DE757570C - Halterung fuer Schwingkristalle - Google Patents
Halterung fuer SchwingkristalleInfo
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Classifications
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- H03H9/09—Elastic or damping supports
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Description
Zur Halterung von Schwingkristallen aus Quarz, Turmalin od. dgl. sind eine Reihe von
Vorschlägen bekanntgeworden, nach denen der Kristall zur Erzielung einer möglichst
geringen Dämpfung in seiner Knotenebene eingespannt wurde. Die Einspannung erfolgte
dabei zwischen Spitzen, Schneiden, Stegen od. dgl. Es wurde eine gut definierte Einspannung
mit einer möglichst geringen flächenhaften Berührung mit dem Kristall angestrebt.
Mit Rücksicht auf die Wirkungen von Erschütterungen durch Stoß oder Berührung muß man immer einen Kompromiß zwischen
geringer Dämpfung und betriebssicherem Arbeiten schließen. Bisher war es jedoch nicht
möglich, eine gut definierte Einspannung zu verwirklichen.
Gemäß der Erfindung wird eine Halterung für Schwingkristalle aus Quarz, Turmalin
od. dgl. vorgeschlagen, bei der der Schwingkristall zur Erzielung einer möglichst punktförmigen,
aber gut definierten Einspannung zwischen Kugeln aus hartem, nur wenig deformierbarem
Material unter relativ hohem
Flächendruck eingespannt wird. Es sind an sich schon Anordnungen bekannt, bei denen
der Kristall zwischen konvex gewölbten Halterungen eingespannt ist. Bei einer dieser
bekannten Halterungen soll die Wölbung der Halteteile so bemessen sein, daß der Krümmungsradius
mehrere Fuß beträgt. Bei einer anderen Anordnung kommt gleichfalls ein beträchtlicher
Krümmungsradius der Halteteile ίο zur Anwendung. Mit derartigen Anordnungen
ist es nicht möglich, eine punktförmige Einspannung des Kristalls zu erzielen, da mit
einer Deformation des Kristalls gerechnet werden muß, die bei derartig großen Krümmungsradien
eine mehr oder weniger große Berührungsfläche an der Einspannstelle hervorruft.
Bei der Halterung nach der Erfindung, die in einem Schwingungsknotenpunkt des
Kristalls erfolgt, ist der Schwingkristall zur Erzielung einer möglichst punktförmigen gut
definierten Einspannung zwischen zwei Kugeln mit einem Durchmesser, der klein ist
gegenüber den Oberflächenabmessungen des Kristalls, insbesondere kleiner als 3 mm, aus
hartem, nur wenig deformierbarem Material unter hohem, nahe an der Festigkeitsgrenze
des Kristalls liegendem Flächendruck eingespannt. Durch die Halterung nach der Erfindung
wird erreicht, daß die Lage des Einspannpunktes selbst bei Wirkung äußerer Beschleunigungskräfte unbedingt erhalten
bleibt. Durch den geringen Durchmesser der Einspannkugeln wird ein Geringhalten der
Reibungsverluste durch die Fassung gewährleistet. Weiterhin ergibt sich der Vorteil, daß
sich der Kristallstab von selbst immer tangential zu den Kugeloberflächen einstellt, so daß
der Einspanndruck immer senkrecht zur Kristalloberfläche wirkt, wobei stets eine
punktförmige Einspannung erhalten bleibt. Dies läßt sich bei den bekannten Anordnungen,
bei denen der Kristall zwischen Spitzen, Schneiden, Stegen od. dgl. eingespannt ist,
nicht erreichen.
Als Einspannkörper werden vorteilhaft kleine Stahlkugeln verwendet, wie sie für
Kugellager fabrikationsmäßig hergestellt werden. Die Kugeln dienen auch als Stromzuführung
zu den als Elektroden wirkenden metallisierten Oberflächen des Quarzes.
Untersuchungen haben gezeigt, daß bei einer solchen der punktförmigen Einspannung
möglichst nahekommenden Anordnung die Frequenz und die Dämpfung praktisch unabhängig
von dem Einspannungsdruck werden, wenn die Einspannung genau in einem Knotenpunkt erfolgt. Bei Schwingungen,
deren Fortpflanzungsrichtung parallel zu den Elektrodenflächen verläuft, ist für die Grundschwingung
der Oberflächenmittelpunkt als Symmetriezentrum eine Knotenstelle der Schwingungen. Es können hierfür Stäbe mit
rechteckigem Querschnitt, die longitudinal Schwingungen ausführen, oder runde oder anders
begrenzte Platten, die sowohl longitudinale wie Scherungsschwingungen ausführen
können, verwendet werden.
Die Fig. 1 zeigt den Dämpfungsverlauf eines Quarzstabes von 27,5 mm Länge, 11 mm
Breite und 0,5 mm Dicke mit einer Eigenfrequenz von 100 kHz in Abhängigkeit von
der Einspannstelle. Als Ordinate ist der Resonanzwiderstand in Ohm, als Abszisse der Abstand
der Einspannstelle vom Flächenmittelpunkt ο bei Längsverschiebungen der Einspannstelle
in Millimeter eingetragen. Die Kurve α wurde bei einem Einspanndruck von
50 g, die Kurve b bei einem Einspanndruck von 550 g aufgenommen. Aus der Betrachtung
der Kurven ersieht man, daß die Dämpfung im Flächenmittelpunkt ein Minimum hat, das bei Messungen im Vakuum noch
wesentlich ausgeprägter auftreten wird, da die Luftdämpfung an der Gesamtdämpfung einen
großen Anteil hat. Bei einer Verschiebung der Einspannung zeigt sich die Dämpfung
von dem Einspanndruck abhängig. Es können hierbei somit beispielsweise durch Temperaturänderungen hervorgerufene Druckände- go
rungen der Einspannung Dämpfungsänderungen hervorrufen.
Wichtiger ist noch der Frequenzgang mit der Einspannstelle, der einen ähnlichen Verlauf
wie die Dämpfung zeigt und in Fig. 2 für den gleichen Quarzstab dargestellt ist. Als
Ordinate ist die Frequenzabweichung Af in Hertz und als Abszisse der Abstand der Einspannung
von dem mit ο bezeichneten Flächenmittelpunkt in Millimeter eingetragen. Von ο ioo
aus nach rechts ist der Abstand in der Querrichtung, nach links in der Längsrichtung eingetragen.
Die Kurve α bzw. a! ist bei einem Einspanndruck von 100 g, die Kurve b bzw. b'
bei einem Einspanndruck von 1100 g aufgenommen. Man ersieht, daß im Flächenmittelpunkt
sowohl die Frequenz selbst wie auch ihre Änderungsgeschwindigkeit am kleinsten ist. Bei einer Verschiebung in der
Längsrichtung wie quer dazu steigt die Frequenz an. Hierbei ist die Größe der Änderung
abhängig vom Einspanndruck und nimmt mit letzterem zu. Die Druckabhängigkeit verschwindet
bei nahezu punktfÖrmiger Einspannung im Flächenschwerpunkt.
Stabilität der Quarzschwingungen gegenüber Erschütterungen oder langsamen Druckänderungen,
die durch Arbeiten des Fassungsmaterials eintreten können, ist mithin nur bei punktfÖrmiger zentrischer Einspannung zu
erwarten. Es kann dabei ein großer Einspanndruck verwendet werden, so daß die Lage des
Einspannpunktes bei Wirkung äußerer Beschleunigungskräfte unbedingt erhalten bleibt.
Bei einer solchen Einspannung sind Reibungsverluste durch die Fassung praktisch beseitigt,
und Dämpfung und Resonanzfrequenz entsprechen dem vollkommen frei schwingenden Quarz.
Der Einspanndruck wird durch die zulässige Festigkeit des Quarzes begrenzt. Praktisch
wird man den Druck so groß wählen, daß einerseits die Fixierung des Einspannpunktes
gegen die Wirkung äußerer Kräfte bei Stoß, Berührung usw. als gesichert gelten kann, andererseits noch genügend Abstand
von der Festigkeitsgrenze bleibt.
Einer Drehung des Stabes um die Einspannachse in der Elektrodenebene steht nur
ein geringer Reibungswiderstand entgegen. Jedoch hat eine solche Drehung keinen Einfluß
auf den schwingenden Quarz.
Die Drehmöglichkeit hat aber praktische Nachteile. So muß der die Fassung umschließende
Schutzkörper unnötig groß werden, was einen erhöhten Raumbedarf zur Folge hat.
Weiter ändert sich die Kapazität Quarz, gegen Fassung im allgemeinen mit einer Drehung.
Falls diese Kapazität konstant bleiben soll, muß eine entsprechende rotationssymmetrische
Abschirmung vorgesehen werden. Bei sehr langen Quarzen (tiefe Frequenzen) werden
bereits durch geringe Winkelbeschleunigungen, z. B. beim Transport, Drehbewegungen
verursacht. Ein häufiges Hin- und Herdrehen des Quarzes kann aber zu Beschädigungen der
Metallbelegungen an der Einspannstelle führen.
Gemäß weiterer Erfindung wird daher vorgeschlagen, die Drehung durch zwei feste
starre Anschläge, die in geringem Abstand,
z. B. von etwa 2/io mm, von den Seitenflächen
entfernt sind, zu verhindern.
Einer Drehung wirkt hierbei in der Einspannung ein elastisches rückwirkendes Drehmoment
entgegen, so daß der Quarz nach Berührung des Anschlages und Abbremsung der aufgedrückten Kraft sich selbst wieder um
einen kleinen Winkel zurückdreht und vollständig frei schwingen kann. Dieser Drehwinkel
wächst mit dem Einspanndruck und beträgt in einem praktischen Fall z. B. rund 20'.
Wesentlich ist es dabei, daß die Anschläge selbst nicht federnd sind und eine glatte Oberfläche
haben.
Die Verwendung von Kugeln hat einen großen konstruktiven Vorteil. Es erübrigt
sich damit eine genaue Zentrierung der Konstruktionsteile, die den Druck auf den Quarz
übertragen. Da der Quarzstab sich von selbst tangential zu den Kugeloberflächen einstellt,
wirkt der Einspanndruck immer senkrecht zur Quarzoberfläche. In Fig. 3 ist eine beispielsweise
Ausführungssform dargestellt. Der Quarzstab 1 ist im Flächenmittelpunkt
zwischen den Stahlkugeln 2 und 3 eingespannt. Der Druck wird zweckmäßig durch eine einseitig
bei 5 eingespannte Blattfeder 4 erzeugt, an deren freiem Ende die Stahlkugel 2 fest
angebracht ist. Die zweite Stahlkugel 3 ist mit einer starren Grundplatte 6 fest verbunden.
Auf diese Weise sind Führungen mit seitlichem Spiel der druckübertragenden Teile
vermieden.
Die zwischen den Außenklemmen der Fassung liegende Kapazität als Parallelschaltung
der Teilkapazitäten von Fassung und Quarz kann auch durch eine geeignete konstruktive
Abschirmung unabhängig von einer möglichen Drehung des Quarzes konstant gehalten
werden, z. B. können an der unteren Grundplatte und an der oberen Druckfeder genügend große kreisförmige Blechscheiben
zentrisch zum Einspannpunkt angebracht werden, oder man umschließt den Quarz mit
einer zylindrischen Blechtrommel, die mit der Grundplatte fest verbunden ist und deren
Grundflächen zur Aufnahme der Kugelträger je eine Durchbohrung haben. Die möglichen
Kapazitätsänderungen sind jedoch im allgemeinen so klein, daß sie für die meisten Anwendungen
von Quarzen, z. B. in Sprachbandfiltern, nicht berücksichtigt zu werden brauchen.
Claims (3)
1. Halterung für in einem Schwingungsknotenpunkt eingespannte Kristalle aus
Quarz, Turmalin od. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß der Schwingkristall zur Erzielung
einer möglichst punktförmigen gut definierten Einspannung zwischen zwei
Kugeln mit einem Durchmesser, der klein ist gegenüber den Oberflächenabmessungen
des Kristalls, insbesondere kleiner als 3 mm, aus hartem, nur wenig deformierbarem
Material unter hohem, nahe an der Festigkeitsgrenze des Kristalls liegendem no
Flächendruck eingespannt ist.
2. Halterung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Flächendruck
durch eine einseitig eingespannte Blattfeder erzeugt ist, die am freien Ende eine
der Einspannkugeln trägt.
3. Halterung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Änderung der Kapazität zwischen Kristall und
Fassung infolge Drehung des Kristalls durch eine geeignete Abschirmung vermieden
ist.
4· Halterung nach den vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daB
eine Drehung des Kristalls durch starre Anschläge insbesondere mit glatter Oberfläche
vermieden ist.
Zur Abgrenzung des Erfindungsgegenstands vom Stand der Technik sind im Erteilungsverfahren
folgende Druckschriften in Betracht gezogen worden:
Deutsche Patentschriften Nr. 457 890, 546762;
britische Patentschrift Nr. 279 595; USA.-Patentschrift Nr. 1978 188;
Bell System Technical Journal, Juli 1934, Bd. 13, S. 405 ff, insbes. S. 431, Fig. 24.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
( 5401 9.53
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES126830D DE757570C (de) | 1937-04-15 | 1937-04-16 | Halterung fuer Schwingkristalle |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE836627X | 1937-04-15 | ||
| DES126830D DE757570C (de) | 1937-04-15 | 1937-04-16 | Halterung fuer Schwingkristalle |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE757570C true DE757570C (de) | 1953-09-14 |
Family
ID=25949766
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES126830D Expired DE757570C (de) | 1937-04-15 | 1937-04-16 | Halterung fuer Schwingkristalle |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE757570C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US3774275A (en) * | 1970-11-10 | 1973-11-27 | Gen Motors Corp | Method of mounting a piezoelectric device |
| US5373213A (en) * | 1991-10-18 | 1994-12-13 | Seagate Technology, Inc. | Apparatus for sensing operating shock on a disk drive |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| GB279595A (en) * | 1926-09-14 | 1927-11-03 | Albert Hinderlich | Improvements in mounting piezo-electric crystals |
| DE457890C (de) * | 1925-07-14 | 1928-03-26 | Internat General Electric Co I | Piezoelektrischer Oszilator |
| DE546762C (de) * | 1929-08-14 | 1932-03-17 | Int Standard Electric Corp | Befestigung fuer piezoelektrische Kristallplatten |
| US1978188A (en) * | 1933-01-06 | 1934-10-23 | Bell Telephone Labor Inc | Piezoelectric crystal apparatus |
-
1937
- 1937-04-16 DE DES126830D patent/DE757570C/de not_active Expired
Patent Citations (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE457890C (de) * | 1925-07-14 | 1928-03-26 | Internat General Electric Co I | Piezoelektrischer Oszilator |
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