, Steine u. dgl., absetzen können.
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Hinter dem Stetigholländer a kann noch unter Zwischenschaltung einer
Regelklappe h für den Stoffaustritt ein Abfluß l für den fertigen Feinstoff nach
der Maschinenbütte angeordnet sein.
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Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende: Der Rohstoff wird
in den vorderen Trogteil des Auflöseholländers in Form von Zellstoffblättern, Altpapier,
vorgekollerten Klumpen o. dgl. fortlaufend unter gleichzeitiger fortlaufender Wasserzugabe
eingetragen und kreist im Trog ständig unter gleichzeitiger Durchweichung und Durchmischung.
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Die von der Walze c des Auflöseholländers b genügend zerkleinerten
Stoffteile werden von deren Schleuderkraft durch die Löcher der Kropfplatte d und
weiter durch den Hohlraum e und Kanal f der Walze des Stetigholländers
a zugedrückt. Eine zusätzliche Kraft der Walze ist hierzu praktisch nicht erforderlich,
da der Stoff auf dem Boden von e und f durch sein eigenes Gewicht vorwärts fließt.
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Die Menge des dem Stetigholländer zugeführten, vorzerkleinerten Rohstoffes
und die Höhe des Stoffstandes vor der Walzedes Stetigholländers a, die auf den Kraftverbrauch
desselben von großem Einfiuß ist, kann durch entsprechende Einstellung der Klappe
h geregelt werden.
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Bemerkt sei noch, daß sowohl der Auflöseholländer b als auch
der Stetigholländer a
nach den Abbildungen lediglich eine beispielsweise Form
der Vorrichtung nach der Erfindung darstellen. An Stelle des gezeichneten offenen
zweikanäligen Auflöseholländers könnte beispielsweise auch ein L%crwurfholländer
unter Einbau einer grob gelochten Kropfplatte und an Stelle des gezeichneten
Stetigholländers
a mit Stoffwurf über den Walzenscheitel eine andere Bauart, beispielsweise mit Stofführung
durch einen Untergrundkanal usw., Verwendung finden.
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Für die Ausmahlung hochwertiger Papiere in großen Mengen können hinter
den Stetigholländer a noch weitere geschaltet werden, die sich .den Stoff gegenseitig
fortlaufend ohne Zwischenschaltung von Pumpen u. dgl. lediglich durch die Schleuderkraft
der Walze über einen Verbindungskanal zuleiten, gegebenenfalls unter Einschaltung
einer Regelklappe in diesem zur Regelung das gleichmäßigen Zu-und Abflusses des
Stoffes und einer richtigen Stauhöhe desselben.
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Dabei können die Walzen der einzelnen Stetigholländer mit nach Werkstoff
und Abmessungen verschiedenen Mahlelementen ausgerüstet sein, je nach den besonderen
Erfordernissen des verlangten Papiercharakters.