DE76392C - Voltameter mit einer zum Auffangen des Gases dienenden drehbaren Röhre - Google Patents

Voltameter mit einer zum Auffangen des Gases dienenden drehbaren Röhre

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DE76392C
DE76392C DE189376392D DE76392DD DE76392C DE 76392 C DE76392 C DE 76392C DE 189376392 D DE189376392 D DE 189376392D DE 76392D D DE76392D D DE 76392DD DE 76392 C DE76392 C DE 76392C
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DE189376392D
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H. A. NABER in Amsterdam, Reguliersgracht 30
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    • GPHYSICS
    • G01MEASURING; TESTING
    • G01RMEASURING ELECTRIC VARIABLES; MEASURING MAGNETIC VARIABLES
    • G01R22/00Arrangements for measuring time integral of electric power or current, e.g. electricity meters
    • G01R22/02Arrangements for measuring time integral of electric power or current, e.g. electricity meters by electrolytic methods

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Den Gegenstand vorliegender Erfindung bildet ein Voltameter, bei welchem die zum Auffangen des Gases dienende graduirte Röhre oder Bürette in zwei Theile, einen unteren, die Elektroden umgebenden und einen oberen, das Gas sammelnden,, zerlegt ist, so dafs durch Verschiebung oder Verdrehung des einen Theiles gegen den anderen das Auffangen des Gases zu einer bestimmten Zeit, begonnen und nach Verlauf der gewünschten Betriebszeit unterbrochen werden kann, ohne das Voltameter aus dem Stromkreis ausschalten zu müssen.
Aufserdem ist das Voltameter noch mit einer Vorrichtung verbunden, welche ermöglicht, dasselbe in bequmer Weise zu füllen und den Spiegel der äufseren Flüssigkeit bis zum Spiegel der Flüssigkeit in der Bürette zu senken, wie dies zum genauen Ablesen der aufgefangenen Gasmenge erforderlich ist.
Auf der beiliegenden Zeichnung ist eine Ausführungsform dieses Voltameters dargestellt, bei welcher der untere, von der eigentlichen Bürette abgetrennte Theil aus zwei Kappen oder Hauben besteht, welche über je eine der Elektroden gestülpt sind.
Fig. ι zeigt einen senkrechten Durchschnitt,
Fig. 2 einen Querschnitt nach der Linie a-b der Fig. 1,
Fig. 3 einen Querschnitt nach der Linie c-d der Fig. 1 und
Fig. 4 eine Oberansicht; der das Voltameter oben abschliefsende Deckel ist abgenommen gedacht.
Das äufsere Glasgefäfs 1,2,3, ^as die Bürette und die Elektroden umschliefst, besteht aus einem unteren weiteren Cylinder 1 und einem sich daran schliefsenden engeren oberen Cylinder 2, dessen oberes Ende 3 sich becherartig erweitert und mit einem nicht luftdicht schliefsenden Deckel abgedeckt ist. Unten ist das. Gefä'fs durch einen abnehmbaren Boden 4 abgeschlossen, der eine aus Glas, Guttapercha oder anderem Material bestehende Schüssel bildet, gegen die der untere Rand des Cylinders ι mittelst eines leicht entfernbaren Kittes, z. B. Wachs, abgedichtet ist. Der Cylinder 1 umschliefst einen aus Glas, Guttapercha oder dergleichen'angefertigten Behälter 5, von dessen Decke ein Gasrohr 6 nach aufsen durch den Cylinder ι hindurchführt, das durch einen Gummischlauch 7 mit zwei als Blasebälge dienenden Gummibirnen 8 in Verbindung steht. Oberhalb der Birnen zweigt von dem Schlauch ein Stutzen 9 ab, dessen freies Ende mittelst eines Quetschhahnes 10 verschlossen werden kann. Dicht über dem Boden hat der Behälter 5 ein seitliches Loch λ1, von dem ein Rohr 12 nach oben bis über die Decke des Behälters 5 führt.
Der Behälter 5 ist mit verdünnter Schwefelsäure gefüllt. Durch Drücken auf die untere Gummibirne wird in den Behälter 5 Luft eingeprefst und dadurch die in ihm enthaltene Flüssigkeit durch das Rohr 12 in das Gefäfs 1, 2 getrieben. Oeffnet man-dagegen den Quetschhahn 10 des Stutzens 9, so strömt die Luft aus dem Behälter 5 ab und die Flüssigkeit tritt in den Behälter zurück.
Neben der einen (in Fig. 1 und 2 rechten) Seite des Behälters 5 münden von aufsen durch
Stutzen 13 des Cylinders ι die Zuleitungsdrähte 14 ein, deren jeder in eine ringförmige Platinelektrode 15 endet. Ueber jede dieser Elektroden ist eine cylindrische Haube 16 gestülpt, die sich auf den zugehörigen Draht 14 stützt, seitlich an den Wandungen des Behälters 5 und des Cylinders 1 anliegt und oben in einen Schnabel 17 ausläuft, der eine etwa 4 mm grofse Oeffnung 18 hat; um beide Gefäfse sind ein oder zwei Gummibänder 19 geschlungen, welche die Gefäfse zusammenhalten und gegen Verschiebung sichern.
Oberhalb des Behälters 5 ist die Bürette 20 in das Gefäfs 1, 2, 3 so 'eingesetzt, dafs sie um ihre Achse gedreht werden kann. Sie ist mit einem Cylinder 21 umgeben, der oben offen, unten aber gegen die Bürette abgedichtet ist. Der Cylinder 21 enthält dieselbe Flüssigkeit wie der Behälter 5. In diese Flüssigkeit taucht ein Thermometer 22, das mittels eines Drahtes am oberen Rande des Cylinders 21 hängt. Das Thermometer kann auch in der Bürette selbst untergebracht sein. Der Cylinder 21 läuft oben in einen als Handhabe dienenden Glaslappen 23 aus, mittels dessen man den Cylinder nebst der Bürette bequem drehen, herausheben und einsetzen kann. Aufsen trägt der Cylinder 21 sowohl oben als unten je. einen Gummiring 24 bezw. 25, die zum Centriren der Bürette dienen. Der obere Ring 25 kann sich auf den Cylinder 2 stützen und so als Träger der Bürette dienen; in diesem Falle mufs der Ring aber am äufseren Rande Ausschnitte haben, um der Luft Durchgang zu gewähren. Die Bürette kann aber auch mit ihrem unteren Ende auf dem dann oben gewölbten Behälter 5 aufruhen. Das untere, offene Ende der Bürette ist seitwärts abgebogen und so erweitert (Fig. 2), dafs es in der in Fig. ι und 2 punktirt gezeichneten Lage sich über den Oeffnungen 18 der beiden die Elektroden 15 umgebenden Hauben 16 befindet und das aus diesen aufsteigende Gas auffängt. Man kann die Bürette auch so einstellen, dafs deren unteres Ende nur über der Oeffnung 18 der einen oder anderen Haube 16 steht, wenn man nur Sauerstoff oder nur Wasserstoff auffangen will. In dem zwischen den Cylindern 21 und 2 befindlichen ringförmigen Raum kann man einen Dichtigkeitsmesser 26 unterbringen.
Das vorbeschriebene Voltameter wird wie folgt in Betrieb gesetzt:
Man giebt der Bürette die in Fig. 1 in vollen Linien angegebene Lage und öffnet den oben an der Bürette angebrachten Hahn 27. Dann drückt man auf die untere Gummibirne 8 und treibt die Flüssigkeit des Behälters 5 in das Gefäfs i, 2, 3, bis dieses und die Bürette bis zum Nullstrich der Bürette gefüllt sind. Hierauf schliefst man den Hahn der Bürette und sendet den elektrischen Strom durch die Elektroden.
Sobald der Strom constant ist, dreht man die Bürette so, dafs ihr unteres Ende das aus der einen oder aus beiden Elektrodenhauben 16 aufsteigende Gas auffängt. Nach Verlauf einer bestimmten Zeit dreht man die Bürette wieder in die Anfangslage, ohne den Strom zu unterbrechen. Man öffnet jetzt den Quetschhahn 10 so lange, bis der Spiegel der zwischen ■ den Cylindern 21 und 2 befindlichen äufseren, ringförmigen Wassersäule mit dem Spiegel der Flüssigkeit in der Bürette gleich hoch steht, also der Druck des Gases in der Bürette gleich dem äufseren Luftdrück ist. Dann schliefst man den Quetschhahn. Ist der äufsere Spiegel zu tief gesenkt, so hebt man die Wassersäule durch Benutzung der Gummibirnen bis zur erforderlichen Höhe. Nun liest man die Temperatur und den Barometerstand ab und berechnet auf Grund einer Tabelle, die zweckmäfsig aufsen in den unteren Theil des Gefäfses i, 2, 3 eingeätzt wird, die Stromstärke.
Das Volumen des aufgefangenen Gases wird in. Kubikcentimetern abgelesen, die Zeit in Secunden ausgedrückt und aus der Tabelle diejenige Zahl genommen, die dem Thermometergrad und dem nicht reducirten Barometerstand entspricht.
Man dividirt dann das Volumen durch das Product aus der Zeit und der Zahl der Tabelle, der Quotient giebt die mittlere Stromstärke an. Will man die Elektricitätsmenge wissen, so dividirt man das Volumen durch die Zahl aus der Tabelle.
Es empfiehlt sich, zwischen der Bürette und dem diese umgebenden Cylinder 21 einen Glasstab 28, Fig. 1, 3 und 4, unterzubringen, dessen unteres Ende seitlich abgebogen und gekrümmt ist, um mittels dieses Stabes das Flüssigkeitsbad der Bürette vor jeder Messung umrühren zu können, so dafs es eine gleichmäfsige Temperatur und Dichte hat.
Infolge der beschriebenen Einrichtung gewährt das Voltameter noch die weiteren, nachstehend genannten Vortheile:
Das entwickelte Gas kann die Flüssigkeit nie von den Elektroden forttreiben, denn sollte die Bürette versehentlich ganz mit Gas gefüllt sein, so tritt das ferner zugeführte Gas um den unteren Rand der Bürette nach aufsen in das Gefäfs 1, 2, 3 und steigt in diesem nach oben.
Die Bürette kann zu jeder Zeit herausgenommen werden, auch wenn der Strom nicht unterbrochen ist, so dafs man die Bürette bequem reinigen oder durch eine andere, gröfsere oder kleinere ersetzen kann.
Das in der Bürette gesammelte Gas kann nach Oeffnen des Bürettenhahnes durch einen auf dessen Auslafsende aufgeschobenen Schlauch nach einem entfernt stehenden Behälter gedrückt und dort aufgespeichert werden.
Das Voltameter lä'fst sich auch zu gewöhnlichen Volumenmessungen benutzen.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Ein Voltameter, bei welchem die zum Auffangen des Gases dienende graduirte Röhre oder Bürette in das die Elektroden enthaltende Gefäfs drehbar und herausnehmbar eingesetzt und unten derart seitlich abgebogen ist, dafs durch Drehen der Bürette deren untere Oeffhung über eine oder mehrere Gasauslafsöffnungen der die Elektroden umgebenden Hauben gebracht oder von diesen Gasauslafsöffnungen entfernt werden kann.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
DE189376392D 1893-11-11 1893-11-11 Voltameter mit einer zum Auffangen des Gases dienenden drehbaren Röhre Expired DE76392C (de)

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