DE77128C - Elektrodensystem zur Zerlegung von Salzlösungen für Bleichflüssigkeiten - Google Patents

Elektrodensystem zur Zerlegung von Salzlösungen für Bleichflüssigkeiten

Info

Publication number
DE77128C
DE77128C DENDAT77128D DE77128DA DE77128C DE 77128 C DE77128 C DE 77128C DE NDAT77128 D DENDAT77128 D DE NDAT77128D DE 77128D A DE77128D A DE 77128DA DE 77128 C DE77128 C DE 77128C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
plates
bleaching
decomposition
salt solutions
electrode system
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired - Lifetime
Application number
DENDAT77128D
Other languages
English (en)
Original Assignee
DR. C. KELLNER in Wien IX, Wasagasse 29
Publication of DE77128C publication Critical patent/DE77128C/de
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Lifetime legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C25—ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES; APPARATUS THEREFOR
    • C25B—ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES FOR THE PRODUCTION OF COMPOUNDS OR NON-METALS; APPARATUS THEREFOR
    • C25B9/00—Cells or assemblies of cells; Constructional parts of cells; Assemblies of constructional parts, e.g. electrode-diaphragm assemblies; Process-related cell features
    • C25B9/17—Cells comprising dimensionally-stable non-movable electrodes; Assemblies of constructional parts thereof

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Electrochemistry (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Metallurgy (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Paper (AREA)
  • Electrolytic Production Of Non-Metals, Compounds, Apparatuses Therefor (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
Patentirt im Deutschen Reiche vom 23. September 1893 ab.
Die bisher zur Zerlegung von Salzlösungen, insbesondere Kochsalzlösung mittels des elektrischen Stromes zwecks Herstellung von Bleichmitteln vorgeschlagenen Apparate zeigen wesentliche Uebelstände bezüglich ihrer Anwendung in der Praxis, welche hauptsächlich darin bestehen, dafs sie zu complicirt und kostspielig und dabei einer raschen Abnutzung unterworfen sind; ferner dafs sie in den mit Bleichmitteln arbeitenden Industriezweigen ganz neue Anlagen oder die mit bedeutenden Kosten verbundene Umgestaltung der vorhandenen Einrichtungen bezw. die Anbringung von Rohrleitungen und Pumpen zur Verbindung dieser Einrichtungen mit den elektrolytischen Apparaten erforderlich machen, und schliefslich, dafs bei Apparaten, welche ohne Diaphragmen arbeiten, ein grofser Theil des Stromes deshalb nutzlos verloren geht, weil der Wasserstoff im Entstehungszustande einen Theil des bereits elektrolytisch gebildeten Hypochlorites reducirt und dieses bei zunehmender Anreicherung selbst als Elektrolyt auftritt und durch die Bildung des Hypochlorites die Hälfte des abgespaltenen Chlors wieder zu Chlorid gebunden wird.
Die vorstehend genannten Uebelstände werden durch die neue Vorrichtung beseitigt.
Dieselbe besteht im wesentlichen aus einer Anzahl leitender Platten, welche durch isolirende Stäbe in passender Entfernung von einander gehalten und zu einem als »Bleichblock« bezeichneten Ganzen vereinigt sind.
Diese einfache, billige und dauerhafte Vorrichtung kann in kurzer Zeit an jedem beliebigen vorhandenen Bleichapparat, in welchem das Bleichgut enthalten ist und die Zerlegung der Salzlösung zu dem oben angegebenen Zwecke vorgenommen werden soll, angebracht werden und ermöglicht aufserdem, wie im Nachstehenden gezeigt werden soll, die vollständige Ausnutzung des elektrischen Stromes.
In der beiliegenden Zeichnung ist Fig. ι eine perspectivische Ansicht der Vorrichtung, Fig. 2 zeigt die Schaltungsweise mehrerer solcher Vorrichtungen hinter einander und Fig. 3 veranschaulicht die Anordnung derselben in einem gewöhnlichen Holländer der Papierfabrikation.
Die Fig. 4 und 5 stellen im Längs- und Querschnitt einen zum Bleichen von Textilstoffen geeigneten Apparat dieser Art dar.
Wie ersichtlich, besteht der Bleichblock aus einer Anzahl leitender Platten AA1A2.. .,welche durch Stäbe B B1 J52. . . aus nicht leitendem Material in passender Entfernung von einander gehalten und mit denselben zu einem Ganzen verbunden sind.
Die Platten A Αλ A-. . . werden dadurch hergestellt, dafs ein Metallblech (wie Kupfer-, Tombak-, Phosphorbronze-Blech) auf einer Seite mit einer dünnen Platinfolie plattirt und auf der anderen (nicht plattirten) Seite mit Quecksilber amalgamirt wird.
Für gewisse Zwecke können diese Platten auch aus Kohle oder einem anderen gut leitenden, durch die freiwerdenden Jonen nicht angreifbaren Material hergestellt und. auch noch mit einem Gewebe aus Asbest oder Glaswolle überzogen werden.
Als nicht leitende Stäbe können vortheilhaft, wie Fig. ι zeigt, Stangen B S1 B"2 . . . aus Hart-
gummi verwendet und die Platten durch zwischen denselben auf diese Stangen aufgeschobene Glasrohrstücke C C1 C2 in richtiger Entfernung gehalten werden.
Die Platten A A1A2 . . ., deren Zahl der Spannung der Stromquelle entsprechend gewählt wird, werden auf die Verbindungsstäbe BB1B2... aufgeschoben, wobei darauf zu achten ist, dafs, wenn Metallplatten der angegebenen Art verwendet werden, ihre platinplattirten Seitenflächen alle nach einer Richtung' zu stehen kommen; die erste und die letzte Platte werden mit der Stromquelle derart · in Verbindung gebracht, dafs die plattirte Seite der ersten Platte an den positiven, die nichtplattirte (amalgamirte) Seitenfläche der letzten Platte an den negativen Poldraht angeschlossen wird.
Je nach den Raumverhältnissen der Bleichbehälter, in welche der Block eingestellt werden soll, kann er auch in mehrere Blöcke getrennt werden, welche neben einander gestellt und derart hinter einander geschaltet werden, dafs die letzte nichtplattirte Plattenseite des einen Blocks mit der ersten plattirten Plattenseite des nächsten Blocks leitend verbunden ist, wie dies Fig. 2 darstellt; auf diese Weise wird die mit Platin bedeckte Seite der Platten zur Anode, während die nichtplattirten Plattenseiten die Kathode bilden, an welcher bei Zerlegung von Kochsalz Natrium abgespalten bezw. Natriumhydroxyd gebildet und Wasserstoff frei wird.
Diese Vorrichtung, welche, wie Versuche gezeigt haben, nicht angegriffen wird, und zufolge ihrer Construction zur Herstellung einer sehr grofsen Elektrodenfläche nur möglichst wenig Platin beansprucht, wird nun in die zu zerlegende Salzlösung eingesetzt, welche vorfheilhaft in den das Bleichgut enthaltenden Behälter eingetragen wird, so dafs die durch die elektrolytische Zerlegung erfolgende Bildung von Bleichflüssigkeit in Gegenwart des Bleichgutes vor sich geht.
Handelt es sich beispielsweise um das Bleichen von Papierstoff, so wird in den vorhandenen, den Papierstoff enthaltenden Holländer D, Fig. 3, die Salzlösung eingegeben und eine oder mehrere der beschriebenen Vorrichtungen eingehängt, welche nach Hintereinanderschaltung sofort mittels einer gewöhnlichen Lichtmaschine in Wirksamkeit gesetzt werden können.
Zum Zwecke des Bleichens von Geweben wird die Vorrichtung, wie dies Fig. 4 und 5 zeigen, in eine mit Salzlösung gefüllte Kufe E eingehängt und das Bleichgut über Walzen F zwischen den einzelnen Platten A A1 A- . . . hindurchgeführt.
Dieser Apparat, welcher also die elektrolytische Zerlegung von Salzlösungen in Gegenwart des Bleichgutes ermöglicht, bietet deti Vortheil:
1. dafs viel Kraft erspart wird, weil die in Freiheit gesetzten Jonen im Entstehungszustande (in statu nascendi) wirken;
2. dafs das Bleichgut selbst eine Art Diaphragma bildet, an dessen einer Seite Chlor und an dessen anderer Seite Natriumhydroxyd frei bezw. gebildet wird, welche beiden Stoffe eine lösende und entfärbende Wirkung ausüben, indem das Chlor die färbenden Substanzen oxydirt, so dafs sie in Alkalien löslich und daher vom Natriumhydroxyd gelöst werden, wobei diese Lösung von dem im Ueberschufs gebildeten Natriumhypochlorit unter Rückbildung von Natriumchlorid zersetzt wird;
3. dafs der an der Kathode frei werdende Wasserstoff durch das Bleichgut, abgehalten wird, zur Anode zu gelangen und eine schädliche reducirende Wirkung auszuüben;
4. dafs eine Anreicherung der Flüssigkeit mit Hypochlorit und eine Spaltung dieser Verbindung durch den Strom nicht eintreten kann, weil die Gegenwart des Bleichgutes eine solche Anreicherung gar nicht zuläfst, indem das gebildete Hypochlorit durch den Bleichvorgang sehr bald nach seiner Bildung wieder in Chlorid umgewandelt wird;
5. dafs die directe Bildung von Hypochlorit überhaupt vermieden wird, weil das Bleichgut die Vereinigung der Jonen bis zu einem gewissen Grade verhindert.
Durch diese Vorrichtung ist demnach die Durchführung jedes beliebigen Bleichprocesses unter Benutzung der vorhandenen Einrichtungen und billiger Rohstoffe mit geringerem Kraftaufwande in einfacher und sicherer Weise ermöglicht.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Eine Vorrichtung zur elektrolytischen Zerlegung von Salzlösungen zwecks Herstellung von Bieichflüssigkeit, bestehend aus Platten A A1A2... aus leitendem Material, welche durch nichtleitende Stäbe B B1 B2 . . . in entsprechender Entfernung von einander gehalten und zu einem Ganzen vereinigt sind, so dafs die Flüssigkeit frei zwischen den einzelnen Platten der in den Flüssigkeitsbehälter eingetauchten Vorrichtung zirkuliren kann.
2. Bei der unter 1. genannten Vorrichtung Platten A A1 A2. . . aus auf der einen Seite platinirtem und auf der anderen Seite amalgamirtem Metallblech.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
DENDAT77128D Elektrodensystem zur Zerlegung von Salzlösungen für Bleichflüssigkeiten Expired - Lifetime DE77128C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE77128C true DE77128C (de)

Family

ID=349959

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT77128D Expired - Lifetime DE77128C (de) Elektrodensystem zur Zerlegung von Salzlösungen für Bleichflüssigkeiten

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE77128C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE1252643B (de) Diaphragmenzelle zur Erzeugung von Chlor und Atzkali durch Elek trolyse einer Alkalimetallchloridlosung
DE1671430B2 (de) Vorrichtung zur elektrolyse waessriger alkalihalogenidloesungen
DE2327764A1 (de) Verfahren zur elektrokoernung von aluminium
DE2827266A1 (de) Verfahren zur elektrolyse in einer membranzelle unter einhaltung eines durch druckbeaufschlagung erzielten gleichmaessigen abstands sowie vorrichtung zur durchfuehrung des verfahrens
DE2631684A1 (de) Verfahren und vorrichtung zur gewinnung von zink aus einer alkalischen zinkatloesung
DE1804956B2 (de) Elektrolysevorrichtung zur kontinuierlichen Regenerierung von Salzlösungen des 3-wertigen Chroms zu 6-wertigen Chromverbindungen
DE2753936A1 (de) Verfahren zur bildung einer eisenfolie bei hohen stromdichten
DE3002520A1 (de) Galvanoplastikvorrichtung
DE2510396A1 (de) Verfahren zur elektrolyse waessriger loesungen und elektrolysezelle zur durchfuehrung des verfahrens
DE2333018A1 (de) Elektrolytische zelle zur wiedergewinnung von metallen
EP0717791B1 (de) Electrolysezelle mit teilelektroden und zumindest einer gegenpoligen gegenelektrode
DE189630C (de)
DE2653538B2 (de) Elektrolytische Diaphragma-Zelle und Verfahren zu ihrer Montage
DE2115424A1 (de) Elektroplattiervornchtung
DE88230C (de)
DE58133C (de) Apparat für elektrometallurgische Arbeiten
DE531672C (de) Verfahren zur Gewinnung reiner Hydroxyde der Schwermetalle
DE85360C (de)
DE32103C (de) Apparate zu der unter Nr. 30790 patentirten Neuerung in dem Bleichverfahren für Textilstoffe im Allgemeinen und insbesondere für Papierzeug aus irgend welchen Stoffen
DE158968C (de)
DE51534C (de)
DE105298C (de)
DE263432C (de)
DE198626C (de)
DE35549C (de) Verfahren zum Bleichen von Textilstoffen und Papierzeug