DE756845C - Flachdruckverfahren unter Verwendung von Bimetallflachdruckformen - Google Patents

Flachdruckverfahren unter Verwendung von Bimetallflachdruckformen

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DE756845C
DE756845C DEH160581D DEH0160581D DE756845C DE 756845 C DE756845 C DE 756845C DE H160581 D DEH160581 D DE H160581D DE H0160581 D DEH0160581 D DE H0160581D DE 756845 C DE756845 C DE 756845C
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Fritz Hermann Hausleiter
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    • B41NPRINTING PLATES OR FOILS; MATERIALS FOR SURFACES USED IN PRINTING MACHINES FOR PRINTING, INKING, DAMPING, OR THE LIKE; PREPARING SUCH SURFACES FOR USE AND CONSERVING THEM
    • B41N1/00Printing plates or foils; Materials therefor
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  • Printing Plates And Materials Therefor (AREA)

Abstract

Flachdruckverfahren unter Verwendung von Flachdruckplatten, deren Bild- und Planumteile aus chemisch verschiedenartigen Metallen bestehen und die, Planumteile durch Ätzung mit Ferrocyanationen enthaltender Lösungen wasserführend gemacht werden.

Description

Der Flachdruck beruht bekanntlich darauf, daß auf der Metalldruckplatte das Bild in Gestalt eines dünnen Auf träges aus Stoffen anderer chemischer Natur aufgebracht ist, der beim Einwalzen die Fettfarbe annimmt, während sie an den nichtdruckenden, sogenannten Planumstellen; Ton dem Metall abgestoßen wird. Die Bildstellen bestehen je nach dem besonderen Verfahren aus Fettsubstanzen, wie z.B. Kreidezeichnung, lithographischer Tusche oder Umdruckfarbe, aus einem Lack, wie beim Positivkopierverfahren, oder aus lichtgehärtetem Eiweiß, wie bei der Eiweißkopie. Um das Metall an den Planumstellen farbabstoßend zu machen, wird die Druckplatte nach Aufbringen des Bildes geätzt, worunter eine Behandlung mit Säuren, Salzlösungen oder Alkalien verstanden wird. Bei allen diesen Verfahren besteht jedoch die Gefahr, daß das verhältnismäßig zarte Gebilde des aufgetragenen Bildes im Verlauf des> Auflagendruckes beschädigt wird. Bei der Eiweißkopie verbreitern sich die Bildstellen, während sie bei einer Lackunterlage allmählich schwinden. Ferner neigen die Druckplatten zum sögenannten Tonen, d. h. zur Annahme von Farbe an den Planumstellen. Diese Erscheinung beruht wahrscheinlich auf einer Oxydation des
Druckbleches oder auch auf einer Abarbeitung der Oberfläche, insbesondere beim Drucken auf sandigem oder staubendem Papier. Um das Tonen zu verhindern, wird dem Wischwasser in der Maschine häufig verdünnte Ätze zugesetzt, damit diese die wasserführende Schicht an den Planumstellen ständig erneuert. Sie greift aber auch den zarten Fettoder Lackgrund an, so daß das Bild schwindet.
ίο Der Auflagenhöhe ist daher beim Flachdruck eine verhältnismäßig niedrige Grenze gesetzt. Ferner verwendet man im allgemeinen gekörnte Druckplatten, weil bei glatten Blechen die Neigung des Metalls, Farbe anzunehmen, ziemlich groß ist, während rauhe Bleche eine größere Wassermenge festhalten und infolgedessen weniger zum Tonen neigen. Da jedoch andererseits die üblichen Druckmetalle, Zink und Aluminium, verhältnismäßig weich sind, arbeiten sie sich insbesondere in gekörntem Zustand sehr rasch ab, weil die Kornspitzen von dem Papier rascher abgeschliffen werden. Außerdem verursacht die größere Wasserführung der gekörnten Bleche eine Emulgierung der Druckfarbe mit Wasser, so daß die Platten rasch verpelzen.
Zur Vermeidung dieser Mängel sind mehrere Vorschläge beischrieben, nach denen das Bild statt aus den erwähnten organischen Stoffen aus einem zweiten Metall. auf dem Druckblech erzeugt wird. Dabei war man bestrebt, für das Planum des Druckbleches ein wasserführendes Metall und für die Bildstellen ein fettführendes Metall zu wählen. Es hat sich jedoch herausgestellt, daß die Benetzungseigenschaften der Metalle keineswegs so eindeutig verschieden sind, daß man sie in wasserführende und fettführende Metalle einteilen könnte, sondern es hängt wesentlich von der Behandlung ab, ob ein bestimmtes Metall wasserführend oder fettführend wird. Durch die Verwendung von Bimetallfiachdruckformen lassen sich also die geschilderten Schwierigkeiten nur zum Teil beheben. Die Bildstellen sind zwar widerstandsfähiger gegen eine Abarbeitung; nach wie vor besteht aber eine große Empfindlichkeit gegen die Einwirkung der Ätze;, da diese auf beide Metalle wirkt, so daß das Bild insbesondere beim Führen von Ätze im Wischwasser in der Maschine schwindet. Ein Nachätzen der Druckformen in ausgewaschenem Zustand, z. B. zur Beseitigung von tonenden Stellen, ist unmöglich, weil dadurch beide Metalle wasserführend werden.
Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, ein Flachdruckverfahren für Bimetalldruckformen zu schaffen, das es gestattet, die Platten vollkommen auszuwaschen; und nachzuätzen. Dabei soll das Auswaschen mit reinen Lösungsmitteln ohne die gewöhnlich zur Fetthaltung benutzte Tinktur erfolgen. Ferner soll das Blech mit einer Ätze behandelt werden, die das Metall des Planums wasserführend macht, während sie gleichzeitig das Metall der Bildstellen in den fettführenden Zustand versetzt.
Diese Aufgaben werden gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß in Verbindung mit einer Ferrocyanidionen enthaltenden lithographischen Ätze Flachdruckformen verwendet werden, deren Planumstellen aus Metallen bestehen, die ein unlösliches Ferrocyanid bilden, während deren Bildstellen aus Metallen bestehen, die ein unlösliches Xanthogenat bilden. Zur Behandlung wird eine lithographische Ätze verwendet, die neben Ferrocyanid- noch Xanthogenationen enthält. Für die Bildstellen, kommen alle Metalle in Betracht, die mit Xanthogensäure bzw. deren Salzen wasserunlösliche Niederschläge bilden. Insbesondere eignen sich Kupfer und dessen Legierungen, Zink und Zinklegierungen hierfür. Die wasserführenden Metalle sollen wasserunlösliche Niederschläge der Ferrocyanwasserstoffsäure, auch gegebenenfalls bei gleichzeitiger Anwesenheit von Xanthogenationen, bilden. Beispielsweise kommen Nickel, Kobalt sowie Legierungen dieser Metalle unter sich oder mit Magnesium, Wismut usw. in Betracht. Die zu verwendende Ätze besteht beispielsweise aus Ferrocyanwasserstoffsäure oder deren Salzen. Ihre Wirksamkeit kann durch Zusatz von Säuren, Alkalien oder Neutralsalzen gesteigert werden. Vorzugsweise enthält die Ätze einen Zusatz von xanthogensauren Alkalisalzen. Das Verhältnis der beiden Bestandteile ist vorteilhaft so einzustellen, daß die Mischung das gewählte wasserführende Metall bis zur Wasserführung anätzt, während sie das gewählte fettführende Metall infolge der größeren Verwandtschaft zum Xanthogenat vor der Einwirkung der Ätze schützt und hier einen Niederschlag von xanthogensauren Salzen bildet, der das Metall stark fettführend macht. Für Flachdruckformen mit Bildstellen aus Messing und Planumstellen aus Nickelmagnesium wird bei einer Ausführungsform der Erfindung eine lithographische Ätze mit einem pjj-Wert von 8 bis 9 verwendet, während für Flachdruckformen mit Bildstellen aus Zink und Planumstellen aus Kobaltmagnesium eine lithographische Ätze ähnlicher Zusammensetzung, jedoch mit einem pH-Wert von 6 bis 7 verwendet wird.
Die Erfindung gestattet gleichzeitig eine Herabsetzung der Wasserführung des Planummetalls. Da die Benetzungsfähigkeit von Bild und Planum durch das verwendete Ätzmittel stark differenziert wird, können vorzugsweise glatte Druckbleche verwendet werden, insbe-
sondere kann das Metall für das- Pianum nur ganz wenig aufgerauht oder sogar glänzend sein. Infolge der glatten Oberfläche ist die Neigung der Farbe zu einer Emulgierung mit dem Wasser geringer, und die Druckform neigt weniger zum Verpelzen. Da die Platte nicht gekörnt zu werden, braucht, kann man auch das Pianum aus einem möglichst harten Metall, wie z. B. Nickel, herstellen, so daß
ίο der Verschleiß bei sandigem oder staubendem Papier vermieden wird.
Im allgemeinen wird man die Flachdruckformen gemäß der Erfindung in an sich bekannter Weise so herstellen, daß die BiIdstellen gegenüber dem Pianum vertieft liegen, um Raum für die Druckfarbe zu gewinnen. Dies geschieht z. B. dadurch, daß das Pianum in entsprechender Höhe galvanisch auf der Druckplatte niedergeschlagen wird. Man kann aber auch umgekehrt vorgehen. Beispielsweise kann ein Messingblech vorher in einer entsprechenden. Stärke verkobaltet werden, auf diesem Niederschlag ein Bild erzeugt werden, welches Ätzen entsprechend widersteht, z. B. eine Blaulackkopie, und danach der Kobaltniederschlag an den frei liegenden Stellen z. B. durch Chromsäurelösung durchgeätzt werden bis zur Messingunterlage.
So wird z. B. auf einem Messingblech das Bild auf irgendeinem Weg in fetter Farbe erstellt, während das Pianum frei davon ist. Das in Fettfarbe stehende Bild kann durch Umdruck oder auf dem Weg der Positivkopie durch Handzeichnung oder sonstwie erhalten werden. Das Pianum wird dann vernickelt bzw. mit einem Niederschlag versehen aus z. B. magnesiumhaltigem Nickel.
Das so· erhaltene Flachdruckblech wird lithographisch geätzt, vorzugsweise mit einer Ätze, bestehend aus einer 20°/oigen ferrocyanwasserstoffsauren Kalilösung, die bis zum PH-Wert von 9 mit Alkali versetzt ist. Danach wird das Blech in die Maschine genommen. Als Wischwasser wird eine Ätze geführt, die entsprechend verdünnt ist und außerdem noch xanthogensaures Leichtmetallsalz 'enthält. Die Ätze hat immer die Eigenschaft, das eine Metall, in diesem Fall Messing, außerordentlich fettannehmend zu machen, während das zweite Metall, Nickelmagnesium, stark lithoigraphisch geätzt wird und damit stark farbabstoßend wird.
Die für vorstehende Kombination Messing-Nickelmagnesium in Frage kommende Ätze setzt sich etwa wie folgt zusammen: 1000 ecm Wasser, 100 g ferrocyanwasserstoffsaures Kali, 8 g KOH, 4 g xanthogensaures Kali.
Soll die Druckform aus irgendeinem Grund ausgewaschen werden, so kann hierfür reines Lösungsmittel, z. B. Benzin, Benzol od. dgl., benutzt werden, worauf das Blech in ausgewaschenem Zustand mit einer Ätze gemäß der Erfindung neu behandelt wird. Hierbei kann es zweckmäßig sein, der Ätze mechanisch schleifend wirkende Reinigungsmittel, wie z. B. Bimsmehl, zuzusetzen, beispielsweise in Fällen, wo die beiden Metalle fettannehmend geworden sind, so daß die Ätze sowohl von dem Bildmetall als auch von dem Planummetall abgestoßen wird. Die Zugabe vonSchleifmitteln bewirkt, daß die Ätze sofort Zutritt zu den beiden Metallen und das fettannehmend gewordene Metall sofort wieder seine Wasserbenetzbarkeit erhält. In anderen Fällen kann das Bildmetall wasserbenetzbar geworden sein, so' daß es der Fettfarbe den Zutritt verwehrt. Auch hier ist es vorteilhaft, die wasserbenetzbare Oberflächenschicht durch das Schleifmittel mechanisch zu beseitigen und gleichzeitig durch die chemische Einwirkung des Ätzmittels die Fettführung wiederherzustellen.
Durch die vorstehend beschriebene Ätzung und die Wahl relativ edler Metalle, z. B. Nickel, Kobalt, für das Pianum entfällt die unangenehme Arbeit des Gummierens der Platte während Maschinenstillstandes od. dgl., wie dies bei weniger edlen Metallen, also' z. B. den bisher angewandten Druckmetallen Zink und Aluminium, stattfinden muß.

Claims (4)

Patentansprüche:
1. Flachdruckverfahren unter Verwendung von Bimetallflachdruckfo'rmen, dadurch gekennzeichnet, daß in Verbindung mit einer Ferrocyanidionen enthaltenden lithographischen Ätze Flachdruckformen verwendet werden, deren Planumteile aus Metallen bestehen, die ein unlösliches F'errocyanid bilden, während deren Bildstellen aus Metallen bestehen, die ein unlösliches Xanthogenat bilden.
2. Flachdruckverfahren nach Anspruch i, gekennzeichnet durch die Verwendung einer lithographischen Ätze, die neben Ferrocyanid- noch Xanthogenationen enthält. *
3. Flachdruckverfahren, nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß für Flachdruckformen mit Bildstellen aus Messing und Planumstellen auch Nickelmagnesium eine lithographische Ätze mit einem pH-Wert von 8 bis 9 verwendet wird.
4. Flachdruckverfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß für Flachdruckformen mit Bildstellen aus Zink und Planumteilen aus Kobaltmagnesium eine lithographische Ätze mit einem pH-Wert von 6 bis 7 verwendet wird.
5· Flachdruckverfahren nach den Ansprüchen ι bis 4, gekennzeichnet durch die Verwendung· von Flachdruckformen mit glatten Planumteilen.
Verfahren nach den Ansprüchen ι bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß zur Nachätzung die Platte zunächst mit organischen Lösungsmitteln gereinigt und dann mit einer Ätze behandelt wird, der mechanisch schleifend wirkende Reinigungsmittel, wie z. B. Bimsmehl, zugesetzt sind.
© 5791 3.53
DEH160581D 1939-09-14 1939-09-15 Flachdruckverfahren unter Verwendung von Bimetallflachdruckformen Expired DE756845C (de)

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